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Ersoffene Wurst – Utopenci

Ist die geneigte Leserschaft auch so ein Abendbrot-Fan wie ich? Das hat sich bei mir erst entwickelt, seit sich mein Immunsystem gegen mich verschworen hat. Irgendwie brauche ich nicht mehr so oft warmes Essen, morgens Müsli und abends das klassisch deutsche Abendbrot bekommen mir gut. Aber manchmal ist es sehr praktisch, wenn was im Kühlschrank, dass nur so pur auf eine Scheibe Brot gelegt werden kann, ohne extra zu schmieren.

Zu einer solchen Variante gehört das tschechische „Utopenci“, zu deutsch „Ersoffene“. Damit ist dünn aufgeschnittene Wurst gemeint, die abwechselnd mit Zwiebeln in ein Glas geschichtet und mit einem würzigen, süß-sauren Essigsud übergossen wird. Man hat also einen Wurstsalat auf Vorrat im Kühlschrank, der sich auch ein bisschen hält und kann sich bei Gelüsten einfach aus dem Glas bedienen. Sehr praktisch, wie ich finde!

Die Vorbereitungen sind schnell gemacht, nur dürfen die Wurst- und Zwiebelscheiben nicht zu dick sein. Die Zwiebel hab ich schnell über den Hobel gezogen, die Wurst in ca. Halbzentimeter dicke Scheiben. Dabei ist die Sorte der Wurst Euren Vorlieben überlassen. Ich hatte eine rumänische Fleischwurst, wie ich sie auch aus Ungarn kenne (Pariser Wurst), die hier als Lyoner durchgehen würde. Ich weiß aber auch, dass Bockwurst benutzt werden kann oder Bierschinken oder Bockwürste oder alles mischen :-) Das einzig negative ist die Warte von mindestens 4 Tagen, die das Utopenci erstmal im Kühlschrank rumlungern muss, damit sich die Aromen hübsch verbinden.

Ihr seht, vollkommen komplikationslos und so köstlich! Wirklich einen Versuch wert für Abendbrotliebhaber!

Utopenci – Ersoffene Wurst

Zutaten für 1 Glas 750 ml:

Für den Sud:
400 ml Wasser
4-6 EL Weißweinessig
1 TL Salz
1,5 TL Zucker
4 kleinere Lorbeerblätter
5-10 Pimentkörner
10 Pfefferkörner
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber) (optional)

500 g Wurst (z.b: Fleischwurst, Bockwurst, Bierschinken etc.)
1-2 größere Zwiebeln

(1) Die Zutaten für den Sud in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen. Der Sud sollte wie intensiv gewürzter Gewürzgurkensud schmecken.
(2) Die Wurst in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und in dünne Scheiben schneiden (oder hobeln. Aber auf die Finger achten!). Abwechselnd in das saubere Glas schichten. Mit dem warmen Sud übergießen. Abkühlen lassen.
(3) Im Kühlschrank 4-7 Tage ziehen lassen.

Zu frischem Brot servieren. Hält sich wohl so drei Wochen im Kühlschrank.

Genießen!

Quelle: Holla, die Kochfee!Utopenci

Abendbrotidee: Homemade Hotdog

Und wenn man schon mal frische selbstgemachte Hotdog-Brötchen da hat, kann man sich auch schnell einen kleinen Hotdog zum Abendbrot basteln. Wiener Würstchen finden sich (fast) immer in meinem Tiefkühler, die nur fix auftauen und in der Mikrowelle kochen. Ein Rest eifreie Mayo war auch noch im Kühlschrank und die karamellisierten Zwiebeln sind auch schnell gemacht, während das Würstchen auftaut. Dafür einfach eine Zwiebel in Halbringe schneiden, in etwas Butterschmalz gesalzen und gezuckert bei mittlerer Hitze so lange braten, bis sie weich und süß und karamellig sind. Alles in einem halb aufgeschnittenen Brötchen stapeln mit dünnen Scheibchen der weltbesten Gewürzgurken belegen und eine Riesensauerei veranstalten! ♥

