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Blog-Event CLIV: Salat satt – Nahöstlicher Brotsalat

Endlich Sommer! Ja, auch wenn ich die Wärme nicht gut vertrage, von Hitze sprechen wir erst gar nicht, mag ich das Licht, die lauen Abende, das die Natur geradezu übersprudelt und alles vor sich hin wächst und reift. Endlich können wir kulinarisch wieder aus dem Vollen schöpfen!

Und bei vielen Leuten gibt es zur Zeit fast ausschließlich Salate. Aber das kann ich nicht, da sind Susanne von „Magentratzerl“ und ich uns sehr ähnlich. Ich bin ein äußerst schlechter Salatesser und Blattsalate werden bei mir konsequent aus der Biokiste geschmissen, weil ich die einfach nicht verbraucht bekomme … Was geht sind so stückige Gemüsesalat wie z.B. Griechischer Hirtensalat. Ich liebe Tomaten, Paprika und Gurken und gegen Feta kann ich auch überhaupt nichts sagen. Die Variante gibt es öfter zum Abendbrot. Und diese Variante scheint bei den Völkern des östlichen Mittelmeers sehr verbreitet zu sein.

Letztens hatte ich noch ein Stück Fladenbrot übrig, dass ich dann schnell zu einem Brotsalat mit nahöstlichem Einschlag verarbeitete. Bei Brotsalaten gibt es ja zwei Lager, die einen mögen das Brot knusprig im Salat, die anderen eher weich. Ich glaube, ich gehöre zum Team „Knusprig“, wenn das Brot noch so ein paar Röstaromen abbekommt, ein Träumchen! Die üblichen Verdächtigen Tomate, Paprika und Gurke waren natürlich auch vertreten. Und was macht diese Variante jetzt nahöstlich? Das Brot briet in dem Öl zusätzlich mit etwas Kreuzkümmel an, es kam eine sportliche Portion gehackte Petersilie rein und über den fertigen Salat kamen noch eine Prise säuerlicher Sumach. So entstand ein sättigender, leicht säuerlicher, erfrischender Salat, der an heißen Tagen glücklich macht. Am nächsten Tag ist das Brot zwar durchgeweicht, das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch, so dass Reste gut mit ins Büro genommen werden können.

Ich bin ja mal gespannt, was noch alles beim von Susanne veranstalteten Blogevent „Salat satt“ in Zorras „Kochtopf“ an Salaten zusammen kommt, die zum Nachmachen animieren und mich eventuell in eine Salatperson verwandeln? Wer weiß ;-)

Blog-Event CLIV - Salat satt (Einsendeschluss 15. Juli 2019)

Nahöstlicher Brotsalat

Zutaten für 1-2 Portionen:
50 g Brot (z.B. Fladenbrot von gestern)
2 + 6 EL Olivenöl
1/2 TL Kreuzkümmel gemörsert
1/2 Paprikaschote
1/3-1/2 Schlangengurke
2 handvoll Cherrytomaten
1 deutsches Bund Petersilie
1 Prise Sumach
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone Saft
100 g Feta

(1) Das Brot in grobe Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Den Kreuzkümmel und die Brotstücke zugeben und unter gelegentlichem Rühren so lange Braten, bis die Brotstücke braun sind. In eine Salatschüssel geben.
(2) Die Paprikaschote entkernen und die weißen Häutchen rausschneiden. Von der Gurke das Ende abschneiden. Beides in etwa 0,5 cm große Würfel schneiden. Die Cherrytomaten halbieren oder vierteln, je nach Vorliebe. Die Petersilie fein hacken. Alles zum Brot geben. Salzen, pfeffern und mit dem Sumach bestreuen.
(3) Zitronensaft und restliches Olivenöl drüber geben und alles gut verrühren. Zum Schluss den Feta drüber krümeln.

Genießen!

