Schlagwort-Archive: einkochen

Süßsaure Kirsch- oder Stachelbeer-Pickles

Dieser Beitrag hat ein Jahr darauf gewartet, geschrieben und veröffentlicht zu werden! Denn bevor ich etwas online stelle, möchte ich es auch gekostet haben. Und diese Pickles brauchen 6-8 Wochen bevor sie das perfekte Aroma haben. Aber um was geht es genau?

Seit Mittwoch ist Sommer, es war der längste Tag des Jahres und endlich sind die Kirschen und Stachelbeeren in den Gärten reif. Ja, dieses Kirschjahr ist nicht besonders gut, der späte Frost im Mai hat viel der zukünftigen Ernte schon im frühsten Stadium vernichtet. Aber vielleicht tragen die Stachelbeersträucher ja mehr? Nun sind meine Gedärme ja ein bisschen fruktoseintolerant, heißt ich kann ein wenig Obst essen, aber nicht wirklich viel auf einmal. Und bei Pfirsichen, Kirschen und Aprikosen tut mir das auch unendlich leid. So ein Pfirsich am Tag geht, aber viel mehr sollte ich nicht essen… Aber manchmal kann ich nicht widerstehen und kaufe zu viel Obst wie eine Schale Stachelbeeren (wie ewig hatte ich keinen Stachelbeergeschmack mehr auf der Zunge) und Kirschen, die dann auch irgendwie verarbeitet werden muss. Was eignet sich da besser als die Früchte haltbar zu machen, aber nur Kompott wird auf Dauer auch langweilig und so suchte ich nach einer Variante, die zu herzhaften Gerichten passt. Fündig wurde ich im River Cottage Handbook No. 2, in dem es um Eingekochtes geht. Und es ist ein wirklich schönes Buch, dass auch viel erklärt und vielfältige Rezepte zu bieten hat, die gut nachzubauen sind. Wenn die geneigte Leserschaft am Haltbarmachen interessiert und der englischen Sprache mächtig ist, ist dieses Buch keine Fehlinvestition :)

Und es lohnt sich wirklich einen Teil der Stachelbeer- oder Kirschernte zu diese Pickles zu verarbeiten. Das Einkochen dauert nicht ewig und der Geschmack ist hervorragend – süß-sauer und trotzdem würzig. Sie passen hervorragend zu Käse oder Wild oder einem Hackbraten. Also schnell ein paar Gläser schnappen und ab in die Küche!

Süßsaure Kirsch-/Stachelbeer-Pickles

Zutaten für 2 Gläser à 500 ml:
300 ml Weißweinessig
1/2 Orange, Saft und Schale
6 Pimentkörner
2,5 cm Zimtstange
375 g Zucker
500 g Süßkirschen oder Stachelbeeren

2 x 500 ml Weckgläser + Deckel, Ringe und Klammern

(1) Die Schale fein von der Orange abreiben und zusammen mit dem ausgepressten Orangensaft, Essig, Piment und Zimtstange in einen Topf geben. Aufkochen lassen und etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze simmern lassen. Dann den Zucker zufügen, wieder aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 5-10 Minuten einreduzieren lassen. Zur Seite stellen.
(2) Die Gläser und Gläser mit heißem Spüliwasser abwaschen und gut mit heißem Wasser spülen. Die Gläser mit der Öffnung nach unten auf den Rost des Ofens stellen. Den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist 15 Minuten sterilisieren lassen. Die Deckel und Gummiringe mit heißem Wasser und einem Schluck Essig in einen kleinen Topf geben und ca. 5 Minuten kochen lassen. So lange im heißen Wasser belassen, bis sie gebraucht werden.
(3) Das Obst verlesen, nur die einwandfreien Früchte verwenden. Waschen. Von den Kirschen die Stiele etwas einkürzen. Von den Stachelbeeren die Stiele und Blütenansätze abknipsen und die einzelnen Früchte mit einem Holzstäbchen 2x durchstechen.
(4) Die Gläser aus dem Ofen holen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Die Früchte in das Glas geben. Den mittlerweile lauwarmen Sirup über die Früchte auf die Gläser verteilen. Die Deckel und Ringe aus dem Essigwasser holen. Die Ringe über die Deckel stülpen, dann auf die Gläser setzen und mit zwei gegenüberliegenden Klammern befestigen.
(5) Die Gläser in einen großen Topf setzen, dessen Boden mit zwei Lagen Küchenkrepp ausgelegt ist. Soviel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel auflegen und bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen. Wenn das Wasser siedet, nicht kocht (oder 80°C erreicht hat) die Temperatur auf mittelniedrig herunter stellen und 30 Minuten einkochen lassen.
(6) Gläser herausnehmen und bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Prüfen, ob das Einkochen erfolgreich war – Lasche zeigt nach unten. Wenn man das Glas am Deckel hochhebt, bleibt der Deckel drauf.

