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Immer wieder gerne – Rakott krumpli

Aus Gründen habe ich momentan wieder ziemliches Heimweh und wünschte irgendwie ich könnte gerade in Ungarn bei der Familie sein. Da ich aber erst im August Ferien habe, bleiben mir nur ungarische Gerichte, die ich für mich koche. Eines meiner liebsten sind Rakott krumpli, ein geschichteter Auflauf aus gekochten Kartoffelscheiben, gekochten Eiern, ungarischer Kolbász (eine Salamivariante, die der spanischen Chorizo nicht unähnlich ist) und saurer Sahne. Also alles billige, einfach Zutaten, die relativ zügig zu einem wohlschmeckenden und sättigenden Mittagessen verarbeitet werden können. Ich liebe dieses Gericht einfach, schon als Kind! Und dementsprechend regelmäßig kommt es auch aus meinem Ofen, wenn ich die richtige Wurst da habe *g*

Rakott krumpli – Ungarischer Kartoffelauflauf

Zutaten für 2 Portionen:
8 mittl. Kartoffeln
4 Eier
200 gr Paprikawurst (z.B. Ung. Kolbasz, Chorizo o.ä.)
250 gr Saure Sahne
Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß
1  Handvoll  Geraspelten Käse (nach Belieben)
Öl zum Einfetten der Form

(1) Kartoffeln in der Schale kochen, wenn sie gar sind, abgießen, pellen und in Scheiben schneiden. Das kann auch gerne schon am Vortag passieren. Die Eier hart kochen, pellen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Wurst in dünne Scheiben schneiden.
(2) Ofen auf 200 Grad vorheizen.
(3) Eine kleinere Auflaufform einfetten. Die Hälfte der Kartoffeln darin verteilen, dann die Wurst- und Ei-Scheiben darauf geben. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Die Hälfte der sauren Sahne in Klecksen darüber verteilen. Dasselbe mit der anderen Hälfte der Zutaten machen. Den geraspelten Käse darüber.
(4) In den Ofen stellen und ca. 20-25 Minuten backen bis der Käse verlaufen ist.

Sofort heiß servieren und

genießen!

Dazu: Frischer Salat, Gurkensalat, Weißkohlsalat, eingelegte Gurken

Spargel mit Bozener Sauce

Spargelsaison ist ja auch fast vorbei. Irgendwie schade, andererseits kommen jetzt andere tolle Köstlichkeiten. Hat halt alles seine Zeit! Nicht nur in Deutschland ist Spargel bekannt und heiß geliebt, auch andere Länder haben ihre Spargelspezialitäten, die Briten beispielsweise bevorzugen grünen Spargel, in Italien gibt es eine Mailänder Variante und im südtiroler Bozen wird eine Sauce aus Ei zum gegarten Spargel gegessen. Bei Frau Küchenlatein fand ich diese Version, die sie widerum in der Süddeutschen Zeitung fand.

Eigentlich wird hier nur aus gekochtem Ei eine Mayonnaise gerührt, die noch mit etwas Kräutern verfeinert wird. Bei der Recherche im Internet zum Thema „Bozener Sauce“ bin ich auch auf etwas andere Varianten gestoßen, bei denen noch zusätzlich Petersilie reinkommt oder die Sauce etwas flüssiger gemacht wird durch Gemüsebrühe. Ich blieb bei dieser puren Variante. Wie auch bei der Mayonnaise mit rohem Ei, ist es hier wichtig das Öl langsam zum Eigelb zu geben und dabei immer gut zu rühren und nicht alles auf einmal. Sonst kommt die Emulsion nicht zustande und die Sauce bleibt so seltsam krisselig. Also sich immer rührend um die Sauce kümmern. Der Rest ist ernstlich einfach. Statt den Spargel zu kochen, gare ich ihn immer im Ofen. Irgendwie mag ich den Geschmack und die Konsistenz viel lieber :-) Dazu gab es bei mir Kartoffel-Gurken-Salat mit einem Dressing aus Brühe. Mag sich ungewöhnlich anhören, fand ich äußerst passend dazu. Und diese Sauce, da hatten die Bozener eine wirklich schöne Idee zu Spargel. Gefällt mir außerordentlich gut und wird nächstes Jahr wieder gemacht!

