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Farbe im Winter: Rote Bete-Süßkartoffel-Salat mit Orange

Wurzelgemüse müssen nicht nur langweilige und beige-braune Kartoffeln, Pastinaken oder Steckrübe sein, es gibt auch in der dunklen Jahreszeit viele Möglichkeiten sich fröhlich, bunte Farbe auf den Teller zu holen, z.B. mit der Hilfe von Süßkartoffeln und Roter Bete. Rote Bete ist nicht nur selbst schön rot (haha!), nein sie färbt auch alles, womit sie in Berührung kommt dunkelrosa, so dass man nach dem Schneiden wie Lady MacBeth höchstpersönlich aussieht. Oder man benutzt einfach dünne Einweghandschuhh ;-) Und die Süßkartoffel bringt auch ein bisschen orangen Sonnenschein auf den Teller neben ihren ganzen Vitaminen und Mineralstoffen. Ihr merkt also, es kann nicht verkehrt sein, die beiden zu kombinieren.

Gefunden habe ich das Rezept im wirklich wunderbaren Buch „Veggiestan“ von Sally Butcher, die darin die Gemüseküche des Nahen Ostens vorstellt. Und glaubt mir, daraus werde ich noch ganz viel kochen! Der Salat ist einigermaßen fix gekocht und braucht auch nicht so viele superexotische Zutaten. Und der Geschmack? Hammer! Wirklich köstlich – die Erdigkeit der Roten Bete wird schön durch die Fruchtigkeit der Orange ausgeglichen. Außerdem helfen die Gewürze und Kräuter zu einer angenehmen, aber subtilen Würze und Frische. Ich war wirklich begeistert von dem Rezept und hoffe sehr, dass ihr es auch ausprobiert. Es lohnt sich wirklich!

Rote Bete-Süßkartoffel-Salat mit Orange

Zutaten für 2-3 Portionen als Beilage:
1 mittelgroße Rote Bete
1 Süßkartoffel
1 mittlere Karotte
je 1 kleine handvoll Petersilie und Minze
1/2 unbehandelte Orange, Saft und Schale
1 kleines Stückchen Ingwer
je 1 große Prise gemahlener Kreuzkümmel und Zimt
2 EL Olivenöl
1 TL Balsamicoessig
Salz, Pfeffer

(1) Die Rote Bete und Süßkartoffel schälen und ca. 1,5 cm groß würfeln. Getrennt voneinander aufbewahren. Die Rote Bete in wenig Salzwasser bei mittlerer Hitze garen, das dauert etwa 35 Minuten. Die Süßkartoffel nach 20 Minuten zugeben und noch 15 Minuten köcheln bis beides weich, aber nicht verkocht ist. Abgießen und abkühlen lassen.
(2) Währenddessen die Karotte schälen und grob raspeln. Die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken. Von der halben Orange die Schale fein abreiben und dann den Saft auspressen. Den Ingwer schälen und ebenfalls fein reiben.
(3) Aus dem Orangensaft, -schale, Ingwer, Balsamico und Olivenöl ein Dressing rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(4) Die Gemüsewürfel mit Karotten und Kräutern vermischen, das Dressing unterrühren. Und noch kurz ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Butcher, S. (2011): Veggiestan – Der Zauber der orientalischen Gemüseküche. Christian Verlag. p 36

Biokiste KW 4 und 5 und was daraus wurde

 Yeah! Hier herrscht immer noch große Freude über die wöchentliche Gemüsekiste, die von Lotta Karotta geliefert wird und die ich mir mit meiner lieben Kollegin Ute teile. In der ersten Februarwoche bekamen wir wieder 100 g Feldsalat, 400 g Schwarzwurzeln, 2 Gurken, 2 monströse Rote Beten und 1 Blumenkohl:

Ute übernahm die Schwarzwurzeln, die ich zwar sehr liebe, aber auch leider sehr schlecht vertrage *seufz*, ich dafür den Blumenkohl, den Rest teilten wir.

Am Samstag garte ich die Rote Bete in Folie im Ofen, während der Papageienkuchen buk. Dann wurde sie geschält, in kleine Würfel geschnitten, mit Frühlingszwiebel, Apfelessig, Olivenöl, Salz, Pfeffer und ordentlich Dill und Petersilie mariniert. Gab es ein paar Tage als Beilage zum Abendbrot wie zu diesem Sonnenblumenkernbrot mit Rührei.

