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„Und auf die Schnelle noch ’ne Fischfrikadelle“

Na, wer von Euch kennt die Textzeile und hat sofort den Refrain im Kopf?

https://www.youtube-nocookie.com/embed/KfWyo2mqXnw

„Nordisch wohoohoo Nordisch by nature“ *mitgroove* Das ist wahrscheinlich einer der Songtexte, die ich noch dement im Altersheim mitsprechen kann *ggg*

Und ja, es lässt sich nicht verleugnen. Ich bin ein Muschelschubser, ein Fischkopp, ich bin Norddeutsche. Man merkt es meinem Temperament an, meiner Sprachmelodie, manchmal fließen einfach norddeutsche Wörter mit ein, mit denen der Rest des deutschsprachigen Raums überhaupt nix anfangen kann. Wobei es ja auch in Norddeutschland himmelweite Unterschiede gibt, Ostfriesen sprechen ganz anders als Vorpommeraner, aber da liegen ja auch locker-flockig 600 km zwischen. Anders als es das Klischee eines Norddeutschen vermuten lassen würde, mag ich Fisch nicht sonderlich. Nur wenige Sorten in nur wenigen Zubereitungsarten und sobald eine Gräte in Sichtweite kommt, bin ich raus. Wohingegen ich nicht mehr sichtbar verarbeiteten Fisch in Form von Frikadellen sehr gerne mag und mir öfter welche aus der Tiefkühltruhe des Supermarktes mitnehme.

Aber das muss doch auch alleine bastelbar sein. Ohne allzu großen Aufwand. Und eventuell sogar leckerer? Da ich im Gegensatz zu Fleischfrikadellen kaum Erfahrung in der Zubereitung von Fisch habe, brauchte ich ein Rezept. Nach langer Zeit stöberte ich mal wieder im „Heimat„-Buch von Tim Mälzer, Sabine von „Hamburg kocht!“ meinte, dass da ganz schöne Rezepte drin seien. Und ja, da sind etliche Sachen drin, die mich sehr ansprechen :-) Unter anderem eben die Fischfrikadellen.

Sie sind nicht aufwendig in ihrer Zubereitung und wenn man eine Küchenmaschine nutzt, statt den Fisch fein zu hacken, geht es noch schneller. Nur fix die weiteren Zutaten unter den Fisch kneten, Frikadellen formen, in Semmelbrösel wenden und vorsichtig ausbraten. Und der Geschmack erst! Würzig, frisch, kräuterig, überhaupt nicht unangenehm fischig, sehr herzhaft! Wirklich perfekte Fischfrikadellen!

Fischfrikadellen nach Tim Mälzer

Zutaten für 6 Stück:
450 g Seelachsfilet, küchenfertig und entgrätet
2 Frühlingszwiebeln
4 Zweige Dill
1/2 Bio- Zitrone
1 Eigelb
2+4 EL Semmelbrösel
1 TL Tomatenmark
1 TL Senf, scharf
Salz, Pfeffer
ca. 5 EL Öl

(1) Den Fisch entweder mit dem Messer per Hand sehr fein hacken oder in einer Küchenmaschine pulsen bis der Fisch zerkleinert, aber kein Mus ist. Frühlingszwiebeln längs vierteln und fein schneiden. Dill hacken und die Zitronenschale fein abreiben.
(2) Den Fisch, Dill und Zitronenschale mit dem Eigelb, 2 EL Semmelbröseln, Tomatenmark, Senf, Salz und Pfeffer gründlich vermischen. 6 etwa gleichgroße Frikadellen formen. Das restliche Semmelmehl in einen tiefen Teller geben, die Frikadellen vorsichtig darin wälzen.
(3) In einer großen Pfanne das Öl auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Frikadellen vorsichtig hinein geben, damit sie nicht zerbrechen und von jeder Seite etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und servieren.

Dazu passt vielerlei: Kartoffel- oder Nudelsalat, Pommes frites, grüner Salat, diverse Gemüsebeilagen.

Genießen!

