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Süßsaure Kirsch- oder Stachelbeer-Pickles

Dieser Beitrag hat ein Jahr darauf gewartet, geschrieben und veröffentlicht zu werden! Denn bevor ich etwas online stelle, möchte ich es auch gekostet haben. Und diese Pickles brauchen 6-8 Wochen bevor sie das perfekte Aroma haben. Aber um was geht es genau?

Seit Mittwoch ist Sommer, es war der längste Tag des Jahres und endlich sind die Kirschen und Stachelbeeren in den Gärten reif. Ja, dieses Kirschjahr ist nicht besonders gut, der späte Frost im Mai hat viel der zukünftigen Ernte schon im frühsten Stadium vernichtet. Aber vielleicht tragen die Stachelbeersträucher ja mehr? Nun sind meine Gedärme ja ein bisschen fruktoseintolerant, heißt ich kann ein wenig Obst essen, aber nicht wirklich viel auf einmal. Und bei Pfirsichen, Kirschen und Aprikosen tut mir das auch unendlich leid. So ein Pfirsich am Tag geht, aber viel mehr sollte ich nicht essen… Aber manchmal kann ich nicht widerstehen und kaufe zu viel Obst wie eine Schale Stachelbeeren (wie ewig hatte ich keinen Stachelbeergeschmack mehr auf der Zunge) und Kirschen, die dann auch irgendwie verarbeitet werden muss. Was eignet sich da besser als die Früchte haltbar zu machen, aber nur Kompott wird auf Dauer auch langweilig und so suchte ich nach einer Variante, die zu herzhaften Gerichten passt. Fündig wurde ich im River Cottage Handbook No. 2, in dem es um Eingekochtes geht. Und es ist ein wirklich schönes Buch, dass auch viel erklärt und vielfältige Rezepte zu bieten hat, die gut nachzubauen sind. Wenn die geneigte Leserschaft am Haltbarmachen interessiert und der englischen Sprache mächtig ist, ist dieses Buch keine Fehlinvestition :)

Und es lohnt sich wirklich einen Teil der Stachelbeer- oder Kirschernte zu diese Pickles zu verarbeiten. Das Einkochen dauert nicht ewig und der Geschmack ist hervorragend – süß-sauer und trotzdem würzig. Sie passen hervorragend zu Käse oder Wild oder einem Hackbraten. Also schnell ein paar Gläser schnappen und ab in die Küche!

Süßsaure Kirsch-/Stachelbeer-Pickles

Zutaten für 2 Gläser à 500 ml:
300 ml Weißweinessig
1/2 Orange, Saft und Schale
6 Pimentkörner
2,5 cm Zimtstange
375 g Zucker
500 g Süßkirschen oder Stachelbeeren

2 x 500 ml Weckgläser + Deckel, Ringe und Klammern

(1) Die Schale fein von der Orange abreiben und zusammen mit dem ausgepressten Orangensaft, Essig, Piment und Zimtstange in einen Topf geben. Aufkochen lassen und etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze simmern lassen. Dann den Zucker zufügen, wieder aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 5-10 Minuten einreduzieren lassen. Zur Seite stellen.
(2) Die Gläser und Gläser mit heißem Spüliwasser abwaschen und gut mit heißem Wasser spülen. Die Gläser mit der Öffnung nach unten auf den Rost des Ofens stellen. Den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist 15 Minuten sterilisieren lassen. Die Deckel und Gummiringe mit heißem Wasser und einem Schluck Essig in einen kleinen Topf geben und ca. 5 Minuten kochen lassen. So lange im heißen Wasser belassen, bis sie gebraucht werden.
(3) Das Obst verlesen, nur die einwandfreien Früchte verwenden. Waschen. Von den Kirschen die Stiele etwas einkürzen. Von den Stachelbeeren die Stiele und Blütenansätze abknipsen und die einzelnen Früchte mit einem Holzstäbchen 2x durchstechen.
(4) Die Gläser aus dem Ofen holen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Die Früchte in das Glas geben. Den mittlerweile lauwarmen Sirup über die Früchte auf die Gläser verteilen. Die Deckel und Ringe aus dem Essigwasser holen. Die Ringe über die Deckel stülpen, dann auf die Gläser setzen und mit zwei gegenüberliegenden Klammern befestigen.
(5) Die Gläser in einen großen Topf setzen, dessen Boden mit zwei Lagen Küchenkrepp ausgelegt ist. Soviel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel auflegen und bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen. Wenn das Wasser siedet, nicht kocht (oder 80°C erreicht hat) die Temperatur auf mittelniedrig herunter stellen und 30 Minuten einkochen lassen.
(6) Gläser herausnehmen und bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Prüfen, ob das Einkochen erfolgreich war – Lasche zeigt nach unten. Wenn man das Glas am Deckel hochhebt, bleibt der Deckel drauf.

An einem möglichst kühlen und dunklen Ort lagern. Vor dem Öffnen die Gläser 6-8 Wochen ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: nach Corbin, P. (2008). River Cottage Handbook No. 2 – Preserves. Bloomsbry. p 118

Die (bisher) besten Pommes aus dem Ofen

 

Ihr mögt Pommes? Seid aber fies vor dem Frittieren? Geht mir genauso. Auch wenn ich sonst alles ausbacke, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, an Pommes traue ich mich nicht ran und irgendwie ist mir auch das viele Öl zu schade, dass trotz nur einer Portion drauf geht. Es muss also anders sein. Der Ofen ist eine Variante, aber alle Kartoffelstäbchen, die ich bis jetzt darin garte, waren meilenweit vom Pommesstatus entfernt. Hmm … Aber recherchieren wir doch mal und bei Smitten Kitchen wurde ich fündig, die offensichtlich eine ähnlich starke Vorliebe für Pommes frites wie die „pastacuitta“ nata *g*

Sie probierte vieles aus und fand dann die für sich passendste Version. Dafür benötigt ihr nicht viele Zutaten – drei um genau zu sein – und kompliziert ist es auch nicht. Die Kartoffeln werden kurz angegart, tatsächlich nur 10 Minuten auf dem Herd gelassen und dann in den glühend heißen Ofen verfrachtet. Dabei ist wirklich wichtig, dass ihr das Blech mit etwas Öl drauf im Ofen mit aufheizt, damit die vorgekochten Kartoffelstäbchen sofort beginnen zu rösten. Dann heißt es nur noch warten und ein- oder zweimal wenden.

Und fertig sind wirklich erstaunlich knusprige und leckere Ofenpommes, die nur einen Bruchteil an Öl benötigen. Versucht es ruhig mal!

