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Sommerlicher Dinkelsalat

Seid ihr eher experimentelle Kocher oder bleibt ihr bei altbewährten Zutaten? Ich mag es ja nach neuen Sachen Ausschau zu halten und gehe gerne in Supermärkte, die Produkte anderer Nationen anbieten und nehme lustige Sachen mit, um sie dann auszuprobieren. Allerdings gibt es auch deutsche Produkte, die ich noch nicht kenne und auf einmal im Supermarkt nebenan bemerke. Wie diesen vorgegarten Dinkel.

Ich kenne viele Leute, die selbst oder deren Eltern eine ausgeprägte Vollkornkostphase in den 80ern und 90ern hatte (je nach Alter der Person *g*), aber nicht bei mir. Meine Eltern waren zu DDR-Zeiten teilweise froh, wenn sie überhaupt das gewünschte in der Kaufhalle bekommen haben, da konnte an solche Extravaganzen wie Grünkern und Konsorten gar nicht gedacht werden. Zumindest nicht in Rostock, in Berlin mag das vielleicht anders gewesen sein. Jedenfalls kenne ich mich mit anderen Körnern, abseits von Reis nicht sonderlich gut aus. Deswegen war der Dinkel schon eine kleine Herausforderung und dümpelte ein wenig länger im Vorratsschrank rum. Dann sah ich das Rezept für einen Graupensalat mit gebratenen Auberginen und beschloss ihn abzuwandeln. Dinkel statt Graupen (die übrigens auch noch ihrer Verwendung harren), zur Aubergine wird sich eine Zucchini gesellen und um Kraft zu sparen, wird das Gemüse im Ofen gebacken. Außerdem wurde meine Würzung leicht türkisch, denn zusätzlich zur Petersilie hab ich noch ein bisschen Minze und Pul Biber zugegeben.

Entstanden ist ein schöner, lauwarmer, sommerlicher Salat, der angenehm satt macht, dabei aber nicht zu mächtig ist. Eine charmante Mischung an Aromen von frisch durch Zitrone und Tomate bis rauchig durch das gebackene Gemüse. Ein Salat, der auch gut zum Grillabend passt oder über den man noch ein wenig Feta krümeln kann, wenn einem das tierische Protein fehlt. Und jetzt begebe ich mich auf die Suche nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten für den Dinkel, weil der wirklich köstlich ist! Gebt Dinkel eine Chance!

Sommerlicher Dinkelsalat

Zutaten für 2-3 Portionen:
150 g Aubergine
1 mittlere Zucchini
Salz, Pfeffer
2+5 EL Olivenöl
125 g vorgegarter Dinkel
2 Frühlingszwiebeln
3 mittelgroße Tomaten
1/2 Bund glatte Petersilie
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber)
2 Prisen getrocknete Minze
1/2 Bio-Zitrone, Saft und Schale

(1) Den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech bereit stellen.
(2) Die Auberginen und Zucchini waschen, trocknen, Enden ab- und die Früchte in ca. 1 cm große Würfel schneiden. In eine Schüssel geben, mit 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer gut vermischen. In einer Schicht auf dem Backblech verteilen und auf mittlerer Schiene ca. 20-30 Minuten im Ofen backen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. In eine Schüssel geben.
(3) Den Dinkel nach Packungsanweisung in kochendem Salzwasser garen. Bei mir dauerte das etwa 20 Minuten. Wenn noch Wasser im Topf sein sollte, abgießen und abtropfen lassen. Zum gebackenen Gemüse geben.
(4) Jetzt das restliche Gemüse zerkleinern. Von den Frühlingszwiebeln das Wurzelende und das unschöne obere Ende abschneiden, den Rest in feine Ringe schneiden. Die Tomaten waschen, trocknen. Dann halbieren und den grünen Strunk entfernen. Das Fruchtfleisch in mittelgroße Würfel schneiden. Zum restlichen Salat geben.
(5) Die Petersilie waschen, abtrocknen und fein hacken. Zusammen mit der Minze, Chiliflocken, Zitronenschale und -saft zum Salat geben. Die übrigen 5 EL Olivenöl drüber gießen und gut durchrühren. Etwa 30 Minuten ziehen lassen.

