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Vegetarisches Gulasch mit Grünen Bohnen oder Kürbis

Denkt ihr bei Gulasch auch automatisch an leckeres sämiges Rindergulasch, das stundenlang köchelt und das gesamte Haus mit wohligem Duft flutet? Oder an Szegediner Gulasch, das mit Sauerkraut verfeinert wird? Ja, ich auch und ich liebe es. Aber was ist mit den Vegetariern unter uns? Ist denen dieses ultimative Comfort Food verwehrt? Mitnichten! Denn der Ungar an sich paniert nicht nur alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, er verarbeitet auch viele unterschiedliche Gemüsesorten zu Gulasch :-)

Im Spätsommer und Frühherbst eignen sich besonders gut frische Grüne Bohnen und mein geliebter Patisson-Kürbis dazu. Falls ihr den Namen Patisson nicht kennt, das sind diese lustigen Ufo-Kürbisse, die es in weiß oder gelb gibt. Natürlich muss erst eine Grundlage für die Gulaschsauce gemacht werden. Beim Gulasch mit richtigem Schmorfleisch geschieht dies meist dadurch, dass eine große Menge Zwiebelwürfel sehr langsam bei kleiner Hitze angeschmort werden und dann das Fleisch ja auch noch lange schmort und so die Zwiebeln die sämige Sauce bildet.

Nun sind sowohl Bohnen als auch Kürbis in wesentlich weniger als 30 Minuten gar und so haben die Zwiebeln gar keine Chance zur Sauce zu zerfallen, also muss eine andere Methode her. Die besteht darin, dass man die Zwiebeln mindestens 2x mit etwas Wasser begießt (bei 1 Zwiebel etwa 50 ml) und dann einreduzieren lässt. Beim ersten Mal sind es nur die Zwiebeln oder Zwiebeln + sehr feine Paprikawürfelchen und man wartet bis das Gemüse im Fett wieder hörbar brutzelt. Bevor das zweite Mal Wasser dazu gegossen wird, kommen z.B. Tomaten, Knoblauch, Paprikapulver zu den Zwiebeln. Durch das Wasser wird auch verhindert, dass das Paprikapulver oder der Knoblauch verbrennt und dadurch bitter werden. Gleichzeitig werden eben die härteren Gemüse weich gedünstet, dass sich eine gute Grundlage für den Gulaschsaft bildet. Und auf den kommt es beim Gulasch schließlich an!

Die Bohnenvariante wird nicht gebunden, sondern wer mag, rührt einfach ein bisschen Schmand auf dem Teller unter. Das Kürbisgulasch habe ich mit einem leichten Schmand-Mehl-Gemisch gebunden, wodurch für mich der Wohlfühlfaktor nochmal um ein paar Punkte erhöht wird. Und 1 Teelöffel Mehl auf einen knappen Liter Gulasch finde ich nicht viel :-)

Und es lohnt sich wirklich mal so ein Gulasch mit Gemüse zu machen. Es ist einfach, geht (relativ) schnell und ist so köstlich! Schön würzig und gleichzeitig zart im Geschmack. Wer mag, kann natürlich auch ein bisschen scharfen Paprika dazu geben, aber zuviel würde schnell den feinen Eigengeschmack der Bohnen oder des Kürbis übertünchen. Probiert es ruhig mal aus und berichtet gerne!

Cremiges Gulasch aus Patisson

1 kleiner Patisson
1 Zwiebel
1 kleine Spitzpaprika
1 Knoblauchzehe
2 Tomaten, gerieben
2 EL Öl
1 Lorbeerblatt
3 TL Paprikapulver, edelsüß
Salz, Pfeffer
1 TL getrockneter Majoran
2 EL Schmand
1 TL Mehl

