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Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VII

 Wach wurde ich tatsächlich schon vor dem Sonnenaufgang halb sechs.

Aber wieder einschlafen ging nicht mehr, erst hielt mich der weiterhin wehende Sturm wach, dann ein Gewitter, dann ein schmerzendes Bein. Danach lohnte sich Einschlafen nicht mehr, weil wir frühstücken und unseren kleinen geplanten Ausflug machen wollten.

Nur 15 Minuten entfernt gibt es von unserer Unterkunft eine kleine Meierei und Käserei, die nur sonnabends geöffnet hat und ihre Produkte verkauft. Wie es dort aussieht und was es alles genau gab, erzähle ich der geneigten Leserschaft morgen. Nur so viel vorneweg, der Käse ist so unglaublich köstlich!

Nach dem Mittagessen und einem Nickerchen setzte ich mich in den sonnigen Garten, während die Mischpoke nach ihrem Ausflug nickerte. So saß ich da und stickte vor mich hin, während im Hintergrund die Brandung rauschte, badende Kinder quiekten und Schwalben zwitscherten. Sehr entspannend!

Es geht nur langsam voran und dauert. *seufz* Aber ich glaube, das Ergebnis wird es wert sein :-)

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VI

 Eigentlich hatte ich heute ja geplant endlich mal ins Wasser zu gehen. Es sollte warm werden. Und auch der Morgen empfing uns freundlich und warm, allein es stürmte. Also ernsthaft! Und der Sturm legte sich den ganzen Tag nicht…

Zwerg und Herr Papa erkundeten die Insel nach neuen Angelplätzen, Frau Mama und ich machten einen Spaziergang zum Meer …

Der Strand ist merklich schmaler geworden, die Wellen beeindruckend stark.

Und es kam immer näher …

Natürlich musste mein innerer Botaniker befriedigt werden ;-) Hundsrosen liebe ich sehr! Sie duften wirklich wunderbar!

Ich mag diese Spätsommerfarben der Getreidefelder.

Idylle.

Danach ließ ich mich ein wenig von Bebbiekatze beklettern und anknabbern. So ein Süßer!

Händchen halten ;-)

Und in der Sonne ahlen, wie die großen kann er auch schon!

Aus dem Nachmittagsnickerchen wurde ich von den großen Maschinen, die die Gerste hinterm Domizil erntete. Was für ein Krach, was für ein Dreck! Aber sehr effektiv, es dauerte nicht lange.

Während die Familie noch ausgeflogen war, fing ich schon mal an, dass Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Bolognese zum Mittag und Klopse als Belag für’s Brot :-)

Ein entspannter Tag, der stickenderweise bei einem Popcorn-Film endete *g*

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag V: Møns Klint

Der Tag begann früh für mich. Nachdem wir gestern Abend schon auf die Schnuppen warteten, aber kaum Sterne zu sehen waren, weil es hier im hohen Norden definitiv länger hell ist. Trotzdem sahen wir zwei Stück. Aber das sollte noch nicht alles sein, gegen 2 Uhr wurde ich von alleine wach und wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch schnell raushuschen, fix das Sternbild des Perseus gesucht (schräg links unter dem Kassiopeia-w) und da flogen sie auch schon. Nein, nicht fliegen. Es war tatsächlich als fielen sie. Die englische Bezeichnung „falling star“ ist schon sehr passend! Und der Nachthimmel hier! Du! Meine! Güte! Selten sah ich so unglaublich viele Sterne am Firmament! Unglaublich beeindruckend! Dazu das auf- und abflackernde Licht des Leuchtturms und das Geräusch der nahen Brandung! Glückseligkeit pur!

Vom Sonnenaufgang wurde ich trotzdem geweckt. Heute mal in klassisch.

