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Das perfekte Sommeressen: Zucchini in Olivenöl

Was verbindet ihr mit türkischer Küche? Ich hoffe nicht nur Döner und Fetaaufstriche vom Stand am Supermarkt. Seit ich in Kassel umme Ecke von einem türkischen Supermarkt wohnte, beschäftige ich mich mehr damit. Mittlerweile mache ich Großeinkäufe im türkischen Markt nicht weit weg vom Büro und probiere auch gerne neue Zutaten aus. Letztens wanderte eine Tüte getrocknete Fava-Bohnen in meinen Einkaufskorb, die ich demnächst zu hoffentlich leckeren Köstlichkeiten verarbeiten möchte.

Leider war ich noch nicht in der Türkei, habe aber schon viele Schwärmereien gehört. Vielleicht ändert sich das ja mal. Aber wenn ich schon nicht hinfahre, kann ich wenigstens versuchen türkische Gerichte zu kochen. Schließlich soll die türkische Küche eine der besten weltweit sein. Und steter Quell kulinarischer Inspiration sind Orkide und Orhan Tancgil von „Koch dich türkisch„. Mittlerweile habe ich auch einige ihrer Kochbücher und die Rezepte, die ich bisher ausprobierte, sind alle gelungen und sehr köstlich geworden.

Ich entschied mich für ein schön sommerliches Gericht mit Zucchini, das sowohl warm als auch kalt gegessen werden kann, unkompliziert und schnell in seiner Zubereitung ist. Diese Zeytinyağlı-Gerichte scheinen einem bestimmten Zubereitungsmuster zu folgen, nur die Hauptzutaten werden ausgetauscht, ähnlich wie beim ungarischen Gulasch, das ja neben Fleisch auch mit diversem Gemüse zubereitet werden kann. Zudem ist es noch ein One-Pot-Essen, da alle vorbereiteten Zutaten nur in den Kochtopf geschichtet werden und dann nicht allzu lange geschmort werden. Heraus kommt ein sehr köstlicher Eintopf, dessen Aromen wunderbar harmonieren. Und den ich bestimmt öfter machen werde. (Und wer darauf achtet, es ist auch noch ausversehen vegan.) Eine sehr große Nachkochempfehlung von mir!

Zucchini in Olivenöl – Zeytinyağlı kabak bastı

Zutaten für 3 Portionen:
1 Zwiebel
1,5 EL grober Bulgur
400 g zarte Zucchini
1 große Spitzpaprika
1 Knoblauchzehe
300 g Tomaten (wenn möglich große)
1 TL Salz
1 TL Zucker
1 Prise Chiliflocken (Pul biber)
1 Prise Muskatnuss
4 EL Olivenöl
50 ml Wasser
1/2 Bund Dill

(1) Einen mittelgroßen Topf mit Deckel bereit stellen. Die Zutaten wie gleich beschrieben vorbereiten und auch in dieser Reihenfolge in den Topf schichten. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Den Bulgur in einem feinen Sieb gründlich waschen, gut abtropfen lassen und über die Zwiebeln streuen. Die Zucchini waschen, trocknen und die Enden abschneiden. Dann mit den Zinken einer Gabel längs Furchen in die Zucchinihaut ziehen. Danach in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. In den Topf geben. Die Spitzpaprika halbieren, Strunk und Kerne entfernen. Quer in dünne Streifen schneiden, auf den Zucchini verteilen. Die Knoblauchzehe häuten, in dünne Scheiben schneiden und im Topf verteilen. Wer mag kann die Tomaten häuten, wen Hautfitzelchen nicht stören, halbiert die Tomaten, entfernt den grünen Strunk und würfelt sie fein. Gleichmäßig über dem übrigen Gemüse verteilen. NICHT RÜHREN!
(2) Zum Schluss mit Salz, Zucker, Pul biber und Muskatnuss würzen. Mit dem Olivenöl und Wasser begießen. Deckel auflegen.
(3) Auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen, dann die Flamme auf niedrig stellen und 12-15 Minuten köcheln lassen. Dabei ab und an am Topf rütteln oder ihn ruckartig drehen, damit nichts anbrennt.
(4) Den Dill fein hacken und nach dem Ende der Kochzeit unterrühren. Alles noch mit geschlossenem Deckel 10-15 Minuten ruhen lassen.