Und weil Pommes ja wohl das ultimative Fastfood sind – ich meine, wer holt sich bei akutem Hunger nicht gerne eine Portion Pommes?!? – darf der Beitrag beim CXXIII Blogevent im bei Zorras „1x umrühren bitte“ mitmachen. Es geht um „Homemade Fastfood“ und wird ausgerichtet von Tanja und Martin, die „Sakriköstlich“ beitreiben. Auf dem Bild könnt ihr auch erkennen, was der nächste Beitrag zum Event ist, dieses Mal nur etwas anders zubereitet. Seid gespannt!

Blog-Event CXXIII - Homemade Fastfood (Einsendeschluss 15.9.2016)

Die (bisher) besten Pommes frites aus dem Ofen

Zutaten für 2 Portionen:
3-4 mittelgroße, festkochende Kartoffeln
3-4 El Olivenöl
Salz

(1) Den Ofen auf 230°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Die Kartoffeln je nach Vorliebe nur waschen (Schale dran lassen) oder schälen. Die Kartoffeln erst der Länge nach in Scheiben schneiden, diese dann in schmale Pommesstreifen (ca. 1 cm). In einen Topf geben, mit Wasser bedecken und bei hoher Hitze auf den Herd stellen. Nach 10 Minuten – egal, ob das Wasser gekocht hat oder nicht – abgießen. Wenn es kochen sollte, dann die Temperatur runter stellen. Die Kartoffeln sollten sehr „al dente“ sein, aber nicht mehr knackig.
(3) Zwischenzeitlich auf einem Backblech 2-3 EL Olivenöl verteilen und im Ofen erhitzen. Das Öl sollte richtig heiß sein und sich schon fast von alleine auf dem Blech bewegt. Aber schon ein Auge darauf haben.
(4) Die Kartoffeln sofort nach dem Abgießen in einer Schicht auf dem Blech verteilen. Mit dem letzten EL Olivenöl beträufeln und leicht salzen. Für 20 Minuten in der Mitte des Ofens rösten. Dann die Kartoffeln wenden, so dass sie von allen Seiten gleichmäßig bräunen. Nochmals 5 Minuten drin lassen. Die Wendeprozedur noch 1 oder 2 mal machen. Hier waren sie nach 30 Minuten perfekt.
(5) Auf eine Platte geben, nochmals salzen, so lange sie heiß sind und ab dafür!

Genießen!

Quelle: Smitten KitchenOven fries

Kulinarisches Wochenende in Hamburg – We love Fish! Ein Kochkurs in Hensslers Küche

Am zweiten Tag unseres Hamburg-Wochenendes nahmen wir an einem Kochkurs in „Hensslers Küche“ teil, den ich dem Coladieb zum Geburtstag geschenkt hatte. Das ist eine Eventküche, betrieben von – Überraschung *g* – Steffen Henssler, die man buchen kann für Partys oder eben auch Kochkurse zu diversen Themen stattfinden.

Thema des Kurses war „We love Fish“ und es gab wirklich viel Fisch. Leider kamen wir verkehrs- und navibedingt prompt 30 Minuten zu spät, obwohl wir rechtzeitig aus dem Hotel losgefahren sind.

Wir wurden sehr nett von der Service-Dame begrüßt mit Sekt, den ich in Lavendellimo umwandeln ließ (Sorry, aber Alkohol in Getränkeform geht bei mir immer noch nicht…) und bekamen unsere Schürzen für den Kurs.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die Vorführung für die gesamte Gruppe zu sehen, wie die Lachstranche, die unter Folie gegart, vorbereitet wird. Eigentlich ganz einfach: Lachstranche auf Teller, salzen, pfeffern, Limonenabrieb rauf, etwas Pernod und ein Stück Butter. Dann fest in Frischhaltefolie verpacken und im 80°C warmen Ofen etwa 10-12 Minuten garen.

Nun bin ich ja kein Fan von warmem Lachs und war dementsprechend skeptisch. Kalter Lachs (roh, graved, geräuchert) ist total geil, aber gebraten mag ich ihn nicht wirklich. Dementsprechend gespannt, war ich auf das Ergebnis:

Und es war echt großartig! Sehr zarter, lauwarmer Lachs mit wunderbaren Aromen. Das werde ich wohl auch zu Hause mal machen!

Als zweites wurde uns gezeigt, wie man einen Fisch richtig filetiert und daraus dann, ich nenne es mal, frittiertes Sashimi macht. Dafür wurde eine ganze Dorade benutzt…

… deren Filets ich erstmal von der Mittelgräte trennte.

Der Coladieb übernahm dann das herausschneiden der letzten Gräten vom Bauchlappen und aus der Mitte. Dann wurde das Filet in dünne Streifen geschnitten und in einen Teller gelegt. Die beiden zuständigen Köche kamen dann mit brüllend heißem Olivenöl rum und träufelten eine ordentliche Menge über die Fischstreifen, wodurch dieser sozusagen schockgegart wurde. Dann wurden noch ein paar andere Saucen darüber geträufelt und zum Schluss eine Tomatensalsa verteilt.

Und was soll ich sagen, ein Träumchen! So unglaublich zarter Fisch, der wunderbar mit den Aromen des Öls, der Ponzusauce und der Tomatensalsa harmoniert. Hätte ich nie erwartet! (Merkt man, dass ich wenig Fischerfahrung habe? *g*) Und der Coladieb hat gute Arbeit geleistet, nicht die kleinste Gräte zu finden! (Sobald eine Gräte im Fisch ist, bin ich ja sofort raus aus der Fischgeschichte!)

Als dritten Gang durften wir Thunfischtatar zubereiten. Dafür ist eine Hauptzutat eine selbstgemachte Mayonnaise, die einer von uns Teilnehmern, der noch nie eine Mayo rührte, selbst machen musste. Aber ihr wisst ja durch das aufmerksame Lesen dieses kleinen Blogs wie es geht, oder (Eifreie Mayo oder die klassische Variante)? Diese Mayo wurde noch durch Sriracha (diese extrem fies scharfe Sauce, die es öfter beim asiatischen Imbiss gibt) und Togarashi (japanische, scharfe Gewürzmischung) verfeinert und zusammen mit einigen anderen Zutaten wie Gurken- und Selleriewürfelchen zu dem feingewürfelten Thunfisch gegeben.

Jeder von uns bekam sein eigenes Stückchen Thunfisch in Sashimiqualität und durfte sich dann sein eigenes Tatar schneiden:

Ich finde so Sachen kleinwürfeln ja immer sehr entspannend, fast schon meditativ. Immer der gleiche Bewegungsablauf und großartig nachdenken, muss man dabei auch nicht:

Dadurch, dass jeder seine eigene Portion zubereitete, konnte auch unterschiedlich intensiv gewürzt werden. Und so sah mein Endergebnis aus: Würziges Thunfischtatar mit pochiertem Ei.

