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Ein Salat für die kalte Jahreszeit – Schwarzkohlsalat mit Roter Bete und Walnüssen

Kennt ihr Schwarzkohl, auch Cavolo nero genannt? Nee? Ich bislang auch nicht, aber dann sah ich ihn im Angebot meines Biokisten-Dealers „Lotta Karotta“ und konnte nicht umhin 400 g in meine folgende Kiste zu packen! Neue, unbekannte Gemüsesorten probiere ich immer noch zu gerne aus :-)

Gut, Schwarzkohl also! Aber was damit anstellen? Wie wäre es mit einem einfachen lauwarmen Salat zum Testen? Mit wenigen Zutaten, damit der Geschmack nicht verfälscht wird. Ich habe zwar schon öfter Rezepte gesehen, in denen, vornehmlich amerikanische Menschen Grünkohl und Konsorten als Rohkostsalate verarbeitet haben, das ist mir dann doch ’ne Nummer zu hart. Aber leicht angebraten mit ein wenig Knoblauch, Zitronensaft als Säure und ein paar Walnüsschen konnte ich es mir gut vorstellen. Und weil noch gekochte Ringelbete aus dem elterlichen Schrebergarten rumlag, wanderte die auch noch mit rein.

Der Salat war wirklich wunderbar! Und das sage ich, die eigentlich nicht der weltgrößte Salatliebhaber ist… Der Geschmack des Cavolo neros ist allerdings milder als der von deutschem Grünkohl, nicht so sehr kohlig. Und er muss auch nicht so lange gegart werden, so 10 Minuten braten in der Pfanne sind ausreichend. Die Erdigkeit und Süße der gekochten Roten Bete passt wunderbar dazu und auch der angebratene Knoblauch. Den richtigen Gegenspieler dazu bietet die spritzige, fruchtige Säure der Zitrone. Damit müsst ihr nicht geizen und wenn es doch zu viel geworden sein sollte, einfach eine Prise Zucker oder etwas Honig zufügen.

Es lohnt sich nach dem Schwarzkohl Ausschau zu halten, ich habe schon ein nächstes Rezept in petto und hoffe auf eine lange Saison, in der ich noch ein bisschen was ausprobieren kann!

Schwarzkohlsalat mit Roter Bete und Walnüssen

Zutaten für 2 Portionen:
400 g Schwarzkohl
2 Knoblauchzehen
2 + 2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone, Saft
evtl. Prise Zucker
1-2 gekochte Rote Bete
1 handvoll Walnüsse

(1) Den Schwarzkohl waschen und trocknen. Die großen Rippen rausschneiden und den Kohl längs in etwa 1cm breite Streifen. Die Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(2) Eine Pfanne auf mittelhoher Hitze heiß werden lassen. 2 EL Öl darin erhitzen und die Schwarzkohlstreifen zufügen. Salzen, pfeffern. Unter regelmäßigem Rühren zusammen fallen lassen und noch so 5 min braten lassen. Dann die Knoblauchwürfel zufügen und kurz mitbraten lassen bis sie duften.
(3) Währenddessen die Rote Bete in gefällige Würfel oder Scheiben schneiden.
(4) Wenn der Knoblauch mit angedünstet ist, die Hitze unter der Pfanne ausstellen. Den Zitronensaft und das restliche Öl über den Kohl geben. Kosten, ob noch Salz und Pfeffer fehlen. Wenn es zu sauer ist, ruhig eine Prise Zucker dazu streuen. Die Rote Bete unterrühren, so dass sie noch von der Resthitze was abbekommt.

Auf Tellern anrichten und mit zerkrümelten Walnüssen bestreuen.

Genießen!

Vegetarisches Gulasch mit Grünen Bohnen oder Kürbis

Denkt ihr bei Gulasch auch automatisch an leckeres sämiges Rindergulasch, das stundenlang köchelt und das gesamte Haus mit wohligem Duft flutet? Oder an Szegediner Gulasch, das mit Sauerkraut verfeinert wird? Ja, ich auch und ich liebe es. Aber was ist mit den Vegetariern unter uns? Ist denen dieses ultimative Comfort Food verwehrt? Mitnichten! Denn der Ungar an sich paniert nicht nur alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, er verarbeitet auch viele unterschiedliche Gemüsesorten zu Gulasch :-)

Im Spätsommer und Frühherbst eignen sich besonders gut frische Grüne Bohnen und mein geliebter Patisson-Kürbis dazu. Falls ihr den Namen Patisson nicht kennt, das sind diese lustigen Ufo-Kürbisse, die es in weiß oder gelb gibt. Natürlich muss erst eine Grundlage für die Gulaschsauce gemacht werden. Beim Gulasch mit richtigem Schmorfleisch geschieht dies meist dadurch, dass eine große Menge Zwiebelwürfel sehr langsam bei kleiner Hitze angeschmort werden und dann das Fleisch ja auch noch lange schmort und so die Zwiebeln die sämige Sauce bildet.

