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New Gemüse in town – Flower Sprouts

Ich probiere ja gerne neues aus. Wie sollte es auch anders sein als Foodblogger und man will der geneigten Leserschaft ja auch Neuigkeiten präsentieren. Der Supermarkt nebenan überrascht mich manchmal sehr. So hat er zum Beispiel regelmäßig Pak Choi im Angebot und letztens sah ich ein Tütchen mit schnuffelig aussehendem (Zitat Frau Kochschlampe) Gemüse. Was ist denn das? „Flower Sprouts“ stand auf der Packung. Augenrollen auf meiner Seite, kann man keine deutschen Namen benutzen? Egal, es soll eine Mischung aus Rosen- und Grünkohl sein. Joa, kommt hin:

Laut Packungsanweisung reicht kurzes dünsten, braten oder kochen. Na dann! Eine kurze Recherche brachte mich zum Artikel der Daily Mail von 2010. Laut dem wurde das Gemüse von der britischen Firma Marks & Spencer entwickelt (daher auch der englische Name) und ist die erste neu eingeführte Gemüseneuheit seit 2002. Ich hoffe dann mal, dass sich diese kleine Schönheit auch noch weiter verbreitet. Zumindest Saatgut ist problemlos erhältlich, wenn man mal ein bisschen sucht im Netz :-)

Und der Geschmack? Wirklich lecker! Kohlig, aber nicht zu intensiv, tatsächlich ein wenig nussig. Die Garzeit war auch erfreulich kurz, wahrscheinlich auch bedingt durch die „luftige“ Struktur der Sprouts im Gegensatz zum kompakten Rosenkohl (den ich auch sehr liebe!). Ich kann mir vorstellen, dass es vielfältig einsetzbar ist: Tortilla wie hier gezeigt, in einem Auflauf, kurz gewokt in asiatisch inspirierten Gemüsepfannen, klassisch als Beilage mit Muskantnuss gewürzt. Ich hoffe einfach, dass ich die Flower Sprouts noch öfter kaufen kann und dann werden neue Varianten ausprobiert.

Die Version einer Kartoffel-Tortilla mit den dunkelgrün-violetten Schönheiten, kann ich schon mal sehr empfehlen!

Kartoffel-Flower Sprouts-Tortilla

Zutaten für 2 Portionen:
4-5 mittelgroße Kartoffeln
Salz
Prise Kümmelkörner
200 g Flower Sprouts
Schluck Olivenöl
Pfeffer
6 Eier
Schluck Milch
Muskatnuss

ofenfeste Pfanne mit Deckel

(1) Die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser mit einer Prise Kümmel gar kochen. Das kann auch schon gut am Vortag gemacht werden. Wenn sie anfassbar sind, die Kartoffeln pellen und in mitteldicke Scheiben schneiden.
(2) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Die Flower Sprouts putzen, dafür die unschöne Stielstelle abschneiden, eventuell unschöne Blätter entfernen. Die Röschen je nach Größe eventuell halbieren. Eine Pfanne in der die gesamte Tortilla Platz hat auf mittelhoher Hitze warm werden lassen. Einen Schluck Olivenöl reingeben. Die Flower Sprouts in der Pfanne, mit Salz und Pfeffer gewürzt etwa 10 Minuten anbraten bis sie gar, aber noch bissfest sind.
(4) Zwischenzeitlich die Eier in einer Schüssel aufschlagen. Etwas Milch dazu geben, mit Salz, Pfeffer und etwas frisch geriebener Muskatnuss würzen. Gut verrühren.
(5) Die Kartoffelscheiben zu den angebratenen Flower Sprouts geben, gut durchmischen und gleichmäßig verteilen.
(6) Die Eier in die Pfanne gießen. Den Deckel drauf legen und 10 Minuten bei mittlerer Hitze langsam stocken lassen. Dabei öfters mit einem Holzlöffel in die Mitte der Tortilla stechen, damit das flüssige Ei nach unten durchlaufen kann. Auch am Rand der Pfanne mit dem Holzlöffel öfter das schon gestockte Ei etwas anheben und noch flüssiges nachlaufen lassen.
(7) Die Pfanne dann ohne Deckel auf die mittlere Schiene in den Ofen stellen. Etwa 15 Minuten backen lassen bis die Eimasse gestockt und am Rand leicht braun ist.

Heraus holen (VORSICHT! VERDAMMT HEISS! Topflappen/Handtücher leisten gute Hilfe!), aufteilen und mit einem frischen Salat zusammen servieren.

Genießen!