Abendbrotidee: Bunter Wiener Würstchen-Salat

Ich vermelde hiermit, dass es 1a funktioniert Wiener Würstchen einzufrieren und wieder aufzutauen. Keinerlei Geschmackseinbußen. Und wieso friere ich Wiener Würstchen ein? Weil ich ausversehen ein Packung mit 10 Stück kaufte, die echt monströs groß waren. Kommt davon, wenn man Metzgerware kauft ;-) Aber was jetzt mit den Wienern anstellen? Klar, in heißem Wasser erwärmt ist lecker, aber mir war nach etwas mehr Vitamine. Und an einem lauen Frühlingsabend passt ein Salat aus Wiener Würstchen mit Frühlingszwiebeln und Radieschen, noch ein bisschen erweitert durch Restapfel aus dem Kühlschrank und den großartigsten Gewürzgurken ever, wunderbar. Ist schnell gemacht und nach ein wenig Durchziehen schmeckt er wunderbar zu einer frischen Laugenstange, Brötchen oder dunklem Vollkornbrot. Gibt es  in Abwandlungen und je nach Kühlschranklage regelmäßig in Abwandlungen bei mir :-)

Bunter Wiener Würstchen-Salat

Zutaten für 3 Portionen:
3-5 Wiener Würstchen
1/4 Apfel
1-3 Gewürzgurken
5 Radieschen
50 g mittelalter Gouda
2 Frühlingszwiebeln

Für das Dressing:
1,5 TL Senf
1 TL Honig
Salz, Pfeffer
3 TL Weißweinessig
6 TL neutrales Öl

(1) Zuerst alle Zutaten vorbereiten. Die Wiener in dünnere Scheiben schneiden. Den Apfel entkernen und mittelfein würfeln. Die Gewürzgurken je nach Größe halbieren oder ganz lassen und in Scheiben schneiden. Von den Radieschen die Enden entfernen und – Überraschung – in Scheiben schneiden. Ebenso die Frühlnigszwiebeln. Den Gouda in Würfel. Alles in eine Schüssel geben.
(2) Zuerst  den Senf mit Honig, Salz und Pfeffer in einer kleinen Schüssel verrühren. Den Essig zugeben und gut unterrühren. Unter rühren das Öl zufügen und so lange mit einem Schneebesen rühren bis ein cremiges Dressing entstanden ist.
(3) Dieses über die Salatzutaten geben, gut vermischen und 30-60 Minuten ziehen lassen.

Schmeckt am Besten zu frischem Brot.

Genießen!

*********************** Magyar ***********************

Mit szoktatok enni vacsorára? Kenyér, kolbász, sajt, paradicsom, paprika? A szokásos? Vannak idők amikor az nagyon unom. De mégse van kedvem naponta kétszer meleget főzni. Ilyenkór szoktam egy gyorst virslisalátát össze dobni amibe sokszor bemegy ami még hűtőbe található és muszáj felhasználni. Próbáljatok ki, nagyon egyszerű és gyerekeknek is tetszeni fog!

Szines virsli saláta

Hozzávalók 2-3 adagra:
4-6 virsli (nagyságtól függ)
2 újhagyma
1-3 csemegeuborka
5 retek
50 g sajt (gauda vagy trappista)
1/4 alma

A salátaöntethez:
1,5 tk mustár
1 tk méz
só, bors
3 tk fehérborecet
6 tk olaj (pl. napraforgó)

(1) A virslik, csemegeuborka, retek és újhagymát megpucolunk (ha kell) és vékony karikára vágunk. Az almát és sajtot vékony szeletekre vágunk és utána közepes kockára. Egy tálba teszünk mindent.
(2) Kisebb tálban elöször összekeverünk a mustárt, mézet, só és bors fehérborecettel. Keverés közben beleöntünk az olajt és szép sűrű salátaöntet csinálunk belőle. A salátahoz öntünk és jó elkeverünk.
(3) 30-60 percig hagyunk állni hogy az aromák szépen össze jönnek.

Friss kenyérhez a legjobb.

Jó étvágyatok!