Nun sind sowohl Bohnen als auch Kürbis in wesentlich weniger als 30 Minuten gar und so haben die Zwiebeln gar keine Chance zur Sauce zu zerfallen, also muss eine andere Methode her. Die besteht darin, dass man die Zwiebeln mindestens 2x mit etwas Wasser begießt (bei 1 Zwiebel etwa 50 ml) und dann einreduzieren lässt. Beim ersten Mal sind es nur die Zwiebeln oder Zwiebeln + sehr feine Paprikawürfelchen und man wartet bis das Gemüse im Fett wieder hörbar brutzelt. Bevor das zweite Mal Wasser dazu gegossen wird, kommen z.B. Tomaten, Knoblauch, Paprikapulver zu den Zwiebeln. Durch das Wasser wird auch verhindert, dass das Paprikapulver oder der Knoblauch verbrennt und dadurch bitter werden. Gleichzeitig werden eben die härteren Gemüse weich gedünstet, dass sich eine gute Grundlage für den Gulaschsaft bildet. Und auf den kommt es beim Gulasch schließlich an!

Die Bohnenvariante wird nicht gebunden, sondern wer mag, rührt einfach ein bisschen Schmand auf dem Teller unter. Das Kürbisgulasch habe ich mit einem leichten Schmand-Mehl-Gemisch gebunden, wodurch für mich der Wohlfühlfaktor nochmal um ein paar Punkte erhöht wird. Und 1 Teelöffel Mehl auf einen knappen Liter Gulasch finde ich nicht viel :-)

Und es lohnt sich wirklich mal so ein Gulasch mit Gemüse zu machen. Es ist einfach, geht (relativ) schnell und ist so köstlich! Schön würzig und gleichzeitig zart im Geschmack. Wer mag, kann natürlich auch ein bisschen scharfen Paprika dazu geben, aber zuviel würde schnell den feinen Eigengeschmack der Bohnen oder des Kürbis übertünchen. Probiert es ruhig mal aus und berichtet gerne!

Cremiges Gulasch aus Patisson

1 kleiner Patisson
1 Zwiebel
1 kleine Spitzpaprika
1 Knoblauchzehe
2 Tomaten, gerieben
2 EL Öl
1 Lorbeerblatt
3 TL Paprikapulver, edelsüß
Salz, Pfeffer
1 TL getrockneter Majoran
2 EL Schmand
1 TL Mehl

(1) Das Gemüse vorbereiten. Den Patisson halbieren und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden, Kerne entfernen und die Stücke schälen. Die gewaschene und getrocknete Spitzpaprika halbieren und in ca. 1cm breite Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch häuten, beides fein würfeln. Die Tomaten über die grobe Reibe reiben, übrig gebliebene Haut wegwerfen, das Fruchtfleisch zur Seite stellen.
(2) Das Öl in einem mittelgroßen Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebeln zugeben und glasig dünsten. Einen großzügigen Schluck Wasser und das Lorbeerblatt zugeben und bei mittlerer Hitze aufs Fett zurück reduzieren lassen, also bis das Wasser verdunstet ist und die Zwiebeln wieder zischen. Knoblauch und Paprikapulver zugeben, schnell verrühren und nochmals einen großen Schluck Wasser zugießen. Wie eben einreduzieren lassen bis das Wasser verdunstet ist.
(3) Dann das Tomatenfleisch, Paprikastreifen und den Kürbis zufügen. Salzen, pfeffern und Majoran hinein streuen. Gut verrühren. Mit soviel Wasser auffüllen, dass es den Kürbis etwa zur Hälfte bedeckt. Deckel drauf und ca. 20 Minuten bei mittelkleiner Hitze schmoren bis der Kürbis glasig und weich, aber nicht verkocht ist. Dabei öfter mal umrühren.
(4) Schmand mit Mehl in einer kleinen Schale klümpchenfrei verrühren. Wenn der Kürbis gar ist, mit etwas untergerührter Gulaschflüssigkeit die Temperatur des Schmand-Mehl-Geschmischs angleichen und alles dann in das Gulasch rühren. Wenige Minuten köcheln lassen bis die Sauce andickt. Kosten, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt. Servieren.