Ungarisches Letscho 2.0

Endlich ist die Saison der aromatischen Spitzpaprika aus Ungarn wieder angebrochen! Und eines meiner liebsten Gerichte damit ist immer noch Letscho/Lecsó, also jenes ungarische Paprika-Tomaten-Ragout, dass es in jeder Saison gefühlt alle zwei Wochen gibt :-) Die klassische Variante habe ich ja schon vor einer gefühlten Ewigkeit im Rahmen der „Heiligen Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika“ vorgestellt. Und daran ist überhaupt nichts falsch, es ist wunderbar frisch gekocht, vielseitig wandelbar, lässt sich 1a einfrieren oder einwecken.

Aber letztens sah ich in einem Video vom ungarischen Kanal „Street Kitchen“ eine Variante mit Reis, die mich sehr ansprach. Die Paprikas werden viel gröber geschnitten und sehr scharf angebraten, so dass sie braune Flecken auf der Haut und damit Extra-Aroma bekommen. Dann kommen die üblichen Verdächtigen dazu und es wird noch eine Hand Reis pro Person unter gerührt. Die Vielfältigkeit bleibt aber dabei auch bestehen, packt noch Wiener Würstchen dazu oder scharfe Paprikawurst (Kolbász, Chorizo) oder lasst ein paar Eier im Lecsó stocken. Oder esst es einfach ganz pur vegan. So viel ist möglich! Und trotzdem steht das einfache, aber köstliche Essen immer noch innerhalb von 45 Minuten auf dem Tisch. Perfekt!

Letscho/Lecsó 2.0

Zutaten für 2 Portionen:
500 g Spitzpaprika
1 Zwiebel
250 g Tomaten
2 EL Öl
1/2 Kaffeetasse Langkornreis
1 Tasse Wasser
Salz, Pfeffer
wahlweise: 50 g Paprikawurst, 50 g Feta, 2 Wiener Würstchen oder 2 Eier

(1) Die Paprikaschoten waschen, trocknen. Die Schoten halbieren, Kerngehäuse und Scheidewände heraus schneiden. Die Hälften dann nochmals halbieren und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Tomaten waschen, trocknen, halbieren, Strünke entfernen und die Hälften grob würfeln.
(2) Das Öl in einer mittelgroßen Pfanne (auf die ein Deckel passt) auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Paprikastücke zufügen und bei hoher Hitze so lange anbraten bis sie braune (nicht verbrannte) Stellen auf der Haut kriegen. Die Zwiebelwürfel zufügen und bei mittelhoher Hitze mitbraten bis sie glasig werden. Etwas salzen.
(3) Den Reis und die Tomatenstücke zufügen, salzen und pfeffern und alles gut verrühren. Mit dem Wasser begießen, Deckel auflegen und etwa 25-30 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen bis der Reis gar ist.

Wer mag, kann zusammen mit dem Reis in Scheiben geschnittene Paprikawurst (ungarische Kolbász) auf das Letscho legen, oder 5 Minuten vor Ende der Garzeit Feta drüber krümeln, klein geschnittene Würstchen mit erhitzen oder Eier darüber schlagen und unter dem Deckel stocken lassen.

Genießen!

Quelle: nach Street KitchenRizses lecsó virsivel felturózva

Einfacher Hummus aus Dicken Bohnen

Es gibt ja tatsächlich noch europäische Gemüsearten, die noch nie gekostet habe, z.B. Dicke Bohnen/Ackerbohnen/Saubohnen. Ich habe schon oft davon gelesen, sowohl deutsche Rezepte als auch englische, aber habe noch nie welche zu kaufen bekommen. Letzte Woche waren dann plötzlich welche in meiner abonnierten Biokiste und ich habe prompt die Menge erhöht und somit 1 Kilo der ganzen Bohnenschoten bekommen. Yay \o/

