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Pancakes auf Vorrat mit hausgemachtem Heidelbeerkompott

Nein, keine Angst! Ich habe nicht angefangen, Pancakes einzuwecken *g* Aber letzte Woche Sonntag war das Wetter hier in Deutschlands Mitte so usselig mit ganztägigem Regen und nur grau, dass ich schon morgens eine Belohnung brauchte, bevor ich überhaupt was geleistet habe. Manchmal gibt es einfach so Tage, oder? Und mir war sehr stark nach Pancakes. Deren Teig muss nicht ewig ruhen und kann man auch in kleineren Mengen machen. Klar, ich hätte auch das einfache und neutrale Pancake-Rezept von Jamie Oliver nehmen können, aber wieso ist man Foodblogger, wenn einen nicht die Neugier nach neuen Rezepten umtreibt?

Aus Nigella Lawsons Buch „Nigella Express“ ist mir schon vor Ewigkeiten ein Rezept im Hinterkopf geblieben, bei dem sie die Grundmischung für Pancakes auf Vorrat macht. Einfach alle trocknen Zutaten gut miteinander vermischen, in eine luftdicht verschließende Dose geben (wir wollen ja keine Mehlmotten oder so da drin, oder?) und wenn einem mal nach Pancakes gelüstet, nur eine bestimmte Menge der Pfannkuchen-Mischung mit Ei, Milch und etwas flüssiger Butter (Die Mikrowelle ist Dein Freund!) verrühren und ausbacken. Fertig. Und so schnell. Weil seien wir doch mal ehrlich, das lästigste am Pancakes-Machen ist doch das Abwiegen der Zutaten, oder? (öhm, nein, so Teigsachen kann ich leider nicht aus’m Handgelenk basteln *g*) Ich behaupte mal perfekt für alle, die einen guten Pancake ab und an zu schätzen wissen, Familien mit Kindern. Ansprechend verpackt, ist es bestimmt auch ein schönes Weihnachtsgeschenk :-)

Hausgemachte Pancake-Mischung

Zutaten für ca. 4 x 15 Pancakes:
600 g Mehl
3 EL Backpulver
2 TL Natron
1 TL Salz
40 g Vanillezucker oder Zucker

Alle Zutaten mischen und in einen gut verschließbaren Behälter füllen.

Wenn es Pancakes geben soll, wie folgt vorgehen:

Pancakes

Für ca. 15 Stück à 8 cm Durchmesser:
150 g Pancake-Mischung
1 Ei
250 ml Milch
1 EL zerlassene Butter

(1) Die trockenen Zutaten gut mit den flüssigen Zutaten verrühren.
(2) Eine beschichtete Pfanne ohne Fett darin bei mittelhoher Stufe heiß werden lassen.
(3) Für jeden Pancakes 1-2 Esslöffel Teig in die Pfanne geben und von jeder Seite 1-2 Minuten backen bis sie schön braun sind.

Mit Fruchtkompott der Wahl, Ahornsirup oder anderen Köstlichkeiten nach Wahl.

Quelle: Lawson, N. (2007): Nigella Express. Dorling Kindersley. p 93

Und weil hier das schönere Bild vom Heidelbeerkompott zu sehen ist, gebe ich Euch noch schnell das Rezept dafür mit. Ja, es ist echtes einwecken, aber wirklich nicht kompliziert zu machen. Probiert es nächstes Jahr ruhig mal aus. Es war total lecker, durch den Sternanis schön erfrischend. Nächstes Jahr muss ich definitiv mehr als zwei Gläser machen :-)

Heidelbeerkompott

Zutaten für ca. 500 ml:
300 g Heidelbeeren
Stück Zitronenschale
kleine Stücke Sternanis
Prisen Zimt
125 ml Wasser
75 g Zucker
Saft 1/2 Zitrone