Bozener Sauce

Zutaten für 2 Portionen:
2 Eier
1 TL mittelscharfer Senf
50 ml Öl
2 EL Weißweinessig
1 Spritzer Zitronensaft
2 EL Schnittlauch, gehackt

Eier hartkochen, kalt abschrecken und pellen. Die Eier halbieren, das Eigelb mit einem Teelöffel herauslösen und durch ein feines Teesieb in eine Schüssel drücken. Den Senf unterrühren und danach unter ständigem Rühren das Öl dazu gießen. Den Weißweinessig unterrühren mit mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Das Eiweiß in feine Würfel schneiden und zusammen mit dem Schnittlauch unter die Sauce rühren.

Den Spargel mit der Sauce begießen und

Genießen!

Quelle: KüchenlateinSpargel mit Bozner Sauce

Teufelszeug – Soleier nach „Deutschland vegetarisch“

*hach* Das „Deutschland vegetarisch“-Buch! Noch nie habe ich aus einem Kochbuch so viel nachgebastelt, wie hieraus! Und bisher war alles ohne Ausnahme richtig gut! Zu Ostern hat man ja traditionell einen etwas höheren Eierverbrauch, aber immer nur hartgekochte Eier ist doch auch langweilig. Schon lange wollte ich mal Soleier austesten, also eigentlich in Salzlake eingelegte Eier, die es früher öfter in Eckkneipen zu kaufen gab. Da ich nie eine Kneipe umme Ecke hatte (immer nur türkische Supermärkte *g*), konnte ich auch nie welche kosten. Schon letztes Jahr Ostern wollte ich eigentlich welche machen, aber irgendwie sind wir davon abgekommen. Aber dieses Jahr, dieses Jahr sollte es passieren, nach dem Rezept aus dem „Deutschland vegetarisch“! Aber für mich alleine lohnt sich sowas nicht, so viele Eier esse ich nun auch nicht, dass sie weg sind bevor sie potentiell schlecht werden. Frau Mama war sofort Feuer und Flamme für die Idee, der Rest der Mischpoke hielt sich mehr als bedeckt. Nee, Herr Papa und Zwerg wollten partout nicht kosten … Dann nicht und wir machen nur die halbe Portion.

Gefühlt könnten Soleier auch in einer Gewürzlake für Gewürzgurken liegen und werden im Englischen dementsprechend auch „pickled eggs“ genannt. Sehr passend! Die Würzung der „Deutschland vegetarisch“ Soleier ist mal wieder sehr stimmig! Süß, salzig, sauer und die richtige Menge an Gewürzen, die auch oft im Buch verwendet werden wie Wacholder, Piment, Senfsaat. Als Kräuter hat Herr Paul Bohnenkraut und Pimpinelle vorgeschlagen, ist beides nicht wirklich gut im deutschen Nordosten aufzutreiben, also beschränkte ich mich auf die Alternativen Petersilie und Dill. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Eier kochen und pellen. Sud schnell köcheln und heiß über die Eier geben, im Kühlschrank 24 Stunden durchziehen lassen. Und das Ergebnis umwerfend gut! Frau Mama und ich waren sofort hellauf begeistert, meine Güte sind die Eier gut! Wir wollten nichts abgeben, ließen den Rest der Familie dann aber doch kosten. Und blöderweise mochten sie die Soleier doch, so dass wir doch was abgeben mussten ;-)  Eigentlich werden Soleier so gegessen, dass man das Ei halbiert, das Eigelb herausnimmt, in die Mulde etwas Öl, Essig und Senf gibt, das Eigelb wieder rein und dann mit Salz und Pfeffer würzen. Wir haben es einfach nur halbiert mit nettem Senf der Wahl (scharf, scharf-süß, etc.) bestrichen und dann haps! War auch sehr gut!