Genießen!

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Ungarn 2016: Essen abseits des Klischees von Gulasch

Natürlich müssen wir in Ungarn auch was essen und nein, es gibt nicht jeden Tag Gulasch *g* Ja, es wird tatsächlich öfter Pörkölt (der ungarische Name vom Gulasch) gegessen, aber auch oft gemüselastige Alltagsgerichte.

Einen nicht zu unterschätzenden Teil der ungarichen Küche machen Suppen aus. Traditionell besteht jedes Mittagessen, die Hauptmahlzeit des Tages, aus zwei Gängen: erst eine Suppe, dann einen zweiten Gang, der auch gerne mal süß ist.

Beginnen wir mit etwas, was schon das Klischee erfüllt: Gulaschsuppe (Gulyás auf ungarisch). Sehr reichhaltig, sehr zartes Fleisch, das beste Wurzelgemüse von Welt, nämlich aus Tantes Garten. Erwähnte ich schon mal meine Liebe zu Petersilienwurzeln? ;-)

Was ich ja immer essen könnte – Borsófözelék, also eigentlich Erbsengemüse, das eine komplette Mahlzeit darstellt. Dieses Mal mit geschmorter Ente als Beilage. Meine Variante findet ihr auch im Blog unter „Ungarisches Erbsengemüse„.

Den Abend als ich ankam, gab es eine weiße Bohnensuppe mit pikanter Wurst als Einlage. Und dazu diesmal kein Brot sondern Kartoffelplätzchen. War ich begeistert! Wieso hab ich die Dinger bisher immer nur süß gegessen?

Wirklich sehr beliebt, aber in Deutschland weitgehend unbekannt, ist die Vorliebe der Ungarn für kalte Obstsuppen, besonders wenn der Sommer heiß ist. Frau Kochschlampe kam bei unserem gemeinsamen Urlaub vor sieben Jahren sehr auf den Geschmack und auch ich liebe sie, am meisten die Sauerkirschsuppe. Aber es können auch Pfirsiche, Äpfel, Aprikosen benutzt werden. Richtig wichtig ist nur die Zugabe von Saurer Sahne. Denn noch vor Paprika ist eigentlich Saure Sahne die alles beherrschende Zutat in der ungarischen Küche *g*

Natürlich wird in Ungarn auch viel Süßes gegessen. Und dort wird ebenfalls in Alltagskuchen und Feiertagskuchen unterschieden. Alltagskuchen sind solche, wie dieser einfache Hefe-Kirsch-Kuchen oder der von mir heiß verehrte süße Dillkuchen:

Und wenn Besuch kommt, wird schon mal ein aufwendiger Biskuitkuchen mit Buttercremefüllung und Walnüsschen obenauf gebastelt. Ich bin ja sonst kein Fan von so Cremekuchen, aber dieser war extremst lecker!

Zu besonderen Anlässen wird besonders groß aufgetafelt. Aber auch da gibt es traditionelle Gerichte, die nur in Feinheiten variieren.

Der erste Gang ist immer eine klare Fleischbrühe! Zwerg und ich bevorzugen sie mit ziemlich vielen feinen Nüdelchens und Gemüse. Besonders die Möhren – was gibt es immer Diskussionen und böse Blicke um die Möhren zwischen uns! :-D Ganz ehrlich? Wenn ich nicht alleine leben würde, es gäbe jeden Sonntag Brühe bei mir als Vorspeise!