Am nächsten Tag wurde die Hälfte des Blumenkohls paniert und ausgebacken. Ich liebeliebeliebe panierten Blumenkohl! Dazu hab ich einen Steirischen Kartoffelsalat mit Kürbiskernöl und den Rapunzeln/Feldsalat/Vogerlsalat gemacht. War das lecker!

Den darauffolgenden Donnerstag kam dann die nächste Kiste! Eigentlich wollten wir die Cherrytomaten umtauschen, aber ich hab es nicht rechtzeitig auf die Homepage geschafft und letztendlich waren Ute und ich sehr froh darüber, weil die echt köstlich, schön süß waren! Musste mich zusammenreißen nicht alle auf einmal zu essen ;-) Ansonsten wieder Feldsalat, 2 kleine Köpfe Brokkoli, 6 Möhren, 1 große Süßkartoffel und ein Bund Komatsuna (Japanischer Senfspinat):

Auf den Komatsuna waren wir sehr gespannt, weil wir den beide noch nicht kannten. Ich habe ihn mit Möhre, Paprika, Zuckerschoten und Tofu zu einem thailändisch angehauchten Curry mit Kokosmilch verarbeitet. Der Komatsuna ist auch total lecker, der schmeckt roh so ein bisschen wie der Strunk vom Weißkohl, leicht kohlrabiartig, aber eben als Blattgemüse. Leider sind diese Thai-Aromen so gar nicht meins, sodass ich Thai-Küche erstmal sein lassen. Aber den Japanischen Senfspinat werde ich mal wieder bestellen und eine anderes schönes damit kochen. Wenigstens war es schön bunt:

Am nächsten Tag hab ich aus dem übrigen Blumenkohl, dem Brokkoli, 2 Möhren und den restlichen Zuckerschoten einen Auflauf gebastelt. Das Gemüse hab ich mit einer Käsesauce bedeckt und dann noch geriebenen Cheddar drüber gestreut. War das gut! Aber um optimal zu sein, muss ich mit der Sauce noch ein bisschen experimentieren, aber dann könnte das Rezept (wahrscheinlich in gezeichneter Form, weil hübsch kann der Auflauf nie geknipst werden *g*) hier landen:

In einem unaufmerksamen Moment ist mir doch glatt eine Packung Maultaschen in den Einkaufskorb gehüpft, die natürlich auch verbraucht werden wollte. So gab es mittags nach der Ergotherapie eine Hühnerbrühe mit drei Maultaschen, Möhre, Erbsen und Frühlingszwiebeln. Für den Salat hatte ich mir einen Salat mit Maultaschen vorgestellt, da ja auch immer noch ein paar Rapunzeln ihrer Verwendung harrten. Dafür hab ich die Maultaschen in Scheiben geschnitten und in Butter angebraten. Dann den gewaschenen Feldsalat in eine breitere Schüssel geben, mit klein geschnittenem Gemüse (Paprika, Gurke, Tomate und Frühlingszwiebeln) bestreuen und die Maultaschen dann darauf legen. Mit einem schnellen Honig-Senf-Dressing beträufeln und genießen.

Jetzt ist noch eine Süßkartoffel übrig, mal sehen, was ich mit der anstelle. Vielleicht im Ofen gebackene Süßkartoffel mit einer schönen Füllung? Was würdet ihr damit machen?

Biokiste KW 3 und was daraus wurde

Seit letzter Woche kriege ich biologisch angebautes Gemüse von Lotta Karotta ins Büro geliefert. Damit habe ich schon lange geliebäugelt, aber jetzt wo ich wirklich hier in Göttingen bleibe und auch eigenes Geld verdiene, sprich nicht mehr abhängig vom Amt bin, habe ich sie bestellt. So gibt es im Lotta Karotta-Shop unterschiedlich große Ökokisten und Varianten, die man sich nach Belieben zusammenstellen kann, nur ist der Mindestbestellwert 13,50€ pro gelieferter Kiste gesetzt. Aber wie oft im Monat und was drin ist, was man noch zusätzlich möchte an Käse, Fleisch, Wurst, Joghurt oder anderem Gemüse ist jedem selbst überlassen. Mir angeschlossen hat sich eine liebe Kollegin, die seit dem Umzug unserer Beratungsstelle auch nicht mehr so oft auf den Wochenmarkt kommt. So bekommen wir einmal die Woche eine Ökokiste mit Gemüse im Wert von 14€. Ickfreumir!