Weck-Gläser mit Glasdeckel, Gummiring, Metallklammern
oder
Twist-Off-Gläser

(1) Als erstes die Gläser vorbereiten. Diese gut mit heißem Spüli-Wasser auswaschen, mit heißem, klarem Wasser ausspülen. Die Gläser in den Ofen stellen. Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in ca. 15 Minuten trocknen und gleichzeitig sterilisieren lassen. Die Deckel (und Gummiringe) in einen kleinen Topf geben, mit Wasser bedecken und ca. 5 Minuten kochen lassen. Die Gläser rausholen und abkühlen lassen.
(2) Die Heidelbeeren verlesen, waschen und in die Gläser geben. In jedes Glas 1 kleines Stück Zitronenschale, 1 kleines Stück vom Sternanis und 1 Prise Zimt geben.
(3) Das Wasser mit dem Zucker und dem Zitronensaft aufkochen bis sich der Zucker aufgelöst hat. Heiß über die Heidelbeeren gießen und die Gläser verschließen.
(4) Die Gläser in einen passenden Topf stellen, in dem ein Küchentuch oder 2 Blätter Küchenkrepp liegen. Mit heißem Wasser aufgießen, so dass die Gläser 2/3 bis 3/4 im Wasser stehen. Deckel auf den Topf. Das Wasser mit den Gläsern drin bei mittlerer Hitze aufkochen lassen. Ab dem Zeitpunkt des Kochens 30 Minuten kochen lassen.
(5) Die Gläser rausholen. Twist-Off-Gläser kurz auf den Kopf stellen, die Weck-Gläser auf KEINEN Fall! Vollständig abkühlen lassen. Prüfen, ob ein Vakuum entstanden ist. Wenn die Deckel der Weck-Gläser nicht fest sind, entweder schnell aufbrauchen oder nochmals einkochen.

Genießen!

Auf Vorrat: Ungarischer Weißkrautsalat – Házi csalamádé

Ein wirklich echter Standard in jeder ungarischen Küche ist Weißkrautsalat. Gefühlt gibt es immer Weißkrautsalat, zu jedem Sonntagsessen! Manchmal denke ich, ich bin nur mit Weißkohlsalat aufgewachsen, andere Salate (außer noch Gurkensalat) gibt es in meinen frühkindlichen Essenserinnerungen nicht. Gut, vielleicht auch noch Möhren- und Chicoreesalat *g*

Aber ich mag die Salate, die auf Weißkohl beruhen wirklich. Irgendwie sind sie ein schöner Kontrast zu den öfters doch gehaltvollen ungarischen Gerichten wie Gulasch mit ihrem Essig im Dressing. Nur lohnt sich für mich alleine so eine große Portion Weißkrautsalat so überhaupt nicht, ich dachte halt auch, dass sie schneller schlecht werden. Aber der muss doch auch irgendwie haltbar gemacht werden können, nicht mal in Ungarn gibt es ganzjährig die köstlichen Spitzpaprika. Im Netz begab ich mich auf die Suche, fand aber irgendwie nur Rezepte mit künstlichen Haltbarmachern. Was ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen kann. Da baut man mühsam im eigenen Garten das Gemüse an, macht sie die Arbeit alles auf Vorrat zu verarbeiten und da will man auch das finanzielle Risiko nicht eingehen, dass die Vorräte verderben, wenn man nicht nur selbst davon isst, sondern auch die eigenen Kinder und Enkelkinder und Eltern mitversorgt werden. Zumindest erkläre ich es mir so bei meiner Tante in Ungarn. Bei mir sieht die Situation anders aus, ich bin nur alleine, brauche keine Unmengen an Essen und versorge auch niemanden mit. Für wenig Geld finde ich eigentlich den ganzen Winter über Kohl im Supermarkt und habe auch kein Unmengen an Arbeit in den Garten und die Aufzucht des eigenen Gemüses investiert. Und da kann ich dann auch mal Rezepte ohne zusätzliche Konservierungsstoffe ausprobieren und das Risiko eingehen, dass eine Portion schlecht wird im Vorratsschrank. Dann auch daraus gelernt und würde den Salat beim nächsten Mal eben früher verbrauchen.

Im Buch „Kochschule – Mittelstufe“ von Zsófi Mautner, der Autorin des ungarischen Blogs „Chili & Vanilia„, fand ich ein Rezept, dass sich wirklich nett anhörte und eben in größeren Mengen in Gläser verpackt wird. Jetzt stand keine exakte Haltbarkeit dabei, aber denke, da kein expliziter Hinweis auf Kühlschrankaufbewahrung dabei war, kann der fertig abgefüllte Salat auch in die Speisekammer (meine nächste Wohnung muss eine haben!) oder in den Vorratsschrank. Frau Kochschlampe beschäftigte sich auch mal näher mit dem Thema Fermentierung und meinte, dass so ein Weißkohlsalat schon länger haltbar sein sollte, weil die guten, kleinen Bakterien den Salat fermentieren und dadurch haltbar machen. Gucken wir mal. Ich habe ihn Anfang September gemacht und bisher ist kein Schimmel oder ähnliches sichtbar. Dabei ist natürlich wichtig, dass die Gläser wirklich gut gereinigt wurden und auch der gesamte Salat von der Essigmarinade bedeckt sein sollte.