Zu dem großen Familientreffen, dessen Gerichte ich Euch gerade zeige, hatte meine mittlerer Tante insgesamt drei Hauptgerichte gekocht. Hier seht ihr den gefüllten Schweinebauch, etwas gebratene Hähnchenbrust, den ich mit Reis und buntem Salat aß. Die Ungarn haben es nicht so mit Sauce, es sei denn es gibt Gulasch, das meine Tante auch noch gezaubert hat und das ganz wunderbar würzig schmeckte. Mein Bild ist nur leider extrem unansehnlich geworden *seufz*

Gegartes Gemüse ist nicht so wahnsinnig üblich als Beilage, zumindest in meiner Familie. Stattdessen werden Weißkohlsalat, Gurkensalat oder eingelegte Gurken, im Sommer Kovászos uborka serviert. Mir ist das ja so ins Blut übergegangen, dass ich z.B. fast nie auf die Idee komme, mir einen grünen Salat als Beilage zu machen, dafür aber immer irgendwelche eingelegten Gemüse in meinem Kühlschrank zu finden sind.

Kommen wir zur nächsten Kategorie: Sonntagsessen. Auch da setzt die ungarische Hausfrau normalerweise sonntagmorgens einen riesigen Topf mit Hühnerbrühe auf, der dann stundenlang simmert und durchs Haus duftet, aber es dürfen auch andere feine Sachen serviert werden, wie diese Hähnchenragoutsuppe. Habe ich das erste Mal gekostet und mochte es sehr!

Weil wir eine größere Runde waren (Cousin plus Familie, Onkel + Tante, meinereiner samt Sippe) hat die Tante zwei Hauptgerichte gekocht. Zum einen das Unaufhörbare Hühnchen vom Blech, mit Pommes. Ein Rezept, das meine Tante aus dem Internet hatte. Dafür werden Hähnchenstücke gewürzt, mit Zwiebel und Saurer Sahne belegt und dann in den Ofen geschoben, die Pommes passten gut dazu. Das Photo lässt es nicht vermuten, aber es ist tatsächlich köstlich und sehr zart.

Als zweites Gericht gab das andere Nationalgericht Ungarns: Paprikás csirke, also Hähnchenpaprikasch, das traditionell zu ungarischen Nokeldi (Knöpfle) serviert wird:

Dafür sollte ich auch mal das Rezept veröffentlichen, oder? *grübel* Wollt ihr das Rezept haben?

Frühstück ist normalerweise eher spartanisch in Ungarn, aber wenn besonderer Besuch da ist, wie der kleine Bruder aus Deutschland (sprich mein Vater) oder der Sohn, der am südlichsten Ende Deutschlands lebt, dann werden auch besondere Frühstücksvarianten aufgetischt. Besonders beliebt ist bei uns mit Paprika gebratenes Entenblut. Hört sich für den ein oder anderen vielleicht komisch an, aber schmeckt wunderbar würzig. Denn wenn so ein Tier schon für unser Essen sterben muss, ist es unsere verdammte Pflicht so viel wie möglich zu verwerten!

Für unseren Besuch wird auch immer selbstgemachte Hurka, also Blut- und Leberwurst vom Schlachten im Winter, im Tiefkühler aufgehoben. Und ganz ehrlich? Die Varianten von meinem Onkel sind einfach die allerbesten! Sooo unglaublich lecker! Die Blutwurst mit Reis und ein wenig süßlich, die Leberwurst pikant, aber nicht zu scharf.

Von meiner zweitältesten Cousine wurden wir zu ihrem alljährlichen Kesselkochen eingeladen, was sehr gemütlich war. Draußen sitzen, quatschen, nebenbei köchelt die Bohnensuppe mit Eisbein …

… die Schwiegermutter meiner Cousine (die gelernte Konditorin ist) buk noch Quark- und Sauerkirschstrudel (grooooße Strudelliebe hier!) und …

die kleinen Käsepogatschen, die wunderbar als Brotbeilage zur Suppe passten.