(1) Das Gemüse vorbereiten. Den Patisson halbieren und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden, Kerne entfernen und die Stücke schälen. Die gewaschene und getrocknete Spitzpaprika halbieren und in ca. 1cm breite Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch häuten, beides fein würfeln. Die Tomaten über die grobe Reibe reiben, übrig gebliebene Haut wegwerfen, das Fruchtfleisch zur Seite stellen.
(2) Das Öl in einem mittelgroßen Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebeln zugeben und glasig dünsten. Einen großzügigen Schluck Wasser und das Lorbeerblatt zugeben und bei mittlerer Hitze aufs Fett zurück reduzieren lassen, also bis das Wasser verdunstet ist und die Zwiebeln wieder zischen. Knoblauch und Paprikapulver zugeben, schnell verrühren und nochmals einen großen Schluck Wasser zugießen. Wie eben einreduzieren lassen bis das Wasser verdunstet ist.
(3) Dann das Tomatenfleisch, Paprikastreifen und den Kürbis zufügen. Salzen, pfeffern und Majoran hinein streuen. Gut verrühren. Mit soviel Wasser auffüllen, dass es den Kürbis etwa zur Hälfte bedeckt. Deckel drauf und ca. 20 Minuten bei mittelkleiner Hitze schmoren bis der Kürbis glasig und weich, aber nicht verkocht ist. Dabei öfter mal umrühren.
(4) Schmand mit Mehl in einer kleinen Schale klümpchenfrei verrühren. Wenn der Kürbis gar ist, mit etwas untergerührter Gulaschflüssigkeit die Temperatur des Schmand-Mehl-Geschmischs angleichen und alles dann in das Gulasch rühren. Wenige Minuten köcheln lassen bis die Sauce andickt. Kosten, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt. Servieren.

Genießen!

Ungarischen Grüne Bohnen-Gulasch – Zöldbab pörkölt

Zutaten für 3-4 Portionen:
500 g Buschbohnen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Spitzpaprika
1 kleinere Tomate
2 EL Öl
2-4 TL Paprikapulver edelsüß
Salz, Pfeffer
Schmand zum Servieren

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Paprikaschote in sehr feine Würfelchen schneiden. Die Tomate halbieren, entkernen und ebenfalls sehr fein würfeln.
(2) Um die Saucengrundlage zuzubereiten, das Öl in einem mittleren Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Zwiebel hinein geben und glasig dünsten. Dann die Paprikawürfel dazu und mit etwa 50 ml Wasser aufgießen. Auf mittlere Hitze zurück schalten und so lange schmurgeln lassen bis das Wasser verdunstet und das Gemüse wieder brutzelt. Dann die Knoblauch- und Tomatenwürfel zufügen. Wenn der Knoblauch duftet das Paprikapulver drüber streuen und wiederum mit ca. 50 ml Wasser aufgießen und wie vorher aufs Fett zurück köcheln lassen.
(3) Die Bohnen hinein geben, salzen, pfeffern und mit soviel Wasser aufgießen, dass die Bohnen halb bedeckt sind. Abgedeckt ca. 15 Minuten schmoren lassen bei mittlerer Hitze bis die Bohnen gar sind. Abschmecken, ob noch Salz und/oder Pfeffer fehlt.

Mit Beilage der Wahl (siehe unten) servieren und zum Schluss den Schmand unterrühren.

Genießen!

Zu beiden Gulaschen passen Tarhonya (Eiergraupen), Nudeln, Spätzle/Knöpfle, Salzkartoffeln oder einfach nur frisches Brot. Auch eingelegtes Gemüse oder Gurken-/Weißkohlsalat machen sich als Beilage wunderbar!

Grüne Bohnen mit Zwiebeln und Salbei aus dem Ofen

Ertragt Ihr noch ein Bohnenrezept bevor die Saison komplett um ist? Hier ist noch eine Variante aus dem Ofen, die viel einfacher daher kommt. Keine exotischen Gewürze, keine Extrazubereitungsschritte, einfach nur das Gemüse putzen mit Salz, Pfeffer und Olivenöl vermischen und ein paar im Garten liebevoll gezupfte Salbeiblätter darauf verteilen. Für ne dreiviertel Stunde in den Ofen verfrachten und fertig! Und lecker!