Ein unglaublich leckeres Gericht! Der zarte Fisch mit den frischen Gemüsewürfelchen und der leichten Schärfe der Mayo, dazu das weiche, pochierte Ei. Es passte wunderbarst! Leider machten sich dabei schon leichte Ermüdungserscheinungen bei meinem Magen bemerkbar, so dass ich nicht alles aufessen konnte. So viel Eiweiß auf einmal ist mein Körper einfach nicht gewohnt … Der Coladieb übernahm dann meinen Rest, der ihm aber zu lasch gewürzt war. Ich bin halt eher ein Purist, wenn es um das Würzen geht, der Coladieb braucht ein wenig mehr Wumms. Er war auch so begeistert von diesem Tatar, dass er es die Woche darauf sofort nachbastelte und immer noch von der scharfen Mayonnaise schwärmt.

Das waren bisher erst die Vorspeisen, jetzt folgte der Hauptgang! Dafür wurde als wir noch nicht da waren eine ganze Lachshälfte mit vielen Kräutern und Zitrone in Zeitung gewickelt und das Ganze dann im Ofen gegart. Dazu wurde ein Kartoffelbrei gereicht, der von einer jungen Teilnehmerin zubereitet wurde:

Verfeinert wurde es mit Avocados, deren Fruchtfleisch der Coladieb hier gewissenhaft aus der Schale befreit und klein würfelte:

Dann durften die Herren, die den Fisch zubereiteten, ihn auch auspacken und waren alle ziemlich gespannt und hochkonzentriert:

So sah der Hauptgang dann in aller Schönheit aus mit dem hellgrünen Kartoffel-Avocado-Brei im Hintergrund:

Und das war meine Portion. Ich konnte einfach nicht mehr essen … Schon lecker, frisch und kräuterig der Lachs, aber für mich schon zu durch, wobei das ist mein höchsteigenes Problem *g* Für Leute, die warmen Lachs mögen und mal für viele Gäste kochen möchten, kann ich das nur empfehlen. Gut vorzubereiten und köstlich!

Als Dessert wurde von den beiden Köchen Nico und Pierre eine Monsterportion karamellisierten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster gekocht, während wir Teilnehmer so langsam ins Fresskoma fielen ;-) Ich nutzte die Zeit, um mich angenehm mit Pierre zu unterhalten.

Der Kaiserschmarrn war sehr lecker, besonders die knusprigen Ecken mit den karamellisierten Zucker *hachz*:

Aber auch das war zu viel und so verspeiste die Lieblingscousine, die mittlerweile gekommen war, um mich abzuholen (den Rest des Wochenendes verbrachte ich bei und mit ihr) den köstlichen Rest.

Nach vier Stunden war der Kochkurs beendet und ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, ich habe einige neue Sachen gelernt und auch Sachen und Zubereitungsweisen gekostet, die ich als Fischskeptiker noch nicht kannte und die mich begeisterten. Die Köche wirklich nett und kompetent, der Service unglaublich aufmerksam. Der Coladieb und ich würden das glatt nochmal machen :-)

Hensslers Küche
Neumühlen 1
22767 Hamburg

Lieblingscousine und ich spazierten noch ein wenig am Museumshafen rum, auch damit ich nach den ganzen Informationen und Menschen und Gekoche den Kopf frei bekam. Und was dümpelte dort im Wasser rum? Der Eisbrecher Stettin, den ich im August schon auf der Hanse Sail in Rostock sah, als wir rüber nach Dänemark schipperten.

Auch der Blick zu den Kränen ist ein klein bisschen beeindruckend! ;-)

Wir retten … den einfachsten und schnellsten Flammkuchen der Welt

 

Das Herbst ist lässt sich ja nun nicht verleugnen, erst war er noch angenehm warm und tatsächlich golden, die letzten Tage war er typisch ungemütlich grau und verregnet. Und jetzt ist genau die richtige Zeit für leckere Flammkuchen, Zwiebelkuchen und Konsorten, die Zwiebeln sind reif und voll im Saft (beißen auch ordentlich in den Augen), das Kraut frisch. Perfekt um sich selbst mit diesen Köstlichkeiten zu verwöhnen.

Aber immer weniger Leute machen dies nicht. Also ja, es ist Ihnen gewahr, dass diese Zeit des Jahres ist, vielleicht nur durch die Werbung, aber selbst eine dieser Köstlichkeiten zuzubereiten, kommt Ihnen nicht in den Sinn. Stattdessen wird sich mit komplett oder halbfertigen Varianten aus der Tiefkühltruhe oder dem Kühlbereich des Supermarktes begnügt. Auch in der Kuchenzutatenabteilung finden sich Pulverformen, bei denen man aber trotzdem noch die wesentlichen Zutaten wie Flüssigkeit und Zwiebeln zufügen muss. Sinnlos meiner Meinung nach. Und mit lauter Zutaten, die kein Mensch braucht, lest Euch ruhig mal die Zutatenliste dieser Fertigprodukte durch. Gruselig!

Dabei ist es so einfach köstlichen Flammkuchen zu machen und schnell noch dazu. Auch Leute, die von sich denken, kein gutes Hefekarma zu haben, brauchen hier keine Angst haben: dieser Flammkuchenteig besteht nur aus Mehl, Salz, Öl und Wasser. Er muss nicht mal ruhen, sondern kann gleich weiter verarbeitet werden. Perfekt für den Feierabend oder auch als Flammkuchen-Party in größerer Runde. Den Teig und die Beläge vorbereiten und so kann sich dann jeder aussuchen, was er möchte. Im Ofen braucht so ein dünner Flammkuchen nur noch 10 Minuten und kann dann genossen werden. Ihr seht, völlig unkompliziert das alles! Probiert es ruhig mal aus!

Flammkuchen-Grundteig

Zutaten für 2 Portionen:
100 g Weizenmehl
100 g Dinkelmehl
Salz
3 EL Rapsöl
125 ml Wasser

Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und weiter nach Bastelanleitung verarbeiten. Falls man doch nur 1 Portion machen will, lässt sich der restliche Teig in Frischhaltefolie eingewickelt, gut bis zu 1 Woche im Kühlschrank aufbewahren.