Aber was sind Dicke Bohnen überhaupt? Der Name ist etwas irreführend, weil sie nicht viel mit den sonstigen Bohnen, wie Buschbohnen oder Weißen Bohnen gemein hat. Diese kommen vom amerikanische Kontinent und sind klimatisch etwas empfindlicher, weswegen Bohnen hier in Deutschland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai gelegt werden. Dicke Bohnen sind eine europäische Art, deren Nutzung schon seit der Steinzeit nachweisbar ist. Deshalb können ihre Samen auch schon im Februar oder März ins Beet gelegt werden. Auch in Ausgrabungen im Mittelmeerraum, die auf das 3. Jahrtausend vor Christus datiert wurden, wurden sie gefunden. Ihr seht, wir nutzen die schon sehr lange. Im Mittelalter war sie eines der Hauptnahrungsmittel, bevor ihr Anbau ab dem 17. Jahrhundert zurück ging, weil die aus Amerika mitgebrachten Bohnen bevorzugt wurden. Ackerbohnen gerieten etwas in Vergessenheit und wurden/werden hauptsächlich als Viehfutter genutzt.

Aber glücklicherweise erlebt die Art ein Revival und wird wieder stärker angebaut. Und endlich konnte ich sie auch mal essen. Klar, es ist schon ein bisschen Arbeit: erst die Kerne aus der Schale palen, dann in kochendem Salzwasser garen, dann nochmal die graue Schale von den einzelnen Kernen entfernen. Und die Ausbeute ist nicht soo groß, aus 1 kg Schoten habe ich so 200-250 g Kerne bekommen. Aber lecker sind die! Zart und herzhaft gleichzeitig, vielleicht eine Winzigkeit bitter, aber ich mag das!

Und um erstmal den möglichst puren Geschmack der Dicken Bohnen zu erfahren, hab ich mir ein Rezept mit möglichst wenigen Zutaten ausgesucht. Im Buch „Tender“ von Nigel Slater sind den Puffbohnen ein ganzes Kapitel gewidmet und er stellt einen grünen Hummus vor, der nur aus Dicken Bohnen, Olivenöl, Salz, Zitrone und Minze besteht. Und das Ergebnis kann sich wirklich schmecken lassen. Frisch und würzig, passt perfekt zu frischem oder geröstetem Brot, als Unterlage von Wurst und Käse oder einfach als Dip für Gemüsesticks. Tolles Zeug!

Und jetzt hoffe ich einfach, dass ich nochmal welche bestellen kann, denn eigentlich geht die Saison ja von Juni bis August! Seid gespannt, ob hier noch mehr Rezepte erscheinen :-)

Hummus aus Dicken Bohnen

Zutaten für ca. 4 Portionen:
1 kg Dicke Bohnen in Schale (ca. 200-250 g gepalt)
Salz
Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
4 Zweige Minze, Blätter
Pfeffer

(1) Die Bohnenkerne aus den Schoten lösen. In kochendem Salzwasser ca. 6-10 Minuten kochen, je nach Alter der Bohnen. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die einzelnen Kerne dann aus der etwas gräulichen Hülle rausflitschen lassen. Jetzt können die Kerne weiter verarbeitet werden.
(2) Die Kerne in einen Mixer geben. Die Minzblätter von den Stengeln zupfen und hacken. Zu den Dicken Bohnen zusammen mit dem Zitronensaft, etwas Salz und Pfeffer geben. Einen guten Schluck Olivenöl zufügen.
(3) Den Mixer laufen lassen bis die Masse die Konsistenz von zähflüssigem Kuchenteig hat. Mit so viel Olivenöl nachjustieren bis das Hummus richtig ist. Kosten, ob noch Salz, Pfeffer oder Zitronensaft fehlt.

Mit frischem Brot (oder gerösteten Brotscheiben) oder Gemüsesticks servieren.

Genießen!

Quelle: Slater, N. (2009): Tender – Volume 1. Harper Collins. p 99

#synchronbacken Nr. 37: Speck-Käse-Oliven-Brot

Es gibt in Kleinbloggersdorf ja regelmäßig wiederkehrende Events, die ich mit Interesse verfolge, aber meist nicht schaffe teilzunehmen.

