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Blutwurst die Zweite

Selbstgemachte ungarische Hurka

Selbstgemachte ungarische Hurka

Gestern wurde ja schon deutsche Blutwurst in Kombination mit Äpfeln und Zwiebeln vorgestellt. Heute folgt die ungarische Variante :-)

Ich esse die erst seit ein oder zwei Jahren, fand sie bis dahin wirklich eklig und hab mich mehr als gesträubt sie auch nur zu kosten. Dabei gab es dazu überhaupt keinen Grund. Es sind hausgemachte Würste (ist schon ein ziemlich doofes Wort, oder?) von ungarischer jüngerer Tante E., die immer beim jährlichen Schlachten gemacht werden. Ich denke jede Familie hat ihre eigenes Rezept, wobei ich das meiner Tante nicht kenne, da ich nie dabei geholfen habe und mich, wenn geschlachtet wird, ins hinterste Zimmer des Hauses zurück ziehe und mich nur von Honigbrot und Kakao ernähre *g*

Es werden traditionell zwei Arten hergestellt. Blutwurst (links im Bild), sogenannte véres hurka (gespr. wehräsch hurka) und Leberwurst, sogenannte májas hurka (gespr. Mahjasch hurka). Die Blutwurst schmeckt eher süßlich und ist wirklich sehr dunkel, die Leberwurst ist pikant bis scharf mit Reis zur Bindung und Oregano. Sie werden nur im Ofen gebacken und dann pur zu frischem Brot gegessen mit eingelegten Gurken, Weißkohlsalat o.ä.

Es ist eine sehr leckere Version von warmer Wurst, bei der ich genau weiß, dass da keine komischen Zutaten und/oder Zusatzstoffe drin und dass das Tier wirklich glücklich aufgewachsen ist. Wenn jemand mal die Chance bekommt Hurka zu probieren, traut Euch! Auch wenn jemand da draußen das Bedürfnis verspürt, welche selbst herzustellen, ich kann das Rezept besorgen :-)

Himmel und Erde

Himmel und Erde
Himmel und Erde

Dieses Gericht schwirrt schon länger in meinem Kopf rum. Es ist wohl ein Traditionsessen aus dem Ruhrgebiet, zumindest im Nordosten und im Mitteldeutschen, wo meine Großeltern herkommen, ist es nicht bekannt. Allerdings wurde es wohl auch in der DDR gekocht, weil ich das Rezept aus der „Äpfel Birnen Quitten“ DDR-Kochzeitschrift von Frau Mama hab.

Der Kombination von Kartoffeln, Zwiebeln und Äpfeln konnte unsere Familie schon immer was abgewinnen. Bratwurst beispielweise wird immer mit Äpfeln und Zwiebeln gebraten und dazu Salzkartoffeln, die von mir und meist auch Zwerg zu Kartoffelbrei zermanscht wurden. Ja, ich steh dazu, ich bin ein Kartoffelmanscher und liebe es! *g*

Also bei der Gemüsekomponente des Gerichtes gab es keine Zweifel. Aber Blutwurst, hmm… Esse ich erst seit 1 oder 2 Jahren und dann auch nur die selbstgemachte von ungarischer jüngerer Tante E., aber deutsche Blutwurst? Einen Versuch ist es wert. Beim Fleischer von Frau Mamas Vertrauen haben wir dann sogenannte Blut-Grützwurst (auch liebevoll „Tote Oma“ genannt *g*) besorgt, „Mecklenburger Art“, gab es auch noch in süßer Variante mit Rosinen, was uns dann doch zu suspekt war. Zu Hause das Kartoffel-Apfel-Püree angesetzt und die Wurst in dicke Scheiben geschnitten. Ich hatte gehofft, dass die dicken Scheiben in Form bleiben, aber Pustekuchen. So nach und nach zerfielen die Scheiben und es kam Grützwurst bei raus, wie ich es auch schon aus DDR-Schulspeisungszeiten kannte. Wobei, wenn ich so nachdenke, damals so als 6-7jährige mochte ich das Zeug auch schon. Diesmal war es auch wirklich lecker! Das etwas saure Kartoffel-Apfel-Püree mit der würzigen Blutwurst haben sehr gut harmoniert! Damit es nicht ganz Essen für Zahnlose wird, wurden noch ein paar Zwiebelscheiben angebraten.

Auch Herrn Vater hat es gemundet, so dass es von Frau Mama ins Repertoire der Samstag-Mittagessen aufgenommen wurde. Schnell, einfache Zutaten, sättigend und sehr lecker!

Himmel und Erde (für 3 Portionen)

750 g Kartoffeln
750 g Äpfel
1/8 l Milch
½ EL Butter
Salz, Zucker
1 Zwiebel
1 Packung Blut-Grützwurst
Öl

(1)  Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden, in Salzwasser gar kochen. Äpfel ebenfalls schälen, entkernen, in Stücke schneiden und mit wenig Wasser ca. 10 Minuten kochen. Zwiebel pellen, halbieren in Streifen schneiden.
(2)  Die Blut-Grützwurst in Scheiben schneiden und in wenig Öl in der Pfanne braten bis sie zerfallen ist. In einer kleinen Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze braten bis sie goldbraun sind.
(3)  Die Kartoffeln mit der Butter und der Milch zerstampfen, die Äpfel unterrühren. Mit Salz und Zucker abschmecken.

Alles sofort heiß servieren!

Quelle: „Äpfel Birnen Quitte“ – Verlag für die Frau, 1985

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Rohe Grützwort
Rohe Grützwurst
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