Ihr könnt dafür jede Sorte frische Bohnen verwenden, die Ihr mögt: Buschbohnen, Prinzessbohnen, Stangenbohnen, gelbe Wachsbohnen. Egal! Kauft was Euer Markt hergibt oder pflückt die Pflanzen im Garten leer. Die Bohnen müssen diesmal auch nicht in einer Schicht auf dem Blech liegen, weil sie eher im eigenen Saft schmoren, denn rösten sollen. Wenn Ihr das Rezept aus 1 kg Bohnen machen wollt, nutzt die normal großen Backbleche für Euren Ofen. Ich habe für mein Pfund Bohnen ein halb großes Blech genommen.

Und sie schmecken einfach wunderbar! Schön intensiv nach Bohnen und das passt einfach wunderbar zum Geschmack der gerösteten Zwiebel- und Knoblauchstücke. Auch der Salbei wird lustig knusprig und gibt dem ganzen Gericht ein wunderbares Aroma. Wem die Currybohnen zu gewagt waren, probiert gerne diese Variante aus :-)

Grüne Bohnen mit Zwiebeln und Salbei aus dem Ofen

Zutaten für 2-3 Portionen als Beilage:
500 g Grüne Bohnen (gerne gemischte Sorten)
1 rote Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl
5-8 Salbeiblätter

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein kleineres Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Bohnen putzen, waschen, abtropfen lassen. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel in achteln. Die Bohnen mit den Zwiebeln und ganzen Knoblauchzehen in eine Schüssel geben. Mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer gut vermischen. Auf das Backblech geben. Die Bohnen dürfen ruhig übereinander liegen. Zum Schluss den Salbei durch das restliche Fett in der Schüssel ziehen und auf den Bohnen verteilen.
(3) Die Bohnen auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 45 Minuten backen.

Genießen!

Quelle: Chili és vaníliaZsályás, lilahagymás, nyári sült zöldbab

Kovászos zöldbab – Fermentierte Salzbohnen aus Ungarn

Es gibt ja Leute, die oft und gerne grüne Salate in diversesten Variationen als Beilage zu fast sämtlichen Mahlzeiten servieren. Ich kann das nicht. Irgendwie kommt mein Kopf nicht auf die Idee Eichblattsalat zu Pasta zu servieren. Wenn ungekochte Beilagen, dann am allerliebsten eingelegtes Gemüse, da lassen sich meine ungarischen Gene einfach nicht verleugnen! Ich habe immer eingelegtes Gemüse im Haus und 90% der Zeit auch ein geöffnetes Glas im Kühlschrank, seien es eingelegte Rote Bete, Gewürzgurken oder Kürbis. Und jetzt im Sommer ist die perfekte Zeit um fermentiertes Salzgemüse einzulegen. Denn dafür braucht man ein paar Tage ordentliche Wärme. Meine geliebten Kovi ubi kennt die geneigte Leserschaft ja schon, aber letztes Jahr stolperte ich über ein Rezept, in dem nach derselben Methode frische Buschbohnen eingelegt werden. Die schön warmen Tage im September nutzte ich aus, um es mit Bohnen aus dem elterlichen Schrebergarten auszuprobieren. Erstmal nur ein kleine Portion, weil ich doch ein bisschen skeptisch war, ob der rohe Verarbeitung der Bohnen. Und wir wissen ja, dass rohe Böhnchen leicht giftig sind und Bauchprobleme verursachen können. Aber die Gärung in dem leichten Salzwasser macht irgendwas mit den Buschbohnen, dass sie danach sehr bekömmlich sind. Und knackig! Und würzig! Und richtig lecker! Probiert das unbedingt aus!

Ich habe die Junihitze der letzten Zeit genutzt und eine größere Portion angesetzt, die dann hoffentlich ein paar Wochen im Kühlschrank hält. Die Portion vom letzten Jahr hielt im im untersten Kühlschrankfach bis vor ca. 4 Wochen, ihr müsst nur darauf achten, dass ihr die Bohnen mit sauberem Besteck aus dem Glas holt, nicht die Gabel ablecken und auch nicht mit den Fingern in die Flüssigkeit, weil Bakterien von der Haut sich gerne mal in der Flüssigkeit vermehren. Ihr merkt, Sauberkeit ist wichtig und verlängert die Haltbarkeit Eurer eingelegten Köstlichkeiten erheblich! So, und wenn die nächste Hitzewelle angesagt ist, schnell beim Gemüsehändler des Vertrauens Einlegegurken und Buschbohnen erstehen und diese Schätze ansetzen!