Also bitte dringend, dringend nachmachen! Die schmecken nicht nur zu Ostern großartig!

Soleier

Zutaten für 6 Eier:
6 Eier (Größe M)
Salz
75 ml Weißweinessig
(hier: selbstgemachter rosa Blütenessig auf Weißweinessigbasis)
40 g Zucker
1 Lorbeerblatt
1/2 TL Pfefferkörner
1 TL Senfsaat
1/2 TL Kümmel
4 Pimentkörner
4 Wacholderbeeren
1 Zwiebel
2 Zweige Petersilie
2 Zweige Dill

(1) Die Eier anpieken und vorsichtig in kochenden Salzwasser, dass mit einem Spritzer Essig versetzt wurde, gleiten lassen. 10 -12 Minuten kochen. In kaltem Wasser abkühlen.
(2) 500 ml Wasser mit Zucker, 25 g Salz, 75 ml Weißweinessig, Lorbeer, Pfefferkörnern, Senfsaat, Kümmel Piment und Wacholderbeeren aufkochen. Die Zwiebel in feine Streifen schneiden, zum Sud geben und 5 Minuten kochen. Die ganzen Zweige der Petersilie und Dill dazu geben und noch einmal aufkochen lassen.
(3) Die Eier pellen und in ein heiß ausgespültes Twist off- oder Einmachglas geben. Mit dem heißen Sud begießen und das Glas schließen.
(4) Abkühlen lassen und und dann 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Genießen!

Essen kann man sie zu Butterbrot oder Bratkartoffeln oder gehackt in Saucen/Dips. Im Kühlschrank gelagert, sollen sie bis zu 5 Tage haltbar sein, aber eigentlich sind sie schon früher weg ;-)

Quelle: ganz leicht abgewandelt nach Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p19

Türkisches Sonntagsfrühstück: Sucuk yumurta – Spiegelei mit Sucuk

Bekanntlicherweise wohne ich im Klein-Ankara Kassels. Und ich finde es großartig! Ich habe hier viele unterschiedliche Nationen als Nachbarn. Meine direkten Nachbarn sind Afghanen, die nasenscheinlich unglaublich gut kochen können. Manchmal duftet es so wunderbar auf meinem Balkon (ihr Küchenfenster ist nur 50 cm entfernt), dass ich am liebsten nebenan klingeln möchte, um nach dem Rezept zu fragen … Auch die türkischen Supermärkte, die es hier gefühlt alle 500 m gibt, sind wunderbar! Bei meinem umme Ecke kriege ich fast alles was das Herz begehrt: frisches Obst und Gemüse, Blumenstrauß große Bunde an Petersilie und anderen Kräutern (Minze, Koriander, Dill, Postelein), türkische Brote, Hülsenfrüchte (getrocknet, in Dose), Reis, Bulgur, Couscous, Käse (Feta etc.), Butter, Ayran, Joghurt, frisches Fleisch, Gewürze, manchmal frischen Fisch, Oliven, Honig, Tomaten, eingelegtes Gemüse, Nüsse, Knabberkram, Geschirr und Wurst. Die Wurstabteilung besteht hauptsächlich aus einer roten Wurst namens Sucuk:

Sucuk ist eine Wurst aus Rindfleisch, die mit etwas Knoblauch, einen µ Kreuzkümmel gewürzt ist und auch etwas pikanter sein kann. Es gibt sie in monströs großen Abpackungen für türkische Großfamilie, aber zum Glück auch in der Single-Probierportion. Endlich hab ich mich mal getraut und eine kleine Packung hüpfte in meinen Einkaufskorb. Aber was mache ich jetzt damit? Von berufener Seite wurde mir Ei mit Sucuk zugeflüstert und so machte ich mich auf die Suche. Man kann sich einen typischen Snack machen, bei dem Sucuk mit Käse überbacken wird. Dabei darf die Sucuk, wie hier erklärt und ausführlichst gezeigt, auf keinen Fall gewürfelt werden. Nur Scheiben sind zulässig! Ist ja ganz schön, aber für mich eher ein Abendbrot (heute vielleicht?). Dieses Video von „Koch Dich türkisch“ fand ich schon frühstückshafter und habe es als Idee genommen. Es ist natürlich auch als Rezept im weltweiten Zwischennetz niedergeschrieben, aber im Video kann die geneigte Leserschaft auch gleich noch ein wenig türkisch lernen. Nie verkehrt, oder?

Also gab es ein etwas abgespecktes, aber doch leicht türkisches Frühstück mit Sucuk yumurta, Sesamkringel und frischem Gemüse. Wirklich schön und sättigend! Sucuk schmeckt echt gut, etwas pikant, aber nicht zu scharf (andere Leute würden das wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen) und wird jetzt tatsächlich öfter in meinem Kühlschrank zu finden sein :-)

Eigentlich braucht es dafür kein Rezept, ich schreibe trotzdem mal fix auf, wie ich das Sucuk yumurta gemacht habe:

Sucuk yumurta – Spiegelei mit Sucuk

Zutaten für 1 Portion:
1/2 kleine Sucuk (ca. 40 g)
1/2 kleine Zwiebel
1/4 TL Butter
1 Ei
Salz

Die Zwiebel häuten und in Halbringe schneiden, von der Sucuk die Pelle abziehen und in dünne Scheiben schneiden. In einer kleinen Pfanne die Butter bei mittelhoher Hitze zerlassen, Sucuk und Zwiebelringe etwas anbraten. Wenn die Zwiebeln weich sind, das Ei drüber schlagen und einen Deckel auf die Pfanne legen, damit das Eiweiß auch von oben gart. Wenn das Eigelb den gewünschten Gargrad hat, auf einen Teller geben, salzen und

genießen!

Dazu passt wunderbar frisches Fladenbrot oder Sesamkringel und ein wenig frisches Gemüse. Gerne kann auch noch mehr Gemüse mit den Zwiebeln und der Sucuk angebraten werden (etwas schärfere Paprika, Zucchini, Pilze etc.).

Quelle: nach „Koch Dich türkisch“ – Sucuk yumurta

Noch ein gruseliges Ei-Gericht – Schmorgurke mit Ei

Und noch ein Kandidat für’s Outtake-Event von Pimpimella bei Zorra. Nachdem ja schon Julia mit ihrem verwässerten Läufer-Ei und Magentratzerl mit ihrer chinesischen Tomaten-Ei-Variante vorlegten, kann ich mit meinem monochromen, Schmorgurken-Ei nicht zurück stehen und muss es der geneigten Leserschaft präsentieren *g* Einfach auch, weil es total lecker ist!

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Ich kenne es schon von klein an, weil Schmorgurken ein traditionelles Gemüse in Mecklenburg-Vorpommern (und auch Brandenburg, Sachsen-Anhalt) sind und so gab es diese Variante mit Ei auch öfter in der Saison als Abendbrot. Jetzt hier in der nordhessischen Schmorgurken-Diaspora bin ich da etwas aufgeschmissen. Das was der Mecklenburger nämlich unter einer Schmorgurke versteht, gibt es hier nicht. Höchstens Landgurken, die etwas dunkler und kleiner und schmaler sind. Irgendwie nicht das Wahre, aber besser als nichts … Und ganz zur Not kann man auch normale Salatgurken nehmen, die es in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Ich hoffe einfach mal, dass es noch welche bei unserem Gemüse-Vietnamesen des Vertrauens in Rostock gibt, wenn ich im September nach Hause komme. Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen mal so ’ne Schmorgurke zu kosten und dann eben auch gegart und nicht nur roh. Wirklich toll! Fein, mild, gurkig … Passt eben wunderbar zu Ei oder mit Kartoffeln als Gemüse oder zu Hackbällchen oder offensichtlich traditionell mecklenburgisch, wie im Blog „Rauschmittel“ beschrieben. Ich mag die Gurke und kann in der Saison nie genug davon bekommen …