An einem möglichst kühlen und dunklen Ort lagern. Vor dem Öffnen die Gläser 6-8 Wochen ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: nach Corbin, P. (2008). River Cottage Handbook No. 2 – Preserves. Bloomsbry. p 118

Sommer für den Winter: Gurkensalat im Glas

Gurken, meine große Liebe! Und Gurkensalat erst Recht! Als jemand mit halbem ungarischem Gensatz bin ich praktisch mit Gurkensalat aufgewachsen. Eigentlich gab es zu jedem Sonntagsessen in Ungarn Gurkensalat. Ihr merkt, der spielt eine große Rolle in meinem kulinarischen Leben *g*

Beim blauen, sozialen Netzwerk bin ich Mitglied in einer Gruppe, deren Thema Einkochen und anderweitiges Konservieren ist. Und in den dortigen Dateien blieb mein Blick auf einem Rezept zu Gurkensalat im Glas hängen. Die Idee hört sich ja nicht verkehrt an! Einmal Arbeit haben und dann nur schnell ein Glas öffnen, wenn man eine kleine Beilage braucht. Also fix vorbereitet und eingekocht. Letzten Samstag, nachdem mir noch ein anstrengend-schlaflose Nacht in den Knochen steckte und ich keine Lust zum aufwendigen Kochen hatte, bot sich die Gelegenheit zum Kosten, da es mittags nur schnelle Bratnudeln mit Ketchup und Ei gab. Und was soll ich sagen: tolles Zeug! Er ist natürlich anders als frischer Gurkensalat, aber aufgepimpt mit ein wenig Saurer Sahne und Paprikapulver oder so pur, richtig gut! Für gestresste oder leicht verpeilte Menschen eine sehr anständige Alternative!

Gurkensalat im Glas

Zutaten für knapp 2 l:
3 Salatgurken
1 Zwiebel
je Glas 1/2 Lorbeerblätter
je Glas 1/2 TL Senfkörner
gehackter Dill
200 g Zucker
200 ml Weißweinessig
3 EL Salz
1 l Wasser

Weck-Gläsern mit Gummiringen und Metallklammern
großer Topf oder Einkochautomat

(1) Die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab. Bis sie gebraucht werden, im Topf lassen.
(2) Während die Gläser sterilisieren, den Salat vorbereiten. Die Gurken waschen, trocknen, Enden abschneiden und in dünne Scheiben hobeln (Die Küchenmaschine ist Dein Freund!). Die Zwiebel häuten und in dünne Halbringe schneiden. Lorbeerblätter, Senfkörner und Dill bereitstellen.
(3) Zucker, Weißweinessig, Salz und Wasser in einem Topf aufkochen lassen und so lange kochen bis Salz und Zucker aufgelöst sind.
(4) Die Gläser nach folgendem Prinzip befüllen: In die untere Hälfte eng die Gurkenscheiben einschichten, darauf ein paar Zwiebelstückchen, das halbe Lorbeerblatt, 1/2 TL Senfkörner und ca. 1 TL gehackter Dill. Den Rest des Glases dann wieder eng mit Gurkenscheiben auffüllen. Wenn alle Gläser befüllt sind, die Marinade in die Gläser gießen, dass sie zu ca. 3/4 gefüllt sind. Die Deckel samt Gummiringen mit zwei Metallklammern befestigen.
(5) Einen großen Topf, in den die Gläser passen mit einem alten Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen. Die Gläser hinein stellen und so viel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser mindestens zu 3/4 im Wasser stehen. (Wenn ihr Gläser stapelt, muss das oberste Glas mindestens 3/4 im Wasser stehen. Es macht nichts, wenn die Gläser komplett von Wasser bedeckt sind, weil kein Wasser eindringen kann.) Deckel auf den Topf und den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen, wenn das Wasser kocht, die Temperatur auf Stufe 2 von 6 zurück stellen und 30 Minuten einkochen lassen. Nach der Zeit die Gläser heraus holen und auf einem Holzbrett stehend vollständig abkühlen lassen. Klammern entfernen und prüfen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, indem man die Gläser nur am Deckel hoch hebt. Noch eine Woche ziehen lassen und dann …

Genießen!

Quelle: Rezept aus einer Facebook-Gruppe

Ihr wollt mehr Grundlageninformationen zum „Wie? Was? Warum?“ des Einkochens?

Eine alte, bewährte Technik – Die Grundlagen des Einkochens

Warum überhaupt einkochen?

Es ist Spätsommer oder Frühherbst, je nach Definition und Außentemperatur. Eigentlich die schönste Jahreszeit, oder? Jetzt sind richtig viele Gemüsesorten reif: Tomaten, Paprika, Bohnen und Zucchini. Die ersten Winterkürbisse wie Hokkaido, Muskat oder Butternut werden geerntet. Vom Obst reden wir gar nicht: Pflaumen/Zwetschgen, Äpfel sind voll in Saison, Birnen und natürlich Weintrauben. Manch ein Kleingärtner stöhnt in leichter Verzweiflung unter den Mengen, die da auf einmal reif werden. Ja, man kann vieles einfrieren, Obst gerne im geputzten Rohzustand, Gemüse kurz blanchiert. Aber bei dem ein oder anderen der geneigten Leserschaft, so auch bei mir, ist das Tiefkühlfach aber eher klein geraten, so dass die ganzen Köstlichkeiten gar nicht reinpassen (neben den essentiellen Sachen wie Eiscreme, Brot oder rohem Fleisch). Darum beschäftigte ich mich schon etwas länger mit dem Thema „Einkochen“, also dem Haltbarmachen von diversen Sachen in Gläsern durch Hitze von außen und habe letztes Jahr aktiv damit begonnen. Ich besorgte mir die richtigen Weck-Gläser mit Glasdeckel und Einkochringen, das Weck-Einkochbuch. Große Töpfe, in denen ich die Gläser einkochen wollte, hatte ich eh schon. Also ein paar Rezepte ausprobiert und was soll ich sagen. Es funktionierte einwandfrei! Ein- oder zweimal blieb ein Glas offen, aber das wurde ganz schnell aufgebraucht. Ansonsten finde ich das Konzept unglaublich praktisch, weil ich mehr Platz in Regalen als im Tiefkühler habe und bei akutem Hunger gepaart mit Kochunlust, ich nur ein Glas öffnen und warm machen und nicht schon morgens ans Auftauen denken muss. Letztendlich ist es auch gar nicht so aufwendig, wie man denken könnte und wie ich auch jedes Mal feststelle, wenn ich mich dann mal aufraffe :-)