Kovászos zöldbab – Fermentierte Salzbohnen

Zutaten für ein 1l-Glas:
500 g grünen Buschbohnen
1 Bund Dill (gerne mit Blüten)
3-5 Knoblauchzehen
1 l Wasser
1 EL Salz
1 TL Pfefferkörner
1 Scheibe Weißbrot

evtl. etwas zum Beschweren

(1) Die Enden der Bohnen abschneiden und die Bohnen halbieren. Alle gut waschen. Den Dill ebenfalls waschen. Die Knoblauchzehen häuten.
(2) Das Wasser in einem kleinen Topf aufkochen und das Salz einrühren bis es sich aufgelöst hat. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(3) Das Glas gründlich mit Spüli säubern und unter heißem Wasser ausspülen. Auf einem sauberen Handtuch etwas abtropfen lassen.
(4) Jetzt geht es ans Füllen. Die Hälfte des Dills auf den Boden des Glases legen. Dann die Pfefferkörner zufügen. Die Bohnen hinein füllen, sie dürfen ruhig eng liegen. Ein bisschen mit den, natürlich sauberen, Händen stopfen schadet nicht. Zwischendurch die Knoblauchzehen mit hineinlegen. Den Rest vom Dill obenauf. Ebenso die Weißbrotscheibe. Dann das Salzwasser aufgießen bis alles bedeckt ist. Falls das Brot herausgucken sollte, mit einem kleinen Deckel oder Schälchen beschweren, dass alles unter Wasser ist. Locker mit einem Deckel oder Alufolie abdecken, so dass noch Luft ran kommt
(5) Das Glas in eine irdene Schüssel stellen, damit eventuell auslaufende Flüssigkeit nicht Euren Tisch auf dem Balkon einsaut. Alles raus an einen sonnigen Ort stellen und je nach Temperatur 3-5 Tage stehen lassen (je wärmer, desto kürzer). Es sollten kleine Bläschen in der Flüssigkeit entstehen und die Bohnen sich militärgrün verfärben und leicht glasig werden. Wenn das geschehen ist, sind die Bohnen fertig. Brot und Dill entfernen. Die Bohnen (wer mag auch Knoblauchzehen) in ein sauberes, großes Glas geben und die Flüssigkeit durch ein Sieb darüber gießen. Im Kühlschrank lagern.

Wenn ihr die Bohnen immer mit sauberem Besteck entnehmt (Gabel nicht ablecken etc. *g*), dann halten die sich auch einige Monate im Kühlschrank.

Sie passen als Beilage zu diversen Gulascharten, Kurzgebratenem, vielleicht auch Käse?

Genießen!

Quelle: nach Izes életKovászos zöldbab

Schnelles, aber köstliches Spätsommeressen: Bohnen-Senf-Ragout

Das letzte Aufbegehren des Spätsommers hat sich mit dieser Woche wohl auch erledigt. Jetzt ist endgültig Herbst. Der ein oder andere mag sich einen Teil der Buschbohnenernte im Tiefkühler gesichert haben und kann davon über den Winter zehren, wenn man es nicht vergisst *g* Auf der Suche nach einem schnellen, einfachen Rezept für Grüne Bohnen, das auch hauptmahlzeitkompatibel ist, bin ich im tollen „Österreich vegetarisch“ hängen geblieben. Zum Rezept gehörten noch Quarkknödel, die ich großzügig durch Pellkartoffeln ersetzte, da ich an dem Vormittag noch eine kleine Einkochorgie veranstaltete.

