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10. Synchronbacken – Eine Bagel-Geschichte in Bildern

Schon zum 10. Mal organisierten Zorra vom „kochtopf“ und Sandra von „From Snuggs Kitchen“ das #synchronbacken, sprich an einem bestimmten Tag backen alle Mitbackwilligen nach einem bestimmten von Zorra und Sandra ausgesuchten Rezept. Natürlich sind dabei auch Abwandlungen erlaubt, je nachdem wieviel sich der einzelne zutraut :-)

Ich muss gestehen, die Ankündigung für dieses #synchronbacken hatte ich irgendwie verpeilt und nur zufällig Samstagmorgen mitbekommen, also wurde der Plan Kiflis zu backen, umgeschmissen und ich widmete mich dem Rezept. An Zutaten hatte ich auch alles da:

Homemade Bagels

Zutaten für ca. 6-8 Stück:

1 grosse Kartoffel (185-250 g), geschält und gewürfelt
250 ml Kartoffel-Kochwasser
7 g Trockenhefe (1 Tüte)
30 ml (1/8 cup) Sonnenblumenöl oder Oel nach Wahl
2 Eier (L), Raumtemperatur
~650 g Mehl
3/4 EL Salz

1 Ei (M), aufgeschlagen und verrührt
Sesam- und/oder Mohnsamen zum Bestreuen

Kartoffeln hatte ich schon Sonnabend zum Mittagessen gekocht, deren Wasser ich aufbewahrte. Und dann wollte ich noch testen, ob ein halber Würfel frische Hefe (entspricht 1 Tüte Trockenhefe), der drei Wochen über dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist, noch brauchbar ist. Also habe ich die Hefe in das leicht erwärmte Kartoffelkochwasser gekrümelt und abgewartet…

… Leider stellte sich nach meinem Frühstück heraus, dass die Hefe wohl doch hopps gegangen ist. Nicht ein klitzekleines Blubberbläschen war nach 15 Minuten zu sehen.

Also nochmal komplett von vorne beginnen:

(1) Die Kartoffeln schälen, würfeln und in etwa 400 ml Wasser ohne Salz etwa 10 Minuten kochen bis die Kartoffeln gar sind. Die Kartoffeln abgießen und 250 ml des Wassers auffangen (bei wem es zu wenig ist, ergänzt einfach mit Wasser aus der Leitung).

(2) Das Kochwasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben und auf 35-40°C abkühlen lassen. Denn wenn das Wasser zu heiß ist, sterben die kleinen Hefepilze den Hitzetod und der Teig geht nicht auf. Mit dem eigenen Finger testen, klappt natürlich auch. Und die Flüssigkeit wirklich lieber zu kalt als zu heiß haben.
Also warten. Und Märchen gucken.

(3) Die Trockenhefe zugeben und ca. 5 Minuten warten bis ein paar Bläschen (oder leichter Schaum) zu erkennen sind.

(4) 150 g vom Mehl, die beiden Eier, Öl und Salz zu geben und ein paar Minuten auf kleinster Stufe verkneten.
(5) Nach und nach das restliche Mehl zugeben. Bei mir (und auch bei (fast?) allen anderen) blieb einiges an Mehl übrig, also vorsichtig sein. Jetzt den Teig 5-7 Minuten auf kleinster Stufe kneten lassen …

… bis ein wunderschöner Teig enstanden ist. Weich wie ein Babypoppes *g*
(6) Abdecken (hier die allseits beliebte Mörderduschhaube) und an einem zugfreien Ort (z.B. kalten Ofen bei geschlossener Tür) 1-1,5 Stunden gehen lassen.

Wenn der Teig sich verdoppelt (oder wie hier verdreifacht hat) kann weiter gearbeitet werden.