Quelle: Mälzer, Tim (2014): Heimat: Kochbuch. Mosaik. p 103

Ungarische Alltagsküche aus dem Vorratsschrank – Pásztortarhonya

Es gibt doch in jeder Nation so Gerichte, die man notfalls aus dem zusammen basteln kann, was so im Vorratsschrank ist. Diese Hirtengraupen scheinen eine ungarische Variante dessen zu sein. Aber das, was ich hier mit “Graupen“ übersetze, ist nicht das, was wir in Deutschland unter Graupen verstehen, sondern kleine Nüdelchens. Klassischerweise wird dafür ein sehr fester Nudelteig hergestellt, der dann über eine grobe Reibe gezogen, eben zu Tarhonya (gesprochen: Tarhonja) verarbeitet wird. Die Handarbeit macht sich in Ungarn heutzutage aber kaum noch jemand, sondern kauft sie im nächsten Supermarkt (Wer die hier in Deutschland mal kosten will, sucht sie bei Amazon und nimmt die der Firma „Gyermelyi“.). Ich mag sie mittlerweile sehr gerne und bringe sie von jedem Ungarnurlaub mit,obwohl sie in meiner Familie keine große Tradition haben. Wenn ich so überlege, habe ich sie noch nie von meinen Tanten gekocht gegessen…
Dieses Rezept sah ich in einem ungarischen Kochbuch (wo sonst 😉), dass, behaupte ich mal, eher für jüngere Leute geschrieben wurde, die vielleicht Sehnsucht nach Omas klassischer Küche haben.
Es ist ein recht einfaches Rezept, dass mit wenig Zutaten auskommt, die aber wunderbar miteinander harmonieren und ein schön herzhaftes Gericht ergeben. Und zwar so lecker, dass ich es schon mehrfach wiederholt habe. Auch die Eltern fanden es sehr köstlich :-)

Pásztortarhonya – Ungarische Hirtengraupen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g Tarhonya
70 g geräucherter Speck
3 EL neutrales Öl
1 mittlere Zwiebel
1 gehäufter EL Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
2 gehäufte TL Paprikapulver
800 ml heiße Brühe (oder Wasser), evtl. etwas mehr
Salz, Pfeffer
400 g Kartoffeln
100 g Kolbász

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Den Speck würfeln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1-1,5 cm große Würfel schneiden. Die Kolbász in dünne Scheiben schneiden.
(2) 2 EL Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Tarhonya darin bei hoher Hitze braun braten. Herausnehmen.
(3) Die Hitze kleiner stellen und in dem Topf das restliche Öl mit dem Speck zusammen geben. Beginnen, den Speck bei mittel-kleiner Hitze auszulassen und dabei anzubraten. DIe Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten lassen. Das Tomatenmark zufügen und unter Rühren mit anbraten. Dann den Topf vom Herd nehmen, die Knoblauchzehen durch eine Presse gedrückt, und das Paprikapulver zufügen. Gut verrühren und sofort danach mit der heißen Brühe oder Wasser auffüllen. Mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. Die angebratenen Tarhonya wieder in den Topf geben mit abgedeckt bei mittlerer Hitze 8 Minuten kochen lassen.
(4) Nach der Zeit die Kartoffeln und Wurstscheiben zugeben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 25 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dabei öfters umrühren, weil das Essen gerne am Topfboden ansetzt.

Nochmal kosten, ob Salz fehlt und mit einem sauer eingelegten Gemüse oder Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magysr receptem. Lunchbox Kiadó. p48

Die kulinarische Weltreise: Italien – Pasta mit Mangold und Speck

 

Seid ihr reiselustig? Entdeckt ihr gerne neue Länder und Kulturen? Ich bin da so ein bisschen zwiegespalten. Einerseits sehe ich mir wirklich gerne Neues an, erkunde Landschaften, koste andere Aromen, andererseits kann ich mich dort am besten entspannen, wo ich alles in- und auswendig kenne, meine Beine den Weg alleine finden, ohne dass der Kopf sich anstrengen muss. Außerdem erschwert mir die MS das Reisen aus unterschiedlichsten Gründen doch ein bisschen …