Und weil ich weiß, dass der ein oder andere ein paar Manschetten vor dem Einkochen hat, möchte ich Euch hier erklären wie es geht, was man braucht, wie ich es mache und es für mich gut funktioniert – einfach die wichtigsten Grundlagen. Ich hoffe der geneigten Leserschaft dadurch ein wenig die Angst davor zu nehmen und Euch auch unabhängig zu machen von der Gewürzgurken- oder Apfelmus-Mafia *g* Denn seien wir mal ehrlich, oftmals sind in diesen grundlegenden Sachen, die man im Supermarkt kaufen kann, Sachen drin, die kein Mensch braucht. Wieso packt die Gewürzgurken-Mafia künstlich-industriell hergestellte Aromen und Zuckerersatzstoffe in ihre Gurkengläser anstatt ein paar Wacholderbeeren oder Pimentkörner. So bin ich unabhängig und weiß genau, was da drin ist!

Was kann eingekocht werden?

Eigentlich alles! Natürlich denkt man dabei erst an Klassiker wie Obstkompott (Kirsche, Heidelbeeren, Pflaume), Saft oder Tomatensauce, aber auch für ganze Gemüsegerichte wie Ratatouille oder mein heißgeliebtes ungarisches Letscho, kann die Saison verlängert werden. Auch andere Obstklassiker wie Apfelmus oder die amerikanische Version der würzigen Apple Butter kann man so haltbar machen und dann spontan zu Pancakes oder Kartoffelpuffer genießen.

Aber auch Fleischgerichte wie Bolognese, Rouladen, Gulasch und Konsorten lassen sich super einwecken. Bei mir passiert es öfter, dass ich Bolognese aus 1 kg Hackfleisch köchele und den Rest dann einwecke. Ich wecke auch einfach Reste von Gerichten ein, selbst, wenn es nur zwei Gläser werden. Dafür ist das ganze noch unaufwendiger, weil man nur einen kleineren Topf braucht. Natürlich brauchen diese Gerichte eine längere Einkochzeit, aber da muss man ja nicht daneben stehen und Pom Poms schwingen ;-)

Auch Sirup, Chutney und Marmelade können gut eingekocht werden. Ja, eigentlich muss man sie nur heiß in Twistoff-Gläser (die mit dem normalen Drehdeckel) füllen, aber diese besitze ich kaum noch… Und Kuchen angeblich auch, habe ich noch nicht ausprobiert, kommt demnächst aber definitiv dran :-)

Ihr merkt, man kann wirklich viel einkochen, aber bei weitem nicht alles. So sollten Saucen ohne Milch- und/oder ohne Mehlprodukte sein, sprich ungebunden, weil diese Zutaten in den Gläsern schnell gären und die eingekochten Gerichte dadurch verderben, was doch schade wäre, oder? Auch grüne Bohnen sollen sehr zickig sein, denn durch einen Inhaltsstoff sollte man die Bohnen zweimal für je 120 Minuten einkochen und selbst dann ist die Gefahr, dass die Gläser sich durch verderben wieder öffnen, sehr groß. Also Bohnen lieber einfrieren :-)

Utensilien – Gläser und Co.

So, und was braucht man jetzt alles zum Einkochen? Nicht viel. Natürlich die Gläser, die es in den unterschiedlichsten Formen und Größen gibt. Ich benutze am häufigsten die mit mit 290 ml und 580 ml Inhalt. In das kleinere passt bequem eine Portion von Bolognese rein, in das größere zwei. Zwerg benutzt gerne noch kleinere Gläser für selbstgemachten Ketchup und Currysauce, damit er nach Anbruch des Glases schneller verbraucht werden kann und nicht schimmelt. Wer mag und eine Großfamilie zu versorgen hat, entscheidet sich vielleicht eher für 0,75l- oder 1l-Gläser. Auch gibt es hübsche Flaschen in unterschiedlichen Größen, die sich super für Brühe, Ketchup, Ajvar u.ä. eignen.

Natürlich benötigt ihr auch noch passende Glasdeckel und Gummiringe, sowie die Metallklammern zum Verschließen der Gläser beim Einkochen. Wenn die geneigte Leserschaft die Gläser online in einem der diversen Onlineshops kaufen möchte (Amazon, Weck-Shop, „Gläser und Flaschen“ oder Einkochzeit.de), sind es meist ganze Sets oder es steht explizit dabei, welche Größe an Ringen man benötigt. In Haushaltswarenläden vor Ort steht einem sicherlich das Verkaufspersonal gerne beratend zur Seite. Auch sind oftmals die gleiche Deckel-/Ringgröße für unterschiedlich große Glasvolumen passend, die Deckel und Gummis für 580 ml-Gläser passen auch bei 370 ml- und 750 ml-Gläser. Da hat sich schon jemand erfreulicherweise Gedanken gemacht!