Und als Anreiz für mich möglichst vielseitig zu kochen und natürlich nichts wegzuschmeißen, möchte ich Euch hier wöchentlich eine kurze Zusammenfassungen geben à la „Was ist in der Kiste und was wurde daraus“. Hier also meine erste Kiste aus der dritten Kalenderwoche:

Wir bekamen 6 Möhren, 400 g Mangold, 3 Tomaten, 100 g Feldsalat, 250 g(?) Champignons und 400 g Rosenkohl. Davon übernahm ich den Mangold, 3 Möhren, den Rosenkohl und 2 handvoll vom Feldsalat, weil ich ja bekanntermaßen nicht der Riesensalatfan bin.

Die Rapunzeln aß ich am Freitag mit ein paar Tomätchen und simpler Senfvinaigrette als Beilage zu einem Hoppelpoppel aus Kartoffel- und Wurstresten. Und der Salat war eine Offenbarung! Die Rapunzeln so knackig und aromatisch! Überhaupt gar kein Vergleich zu der Supermarktware.

An Risotto als Mahlzeit denke ich irgendwie nie, aber der Mangold bot sich mit dem Rest Pecorino aus dem Kühlschrank geradezu an. Und war wirklich köstlich! Nur an der Konsistenz muss ich noch feilen…

Diese Woche hat mich leider ein Virus erwischt, so dass ich nicht lange in der Küche stehen mag und Suppen wirklich gut tun. Also schnappte ich mir die Rosenköhlchen, ein paar Kartoffeln und Möhren und köchelte ein einfaches Süppchen. Auch hier war die Qualität der kleinen Kohlröschen wieder äußerst angenehm, noch sehr fest, kaum angewelktes Laub. So viel besser als aus dem Supermarkt, wo das Gemüse wahrscheinlich wesentlich länger braucht vom Bauern bis auf meinen Tisch mit diversen Zwischenhändlern.

Ich hab eben schon mal geguckt, was nächste Woche kommt! *gnihihihi* Ich freu mich schon drauf! *Händreib*

Wir retten … sauer eingelegtes Gemüse auf türkische Art: Karışık Turşu

Meine osteuropäischen Wurzeln lassen sich nicht verleugnen. Ich mag Fleisch, es ist immer Saure Sahne im Kühlschrank und ich habe eine große Vorliebe für eingelegtes Gemüse, egal ob die Essigvariante oder in Salzlake. Noch bevor mir einfällt einen Salat als Beilage zu reichen, sind schon eingelegte Rote Bete, Gurke oder Kürbis auf einem Tellerchen gelandet. Ich liebe das Zeug einfach und in den letzten Jahren begann ich auch, die Lieblingsgemüse selbst einzulegen. Ihr fragt Euch jetzt sicherlich, warum ich mir diese Arbeit mache, wenn es Gewürzgurken, süßsauren Kürbis und Rote Bete auch in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Aber habt ihr mal auf die Zutatenliste geguckt? Bei den konventionellen, deutschen Produkten sind kaum noch unverarbeitete Zutaten drin außer Wasser und Salz, stattdessen findet man diverse Aromen statt Gewürzen wie Senf oder Piment, statt Zucker werden unterschiedliche Abarten wie Fruktose-Glucose-Sirup und Konsorten benutzt. Wo ist denn bitte schön das Problem, da echte Senfkörner reinzuschmeißen und einfach nur Salz und Zucker zu benutzen, anstatt drei unterschiedlich benannter Zuckervarianten? Ich will das alles nicht! Ich will die ganzen E-Stoffe nicht in meinem Körper haben. Ich will die Zutaten eindeutig zuordnen können. Und genau deswegen mache ich mein eigenes Gemüse ein oder wenn ich es kaufe, achte ich genau darauf, was drin ist!