Abendbrotidee – Apfel-Zwiebel-Käse-Brot

Es ist kalt. Es ist prinzipiell Winter (obwohl kaum Schnee hier liegt). Und in jedem Supermarkt lacht mich Raclette-Käse an. Jetzt nicht der am Stück aus der Schweiz, sondern der schon in Scheiben für’s Raclettepfännchen vorgeschnittene, aber besser als nichts und aromatischer als Butterkäse *g* So um diese Jahreszeit hab ich meist eine Packung davon im Kühlschrank und mache mir öfter ein schnelles Käse-Brot. Dafür buttere ich zwei Scheiben Brot ganz dünn und auf die nichtgebutterte Seite wird deine Käsescheibe gepackt, zusammengeklappt. Dann in eine Pfanne geben und bei mittelhoher Hitze von beiden Seite das Brot goldbraun braten bis der Käse innen geschmolzen ist. Ein wirkliches Comfort Food nach einem anstrengenden Tag!

Man kann das Ganze natürlich auch noch erweitern wie es einem beliebt. Hier habe ich noch etwas Kochschinken unten drunter gegeben, der weg musste. Dann Apfelscheiben und ein bisschen Zwiebel obendrauf. Dann zum Schluss den Käse und ab in den Ofen unter den Grill. Dort schmilzt er dann wunderbar und wird etwas braun. Aber bloß aufpassen, nicht dass es komplett verbrennt. Wäre doch wirklich schade um die guten Zutaten. Und schwupps hat man ein wirklich leckeres, schnelles Abendbrot, dass nicht zu sehr sättigt.

Ich liebe diese Art überbackener Schnitten! Bei uns zu Hause ein typisches Sonntagsabendbrot zum Abschluss der Woche *g*

Erbsen-Feta-Minz-Dip

Ich liebe Erbsen!

Das musste jetzt mal gesagt werden. Erbsen sind mit Abstand mein liebstes Gemüse, sobald es grüne Erbsen gibt, in welcher Form auch immer, lass ich alles andere stehen und liegen! Schon als kleines Kind mochte ich es total gerne bei meinen ungarischen Großeltern auf der Bank im Hof zu sitzen und die frischen Erbsen für die immer noch heißgeliebte ungarische Erbsensuppe aus ihren Schoten zu befreien.

Und es ist immer noch eine meiner liebsten Arbeiten. So herrlich meditativ. Die Hände tun ihre Arbeit ohne, dass man großartig drüber nachdenken muss. Ab und zu verschwindet mal eines der grünen Juwelen im Mund ;-) Leider haben Erbsen ja nur eine wirklich kurze Saison. Aber als ich die Packung mit frischen Erbsen im Supermarkt nebenan sah, mussten sie einfach mit nach Hause. Egal, wie die sonstigen Essenspläne aussahen. Aber was jetzt damit machen, außer sie gleich einfach alle frisch aus der Schote zu essen? Irgendwas, wo ihr Geschmack richtig gut zur Geltung kommt und sie nicht nur eine Nebenrolle spielen. Und es sollte zum Abendbrot passen, die Mittagessenspläne wollten so bestehen bleiben. Hmm, ein Dip, der gut zu Brot passt, wäre was. Minze ist doch ein Klassiker zu Erbsen und Feta passt bestimmt auch. Gedacht, getan. Die gepalten Erbsen brauchen wirklich nicht ewig zu kochen und richtig fein müssen sie auch nicht püriert werden, ein paar Stücke schaden nicht. Und der Dip ist wirklich lecker! Also ernsthaft! Passte wunderbar zu dem Landbrot, das ich noch käuflich erstand (an Sauerteigbrot traue ich mich immer noch nicht ran) und das gekochte Ei war das i-Tüpfelchen. Ein würdiges Wochenend-Abendbrot!

Erbsen-Feta-Minz-Dip

Zutaten für 2 Portionen:
500 g frische Erbsen in der Schote
(etwa 200-250 g gepalt, gern auch TK)
½ Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
50 g Feta
5-7 Blätter frische Minze
1 Spritzer Zitronensaft

(1) Die Erbsen palen. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Minze fein hacken.
(2) In einem Topf das Olivenöl erhitzen. Die Zwiebelwürfel bei mittelhoher Hitze glasig andünsten. Die Knoblauchwürfel dazu geben und kurz mit andünsten bis er duftet. Die Erbsen zugeben, etwas salzen. Deckel drauf geben und 3-5 Minuten dünsten. Wer etwas Angst davor hat, dass sie verbrennen, gibt einen wirklich winzigen Schluck Wasser dazu.
(3) Die Erbsen-Zwiebel-Mischung in ein hohes Gefäß geben (wenn noch etwas Wasser im Topf ist, das dort lassen). Mit einem Pürierstab grob pürieren, so dass einige Erbsen noch ganz sind, andere schon cremig. Den Feta und Minze drunter rühren. Mit Pfeffer, Salz und dem Zitronensaft abschmecken.