Apfel-Zwiebel-Flammkuchen

Zutaten für 1 Portion:
1/2 Portion Flammkuchen-Teig

2-4 TL Creme fraiche oder Schmand
Salz, Pfeffer
1,5 Äpfel, entkernt in dünnen Ringen
1/2 Zwiebel, in feinen Halbringen
ca. 75 g Ziegenfrischkäse oder geriebener Emmentaler
abgezupfte Blättchen einiger Zweiglein Thymian

(1) Den Ofen so heiß vorheizen wie es geht. Dabei das Blech mit vorheizen.
(2) Den gekneteten Flammkuchen-Teig auf einem Backpapier so dünn wie möglich ausrollen. Mit dem Schmand bestreichen, salzen und pfeffern. Die Apfelringe darauf verteilen, möglichst ohne Überlagerungen. Dann die Zwiebeln drüber geben und den Ziegenkäse drauf bröckeln.
(3) Vorsichtig auf das heiße Backblech setzen und etwa 10 Minuten backen, bis der Rand braun ist und der Käse etwas Farbe genommen hat. Herausnehmen, den Thymian verteilen und

genießen!

Weitere Vorschläge für Beläge:

  • Zwiebel + Speck
  • Zwiebel + Apfel + Speck (im Bild auf der rechten Hälfte)
  • Champignons + Feta
  • Lachs + Zwiebel + Dill (im Bild auf der linken Hälfte)
  • dünne Kürbisstreifen + Apfel + Rosmarin
  • … Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Auch andere aus unserer kleinen Rettungstruppe haben Flammkuchen, Quiches und Co. gerettet. Hier geht es zu ihren tollen, einfachen Rezepten (wird nachgereicht):

Sommer für den Winter: Ratatouille

Noch so ein Sommerklassiker, den ich erst spät im Leben zu schätzen lernte: Ratatouille. Ich weiß noch, als ich es das erste Mal probierte, war ich eher minderbegeistert. Kann auch mit meiner damaligen Abneigung gegen Auberginen zu tun haben, ein Konsistenzproblem ;-) Aber je öfter ich es aß, desto begeisterter wurde ich. Und dann so begeistert, dass ich es tatsächlich das ganze Jahr über verfügbar haben wollte und eine große Portion einkochte.

Orientiert habe ich mich an einem Rezept von Steph vom „Kleinen Kuriositätenladen„, bei dem das Gemüse klein gewürfelt im Ofen gegart wird und dann mit der Sauce im Topf vermischt wird. Nach dem ersten Kosten, war ich wieder nicht soo umwerfend begeistert, aber das Ratatouille brauchte einfach ein bisschen Zeit zum Entfalten seiner Aromen im Glas. Mittlerweile mag ich es wirklich sehr und esse es oft einfach nur zu einem kleinen Stück gebratenen Halloumi oder zu Pasta. Wenn die geneigte Leserschaft diesen Klassiker der französischen Küche mag, solltet Ihr mal über eine Einkochaktion nachdenken. Es funktioniert super und auch damit rettet man sich noch ein bisschen Sommer in den Winter rüber :-)

Ratatouille im Glas

Für ca. 3 l:
2 rote Paprika
2 gelbe Paprika
2 größere Auberginen
2 mittelgroße Zucchini
3 Knoblauchzehen
3 rote Zwiebeln
Salz, Pfeffer
Olivenöl
einige Zweige Thymian
einige Zweige Rosmarin
1 800 g-Dose Tomaten
1 420 g-Dose Tomaten
1 EL Paprikapaste
1 EL Apfelessig
1 EL Zucker

Weck-Gläser samt Deckel, Gummiringen und Metallklammern
großen Topf/Töpfe zum Einkochen
altes Küchentuch

(1) Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Das Gemüse waschen, putzen und klein würfeln. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen häuten, die Zwiebeln fein würfeln, den Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Alles auf einem großen Backblech verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen, die Thymian- und Rosmarinzweige darauf verteilen, mit etwas Olivenöl besprenkeln.

(3) Auf der mittleren Schiene 30-45 Minuten backen, dabei einmal das Gemüse „wenden“.
(4) Währenddessen die Sauce zubereiten. In einem wirklich großen Topf die Tomaten geben und mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Das Paprikamark einrühren und bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Es sollte ziemlich stark einkochen, damit das Ratatouille nachher nicht zu suppig ist. Mit Essig und Zucker abschmecken. Das gegarte Gemüse ohne die Kräuterzweige zur Sauce geben, gut durchrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Kurz aufkochen lassen.

Wenn Ihr wollte könnt Ihr sofort mit dem Einwecken des heißen Ratatouilles weiter machen, aber auch in eine große Schüssel umfüllen, im Kühlschrank zwischenparken und am nächsten Tag einwecken.

(5) Ratatouille aus dem Kühlschrank holen, damit es nicht mehr so kalt ist. Jetzt die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab. Den Einkochautomaten oder großen Topf bereit stellen, in den die Gläser passen.
(6) Wenn die Gläser nur noch lauwarm sind, das Ratatouille vorsichtig einfüllen (1-2 cm Platz zum Rand lassen), die Ränder der Gläser sauber wischen. Die Deckel mit den Gummiringen und den Metallklammern wie hier gezeigt befestigen. Den Topf mit einem alten Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen. Die Gläser hinein stellen. Je nachdem, ob ihr das Gemüseragout heiß oder kalt eingefüllt habt, so viel heißes oder kaltes Wasser dazu gießen, dass die Gläser zu 3/4 im Wasser stehen. Den Deckel aufsetzen und den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen. Sobald das Wasser kocht 30 – 40 Minuten einkochen, dabei die Hitze auf Stufe 2 von 6 zurück stellen und darauf achten, dass das Wasser noch mindestens leicht wallend im Topf brodelt.

Im Einkochautomaten: 30-40 Minuten bei 90-95°C einkochen.

(7) Sobald die Zeit rum ist, die Gläser aus dem Topf nehmen, auf einem Holzbrett an einem zugfreien Ort komplett abkühlen lassen. Die Klammern abnehmen und die Gläser am Deckel haltend testen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war. Wenn ja, beschriften und ab ins Regal. Wenn noch ein Glas offen sein sollte, im Kühlschrank lagern und schnell verbrauchen.

Meine Gläser halten jetzt schon länger als 1 Jahr, es kommt natürlich immer darauf an, wie sauber Ihr arbeitet, also keine Garantie meinerseits.

Genießen!