Und zum Glück bin ich nicht die einzige, sondern die Damen (und Herren) von der Rettungstruppe liegen mit mir auf einer Wellenlänge, weswegen wir heute sauer eingelegtes Gemüse und Obst retten. Natürlich habe ich auch die anderen Teilnehmer nach dem Rezept wieder aufgezählt, so dass sich die geneigte Leserschaft wieder viel Inspiration holen kann.

Dieses Mal zeige ich Euch allerdings kein ungarisches oder deutsches Rezept, sondern wende mich der türkische Küche zu, die ich ebenfalls sehr liebe! Türkische Küche ist so viel mehr als Döner und wird zu Recht als eine der besten der Welt genannt. Seit ich im Klein-Ankara Kassels gelebt habe, weiß ich die türkischen Zutaten sehr zu schätzen. Sie kochen sehr gemüselastig, sehr vielfältig und würzig, aber nicht zu abgehoben in den Geschmackskombinationen. Und sie scheinen eingelegtes Gemüse zu mögen, was mir bis dato unbekannt war. Aber beim Durchblättern des großartigen Kochbuchs „Türkei vegetarisch“ von Orhan und Orkide Tançgil fiel mir ihr Rezept für in Essig und Salzlake eingelegtes Gemüse auf, dass sich super für meine damaligen Gemüsereste und die übrig gebliebenen unreifen Tomaten aus dem elterlichen Schrebergarten eignete. Also schnell noch zwei 1,5 l-Gläser besorgt und ab ging es. Was ich etwas amüsant fand, war die Zugabe der einzelnen getrockneten Kichererbsen, aber sie unterstützen wohl die Fermentation. Für dieses Gemüse könnt ihr wirklich viel unterschiedliches Gemüse verwenden, auch wenn ihr Reste habt. Die letzten Bohnen aus dem Garten lohnen sich nicht mehr für eine Suppe, dann rein damit? Es hängen noch vereinzelt grüne Tomaten am Strauch, aber es ist zu kalt zum Reifen? Ihr werdet nicht an einer Solaninvergiftung sterben, wenn ihr sie auch mit reinpackt. Und es ist so einfach zubereitet, braucht nur ein bisschen Zeit zum Reifen. Während der Wartezeit hab ich ein paar Mal wirklich vorsichtig den Deckel geöffnet, da sich doch Gase entwickeln, die auch raus wollen, ich aber keine Lust auf großes Sprudeln in der Küche hatte. Das hat sich bewährt. Und wenn ihr genug gewartet habt,…

… dann kommt großes Geschmacksglück! Noch knackiges Gemüse, leicht säuerlich und salzig. Wirklich sehr angenehm! Ihr müsst nur ernsthaft auf Sauberkeit achten, sowohl bei der Zubereitung als auch beim Herausnehmen des Gemüses. Das Glas gründlich reinigen vor dem Einschichten des Gemüses und zum Herausnehmen nur sauberes Besteck nehmen und die Gabel nicht zwischendurch ablecken, wenn ihr mehrmals ins Glas geht. Dann könnt ihr lange Freude an Eurem eingelegten Gemüse haben, wenn es nicht schon schnell in Euren Mägen verschwindet, weil es so köstlich ist!

Karışık Turşu – Eingelegtes Gemüse auf türkische Art

Zutaten für ein 1,5l Glas:

1 l Wasser
100 ml Apfelessig
80 g grobes Steinsalz (kein Meersalz)
1 kg junges, knackiges Gemüse
(Weißkohl, Rote Bete, unreife Tomaten, Möhren, Einlegegurken,
rohe Brechbohnen, Blumenkohl, Peperoni, Kohlrabi, Paprika etc.)
6-8 getrocknete Kichererbsen
5-6 Knoblauchzehen
10-15 Pfefferkörner
1-2 Lorbeerblätter
2-3 Stengel Dill und/oder Koriander oder Sellerieblätter