Ich vermisse das Essen dort sehr und freue mich jetzt schon auf September, wenn ich die Kochkünste meiner Tanten, Cousinen und Co. genießen kann. Als Bonus gibt es dieses Jahr noch den Besuch einer Hochzeit, auf den ich sehr gespannt bin und Euch auf alle Fälle berichten werde.

Für morgen verspreche ich Euch einen Beitrag über ein wahrlich ruhiges und niedliches Ferienhausdorf, in dem wir eine weitere Woche verbrachten. Und da ist es so unglaublich schön, dass ich mir glatt vorstellen könnte, mal ein ganzes Jahr dort zu leben, um alle Jahreszeiten zu erleben…

Pasta mit Mangold-Senf-Sauce

Ich liebe meinen kleinen Balkongarten. Mittlerweile mogeln sich auch einfach hübsche Blümchen dazu, aber trotzdem ist der Gemüseanteil nicht zu unterschätzen. Was sich als einfach und ertragreich herausstellte im Anbau, war Mangold. Der funktioniert 1a im Balkonkasten. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt! Und irgendwann hat man wunderhübsche Mangoldblätter, die geerntet und verbraucht werden wollen.

Nur für was? Pasta stand lange nicht mehr auf dem Tisch und die Mangold-Senf-Sauce, die seit ewigen Zeiten in meinem Repertoire ist, hatte ich auch ewig nicht. Geritzt! Und die Sauce ist so einfach zu machen und dabei so köstlich! Auch ein perfektes Arbeitnehmergericht, weil die Sauce parallel zu den kochenden Nudeln gemacht werden kann. Wer nicht genau weiß, was er mit der Mangoldschwemme anfangen kann, diese Sauce solltet ihr ausprobieren!

Pasta mit Mangold-Sanf-Sauce

Zutaten für 2 kleinere Portionen:
250 g Mangold
2-3 Tomaten
1 EL Butter
100 ml Sahne
Schluck Wasser
1 TL mittelscharfer Senf
1 TL scharfer Senf
Salz, Pfeffer

140 g Pasta (hier: Linguini)

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Mangold waschen, etwas abtropfen lassen. Die Blätter in breitere Streifen schneiden, die Stiele in kleinere Würfel. Die Tomaten waschen, abtrocknen, vierteln. Strunk heraus schneiden und die Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch in feine Würfel schneiden.
(2) Das Wasser für die Pasta aufsetzen, salzen und die Pasta nach Packungsanweisung al dente kochen.
(3) Währenddessen die Sauce schnell kochen. Die Butter in der Pfanne schmelzen lassen und den Mangold hineingeben. Etwa 4 Minuten andünsten. Währenddessen die Sahne mit etwas Wasser den beiden Senfen, Salz und Pfeffer gut verrühren. Über den Mangold geben. Dann wieder ca. 4 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss nur noch die Tomatenwürfelchen hinein geben und gar ziehen lassen.
(4) Die Pasta abgießen und tropfnass in die Sauce geben. Gut verrühren. Servieren.

Genießen!

Quelle: irgendwo mal aufgeschnappt

Türkische Snacks – Zweierlei Gözleme

Ich bin der weltschlechteste Snacker! Snacks sind nicht so meins, ich mag meinen Tag unterteilt in Hauptmahlzeiten und nicht ständig irgendwas knabbern. Nun gibt es aber doch in jeder Länderküche so Kleinigkeiten, die mal eben so zwischendurch gegessen werden und schweinelecker sind, nur eben keine Hauptmahlzeit. Wie diese Gözleme aus der Türkei.