Genießen!

Ungarischen Grüne Bohnen-Gulasch – Zöldbab pörkölt

Zutaten für 3-4 Portionen:
500 g Buschbohnen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Spitzpaprika
1 kleinere Tomate
2 EL Öl
2-4 TL Paprikapulver edelsüß
Salz, Pfeffer
Schmand zum Servieren

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Paprikaschote in sehr feine Würfelchen schneiden. Die Tomate halbieren, entkernen und ebenfalls sehr fein würfeln.
(2) Um die Saucengrundlage zuzubereiten, das Öl in einem mittleren Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Zwiebel hinein geben und glasig dünsten. Dann die Paprikawürfel dazu und mit etwa 50 ml Wasser aufgießen. Auf mittlere Hitze zurück schalten und so lange schmurgeln lassen bis das Wasser verdunstet und das Gemüse wieder brutzelt. Dann die Knoblauch- und Tomatenwürfel zufügen. Wenn der Knoblauch duftet das Paprikapulver drüber streuen und wiederum mit ca. 50 ml Wasser aufgießen und wie vorher aufs Fett zurück köcheln lassen.
(3) Die Bohnen hinein geben, salzen, pfeffern und mit soviel Wasser aufgießen, dass die Bohnen halb bedeckt sind. Abgedeckt ca. 15 Minuten schmoren lassen bei mittlerer Hitze bis die Bohnen gar sind. Abschmecken, ob noch Salz und/oder Pfeffer fehlt.

Mit Beilage der Wahl (siehe unten) servieren und zum Schluss den Schmand unterrühren.

Genießen!

Zu beiden Gulaschen passen Tarhonya (Eiergraupen), Nudeln, Spätzle/Knöpfle, Salzkartoffeln oder einfach nur frisches Brot. Auch eingelegtes Gemüse oder Gurken-/Weißkohlsalat machen sich als Beilage wunderbar!

Schnelles Hähnchen-Gyros

Wie steht ihr zu griechischer Küche? Mögt ihr sie? Ich war leider noch nie in Griechenland, aber dann doch schon ein paar mal in griechischen Restaurants ;-) Auf YouTube folge ich einem griechischen Koch, der einen dortigen Kochwettbewerb gewonnen hat und auf seinem Kanal unterschiedliche, aber natürlich auch viele griechische Rezepte vorstellt, die man getrost als authentisch bezeichnen kann, vorstellt. Eines davon war eben für ein Hähnchengyros (YouTube-Link), für das die Marinade selbstverständlich von Hand gemischt wurde. Sie besteht aus einfachen Zutaten, die nur zusammen in den Mörser oder kleine Küchenmaschine geschmissen werden, schnell fein verarbeiten, mit dem Fleisch vermischen und es kann sofort, ohne extra Marinierzeit, in die Pfanne wandern.

Der Geschmack dieses Gyroses ist wirklich großartig! Zart und würzig, schön frisch durch den Zitronenanteil und den Koriander. Nein, das Fleisch entwickelt keine seifigen Züge dadurch, Koriandersamen schmecken ganz anders als das Kraut. Keine Angst, liebe Korianderverabscheuer! Und es ist so wunderbar vielfältig einsetzbar, dass es sich auch gut zum Mealpreppen eignet. Klar, es geht die klassische griechische Variante in einer kleinen Pita-Tasche mit frischem Gemüse oder mit Reis und Tzatziki als Beilage, aber ich kann mir die Fleischstreifen auch gut in einem Tortillafladen mit Avocado und anderer Rohkost vorstellen oder anderem Sandwichbrot. Natürlich funktioniert das Gyros auch als Beilage zu einem frischen, bunten Salat.

Lasst Eurer Phantasie freien Lauf und macht aber dringend dieses Hähnchen-Gyros nach!