Warm, bei Zimmertemperatur oder kalt mit frischem Weißbrot und (wer nicht vegan ist) mit einem Klecks Joghurt servieren.

Genießen!

Quelle: Tangcil O. und O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 97

Vegetarische Köfte

Normalerweise bin ich kein großer Freund davon etwas mit Tofu nachzubauen, bloß weil Leute kein Fleisch essen. Also zum Beispiel Tofu-Würstchen, die ich so in diversen Supermarktregalen sehe, finde ich extrem gruselig! Lieber betrachte ich Tofu als eigenständiges Lebensmittel wie Erbsen oder Schnitzel oder Aubergine. Käme ja auch niemand auf die Idee aus Schnitzel einen Kartoffelsalat nachbauen zu wollen, oder? ;-) Aber als ich bei den Jungs von No Kitchen for old men Georges Vegetarische Köfte sah, musste ich die einfach nachbasteln! Der Tofu aus dem Kühlschrank wollte eh dringend verbraucht werden. Der Rest der Zutaten ist auch im Haus (ich stelle fest, vorratstechnisch bin ich gut ausgestattet *g*). Der Teig ist tatsächlich schnell zusammen gemischt mit Hilfe eines Pürierstabs (oder Küchenmaschine). Dann noch ein wenig quellen lassen, Nocken formen und ausbraten. Und sie sind tatsächlich wirklich lecker! Die Köfte sind natürlich nicht zu vergleichen mit Köfte aus Lammfleisch, aber als eigenständiges Gericht ohne den Anspruch so-zu-sein-wie, sind sie echt toll! Perfekte Würzung, wunderbar fluffig und etwas knusprig! Wird es öfter geben, weil sie auch gut kalt gegessen werden können, zum Beispiel im Fladenbrot oder als Picknickbestandteil. Auch wer Manschetten vor Tofu hat, probiert es ruhig mal aus, ist wirklich ernstlich gut!

Vegetarische Köfte

Zutaten für 3 Portionen mit Beilage (hier 17 Nocken):
400 g Tofu
40 g Bulgur
1 EL Rosinen
1,5 EL Tomatenmark
1 handvoll gehackte Petersilie
2 TL Kreuzkümmel/Cumin
1 Nelke (oder 2 Pimentkörner)
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 getrocknete Chili
Salz, Pfeffer

Mehl zum Wenden
Öl zum Braten

(1) Den Bulgur in einer Tasse abmessen. Doppelt soviel Wasser wie Bulgur zum Kochen bringen und salzen. Den Bulgur einstreuen, kurz aufkochen lassen, Kochplatte ausschalten und den Bulgur ausquellen lassen. Ruhig mal gucken, wie es ihm geht. Wenn die Platte (wie bei mir) noch lange heiß bleibt, lieber vom Herd nehmen und dort quellen lassen. So nach 10-15 Minuten sollte der Bulgur weich sein. Etwas abkühlen lassen.
(2) Die Rosinen mit etwas kochendem Wasser übergießen und ca. 15 Minuten quellen lassen. Abgießen und abtropfen lassen.
(3) Den Tofu in Würfel schneiden. Den Kreuzkümmel mit der Nelke im Mörser fein mörsern (oder gleich gemahlenes Pulver nehmen). Den Tofu mit den Rosinen, Bulgur und den restlichen Zutaten entweder in einer Küchenmaschine zu einem homogenen Teig verarbeiten oder mit einem Pürierstab bearbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. den Teig für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.
(4) Aus dem Teig Köfte in der Form der Wahl machen. Ich habe mit 2 Esslöffeln 1 EL der Masse abgenommen und dann zu Nocken geformt. Ging einfach und ohne größeres Rumgesaue. Die Köfte in etwas Mehl wälzen (wirklich wichtig, sonst wird es nicht knusprig!). Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Köfte darin von allen Seiten in etwa 5 Minuten knusprig braun braten.