Schmorgurke mit Ei

Zutaten für 1-2 Personen:
1 Schmorgurke
1 Zwiebel
etwas neutrales Öl
Salz, Pfeffer
3-4 Eier

(1) Von der Schmorgurke die Enden abschneiden, kosten ob sie bitter sind. Wenn ja, dann noch ein wenig mehr abschneiden. Die Gurke schälen. Halbieren und die Kerne rauskratzen. Die Hälften quer in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden.
(2) Etwas Öl in einer Pfanne mit Deckel erhitzen. Die Zwiebeln glasig andünsten. Die Gurken zugeben, salzen, pfeffern. Einen kleinen Schluck Wasser drauf geben, Deckel drauf und bei mittlerer Hitze etwa 10-15 Minuten schmoren bis die Gurken gar sind. Wenn noch zu viel Wasser bei den Gurken ist, noch ein paar Minuten offen das Wasser verdampfen lassen.
(3) Die Eier aufschlagen und über die Gurken geben. Nochmal ein wenig salzen und pfeffern. Unter Rühren stocken lassen bis der gewünschte Gargrad des Eis erreicht ist.

Genießen!

Andere Länder, andere kalte Suppen – Okroschka

Es ist immer noch heiß und jetzt auch noch schwül. Doofe Kombi! Aber egal, gibt mir die Möglichkeit mich weiterhin den kalten Suppen anderer Länder zu widmen. Als nächstes begab ich mich auf die Suche im großen weiten Russland. Ich meine, das Land hat so heiße Sommer, würde mich wundern, wenn die keine kalten Suppen im Repertoire haben. Und tatsächlich: eine die ich fand, nennt sich „Okroschka“. Das kommt vom russischen Wort für „krümeln“ – кроши́ть (aah, ich mag das kyrillische und kann es tatsächlich noch lesen *freu*). Dementsprechend müssen alle Zutaten ziemlich klein gewürfelt werden. Traditionellerweise kommt als Flüssigkeit Kwas dazu, ein russischer Brottrunk  für  den Brot mit Hefe vergoren wird. Aber ganz ehrlich? Das ist mir suspekt, sehr suspekt sogar! Weil im Original eh noch saure Sahne dazu kommt und alle Rezepte im weltweiten Zwischennetz, die ich las, meinten man könne auch Buttermilch, Kefir o.ä. benutzen, verwand ich Ayran, den ich hier in Literpackungen beim kleinen türkischen Supermarkt umme Ecke bekomme. Noch essentiell sind die Radieschen, Eier, Gurke und Dill. Dill ist wirklich wichtig, macht das ganze erst rund. Zur Sättigung – ja auch im Sommer wollen wir doch satt werden, oder? – werden zermanschte Pellkartoffeln mit hinein gegeben. Wer es nicht unbedingt vegetarisch möchte, kann auch gerne gewürfelte Fleischwurst, gekochtes Rindfleisch oder in der Fischvariante einfach geräucherten oder Salzfisch feingewürfelt mit reingeben. Mir reicht die vegetarische Version vollkommen :-)

Und die Suppe ist wirklich einfach zu machen und ernstlich ernstlich köstlich! Erfrischend, säuerlich, herzhaft (nach dem ganzen Obst, dass ich zur Zeit esse, war mir schon leicht süßschlecht), perfekt für den Sommer! Unbedingt nachkochen so lange es noch heiß ist!