Schnelles Hähnchen-Gyros

Für die Marinade:
1 kleine Knoblauchzehe
1 TL Korianderkörner
1 TL getrockneter Thymian
1 EL geräuchertes Paprikapulver
1 Prise Chiliflocken
1/2 Zitrone, Schale und Saft
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl

300 g Hähnchenfleisch
(Brust oder ausgelöste Keule)

(1) Die Marinade zubereiten. Dafür den Knoblauch häuten und fein reiben. Dann zusammen mit den Korianderkörnern, Thymian, Paprikapulver, Chiliflocken, der Schale und 2 EL Saft der Zitrone, etwas Salz und Pfeffer in einem Mörser (oder elektrischen Zerkleinerer) mit dem Stößel bearbeiten, bis es einigermaßen fein ist. Das Olivenöl unterrühren und zur Seite stellen.
(2) Das Hähnchenfleisch in dünne Streifen schneiden. In einer Schüssel mit der Marinade gut vermischen, bis jedes Stück Fleisch von der würzigen Marinade ummantelt ist.
(3) Eine Pfanne richtig heiß werden lassen. Die Fleischstreifen in 1-2 Portionen hinein geben. Innerhalb von 3-4 Minuten goldbraun braten. Dabei nicht so oft wenden, lieber länger auf einer Seite liegen lassen, damit es knusprig und braun wird. Zum Schluss 1 TL Zitronensaft drüber träufeln. In eine Schüssel geben und mit der zweiten Portion genauso verfahren.

Entweder auf einer Platte mit Pita-Brot, Tomaten- und Zwiebelscheiben anrichten, passt wunderbar in Tortillafladen oder als Sandwichfüllung. Auch Reis und mit frischem Salat als Beilage wunderbar!

Genießen!

Quelle: Akis Petretzikis – Quick chicken gyro

Siebenbürger Paprikasalat

Von meiner Liebe zu den ungarischen Spitzpaprika habe ich ja schon öfter berichtet. Und auch aus dem Urlaub im September habe ich mir 1,3 kg Paprikaschoten mitgebracht, von denen ich einen Teil für Brühen und Gulaschansätze eingefroren hab, der Rest wird zu Letscho mit Patisson und gebratene Paprika mit Ei verkocht, damit wäre die Saison für mich bis zum nächsten Jahr beendet.

Aber Euch möchte ich noch ein Rezept ans Herz legen, dass Ihr gut mit den letzten roten und gelben Paprikaschoten aus dem Supermarkt zubereiten könnt. Wie ich auf die Seite geraten bin, weiß ich nicht mehr, aber der Salat aus gebackenen Paprika sprach mich sofort an. Was daran jetzt speziell siebenbürgisch/transsylvanisch ist, keine Ahnung … Aber lecker ist es und eigentlich auch ziemlich einfach zuzubereiten. Das fissiligste daran ist das Häuten der Schoten. Aber mit ein paar Tipps geht das auch einfach. Was ja auch völlig nervig ist, ist das Reinigen des Backblechs, wenn der Saft der Paprika darauf festgebrannt ist, also das Blech mit Backpapier oder Alufolie belegen. Der Ofen muss ziemlich heiß sein, damit das Gemüse wirklich röstet. Die Paprikaschoten legt ihr allerdings als Ganzes drauf, es ist nicht nötig sie vorher zu putzen und halbieren. Innerhalb einer halben Stunde, mit einmal wenden zur Halbzeit, sind die Schoten schön weich und die Haut mäßig verbrannt mit schwarzen Flecken. Dann die Schoten in eine Schüssel mit Deckel geben und abgedeckt lauwarm abkühlen lassen bis man sie gut anfassen kann. Durch das Abdecken bleibt der Dampf, der noch aus dem Gemüse entweicht in der Schüssel und lässt die Haut sich vom Fruchtfleisch lösen. Mit den Händen, Eurem besten Werkzeug in der Küche, könnt ihr dann ganz leicht die Haut abziehen und die Kerne entfernen. Ta-daa! Fertig sind die enthäuteten Paprika!

Zuletzt nur noch die restlichen Zutaten dazu und etwas ziehen lassen, damit die Aromen sich gut verbinden. Die Süße der Paprika harmoniert wunderbar mit der Säure vom Essig und auch die leichte Schärfe des rohen Knoblauchs passt da gut rein! Heraus kommt eine aromatische Vorspeise, die sich gut für ein Buffet eignet oder als Beilage zu einem schönen Braten. Probiert es gerne aus! Es lohnt sich!