Letztes Wochenende war wieder ein Synchronbacken angesagt, initiiert von Zorra (1x umrühren bitte) und Sandra von „From snuggs kitchen„. Diesmal suchten sie sich ein herzhaftes Brot vom Plötzblog aus, in dem Käse, Speck und Oliven verarbeitet werden.
Das Brot las sich machbar, ich hatte das Wochenende noch nix vor und das Wetter sollte auch mitspielen. Also steht dem Vergnügen nichts im Wege.

Ein paar Zutaten mussten noch besorgt werden. So hatte ich Angst, dass das Reismehl zu einem größeren Problem werden könnte. Aber denkste Puppe! Im Studenten-Rewe beim Büro bin ich beim Wassermelonenkauf praktisch drüber gestolpert *g* Jetzt muss ich nur noch gucken, wie ich die restlichen 470 g verbraucht kriege ;-) Man kann das Reismehl aber auch durch im Mixer zerkleinerte Haferflocken oder Maismehl ersetzen. Daran soll es also nicht scheitern. Mit dem Mehl wird ein Mehlkochstück zubereitet, das ordentlich Flüssigkeit bindet, dann in den Teig geknetet wird und so das fertige Brot saftiger macht. Es ist wirklich kein Hexenwerk. Der restliche Teig ist eigentlich ganz einfach, braucht einfach nur viel Zeit beim Kneten. Gleich danach kommt er zum langsamen Gehen 12 Stunden in den Kühlschrank. Die Hefe hat also gar keine große Zeit anzuspringen und den Teig großartig aufgehen zu lassen. Am nächsten Tag ist der Teig also nur minimal aufgegangen, aber ziemlich fest geworden. Er wird dann geformt, in die Form gelegt und bei Zimmertemperatur 2,5 Stunden in Ruhe. Dabei geht er noch ein bisschen auf, keine Sorge. Dann noch einschneiden und backen.

Irgendwann duftet es wunderbar herzhaft aus dem Ofen und dann Brot wird braun und knusprig. Das Prachtstück ist sehr feinporig und wie gewünscht saftig. Es schmeckt großartig! Einfach so pur und dann vielleicht noch einen Salat dazu. Perfekt!

Speck-Käse-Oliven-Brot

Zutaten für 1 Kastenform 24 cm Länge:

Für das Mehlkochstück:
30 g Reisvollkornmehl
150 g Milch
12 g Salz

Einlagen für den Teig:
30 g Bacon
60 g Oliven
60 g Hartkäse (z.B. Pecorino, Parmesan…)

Für den Hauptteig:
Mehlkochstück
540 g Weizenmehl Type 550
30 g Roggenmehl Type 1150
240 g Wasser (kalt aus dem Hahn)
3 g Frischhefe
60 g Schmand
30 g Butter (kühlschrankkalt)

Zeit: 2 Tage
Reine Arbeitszeit: ca. 1 Stunde. Ruhezeiten des Teigs: 12 Stunden + 2,5 Stunden.
Tag 1: Mehlkochstück zubereiten, Hauptteig kneten (12 Stunden ruhen lassen)
Tag 2: Teig formen, 2,5 Stunden gehen lassen, ca. 1 Stunde backen