Natürlich kann man auch in Gläsern mit den normalen Schraubdeckeln (Twist-Off Gläser) einkochen, aber die Deckel müssen nach zwei bis drei Nutzungen ausgetauscht werden, da ihre innere Beschichtung sich dann löst und sie nicht mehr dicht sind. Außerdem ist nicht so leicht erkennbar, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, weil die leichte Deckelhalt-Probe nicht geht. Also ich koche nur noch in Weck-Gläsern ein und auch Zwerg ist nach ein paar unerfreulichen Erlebnisse mit verdorbenem Letscho, darauf umgestiegen.

Als extremst praktisch stellte sich für mich der Glasheber (im Bild ganz links) heraus, weil ich zumindest äußerst ungern mit bloßen Fingern in kochend heißes Wasser greife, um die fertig eingekochten Gläser herauszuholen. Die kleine Investition hat sich definitiv gelohnt! Auch so ein Trichter mit breiter Öffnung ist sehr praktisch, wenn es darum geht Ketchup o.ä. in die Flaschen abzufüllen. Natürlich benutze ich es auch für Marmelade und Sirup, wenn man das kochend heiße Zeug nicht auf der gesamten Arbeitsfläche und den eigenen Klamotten haben will. Nicht dringend notwendig, aber nett, um Gläser sicher im Kühlschrank aufzubewahren, falls man nicht sofort alles verbraucht, sind diese weißen Plastikdeckel. Zusätzlich zum Einkochen benutze ich noch ein einfaches, digitales Bratenthermometer, mit dem ich auch fix mal kontrollieren kann, ob die richtige Einkochtemperatur schon erreicht ist.

Zum Einkochen selbst reicht ein großer Topf mit Deckel, in dem die Gläser reinpassen, ich benutze gerne dafür meinen ovalen, gußeisernen Topf, in den locker-flockig vier der 580 ml-Gläser passen oder der runde Topf mit 5 l Inhalt, in den immer noch 3 drei Halblitergläser kuschelig Platz haben. Da sich abgezeichnet hat, dass meine Einkochliebe länger halten wird, habe ich mir Anfang diesen Jahres einen kleinen strombetriebenen Einkochautomaten von Severin zugelegt:

Ich brauche keinen großen Einkochautomaten, weil ich kräftebedingt eh nie so wahnsinnig viel gleichzeitig einkoche, und wenn das wider Erwarten doch passieren sollte, kann ich ja immer noch parallel im normalen Topf auf dem Herd einwecken. Also, wenn es Euch Spaß macht, denkt ruhig mal darüber nach, aber bei kleinen Einkochaktionen ab und an, funktioniert es auch einwandfrei im Topf auf dem Herd!

Das Einkochen an sich!

Wieso funktioniert das Haltbarmachen durch Einkochen eigentlich theoretisch?

Durch das Erhitzen des mit Glasdeckel, Gummiringen und Federklammern verschlossenen Glases samt Inhalt im Wasser entsteht ein Überdruck, durch den Luft, Dampf und manchmal auch Flüssigkeit zwischen Glasdeckel und Gummiring herausgedrückt werden. Gleichzeitig kann aber keine Luft oder Wasser von außen nach innen gelangen. Dadurch entsteht nach dem Einkochen beim Erkalten innerhalb des Glases ein Unterdruck und der Glasdeckel mit Gummiring wird durch den Normaldruck der Außenluft (also das normale um uns herum) auf das Glas gepresst und bewirkt dadurch einen festen und dauerhaften Verschluss des Einkochglases. Voilà!

Und wie geht das jetzt praktisch vonstatten?

Ich habe so ein paar Grundsätze festgestellt, die ich gerne mit Euch teilen möchte. So hat sich Einkochen für mich als sehr gut praktikabel herausgestellt und auch ein Jahr später kann ich sagen, dass die Deckel noch bombenfest auf den Gläsern sitzen und sich bisher noch kein Schimmel breit gemacht hat. Aber natürlich gebe ich keinerlei Garantie, weil es ja immer darauf ankommt, wie jeder individuell arbeitet.

Goldene Regel Nr.1: Sei organisiert!

Ich finde nichts ist schlimmer, als mitten im Einkochen festzustellen, dass zu wenige Gläser vorbereitet wurden oder überhaupt zu wenig Gläser da sind. Also vorher mal fünf Minuten investieren und überschlagen, wieviel Liter an Einkochgut verarbeitet wird und dann entsprechend viele Gläser samt Deckel, Gummiringen und Metallklammern raussuchen. Lieber ein oder zwei Gläser zu viel vorbereiten, als dann am Ende nochmal panisch welche zu suchen. Auch empfiehlt es sich die unvorbereiteten Gläser mal in den Topf zu stellen, in dem man plant, die Gläser einzukochen. Einfach um abschätzen zu können, ob alles reinpasst, ob man vielleicht noch einen zweiten Topf dazu nehmen muss. Wenn ihr die Gläser samt Zubehör zusammen sammelt, prüft auch gleich durch vorsichtiges darüber streichen, ob die Gläser und Glasdeckel noch heil sind und nicht vielleicht mal ein Stückchen abgeplatzt ist, weil sie durch solche kleinen Fehler nicht mehr richtig schließen können. Bei den Gummiringen gucken, ob sie nicht zu ausgeleiert und/oder porös sind.

Stellt auch gleich sicher, dass genug Platz auf Eurer Arbeitsfläche ist, um die Gläser, Deckel und Ringe nebeneinander stellen zu können und gleichzeitig noch das Einkochgut bequem einzufüllen ist. Organisiertsein rockt!