Genießen!

Passt wunderbar zu Landbrot oder geröstetem Weißbrot.

Und weil es eine so besondere Gelegenheit für mich ist, mit frischen Erbsen kochen zu können (ich rechne bei meinen eigenen jede Minute mit Blüten *g*) und es dann auch noch so lecker war, mache ich hiermit beim Garten-Koch-Event Juni „Erbsen“ mit. Danke an Sus für die Ausrichtung!

Garten-Koch-Event Juni: Erbsen [30.06.2014]

Würziger Hähnchensalat mit Ananas und Mais

Manchmal muss es schnell gehen, lange auf Arbeit gewesen, dringend noch einkaufen und die ganze Mischpoke komplett ausgehungert. Dann kaufen die Eltern schon mal ein Grillhähnchen vom Wagen. Letztens war es doch etwas viel, ich schaffe auch nur viertel Hähnchen, da bleibt dann immer was übrig. Aber wäre ja schade, den Rest wegzuschmeißen. Also hab ich flugs am nächsten Abend einen schnellen, würzigen Salat mit den Zutaten aus dem Kühlschrank gebastelt. Mir schwebten leicht süße Aromen vor, die aber auch noch ein würziges Gegenstück brauchten. Zum Glück fand sich Ananas und Mais im Vorratsschrank und im Kühlschrank ein frisches Stück Ingwer. Daraus lässt sich doch was basteln. Schnell mit Frau Mamas Hilfe die Zutaten vorbereitet. Die Sauce brauchte etwas Finetuning und musste tragischerweise öfter gekostet werden ;-) Noch etwas durchziehen lassen und fertig war der wirklich leckere Salat.

Ich kann nur sagen, geneigte Leserschaft traut Euch was! Überlegt welche Zutaten zu den vorhandenen passen würden, nach welcher Geschmacksrichtung Euch ist. Eher süß-mild oder würzig-indisch oder mediterran oder orientalisch? Habt Mut! Wenn man die einzelnen Grundzutaten schon mag, kann die Mischung (meist) nicht katastrophal schmecken :-) Und wenn es mal doch nicht perfekt sein sollte (Was ist schon perfekt beim ersten Mal?), dann einfach nochmal basteln und optimieren. Das macht wirklich Spaß!

Würziger Hähnchensalat

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 Grillhähnchen (Brust und Keule)
1 Frühlingszwiebel
1/4 Dose Mais
1/2 rote Paprikaschote
2 Scheiben Ananas aus der Dose

Für das Dressing:
150 g Joghurt
1 EL Ananassaft
1 TL scharfer Senf
1 TL frisch geriebener Ingwer
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß

(1) Das Hähnchen auseinanderpflücken. Knochen und Haut entfernen, das Fleisch in mundgerechte Stücke zupfen oder schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Den Mais abtropfen lassen. Die Paprika in kleinere Würfel schneiden. Die Ananas ebenfalls in Stücke schneiden. Alles in eine Schüssel geben.
(2) Das Dressing zubereiten. Dafür Den Joghurt mit dem Ananassaft, Senf und dem frisch geriebenen Ingwer vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver pikant abschmecken. Gut mit den Salatzutaten vermischen und etwa 30 Minuten durchziehen lassen.

Mit frischem Brot serviert

genießen!

Quelle: eigenes Rezept durch die akute Kühlschranklage

Wie … backe ich Brötchen? – Zipferlbrötchen

Der Mensch lernt viel in seinem Leben, verlernt aber offensichtlich auch grundlegende Sachen. Wie zum Beispiel Brotbacken. Wenn die geneigte Leserschaft mal 5 Sekunden nachdenken mag, woraus so ein ganz einfaches Brot/Brötchen (ohne Schnickschnack) besteht. 5 – 4 – 3 – 2 – 1.