Entdeckt hatte ich sie, als Orhan Tangcil von „Koch Dich türkisch“ sie letzte Woche in der WDR-Sendung „Daheim + Unterwegs“ für Toni Schumacher gekocht hat. Aber was sind Gözleme überhaupt? Es sind gefüllte Teigtaschen, wobei die Füllung sehr verschieden und rein nach persönlichen Vorlieben sein kann, die oft zum Nachmittagstee gereicht werden. Der Klassiker ist die Käse-Petersilien-Füllung, die wunderbar frisch schmeckt, aber man kann auch vieles anderes in die Täschchen tun. Da ich noch eine lange, japanische Aubergine da hatte, improvisierte ich eine pikante Füllung mit Rosinen, Nüsschen, Zimt, Chiliflocken (Pul Biber) und Petersilie. Türkische Snacks ohne Petersilie sind ja nun wirklich fast nicht vorstellbar, oder? Als Teig wird traditionell Yufka benutzt, den man auch aus wenigen Zutaten selbst machen kann. Aber weil die Hitze kräftemäßig ihren Tribut fordert, habe ich diesmal Strudelteigblätter aus dem Kühlregal des Supermarktes genommen. Ja, ich kenne die Unterschiede zwischen Strudel- und Yufkateig, aber mit dem Strudelteig funktionierte es auch hervorragend und war sehr knusprig lecker. Etwas skeptisch war ich ja bei der Zubereitungsweise als im Rezept stand, dass ein bisschen der Füllung in den Teig gegeben wird, Teig falten und trocken in die heiße Pfanne legen. Wie jetzt? Keine Butter oder Öl zwischen den Schichten? Das soll halten? Aber tat es! Und 1 Esslöffel der Füllung ist auch nicht zu wenig, sondern die genau richtige Menge. Die gefalteten Taschen werden bei mittelhoher Hitze von beiden Seiten goldbraun gebraten und zum Schluss mit flüssiger Butter bestrichen. Sie sind erstaunlich schnell fertig gemacht!

Und so wahnsinnig köstlich! Geiler Scheiß! Knusprig, würzig, perfekt für ein sommerliches Mittagessen oder Picknick! Probiert sie unbedingt aus! Bei mir wird es sie jetzt öfter geben!

Gözleme – Hausgemachte türkische Teigtaschen

Für insgesamt 7 Stück:

Schafskäse-Füllung:
100 g Feta
1 Frühlingszwiebel
einige Stengel glatte Petersilie

Auberginenfüllung:
1 EL Rosinen
100 g Aubergine
1 Frühlingszwiebel
1/2 Knoblauchzehe
1 handvoll Walnüsse
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Prise Zimt
Prise Pul Biber (Chiliflocken)
einige Stengel Petersilie

7 Blätter Strudelteig aus der Kühlung
2-3 EL Butter

(1) Zuerst die Schafskäsefüllung machen. Dafür den Käse in eine kleine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, die Petersilienblätter mittelfein hacken. Alles zum Käse geben und gut miteinander verrühren.
(2) Für die Auberginenfüllung, die Rosinen in kaltem Wasser einweichen. Von der Aubergine die Enden entfernen und in kleine Würfel schneiden. Von der Frühlingszwiebel das Ende entfernen und die ganze Zwiebel in feine Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe durchpressen, die Walnüsse grob hacken. Das Öl in einer Pfanne auf mittelhoher Flamme erhitzen. Die Auberginenwürfel zugeben, salzen, pfeffern und etwa 10 Minuten dünsten lassen. Öfter mal rühren. Die Frühlingszwiebel, Knoblauch, Nüsse, abgetropfte Rosinen, Zimt und Pul Biber zugeben. Alles gut verühren und weiter dünsten lassen bis die Auberginen weich sind. In eine Schüssel geben. Die Petersilie mittelfein hacken und zur Auberginenmischung geben. Gut durchrühren.

(3) Ein Strudelblatt aus der Packung nehmen und auf ein großes Brett vor sich hinlegen. 1 Esslöffel der Füllung in die Mitte geben und auf etwa 5×5 cm verteilen. Dann 1/3 des Teiges von über die Mischung klappen und 1/3 von oben darauf klappen. Die linke Seite der Tasche nach rechts über die ummantelte Füllung geben, die rechte Seite des Teiges unter die Tasche klappen, damit die Füllung auch von unten geschützt ist. So mit allen Strudelblättern verfahren bis die Füllungen aufgebraucht sind.