Aber nochmal schnell ins Bett gekuschelt und bis halb neun geschlafen. Nach dem Frühstück ging es auch schon los ins GeoCenter Møns Klint. Das ist ein Museum mit einer interessanten, interaktiven Ausstellung über die Kreide, ihre Entstehungszeit, Dinosaurier, Kreidenutzung usw. direkt an den inseleigenen Kreidefelsen gelegen.

Hier sieht man ein komplettes, in einem Kreidestück eingeschlossenes Fossil:

Im Boden waren viele unterschiedliche, typische Fundstücke der Kreideküste eingelassen:

Auch die Entstehung der Kreide, wie sie mit anderen Erdschichten überlagert und wieder freigelegt wurde, wird sehr anschaulich zum Ausprobieren gezeigt. Ein Spaß für alle Wasserplanscher (hauptsächlich Kinder, aber auch viele Erwachsene probierten es aus *g*).

Besonders spannend fand ich, wozu Kreide alles genutzt wird, abgesehen zum Beschreiben von Schultafeln. Oder wusste die geneigte Leserschaft, dass sie in Wandfarbe ist, Zement oder Gießkannen?

Danach machten wir eine Pause im museumseigenen Café. So lange wir auf das Essen warteten, konnte ich ein wenig das Gelände betrachten. Das hier in der Mitte ist der Spielplatz, der auch reichlich genutzt wurde. Daneben finden sich einige Holzbänke mit Tischen, perfekt für Picknicks geeignet. Das Museum ist rollstuhlgerecht gebaut und es stehen auch einige Rollstühle und Kinderwägen zum Ausleihen bereit. Die Angestellten, mit denen ich zu tun hatte, waren allesamt nett und zuvorkommend. Das Café könnte zur Mittagszeit etwas organisierter sein (oder sie rechnen nicht mit Busladungen voll Senioren *g*) …

… dafür ist das Essen sehr lecker. Herr Papa und ich hatten ein Sandwich mit Hähnchen in Curry-Dressing samt Unmengen an leckerem Salatgrünzeug und knusprigem Bacon. Frau Mama und Zwerg entschieden sich für Smørrebrød mit Hähnchensalat, Roastbeef und Pastete und zu guter Letzt Ei plus Krabben. Also wenn Dänen kulinarisch eins richtig gut können, dann Brote belegen! Gibt es ein empfehlenswertes Smørrebrød-Kochbuch?

Danach erkundeten wir die Umgebung und wollten jetzt endlich die sagenumwobenen Kreidefelsen bestaunen. Über viele, viele Treppenstufen (das war schon anstrengend, ich habe keine vertikale Kondition und meine Beine erst recht nicht mehr) kommt man durch wunderschönen Buchenwald …

… zu den Aussichtspunkten. Sieht das nicht aus wie in der Südsee?

Und die Farben des Wassers!

Mit den imposanten, blendend weißen Kreidefelsen!

Es gibt noch einen anderen, mit Holzbohlen gebauten Weg, über den auch Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, bequem über steile, mit Buchen bewachsene Abhänge …

… zu hübschen Aussichtspunkten kommen und dort die majestätischen Felsen und das türkisblaue Wasser genießen können.

Wald. Kreide. Meer. – Großartige Kombination!

Während wir den zweiten Weg entlang gingen, stieg Zwerg Dänemarks längste Treppe mit 497 Stufen zum Strand hinab und auch wieder hinauf. Wir ruhten uns derweil aus und genossen die Sonne.

Wer fitter ist als wir momentan, kann auch noch spannende Expeditionen machen: auf Fossilienjagd gehen, eine Klettertour durch die Bäume machen (auch schon ab 6 Jahren möglich), mit dem Mountainbike die Gegend erkunden oder im Hochsommer eine Schnorcheltour an der Küste machen. Auch lässt sich die Eintrittskarte kostenlos in einen Saisonpass umwandeln, so dass man immer wieder kommen und an sämtlichen Programmpunkten für lau teilnehmen kann.