(1) Als erstes das Mehlkochstück vorbereiten. Dafür das Reismehl mit dem Salz und der Milch in einem kleinen Topf gut verrühren, so dass keine Klümpchen entstehen. Die Mischung bei mittelhoher Hitze aufkochen bis eine zähe, puddingähnliche Masse entstanden ist. In eine kleine Schale geben und sofort mit Frischhaltefolie abdecken, damit keine Haut entsteht. So lange bei Zimmertemperatur stehen lassen bis es gebraucht wird (max. 24 Stunden).
(2) Dann die festen Stücke für den Teig vorbereiten. Den Bacon in kleine Würfel schneiden. In eine kleine Pfanne geben und bei mittelhoher Hitze knusprig braten. Ohne das Fett in eine kleine Schale geben und abkühlen lassen. Die Oliven in Scheiben schneiden, den Käse in kleine Würfel.
(3) Für den Hauptteig die Hefe in etwas von den 240 g Wasser auflösen. Alle Zutaten bis auf die Butter und die Einlage in die Schüssel des Standmixers geben. Erst auf niedrigster Stufe 5 Minuten kneten, folgend von 6 Minuten auf der 2. Stufe. Dann die Butter auf 2. Stufe 1 Minute einkneten. Die Olivenscheiben, Speck und Käse zugeben und 1 Minute auf niedrigster Stufe unterkneten.
(4) Den fertigen, etwas klebrigen Teig in eine Schüssel mit Deckel geben und 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.
(5) Eine Kastenform mit 22-25 cm Länge einfetten oder mit Backpapier auskleiden.
(6) Nach der Zeit im Kühlschrank ist der Teig nur ein bisschen aufgegangen und fest geworden. Den Teig aus der Schüssel holen und auf Länge der Kastenform formen. Mit dem Schluss nach unten in die Form legen und abdecken. 2,5 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
(7) Den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dabei ein Backblech unten im Herd mit heiß werden lassen.
(8) Den in der Form noch aufgegangenen Teig mit einer Schere kreuzweise im 45° Winkel einschneiden. Das Brot etwa ins untere Drittel des Ofens stellen. Eine halbe Tasse Wasser auf das heiße Backblech unten schütten, Ofen schnell schließen, damit der Dampf drin bleibt. Die Temperatur auf 230°C runter stellen. Jetzt das Brot 60-70 Minuten backen. Nach 15 Minuten das Blech für den Dampf aus dem Ofen nehmen.

Das hübsch braune Brot aus dem Ofen holen. Aus der Form nehmen und auf den Boden klopfen. Wenn es sich hohl anhört, ist es durchgebacken.
Abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: PlötzblogKäse-Speck-Oliven-Brot

Danke an Zorra und Sandra für`s Ausrichten des Events. Es haben noch weitere mitgemacht und ihre Brote verbloggt:

Sandra von From-Snuggs-Kitchen
Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Tina von Küchenmomente
Martha von Bunte Küchenabenteuer
Manuela von Vive la réduction!
Zorra von 1 x umrühren bitte
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Tamara von Cakes, Cookies and more
Katrin von Summsis Hobbyküche
Volker von volkermampft
Britta von Brittas Kochbuch
Simone von zimtkringel
Conny von Mein wunderbares Chaos
Janina von Bei Freunden

Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Kalte Pfirsichsuppe ohne Kochen

Heute möchte ich eine neue Rezeptreihe im Blog beginnen – Unbekannte ungarische Köstlichkeiten!

Wenn Ihr an die ungarische Küche denkt, was kommt Euch als erstes in den Sinn? Gulasch? Paprika? Noch mehr? Schreibt es mir doch gerne in die Kommentare :-) Dabei besteht die ungarische Küche aus so viel mehr und hat sogar einen ziemlich hohen Anteil an vegetarischen Gerichten, die allerdings Gästen nicht so gerne serviert werden. Und genau die unbekannten Köstlichkeiten, die ich von meiner Familie oder anderen Gelegenheiten kenne, möchte ich Euch in dieser Reihe vorstellen.