Quelle: nach Kleiner KuriositätenladenAllround-Ratatouille

Sommer für den Winter: Klassisches Pflaumenkompott

Noch findet man doch heimische Pflaumen/Zwetschgen, oder? Ich liebe ja Pflaumen und auch das klassische Pflaumenkompott. Am liebsten esse ich es zu Milchreis oder Grießbrei, aber es passt auch wunderbar zu Pancakes. Ja sicher, man kann es auch im Supermarkt kaufen, aber wenn man es selbst macht, kann man mit unterschiedlichen Gewürzen spielen. Du magst keine Nelken? Lass sie weg! Hast lieber ein wenig fruchtige Ingwerschärfe? Rein damit!  Und letztendlich auch wieder: ich weiß, was drin ist! Keine komischen Zusatzstoffe, keine künstlichen Aromen, keine Süßstoffe.

Und dieses Kompott ist, wie eigentlich alle klassischen Obstkompotte, wirklich einfach zu machen: geputzte, halbierte Pflaumen in das Glas schichten, Gewürze dazwischen, mit einem gekochten Wasser-Zucker-Sirup auffüllen, Deckel drauf und 30 Minuten einkochen. Voila! Schon ist wieder ein Stückchen Sommer in den Winter hinüber gerettet! Für die nächste Saison suche ich schon nach neuen, vielleicht etwas ausgefalleneren Varianten. Seid gespannt!

Klassisches Pflaumenkompott

Zutaten für 1,5 l:
1 kg Zwetschgen (die länglichen Pflaumen)
1 Nelke pro Glas
1 kleines Stück Zimtstange pro Glas
1 Stückchen Sternanis pro Glas
500 ml Wasser
250 g Zucker

3 Weck-Gläser à 500 ml samt Zubehör
oder 2 x 500 ml Gläser und 2 x 290 ml Weck-Gläser
großer Topf, in den alle Gläser reinpassen

(1) Die Pflaumen waschen, trocknen, längs halbieren und Stein entfernen. Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und so lange kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zur Seite stellen. Die Gewürze bereit legen.
(2) Jetzt die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab.
(3) Die Pflaumen eng in die Gläser schichten, zwischendurch je 1 Stück der Gewürze pro Glas geben. Zum Schluss die Gläser zur Hälfte bis zwei Drittel mit dem Zucker-Wasser-Sirup auffüllen. Die Glasdeckel und Gummiringe aus dem Wasser holen. Die Gummiringe auf den Glasdeckel ziehen, auf die Gläser setzen mit mindestens zwei gegenüber liegenden Metallklammern befestigen.
(4) In den großen Topf ein altes Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp legen. Die Gläser hineinstellen. Wenn der Inhalt der Gläser kalt ist, kaltes Wasser zugießen, wenn er lauwarm ist, lauwarmes Wasser. So viel Wasser zugießen bis die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel aufsetzen. Den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen und sobald das Wasser kocht, 30 Minuten einkochen lassen. Dabei den Herd auf Stufe 2 von 6 zurück stellen.
Im Einkochautomaten: Wasser wie oben beschrieben und dann bei 90°C 30 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit um ist, die Gläser aus dem Wasser holen und auf einem Holzbrett an einem zugfreien Ort vollständig abkühlen lassen. Die Metallklammern entfernen und durch Anheben am Deckel prüfen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war. Wenn ja, beschriften und ab damit ins Vorratsregal. Wenn ein Glas offen geblieben sein sollte, schnell verbrauchen und im Kühlschrank aufbewahren oder nochmals einkochen.

Genießen!

Und bei noch mehr Informationsbedarf zum Thema „Einkochen“ einfach hier klicken!

Eine alte, bewährte Technik – Die Grundlagen des Einkochens

Warum überhaupt einkochen?

Es ist Spätsommer oder Frühherbst, je nach Definition und Außentemperatur. Eigentlich die schönste Jahreszeit, oder? Jetzt sind richtig viele Gemüsesorten reif: Tomaten, Paprika, Bohnen und Zucchini. Die ersten Winterkürbisse wie Hokkaido, Muskat oder Butternut werden geerntet. Vom Obst reden wir gar nicht: Pflaumen/Zwetschgen, Äpfel sind voll in Saison, Birnen und natürlich Weintrauben. Manch ein Kleingärtner stöhnt in leichter Verzweiflung unter den Mengen, die da auf einmal reif werden. Ja, man kann vieles einfrieren, Obst gerne im geputzten Rohzustand, Gemüse kurz blanchiert. Aber bei dem ein oder anderen der geneigten Leserschaft, so auch bei mir, ist das Tiefkühlfach aber eher klein geraten, so dass die ganzen Köstlichkeiten gar nicht reinpassen (neben den essentiellen Sachen wie Eiscreme, Brot oder rohem Fleisch). Darum beschäftigte ich mich schon etwas länger mit dem Thema „Einkochen“, also dem Haltbarmachen von diversen Sachen in Gläsern durch Hitze von außen und habe letztes Jahr aktiv damit begonnen. Ich besorgte mir die richtigen Weck-Gläser mit Glasdeckel und Einkochringen, das Weck-Einkochbuch. Große Töpfe, in denen ich die Gläser einkochen wollte, hatte ich eh schon. Also ein paar Rezepte ausprobiert und was soll ich sagen. Es funktionierte einwandfrei! Ein- oder zweimal blieb ein Glas offen, aber das wurde ganz schnell aufgebraucht. Ansonsten finde ich das Konzept unglaublich praktisch, weil ich mehr Platz in Regalen als im Tiefkühler habe und bei akutem Hunger gepaart mit Kochunlust, ich nur ein Glas öffnen und warm machen und nicht schon morgens ans Auftauen denken muss. Letztendlich ist es auch gar nicht so aufwendig, wie man denken könnte und wie ich auch jedes Mal feststelle, wenn ich mich dann mal aufraffe :-)

Und weil ich weiß, dass der ein oder andere ein paar Manschetten vor dem Einkochen hat, möchte ich Euch hier erklären wie es geht, was man braucht, wie ich es mache und es für mich gut funktioniert – einfach die wichtigsten Grundlagen. Ich hoffe der geneigten Leserschaft dadurch ein wenig die Angst davor zu nehmen und Euch auch unabhängig zu machen von der Gewürzgurken- oder Apfelmus-Mafia *g* Denn seien wir mal ehrlich, oftmals sind in diesen grundlegenden Sachen, die man im Supermarkt kaufen kann, Sachen drin, die kein Mensch braucht. Wieso packt die Gewürzgurken-Mafia künstlich-industriell hergestellte Aromen und Zuckerersatzstoffe in ihre Gurkengläser anstatt ein paar Wacholderbeeren oder Pimentkörner. So bin ich unabhängig und weiß genau, was da drin ist!

Was kann eingekocht werden?