Nichtsdestotrotz, wenn ich in bestimmte Ecken der Welt schon nicht so leicht physisch kommen kann, hole ich mir die Welt eben kulinarisch nach Hause. Und da bin ich nicht die einzige, die das gerne macht. Volker von „Volker mampft“ ruft deswegen zur „kulinarischen Weltreise“ auf!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Und da bin ich gerne dabei! Jeden Monat ein neues Land, eine neue Herausforderung! Für diesen Monat fängt es leicht an mit Bella Italia. Und zu Italien haben wir doch alle irgendeine Verbindung, selbst wenn wir noch nicht da waren, oder? Sei es Pizza, Pasta, Wein, Kunst, Geschichte – Italien hatte und hat so viel Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens. Und auch wenn ich erst einmal dort war (Du liebe Güte, auch schon fast 20 Jahre her) liebe ich dieses Land einfach!

Aber was koche ich jetzt für den Event? Wenn möglich etwas, dass auch einen Teil des Gemüses meiner Biokiste verbraucht. Eigentlich wollte ich gerne etwas aufwendigeres wie selbstgemachte Ravioli basteln, aber dann kam das Leben und zwei Mangoldstauden dazwischen. Nach ein bisschen Recherche im Netz stieß ich auf ein italienisches Rezept, in dem Mangold mit Speck kombiniert wird. Das war mir neu, klassischerweise wird Mangold bei mir gerne mit Feta kombiniert. Und es gab keine wirklich saucige Komponente im Rezept, wie Sahne oder passierte Tomaten. Die deutsche Saucenliebhaberin in mir war skeptisch ;-) Aber hey, probieren wir es aus. Der Mangold wird zuerst in Salzwasser gekocht und roch das gut. Ich wusste gar nicht, dass kochender Mangold so wunderbar duftet! Die eigentliche Sauce ist so schnell geköchelt, wie die Pasta braucht. Ihr seht, ein perfektes Feierabendgericht. In 30-40 Minuten steht Euer Essen fix und fertig auf dem Tisch :-)

Und der Geschmack ist wirklich wunderbar! Herzhaft, angenehm Speck-rauchig mit dem zarten Mangold und doch noch etwas Biss durch die Möhrenwürfel. Die Tomaten bringen eine schöne, unaufdringliche Fruchtigkeit mit rein. Auch war es nicht zu trocken, wie von mir befürchtet, es hatte genau die richtige Konsistenz. Ich war wirklich positiv überrascht und wird ins Repertoire aufgenommen!

Pasta mit Mangold und Speck

Zutaten für 2 Portionen:
180 g Pasta (z.B. Fussili)
250 g Mangold
50 g Speck/Pancetta
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
1 mittlere Tomate
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
Parmesan, frisch gerieben

(1) Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen. Währenddessen den Mangold vorbereiten. Die Stiele in dünne, die Blätter in breitere Streifen schneiden. In einem Sieb unter laufendem Wasser waschen. In den Topf mit dem kochenden Salzwasser geben und etwa 5 Minuten köcheln lassen. In ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.
(2) Währenddessen die anderen Zutaten schneiden. Den Speck in kleine Würfel. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Karotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten waschen, abtrocknen, halbieren. Die grünen Strünke aus den Hälften schneiden und das Fruchtfleisch mittelfein würfeln.
(3) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und die Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen.
(4) Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Speck und Zwiebel darin anbraten bis die Zwiebeln etwas goldig sind. Tomaten- und Karottenwürfel zugeben, etwas salzen und pfeffern. Einige Minuten köcheln lassen bis die Tomaten zerfallen und die Möhren gar, aber noch bissfest sind.
(5) Den abgetropften Mangold untermischen und etwa 10 Minuten bei kleiner HItze in der Sauce ziehen lassen. Nochmal kosten, ob Salz und Pfeffer fehlen.
(6) Vor dem Abgießen der Nudeln etwas vom Kochwasser mit einer Tasse abschöpfen. Die Pasta in ein Sieb abgießen und noch tropfnass unter die Sauce rühren. Wenn die Sauce zu trocken sein sollte, etwas vom Pastawasser zugießen.