Mehl, klar! Wasser, auch logisch! Salz, sonst schmeckt es nach nichts. Hefe, irgendwie muss es ja ein bißchen fluffig werden, in der einfachsten Brotversion, z.B. bei Fladenbroten ist nicht mal die notwendig. Aber irgendwie scheint dieses Bewusstsein in den letzten Jahren beim Normalverbraucher verschwunden zu sein. Nicht mal Frau Mama konnte auf meine Frage antworten, was denn wohl in so einem normalen Weizenbrötchen, wie meine Eltern es tagtäglich essen, drin sei. Dieses Brotbackding scheint ein großes Mysterium geworden zu sein, etwas wofür man unglaublich viele, unglaublich schwer zu besorgende Zutaten und Zubehör benötigt. Etwas wofür man unendlich Zeit und Geduld braucht. Und ich muss gestehen, genauso dachte ich auch. Ich fand es immer faszinierend, wenn ich sah was Frau Schnuppschnüss, Petra oder Zorra (und natürlich noch viele andere) sich so zusammen backen. Bei neuen Themen kommt immer der Naturwissenschaftler in mir durch und ich muss mich erstmal theoretisch damit beschäftigen. Und das tat ich schon vor einigen Jahr. Dabei wurde mir klar, dass der Zeitaspekt tatsächlich nicht zu unterschätzen ist. Weil ich damals noch viel mehr arbeitete als meine Krankheit es heute zu lässt, habe ich das Thema fallen lassen und ad acta gelegt. Jemand der mindestens 40 Stunden die Woche arbeitet, Haushalt, Garten und vielleicht noch Kinder hat, muss nicht noch dringend Sauerteigbrote über 3 Tage basteln, es sei denn derjenige verspürt ein wirklichen Drang in die Richtung ;-) Gerne bezahle ich auch Profis, um Produkte herzustellen für die mir Zeit, Muße und Können fehlt.

Aber jetzt wo ich tatsächlich nur noch 20 Stunden die Woche arbeite, hat mich so ein Brötchen wieder von hinten angefallen und ließ nicht mehr los. Ach, könnte man ja doch mal versuchen. Ein paar Rezepte angeguckt und so kompliziert scheint das ja gar nicht zu sein. Und zumindest für so Brote/Brötchen auf Hefebasis braucht man ja auch nicht viele komplizierte Zutaten. Also wagte ich den Versuch mit dem Zipferlbrötchen-Rezept vom Zorra, dass mir von Karin von Food for Angels and Devils empfohlen wurde. Wenige Zutaten, kein seltsames Formen der fertigen Brötchen. Es schien Brotback-Dau-sicher.

Und das ist es auch. Die Brötchen bestehen tatsächlich nur aus den vier Zutaten Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Bei mir war es das einfachste, normale Mehl Type 405, was in jedem Supermarkt zu erstehen ist. Hefe kriegt man auch überall und Salz und Wasser hat eh jeder zu Hause. Ich war ja gespannt und skeptisch. Und bei der Zubereitung über einige Sachen wirklich überrascht. Zum ersten wie lange man den Teig kneten muss. Das geht natürlich per Hand und macht dann auch ordentlich Muskeln, aber in so einem Fall in eine Küchenmaschine dein Freund. Dann war ich als zweites überrascht, wie wenig Hefe da rein kommt. Wirklich nur 10 Gramm? Wirklich nur ein Viertel des normalen Hefewürfels? Okay, Zorra wird wissen was sie schreibt. Punkt 3 war die Salzmenge. Holla, die Waldfee! Ernsthaft 10 Gramm? Soo viel? Na gut. Ich hatte ja schon vorher gelesen irgendwo, dass ordentlich Salz in Brotteige versenkt werden, weil die sonst fad schmecken.

Ich habe alles so gemacht wie Zorra sagte (bei allerersten Versuchen mache zumindest ich keine Experimente). Der Teig ging insgesamt 2 Stunden, die Hefe tat wie ihr Geheißen und nach einer kurzen Backzeit bei sehr hohen Temperaturen duftete meine Wohnung himmlisch und ich konnte 8 größere und 1 kleineres Zipferlbrötchen aus meinem Ofen holen. Als sie endlich abgekühlt waren konnte ich kosten und war überwältigt: göttlich! Knusprig, wie ein Brötchen schmecken muss mit schönen kleinen Löchern in der Krume:

Wie vom Bäcker! Und das aus meinem Ofen! Von MIR gebacken! Mit nur VIER Zutaten! Komplette Faszination! Ich habe mein allererstes Brötchen einfach nur mit Butter und etwas Salz oben drauf genossen. Wunderbar! Selbst jetzt, drei Tage später bin ich noch komplett aus’m Häuschen.