Siebenbürger Paprikasalat

Zutaten für 4 Portionen:
8 Spitzpaprikaschoten (rot und/oder gelb)
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
2-3 Knoblauchzehen
etwas Olivenöl

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Alufolie belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen und trocknen. Auf das Blech legen und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 15-20 Minuten backen, dann die Schoten wenden. Nach weiteren 10-15 Minuten die Schoten heraus holen, wenn die Haut etliche dunkle Flecken hat. In eine Schüssel geben. Die Schüssel mit einem Deckel oder Folie abdecken und lauwarm abkühlen lassen. Dann die Haut von den Schoten abziehen und das Kerngehäuse dabei entfernen. Die Schoten halbieren.
(3) Die Knoblauchzehen häuten und sehr fein würfeln. Aus Essig, Salz, Pfeffer
Alles in eine passende Schüssel oder Glas geben. Mit dem Essig, Salz und Pfeffer würzen. Dann ein bisschen Öl darüber geben. Einige Zeit im Kühlschrank durchziehen lassen. Wenn Ihr die Paprikaschoten mit sauberen Gabeln aus dem Glas holt, können sie sich auch einige Wochen im Kühlschrank halten.

Mindestens 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen.

Genießen!

Quelle: Lajos Mari konyhájaErdélyi sültpaprika

Leckere Mücver – Türkische Zucchinipuffer

So langsam lässt die Saison der Spätsommergemüse nach, aber noch gibt es Zucchini, die nicht durch halb Europa in unsere Supermärkte transportiert wurden. Vielleicht steht ja auch noch die ein oder andere eigensinnige Zucchinipflanze in Eurem Garten, die noch nicht aufgegeben hat?

Eine gute Verwertungsmöglichkeit sind natürlich Zucchinipuffer. Da bin ich ja immer auf der Suche nach schönen Rezepten und wurde wieder im „Türkei vegetarisch“ fündig. Diese Puffer sind auch wirklich einfach zu machen. Ihr braucht zusätzlich zu den Zucchini nur eine Möhre (die kann auch schon etwas älter sein), ein paar Frühlingszwiebeln und wenige Kräuter. Wer ein bisschen regelmäßiger türkisch kocht, hat die Gewürze wie getrocknete Minze oder die Pul biber-Chiliflocken eh im Schrank.

Bis auf die Stunde, die die Zucchini-Möhren-Mischung eingesalzen Wasser ziehen muss, sind die Puffer auch schnell zubereitet. Ich war dann doch erstaunt, wie schnell es ging! Die Puffer sind ein bisschen fragil beim Braten, lassen sich aber trotzdem mit ein bisschen Fingerspitzengefühl einfach umdrehen.

Und sie sind wirklich lecker! Schön knusprig und würzig. Sogar der Zucchiniverächter in meinem Umfeld fand sie gut essbar und das will was heißen *g* Also los, letzte heimische Zucchini ergattern und diese kleine Köstlichkeiten zaubern!

Mücver – Türkische Zucchinipuffer

Zutaten für 2-3 Portionen:
2 mittelgroße Zucchini (ca. 450 g)
1 kleinere Möhre
Salz
2-4 Frühlingszwiebel (je nach Dicke)
1/4 Bund Petersilie
1 Stengel Dill
1 Ei
1-1,5 EL Mehl
Pfeffer
1/2 TL Chiliflocken
1/2 TL getrocknete Minze
neutrales Öl zum Ausbacken

(1) Die Zucchini und Möhre waschen, trocknen, Enden abschneiden. Dann alles grob raspeln und mit etwas Salz vermischen. In ein Sieb geben (oder in der Schüssel lassen) und ca. 1 Stunde stehen lassen. Dann die Gemüsemischung portionsweise gut mit den Händen ausdrücken und in eine größere Schüssel geben.
(2) In der Zwischenzeit die weiteren Zutaten vorbereiten. Die Frühlingszwiebeln putzen, Wurzelenden entfernen und samt Grün in feine Ringe schneiden. Die Kräuter waschen, trocknen, grobe Stiele entfernen und fein hacken.
(3) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und so viel Öl hinein geben, dass es etwa 0,5 cm hoch steht. Auf mittelhoher Hitze heiß werden lassen, während der Pufferteig zusammen gerührt wird.
(4) Wenn das Gemüse gut ausgedrückt ist alle weiteren vorbereiteten Zutaten, das Ei, Mehl und Gewürze zugeben. Gut durchrühren. Kosten, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt.
(5) Etwa 1 EL der Gemüsemasse in das heiße Fett geben und mit dem Löffelrücken zu handtellergroßen Puffern formen. Bei mittlerer Hitze langsam auf beiden Seiten goldbraun ausbacken. Sie sind etwas fragil, lassen sich aber trotzdem gut umdrehen. Auf Küchenkrepp oder über einem Rost das überschüssige Fett abtropfen lassen.