Zum Schluss gingen wir noch fix einkaufen und genossen zurück in der Ferienwohnung eine Zimtschnecke, diesmal aus Plunderteig.

Ein schöner Tag! Ein spaßiger Ausflug! Ein wunderschöner Fleck Natur auf diesem Planeten! Kann ich nur jedem empfehlen hinzufahren, wenn die geneigte Leserschaft in der Gegend weilt!

GeoCenter Møns Klint
Stengårdsvej 8
DK – 4791 Borre

www.moensklint.de

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag IV: Park Liselund

 Diesen Morgen weckte mich Zwerg kurz nach sechs. Ich hätte gut noch weiter schlafen können. Aber hey, wenn ich schon mal wach schnell raustapsen und das obligatorische Bild machen. Bitte beachtet das elegant springende Reh:

Nach einem faulen Vormittag mit Bebbiekatze und Stickrahmen gingen Frau Mama und ich noch ein Stück nach links, um einen der typisch dänischen Straßenstände zu begutachten. Dort konnte man verschiedene Dinge käuflich erwerben: Steine, Zwiebeln, Sukkulenten, Donnerkeile und Honig:

Auch das Meer ein Stückchen weiter rechts vom Ferienhaus wurde kurz inspiziert. Heute mal grau:

Nach dem Mittagessen (Bratkartoffeln mit Eiern und Speck) durfte ich noch kurz nickern, dann machten wir einen Ausflug in den romantischen Park Liselund am Nordostufer Møns.

Das Grundstück wurde 1784 von einem Antoine Bosc de la Calmette samt Gattin Elizabeth Iselin gekauft und nach der geliebten Ehefrau benannt. Sie planten es sehr liebevoll und detailgenau, konnten sich aber nicht mehr allzu lange daran erfreuen.

Jedenfalls erbauten sie 1793 das weltweit einzige Schloss mit Reetdach, auch wenn es ein kleines, aber niedliches ist:

Mehrere andere Häuser wurden ebenfalls erbaut, wie zum Beispiel die Schweizer Hütte, die dem Parkaufseher als Wohnung diente:

Der Park ist angenehm groß, aber nicht zu groß mit einigen Teichen …

… in denen sich Spiegelungen zeigen, wenn das Wasser nicht gerade von jagenden Hechten und deren Beute aufgewühlt wird:

Während die beiden Angler Herr Papa und Zwerg sich den Fischen widmeten, guckten Frau Mama und ich uns die Ufervegetation an. Mädesüß liegt blühend in den letzten Züge und duftet aber immer noch betörend:

Ein weiteres Gebäude auf dem Parkgelände ist das Norweger Haus. Von dieser Seite sieht es eher düster aus …

… aber der Ausblick und das Rauschen der Brandung sind unbezahlbar! Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wenn man an der Küste auf einmal Wälder mit stattlichen Buchen findet:

Die Leute wussten schon, warum sie ihren Park dort anlegten. Leider haben so Steilküsten aber auch die dumme Angewohnheit dann und wann abzubrechen, so auch hier zweimal geschehen, wodurch das Aussehen des Parks verändert wurde.

So düster das Norweger Haus auch auf der Seeseite aussieht, so hyggelig haben sie in einen Hügel eingebaut:

Große Mode der damaligen Zeit waren offensichtlich Chinesische Teepavillons. Sind mir auch aus Potsdam Sanssouci oder Kassel Wilhelmshöhe bekannt:

Zum Abschluss setzten wir uns in das Café des Neuen Schlosses und genossen ein Stückchen Nachmittagskuchen mit Getränk der Wahl. Den Zitronenkuchen (Citron kage) kann ich sehr empfehlen und auch sonst ist das Café  schnucklig mit sehr nettem, zuvorkommendem Personal.

Ein schöner, ruhiger, entspannter Ausflug! Es ist ja alles nicht so weit voneinander entfernt und nicht eine Spur hektisch. Ich mag das sehr!

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