Shakshuka mit Feta

 

Shakshuka wollte ich schon lange mal machen. Und da mir die urlaubende Lieblingsärztin ihre Paprikaschoten vermachte, bevor sie schlecht werden, war der Plan schnell gefasst. Aber was ist Shakshuka jetzt genau? Es hat seinen Ursprung im Nahen Osten und ist ein Schmorgericht aus Paprika und Tomate (kommt uns doch bekannt vor die Kombi *g*), in der noch Eier gestockt werden. Also irgendwie Letscho. Nur nahöstlich gewürzt mit Kreuzkümmel und etwas pikanter mit scharfem Paprika/Cayennepfeffer. Wahrscheinlich gibt es so viele Varianten wie Köche … Und irgendwie ist so ein Gemüseragout ja nie verkehrt, oder? Im Rezept der „New York Times“ ist es als jüdisch und koscher verschlagwortet. Jetzt weiß ich nicht genau, ob es nur vom jüdischen Teil der Bevölkerung gegessen wird oder auch vom arabischstämmigen? Hat da jemand mehr Infos? Vielleicht jemand, der dort lebt oder schon mal urlaubte? Jedenfalls war es total lecker und wird fest ins Repertoire der „Schnellen Feierabendküche“ aufgenommen. Gefällt mir außerordentlich gut!

Shakshuka mit Feta

Zutaten für 2 Portionen:
1 rote Paprikaschote
1 kleine Zwiebel
1,5 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Kreuzkümmel/Cumin
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
Prise Cayennepfeffer (oder nach Geschmack)
1 400 g-Dose Tomaten, in Stücke
Salz, Pfeffer
1 handvoll Feta, zerkrümelt
2-4 Eier
1/2 Bund Petersilie

(1) Die Paprika waschen, trocknen. Halbieren, Kerngehäuse entfernen, in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Den Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und mittelfein hacken.
(2) Einen ofenfesten Topf bei mittlerer Hitze heiß werden lassen, das Olivenöl darin erhitzen. Paprika- und Zwiebelstreifen zufügen und bei mittelkleiner Hitze 20 Minuten dünsten lassen. Die Knoblauchscheibchen zufügen und 1-2 Minuten mitdünsten. Kreuzkümmel, Paprikapulver und Cayennepfeffer zufügen und mitbraten bis es duftet. Das geht schnell. Tomaten dazu, salzen, pfeffern. Offen noch ca. 10 Minuten kochen bis die Sauce etwas eindickt.
(3) Ofen auf 180°C vorheizen.
(4) Den Feta drunter rühren. Zwei bis vier Mulden in die Sauce machen und die Eier vorsichtig reinschlagen. In den heißen Ofen stellen ca. 7  Minuten darin die Eier stocken lassen. Salzen.
Mit Petersilie bestreuen und frisches Brot dazu reichen.

Genießen!

Quelle: nach The New York Time CookingShakshuka with Feta

Es ist jetzt kein klassischer Eintopf wie zum Beispiel Gulaschsuppe, aber es wird alles in einem Topf gegart und deswegen darf es bei der Eintopf-Blogparade von Conjas Eck mitspielen. Leider hat der Banner bei mir nicht funktioniert und es wurde nur das Symbol zu einem kaputten Bild angezeigt :-(

Der einfachste Pancake-Teig ever!

Vor drei Tagen war ja Pancake Tuesday, der auch ausführlichst von mir zelebriert wurde. Am Sonntag schon den wunderbaren Gewürzpancake aus dem Ofen ausprobiert, damit die geneigte Leserschaft auch rechtzeitig ein Rezept bekommt, aber natürlich wollte ich gestern auch frisch welche backen. Nun hab ich am Wochentag keine Zeit und Lust auf viel Aufwand am Morgen, da bin ich froh, wenn ich es schaffe mir ein Brötchen mit Käse und Marmelade zu schmieren. Aber abends kann ich dann meist doch noch eine aufwendigere Kleinigkeit basteln (obwohl es auch oft genug nur Käsebrot-Abende gibt *g*). So hab ich die Pancakes nach einem Grundrezept von Jamie Oliver gemacht. Und es ist wirklich denkbar einfach: ein Kaffeepott voll Mehl, derselbe Kaffeepott voll Milch, ein Ei, 1/2 TL Backpulver, eine Prise Salz. Gut verrühren ohne Klümpchen und fertig! Und dann kann man seinen eigenen Gelüsten nachgeben (oder denen der Kinder): Kakaopulver und gehackte Nüsschen rein, Blaubeeren dazu oder zermanschte Bananen oder Erdbeeren rein. Es geht natürlich auch in herzhaft, zum Abendbrot ja auch nicht verkehrt: Käse der Wahl rein reiben, unterschiedliches, schnell garendes Gemüse mit rein schmeißen.

Nur hatte ich die Menge an Teig, die aus einem Kaffeepott Mehl und Milch rumkommen, komplett unterschätzt! Ich habe etwa 30 kleine Pancakes backen können. Und weil mir das in einer Variante zu langweilig gewesen wäre, habe ich den Teig halbiert und eine herzhafte Variante mit reingekrümeltem Feta und Paprikawürfelchen, sowie eine süße Version mit einem halben geriebenem Apfel, etwas Zimt und einem Esslöffel Puderzucker. Vom Teig dann einen Esslöffel pro Pancake in die Pfanne und so lange backen bis sich auf der Oberseite Bläschen zeigen:

dann ist die Unterseite perfekt gebräunt, schnell umdrehen und fertig backen! Das nächste Mal nehme ich aber zwei Pfannen, geht fixer ;-)

Noch schneller und einfacher gehen Pancakes wirklich nicht! Kriegt jedes Kind hin!