Mit einem Joghurtdip der Wahl, frischem Brot und Salat servieren!

Genießen!

Quelle: Tancgil, O., Tancgil O., Seiser, K. (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag, p 94

Türkische Rote Linsen-Suppe – Mercimek Çorbası

Ich hatte Urlaub, den ich mich bei der Familie in Ungarn entspannte. Und dementsprechend hatte der kleine Blog auch Urlaub. Eigentlich wollte ich in den freien Tagen ein paar Beiträge für Euch vorbereiten, aber irgendwie hatte ich den Rechner kaum an, weil ich doch lieber Zeit mit den Tanten oder einen Hund bespaßend verbrachte *g* Aber jetzt geht es weiter…

Zuerst mit einer Suppe. Und Suppenrezepte kann man doch nicht genug haben, oder? Ich meine, was gibt es schöneres als nach einem anstrengenden Tag – egal ob körperlich oder seelisch – eine Schale warmer, tröstender Suppe essen zu können.

Und für genau solche Tage ist diese Suppe aus dem „Türkei vegetarisch„. Wenige, aber ziemlich alltägliche Zutaten – gut, für die Gewürzbutter sollte man nochmal in den türkischen Supermarkt – die man eigentlich im Vorratsschrank hat. Das Schnippeln des Gemüses dauert nicht ewig und die Kochzeit an sich auch nur 20-30 Minuten. Schnell den Pürierstab reinhalten und fertig. Auch die würzige Butter ist schnell gemacht. Und lasst sie bitte nicht weg, sie gibt der Suppe noch den richtigen Kick!

Es ist wirklich ein richtiges Wohlfühlessen und auch die Kolleginnen, denen ich die Suppe mitbrachte, waren sehr begeistert! Die wird es hier wirklich öfter geben – große Mercimek Çorbası-Liebe hier!

Rote Linsen-Suppe – Mercimek Çorbası

Zutaten für 4 Portionen:
1 große Kartoffel
1 große Möhre
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250 g Rote Linsen
600 ml Wasser
Salz
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel

Für die Würzbutter:
1,5 EL Butter
1 TL Salca (Tomaten-Paprika-Mark)
1/4 TL Chiliflocken (Pul Biber)
1/2 TL getrocknete Minze

Zitronenschnitze zum Servieren

(1) Zuerst das Gemüse schneiden. Die Kartoffel und Möhre schälen und in kleinere Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und ebenfalls fein würfeln.
(2) Das Wasser in einem mittleren Topf aufkochen lassen. Das vorbereitete Gemüse und die Linsen hineingeben. Mit etwas Salz und dem Kreuzkümmel würzen. Deckel drauf und aufkochen lassen. Auf mittlerer Hitze zurück schalten und 20-30 Minuten garen lassen bis die Kartoffel- und Möhrenstückchen gar sind. Die Linsen werden wahrscheinlich zerfallen und das ganze an die Konsistenz von Babybrei erinnern.
(3) In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen lassen. Die Salca und die Gewürze gut unterrühren. Die Butter aufschäumen lassen und dann in eine kleine Schale gießen.
(4) Topf vom Herd nehmen und die Suppe mit einem Stabmixer fein pürieren. Wenn sie zu dickflüssig ist, mit etwas heißem Wasser bis zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Abschmecken, ob noch Salz fehlt.

Die Suppe auf den Tellern verteilen, jeder nimmt sich von der flüssigen Würzbutter und schmeckt die Suppe mit Zitrone ab.

Genießen!

Quelle: nach Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 112

Parmigiana di melanzane – Italienischer Auberginen-Käse-Auflauf

Nachdem ich letztes Jahr durch die Hitze nicht ganz so produktiv in der Küche war und mich viel von Fertigfutter ernährte, geht es mir dieses Jahr wesentlich besser und ich tobe mich mit dem Sommergemüse in der Küche aus. Was ich schon an Schmorgurken verspeist habe, wieviele Zucchini schon in meine Pfanne hüpften und auch etliche Auberginen wurden zu Odessa-Kaviar verarbeitet. Aber so ’ne Aubergine kann ja nicht nur zu Brotaufstrich verwandelt werden, auch als Hauptzutat eignet sie sich hervorragend.