Auf Tellern verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Pasta con bietola e pancetta

Ofengeröstete Süßkartoffeln mit Rosenkohl

Ihr kommt von der Arbeit und es kündigt sich Hunger an? Ihr habt Lust auf Gemüse trotz des kalten und ungemütlichen Winters draußen? Dann kommt hier das perfekte Essen für Euch: Süßkartoffeln und Rosenkohl im Ofen geröstet. Saisonal, vitaminreich, einfach vorbereitet und bäckt dann einfach im Ofen vor sich hin, während ihr fix die Küche aufräumt oder die Füße für ein paar Minuten hochlegt. Und das Beste, ihr braucht, abgesehen von Salz und Olivenöl, auch nur drei bis fünf Zutaten. Belohnt werdet ihr mit einem Wohlfühlessen, dass vor Aromen nur so strotzt. Die Süßkartoffel entfaltet ihr wunderbar süß-nussiges Aroma, beim Rosenkohl werden seine leichten Senfaromen durch die Hitze des Ofen freigesetzt. Wenn ihr das fertige Gericht dann noch mit angerösteten Haselnüssen oder Mandeln bestreut und cremigen Feta mit seiner zarten Säure drüber krümelt, ist es perfekt. Also – husch husch – in die Küche mit Euch!

Ofengeröstete Süßkartoffeln mit Rosenkohl

Zutaten für 2 Portionen:
1 große Süßkartoffel (ca. 300 g)
500-600 g Rosenkohl
Salz
Zimt
4 EL Olivenöl

Zum Servieren:
zerkrümelter Feta
geröstete Nüsse

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Süßkartoffel schälen und in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden. Den Rosenkohl putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Beides in getrennten Schüsseln mit je der Hälfte vom Olivenöl und Salz vermischen. Die Süßkartoffeln noch zusätzlich mit einer Prise Zimt würzen.
(3) Zuerst die Süßkartoffeln auf eine Hälfte des Blechs geben und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 10 Minuten backen, dann auf der zweiten Hälfte den Rosenkohl verteilen. Weitere 20 Minuten rösten.
(4) Herausnehmen und das Gemüse miteinander vermischen. Mit den gerösteten Nüssen und/oder zerkrümeltem Feta bestreuen.

Genießen!

Quelle: KochkarussellKnusprig gerösteter Rosenkohl und Süßkartoffel aus dem Ofen

Ungarisches Alltagsessen: Kartoffelgemüse – Krumpli fözelék

Wenn Ihr an ungarische Küche denkt, was kommt Euch da als erstes in den Sinn? Wahrscheinlich Gulasch, oder? Panierte Schnitzel noch? Aber die Alltagsküche, die ich von meiner Familie kenne, ist hierzulande leider kaum bekannt. Ja, die ungarische Küche für Gäste ist sehr fleischlastig und ja, es wird alles paniert und ausgebacken, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber im Alltag spielt Gemüse eine große Rolle, sei es in den Suppenvariationen, die es traditionell als ersten Gang gibt oder eben im Hauptgang. Und dort ist es dann der Star und nicht nur Beilage. So sind Sachen, die bei uns die Nebenrolle spielen wie Erbsen in gebundener Sauce dort das Hauptgericht und es gibt nur eine fleischige Kleinigkeit dazu. Oder man lässt diese ganz weg, wenn einem nicht danach ist. A