Das Ragout ist wirklich schnell gekocht und fällt auch unter den perfekten Feierabendgerichten. Die Bohnengeschmack harmoniert großartigst mit dem Senf und die kleinen Senfkörner geben einen schönen Biss. Ich hatte es als vegetarische Hauptspeise, aber der Mischpoke in der Ostseeheimat hat es auch wunderbar zu einem Hackbraten gemundet. Also klare Nachkochempfehlung durch mich! Wird es bei uns definitiv öfter geben :-)

Bohnen-Senf-Ragout

Zutaten für 2 Portionen als Hauptgericht:
400 g grüne Bohnen
Salz
125 ml Gemüsebrühe
2 TL scharfer Senf
1 TL Senfkörner
Pfeffer
1 TL getrocknetes Bohnenkraut
2 EL Schmand

(1) Von den Bohnen die Enden abschneiden, je nach Größe dritteln oder vierteln.
(2) In einem Topf Salzwasser aufkochen und die Bohnen in 5-10 Minuten bissfest garen, aber sie sollten nicht mehr quietschen, wenn Ihr hinein beißt.
(3) Wieder in den Topf geben, mit Senf, Senfkörnern, Salz, Pfeffer, Bohnenkraut und Gemüsebrühe vermischen (Es sieht erstmal nach wenig Brühe aus, aber soll ja auch keine Suppe werden.). Einmal aufkochen lassen und dann den Schmand unterrühren. Die frischen Kräuter unterrühren und auf den Tellern verteilen.

Dazu passen Pellkartoffeln, Kartoffelbrei, Quarkknödel.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkirchner, M. (2012): Österreich vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. 4. Auflage.  p 77

Garantiert unauthentisch, aber lecker: Bohnen-Hähnchen-Curry

Spätsommer = Grüne Bohnensaison! Ich liebeliebeliebe sie! Wenn es etwas im elterlichen Garten gibt, was jedes Jahr angebaut wird, dann grüne Bohnen. Die gesamte Familie ist verrückt danach! Den ersten Schwung der reifen grünen Bohnen aus dem elterlichen Garten durfte ich nach dem Urlaub mit nach Göttingen nehmen. Yeah! Einen Teil habe ich natürlich zu den heißgeliebten Butterbohnen gemacht (Bohnen in Salzwasser kochen, abgießen, Butter drauf und durchschwenken, großartig), aber was mache ich mit dem Rest?

Irgendwie so ganz glücklich war ich mit keiner Variante, die ich in Kochbüchern fand und dann war da ja auch noch die halbe Zucchini und im Tiefkühler ein Stück Hähnchenbrust. Im Kühlschrank fiel mir die geliebte milde, indische Currypaste von Patak’s ins Auge. Hey, das wäre doch was. Authentisch geht anders, aber für leckere Alltagsküche ist das ein wunderbares Rezept! Und so ein Glas Currypaste gehört in jeden Kühlschrank finde ich, erleichtert manchmal einiges ;-)

Unauthentisches Bohnen-Hähnchen-Curry

Zutaten für 2 Portionen:
1 Hähnchenbrust (ca. 250 g)
250 g grüne Bohnen
1 Zwiebel
1 Möhre
1 kleine Zucchini
2 EL Öl
Salz, Pfeffer
3 TL Curry-Paste (Schärfegrad nach Wahl)
1 TL Tomatenmark
200 ml Wasser (oder Brühe)

Zum Servieren:
gekochter Reis
Joghurt

(1) Alles vorbereiten. Das Hähnchenbrustfilet waschen, trocknen und in 1-2 cm große Würfel schneiden. Von den Bohnen die Enden abschneiden, je nach Größe halbieren oder dritteln und gut waschen. Die Zwiebel häuten und in dünne Halbringe schneiden. Die Möhre schälen und in feine Würfel schneiden.
(2) In einem Topf oder Pfanne mit Deckel das Öl erhitzen und die Hähnchenwürfel bei hoher Hitze rundum anbraten bis sie braun sind. Dabei salzen und pfeffern. Herausnehmen und in einer Schüssel zur Seite stellen. Im verbleibenden Öl die Zwiebel und Möhre bei mittlerer Hitze und mit Deckel ca. 10 Minuten andünsten lassen. Dabei öfter mal rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt. Die Hitze wieder hochstellen und sowohl Currypaste als auch Tomatenmark zufügen und ca. 1 Minute anrösten lassen bis es duftet. Die Bohnen, Zucchini und angebratene Fleisch in den Topf geben mit der Brühe/Wasser ablöschen.
(3) Das Curry zugedeckt, ab dem Zeitpunkt wo es wieder kocht, bei mittlerer Hitze ca. 20-30 Minuten schmoren lassen. Die Bohnen und Zucchini sollten gar sein, aber noch nicht verkocht.

