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Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

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Auf’s Brot – Schnelle, köstliche Forellencreme

Zu einem Bruch muss ja auch was auf das (im Idealfall selbstgebackene *g*) Brot. Natürlich kommen eine schöne Aufschnittplatte und verschiedene Käse auf den Tisch, aber auch selbstgemachte Kräuterbutter und frischer Kräuterquark mit kleingeschnittenen Radieschen sind wunderbar. In der letzten essen & trinken „Für jeden Tag“  fand ich das Rezept für einen Aufstrich mit geräucherter Forelle. Ich bin ja nicht so der große Fisch-Fan, aber geräucherte Forelle mag ich echt gerne und die sonstigen aromagebenden Zutaten wie Meerrettich und Dill liebe ich auch. Kurz mit Frau Mama besprochen, abgesegnet und gemacht.

Der Aufstrich ist echt einfach und schnell gemacht. Ich sage mal, innerhalb von maximal 15 Minuten kann er genossen werden (oder am Tag vorher zubereiten und im Kühlschrank parken, schadet ihm auch nicht). Und er wird genossen werden. Der ist so lecker! Die Mischung von dem geräucherten mit der leichten Schärfe des Meerrettichs mit der frisch kräutigen Süße des Dills, toll! Toll, toll, toll! Unbedingt nachmachen!

Forellencreme

Zutaten für 6-8 Portionen:
2 TL Zitronenschale
2 EL Zitronensaft
1/2 Bund Dill
125 g geräucherte Forelle
200 g Doppelrahmfrischkäse
2 TL Tafelmeerrettich
2 EL Schmand

(1) Den Dill fein hacken. Einige Spitzen zur Dekoration beiseite legen.
(2) Die geräucherten Forellenfilets grob zerzupfen. Einige Stückchen zur Seite legen. Den Rest in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zusammen mit dem Frischkäse, dem Meerrettich, dem Schmand und der Zitronenschale sehr gut verrühren.
(3) Mit dem Zitronensaft abschmecken und den Dill unterrühren.

In dekorative Schälchen füllen mit der restlichen Forelle und Dill dekorieren.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach essen & trinken „Für jeden Tag“ 04/14 Seite 28

Und weil hier ein Süßwasserfisch genutzt wird, den man entweder selbst fangen kann oder aus guten Zuchten käuflich erwerben kann, macht der kleine Beitrag mit beim Süßwasserfisch-Event von multikulinarisches. Den Event finde ich super, auch wenn ich nicht soviel Fisch esse (und ich aus gesundheitlichen Gründen eigentlich öfter Seefisch essen sollte …), weil er genau auf der Problematik der überfischten Meere aufmerksam macht und schöne Alternativen in Rezept und Steckbrief aus heimischen Gewässern und Zuchten vorstellt. Peggy, danke für die ganze Arbeit!

Alternative zur Wurst auf Brot – Scharfe Linsencreme

Wenn ich alleine bin in Kassel, esse ich gar nicht soviel Fleisch und Fisch. Ist erstens zu teuer, Gemüse und Obst sind im Vergleich einfach billiger, dann für mich als Einzelperson manchmal einfach zu viel und wenn ich Frau Kochschlampe nach Ideen frage, kommen naturgemäß vegetarische Rezepte bei rum, bei denen das Fleisch gar nicht vermisst wird. Wo ich bisher noch keine zufriedenstellenden Alternativen zu gefunden habe, sind Wurst und Käse, die schnöde auf’s Brot kommen. Jetzt wo aus gesundheitlichen Gründen eine vorwiegend vegetarische Ernährung angesagt ist, begebe ich mich auf die Suche nach vegetarischen Alternativen dazu und werde sie so nach und nach ausprobieren.

Eine davon ist diese scharfe Linsencreme, die mir schon vor längerer Zeit im „Vegetarian Basics“ aufgefallen ist. Und da sie bei Frau Küchenlatein während des damaligen wundervollen Hamburg kocht!-Tages in wirklich guter Erinnerung geblieben ist, wurde die fix nachgebastelt für die Familie. Und tatsächlich: geht schnell, ist lecker und könnte man einfach so weglöffeln. Sogar Herrn Papa hat es geschmeckt und das will was heißen ;-) Also, ich werde die Creme öfters machen und noch nach anderen Alternativen suchen :-)

Scharfe Linsencreme

Zutaten für einige Tage:
150 g rote Linsen
2 Knoblauchzehen
1/2 rote Paprikaschote
2 TL Erös Pista (scharfe Paprikacreme,
alternativ auch Harissa, da aber Vorsicht!)
4 Stengel Basilikum
4 EL Olivenöl
1/2 EL Zitronensaft
Salz
1/2 TL Honig

(1) Die Linsen in einen Topf füllen. Knoblauch schälen, halbieren und dazulegen. 350 ml Wasser zu den Linsen gießen, zum Kochen bringen. Hitze kleiner schalten, den Deckel auflegen und die Linsen etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis sie so weich sind, dass sie fast zerfallen.Dabei ruhig ein Auge auf den Topf haben, es bildet sich viel Schaum, der leicht überläuft. Zwischendurch mal den Deckel abheben und kontrollieren, ob die Linsen nicht zu trocken sind. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugießen. Abkühlen lassen.
(2) Paprikahälfte waschen, Trennhäute und Kernchen entfernen. In ganz ganz feine Würfelchen schneiden. Basilikumblättchen ebenfalls fein hacken.
(3) Die abgekühlten Linsen mit dem Öl pürieren. Die Paprikawürfelchen, Paprikapaste und Basilikum unterrühren. Mit Zitronensaft, Salz und Honig abschmecken.

Zu frischem Brot servieren und

genießen!

Quelle: Dickhaut S., Schinharl C. (2005): Vegetarian Basics. Gräfe und Unzer. München

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