(1) Das Glas mit heißem Wasser und Spülmittel gut auswaschen und dann mit heißem Wasser gründlich nachspülen, damit alle Spülmittelreste verschwinden. In den kalten Ofen auf das Gitter legen, den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und das Glas 15 Minuten drin lassen ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist. Herausholen und auf einem Holzbrettchen abkühlen lassen.
(2) Als erstes die Lake zubereiten. Dafür das Wasser aufkochen und abkühlen. Dann Essig und Salz einrühren bis sich das Salz aufgelöst hat.
(3) Das Gemüse gründlich waschen und/oder putzen. In etwa gleich große Stücke schneiden. Wenn etwas größer bleibt (z.B. die Einlegegurken) dann mit einem Spieß oder Gabel einstechen, damit die Lake gut eindringen kann. Die Knoblauchzehen schälen.
(4) Die Kichererbsen in das Glas legen. Gemüse, Knoblauchzehen und Pfefferkörner in das Glas schichten. Dabei dicht packen, so dass möglichst wenig Hohlräume entstehen. Obenauf kommen die frischen Kräuter.
(5) Die Salzlake vorsichtig aufgießen, bis alles Gemüse bedeckt und das Glas voll ist. Um alles unter der Oberfläche zu halten mit einem kleinen Schälchen/Tellerchen/Stein beschweren, der auch drin bleibt, wenn der Deckel verschlossen ist. Vorsichtig am Glas schütteln, damit alle Luftbläschen nach oben steigen. Den Deckel verschließen und das Glas 2-3 Tage auf dem Deckel stehend lagern, dann umdrehen und an einem kühleren Ort 3-4 Wochen reifen lassen. Das Glas auf einen tiefen Teller stellen, da etwas Flüssigkeit austreten kann. Manchmal auch wirklich vorsichtig den Deckel öffnen, damit die sich gebildeten Gase, entweichen können.

Wenn das Gemüse fertig ist, im Kühlschrank lagern, damit der Reifeprozess unterbrochen wird. Das Gemüse NUR mit sauberem Besteck aus dem Glas holen, nicht mit den Fingern oder abgelecktem Besteck, dann sollte es auch einige Wochen bis Monate halten.

Passt zu Kurzgebratenem, Frikadellen, Ragouts (egal, ob Gemüse oder Fleisch).

Quelle: Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 131

Und falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, bei den anderen Mitstreitern der Rettungstruppe, gibt es noch mehr Ideen:

Pabuçaki – Gefüllte Zucchini mit Käsekruste auf türkische Art

Wer hat einen Garten sein Eigen nennt und auch nur eine Zucchinipflanze setzte, kennt das Problem der Zucchinischwemme. Erst kommt lange Zeit nichts, leichte Ungeduld macht sich breit, dann die ersten männlichen Blüten, bei denen man etwas genervt denkt „Das wird ja nie was!“ und plötzlich wirft die eine Pflanzen Früchte en masse ab. Und wenn man mal 12 Stunden nicht hingeguckt hat, entwickelt sich eine unsichtbar kleine Zucchini zu einer wahren Herkuleskeule. Und damit Eure Zucchiniernte ein bisschen besser verwertet wird, eignet sich dieses Rezept wunderbar!

Gefunden hatte ich es im Buch „Türkei vegetarisch„, über das ich bei anderer Gelegenheit nochmal ein paar Worte verlieren sollte. Einfach weil es ein so tolles Buch ist! Aber zurück zum Rezept, die Zubereitung ist denkbar einfach und unaufwendig. Ihr braucht auch nicht viele Zutaten: Käse, Kräuter und ein paar Nüsschen. Die Füllung ist innerhalb einer Viertelstunde fertig und in den Zucchinihälften verteilt, den Rest erledigt der Ofen.

Und es ist eine verdammt gute Kombination, die die türkische Küche da hervorgebracht hat! Milde Zucchini mit würzig-cremiger Füllung, die durch die Walnüsse reichhaltig ist. Und der Käse oben drauf! Warmer, zerlaufener Käse macht doch alles besser, oder? :-D Ich mochte die Zucchini wirklich sehr und kann nur jedem raten, sie dringend nachzumachen!