Zusammen mit dem Reis und einem Klecks Joghurt servieren.

Genießen!

Heiligabend 2014: Raclette-Abend – Orientalischer Bohnensalat

Endlich kommen wir hier im Blog auch zu den Weihnachtstagen, die wir immer sehr ruhig verbringen. Keine Zwangsverwandtschaftsbesuche, nur wir vier mit gutem Essen und viel Zeit zum Entspannen und Ausruhen. Den Baum schmücken wir neuerdings schon am 23. Dezember, einfach um an Heiligabend nicht so in Stress zu geraten. Auch das Essen sollte stressfrei sein, kein großes Fünf-Gänge-Menü (bei uns ja eh nicht *g*). Zwerg will immer aus mir unerfindlichen Gründen Kartoffelsalat, aber das finde ich nicht festlich oder speziell genug. Dieses Jahr schlug ich Raclette vor, mir war irgendwie nach warmem, geschmolzenen Käse, der ja bekanntlich alles besser macht! Nach einigem Geschachere stimmte die kleine Schwester zu (Deal: Heiligabend Raclette, Silvester Fondue).

Meine Eltern haben ein schon ziemlich altes Buch zum Thema „Raclette und heißer Stein„, dass ich mal durchguckte. Da waren prinzipiell auch einige schöne Ideen drin, aber die Familie ist eher traditionell eingestellt. Auf dem oberen Teil wurden kleine Schnitzelchen, Brat- und Wiener Würstchen, sowies Bauchspeck gebraten. Für die Raclette-Pfännchen hatten wir Honigmelone, vorgekochte Kartoffeln, blanchierter Brokkolie, Paprikastreifen und Mais. Während die Familie gerne alles wild durcheinander in ihre Pfännchen gibt, bevorzuge ich eindeutigere Aromen. Ich fand folgende Varianten für die Raclette-Pfännchen sehr schön:

  • vorgekochte Kartoffelwürfel – kleingewürfelter Speck – Raclettekäse (vielleicht noch ergänzt um Mais oder blanchierten Brokkoli)
  • Honigmelonenkügelchen – Parmaschinken – Blauschimmelkäse (z.B. Gorgonzola)
  • diverseste Gemüse wie blanchierter Brokkoli oder Karotten, Mais, Paprikastreifen etc.

Und los ging die Raclette-Action:

Aber ein Rezept konnte ich doch noch aus dem Buch umsetzen. Frau Mama wollte gerne Bohnensalat machen, weil wir noch etliche eingefroren im Tiefkühler hatten. Da war doch ein Rezept für Orientalischen Bohnensalat drin. Gefiel Frau Mama auch, für die kleine Schwester ist er auch was, nur Herr Papa wird sich nicht darauf einlassen, also wurde aus der anderen Hälfte der Bohnen Frau Mamas klassischer Bohnensalat mit Essigessenz-Vinaigrette gemacht *g*  Was jetzt an diesem Salat orientalisch ist, weiß ich nicht genau, vielleicht der Feta oder die Oliven? Aber das ist mir auch egal, weil er wirklich köstlich ist und sich wunderbar als Beilage zum Grillen, Fondue, Raclette. Er ist auch sehr schnell und einfach gemacht ohne von Feinkostladen zu Feinkostladen tigern zu müssen. Perfekt! Den wird es öfter bei mir geben!