Und die Italiener haben das 100%ig verstanden. Viele ihrer kulinarischen Klassiker basieren ja auf Auberginen, wie zum Beispiel die sizilianische Caponata oder auch ihre Parmigiana di melanzane, also einen Aubgerginen-Käse-Auflauf, der warm oder auch bei Zimmertemperatur gegessen werden kann. Er ist prinzipiell ziemlich einfach zu machen, nur der erste Zubereitungsschritt, die Auberginenscheiben in Fett ausbacken, ist doch ziemlich zeit- und, für mich, kraftaufwendig. Statt also die Scheiben einzeln anzubraten, lege ich alle auf ein Backblech, würze sie, pinsele Olivenöl drauf und parke das Blech für eine halbe Stunde in den Ofen. Während die Auberginen dann dort schön weich und braun werden, habe ich Zeit die Tomatensauce und restlichen Zutaten vorzubereiten. Das Schichten ist das schnell erldigt. Und während der gesamte Auflauf im Ofen schmurgelt, kann die Küche aufgeräumt werden, so dass man nach dem Essen kaum noch Arbeit hat. Ein praktisches, effizientes Gericht! So mag ich das! Und wenn es dann noch soo köstlich ist wie dieses, haben doch alle gewonnen, oder? Also beim nächsten Einkauf ein paar Auberginen und Mozzarella einpacken und los geht’s!

Parmigiana di melanzane

Zutaten für 3-4 Portionen:
2 Auberginen (etwa 450 g)
Salz, Pfeffer
3-5 + 1 EL Olivenöl
1 mittlere Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Prise Zucker
2 Dosen Tomatenfleisch (400 g)
2 Stengel Basilikum
2 Kugeln Mozzarella (ca. 200 g)
50 g Parmesan am Stück

Olivenöl zum Einpinseln der Auflaufform

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze oder 180°C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Auberginen waschen und trocknen. Mit einem Brotmesser das grüne Ende abschneiden und die Auberginen dann längs in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Auf das Blech legen. Von beiden Seiten salzen und pfeffern. Mit den 3-5 EL Olivenöl bepinseln. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 30 Minuten backen lassen bis sie weich sind.
(2) In der Zwischenzeit die Tomatensauce zubereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten. Beides sehr fein würfeln. 1 EL Olivenöl in einem kleinen Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebelwürfel zufügen, etwas salzen und glasig dünsten. Den Zucker und die Knoblauchwürfel zugeben. Kurz mit andünsten. Die Dosentomaten zufügen und aufkochen lassen. Ab dann etwa 20 Minuten offen köcheln lassen (vielleicht ein Blatt Küchenkrepp als Spritzschutz auflegen). Wenn die Sauce fertig ist, die Blätter vom Basilikum zupfen, grob hacken und unterrühren. Die Sauce nochmal abschmecken. Fehlt Salz, Zucker oder Pfeffer?
(3) Die Mozzarellakugeln in dünne Scheiben schneiden. Den Parmesan fein reiben. Wenn die Auberginenscheiben weich und leicht braun sind, das Blech herausholen und die Temperatur des Ofens auf 180°C Ober-/Unterhitze (Umluft 160°C) senken.
(4) Jetzt geht es ans Schichten. Eine kleinere Auflaufform mit etwas Olivenöl auspinseln. Ein bisschen Tomatensauce auf dem Boden verteilen. Ein Drittel der Auberginenscheiben darauf legen. Diese dann mit 1/3 der Tomatensauce bestreichen. Darauf die Hälfte des Mozzarellas verteilen. Wieder 1/3 der Auberginen, 1/3 der Tomatensauce und die zweite Hälfte des Mozzarellas. Zum Schluss die restlichen gebackenen Auberginenscheiben mit der übrigen Tomatensauce in die Form geben. Mit dem Parmesan bestreuen.
(5) Auf mittlerer Schiene in den Ofen geben und ca. 30 Minuten backen.

Lauwarm oder bei Zimmertemperatur servieren.

Genießen!

Quelle: KüchengötterAuberginenauflauf „Parmigiana di Melanzane“

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