ls Gemüse kann jedes erdenkliche genommen werden: Kohl für Paradicsomos káposzta, also in Tomatensaft gekochten Kohl, Erbsen für Borsófözelek, Kohlrabi für Karalábefözelék oder getrocknete Linsen für Lencsefözelék zu Neujahr. Aber auch Kartoffeln gehen gut. Und jede Variante wird ein bisschen anders gewürzt, mal mit viel Petersilie, mal mit Paprikapulver, mal säuerlich. Für das Kartoffelgemüse sind Lorbeerblätter und Essig wirklich essentiell. Und dann natürlich der heimliche Star der ungarischen Küche, noch vor Paprikapulver, die Saure Sahne. Ohne Saure Sahne funktionieren nur wenige ungarische Gerichte, dieses hier ebenso wenig. Das Zusammenspiel von der subtilen Säure der Sauren Sahne (wobei die ungarische Variante nochmal anderes schmeckt als unsere deutsche) mit der etwas kneifenderen Säure des Essigs und der Milde der Kartoffeln ist wirklich angenehm. Es ist das perfekte Feierabendessen, weil es vom Kartoffelschälen bis zum fertigen Gericht innerhalb von maximal 45 Minuten auf dem Tisch steht. Wenn ihr ein schnelles Wohlfühlessen sucht, ist das ein heißer Kandidat!

Krumpli fözelék – Ungarisches Kartoffelgemüse

Zutaten für 3 Portionen:
750 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
2 EL Öl
50 ml + 250 ml + 50 ml Wasser
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
2 Lorbeerblätter
1,5 TL gerebelter Majoran
1 TL Salz
1 gehäufter TL Zucker
125 g Saure Sahne/Schmand
3 TL Mehl
75 g süße Sahne
1-2 TL Weißweinessig
1 EL kalte Butter

(1) Die Kartoffeln schälen und in ca. 1,5-2 cm große Stücke schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten ohne, dass sie Farbe annehmen. Das Paprikapulver einrühren und sofort 50 ml Wasser hinzufügen, damit der Paprika nicht verbrennt und bitter wird. Lorbeerblätter, Majoran, Salz und Zucker hinein geben. Die Kartoffeln zufügen und mit ca. 250 ml Wasser auffüllen bis es knapp bei den Kartoffeln sichtbar ist. Deckel aufsetzen und ca. 10 Minuten kochen lassen bis die Kartoffeln gar sind.
(3) In der Zwischenzeit das Mehl mit den restlichen 50 ml Wasser und der Sauren Sahne klümpchenfrei verrühren.
(4) Wenn die Kartoffeln gar sind, den Essig und die Saure-Sahne-Mischung unterrühren. 2-3 Minuten köcheln lassen. Dann die süße Sahne und Butter einrühren. Abschmecken, fehlt noch Salz oder Essig?

Mit gebratenem Frikadellen oder Würstchen servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Zé (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox kiadó. p 101

Wir retten was zu retten ist: Kohl als ungarischen Blumenkohl-Gulasch-Auflauf

Heute ist wieder Rettungstag, aber im Gegensatz zu sonst retten wir kein bestimmtes Fertiggericht, sondern eine ganze Gemüsefamilie, die leider etwas ins Abseits geraten ist. Ich rede von Kohl. Dabei hat Kohl alles, was den Winter kulinarisch erträglich macht: Vitamine, Wohlgeschmack, Saisonalität, lange Haltbarkeit, vielseitige Verwendbarkeit von Salat bis Schmortopf. Ihr seht, Kohl ist tolles Gemüse und es gibt so viele unterschiedliche Sorte, dass für jeden Geschmack was dabei ist. Ich liebe eigentlich jeden Kohl, egal ob Weißkohl, Blumenkohl, Spitzkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Wirsing, Grünkohl! (Und zu allem findet ihr Rezepte über die Suche hier im Blog) Aber heute möchte ich Euch einen einfachen und köstlichen Auflauf mit Blumenkohl aus Ungarn vorstellen. Und damit wir dem Klischee entsprechen, ist natürlich auch Gulasch mit im Spiel *g* Aber dieses Gulasch wird aus Hackfleisch gemacht, weswegen es nicht so ewig lange schmoren muss. Dann werden die Hauptkomponenten nur in der Auflaufform geschichtet und gebacken. Dies kann man sofort tun oder den fertig geschichteten Auflauf abgedeckt in den Kühlschrank stellen, etwa 1 Stunde vor dem Backen dort heraus holen, damit er nicht mehr eiskalt ist und dann ca. 40 Minuten backen. Ihr seht ein wirklich entspanntes Essen in der Zubereitung. Und dabei soo unglaublich köstlich! Ernsthaft, ich hätte mich da rein legen können und verstehe jetzt, wie Leute Gulasch mit Reis essen können *g* Probiert es bitte dringend aus!