(4) Eine oder zwei große Pfanne auf dem Herd bei mittelhoher Flamme erhitzen. Die Butter schmelzen. Die fertig gefalteten Teigtaschen in die trockene Pfanne legen und von jeder Seite innerhalb von ca. 5 Minuten goldbraun braten. Herausnehmen und sofort mit der flüssigen Butter bestreichen.

Am Besten noch leicht warm mit einem frischen Salat zusammen servieren.

Genießen!

Quelle: nach Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 105

Spaghetti-Auflauf aus dem Slowcooker

Die Garten- und Ausflugssaison ist ja in vollem Gange! Wer hat bei schönem Wetter schon Lust und, seien die Gartenbesitzer mal ehrlich, Zeit lange in der Küche zu stehen. Die gleißende Sonne, die zwitschernden Vögel, der wispernde Wald, das plätschernde Wasser oder einfach das Unkraut im Garten ziehen einen nach draußen, aber trotzdem möchte zumindest ich eine vernünftige Mahlzeit am Tag haben. Und da kommt wieder mein geliebtes kleines Schmormonster zum Einsatz! Das alte zeit- und energiesparende Prinzip: morgens alles fix in den Slowcooker schichten, anstellen und mittags bzw. abends dann das fertige Essen genießen ohne, dass man weiter einen Gedanken dran verschwenden muss. Für mich unglaublich praktisch!

Nun hab ich Euch ja schon etliche Suppen- und Schmorgerichte, sowohl in vegetarisch als auch mit Fleisch vorgestellt, aber von im Slowcooker gegarten Nudeln hielt ich mich bisher immer fern, weil die ganz gerne verkochen in der langen Zeit. Aber Gabi und Ulrike haben so ein Rezept in ihrem Kochbuch „Slowcooker für 2“ und ihren Rezepten vertraue ich (fast) blind. Und was soll ich sagen: es funktioniert tadellos. Die knapp al dente vorgekochten Spaghetti werden nicht matschig und mit den weiteren würzigen und gemüsigen Zutaten ergibt das einen wirklich schönen Alltagsauflauf, den man gut nach einem Vormittag im Gemüsebeet vertragen kann.

Italienischer Spaghetti-Auflauf

Zutaten für 2-3 Portionen:
125 g Spaghetti
50 g Paprika
2 Frühlingszwiebeln
50 g Erbsen (TK)
50-100 g Wurst- oder Schinken (hier: Schinken)
6-8 Cocktailtomaten

Für den Guss:
2 Eier
150 ml Sahne
75 g geriebener Käse
Salz, Pfeffer
Paprikapulver, getrockneter Oregano

etwas Öl zum Einfetten des Einsatzes

Slowcooker: 1,5 l
Zeit: 3,5-4 Stunden
Stufe: LOW

(1) Den Einsatz des Slowcookers dünn mit Öl einfetten.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Die Paprika in mittelgroße Würfel schneiden, die Frühlingszwiebeln in Ringe. Die Wurst oder Schinken in kleine Würfel schneiden. Die Cocktailtomaten halbieren.
(3) Die Spaghetti in Salzwasser 1 Minute weniger als angegeben knapp al dente kochen. Die letzten 2 Minuten das Gemüse zugeben. Alles in ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Die Spaghetti und Gemüse in den Einsatz des Slowcookers geben, die Schinkenwürfel untermischen und mit den Tomaten belegen.
(4) Alle Zutaten für den Guss gründlich miteinander verrühren. Wenn die Wurst/Schinken sehr salzig ist, weniger Salz verwenden. Die Menge an Paprikapulver und Oregano ganz nach Geschmack, meine ungarischen Gene lassen mich immer ein bisschen mehr davon nehmen. Den Guss auf die Nudeln gießen. Deckel drauf.
(5) 3,5-4 Stunden auf LOW garen lassen bis die Eimasse gestockt und der Käse geschmolzen ist.