Okroschka – Kalte russische Suppe

Zutaten für 4 Portionen:
4 mittelgroße Kartoffeln
2 Eier
4-7 Radieschen je nach Größe
1/3 Salatgurke1/2 Bund Frühlingszwiebeln
1 TL Senf
1 TL Meerrettich
Salz, Pfeffer
1 l Ayran
1 Bund Dill

(1) Die Kartoffeln in Salzwasser als Pellkartoffel garen. Die angepieksten Eier mit reingeben und 10 Minuten hart kochen lassen. Wenn die Eier fertig sind, rausholen und im kalten Wasser abschrecken.
(2) Währenddessen die Gemüse waschen und putzen. Radieschen und Gurke fein würfeln. Die Fühlingszwiebel in dünne Ringe schneiden. In eine Schüssel geben.
(3) Wenn die Kartoffeln gar sind, abgießen, kurz abkühlen lassen und pellen. Dann mit einer Gabel in der Schüssel mit den restlichen Gemüsewürfeln zerdrücken.
(4) Die Eier pellen, halbieren und Eigelbe in eine kleine Schüssel geben. Senf und Meerrettich dazu geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Einen Schluck vom Ayran dazu geben und alles zu einer sämigen Masse verrühren. Zum Gemüse geben.
(5) Den restlichen Ayran zur Suppe gießen, gut durchrühren. Nochmal salzen und pfeffern. Dann für 2 Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen.
(6) Kurz vorm Servieren den Dill waschen, trocknen und fein hacken. Unter die Suppe rühren und

genießen!

Quelle: grob hieran orientiert Russlandjournal und am Rezept von Kochbar

Vielleicht mal eine andere kalte Suppe ausprobieren? Hier die bisherige Auswahl im kleinen Blog:

Gimbap – Koreanisches „Sushi“

So, wozu kann man Tofu Bulgogi noch benutzen? Die letzte Portion wurde tatsächlich extra dafür angesetzt, dass ich am nächsten Abend Gimbap, also das koreanische Sushi mir machen wollte. Mich gelüstete schon seit längerem mal wieder nach Sushi, hatte keine Reisröllchen mehr, seit mir die beste S. von allen es letztes Jahr im September mit ins Krankenhaus brachte. Und da ich hier auch keinen guten Sushiladen kenne bzw. das was ich austesten wollen würde, zu weit weg ist von mir, musste ich halt selbst ran. Ist jetzt auch kein Beinbruch, wenn man nicht auf perfekt geformtes Sushi oder Gimbap besteht. Auf die Fischkomponenten verzichte ich eh gerne (in Mitteldeutschland richtig frischen Fisch zu kriegen, ist fast unmöglich *seufz*) und mache es eben vegetarisch. Auch da gibt es ja genug Optionen und bei den Koreanern noch viel mehr als bei original Sushi. Während der Japaner eher auf Klarheit der Aromen besteht, kombiniert der Koreaner offensichtlich hemmungslos und gerne auch viel würziger. Es können also auch gerne Käse, Schinken, Surimi-Sticks, anderer geräucherter Fisch, Kimchi, andere eingelegte Gemüsesorten wie Klettenwurzeln oder Rettich. Der Phantasie sind so gar keine Grenzen gesetzt! Etwas anders ist auch der Reis gewürzt, nicht süß-säuerlich mit Reisessig und Zucker wie in Japan, sondern eher nussig mit gerösteten Sesamsamen und Sesamöl. Auch wirklich lecker! Der Rest ist wie immer, Reis auf Algen verteilen, füllen, rollen und aufschneiden. Dann einfach genießen! Und es schmeckt wirklich gut und ist so im Nachhinein gesehen, auch nicht wirklich zeitaufwendig. Das Gemüse lässt sich fix schnippeln, das Ei auch schnell braten und andere Füllungen gut vorbereiten oder fertig kaufen. Ich befürchte das wird es in Zukunft häufiger bei mir geben! :-)

Gimbap – Koreanisches Sushi

Zutaten für 3 Rollen, also 2 Personen:

Grundrezept Reis
200 g japanischer Rundkornreis
350 ml Wasser
1/2 TL Salz
1 EL Sesamsamen
1 TL Sesamöl