Als erstes kommt ein Rezept für eine Suppe, die perfekt zu diesen heißen Sommertagen passt. Frau Kochschlampe war ja vor fast 10 Jahren mit meiner Schwester und mir zusammen in Ungarn und ich weiß noch, wie überrascht sie von den kalten Obstsuppen auf den Speisekarten der Restaurants war und sich, glaub ich, in jedem besuchten Restaurant auch eine als Vorspeise bestellte. Auch als ich sie jetzt fragte, was sie am meisten an der ungarischen Küche damals überraschte, kam wie aus der Pistole geschossen die Antwort: „Die kalten Obstsuppen!“

Und ja, Obstsuppen sind wirklich eine Konstante in der ungarischen Küche, sowohl zu Hause als auch in Restaurants. Entweder warm im Winter mit Lagerobst wie Äpfeln und Birnen oder eben kalt für die heißen Sommertage. Der Klassiker ist die Kalte Sauerkirschsuppe, die ich vor Ewigkeiten schon verbloggt habe, aber auch anderes Obst wird gerne genutzt. Frau Kochschlampe aß in einem Restaurant mal eine Pfirsichcremesuppe und nachdem ich ein Rezept bei der ungarischen Seite „Street Kitchen“ gefunden habe, war klar, dass die dringend gemacht werden muss. Und sie ist wirklich schnell gemacht und Ihr müsst nicht mal den Herd anschmeißen. Ein Mixer reicht völlig. Zuerst war ich skeptisch wie aufwendig denn bitte Pfirsich schälen ist, aber es geht ganz einfach. Einfach mit den Fingern und/oder einem kleinen Messerchen die Haut vom Stielansatz nach unten abziehen. Wenn die Pfirsiche noch nicht ganz reif sind, ein bisschen mit dem Messer schaben. Das funktioniert wirklich 1a! Danach muss noch der Kern rausgedrückt werden und das Pfirsichfleisch mit den restlichen Zutaten püriert werden. Kühlen und fertig! Auch die Einlage ist schnell gebrutzelt und bringt noch einen schön würzigen Kontrast zu der angenehm süß-säuerlichen Suppe. Meine Kolleginnen waren sehr begeistert und ja, auch wieder überrascht davon, wie gut eine kalte Suppe und dann noch aus Obst schmecken kann. Also ein Erfolg auf ganzer Linie und für die momentanen heißen Tage wirklich sehr zu empfehlen!

Kalte Pfirsichsuppe

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg reife, aromatische Pfirsiche
200-300 ml Milch
1 EL Schmand
2 EL Zucker
1/2 Schote Vanille (oder 1/2 TL Vanillemark)
1 Prise Salz
evtl. etwas Zitronensaft
evtl. Wasser

Für die Einlage:

2 Pfirsiche oder Nektarinen
einige Blätter frischer Salbei
1 EL Butter
1 Prise Chiliflocken
Ziegenfrischkäse nach Wunsch

(1) Die Pfirsiche für die Suppe schälen. Dafür einfach die Schale mit den Finger abziehen oder mit Hilfe eines kleinen Messers abschaben/abziehen. Das Fruchtfleisch ohne Kern in einen Mixer geben. Die Milch, Zucker, Schmand, Salz und Vanille zufügen. Im Mixer so lange pürieren bis eine cremige Suppe entstanden ist. Abschmecken, ob noch Zucker oder Säure fehlt und nach justieren. Wenn die Suppe zu dickflüssig sein sollte, dann mit etwas Wasser verdünnen. Kalt stellen.
(2) Kurz bevor gegessen wird, für die Einlage die Pfirsiche schälen, wenn ihr Nektarinen nutzt, ist es nicht nötig. Die Früchte halbieren, Kerne rausnehmen und in kleinere Würfel schneiden. Den Salbei waschen und in feine Streifen schneiden.
(3) Die Butter in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze zerlassen. Salbei und Chiliflocken zugeben und kurz mitbraten lassen. Die Fruchtwürfel zugeben und einige Minuten mitbraten.

Die Suppe auf vier Tellern verteilen. die angebratenen würzigen Pfirsichstücke dazu und wer mag mit Ziegenfrischkäse bestreuen.

Genießen!