Zusammen mit frischem Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Frankemölle G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p 48

Herzhaft mit ungarischen Aromen gefüllte Pfannkuchen

Meine beiden kulinarischen Kernkompetenzen sind eindeutig Gulasch und Palacsinta. Meine Gulaschgene lassen mich nie im Stich und irgendwie gelingt es immer *aufHolzklopf*, egal aus was ich Gulasch zubereite, sei es Fleisch, Pilze, Leber, Kartoffeln oder Kürbis. Auch Palacsinta (oder Pfann- oder Eierkuchen genannt) gelingen seltsamerweise immer. Ich meine okay, so wahnsinnig schwer sind beide Sachen nicht zu kochen, ein paar Tricks und Kniffe sollte man kennen und beherzigen. Dann gelingt es aber wirklich immer!

Und warum dann nicht mal diese beiden Kernkompetenzen in einem Gericht vereinigen? Kann man natürlich auch perfekt von Resten machen, aber ich hatte mit Absicht mehr Palacsinta ausgebacken und grübelte an einer Füllung rum. Nur süß wollte ich nicht (immer das gleiche Problem danach, mir wäre den gesamten Nachmittag übel), aber Reste eines herzhaften Essens, die da reingepasst hätten, fanden sich nicht im Kühlschrank. Es gibt ja in der ungarischen Küche den Klassiker „Hortóbágyi palacsinta“, das sind mit einer Gulaschfarce gefüllte Palacsinta, die dann in einer Sauce aus dem Gulaschsaft und etwas Saurer Sahne überbacken wird. So zeitaufwendig wollte ich es dann doch nicht und habe einfach aus Hackfleisch eine trockenere Gulaschmasse gekocht. Schnell gefüllt und zum Überbacken mit Käse in den Ofen geschoben. Fertig!

Ein einfaches, aber trotzdem sehr köstliches Gericht, das gut sättigt und wunderbar die ungarischen Aromen von Paprika und Saurer Sahne kombiniert. Dazu macht ihr Euch am Besten einen frischen Salat oder, wie es in Ungarn wahrscheinlich serviert werden würde, esst eingelegtes Gemüse wie die mit Weißkohl gefüllte Paprika, dazu.

Herzhaft gefüllte Pfannkuchen ungarische Art

Zutaten für 2 Portionen:
5 Pfannkuchen (am Besten aus neutralem Teig)
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/4 Paprikaschote
1 EL Öl
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
2 TL Paprikapulver edelsüß
350 g Hackfleisch, gemischt
1 TL Majoran
1 EL Tomatenmark
100 ml Wasser
ca. 100 g Schmand
ca. 50 g geriebener Käse

Öl zum Einfetten der Auflaufform

(1) Erst kommt die gulaschartige Füllung dran. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und beides fein würfeln. Das Stück Paprikaschote ebenfalls mittelfein würfeln.
(2) Das Öl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelwürfel zugeben und etwa 5 Minuten anschwitzen. Die Knoblauchwürfel zugeben und 1 Minute mitdünsten bis sie duften. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Paprikapulver unterrühren. Die Pfanne wieder auf den Herd stellen und das Hackfleisch hinein geben und krümelig braten bis es die rote Farbe verloren hat. Das Tomatenmark und Paprikawürfel einrühren, mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen. Mit Wasser begießen und etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis eine relativ trockene Hackgulaschmasse entstanden ist.
(3) Während die Füllung köchelt, den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine kleinere Auflaufform einfetten.
(4) 1/5 der Hackmasse und ein bisschen des Schmands auf dem unteren Drittel eines Pfannkuchens verteilen. Die linke und rechte Seite um etwa 1 cm einschlagen, dann den Pfannkuchen von unten aufrollen und mit der Naht nach unten in die Auflaufform setzen. So mit den restlichen Pfannkuchen verfahren. Zum Schluss mit dem Käse bestreuen.
(5) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 15-20 Minuten backen bis der Käse zerlaufen und die Palacsinta goldbraun sind von oben.