Blumenkohl-Gulasch-Auflauf – Rakott karfiol

Zutaten für 2-3 Portionen:

100 g Reis (Basmati oder Langkornreis)
1 kleiner Blumenkohl

Für das Hackfleischgulasch:
1 mittlere Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
300 g Hackfleisch
Salz, Pfeffer
3 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Tomatenmark
1 gute Prise Majoran
150-200 ml Wasser

200 g Saure Sahne
200 g Sahne
Muskatnuss

(1) Den Reis in Salzwasser nach Packungsanweisung gar kochen. Den Blumenkohl in größere Röschen teilen und in wenig Salzwasser oder im Dämpfeinsatz in 10-15 Minuten bissfest garen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Das Hackfleisch in einer heißen Pfanne krümelig braten, wenn es schon etwas die Farbe verloren die Knoblauch- und Zwiebelwürfel zufügen und mit andünsten. Alles salzen  und pfeffern. Die Pfanne kurz vorm Herd nehmen. Paprikapulver und Tomatenmark unterrühren. Die Pfanne wieder auf die  Flamme stellen und bei mittlerer Hitze weitergaren. Majoran und Wasser zufügen. Etwa 15 Minuten schmurgeln lassen.
(3) Den Ofen auf 200°C vorheizen. Eine kleinere Auflaufform mit etwas Öl einfetten.
(4) Als erstes den Reis gleichmäßig in der Form verteilen, darauf das Hackgulasch verteilen und zum Schluss die Blumenkohlröschen. Die Saure Sahne mit der Sahne vermischen, mit Muskatnuss und wenig Salz würzen. Gleichmäßig über dem Blumenkohl verteilen.
(5) Den Auflauf auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Etwa 30 Minuten backen bis er blubbert und obenauf etwas gebräunt ist.

Genießen!

Quelle: NokedlisRakott karfiol

Und als nächstes zeige ich Euch dann wirklich, wie ein Supermarkt-Fertigfutter einfach zu Hause gekocht werden kann und dabei so viel leckerer und kostengünstiger ist! Aber bis dahin könnt ihr bei den anderen Teilnehmern gucken, was sie so leckeres aus Kohl gezaubert haben:

Anna Antonia – Cole-Slaw ganz einfach
auchwas – Grünkohl-Pizza
Barbaras Spielwiese – Gebackener Rosenkohl mit Gorgonzola und Walnüssen
Bonjour Alsace – Sauerkraut im Glas
Brittas Kochbuch – Winterliche Minestrone
Brotwein – Grünkohl-Pesto mediteran mit Oliven und Kapern
Cakes, Cookies and more – Bunter Wintersalat
CorumBlog 2.0 – Rotkrautsalat mit Pistazien
evchenkocht – Kohlroulade auf thailändisch
Fliederbaum – Klassisches Rotkraut
German Abendbrot – Zweierlei Rotkohl: Als Pickle und ganz klassisch
giftigeblonde – Rotkraut auf polnische Art
Katha kocht! – Geschmortes Wildschwein mit Grünkohl und Kartoffeln
LanisLeckerEcke – Cole Slaw
Leberkassemmel und mehr – Überbackener Blumenkohl
madamroteruebe – Herzhafter Wirsingkuchen mit Apfel und Bergkäse
magentratzerl – Kohl hoch zwei
Obers triftt Sahne – Fruchtiger Grünkohlsalat mit Nüssen und Salzzitronen
our food creations – Kale Salad
Schmeckt nach mehr – 5 Grünkohl-Irrtümer und ein Rezept für Grünkohl äthiopisch
Schönes + Leben – Sächsischer Gulasch mit Rotkraut und Kartoffelbrei
Summsis Hobbyküche – Weißkohlcurry
Turbohausfrau – Flammkuchen mit Kohl
Unser Meating – Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping
Kebo Home – Romanesco Kichererbsensuppe
Rike Grünkohl mit Schweinebauch

Und danke an die Turbohausfrau und die „Giftige Blonde“ für’s ins Leben rufen und organisieren der Rettungstruppe!