Eigentlich alles! Natürlich denkt man dabei erst an Klassiker wie Obstkompott (Kirsche, Heidelbeeren, Pflaume), Saft oder Tomatensauce, aber auch für ganze Gemüsegerichte wie Ratatouille oder mein heißgeliebtes ungarisches Letscho, kann die Saison verlängert werden. Auch andere Obstklassiker wie Apfelmus oder die amerikanische Version der würzigen Apple Butter kann man so haltbar machen und dann spontan zu Pancakes oder Kartoffelpuffer genießen.

Aber auch Fleischgerichte wie Bolognese, Rouladen, Gulasch und Konsorten lassen sich super einwecken. Bei mir passiert es öfter, dass ich Bolognese aus 1 kg Hackfleisch köchele und den Rest dann einwecke. Ich wecke auch einfach Reste von Gerichten ein, selbst, wenn es nur zwei Gläser werden. Dafür ist das ganze noch unaufwendiger, weil man nur einen kleineren Topf braucht. Natürlich brauchen diese Gerichte eine längere Einkochzeit, aber da muss man ja nicht daneben stehen und Pom Poms schwingen ;-)

Auch Sirup, Chutney und Marmelade können gut eingekocht werden. Ja, eigentlich muss man sie nur heiß in Twistoff-Gläser (die mit dem normalen Drehdeckel) füllen, aber diese besitze ich kaum noch… Und Kuchen angeblich auch, habe ich noch nicht ausprobiert, kommt demnächst aber definitiv dran :-)

Ihr merkt, man kann wirklich viel einkochen, aber bei weitem nicht alles. So sollten Saucen ohne Milch- und/oder ohne Mehlprodukte sein, sprich ungebunden, weil diese Zutaten in den Gläsern schnell gären und die eingekochten Gerichte dadurch verderben, was doch schade wäre, oder? Auch grüne Bohnen sollen sehr zickig sein, denn durch einen Inhaltsstoff sollte man die Bohnen zweimal für je 120 Minuten einkochen und selbst dann ist die Gefahr, dass die Gläser sich durch verderben wieder öffnen, sehr groß. Also Bohnen lieber einfrieren :-)

Utensilien – Gläser und Co.

So, und was braucht man jetzt alles zum Einkochen? Nicht viel. Natürlich die Gläser, die es in den unterschiedlichsten Formen und Größen gibt. Ich benutze am häufigsten die mit mit 290 ml und 580 ml Inhalt. In das kleinere passt bequem eine Portion von Bolognese rein, in das größere zwei. Zwerg benutzt gerne noch kleinere Gläser für selbstgemachten Ketchup und Currysauce, damit er nach Anbruch des Glases schneller verbraucht werden kann und nicht schimmelt. Wer mag und eine Großfamilie zu versorgen hat, entscheidet sich vielleicht eher für 0,75l- oder 1l-Gläser. Auch gibt es hübsche Flaschen in unterschiedlichen Größen, die sich super für Brühe, Ketchup, Ajvar u.ä. eignen.

Natürlich benötigt ihr auch noch passende Glasdeckel und Gummiringe, sowie die Metallklammern zum Verschließen der Gläser beim Einkochen. Wenn die geneigte Leserschaft die Gläser online in einem der diversen Onlineshops kaufen möchte (Amazon, Weck-Shop, „Gläser und Flaschen“ oder Einkochzeit.de), sind es meist ganze Sets oder es steht explizit dabei, welche Größe an Ringen man benötigt. In Haushaltswarenläden vor Ort steht einem sicherlich das Verkaufspersonal gerne beratend zur Seite. Auch sind oftmals die gleiche Deckel-/Ringgröße für unterschiedlich große Glasvolumen passend, die Deckel und Gummis für 580 ml-Gläser passen auch bei 370 ml- und 750 ml-Gläser. Da hat sich schon jemand erfreulicherweise Gedanken gemacht!

Natürlich kann man auch in Gläsern mit den normalen Schraubdeckeln (Twist-Off Gläser) einkochen, aber die Deckel müssen nach zwei bis drei Nutzungen ausgetauscht werden, da ihre innere Beschichtung sich dann löst und sie nicht mehr dicht sind. Außerdem ist nicht so leicht erkennbar, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, weil die leichte Deckelhalt-Probe nicht geht. Also ich koche nur noch in Weck-Gläsern ein und auch Zwerg ist nach ein paar unerfreulichen Erlebnisse mit verdorbenem Letscho, darauf umgestiegen.

Als extremst praktisch stellte sich für mich der Glasheber (im Bild ganz links) heraus, weil ich zumindest äußerst ungern mit bloßen Fingern in kochend heißes Wasser greife, um die fertig eingekochten Gläser herauszuholen. Die kleine Investition hat sich definitiv gelohnt! Auch so ein Trichter mit breiter Öffnung ist sehr praktisch, wenn es darum geht Ketchup o.ä. in die Flaschen abzufüllen. Natürlich benutze ich es auch für Marmelade und Sirup, wenn man das kochend heiße Zeug nicht auf der gesamten Arbeitsfläche und den eigenen Klamotten haben will. Nicht dringend notwendig, aber nett, um Gläser sicher im Kühlschrank aufzubewahren, falls man nicht sofort alles verbraucht, sind diese weißen Plastikdeckel. Zusätzlich zum Einkochen benutze ich noch ein einfaches, digitales Bratenthermometer, mit dem ich auch fix mal kontrollieren kann, ob die richtige Einkochtemperatur schon erreicht ist.

Zum Einkochen selbst reicht ein großer Topf mit Deckel, in dem die Gläser reinpassen, ich benutze gerne dafür meinen ovalen, gußeisernen Topf, in den locker-flockig vier der 580 ml-Gläser passen oder der runde Topf mit 5 l Inhalt, in den immer noch 3 drei Halblitergläser kuschelig Platz haben. Da sich abgezeichnet hat, dass meine Einkochliebe länger halten wird, habe ich mir Anfang diesen Jahres einen kleinen strombetriebenen Einkochautomaten von Severin zugelegt:

Ich brauche keinen großen Einkochautomaten, weil ich kräftebedingt eh nie so wahnsinnig viel gleichzeitig einkoche, und wenn das wider Erwarten doch passieren sollte, kann ich ja immer noch parallel im normalen Topf auf dem Herd einwecken. Also, wenn es Euch Spaß macht, denkt ruhig mal darüber nach, aber bei kleinen Einkochaktionen ab und an, funktioniert es auch einwandfrei im Topf auf dem Herd!

Das Einkochen an sich!

Wieso funktioniert das Haltbarmachen durch Einkochen eigentlich theoretisch?