Gefüllte Zucchini mit Käsekruste auf türkische Art

Zutaten für 2 Portionen:
2 runde Zucchini
100-125 g Feta
2 Stengel Petersilie
4 Stengel Dill
1  Stengel Minze
1 handvoll Walnüsse
1 Prise Muskatnuss
Pfeffer
1-1,5 EL Olivenöl
1 handvoll geriebener Käse (z.B. Emmentaler)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine flache Auflaufform bereit stellen.
(2) Die Zucchini waschen, trocken. Die Zucchini quer halbieren, von runden Seiten ein bisschen was abschneiden, damit die Hälften sicher stehen. Mit einem Teelöffel das Fruchtfleisch bis auf 1 cm Rand aushöhlen. Die Hälfte des Fruchtfleisches klein hacken.
(3) Für die Füllung die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken. Die Walnüsse grob hacken. Den Feta mit einer Gabel in einer Schüssel zerdrücken. Kräuter, Fruchtfleisch und Walnüsse dazu geben, gut verrühren. Mit Muskatnuss und Pfeffer würzen.
(4) Die Zucchinihälften mit der Kräuter-Käse-Mischung füllen, in die Auflaufform setzen und dem Olivenöl beträufeln. 35-40 Minuten auf mittlerer Schiene garen.
(5) Nach der Zeit die Form kurz rausholen, den geriebenen Käse über die Zucchini streuen und nochmals 10 Minuten im Ofen backen bis die Oberfläche goldbraun ist und die Zucchini weich sind.

Zu frischem Weißbrot/Pide/Fladenbrot servieren.

Genießen!

Quelle: Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 135

Einfach, lecker und gesund – Hähnchenstreifen mit viiel Gemüse aus dem Ofen

Vor nicht allzu langer Zeit entdeckte ich die ungarische Seite „Streetkitchen„, auf der bekannte ungarische Blogger Rezepte in Wort und Bild vorstellen und einmal wöchentlich im ungarischen TV auftreten. Und ich muss sagen, mir gefallen die Videos und Rezepte sehr! Es werden ungarische Klassiker vorgestellt (z.B. DAS ungarische Paprika-Hühnchen schlechthin oder selbstgebackene Retro-Snacks), aber auch Gerichte aus andere Küchen der Welt und auch Streetfood wie hausgemachte Big Macs oder Tandoori Spieße. Für mich eine wirklich schöne Inspirationsquelle mit schon vielen virtuellen Lesezeichen *g*

Bloggerin Dóra präsentierte darin eine Gericht in dem viiiel Gemüse und Hähnchenstreifen in Backpapiertaschen gegart werden. Das war mir für den Tag, aber zu viel Pfriemelei (ich besitze doch keine Bastelgeduld), also wurde kurzerhand alles in eine Auflaufform geschmissen und die Garzeit verlängert.

Und es ist wirklich köstlich! Würzig, leicht, gemüsig aromatisch. Großartig! Und wirklich nicht viel Arbeit (Wenn ich das schon sage!). Schnell in die Auflaufform schmeißen und entspannen, so lange es im Ofen gart. Perfekt für stressige Tage, an denen einem nach Comfort Food ist! Natürlich könnt ihr das Gemüse nach persönlichen Vorlieben und Vorratslage ändern, wichtig ist nur, dass es in etwa gleich große Stücke geschnitten wird, damit sie auch gleichzeitig gar werden. Und gerade jetzt im Spätsommer ist die Auswahl an frischem, regionalen Gemüse ja fast überbordend. Also tobt Euch aus und werdet glücklich mit diesem Essen :-)

Hähnchenstreifen mit viiiel Gemüse aus dem Ofen

Zutaten für 3 große Portionen:

Für die Gewürzmischung:
1 TL Salz
1/2 TL gemahlener Pfeffer
1/2 TL frisch geriebene Muskatnuss
1 TL geräuchertes Paprikapulver mild
1 Prise Chiliflocken

1 Hähnchenbrustfilet (also 1/2, nicht die ganze)
1/2 Paprikaschote
1 mittlere Zucchini
1 größere Karotte
1 handvoll Cocktailtomaten
100 g Erbsen (TK)
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl
2 EL Wermut oder Weißwein
3 TL Butter
einige Zweiglein Thymian und Rosmarin

Öl für die Auflaufform
Alufolie

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine mittlere Auflaufform dünn einölen.
(2) Zuerst die Gewürzmischung mischen. Dafür Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Paprikapulver und Chiliflocken miteinander verrühren. Das gewaschene und getrocknete Hähnchenbrustfilet in Streifen schneiden und in der Gewürzmischung wälzen.
(3) Die Paprikaschote in schmale Streifen schneiden, die Karotte ebenfalls. Die Zucchini halbieren oder dritteln und in breitere Streifen schneiden. Die Cocktailtomaten halbieren. Alles zusammen mit den Erbsen in die Auflaufform geben, mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer gut vermischen. Die gewürzten Hähnchenstreifen dazwischen legen. Den Wermut drüber gießen, Gewürzzweige und Butter darauf verteilen. Mit Folie abdecken und am Rand gut festdrücken. In die Mitte des Ofens geben und ca. 50 Minuten backen lassen bis alles gar ist.