(7) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Das Ei zum Bestreichen in einer kleinen Tasse verschlagen.
(8) Den Teig etwas flach drücken, aber nicht mehr kneten und in 6-8 gleich große Stücke teilen. (Freihändiges Teilen sollte ich noch üben oder beim nächsten Mal wieder die Waage benutzen. Und beim nächsten Mal tatsächlich 8 Stück, 6 sind zu groß) Die Teigportionen rundschleifen. Dann mit dem Stiel eines Holzkochlöffels ein Loch in die Mitte stechen und den Teigling auf dem Brett um den Löffelstiel schwingen, so dass das Loch größer wird.

(9) Die fertig geformten Bagel mit einem sauberen Küchentuch abdecken und ca. 15 Minuten ruhen lassen.
(10) In der Zwischenzeit einen großen Topf zu 3/4 mit Wasser füllen und aufkochen lassen. Die Hitze runterschalten, bis es nur noch simmert.
(11) Etwa drei Bagel vorsichtig in das Wasser geben und von jeder Seite 1 Minute baden. Auf das Backblech setzen.

(12) Mit Ei bestreichen, Sesam oder anderen Körnern nach Wahl bestreuen und in den Ofen geben.
(13) 25-30 Minuten backen bis sie goldbraun und schön aufgegangen sind.

Und fertig sind die schönen Bagel. Das Loch hat sich leider wieder geschlossen, aber hey, es gibt schlimmere Schicksale *g* Aber sie sind leider nicht 100%ig so, wie ich Bagel mag. Jetzt kommt Jammern auf hohem Niveau: die Bagel sind zu fluffig. Der Teig ist wirklich wunderbar: einfach zuzubereiten, schmeckt großartig, lässt sich gut verarbeiten, aber das nächste Mal backe ich Brötchen daraus :-)

Danke an Zorra und Sandra für die Organisation! ♥ Es hat wirklich Spaß gemacht und die Vorstellung, dass über Europa verteilt viele Leute zur selben Zeit das gleiche gemacht haben wie ich, ist irgendwie lustig :-D Ich hoffe, beim nächsten Mal schaffe ich es wieder dabei zu sein.

Wen es interessiert wer noch mitgebacken hat und wie die #synchronbagel bei ihnen geworden sind, guckt doch hier: (Links werden im Laufe des Tages ergänzt)

Birgit D von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Anja von Anjandrozeitlos
Ingrid von auchwas
Franziska von nur mal kosten
Karin von Food for Angels and Devils
Christina von The Apricot Lady
Dagmar von Dagmars Brotecke
Sarah von Kinder, kommt essen!
Bernadette von www.verkocht.at
Zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Ina von Applethree
Birgit von Backen mit Leidenschaft
Sandra von From-Snuggs-Kitchen
S-Küche von S-Küche
Caro & Tobi von foodwerk.ch
Caro von Caro in the Kitchen
Tamara von Cakes, Cookies and more