Orientalischer Bohnensalat

Zutaten für 4 Portionen:
250 g grüne Bohnen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
10 schwarze Oliven
6 EL Olivenöl
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 kleine Dose Mais (etwa 150 g)
200 g Feta
einige Zweige Petersilie

(1) Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe dritteln oder vierteln. In kochendem Salzwasser 12-15 Minuten garen. Dann abgießen und gut abtropfen lassen.
(2) Währenddessen die Zwiebel und Knoblauch häuten. Die Zwiebel sehr fein würfeln und in eine Schüssel (groß genug für den fertigen Salat) geben, den Knoblauch dazu pressen. Die Oliven entkernen falls nötig und vierteln, dazu geben. Das Olivenöl, Weißweinessig mit diesen Zutaten gut verrühren, würzen mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver.
(3) Die Maiskörner in ein Sieb schütten. Den Feta in kleine Würfel schneiden, die Petersilie fein hacken.
(4) Alle restliche Zutaten in die Salatschüssel geben und gut vermischen. 30 Minuten durchziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Gutta, M. (1996): Raclette und heißer Stein. Falken Verlag. p 74

 

Ungarn auf deutsche Teller holen II: Paloczensuppe – Gulaschsuppe mit grünen Bohnen

Es gibt tatsächlich noch ungarische Gerichte, die selbst mein Vater (der ganze Ungar in der Familie) nicht kennt. Erstaunlich! Ob der Bohnenflut aus dem elterlichen Garten im August, kam ich auf die Idee eine Paloczensuppe zu kochen. Das ist eine Gulaschsuppe, in der Buschbohnen (hier auch die gelben Wachsbohnen) mitgekocht werden, dann mit frischem Dill gewürzt und etwas Essig säuerlich abgeschmeckt. Die Kombination mag etwas seltsam anmuten – Gulasch mit Dill? – funktioniert aber äußerst hervorragend. Traut Euch ruhig! Auch Herr Papa und Frau Mama waren mehr als überrascht und dann sehr begeistert von der Suppe! Sie ist aber auch zu köstlich! Warum mache ich eigentlich nicht öfter Gulaschsuppe? Die kann man doch bestimmt auch einwecken ;-)

Also an alle, die eine wirklich schöne Suppe mögen und weder Gulasch noch Bohnen und Dill abgeneigt sind, probiert sie ruhig aus! Sie ist ernstlich toll!

Palóczen-Suppe

Zutaten für 6 Personen:
1 große Zwiebel
guter Schluck neutrales Pflanzenöl
2 TL Paprika edelsüß
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
500 g Gulaschfleisch
Salz
2 Lorbeerblätter
300 g grüne Bohnen
3 Möhren
5 mittelgroße Kartoffeln
150 g Schmand
1 EL Weißweinessig
1/2 Bund Dill

(1) In einem großen Topf (3-4 l) das Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel würfeln und in dem heißen Öl ca. 10 Minuten langsam glasig andünsten bis sie etwas süßlich duften. Dann den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver hinzufügen. Kurz in der Topfhitze andünsten. Es darf nicht anbrennen, sonst wird das gesamte Essen bitter! Das Fleisch hinein geben, aufs die Hitze zurück, salzen und etwas umrühren. Lorbeer dazu, Deckel drauf und ca. 50 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze schmoren lassen.
(2) Während das Grundgulasch schmurgelt, die Bohnen putzen und dritteln. Die Kartoffeln und Möhren schälen und in etwa 2 cm große Stücke schneiden.
(3) Nach den 50 Minuten das Gemüse dazu geben und mit soviel Wasser auffüllen, dass das Ganze eine suppige Konsistenz erhält. Nochmals 30-40 Minuten köcheln lassen oder bis das Gemüse gar ist.
(4) Wenn alles gar ist, ein wenig der Suppenflüssigkeit mit dem Schmand verrühren und in die Suppe rühren. Den Dill fein hacken und dazu geben. Zum Schluss mit dem Essig abschmecken.

Mit frischem Weißbrot zusammen

genießen!

In Ungarn würde diese Suppe als 1. Gang gegessen werden und als 2. Gang etwas Süßes wie Palatschinken oder mit Quark gefüllte Brötchen. Hier in Deutschland reicht uns allerdings die Suppe als alleinige Mahlzeit :-)

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