Zu frischem Salat oder eingelegtem Gemüse servieren.

Genießen!

Gurken-Radieschen-Kartoffelsalat mit Schnitzelchen

Kartoffelsalat muss doch sein, oder? Ich meine, wer mag denn bitte keinen Kartoffelsalat? Es gibt so viele Variationen, dass es für jeden mindestens eine passende gibt – sei es mit Mayo oder ohne, sei es exotisch oder klassisch. Mir war letztens wieder nach Kartoffeln, auch weil die Kartoffeln im Vorratsschrank nicht unbedingt frischer wurden. Und im Kühlschrank lungerte noch ein grummeliger Gurkenrest rum, der endlich verbraucht werden wollte. Und weil Frühling ist, passen auch frische Radieschen wunderbar rein, die dieses mal auch wirklich scharf waren und nicht so lasch wie sonst. Der Clou waren die vom Rezept vorgeschlagenen gerösteten Mandelblättchen – ich hätte wirklich nicht erwartet, dass sie so gut zu dem Salat passen. Für’s warme Brühedressing benutzte ich scharfen, polnischen Senf, der seinem Namen alle Ehre macht und mal locker-flockig alle Bakterien in meiner Nase und Rachen wegätzte ;-)

Ein schön frischer, frühlingshafter Salat, der bestimmt auch gut zum Grillabend passt. Ich buk mir ein paar klassische Schnitzel aus – und wie das geht, wisst ihr ja spätestens seit dieser Anleitung ;-)

Gurken-Radieschen-Kartoffelsalat

Zutaten für 2-3 Portionen:
500 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
1 Prise Kümmelkörner
1 kleine Zwiebel
3 EL Rapsöl
1/2 TL Zucker
125 ml Gemüsebrühe
1 TL scharfer Senf
1 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1/3 Salatgurke
1/2 Bund Radieschen
1/2 Bund Petersilie
2 EL Mandelblättchen

(1) Als erstes die Kartoffeln in der Schale mit der Prise Kümmel in Salzwasser gar kochen. Je nach Größe 20-40 Minuten bis sie gar sind. Abgießen und etwas auskühlen lassen.
(2) Während die Kartoffeln abkühlen, das Dressing machen. Dafür die Zwiebel häuten und fein würfeln. In einem kleinen Topf 1 EL Rapsöl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Mit Zucker bestreuen, damit er etwas karamellisiert. Mit Gemüsebrühe aufgießen und aufkochen lassen. Die Herdplatte ausstellen. Senf, Weißweinessig und restliches Öl gründlich unterrühren. Gut mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffeln pellen und in dünnere Scheiben schneiden. In einer Schüssel (in die später auch noch die Gurken und Radieschen passen müssen) die Kartoffelscheiben mit dem Dressing übergießen und vorsichtig, aber gründlich verrühren. 30 Minuten ziehen lassen.
(4) In der Zeit die Gurke und Radieschen waschen, gut trocknen. die Gurke halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Radieschen ebenso. Die Petersilie fein hacken. Die Mandelblättchen in einer trocknen Pfanne bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Dabei stehen bleiben, das geht schneller als ihr denkt – zwei Sekunden nicht aufgepasst und die Mandeln sind schwarz. Die Gurken- und Radieschenscheiben mit der Petersilie unter den Salat rühren. Ein wenig ziehen lassen, abschmecken, ob noch Salz fehlt und dann mit den Mandelblättchen bestreut servieren.

Genießen!

Quelle: nach Kartoffelsalat mit Radieschen und Gurke

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