Genießen!

Quelle: No kitchen for old menVegetarische Köfte

Bei mir gab’s dazu einen Tabouleh und Ajvar mit Joghurt vermischt dazu!

Tabouleh

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 Tasse Bulgur
Salz
1 Ochsenherztomaten (oder 3 normale)
1/2 Gurke
1/2 Paprikaschote
3 Frühlingszwiebeln
1 türkisches Bund Petersilie oder 3 deutsche
3-5 Zweige Minze, Blätter
Pfeffer
4 El Olivenöl
2 EL Weißweinessig

(1) 2 Tassen Wasser mit etwas Salz aufkochen. Den Bulgur zugeben, aufkochen lassen, Platte ausstellen und den Bulgur quellen lassen. Falls die Kochplatte noch stark nachheizt, runter ziehen und neben dem Herd etwa 15 Minuten quellen lassen bis der Bulgur weich ist. Etwas abkühlen lassen.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Tomate in größere Würfel schneiden, die Paprikaschote ebenfalls. Die Gurke halbieren, die Hälften längs halbieren oder dritteln und dann quer in Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln vom Wurzelende befreien, waschen und in dünne Ringe schneiden. Die Petersilie und die Minze fein hacken. Der Salat sollte gut grün aussehen! ALso ruhig mutig sein!
(3) Alles mit dem Bulgur gut vermischen. Salzen und pfeffern. Olivenöl und Weißweinessig zufügen, gut vermischen. Etwas durchziehen lassen.

Genießen!

Ist auch ein wunderbarer Grillsalat, Sommersalat für’s Büro oder einfach so als Abendessen!

Impro-Kochen: Orientalischer Gemüse-Bulgur

Orientalische Bulgur-Gemüse-Pfanne

Orientalische Bulgur-Gemüse-Pfanne

Bei meinem letzten Göttingen-Besuch und dem damit verbundenen Pflichteinkauf beim Lieblingsfeinkosthändler  Ewert (falls sich mal einer ins beschauliche Göttingen verirren sollte, unbedingt dort mal reingehen, Foodie-Himmel auf Erden *g*) lachte mich eine Packung Bulgur an. Hmm, schon öfters von gehört. Freundin K. zieht ihn bpsw. dem Couscous vor. Der Alternativ-Name des Produktes „Weizen-Grütze“ ließ mich aber doch für einen Moment zögern.  Egal, mutig ist der Foodie!

Aber was mach‘ ich jetzt damit? Ich habe noch etliche Gemüsereste im Kühlschrank rumfliegen,  aus denen ich eine bunte Gemüsepfanne zaubern könnte, die dann einfach mit dem Bulgur gemischt wird. Ein wenig orientalisch gewürzt. Könnte schmecken. Ein wenig in der Gewürzabteilung meines Vorratsschrankes gewühlt und noch Ras el Hanout gefunden. Also wild drauf los gekocht :-) Dazu hab ich mir eine Hähnchenbrust gebraten, die mit Feta-Restbeständen und getrockneten Tomaten gefüllt wurde.

Bulgur pur ist jetzt nicht unbedingt meins, aber in Kombination mit Gemüse, der Bringer! Total lecker und definitiv eine neue „Sättigungsbeilage“ neben den üblichen Kartoffeln, Nudeln und Reis.
Ein schönes Essen, dass man vielfältig, auch den Jahreszeiten gemäß abwandeln kann. Als kalten Salat kann es auch am nächsten mit zur Arbeit genommen werden oder ist perfekt für Picknicks! Mit der gefüllten Hähnchenbrust und ein wenig Minz-Dattel-Joghurt ein großartiges Sonntag-Reste-Essen :-) An alle Zögerer da draußen: Bulgur unbedingt mal ausprobieren! Ich werde mir noch andere Rezepte raussuchen und testen!