Goldene Regel Nr.2: Sauber arbeiten – Vorbereitung der Gläser

Es ist wichtig, dass die Gläser richtig sauber sind. Ich gehe davon aus, dass ihr sie nach der letzten Benutzung abgewaschen in den Schrank stellt. Ich waschen sie nochmal kurz mit dem heißesten Wasser, dass aus meinem Hahn kommt und Spülmittel mit Hilfe eines Lappens aus und spüle sie dann gründlich mit klarem, heißem Wasser aus. Mit der Öffnung nach unten stelle ich die tropfnassen Gläser auf das Rost in den kalten Ofen. Der wird dann auf 120-150°C Ober-/Unterhitze gestellt und sobald die Temperatur erreicht ist, 15 Minuten die Gläser gut durcherhitzen lassen, damit alle Mikroorganismen abgetötet werden. Die Gläser dann herausnehmen und auf ein Holzbrett o.ä. abstellen. Nicht auf eine Glas- oder Metalloberfläche, weil die Gläser durch den Temperaturunterschied schnell platzen können. Während die Gläser im Ofen sind, die Glasdeckel und Gummiringe in einen Topf geben und mit Wasser bedecken, einen kleinen Schluck Essig zugeben. Auf dem Herd abgedeckt aufkochen und mindestens 5 Minuten kochen lassen. Danach können die Sachen im Topf bleiben bis sie gebraucht werden.

Goldene Regel Nr. 3: Richtig Abfüllen und Verschließen

Jetzt stellt sich die Frage, ob Ihr das Einkochgut warm oder kalt einfüllen wollt, es geht beides (außer bei Marmelade). Ich koche meine Sachen meist kalt ein, weil ich nach dem Vorbereiten/Zubereiten des Einkochgutes oft nicht mehr die Lust und Kraft habe, es noch komplett fertig einzukochen. Also fülle ich es um und parke es bis zum nächsten Tag im Kühlschrank. Während ich die Gläser vorbereite, hole ich das Einkochgut aus dem Kühlschrank und lasse es ein bisschen Raumtemperatur annehmen. Natürlich dürfen die Gläser dann nicht sofort, wenn sie heiß aus dem Ofen kommen mit dem kalten Einkochgut befüllt werden, weil sie sonst platzen, ich warte meist so 20-30 Minuten bis die Gläser nur noch lauwarm sind. Kurz bevor ich einfülle, lege ich auf einem sauberen Brettchen auch die Glasdeckel und Gummiringe bereit, damit sie nach dem Einfüllen auch gleich auf das Glas können. Das sieht dann meist so bei mir aus:

Das Einkochgut mit Hilfe eines großen Löffels und/oder des Trichters gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Obst und Gemüse können meist bis zum Rand eingefüllt werden, Fleischgerichten sollte man 2-3 cm Platz zum Rand lassen. Vom Fleisch können sich leicht Fasern lösen (oder schon in der Sauce herum schwimmen), die dann, wenn sich das Einkochgut durch die Hitze ausdehnt, zwischen Glasdeckel und Gummiring verklemmen und sich das Glas dadurch nicht verschließen. Das ist auch der Grund, warum extrem sauber am Glasrand gearbeitet werden muss und keine Essensreste zurück bleiben dürfen. Nach dem Einfüllen nochmal alle Glasränder mit einem sauberen Küchentuch abwischen.

Dann wird der Gummiring auf den Glasdeckel gezogen und dann auf den Glasrand gesetzt. Dann werden mindestens zwei der Federklammern auf gegenüberliegenden Seiten des Glases befestigt:

Goldene Regel Nr. 4: Richtig Einkochen

Jetzt kommt das Glas in den Topf, wofür auf den Boden des Topfes zwei Lagen Küchenkrepp oder ein altes Geschirrtuch gelegt wird, damit die Gläser stabiler stehen und falls sie sich durch das kochende Wasser bewegen, nicht so laut sind oder sich eventuell gegenseitig beschädigen. Die Gläser reinstellen und dann das Wasser auffüllen. Dabei ist zu beachten, dass das Wasser ungefähr dieselbe Temperatur hat wie das Einkochgut. Wenn ihr Sachen kalt abfüllt, dann kaltes Wasser zugießen, wenn Ihr es gleich nach dem Kochen heiß abfüllt, muss das Wasser im Topf heiß sein. Das hat den Grund, dass das Wasser außen und das Einkochgut im Glas zur relativ gleichen Zeit anfangen sollen zu kochen, sonst kommen die Einkochzeiten nicht hin.

Das Wasser darf aus diesem Grund auch nicht zu schnell kochen, deswegen stelle ich den Herd auf Stufe 4 von 6. Sobald das Wasser, die im Rezept angegebene Temperatur erreicht hat (oder im Zweifelsfall kocht), stelle ich die Temperatur auf Stufe 2 von 6 runter, so dass es unter dem Deckel noch leicht kocht. Ab dann zählt die Einkochzeit!

Außerdem sollte beachtet werden, dass die Gläser mindestens zu 3/4 im Wasser stehen. Natürlich können Gläser auch übereinander gestapelt werden, wenn der Topf groß genug ist. Selbst dann muss das oberste Glas zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Dabei stört es nicht, dass andere Gläser komplett im Wasser stehen, es wird kein Wasser von außen in die Gläser laufen.