Pancake-Grundrezept

Zutaten für ca. 30 kleine Pancakes:
1 Kaffeebecher Mehl
1 Kaffeebecher Milch
1 Ei
1 Prise Salz
1/2 TL Backpulver

neutrales Öl

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen schnell und gründlich zu einem möglichst klümpchenfreien Teig verrühren. Nach Gelüsten verfeinern und ca. 1 Esslöffel Teig pro Pancake in einer heißen Pfanne mit etwas Öl ausbacken. Wenn sich kleine Löcher auf der Oberseite zeigen, umdrehen und zu Ende backen.

Genießen!

Für die Feta-Paprika-Variante: 1/4 rote Paprikaschote sehr fein würfeln und mit 50 g zerkrümeltem Feta unter den halben Teig mischen.

Für die Apfel-Zimt-Variante: 1/2 kleinen, grob geriebenen Apfel, 1/2 TL Zimt und 1 EL Puderzucker unter die Hälfte des Grundteiges rühren.

Quelle: FoodtubeEasy Pancake Recipe

Grüne Soße garantiert nicht original

Jetzt wohne ich schon über 3 Jahre hier im nordhessischen Kassel und habe mich gleich im ersten Frühling in die hessische Spezialität „Grüne Soße“ verliebt und sie wurde bisher mit noch nicht einem Wort hier erwähnt, obwohl ich sie im Frühling und Sommer wirklich oft esse. Mittlerweile habe ich auch andere mit der Liebe angesteckt und bin nun inoffizieller Exporteur von den entsprechenden Kräuterbunden Richtung Ostsee und Berlin.

Nun ist der Klassiker ja die Frankfurter Grüne Soße, die aus sieben Kräutern besteht, gewöhnlich Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Ganz selten wird auch Dill dazu gegeben, aber das kenne ich eher aus den Bunden der Kasseler Grünen Soße. Traditionell wird sie auch fein gehackt, nur dafür werde ich in diesem Leben keine Geduld mehr aufbringen. Ich hasse Kräuterhacken immer noch zutiefst! Miese kleine Biester, diese Kräuterfitzelchen, total anhänglich und man findet sie noch Wochen später irgendwo in der Küche, furchtbar! Jedenfalls packe ich alle Zutaten in den Mixer und püriere es kurz, so dass es noch keine einheitlich grüne Masse bildet. So ein klitzeklein bißchen, darf man die Kräuter schon noch erkennen :-)

Nun komme ich aus Mecklenburg-Vorpommern und hab auch keinerlei hessische Verwandtschaft, kenne die Soße also nur aus Rezepten und Berichten hessischer Freunde, aber was soll ich sagen, scheint so als hätte jede hessische Familie ihr eigenes Rezept. Nun gut, wie das nun mal bei so Klassikern ist … Hauptsächlich halte ich mich an ein Rezept aus dem Buch „Heimwehküche„, mache es aber meist aus der Lamäng, je nachdem ob ich gerade mehr Schmand oder saure Sahne im Haus habe, Frau Kochschlampe hingegen mag sie am liebsten mit Mayonnaise statt Quark drin. Wichtig finde ich, dass die Soße mindestens eine Stunde durchzieht. Und dann einfach mit Kartoffeln (je nach Vorliebe Salz- oder Pellkartoffeln) zu gekochten Eier, gekochtem Rindfleisch, Tafelspitz, Fisch oder gekochtem Spargel essen. Traumhaft!

Grüne Soße

Zutaten für 4 Portionen:
9 Eier
2 Packungen Grüne Soße-Kräuter (200 g)
200 g Schmand (24% Fettgehalt)
400 g saure Sahne (10% Fettgehalt)
125 g Magerquark
1 TL Senf
1 TL Salz

(1) Die Eier in 8-10 Minuten hart kochen, pellen und 1 Ei klein hacken.
(2) Die Kräuter waschen, trocken schleudern und grob hacken. Zusammen mit dem Schmand in einen Mixer geben und pürieren. Nach und nach die saure Sahne, Quark, Salz und Senf zugeben. Nicht zu fein pürieren, es darf ruhig noch ein wenig von den Kräutern zu erkennen sein. Die Soße sollte eine cremige Konsistenz haben.
(3) In eine Schüssel umfüllen und etwa 1 Stunde durchziehen lassen. Vor dem Servieren nochmal abschmecken.

Zu Pellkartoffeln und den restlichen Eiern essen.

Genießen!

Sie passt auch vorzüglich zu gekochtem Rindfleisch, gegartem Spargel und Fisch.

Quelle: nach Hamm, B., Schmidt, L. (2010): Heimwehküche. Dorling Kindersley. S. 56

Und weil ich Comfort Food nicht wirklich appetitlich anrichten und photographieren kann, erst Recht nicht im Kunstlicht meines Wohnzimmerfluters, nimmt dieses wirklich wunderbare Essen an Heikes Ugly Food-Event teil :-) Aber das Rezept muss für alle künftigen Grüne Soße-Liebhaber einfach mal gepostet werden!

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