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Hausgemachte ungarische Kolbász (Paprikawurst)

Nach langer Zeit mach ich mal wieder mit bei der Kulinarischen Weltreise von Volkermampft. Da es nach Ungarn geht, ist es für mich mit halbem ungarischen Gensatz Ehrensache mitzuspielen!
Diesmal möchte ich Euch ein Rezept zeigen, das wahrscheinlich nicht viele ausprobieren werden, aber Kolbász ist sozusagen die ungarische Nationalwurst! Es gibt sie jedem noch so kleinen Dorfladen zu kaufen und allgemein in mehreren Varianten, grob unterteilt in mild und scharf. Die berühmteste Version ist wahrscheinlich die aus der Stadt Gyula.

Ich liebe diese Wurst sehr, auch weil sie so vielseitig einsetzbar ist: einfach in dünnen Scheiben auf’s Brot legen, in kleinen Stücken anbraten, um Eier drüber zu schlagen, in siedendem Wasser kochen, in Rakott Krumpli (ungarischen Kartoffelauflauf), als Brösel verarbeitet zu saurem Kartoffelfözelék, als Einlage in Suppe. Und bestimmt gibt es noch mehr Möglichkeiten, die ich noch nicht gekostet habe. Mittlerweile gibt es sie auch relativ regelmäßig, z.B. bei Kaufland.

Und warum haben wir die ausgerechnet selbst gemacht, wenn es sie doch zu kaufen gibt? Die gekaufte ist schon lecker, aber die selbstgemachte von meinem Onkel ist noch besser. Nachdem Schwesterchen und ich uns darüber unterhalten haben, dass wir total gerne mal frische Bratwurst selber machen wollen, war Herr Papa gleich so begeistert von der Idee, dass er bei nächster Gelegenheit einen ordentlich großen Wurstfüller kaufte. Schwester und ich dachten so an 1 kg Bratwurst, Herrn Papa schwebte die Kolbász-Großproduktion vor. Unter 5 kg lohnt sich das doch nicht …

Im Ungarnurlaub letzten September bat ich meinen Onkel dann das Rezept aufzuschreiben. Aus dem Kopf flogen die Zutaten nur so auf’s Blatt und nachdem ich noch ein paar Zubereitungshinweise aus ihm herauskitzeln konnte, fühlten wir uns bereit Kolbász zu machen. Im Heimaturlaub im November war es dann soweit! Wir kauften alle Zutaten und Freitagnachmittag ging es los.

Zuerst habe ich das ganze Fleisch vorbereitet, Silberhäute aus dem Schulterbraten schneiden, das Bauchfleisch von Haut, Knorpeln und Knochen befreien und alles in längliche Streifen schneiden, damit die gut durch den Fleischwolf flutschen. Die Gewürze waren auch schnell abgewogen und vermischt. Wir haben uns an Onkels Anweisung gehalten, die Gewürze grammgenau abzuwiegen und nicht die Masse später noch probieren und eventuell nachjustieren wollen. „Die Angaben stimmen so, wie sie da stehen! Wiegt es genau ab und die Kolbász wird schmecken!“ Und so 5 kg Fleisch sind mal echt eine Hausnummer, wir mussten den Kessel nutzen, der sonst zum Kesselgulaschkochen genommen wird. Um die Gewürzmischung gleichmäßig im Fleisch verteilt zu kriegen, wird es mit lauwarmem Wasser zu einer geschmeidigen Paste verrührt. Und dann gründlichst unter die Fleischmasse geknetet. Das dauert und geht an die Muskeln, ist also gleichzeitig gutes Training *g*

Die fertige Masse in den Darm zu kriegen, gestaltete sich dann doch noch etwas frickeliger als es sonst in Videos aussieht, aber wir haben es mit ein bisschen Übung geschafft! (Fragt aber nicht wie …) Letztendlich war das gar nicht so schwierig und ich fand die ganze Prozedur oddly satisfying *g* Also ich kann mir tatsächlich vorstellen, Wurst, auch andere Sorten, öfter selbst herzustellen. Und ich habe mir zum Beispiel aus einem Schlachte-Kochbuch meiner Tante noch zwei Kolbász-Rezepte abgeschrieben, eine mit Honig, eine mit Dill, die mich sehr angelacht haben.

Herr Papa hat die Würste am nächsten Tag im Garten noch geräuchert und nach dem Kosten brach große Begeisterung aus! Die schmecken tatsächlich so wie von meinem Onkel! Würzig, paprikaig, wunderbar! Den Rest der Wurstmasse, die nicht in den Darm wollte, haben wir als Klopse so gebraten und auch das schmeckte saugeil, auch auf Brot mit Apfel und Käse überbacken. Sie waren einfach sooo gut, dass die 5 kg Wurst zu Weihnachten schon alle waren und Herr Papa und ich nach Weihnachten glatt noch eine Portion gemacht haben *g*

Also, wenn ihr Euch vorstellen könnt Wurst selbst zu machen oder es tatsächlich schon gemacht habt, probiert das Rezept ruhig mal aus, es lohnt sich wirklich sehr!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Ungarn

Hausgemachte ungarische Kolbász (Paprikawurst)

Zutaten für ca. 5 kg Wurst:

Für die Gewürzmischung:
110-120 g Salz
100 g Paprikapulver edelsüß
10 g Paprikapulver rosenscharf
25 g gemahlener schwarzer Pfeffer
25 g Knoblauch
gemahlener Kümmel (nach Geschmack)

3 kg Schweineschulterbraten, fertig gewogen
500 g weißer Speck (ungeräuchert)
1,5 kg Schweinebauch (ungeräuchert), fertig gewogen

Schweinedarm Kaliber 30/32

(1) Zuerst die Gewürzmischung vorbereiten. Dafür Salz, Paprikapulver und Pfeffer in einer farbechten Schale abwiegen. Den Knoblauch putzen, wiegen und durch eine Presse dazu geben. Kümmel gebt ihr nach Belieben hinzu oder lasst ihn weg. So viel lauwarmes Wasser zufügen, dass eine geschmeidige Gewürzpaste entsteht.

(2) Dann das Fleisch putzen und klein schneiden. Dafür vom Schulterbraten die Silberhäute außen und innen weg und das Fleisch in längliche Streifen schneiden. Etwaige Knochen und Knorpel vom Bauchfleisch entfernen und ebenso wie den weißen Speck in Streifen schneiden. Abgewogen sollte alles 5 kg ergeben.
(3) Das Fleisch durch die mittelgroße Lochscheibe (6mm) des Fleischwolfes in eine wirklich große Schüssel wolfen. Dabei abwechselnd fette und magere Fleischstücke nehmen, damit es schon so grob durchmischt wird.
(4) Die Därme vorbereiten. Wenn sie in Salz eingelegt waren wie unsere, sie für etwa 30 Minuten in lauwarmem Wasser einlegen. Dabei das Wasser 1-2 mal wechseln. Den Wurstfüller vorbereiten und an einer sicheren Oberfläche befestigen. Eine große Schüssel oder Blech bereit stellen.
(5) An einem kühlen Ort (z.B. geschützter Balkon, kalter Wintergarten) eine relativ große saubere Oberfläche bereit machen oder einen sauberen Besenstiel aufhängen, um die Würste dort trocknen zu lassen, falls sie geräuchert werden sollen.
(5) Die Gewürzpaste zum Fleisch geben und alles gründlich von Hand durchkneten. Das dauert ein bisschen, nicht ungeduldig werden.

(6) Soviel Fleischmasse in den Wurstfüller geben, dass er gut gefüllt ist. Dafür eine handvoll der Masse mit Schmackes in Füller schmeißen, damit möglichst wenig Luft mit in die Därme kommt. Den gespülten Darm auf den passenden Trichter ziehen. Und dann durch angemessen langsames Kurbeln die Wurstmasse in den Darm drücken. Dieser muss von einer zweiten Person festgehalten und geführt werden, damit nicht zu wenig hinein kommt oder zu viel und die Würste dadurch platzen. Das erfordert ein klein bisschen Übung, aber den Dreh kriegt man ziemlich schnell raus. Aus der einen langen Kolbász Würste in gewünschter Länge abdrehen. Wie das geht, zeigt dieses Video sehr gut. Die Enden müssen auch nicht mit Schnur abgebunden werden, sie halten wirklich auch einfach durch 2-3faches drehen. So mit der gesamten Wurstmasse verfahren.

(7) Jetzt könnt ihr die Wurst schon essen, in dem ihr sie bei mittlerer Hitze von allen Seiten durchbratet oder auch in leicht siedendem Wasser kocht. Was zu viel ist, kann gut portionsweise eingefroren werden.
(8) Wer die Möglichkeit und die Lust zum Räuchern hat, lässt sie Würste über Nacht an dem vorbereiteten kühlen Ort liegend (dann 1x wenden) oder besser hängend trocknen.

(9) Dann am nächsten Tag über nicht zu heißem Buchenrauch ca. 3-4 Stunden räuchern. Bei Herrn Papa war der Rauch nur so warm, dass er noch sehr gut die Räucherkammer von außen anfassen konnte. Die Würste sind dann praktisch fertig und können an einem kühlen Ort (Kühlschrank, Balkon im Winter) gelagert werden, damit sie noch weiter trocknen und fester werden.

Genießen!

Rezept von meinem Onkel, der es so von meinem Opa, seinem Schwiegervater, gelernt hat.

Bei der kulinarischen Weltreise nach Ungarn haben auch noch viele andere mitgemacht und es ist eine vielfältige Auswahl zusammen gekommen:

Küchenlatein: Petersilienwurzel-Cremesuppe
Turbohausfrau: Suppe nach Paloczen-ArtL
SilverTravellers: Pörkölt – Ungarisches Gulasch mit Paprika
Küchenmomente: Ungarische Lángos
Backmaedchen 1967: Pogácsa ungarisches Gebäck
zimtkringel: Ungarischer Apfelkuchen Almás pite
Coffee2Stay: Scharfes Paprikahuhn nach ungarischem Vorbild
Fränkische Tapas: Ungarische Fischsuppe mit Aischgründer Karpfen
magentratzerl: Paprikás krumpli
Pane-Bistecca: Töltött Káposzta – Ungarische Kohlrouladen
Brittas Kochbuch: Székelygulyás aka Szegediner Gulasch
Brittas Kochbuch: Lángos aus der Heißluftfritteuse
magentratzerl: Ungarische Paprikapilze
slowcooker.de: Ungarische Mohnbuchteln mit Vanillesauce
Mein wunderbares Chaos: Ungarische Gundel-Palatschinken
Mein wunderbares Chaos: Lángos ganz einfach selber machen
Brittas Kochbuch: Lescó/Letscho
Brotwein: Szegediner Gulasch – Ungarisches Sauerkraut Gulasch
Brotwein: Ungarische Gulaschsuppe Rezept
Mein wunderbares Chaos: Somlauer Nockerl im Glas
Paprika meets Kardamom: Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Dödölle – Schupfnudeln mal anders
volkermampft: Ungarisches Schweinegulasch mit Paprika – Sertes Pörkölt
our food creations: Töltött Paprika – Gefüllte Paprika
our food creations: Túrós Csusza – Quarknudeln
Kaffeebohne: Diós és mákos beigli – Beigel
Möhreneck: Veganes Szegediner Gulasch
Chili und Ciabatta: Ungarische Kastanientorte – Gesztenyetorta
Chili und Ciabatta: Rinder-Pörkölt nach Károly Gundel mit Tarhonya und Gurkensalat
Chili und Ciabatta: Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art
Chili und Ciabatta: Korhelyleves

Mittel-norddeutsch-ungarischer Kartoffelsalat

Julia von German Abendbrot sucht „Kartoffelsalate aus allen Himmels-richtungen“, gefühlt hat ja jede Region so ihre Vorlieben und Eigenheiten, was das angeht. Wenn man Herrn Paul glauben darf, der sich ja ausführlich mit der vegetarischen Küche Deutschlands auseinander gesetzt, ist im Norden eher der Salat mit Mayonnaise beliebt, während die Süddeutschen auf schlotzige Kartoffelsalate mit Brühe-Dressing stehen.

Blogevent – Kartoffelsalate aus allen Himmelsrichtungen

Nun bin ich bekanntermaßen eine binationale Mischung aus Deutschland und Ungarn, geboren in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). Natürlich gibt es auch Mecklenburger Versionen des Kartoffelsalats, allein ich kenne sie nicht. Die Familie mütterlicherseits kommt aus Sachsen-Anhalt, väterlicherseits nun ja aus Ungarn. Da haben sich irgendwie nie Mecklenburger Gerichte in unsere Küche verirrt.

Ich schätze mal, den Grundkartoffelsalat mit Apfel, Zwiebel und Gewürzgurken hat Frau Mama von ihrer Mutter übernommen hat (kann mich leider nicht an von der besten Oma der Welt gekochte Kartoffelsalate erinnern) und dann kam der ungarische Einfluss meine Oma väterlicherseits dazu. Denn normalerweise wird in den durchgezogenen Kartoffelsalat bei uns noch Saure Sahne vermischt mit Paprikapulver gerührt. Mayonnaise kam uns früher nie auf den Tisch und auch jetzt nur gaaaanz selten, ist irgendwie nicht so unser Ding.

Auch wenn ich mittlerweile gerne süddeutsche Kartoffelsalate bastel (ich lege mich mit Absicht auf keine bestimmte Region fest, da ich noch nie dort war und Kartoffelsalat aß), so schön mit Gurkenscheibchen drin und selbstgebastelter Brühe im Dressing, ist unsere familieneigene Version immer noch meine erste Wahl. Er ist angenehm mild und fruchtig. Passt hervorragend zu Wiener Würstchen, gekochtem Ei oder Klopsen/Frikadellen/Buletten/Fleischpflanzerl, aber auch zu pikant gewürztem Grillgut bildet er einen schönen Kontrast. Ich liebe ihn einfach!

Kartoffelsalat á la Frau Mama

Zutaten für 4 Portionen:
16 mittelgroße Kartoffeln, vorzugsweise festkochend
1 Zwiebel
1 Apfel
3-4 Gewürzgurken
Sud der Gewürzgurken
Salz, Pfeffer
nach Belieben: Schinkenspeck, gewürfelt
hartgekochtes Ei, gewürfelt

100-200 ml saure Sahne
2-4 TL Paprikapulver edelsüß

(1) Die Kartoffeln in der Schale gar kochen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel abziehen und fein würfeln (wer empfindlich auf rohe Zwiebel reagiert: die Zwiebelwürfel mit einem Spritzer Wasser für etwa 1 Minute in der Mikrowelle garen), den gewaschenen Apfel ohne Kerngehäuse ebenfalls würfeln und dasselbe mit den Gewürzgurken machen. Alles in eine große Schüssel geben. Wenn gewünscht den gewürfelten Schinkenspeck und/oder Ei zugeben.
(3) Die gegarten Kartoffeln abgießen und kurz abkühlen lassen. Die Kartoffeln noch heiß pellen und je nach Größe entweder halbiert oder ganz in Scheiben schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben.
(4) Gut salzen und pfeffern. Kartoffeln brauchen einiges an Salz! Ca. 50-100 ml des Gewürzgurkensuds durch ein feines Haarsieb über den Salat gießen. Vorsichtig durchrühren. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
(5) Die saure Sahne mit dem Paprikapulver verrühren, dass es schön rosa aussieht. Unter den Kartoffelsalat heben. Vorsichtig vorgehen, damit die Kartoffeln nicht zu sehr zerfallen.

Genießen!

Quelle: Familienrezept

Das ist natürlich nicht der einzige Kartoffelsalat, den ich in den letzten 6 Jahren verbloggt habe, wer noch mehr ausprobieren möchte, wird hier fündig:

Neujahrstag im Zeichen des Fisches

Junge, Junge, Junge habe ich lange nichts von mir hören lassen. Nicht mal den kleinsten Weihnachtsgruß, aber irgendwie waren die Tage so entspannt und gleichzeitig voll, dass ich keine rechte Zeit und, um ehrlich zu sein, auch keine wirklich große Lust zum Bloggen aufkam. Gleichzeitig spann auch noch das Internet bei meinen Eltern rum, so dass es keine Daten für’s WWW annehmen geschweige denn rausrücken wollte. Aber jetzt bin ich wieder in der Mitte Deutschland und werde den Dezember im umgekehrter Reihenfolge Revue passieren lassen … Der Dezember ist ja prinzipiell ziemlich ereignisreich bei mir: mein Geburtstag, Herr Papas Geburtstag, Weihnachten, des Coladiebs Geburtstag und dann der Jahreswechsel. Also freut Euch auf ein paar einfach und doch schmackhafte Rezepte, die in den letzten Wochen so gebrutzelt wurden :-)

Beginnen wollen wir mit dem 1. Januar, der uns mit einem dramatischen Sonnenaufgang begrüßte:

Und ein lautes „Frohes neues, gesundes 2014!“ für meine geneigte Leserschaft!

Besonders amüsant fand ich, dass Zwerg schon irgendwie wach wurde, Richtung Balkon wankte, um sich das Farbenspiel anzusehen, sich wieder ins Bett verkroch und dann aber nach  dem richtigen Aufwachen 1,5h später sich an nichts erinnerte *g*

Da wir erst spät frühstückten, gab es auch ein eher späteres Mittag. Simpel, aber ich finde trotzdem festlich. Wir wollten nach dem Festgelage gerne Fisch essen und im Tiefkühler schlummerte noch eine Packung mit fünf Zanderfilets. Und Zander liebe ich ja! Einen fabelhaft feinen Geschmack hat dieser räuberische Süßwasserfisch, so dass ich ihn sehr puristisch zubereiten wollte, nur gesalzen und gepfeffert und in der Pfanne braten. Und ich bin immer wieder erstaunt, wie kurz so ein Fischfilet dann wirklich nur braucht. Wenige Minuten und wenn er beginnt auseinanderzufallen, ist er gar und saftig und kann gleich serviert werden. Weil wir uns auf keine Gemüsebeilage einigen konnte (Vanillemöhren vs. Rosenkohl vs. Ofengemüse), bestimmte Frau Mama, dass sie Lust auf Erbsen-Möhren-Gemüse hätte und das kriegen wir ja auch mit links hin. Zwerg wollte ausdrücklich Herzoginkartoffeln. Soll sie haben, wenn sie sie selbst macht. Kein „Machen wir …?“ und dann stehe ich wieder da und bastel alleine! Nein, diesmal sollte sie selbst auf Rezeptsuche gehen und das selbst basteln … Und siehe da, mit klarer Ansage klappt’s ja auch :-D Wunderbare fluffige Herzoginkartoffeln, die perfekt zu den anderen Komponenten des Essens passten und gar nicht so schwierig zu machen waren.

Insgesamt waren wir alle sehr glücklich mit unserem Neujahrsmittagessen. Einfach, gesund und hochköstlich! Auch wenn Frau Mama meinte, dass es ein wenig aussah wie Schulkantinenessen, nur um Lichtjahre besser schmeckte :-D

Herzoginkartoffeln – Pommes duchesse

Zutaten für 6 Portionen:
800-900 g mehligkochende Kartoffeln
Salz
2+1 Eigelb
40 g weiche Butter
Muskatnuss

Gerätschaften:
Kartoffelpresse/Kartoffelstampfer
Spritzbeutel mit größerer Sterntülle

(1) Die Kartoffeln schälen und in gleich große Stücke schneiden. In Salzwasser aufsetzen zum Kochen und garen. Die Kartoffeln abgießen und auf der ausgeschalteten, aber noch heißen Herdplatte etwas ausdampfen und etwas abkühlen lassen. Dabei den Topf etwas schütteln, aber die Kartoffeln nicht am Boden anbrennen.
(2) Die Karoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken oder fein mit dem Kartoffelnstampfer zerdrücken. Die Butter und 2 Eigelb unterrühren. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken.
(3) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze (180°C Umluft) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(4) Die Kartoffelmasse in den Spritzbeutel füllen und mit ein wenig Abstand Herzoginkartoffeln (ca. 3-5 cm Durchmesser) auf da Backblech spritzen. Das übrig gebliebene Eigelb mit einem Spritzer Wasser verrühren, mit einem Backpinsel auf den Herzoginkartoffeln bestreichen. Die Bleche in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten backen bis sie beginnen goldbraun zu werden. Bei zwei Blechen ist Umluft empfehlenswert, ansonsten die Bleche mal tauschen oder nacheinander im Ofen backen.

Zusammen mit Fisch, Steak oder Brathähnchen und andere Beilagen

genießen!

Erstaunlicherweise geriet unser 1. Januar sehr fischlastig. Zum Abendessen hatte ich mir schon ein paar Tage vorher Heringssalat gewünscht, der zum Neujahrstag erfüllt wurde. Ich bin ja jetzt nicht als großer Fischesser bekannt und für wirklich lange Zeit war Frau Mamas Heringssalat die einzige Art und Weise wie ich Fisch gegessen habe. Mittlerweile traue ich mich an mehr Fischsorten ran, aber mag z.B. Lachs nicht sonderlich gerne und bevorzuge eindeutig mild schmeckende Fischarten und Zubereitungsweisen, also lieber pochieren und dünsten als mit vielen Röstaromen angebraten. Ich liebe zum Beispiel Kabeljau/Dorsch (am Besten natürlich von Herrn Papa geangelt) oder eben Zander. Auch geräucherte Forellen und ähnliches sind super! Mein größtes Problem sind beim Fisch wirklich die Gräten, so komischer Kleinkram im Mund, das kann ich wirklich nicht gut haben. Deswegen bevorzuge ich Filets oder so eingelegter Fisch, dass die Gräten ganz weich werden und man sie gar nicht mehr spürt, eben wie beim eingelegten Bismarck-Hering. Wunderbares Zeug! Und in der Standardvariante von Frau Mama mein persönliches Traumessen, wünsche ich mir eigentlich immer, wenn ich wieder zu Hause bin! Und wahrscheinlich eignet sich dieser Salat auch wunderbar als Kateressen für den Neujahrstag, aber da ich keinen Alkohol trinke folglich auch keinen Hangover bekomme, kann ich den Salat auch einfach so genießen!

Frau Mamas Heringssalat

Zutaten für 4 Portionen als Abendbrot:
1 Glas Bismarck-Heringe (3-4 Filets)
1 kleine Zwiebel
1 große Gewürzgurke
1/2 Apfel
1 EL Zucker
Milch
1 Ei, gekocht
2-3 EL Schmand

Der Salat muss 1 Tag durchziehen!

(1) Am Tag vorher: Die Heringsfilets aus der Marinade holen, abtropfen lassen und häuten. Die gehäuteten Filets in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die halben Apfel und Gewürzgurke ebenfalls in etwas kleinere Würfel als den Hering schneiden. Alles in eine verschließbare Schüssel geben, mit dem Zucker bestreuen und gut durchrühren. Mit soviel Milch begießen, dass er knapp bedeckt ist. Verschließen und mindestens über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
(2) Am nächsten Tag das gekochte Ei pellen und in Würfel schneiden (geht am besten mit einer Eierharfe). Den Schmand und das Ei unter den Salat rühren und sofort mit frischem Brot zusammen servieren.

genießen!

Marinierter Matjes à la Frau Mama

Hier mal ein ganz einfaches, aber gesundes und wohlschmeckendes Alltagsgericht noch aus dem Familienfundus. Das war früher, neben Frau Mamas Heringssalat, der einzige Fisch, den ich als Kind aß. Und eigentlich fand ich es viel schöner, die aromatisierte Milch mit den frisch gekochten Kartoffeln zu zermantschen und dann die rohen Zwiebeln und Äpfel dazu zu essen, vom Matjes aß ich nur eine Alibiportion ;-) Es ist schätze ich mal eine Abwandlung von Matjes Hausfrauen Art, wo eine fetthaltigere Milchzubereitung wie Saure Sahne oder Schmand mit Äpfeln, Zwiebeln und Gewürzgurken und dem Matjes vermischt wird. Ich weiß nicht, warum unsere Familie das nur mit Milch zubereitet, hat vielleicht mit der DDR-Mangelwirtschaft zu tun, vielleicht damit, dass Milch billiger war als Saure Sahne und die Familie meiner Mutter nicht nur aus drei Personen bestand oder mit Unverträglichkeiten innerhalb der Familie. Mögliche Gründe, aber nichts genaues weiß man und ändert auch nichts an der Leckerheit dieser Version :-)

Marinierter Matjes à la Frau Mama

Zutaten für 2 Portionen:
4 Matjes-Filets
1 kleinere Zwiebel
1 Apfel
Milch

Die Matjes-Filets in eine Schüssel legen. Die Zwiebel pellen und in dünne Halbringe schneiden. Den Apfel waschen, vierteln, entkernen und die Viertel ebenfalls in Scheiben schneiden. Die Zwiebelringe und Apfelscheiben über die Matjes-Filets verteilen. Mit soviel Milch begießen, dass der Fisch und Äpfel/Zwiebel nicht ganz bedeckt sind. In den Kühlschrank stellen und mindestens 1 Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag mit frisch gekochten Pellkartoffeln servieren.

Genießen!

Kohlrabi-Hackklößchen-Suppe

Es gibt auch im Sommer Zeiten, wo man einfach ’ne Suppe braucht, oder? Dann aber bitte keine schwere Erbsen- und Linsensuppe, die nach Winter schmeckt. Nein, eher etwas leichtes, dass trotzdem von innen wärmt. Ein Standardrezept ist die Kohlrabi-Suppe mit Hackklößchen, die perfekt in den Spätfrühling/Frühsommer passt. Es ist ein Essen, dass Frau Mama schon von ihrer Mutter gekocht bekam und dass sich wunderbar für viele Personen zubereiten lässt (Frau Mama hat noch drei Geschwister und Freunde waren wohl auch immer zum Essen da). Da an Gemüse nur ordentlich Kohlrabi und Möhren in die Suppe kommt, die ja eher mild schmecken, nimmt man zum Auffüllen am Besten Gemüsebrühe (oder Gemüsebrühpulver ohne Geschmacksverstärker oder Hefeextrakt) und ein Teil des Suds, in dem die Hackklößchen gegart werden, wird ebenfalls genutzt. Es ist ein wenig aufwendiger sie zu kochen, Klöpschen drehen, das Gemüse putzen, aber beileibe nicht kompliziert.

Jedenfalls, wir lieben die Suppe heiß und innig. Wie ist das eigentlich in den anderen Teilen der Familie?

Kohlrabisuppe mit Hackklößchen und Grießnocken nach Omas Art

Zutaten für 6-8 Portionen:
4 mittlere Kohlrabi
2-3 Möhren
2-3 TL Gemüsebrühpulver
Salz, Pfeffer

Für die Hackklößchen:
400 g gemischtes Hack
1 Ei
1 TL Paprikapulver edelsüß
Salz, Pfeffer
Semmelbrösel nach Bedarf

Für die Grießnocken:
1 Ei
Salz
Weichweizengrieß nach Bedarf

(1) Zunächst die Hackklößchen machen. Dafür das Hackfleisch mit dem Ei, Paprikapulver, Salz und Pfeffer verkneten. Soviel Semmelbrösel untermischen bis der Teig bindet. Zwischenzeitlich in einem kleinen Topf etwa 1 l Wasser aufsetzen und salzen. Aus dem Hackteig walnussgroße Klößchen formen und portionsweise im kochenden Wasser bei mittlerer Hitze garen. Dass sie gar sind, erkennt man daran, dass sie an die Oberfläche steigen. Rausholen und zur Seite stellen, den Sud aber nicht wegwerfen.
(2) Den Kohlrabi schälen, holzige Stellen wegschneiden. Je nach Größe vierteln oder sechsteln und die Stücke in dünnere Scheiben schneiden. Die Möhren ebenfalls putzen und in etwa gleich dicke Scheiben schneiden wie den Kohlrabi. Das Gemüse in einen größeren Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken, Salz, Pfeffer und Gemüsebrühepulver (möglichst bio, ohne Glutamat oder Hefeextrakt) dazu und bei hoher Hitze aufkochen lassen. Dann bei mittlerer Hitze etwa 10-15 Minuten köcheln lassen bis das Gemüse schon gar aber nicht zerfallen ist.
(3) Für die Grießnocken das Ei mit Salz in einem Schüsselchen verquirlen und soviel Grieß dazu geben bis ein fester Teig entsteht, der sich mmit kleinen Löffeln gut abstechen lässt.
(4) Die Hackklößchen und soviel Sud von den Hackklößchen zu dem Gemüse geben, dass alles Platz hat und eine suppige Konsistenz entsteht.
(5) Aus dem Ei-Grieß-Teig mit Hilfe von zwei Teelöffeln kleine Nocken abstechen, in die Suppe geben und bei mittlere Hitze so lange bei geschlossenem Deckel ziehen lassen bis sie schön aufgequollen und gar sind.

Nochmal abschmecken, servieren und

genießen!

Gut macht sich auch gehackte Petersilie drüber, hatten wir aber nicht mehr …

Wer noch mehr Verwertungsmöglichkeiten für Kohlrabi braucht, wie wäre es mit:

Gehackte Stippe – Ein Familienrezept

Die letzten Tage vor Weihnachten gibt es immer besonders einfache Gerichte bei uns, die schnell gehen und billig sind, so dass man damit nicht noch zusätzlichen Ärger im Vorweihnachtsstress hat.

Die gehackte Stippe, eine einfache Hackfleischsoße zu Kartoffeln ist so ein perfektes schnelles Essen. Es kommt von der deutschen Familienseite, die aus der Magdeburger Ecke stammt und laut Frau Mama gab es das Gericht jeden zweiten Sonnabend bei ihnen. Anscheinend kommt es wirklich aus der Ecke Deutschlands, da es zumindest hier oben in Mecklenburg-Vorpommern nicht bekannt ist.

Auch bei uns ist es sehr beliebt für stressige Sonnabendmittage. Es ist innerhalb einer halben Stunde fertig, denn wenn die Kartoffeln aufgesetzt sind, fängt man die Sauce an, so dass alles gleichzeitig fertig ist. Dazu einfach einen frischen Salat, eingelegte Gurken oder Weißkohlsalat, der immer in unserem Kühlschrank zu schlummern scheint. Gut, das Paprikapulver ist eine Zugabe meiner Mutter, meine Oma hatte das wohl definitiv nicht in ihrem Gewürzregal, aber das macht das Gericht auch nicht schlechter ;-) Ich kann mir auch vorstellen, dass man das ganze auch mit geraspelten Möhren oder Pilzen oder Zucchini verlängern bzw. den Vitaminanteil erhöhen kann *g*

Gehackte Stippe

Zutaten für 4 Portionen:

Schluck Öl
1 Zwiebel
500 g gemischtes Hack
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
1 EL Tomatenmark
½ l Wasser
1-2 TL Stärke

Dazu: gekochte Kartoffeln, Salat, eingelegtes Gemüse o.ä.

Die Zwiebel fein würfeln. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hackfleisch auf hoher Hitze krümelig braten. Die Zwiebelwürfelchen zugeben und glasig dünsten. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen, ebenso das Tomatenmark hinzufügen. Alles gut verrühren und mit dem Wasser auffüllen. Die Soße so lange köcheln lassen, wie die Kartoffeln brauchen zum gar werden, also so ca. 15-20 Minuten. Dann die Stärke mit ein wenig Wasser verrühren. Die Mischung zur Soße geben, kurz aufkochen lassen, dass die Soße bindet.

Heiß servieren!

Kohlsuppe – Ein Familienrezept

Zu Hause ist es doch immer wieder am Schönsten! Und besonders schön ist es doch, wenn dann die alten Familienrituale, die ich alleine kaum aufrecht erhalte und meine Eltern ohne uns Kinder irgendwie auch nicht, wieder zum Einsatz kommen. So war es schon immer so, dass es am Samstagmittag ein schnelles, billiges Essen gab, da Sonnabendvormittag immer noch viel erledigt wurde: Haushalt, einkaufen, Garten, Boot etc. Dann gab es früher auch eigentlich jedes Wochenende selbstgebackenen Kuchen, was meine Eltern für sich zwei auch aufgegeben haben, lieber schnell was beim Bäcker kaufen, ts ;-) Am Sonntag hatte Frau Mama dann mehr Zeit zum Kochen und es wurde ein bißchen aufwendiger. Mittlerweile übernehmen aber auch Zwerg und ich einiges an Kocherei und die Eltern wirken als Helferlein *g*

Die erste Novemberwoche hab ich ’ne Woche Urlaub in der Heimat verbracht  und das zweite Wochenende kam sogar Zwerg dazu, so dass wir mal wieder als Komplettfamilie zu Hause waren *g* Und es gab Essen wie es zu Zeiten war, als wir Kinder auch noch in Rostock lebten. Und dieses typische Familien-Wochenend-Essen der Familie P. werd ich einfach mal in den nächsten Beiträgen vorstellen ;-)

Diese Weißkohlsuppe ist ein typisches Essen meiner deutschen Oma. Frau Mama hat noch 3 Geschwister und es war nicht wirklich viel Geld da, also brauchte man Gerichte, die billig, sättigend und wohlschmeckend sind, der Punkt bitte nicht vernachlässigt werden ;-) Obwohl es wirklich nur ’ne handvoll Zutaten sind, kommt ein großartiges kleines Süppchen bei rum, dass bei kalten Temperaturen wirklich gut tut!

Kohlsuppe, wie sie meine geliebte Oma/Mama macht

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 bis 3/4 Kopf Weißkohl, fein geschnitten
2 Zwiebeln, in Ringe geschnitten
5-8 mittelgroße Kartoffeln, in kleinere Stücken geschnitten
großer Schluck Öl
Salz, Pfeffer, Kümmel
*flüster* bißchen Gemüsebrühpulver
4 Lungenwürste (Kohlwürste) oder Knacker

(1) Das Öl in einem Topf erhitzen, den Weißkohl und die Zwiebeln zugeben und bei mittlerer Hitze kurz andünsten. Salzen, pfeffern, Kümmel hinzufügen (wichtig, weil sonst fiese Gase!). Auch die Kartoffeln in den Topf geben.
(2) Soweit mit Wasser auffüllen, dass es zu 3/4 bedeckt ist, Deckel drauf und so lange kochen lassen, bis es sehr weich gekocht ist (in Frau Mamas Schnellkochtopf 10 Minuten nachdem der zweite Ring erschienen ist).
(3) Die letzten 10 Minuten die Lungenwürste in der Suppe miterhitzen.
(4) Nochmals abschmecken falls etwas fehlt und heiß mit servieren!

Quelle: Familienrezept

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