Nachdem die Zeit abgelaufen ist, die Gläser sofort auf aus dem Topf nehmen und auf einem Holzbrett o.ä. abstellen und (ohne Zugluft) abkühlen lassen. Nicht auf einer Glas- oder Metallfläche stellen, weil durch den Temperaturunterschied die Gläser platzen können. Sobald sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen und prüfen, ob das Glas verschlossen ist. Dafür einfach am Deckel hoch heben. Ihr erkennt auch an der Lasche des Gummirings, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, weil sie dann nach unten zeigt, wie im folgenden Bild:

Die fertig eingekochten, verschlossenen Gläser ohne die Klammern in einen Vorratsschrank stellen.

Wie lange muss ich was einkochen?

Das ist sehr unterschiedlich. Sirup, Marmelade oder Chutneys, die von Haus aus schon mit genug natürlichen Konservierungsmitteln wie Zucker, Salz und/oder Essig versetzt sind, brauchen nur kurze Einkochzeiten um die 10 Minuten (natürlich nachdem das Wasser kocht), Pflaumen-, Kirsch- oder Heidelbeerkompott aus rohen Früchten braucht dagegen schon 30 Minuten, auch fertige Gemüsegerichte sollten mindestens 30 Minuten einkochen, damit alle  fiesen Bakterien und Schimmelpilzsporen abgetötet werden. Es gibt allerdings auch Gemüsesorten, besonders die bodennah wachsen, die länger eingekocht werden müsse, wie zum Beispiel Kohl oder Bohnen. Auch Fleisch muss länger eingekocht werden, in wirklich kochendem, also 100°C heißem Wasser und dann mindestens 75 bis 120 Minuten lang. Ich bin da auch sehr vorsichtig und halte mich akribisch an die Einkochzeiten, weil ich keine Lust auf eine Lebensmittelvergiftung oder gar lebensbedrohlichen Botulismus habe. Deswegen lieber 15 Minuten länger als zu kurz und mit unangenehmen Folgen.

Deshalb auch nochmals, wenn sich ein Glas nicht geschlossen haben sollte, es im Kühlschrank aufbewahren und so schnell wie möglich essen. Und wenn die geneigte Leserschaft nach ein paar Wochen oder Monaten mitbekommt, dass sich ein Glas geöffnet hat, den Inhalt sofort und komplett entsorgen! Ich bin nur um Eure Gesundheit besorgt!

Aber trotzdem keine Angst, wenn Ihr Euch an die Zeiten in den Rezepten haltet, sollte nichts passieren. Ein guter Ratgeber ist, wie schon erwähnt, auch das Weck-Einkochbuch, an die Zeiten dort sollte man sich mindestens orientieren.

Aufbewahrung

Die eingekochten Gläser müssen nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, ideal wäre natürlich ein dunkler, kühler Keller. Da ich den aber nicht habe, hab ich meine Sachen in Regalen und Schränken im Flur. Sonnenlicht sollte nicht direkt drauf fallen, da dadurch Inhaltsstoffe (Vitamine etc.) zerstört werden können und es auch die Farbe des Einkochgutes verändert (siehe das Apfelmus oben).

Wie schon oben erwähnt werden die Gläser ohne die Klammern in den Schrank gestellt, so können sie zum einen besser gestapelt werden, zum anderen bemerkt man schneller, ob sich ein Glas durch Verderben geöffnet. Deswegen sollte man auch von Zeit zu Zeit die Gläser kontrollieren, ob sie noch geschlossen sind. Wenn eins sich im Laufe der Monate doch öffnet, den Inhalt sofort entsorgen und das Glas samt Deckel und Gummiring sorgfältig reinigen.

Ich möchte keine Garantie über die Haltbarkeit des Inhalts geben, weil es doch sehr auf die Arbeitsweise des Einzelnen ankommt, aber wenn die geneigte Leserschaft sauber arbeitet und sich an die Einkochzeiten sowie -temperaturen hält, sind die meisten Sachen 1 Jahr und länger haltbar. Aber auch das gebe ich in den Rezepten an, erst Recht, wenn die Haltbarkeit kürzer sein sollte.

Rezeptideen, wenn ihr sofort loslegen wollt

Habt ihr Feuer gefangen und wollt sofort anfangen? Noch finden sich tolle Herbstfrüchte im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt und diese Sachen wurden schon mit genauer Einkochbeschreibung verbloggt:

Aber keine Angst, es kommen demnächst noch mehr Rezepte. Möchtet ihr auch, dass ich das Einkochen von Sachen wie Bolognese, Rinderrouladen, Rotkohl, Brühe nochmals in einem gesonderten Beitrag genauer beschreibe mit Zeiten, Temperaturen etc. oder soll ich lieber die Beiträge, in denen ich die Rezepte niedergeschrieben habe, um die Zeiten/Temperaturen ergänze?

Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig die Grundlagen vermitteln und ein bisschen Lust auf diese alte, aber bewährte Technik machen! Probiert es ruhig aus, es ist nicht schwer und macht sogar Spaß! Und am Ende hat man Vorräte, von denen man genau weiß, was drin ist und wie köstlich sie sein werden :-)

Sommer für den Winter: Eingewecktes Letscho

Bekannterweise habe ich ja einen halben ungarischen Gensatz. Und als halbe Ungarin habe ich ein großes Grundbedürfnis nach Paprika und Tomaten, ich für meinen Teil in Form von Letscho/Lecsó. Ich liebe Letscho! Sobald ich die hellen ungarischen Spitzpaprika finde, wird als erstes Letscho gemacht! So kommt Letscho auch in den Fleischreis, dass die deutsche Familie regelmäßig kocht, aber die ungarische Seite gar nicht kennt. Natürlich kauf ich dafür auch Letscho aus dem Glas, aber mit selbstgemachtem schmeckt es viiel besser.