Und wenn ich dann auch mal den finanziellen Aspekt betrachte. Wieviel bezahlt man für ein Brötchen beim Bäcker, der außen an Supermärkten angeschlossen ist und dessen Brötchen auch nur Teiglinge sind? 23 cent? Grob überschlagen habe ich für die Zutaten plus Wasser und Strom 50 Cent ausgegeben. Und da sind 8,5 Brötchen bei rumgekommen und nicht nur zwei wie vom Bäcker.

Ich befürchte der Brötchen-Virus hat mich erwischt und ich werde in Zukunft etwas öfter meine eigenen Brötchen backen und mich vielleicht auch noch andere Sorten und Backmethoden wagen. Seid gespannt, was da noch kommen mag …

Ansonsten erstmal das Rezept für die ernstlich einfachen Zipferlbrötchen:

Zipferlbrötchen

Für 8 Stück:
500 g Weizenmehl (Type 405)
10 g Hefe
340 g Wasser
10 g Salz

2 TL Grieß zum Bestreuen (optional)

(1) Das Mehl in eine Schüssel geben und die Hefe fein drüber bröseln. In eine Küchenmaschine geben und den Großteil des Wassers  während die Maschine auf Stufe 3 von 10 knetet, zugeben. Falls der Teig zu trocken ist, peu à peu Wasser zufügen. 4 Minuten kneten lassen. Ruhig auf die Uhr gucken, 4 Minuten sind länger als man denkt.
– Noch ein paar Worte zum Wasser. Das Wasser wirklich abwiegen, es steht nicht umsonst eine Grammangabe im Rezept, abwiegen ist genauer als abmessen im Messbecher. Dann nicht sofort das ganze Wasser zufügen. Mehle sind anscheinend launige Diven, die mal mehr, mal weniger Wasser vertragen. –
(2) Nach der Zeit das Salz zufügen und auf Stufe 5 von 10 nochmals 4 Minuten kneten lassen. Dann sollte der Teig so aussehen:

Ich decke ihn mit einer „Mörderduschhaube“ ab und lasse ihn 30 Minuten im kalten Ofen gehen. Im Ofen deshalb, weil es dort nicht zieht.

(3) Nach den ersten 30 Minuten sieht der Teig dann so aus, die Hefe hat angefangen zu arbeiten und der Teig ist schon ein bißchen größer geworden. Jetzt muss er einmal gefaltet werden. Das heißt nichts anderes als dass man den Teig von unten anfasst und einmal zur Oberseite hin umschlägt. Das von allen vier Seiten. Für wen sich das unlogisch anhört, der kann bei diesem Video vom Plötzblog nachgucken wie das auszusehen hat. Wieder abdecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen.

(4) Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig darauf legen und mit etwas bemehlten Händen vorsichtig 2-3 cm dick flach drücken.  Mit einem Teigschaber (oder ähnlichem stabilen Gerät) 8 ungleichmäßig geformte Zipferl von dem Teigfladen abstechen:

Diese etwas auseinander setzen und mit einem sauberen Geschirrhandtuch abgedeckt nochmals 50-60 Minuten gehen lassen.
(4) Den Ofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze (oder 230°C Umluft) vorheizen.
(5) Wer möchte kann die Zipferl noch ein bißchen mit Grieß bestreuen, damit sie knuspriger werden. Dafür einfach mit einem Backpinsel Wasser auf die Zipferl streichen und mit Grieß bestreuen.
(6) Auf der mittleren Stufe in den heißen Ofen schieben und 8 Minuten backen lassen. Dann das Blech umdrehen, so dass die vorderen Zipferl jetzt hinten sind. Nochmals 8 Minuten backen lassen. Sie sind fertig gebacken, wenn sie sich hohl anhören wenn man auf die Brötchenunterseite klopft. Rausholen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: 1 x umrühren bitteZipferlbrötchen

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