Bolognese aus den Bergen – Hirtenmakkaroni aus dem Slowcooker

Bolognese kennen und lieben wir doch alle! Aber wie es scheint, gibt es auch in Italien Varianten davon. Je nach Region und unterschiedlichen Grundprodukten, werden verschiedene Sachen in das Fleischragout hinein gegeben. Im neuen Slowcooker-Buch von Gabi Frankemölle „Langsam kocht (überall) besser“, ist eine Südtiroler Variante vorgestellt, die ich sofort ausprobieren wollte, als der große Nudelschmacht zuschlug. Mit dem neuen Buch kann man übrigens sehr schön einmal um die Welt reisen. Und wenn ich ein paar mehr Rezepte daraus ausprobiert habe, stelle ich es Euch sehr gerne vor!

In dieser Südtiroler Version kommt neben Kochschinken natürlich Tiroler Speck rein und ein paar Erbsen, wahrscheinlich um den Vitamingehalt ein wenig anzuheben. Zum Schluss wird es noch mit ein wenig Sahne verfeinert, wobei ich das ja sehr skeptisch bin. Ich bin einfach kein großer Sahneliebhaber. Aber das stimmt schon alles so. Zu Anfang ist die Sauce noch recht trocken, also bitte nicht erschrecken, aber sobald die Erbsen und Sahne dazu kommt, ist alles schick und geschmeidig. Natürlich könnt ihr die Sauce auch auf dem normalen Herd köcheln, dann würde ich die Vorgehensweise so beibehalten, allerdings etwas mehr Flüssigkeit zufügen und das ganze 45-60 Minuten köcheln bevor die Erbsen und Sahne dazu kommen.

Es war ein wirklich köstliches Gericht, dass es gerne öfters geben darf. Sättigend, würzig, samtig. Perfekt für usselige Wintertage! Wenn die geneigte Leserschaft es mal ausprobiert hat, berichtet mir gerne darüber! Freue mich über Euer Feedback :-)

Hirtenmakkaroni

Zutaten für 3 Portionen:
75 g Tiroler Speck oder Schinken
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
300 g Rinderhack
1 EL Öl
150 g passierte Tomaten
80 ml Gemüsebrühe
75 g gekochter Schinken
1 EL Tomatenmark
Oregano
Salz, Pfeffer
150 g Erbsen (TK)
100 ml Sahne

Slowcooker: 1,5 l
HIGH: 3,5 Stunden
LOW: 6 Stunden plus 30 min auf HIGH

(1) Als erstes alles vorbereiten. Den Speck fein würfeln. Den Kochschinken in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Speck mit dem Hack, Zwiebel- und Knoblauchwürfeln kräftig anbraten bis es krümelig und nicht mehr rosa ist. In den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Die passierten Tomaten und die mit dem Tomatenmark verrührte Gemüsebrühe angießen. Die Kochschinkenwürfel unterrühren. Mit etwas Oregano und ruhig kräftig mit Pfeffer würzen. Nur wenig salzen, da der Speck, Schinken und Brühe schon würzig sind.
(4) Deckel auflegen und auf Stufe HIGH 3 Stunden (auf LOW 6 Stunden) garen.
(5) Die Erbsen in einem Sieb auftauen, in dem sie mit kochendem Wasser übergossen werden. Gut abtropfen lassen. Nach der Garzeit die aufgetauten Erbsen und die Sahne in den Topf geben. Gut unterrühren. Deckel rauf und weitere 30 Minuten auf HIGH erhitzen.

Zu kurzen Makkaroni servieren und mit etwas Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G. (2017): Langsam kocht (überall) besser. p 40

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