Mit Feta und Tomaten gefüllte Hähnchenbrust

Mit Feta und Tomaten gefüllte Hähnchenbrust

Orientalischer Gemüsebulgur (3 Portionen)

1 Tasse Bulgur (hier: Tasse fast 125 g Reis)
1/2 TL Gemüsebrühpulver

1 Zwiebel, halbierte Scheiben
3 mittelgroße Möhren, Scheiben
1/2 Peperoni, kleine Würfeln
7 getrocknete Aprikosen, in kleinen Würfeln
1 EL Tomatenmark
1/2 Paprikaschote, ca. 1 cm große Würfel
1/4 Zucchini, ca. 1 cm große Würfel
1/4 Aubergine, ca. 1 cm große Würfel
100 g Champignons, in dickeren Scheiben
Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 TL Ras-el-hanout
Paprikapulver edelsüß

(1) Den Bulgur mit doppelt soviel Wasser und etwas Gemüsebrühpulver aufsetzen, zum Kochen bringen. Mein Bulgur hatte es sehr eilig und kochte stark über, also dabei bleiben beim Aufkochen! 3 Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen und noch 10 Minuten bei geschlossenem Deckel quellen lassen. Bei anders lautender Packungsanweisung diese beachten.
(2) Einen großzügigen Schluck Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebeln und Möhren anbraten. Peperoni und Aprikosen hinzufügen. Das Tomatenmark ebenfalls einrühren. Weiterhin nacheinander die Auberginen-, Paprika-,  Zucchiniwürfel und Champignonscheiben hinein geben. Einfach ein bisschen nach Gefühl arbeiten und probieren wann alles gar ist, aber noch Biss hat. Die einzelnen Gemüsesorten nach der Zugabe ein wenig würzen. Wenn die Pfanne fertig ist nochmals abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.
(3) Das Gemüse mit dem fertigen Bulgur mischen!

Kann man auch kalt am nächsten Tag oder lauwarm servieren.

Quelle: eigenes Rezept

Geschmack: +++
Zutaten: +++
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Mit Tomaten-Feta gefüllte Hähnchenbrust (1 Portion)

1 Hähnchenbrustfilet ohne Haut
ca. 100 g Feta
3-5 getrocknete Tomaten
Salz, Pfeffer
Schluck Olivenöl

(1) Ofen auf 200 Grad vorheizen.
(2) Die Tomaten in kleine Würfel schneiden. In Öl eingelegte einfach so klein schneiden, wenn sie nicht Öl eingelegt waren, ca. 1 Stunde vorher mit kochendem Wasser übergißene, einweichen lassen. Abtropfen und fein würfeln. Mit dem Feta zu einer relativ homogenen Masse vermischen. Mit Pfeffer würzen.
(3) In das Hähnchenbrustfilet eine Tasche schneiden. Die Füllung hineinstopfen. Mit Rouladennadeln/Zahnstochern/Bindfaden/Schaschlikspieß die Tasche schließen.
(4) Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hähnchenbrustfilet von allen Seiten anbraten. Salzen und Pfeffern. In eine Auflaufform setzen und im Ofen fertig garen. Glaube, das hat ca. 15-20 Minuten gedauert. Einfach mal reinstechen und gucken, ob der Fleischsaft klar oder rosa ist. Wenn er klar ist, kann das Fleisch aus dem Ofen.

Sofort servieren! Füllung kann in jede erdenkliche Richtung abgewandelt werden.

Quelle: eigenes Rezept

Geschmack: ++++
Zutaten: ++
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Gemüsegrundlage

Gemüsegrundlage

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