Und da ich ja dieses Jahr auf den Einwecktrichter gekommen bin, habe ich überlegt, ob ich nicht auch das leckere Tomaten-Paprika-Gemüse einkoche. Dafür habe ich ein wenig die Zubereitungsweise modifiziert. Die Paprikas wurden nicht in Ringe geschnitten, sondern in Würfel, die weniger sperrig im Glas sind und die Würfel dann nur stark angebraten. Auch benutzte ich keine frischen Tomaten, sondern bereitete eine einfache Sauce aus Dosentomaten zu. Dann wurde beides zusammen gegeben, einmal aufgekocht und in die Gläser verteilt, die dann eben 30 Minuten einkochten. Nachdem ich eins gekostet geöffnet hatte (extra ein kleines Glas gefüllt, damit ich der geneigten Leserschaft noch rechtzeitig das Rezept präsentieren kann *g*) war ich begeistert. Ich musste das Lecsó zwar noch einige Minuten im Topf erhitzen, damit die Paprikaringe nicht zu knackig waren, aber das ist gut, so verkocht das Letscho nicht so schnell. Ich habe es mit Absicht sehr pur gehalten, um es eben im Zusammenspiel mit anderen Zutaten noch in bestimmte Richtungen zu würzen oder eben um es wirklich einfach nur pur mit Würstchen oder Ei drin als schnelles Mittagessen zu genießen.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich liebe Lecsó!

Letscho zum Einwecken

Zutaten für 3 l:
2 kg helle, ungarische Spitzpaprika
1 800 g-Dose Tomaten
1 400 g-Dose Tomaten
3 Zwiebeln
Salz, Pfeffer
neutrales Öl

Weck-Gläser mit Glasdeckeln, Gummiringen und Klammern
(oder Twist-Off-Gläser)
großer Topf zum Einkochen
Küchentuch oder Küchenkrepp

(1) Die Paprikaschoten, trocknen. Das Kerngehäuse entfernen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten und fein würfeln.
(2) Die Gläser vorbereiten. Dafür die Gläser und Deckel mit heißem Spüliwasser gründlich auswaschen, mit klarem, heißem Wasser nachspülen. Die Gläser in den Ofen geben, diesen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in ca. 15 Minuten sterilisieren und trocknen lassen. Die Glasdeckel und Gummiringe in einen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen, um ebenfalls alle Bakterien abzutöten.  Die Gläser aus dem Ofen holen und auf ein Holzbrett stellen, so vermeidet man das Platzen der Gläser, wenn man das heiße Lecsó einfüllt.
(3) In einem großen Topf (hier 5 l Inhalt) einen großzügigen Schluck Öl erhitzen bei hoher Hitze und die Paprikawürfel portionsweise einige Minuten anbraten bis sie etwas Farbe bekommen und beginnen zu duften. In einer großen Schüssel zwischenparken.
(4) Im selben Topf eventuell noch etwas Öl bei mittelhoher Hitze warm werden lassen (wenn keins mehr vom Paprikaanbraten übrig ist), dass der Boden bedeckt ist. Die Zwiebelwürfel zufügen und langsam anschmurgeln, dass sie schön weich und süßlich werden. Dann den Inhalt der beiden Tomatendosen hinzufügen und mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Salzen und Pfeffern. Etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die angebratenen Paprikawürfel zufügen und einmal aufkochen lassen.
(5) Das heiße Letscho in die vorbereiteten Gläser füllen, dabei ca. 1 cm Platz zum Rand lassen. Die Gummiringe über die Glasdeckel stülpen, auf die Weck-Gläser setzen und mit gegenüberliegenden Klammern verschließen.
(6) Die großen Töpfe (für die Menge brauchte ich meinen großen 5l-Topf und mein 6,5 l ovalen gusseisernen Topf) mit einem alten Küchenhandtuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen, die verschlossenen Gläser hineinstellen. Soviel heißes Wasser in den Topf gießen, dass die Gläser mindestens zu 3/4 darin stehen.
(7) Das Wasser in den Töpfen bei mittelhoher Hitze (Stufe 4 von 6) zum Kochen bringen. Ab diesem Zeitpunkt die Temperatur auf Stufe 3 oder 2 zurückstellen und 30 Minuten einkochen lassen. Wer ein Küchenthermometer hat, kann die Wassertemperatur überprüfen, sie sollte bei 90°C liegen.
(8) Nach der Zeit die Gläser aus dem Topf holen (Vorsicht! Heißes Wasser!) und auf einem Holzbrett oder Untersetzern abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen und prüfen, ob die Deckel halten. Wenn nicht, das Glas in den Kühlschrank stellen und so schnell wie möglich verbrauchen oder die nicht geschlossenen Gläser nochmals einkochen.

Die fertigen Gläser (ohne Klammern) in die dunkle Vorratskammer/Vorratsschrank stellen. Wenn wirklich sauber gearbeitet wurde, sollte es locker 1 Jahr halten, aber ruhig zwischendurch mal die Deckel überprüfen.

Twist-Off-Gläser: Das Letscho kann natürlich auch in Twist-Off-Gläser eingekocht werden, dafür die Gläser und Deckel wie beschrieben vorbereiten. Das Letscho einfüllen bis 2 cm unter den Rand und die Deckel fest drauf schrauben. Dann wie beschrieben im Wasserbad einkochen.