Durch das Erhitzen des mit Glasdeckel, Gummiringen und Federklammern verschlossenen Glases samt Inhalt im Wasser entsteht ein Überdruck, durch den Luft, Dampf und manchmal auch Flüssigkeit zwischen Glasdeckel und Gummiring herausgedrückt werden. Gleichzeitig kann aber keine Luft oder Wasser von außen nach innen gelangen. Dadurch entsteht nach dem Einkochen beim Erkalten innerhalb des Glases ein Unterdruck und der Glasdeckel mit Gummiring wird durch den Normaldruck der Außenluft (also das normale um uns herum) auf das Glas gepresst und bewirkt dadurch einen festen und dauerhaften Verschluss des Einkochglases. Voilà!

Und wie geht das jetzt praktisch vonstatten?

Ich habe so ein paar Grundsätze festgestellt, die ich gerne mit Euch teilen möchte. So hat sich Einkochen für mich als sehr gut praktikabel herausgestellt und auch ein Jahr später kann ich sagen, dass die Deckel noch bombenfest auf den Gläsern sitzen und sich bisher noch kein Schimmel breit gemacht hat. Aber natürlich gebe ich keinerlei Garantie, weil es ja immer darauf ankommt, wie jeder individuell arbeitet.

Goldene Regel Nr.1: Sei organisiert!

Ich finde nichts ist schlimmer, als mitten im Einkochen festzustellen, dass zu wenige Gläser vorbereitet wurden oder überhaupt zu wenig Gläser da sind. Also vorher mal fünf Minuten investieren und überschlagen, wieviel Liter an Einkochgut verarbeitet wird und dann entsprechend viele Gläser samt Deckel, Gummiringen und Metallklammern raussuchen. Lieber ein oder zwei Gläser zu viel vorbereiten, als dann am Ende nochmal panisch welche zu suchen. Auch empfiehlt es sich die unvorbereiteten Gläser mal in den Topf zu stellen, in dem man plant, die Gläser einzukochen. Einfach um abschätzen zu können, ob alles reinpasst, ob man vielleicht noch einen zweiten Topf dazu nehmen muss. Wenn ihr die Gläser samt Zubehör zusammen sammelt, prüft auch gleich durch vorsichtiges darüber streichen, ob die Gläser und Glasdeckel noch heil sind und nicht vielleicht mal ein Stückchen abgeplatzt ist, weil sie durch solche kleinen Fehler nicht mehr richtig schließen können. Bei den Gummiringen gucken, ob sie nicht zu ausgeleiert und/oder porös sind.

Stellt auch gleich sicher, dass genug Platz auf Eurer Arbeitsfläche ist, um die Gläser, Deckel und Ringe nebeneinander stellen zu können und gleichzeitig noch das Einkochgut bequem einzufüllen ist. Organisiertsein rockt!

Goldene Regel Nr.2: Sauber arbeiten – Vorbereitung der Gläser

Es ist wichtig, dass die Gläser richtig sauber sind. Ich gehe davon aus, dass ihr sie nach der letzten Benutzung abgewaschen in den Schrank stellt. Ich waschen sie nochmal kurz mit dem heißesten Wasser, dass aus meinem Hahn kommt und Spülmittel mit Hilfe eines Lappens aus und spüle sie dann gründlich mit klarem, heißem Wasser aus. Mit der Öffnung nach unten stelle ich die tropfnassen Gläser auf das Rost in den kalten Ofen. Der wird dann auf 120-150°C Ober-/Unterhitze gestellt und sobald die Temperatur erreicht ist, 15 Minuten die Gläser gut durcherhitzen lassen, damit alle Mikroorganismen abgetötet werden. Die Gläser dann herausnehmen und auf ein Holzbrett o.ä. abstellen. Nicht auf eine Glas- oder Metalloberfläche, weil die Gläser durch den Temperaturunterschied schnell platzen können. Während die Gläser im Ofen sind, die Glasdeckel und Gummiringe in einen Topf geben und mit Wasser bedecken, einen kleinen Schluck Essig zugeben. Auf dem Herd abgedeckt aufkochen und mindestens 5 Minuten kochen lassen. Danach können die Sachen im Topf bleiben bis sie gebraucht werden.

Goldene Regel Nr. 3: Richtig Abfüllen und Verschließen

Jetzt stellt sich die Frage, ob Ihr das Einkochgut warm oder kalt einfüllen wollt, es geht beides (außer bei Marmelade). Ich koche meine Sachen meist kalt ein, weil ich nach dem Vorbereiten/Zubereiten des Einkochgutes oft nicht mehr die Lust und Kraft habe, es noch komplett fertig einzukochen. Also fülle ich es um und parke es bis zum nächsten Tag im Kühlschrank. Während ich die Gläser vorbereite, hole ich das Einkochgut aus dem Kühlschrank und lasse es ein bisschen Raumtemperatur annehmen. Natürlich dürfen die Gläser dann nicht sofort, wenn sie heiß aus dem Ofen kommen mit dem kalten Einkochgut befüllt werden, weil sie sonst platzen, ich warte meist so 20-30 Minuten bis die Gläser nur noch lauwarm sind. Kurz bevor ich einfülle, lege ich auf einem sauberen Brettchen auch die Glasdeckel und Gummiringe bereit, damit sie nach dem Einfüllen auch gleich auf das Glas können. Das sieht dann meist so bei mir aus:

Das Einkochgut mit Hilfe eines großen Löffels und/oder des Trichters gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Obst und Gemüse können meist bis zum Rand eingefüllt werden, Fleischgerichten sollte man 2-3 cm Platz zum Rand lassen. Vom Fleisch können sich leicht Fasern lösen (oder schon in der Sauce herum schwimmen), die dann, wenn sich das Einkochgut durch die Hitze ausdehnt, zwischen Glasdeckel und Gummiring verklemmen und sich das Glas dadurch nicht verschließen. Das ist auch der Grund, warum extrem sauber am Glasrand gearbeitet werden muss und keine Essensreste zurück bleiben dürfen. Nach dem Einfüllen nochmal alle Glasränder mit einem sauberen Küchentuch abwischen.