Quelle: Street KitchenÖszibarackleves fözés nélkül

Sketchrecipe #2: Kovászos uborka oder fermentierte Sommergurken

Es ist Sommer! Es sollte warm sein! Es gibt Einlegegurken im russischen Supermarkt des Vertrauens oder auf dem Wochenmarkt! Holt Euer großes Glas raus und fermentiert meine geliebten Kovi ubi, die ungarischen Sommergurken! Los! Hopp hopp!
(Falls jemand das Rezept in schriftlicher Form benötigt: Kovi ubi)

Brathähnchen aus dem Slowcooker

Lange keine Rezept für den Slowcooker mehr gezeigt, oder? Und um ehrlich zu sein, hab ich ihn auch schon länger nicht mehr benutzt, aber das könnte ich ja mal wieder ändern. Besonders gerne erinnere ich mich an das Brathähnchen aus dem Slowcooker vom letzten Jahr. Ich mag so im Ganzen gegartes Huhn schon sehr gerne, aber irgendwie wird es mir im Ofen öfter trocken, weil ich es aus Angst, dass es innen noch roh ist, zu lange drin lasse.

Da dachte ich, im Slowcooker passiert zu trockenes Fleisch ja eher selten, vielleicht kann man ein ganzes Brathuhn auch darin garen. Es fehlten mir noch die ungefähren Zeiten im Slowcooker, die ich nach ein wenig Recherche auch fand. Dort wurde auch der Tipp gegeben, etwas festes Gemüse auf den Boden des Slowcookers zu legen, damit das Huhn nicht im eigenen Saft badet und das Huhn mit der Brustseite nach unten zu legen. Dadurch fließen die austretenden Säfte und Fett durch das Brustfleisch und es bleibt saftig. Gelesen, getan.

Als Würzung nahm ich das Cajun-Gewürz, das mir zum Geburtstag geschenkt und verrührte es mit Öl, so dass es sich gleichmäßig verteilen ließ. Als Unterlage nahm ich Zwiebel und Zitrone, auf das dadurch noch etwas Würzung an das Huhn gelange. Ab in den Slowcooker damit (es passt wunderbar kuschelig) und auf HIGH garen. Pünktlich zum Mittagessen war es fertig. So zart, dass es beim Herausheben schon fast auseinander gefallen wäre, und supersaftig. Ich hab es schnell noch 15 Minuten im heißen Ofen nachgebräunt und – Tadaa! – wunderbarstes Brathähnchen! Wenn ihr einen Slowcooker habt, versucht das ruhig mal, es lohnt sich richtig und ist immer noch großartigst stressfrei!

Ganzes Brathähnchen aus dem Slowcooker

Zutaten für 4 Portionen:

1 ganzes Hähnchen (ca. 1,4 kg)
Salz
3 TL Cajun-Gewürz (oder anderes Gewürz nach Wahl)
4 TL neutrales Öl
1 große Zwiebel
1 Bio-Zitrone

Slowcooker: 3,5 l
Zeit: 3,5-5 Stunden auf HIGH, 8-9 Stunden auf LOW

(1) Die Zitrone waschen, die Zwiebel häuten. Beides in Achtel schneiden und gleichmäßig auf den Boden des Slowcookers legen. Das Öl mit dem Cajun-Gewürz verrühren.
(2) Aus dem Hähnchen etwaige Beutel mit Innereien raus holen, Wenn Flügel und/oder Beine mit Band oder Gummi befestigt sind, diese auch entfernen. Das Hähnchen ein bisschen von innen und außen salzen, dann von außen überall mit dem Gewürzöl einreiben.
(3) Mit der Brustseite nach unten in den Slowcooker setzen. Deckel drauf und bei HIGH 3,5-5 Stunden garen, bei LOW 8-9 Stunden. Bis die Temperatur im Schenkel so 85°C beträgt (mit einem Fleischthermometer messen).
(4) Zum Ende der Garzeit den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das fertige Hähnchen vorsichtig aus dem Slowcooker auf ein kleineres Backblech setzen und auf höherer Schiene noch 10-15 Minuten braten.

Genießen!

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