Dieser Salat ist wirklich schnell gemacht für Weißkohlsalat und verbindet wunderbar die traditionellen ungarischen Elemente wie die Spitzpaprika mit etwas exotischeren Gewürzen wie Koriander. Dafür fällt der von mir nicht ganz so heiß geliebte Kümmel weg *puh* Aber ich denke, dass Koriander auch eine verdauungsfördernde Wirkung hat :-) Ich habe einen Spitzkohl benutzt, da die Weißkohle hier meist zu groß für mich allein sind und brauchte nicht die ganze Menge an Marinade. Vor kurzem öffnete ich ein Glas, um es zum Kürbisgulasch zu essen und war begeistert. Sehr köstlich! Kann es nur jedem empfehlen einmal Csalamádé (ausgesprochen Tschalamahdeh) zu machen und zu kosten! Es ist nicht umsonst ein Standard in jedem (wirklich jedem) ungarischen Haushalt *g*

Hausgemachter, ungarischer Weißkrautsalat – Házi csalamádé

Zutaten für ca. 1 l:
ca. 1 kg Weiß- oder Spitzkohl
1 Zwiebeln
2 Spitzpaprika
1 rote Paprika
30 g Salz
700 ml Wasser
300 ml Essig (Weißwein- oder Apfelessig)
100 g Zucker
1/2 TL Pfefferkörner, ganz
1-2 TL Koriander, ganz
3-4 Lorbeerblätter

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebeln häuten und in feine Halbringe schneiden. Die Paprikas waschen, trocknen und in feine Streifen schneiden. Vom Kohl die äußeren, unschönen Blätter entfernen, mit Hilfe einer Küchenmaschine, eines Hobels oder per Hand in dünne Streifen schneiden.
(2) Das ganze Gemüse in eine große Schüssel geben und das komplette Salz unterrühren. Ca. 1 Stunde stehen lassen.
(3) Zwischenzeitlich in einem Topf das Wasser mit Essig, dem Zucker und den Gewürzen aufkochen bis sich der Zucker aufgelöst hat. Abkühlen lassen.
(4) Die Gläser vorbereiten. Dazu diese und die Deckel mit heißem Spülwasser gründlich auswaschen, mit heißem, klaren Wasser gut ausspülen. Die Gläser in den Ofen geben, Temperatur auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und 15 Minuten lang sterilisieren und gleichzeitig trocknen lassen. Herausholen und abkühlen lassen bis zum Gebrauch.
(5) Das eingesalzene Gemüse gut ausdrücken. Es ist nicht nötig, das Salz abzuwaschen. Das Gemüse dicht in die Gläser schichten. Mit der vorbereiteten Marinade übergießen bis alles gut bedeckt ist. Die Gläser schließen und an einem dunklen, kühlen Ort lagern.

Es passt wunderbar zu Gulasch oder Braten oder Rinderrouladen und zu vielem vielem mehr! In der ungarischen Küche eigentlich zu fast jedem Mittagsgericht, außer den Süßen *g*

Quelle: Mautner, Zs. (2014): Fözöiskola – Középfok. Libri kiado. Budapest. p 58

Goil! Der etwas andere Ketchup – Rhabarber-Tomaten-Ketchup

Neben der Spargelsaison (eine weitere Variante stelle ich im nächsten Rezept-Post vor) ist ja auch die Rhabarber-Saison in vollem Gange und nicht nur im elterlichen Schrebergarten explodieren die Stengel. Manch einer weiß gar nicht mehr wohin damit? Kompott ist ja schön und gut, aber die Mengen, die so eine Rhabarber-Pflanze pro Saison hergibt, kann ja keine Familie aufessen.

Andere Möglichkeiten müssen her! Schon in den letzten Jahren geisterte das Rezept für Rhabarber-Ketchup durch diverseste Blogs (im Kuriositätenladen, in Ninas kleinem Foodblog oder auch auf Sarahs Krisenherd). Das Original stammt von Christina, die den Blog „Feines Gemüse“ betreibt, die so begeistert war, dass der Ketchup wie die Sauerbraten-Sauce ihrer Oma schmeckt. Nun hab ich reichlich wenig Erfahrung mit Sauerbraten, aber konnte mir den süßsauren, fruchtigen Geschmack von Rhabarber mit Tomaten und Gewürzen richtig gut vorstellen.

Da ich immer noch in der Experimentierphase mit meinem Slowcooker bin, hab ich den Ketchup darin geköchelt. Ich habe einfach alle Zutaten in den Slowcooker geschmissen und auf der Stufe HIGH köcheln lassen. So einfach. In der Zeit konnte ich noch andere Sachen im Haushalt erledigen, Mittag kochen, mich um die Balkonpflänzchen kümmern. Erstaunlicherweise waren die Rhabarberstückchen nach den 4 Stunden im Slowcooker zwar weich, aber noch nicht zerkocht. Toll! Vielleicht sollte ich mal Rhabarberkompott darin versuchen :-) Aber auch die Originalversion ist nicht sehr aufwendig, ich verlinke der Einfachheit halber das Rezept nur, damit auch nicht Slowcooker-Besitzer es nachkochen können: Rhabarber-Tomaten-Ketchup

Und das Nachmachen lohnt sich definitiv! Es ist eine großartig leckere Sauce, die wunderbar auf’s Käsebrot passt, zum Grillwürstchen oder der Bulette zum Mittagessen. Vielseitig einsetzbar. Großartigst! Wenn ihr eine Rhabarberschwemme im Garten habt, probiert das ruhig aus! Ich empfehle, aber eher kleine Gläser à 250 ml Volumen zu benutzen und nicht zwei Halblitergläser wie ich sie nur hatte. So kann man auch andere liebe Menschen mit dem lecker Säucechen beglücken!

Rhabarber-Tomaten-Ketchup

Zutaten für ca. 1 Liter:
750 g Rhabarber
250 g passierte Tomaten
150 g Zwiebeln
200 ml Rotweinessig
3 Nelken
2 kleine Lorbeerblätter
1 TL Senfsaat
250 g Zucker
Salz
1 TL Pfeffer

(1) Den Rhabarber waschen, die Schale abziehen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und ganz fein würfeln. In einen Einmal-Teefilter die Nelken, Lorbeerblätter und Senfsaat füllen und gut zubinden/zufalten.
(2) Alle Zutaten in den Topf des Slowcookers füllen. Auf Stufe HIGH stellen und etwa 3,5 Stunden bei geschlossenem Deckel simmern lassen.
(3) Nach der Zeit das Gewürzsäckchen entfernen und den Ketchup mit einem Pürierstab gründlich durchpürieren. Mit etwas geöffnetem Deckel noch weitere 30 Minuten köcheln lassen, damit der Ketchup etwas eindickt.
(4) In der letzten halbe Stunde, die der Ketchup kocht, die Flaschen vorbereiten. Den Ofen auf 120°C vorheizen. Die Flaschen und Deckel mit heißem Spüli-Wasser auswaschen, mit richtig heißem Wasser nachspülen. Die Flaschen in den Ofen legen und dort mindestens 15 Minuten bei den 120°C sterilisieren lassen (es ist nicht schlimm, wenn sie länger im Ofen bleiben, weil das Einmachgut noch nicht fertig ist). Die Deckel auf einem sauberen Geschirrtuch zwischen parken.
(5) Wenn der Rhabarber-Tomaten-Ketchup soweit ist, die Flaschen vorsichtig mit Topflappen aus dem Ofen holen. Mit Hilfe eines Trichters den kochend heißen Ketchup einfüllen und sofort mit dem Deckel verschließen. Etwa 15 Minuten auf den Kopf stellen, danach in Handtücher eingewickelt komplett abkühlen lassen.

An einem dunklen, kühlen Ort gelagert sollten sich die verschlossenen Flaschen so mehrere Monate halten. Aber benutzt Euren gesunden Menschenverstand und Sinne, wenn ihr die Gläser öffnet und der geneigten Leserschaft der Inhalt seltsam vorkommt.

Vorbereitungszeit: 15-20 Minuten
Kochzeit im Slowcooker: 3,5 Stunden + 30 Minuten
Stufe des Slowcooker: HIGH

Quelle: etwas verändert nach „Feines Gemüse“ – Rhabarber-Tomaten-Ketchup

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