Für die Füllung:

1 Ei
1 Prise Salz
Sesamöl

1/2 Salatgurke (20-25 cm lang)
1 TL Salz

1 Möhre
1 Prise Salz
Sesamöl

1/4 Portion Tofu Bulgogi

3 Nori-Blätter

(1) Als erstes des Reis kochen. Dafür den Reis in einer Schüssel mit ordentlich Wasser bedecken. Dann den Reis mit den Händen darin rumwirbeln. Wenn das Wasser milchig ist, es abgießen und neues hinzufügen. Die Prozedur so lange wiederholen bis das Wasser klar ist. Das letzte Wasser abschütten und den Reis mit 350 ml Wasser in einem größeren Topf geben. Aufkochen lassen, einmal umrühren, bei niedriger Hitze in 15 Minuten fertig garen.
Oder den Reis gleich in einem Reiskocher kochen.
(2) Während der Reis kocht, die Füllung vorbereiten. Als erstes in einer trockenen kleinen Pfanne die Sesamsamen bei mittelhoher Hitze anrösten bis sie duften und etwas gebräunt sind. Sofort herausnehmen, nicht, dass sie noch nachrösten und verbrennen.
Das Ei mit einer Prise Salz verquirlen. Eine kleine Pfanne erhitzen und etwas Sesamöl hinein geben. Die gesamte Eimasse in die Pfanne geben und ein flaches Omelett braten. Dafür einmal vorsichtig umdrehen, damit beide Seiten etwas Farbe kriegen. Herausnehmen, aufrollen und in lange Streifen schneiden.
Die Möhre schälen, in lange Stifte schneiden. In der noch heißen Pfanne wieder ein kleines bißchen Sesamöl erhitzen und die Möhrenstifte darin anbraten bis sie etwas Farbe haben, aber noch knackig sind. Herausnehmen.
Die Gurke gut waschen und vierteln. Die Kerne heraus schneiden, und die Viertel nochmals halbieren.
Die Tofu Bulgogi-Stücke in schmale Streifen schneiden, etwa so breit die Gurkenstücke.
(3) Den fertigen Reis, etwas abkühlen lassen, vielleicht so 10 Minuten. Dann mit den gerösteten Sesamsamen, dem Salz und dem Sesamöl gut vermischen. Dabei aber vorsichtig rühren, damit der Reis nicht matschig wird.
(4) Eine Sushi-Rollmatte mit Frischhaltefolie umwickeln (dadurch verfangen sich nicht so viele kleine Reiskörner in der Matte, die man nicht mehr rauskriegt.) Ein Schüsselchen mit kaltem Wasser zum Benetzen der Finger bereit stellen. Die Nori-Blätter nacheinander über der heißen Herdplatte haltend (oder in einer großen Pfanne) kurz rösten. Ein Nori-Blatt mit der rauhen Seite nach oben auf die Matte legen. Dann 1/3 der Reismasse auf den unteren 2/3 des Nori-Blattes mit den Fingern verteilen. Dafür die Finger immer mal wieder anfeuchten, weil der Reis sonst gar füchterlich klebt! Dann je 1/3 der Gurkenstreifen, angebratenen Möhren, Tofu Bulgogi-Streifen und Omelettstreifen verteilen. Dann von unten das Nori-Blatt aufrollen. Dabei mit den Fingern versuchen die Füllung an Ort und Stelle zu halten. Wenn das Gimbap aufgerollt ist, mit den Händen nochmals Druck auf die Rolle ausüben, damit das Gimbap auch zusammen hält.
(5) Mit einem wirklich scharfen Messer, dessen Klinge nach jedem Schnitt mit Wasser befeuchtet wird, die Rollen in 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Genießen!

Quelle: inspiriert und leicht verändert nach Kou, M., Jung, S., Kim, Y.-A. (2011): Das Korea-Kochbuch. Jacoby  Stuart. Seite 84

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