Dann wird der Gummiring auf den Glasdeckel gezogen und dann auf den Glasrand gesetzt. Dann werden mindestens zwei der Federklammern auf gegenüberliegenden Seiten des Glases befestigt:

Goldene Regel Nr. 4: Richtig Einkochen

Jetzt kommt das Glas in den Topf, wofür auf den Boden des Topfes zwei Lagen Küchenkrepp oder ein altes Geschirrtuch gelegt wird, damit die Gläser stabiler stehen und falls sie sich durch das kochende Wasser bewegen, nicht so laut sind oder sich eventuell gegenseitig beschädigen. Die Gläser reinstellen und dann das Wasser auffüllen. Dabei ist zu beachten, dass das Wasser ungefähr dieselbe Temperatur hat wie das Einkochgut. Wenn ihr Sachen kalt abfüllt, dann kaltes Wasser zugießen, wenn Ihr es gleich nach dem Kochen heiß abfüllt, muss das Wasser im Topf heiß sein. Das hat den Grund, dass das Wasser außen und das Einkochgut im Glas zur relativ gleichen Zeit anfangen sollen zu kochen, sonst kommen die Einkochzeiten nicht hin.

Das Wasser darf aus diesem Grund auch nicht zu schnell kochen, deswegen stelle ich den Herd auf Stufe 4 von 6. Sobald das Wasser, die im Rezept angegebene Temperatur erreicht hat (oder im Zweifelsfall kocht), stelle ich die Temperatur auf Stufe 2 von 6 runter, so dass es unter dem Deckel noch leicht kocht. Ab dann zählt die Einkochzeit!

Außerdem sollte beachtet werden, dass die Gläser mindestens zu 3/4 im Wasser stehen. Natürlich können Gläser auch übereinander gestapelt werden, wenn der Topf groß genug ist. Selbst dann muss das oberste Glas zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Dabei stört es nicht, dass andere Gläser komplett im Wasser stehen, es wird kein Wasser von außen in die Gläser laufen.

Nachdem die Zeit abgelaufen ist, die Gläser sofort auf aus dem Topf nehmen und auf einem Holzbrett o.ä. abstellen und (ohne Zugluft) abkühlen lassen. Nicht auf einer Glas- oder Metallfläche stellen, weil durch den Temperaturunterschied die Gläser platzen können. Sobald sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen und prüfen, ob das Glas verschlossen ist. Dafür einfach am Deckel hoch heben. Ihr erkennt auch an der Lasche des Gummirings, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, weil sie dann nach unten zeigt, wie im folgenden Bild:

Die fertig eingekochten, verschlossenen Gläser ohne die Klammern in einen Vorratsschrank stellen.

Wie lange muss ich was einkochen?

Das ist sehr unterschiedlich. Sirup, Marmelade oder Chutneys, die von Haus aus schon mit genug natürlichen Konservierungsmitteln wie Zucker, Salz und/oder Essig versetzt sind, brauchen nur kurze Einkochzeiten um die 10 Minuten (natürlich nachdem das Wasser kocht), Pflaumen-, Kirsch- oder Heidelbeerkompott aus rohen Früchten braucht dagegen schon 30 Minuten, auch fertige Gemüsegerichte sollten mindestens 30 Minuten einkochen, damit alle  fiesen Bakterien und Schimmelpilzsporen abgetötet werden. Es gibt allerdings auch Gemüsesorten, besonders die bodennah wachsen, die länger eingekocht werden müsse, wie zum Beispiel Kohl oder Bohnen. Auch Fleisch muss länger eingekocht werden, in wirklich kochendem, also 100°C heißem Wasser und dann mindestens 75 bis 120 Minuten lang. Ich bin da auch sehr vorsichtig und halte mich akribisch an die Einkochzeiten, weil ich keine Lust auf eine Lebensmittelvergiftung oder gar lebensbedrohlichen Botulismus habe. Deswegen lieber 15 Minuten länger als zu kurz und mit unangenehmen Folgen.

Deshalb auch nochmals, wenn sich ein Glas nicht geschlossen haben sollte, es im Kühlschrank aufbewahren und so schnell wie möglich essen. Und wenn die geneigte Leserschaft nach ein paar Wochen oder Monaten mitbekommt, dass sich ein Glas geöffnet hat, den Inhalt sofort und komplett entsorgen! Ich bin nur um Eure Gesundheit besorgt!

Aber trotzdem keine Angst, wenn Ihr Euch an die Zeiten in den Rezepten haltet, sollte nichts passieren. Ein guter Ratgeber ist, wie schon erwähnt, auch das Weck-Einkochbuch, an die Zeiten dort sollte man sich mindestens orientieren.

Aufbewahrung

Die eingekochten Gläser müssen nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, ideal wäre natürlich ein dunkler, kühler Keller. Da ich den aber nicht habe, hab ich meine Sachen in Regalen und Schränken im Flur. Sonnenlicht sollte nicht direkt drauf fallen, da dadurch Inhaltsstoffe (Vitamine etc.) zerstört werden können und es auch die Farbe des Einkochgutes verändert (siehe das Apfelmus oben).

Wie schon oben erwähnt werden die Gläser ohne die Klammern in den Schrank gestellt, so können sie zum einen besser gestapelt werden, zum anderen bemerkt man schneller, ob sich ein Glas durch Verderben geöffnet. Deswegen sollte man auch von Zeit zu Zeit die Gläser kontrollieren, ob sie noch geschlossen sind. Wenn eins sich im Laufe der Monate doch öffnet, den Inhalt sofort entsorgen und das Glas samt Deckel und Gummiring sorgfältig reinigen.

Ich möchte keine Garantie über die Haltbarkeit des Inhalts geben, weil es doch sehr auf die Arbeitsweise des Einzelnen ankommt, aber wenn die geneigte Leserschaft sauber arbeitet und sich an die Einkochzeiten sowie -temperaturen hält, sind die meisten Sachen 1 Jahr und länger haltbar. Aber auch das gebe ich in den Rezepten an, erst Recht, wenn die Haltbarkeit kürzer sein sollte.

Rezeptideen, wenn ihr sofort loslegen wollt

Habt ihr Feuer gefangen und wollt sofort anfangen? Noch finden sich tolle Herbstfrüchte im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt und diese Sachen wurden schon mit genauer Einkochbeschreibung verbloggt:

Aber keine Angst, es kommen demnächst noch mehr Rezepte. Möchtet ihr auch, dass ich das Einkochen von Sachen wie Bolognese, Rinderrouladen, Rotkohl, Brühe nochmals in einem gesonderten Beitrag genauer beschreibe mit Zeiten, Temperaturen etc. oder soll ich lieber die Beiträge, in denen ich die Rezepte niedergeschrieben habe, um die Zeiten/Temperaturen ergänze?

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig die Grundlagen vermitteln und ein bisschen Lust auf diese alte, aber bewährte Technik machen! Probiert es ruhig aus, es ist nicht schwer und macht sogar Spaß! Und am Ende hat man Vorräte, von denen man genau weiß, was drin ist und wie köstlich sie sein werden :-)

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