Sommer für den Winter: Hausgemachte Senfgurken

 

Ich bin voll im Hamstermodus! (Fast) Alles, was mir momentan an gemüse und Obst unterkommt, wird irgendwie für den Vorrat zubereitet und haltbar gemacht. Besonders haben es mir die Gurken angetan. Die ungarische Hälfte in mir liebt eingelegte Gurken und wird leicht nervös, wenn kein Glas im Vorratsschrank ist. Gewürzgurken wurden ja schon äußerst erfolgreich nach dem Rezept aus dem geliebten „Deutschland vegetarisch“ eingekocht, aber ich liebe auch Senfgurken. Die muss man doch auch selbst machen können. Also fix auf die Suche gemacht im weltweiten Zwischennetz. Fündig wurde ich auf der Seite „Spreewald Info“ und wer, wenn nicht Leute aus dem Spreewald haben die richtigen Rezepte für eingelegte Gurken?!? Interessanterweise kam da Meerrettich mit, eigentlich frisch, aber war hier nicht aufzutreiben, und nur Senfkörner. Ich hatte ja mit einer etwas komplizierteren Zubereitungsweise und Zutaten gerechnet. Aber nee. Gurken vorbereiten, alle weiteren Zutaten dazu, ziehen lassen, in die Gläser und einkochen, fertig. Simpel.

Ich hatte für die Gurken extra Schmorgurken aus der Ostseeheimat mit hier her genommen und mit einer normalen Salatgurke ergänzt. Und die Gurken sind wirklich soo gut geworden und schmecken und duften tatsächlich wie die Senfgurken, die man im Supermarkt zu kaufen kriegt. Großartigst! Leider war meine Schmorgurke etwas bitter, so dass das Bittere auch in den fertigen Gurken durchkommt, aber es ist nicht so schlimm, dass man sie nicht essen könnte.

Ich kann also jedem empfehlen, der Senfgurken mag, sie mal selbst auszuprobieren. Total einfach und sooo köstlich!

Senfgurken nach Spreewälder Art

Zutaten für 1-1,5 l:
1,5 kg Gurken (Schmorgurken oder Salatgurken)
1 Zwiebel
3,5 EL Zucker
1 EL Salz
30 g Senfkörner
110 ml Weißweinessig
2 TL Meerrettich natur aus dem Glas

Gläser mit Deckel, Gummi und Spannklammern zum Einwecken
oder
Twist-Off-Gläser
großer Topf mit Deckel

(1) Die Gurken schälen, halbieren und Kerne mit Hilfe eines Löffels entfernen. Die Gurkenhälften dann je nach Größe nochmals längs halbieren und dann in ca. 1-2 cm breite Streifen oder Halbmonde schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Beides mit allen anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
(2) Am nächsten Tag die Gläser vorbereiten. Sie gründlich in heißem Spülwasser auswaschen, mit klarem Wasser nachspülen. Die nassen Gläser in den Ofen geben, den Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten darin sterilisieren und trocknen. Die Deckel und Gummiringe in einen kleinen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen. Die Gläser herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Einen großen Topf mit zwei Lagen Küchenkrepp oder einem alten Geschirrtuch auslegen.
(3) Nach einem Tag sollte sich genug Flüssigkeit gebildet haben. Die Gurken auf die Gläser verteilen bis 1-2 cm unter dem Glasrand. Die Flüssigkeit und restlichen Gewürzen gleichmäßig in die Gläser geben. Den Rand der Gläser säubern. Die Deckel und Gummiringe aus dem kochenden Wasser fischen (mache ich hier mit einer Zange). Die Ringe über die Glasdeckel legen, auf die Gläser legen und mit je zwei sich gegenüberliegenden Spannklammern befestigen.
(4) Die Gläser in den Topf stellen. Mit kaltem Wasser aus dem Hahn auffüllen bis das Wasser etwa 2 cm unter dem Glasrand steht. Deckel auf den Topf und bei mittelhoher Hitze (hier Stufe 4 von 6) zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt des Kochens 20 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit vorüber ist, die Gläser aus dem Topf holen und auf einem Holzbrett stehend abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen. Jetzt prüfen, ob die Gläser wirklich dicht sind, indem man sie nur am Glasdeckel haltend vorsichtig hochhebt. Wenn alles dicht ist, ohne Klammern in den Vorratsschrank stellen. Falls der Glasdeckel doch nicht dicht war, entweder im Kühlschrank zwischenparken und zeitnah essen oder das Glas nochmal einkochen.

Sie sind sofort essbar, kann man aber auch aufheben.
Wenn ihr sie später öffnen wollt, dann kontrolliert, ob der Deckel noch fest drauf saß. Falls nicht, ist der Inhalt schlecht geworden. Alles sofort und komplett entsorgen!

Genießen!

Quelle: Spreewald-InfoSpreewälder Senfgurken

Und weil es so einfach ist und dabei so lecker, dabei noch saisonal, darf es bei Henriettes „Sommer, Sonne, Erntezeit“-Event mitspielen. Soll ja Leute geben, die haben in ihren Gewächshäuschen unglaubliche Mengen an Gurken und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen ;-) Ich muss Schmorgurken leider immer auf Wochenmärkten suchen oder vom Gemüsevietnamesen des Vertrauens in Rostock mitnehmen. Dabei liebe ich sie so sehr!

%d Bloggern gefällt das: