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Frittierte Brotfladen – Lángos

Ein Haufen Lángos

Ein Haufen Lángos

Ein typisch ungarischer Snack sind Lángos (gespr. Lahngosch), ein Fladen aus Kartoffel-Hefeteig, der in tiefem Fett frittiert wird (typisch ungarisch *g*). Oftmals werden sie auch schon zum Frühstück gemacht, was ich aber zuviel des Guten finde, weil viel Arbeit und Geruch als hätte man die Nacht in der Frittenbude geschlafen ;-) Traditionell werden sie herzhaft mit Knoblauchöl, saurer Sahne oder Käse (oder alle drei Beläge zusammen) beträufelt. Die süße Variante (von Frau Mama bevorzugt) wird mit Marmelade bestrichen. Dabei ist es egal, ob Pflaumenmus oder Aprikosen- oder Erdbeermarmelade. Wenn man Frittiertes mag, dann ist es ein sehr leckerer Imbiss, der sehr sättigend ist und doch frisch sein kann durch die saure Sahne. Wenn man es als Mittag haben will, einfach einen bunten Salat dazu machen und schon hat man eine komplette Mahlzeit!

Lángos mit saurer Sahne und Käse

Lángos mit saurer Sahne und Käse

Burgonyalángos – Kartoffelfladen

250 g gekochte, durchgedrehte Kartoffeln
300 g Mehl
10 g Hefe
150 g Fett
Milch oder Wasser
Salz

(1) Das Mehl warm stellen. Die gekochten Kartoffeln durchdrehen und abkühlen lassen.
(2) Inzwischen aus der Hefe mit etwas Mehl und lauwarmem Wasser einen Vorteig bereiten und gehen lassen. Dann die Kartoffeln mit dem Mehl vermischen, den Vorteig hinzugeben, leicht salzen. Das Ganze mit soviel Wasser oder Milch durchkneten, dass eine brotteigähnlich feste Masse entsteht.
(3) Mit Mehl bestreuen, mit einem Tuch abdecken, lauwarm stellen und gehen lassen.
(4) Danach auf einem mit Mehl bestreuten Brett aus dem Teig ungefähr bleistiftdicke, runde Fladen ausrollen. An 2 bis 3 Stellen einschneiden, damit sie nicht zusammen schrumpfen.
(5) In heißem Fett auf beiden Seiten braun anbraten. Warm servieren.

Quelle: Emil Turós – Zu Gast in Ungarn. Die Kochkunst der Magyaren
ISBN 3-810-0009-X

Geschmack: +++
Zeit: +++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: ++

Backende Lángos

Backende Lángos

Krumplipogácsa – Kartoffelplätzchen

Krumplipogácsa mit Apfel-Sanddorn-Mus

Ich sagte ja bei den Pflaumenknödeln schon, dass ich nochmal ein anderes Kartoffelteig-Rezept ausprobieren werde. Nach einigen Recherchen bin auf ein Rezept auf einer Seite, die eine Art Kolumnensammlung aus Ungarn darstellt. Dabei schreiben diverse Blogger Kolumnen über typisch ungarische Dinge, zum Beispiel Essen, Bands, Gebräuche. Dabei war auch ein Rezept für Szilvásgombós/Pflaumenknödel von Nóra mit eben dem Teig. Dabei war hier das Verhältnis von Mehl zu Kartoffeln nicht 1:4, sondern 1:2, also doppelt soviel Kartoffeln wie Mehl. Und es hat wirklich geklappt: ein schöner Teig, der zwar immer noch klebrig ist, sich aber wunderbar ausrollen lässt. Normalerweise werden die Krumplipogácsa (gespr. Krumplipogahtscha) ausgestochen, am Einfachsten mit einem Glas und dann gleich ausgebacken. Hier hab ich allerdings einen Fehler gemacht.

Den Abend hatte ich Freundin J. und ehemaligen Mitbewohner F. eingeladen, die sich beide mal wieder in der Stadt befanden, zu ungarischem Essen. Da Freundin J. den vegetarischen Lebensstil lebt, wurde eben nur Gemüse verarbeitet. Zuerst gab es eine ungarische Erbsensuppe, ungarisch Borsóleves (gespr. Borschohläväsch) (dazu in Bälde mehr) ähnlich der ungarischen Blumenkohlsuppe und als zweiten Gang frittierte Kartoffelplätzchen. Also Suppe gekocht und währenddessen den Teig vorbereitet und ausgestochen. Dann die Suppe gegessen und die ausgestochenen Plätzchen stehengelassen. Schmecken frisch gebacken ja doch besser … Schön aufgeplustert, warm, knusprig, frisch! Aber Pustekuchen, durch die Essenspause ist ein Großteil der schick ausgestochenen Plätzchen wieder zusammengeklebt und ergab auf dem Teller wieder einen großen Klumpen Teig *grummel* Die zuletzt ausgestochenen Plätzchen sind wirklich schön aufgegangen, wie ein Krumplipogácsa halt aussehen sollte, vom restlichen Teig hab ich wieder kleine Teigstückchen abgenommen und zu runden Plätzchen geformt, die dann leider nicht mehr soo schick aussehen.

Dem Geschmack tat es allerdings keinen Abbruch. Haben wunderbar nach Kartoffeln geschmeckt und wurden wahlweise pur nur mit Salz, mit Zucker und Apfel-Sanddorn-Mus oder Curryketchup (Ex-Mitbewohner F. hat einen komischen Geschmack *g*) verspeist. Die salzige Variante ist die traditionell ungarische Version (Herr Vater isst sogar Kartoffelpuffer nur mit Salz *g*), die Apfelmus-Zucker-Version ist deutsch, die in Ungarn Kopfschütteln auslöst. Ich könnte mir außerdem noch einen frischen Joghurt-Dip, was tzaziki-ähnliches und einen bunten Salat dazu vorstellen.

Krumplipogácsa – Ungarische Kartoffelplätzchen

Gieriger Blick in Richtung Essen

Gieriger Blick in Richtung Essen

(für 1 große Schüssel, 4-6 Personen)

800 g Kartoffeln
300-400 g Mehl + Mehl zum Ausrollen etc.
2 Eier
Salz zum Abschmecken
2 EL Öl
viel Pflanzenöl zum Ausbacken (Olivenöl fände ich zu geschmacksintensiv)

(1) Kartoffeln in der Schale kochen. Abgießen und ein bißchen abkühlen lassen. Pellen.
(2) Entweder auf einer bemehlten Oberfläche mit einer Gabel zerdrücken oder mit Hilfe einer Kartoffelpresse fein pressen.
(3) Kartoffelmasse mit den Eiern, Öl und Salz vermengen und dann nach und nach das Mehl unterkneten, bis ein homogener Teig entsteht. Nicht erschrecken, er ist immer noch ein bisschen klebrig.
(4) In einer Pfanne ca. ein Fingerglied hoch Öl erhitzen. Den Teig auf einer bemehlten Oberfläche mit einem bemehlten Nudelholz ausrollen. Plätzchen ausstechen und sofort im heißen Öl ausbacken. Dabei einmal umdrehen, wenn die Unterseite braun wird (sieht man dann schon). Auf einem Küchentuch den fertigen Krumplipogácsa zum Entfetten zwischenparken. Dann in einer Schüssel im Ofen bei 50 Grad warm halten bis alle fertig sind.
Sofort servieren!
Dazu: Salz, Zucker und Apfelmus, Salat, pikanten Joghurt-Dip

Anmerkung: Wenn man zu viele gemacht hat, wie ich, dann schmecken sie auch einfach zwischendurch am nächsten Tag :-)

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: ++

Brutzelnde Kartoffelplätzchen

Brutzelnde Kartoffelplätzchen

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