Für „Auf die Hand“ – Gar köstliche Bagel

Der Blog von Herrn Buddenbohm war einer der erste, den ich überhaupt las. Und bis heute mag ich Herrn Buddenbohms Schreibe sehr gerne. Höchstamüsant schrieb er letztens über eine Backaktion mit aktiver Kinderbeteiligung. Da es Bagel aus dem neuen Buch vom hochgeschätzten Herrn PaulAuf die Hand“ ist, war klar, was ich als erstes daraus basteln würde. Jetzt habe ich nicht so die hohe aktive Bagel-Ess-Erfahrung wie Zwerg und neige auch nicht dazu, meine Brotscheiben übermäßig voll zu packen, ich mag den Brotgeschmack, aber Bagel wollte ich schon lange mal ausprobieren. Das Baden des Bagels schreckt mich auch nicht mehr, seit ich die Kifli ausprobiert und für sehr gut und einfach bastelbar befunden habe. Und der Rest ist normaler Hefeteig. Das kriegen wir doch hin! Und damit die geneigte Leserschaft ihre eventuell vorhandene Angst vor’m Brotbacken verliert – Und nichts anderes macht man hier ja. – habe ich eine etwas ausführlichere Photodokumentation gemacht. Und es ist wirklich einfach! Auch zeitlich ist es gut überschaubar, insgesamt brauchte ich zwei Stunden bis die Schätzchen im Ofen waren und davon geht der Teig in verschiedenen Stufen insgesamt 1,5 Stunden. Und wenn wir eines gelernt haben, dann, dass Hefeteig am Zuverlässigsten geht, wenn man ihn in Ruhe lässt, vergisst und nicht alle 5 Minuten nachguckt, ob sich schon was tut. Also kann sich die geneigte Leserschaft in der Zeit anderen Sachen widmen: Kinder, Rumdümpeln, Lesen, Haushalt, Balkon … Und nach ein bisschen und sogar spaßiger Arbeit, kann die geneigte Leserschaft hochköstliche Bagel genießen. Luftig, aber trotzdem angenehm feste Konsistenz. Probiert es ruhig mal aus, es lohnt sich sowas von und wird in Zukunft definitiv öfter von mir gemacht!

Bagel

Zutaten für 8 Stück:
450 g Mehl (Type 405) + etwas für die Arbeitsfläche
1/2 Würfel Hefe (ca. 20 g)
250 ml lauwarmes Wasser
1 EL Zucker
2 EL Olivenöl
1,5 TL Salz
1 Eigelb
1 EL Milch (oder Sahne)
2-3 TL Sesamsamen

(1) Als erstes den Vorteig ansetzen. Ganz einfach: Das Mehl in eine große Rührschüssel geben. Eine ordentlich große Mulde machen. Im Wasser die Hefe und Zucker auflösen. In die Mehlmulde gießen, von der Seite mit etwas Mehl bestreuen. An einem warmen, zugfreien Ort 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Ich benutze gerne „Mörderduschhauben“, passende Deckel oder Frischhaltefolie.

Danach sollte ordentlich Hefeaction zu sehen gewesen sein.

(2) Das Olivenöl und Salz zum Vorteig geben und mit der Küchenmaschine oder Knethaken des Handrührers in 5 Minuten zu einem glatten Teig kneten. Auf die Uhr gucken. 5 Minuten können wirklich lang sein! Mit bemehlten Händen zu einer Kugel formen und wieder abgedeckt 30 Minuten gehen lassen.

(3) Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in 8 gleichgroße Stücke teilen und zu kugeln formen. Jetzt kommt der spaßige Teil und man lässt die Bagel „tanzen“ wie im folgenden Video kurz filmisch von mir festgehalten *g*. Dafür den Stiel eines Holzkochlöffels kurz ins Mehl tauchen, in die Mitte der Teigkugel pieken und dann mit gleichmäßigen Drehbewegungen, die Bagel leicht auf der Arbeitsfläche schleudern. Auf das Backblech legen, mit einem sauberen Küchentuch abdecken und 30 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen.

(5) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(6) Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser aufsetzen und aufkochen lassen. Auf mittlere Hitze stellen. Das Wasser sollte nicht mehr wild sprudelnd kochen, leise simmern reicht. Die Bagel portionsweise ins Wasser gleiten lassen, von jeder Seite 30 Sekunden baden. Mit einem Schaumlöffel rausholen, abtropfen lassen, zurück auf’s Blech. Dabei fallen sie ein bisschen zusammen, aber nicht verzagen.

(7) Das Eigelb mit der Milch/Sahne verquirlen. Bagel damit bestreichen und mit Sesam (oder anderen Körnern der Wahl, ich mag gerne die türkische Mischung mit Mohn, Nigella und Sesam) bestreuen.

(8) Auf der zweiten Stufe von unten in den Ofen schieben. 25 Minuten backen lassen bis sie goldbraun sind.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Nach Wunsch belegen.

Genießen!

Quelle: Paul, S. (2014): Auf die Hand. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 277

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