Mit Brot, Kartoffelpüree oder Reis servieren.

Genießen!

Quelle: nach StreetkitchenPapírtasakban sült csirke zöldségekkel

Ein deutscher Klassiker – Leipziger Allerlei

Hatte ich der geneigten Leserschaft schon erzählt, dass ich am Wochenende nach Pfingsten lieben Besuch hatte? Es war ein kleines Bloggertreffen geplant mit Noémi sammelhamster, mit Frau Evi aus der Kyche, der hochgeschätzten Frau Küchenlatein und meiner liebsten Kochschlampe. Es war soo schön! Die Damen waren auf dem Wochenmarkt, während ich ein wenig Energie tankte, Frau Evi und ich versuchten den Frittier-Angsthasen Noémi und Frau Kochschlampe durch in Teig umhüllte Gemüsesticks die Angst vor heißem Öl zu nehmen und wir aßen und redeten einfach nur unglaublich viel. Und machten irgendwie kaum Bilder … Schlechte Foodblogger wir *g*

Und wie sehr ich mich freute, Frau Kochschlampe mal wieder zu sehen, wieder etwas Zeit mit ihr in echt und nicht nur per Chat zu verbringen. Zum Sonntagsessen wünschte sie sich Leipziger Allerlei nach dem „Deutschland vegetarisch“. Aber gerne doch! Zwar gehörte auch ich bis dahin zu den Leuten, die es nur als Dosenversion kannten und auch vom Rezept im Buch ein bisschen abgeschreckt war, aber zu zweit sollte sich das doch basteln lassen.

Im Endeffekt ist es auch gar nicht so kompliziert zu machen, wenn man die im Buch vorgeschlagenen Beilagenkomponenten weglässt. Wir waren mit Pellkartoffeln zufrieden und brauchten nicht dringend Klößchen und Blätterteigdreiecke. Erst bereitet man die Sauce zu und stellt sie warm (Herdplatte auf die kleinste Stufe) und dann wird das extra gegarte Gemüse drunter gehoben. Für mich das Highlight waren die Morcheln. Ich hatte noch nie Morcheln gegessen, weil sie hier in Deutschland selbst im getrockneten Zustand exorbitant teuer sind, aber Frau Kochschlampe brachte welche aus der Schweiz, die dort offensichtlich günstiger zu erwerben sind. Und die sind echt gut! Jetzt habe ich noch einige hier und mal sehen, was ich aus den kleinen Schätzen so noch zaubere :-) Aber auch die gesamte Gemüsekombination im Allerlei ist ziemlich genial! Einzig der Noilly Prat stach in der Sauce etwas raus (aber ich bin ja eh kein Alkoholmaßstab) und auch Frau Kochschlampe würde eher einen Weißwein empfehlen. Ansonsten eine große Nachkochempfehlung für den nächsten Frühling!

Leipziger Allerlei

Zutaten für 3 großzügige Portionen:
Morcheln:
12 g getrocknete Morcheln
1 EL Butter

Gemüse:
6 Stangen Spargel
1/2 kleiner Blumenkohl
2-3 feine Bundmöhren
100 g Erbsen
Salz
Prise Zucker

Für die Sauce:
3-4 EL weiche Butter
2 EL Mehl
350 ml Gemüsebrühe
150 ml Sahne
Salz, Pfeffer
2 EL Noilly Prat (lieber Weißwein)
4-6 Zweige Kerbel

(1) Als erstes die Morcheln in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und so lange einweichen lassen bis sie gebraucht werden.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Den Spargel schälen und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Blumenkohl in Röschen teilen. Die Möhren schälen und in schräge Scheiben schneiden.
(3) Dann die Sauce vorbereiten. Die Butter zerlassen und das Mehl darin anrösten. Das ganze mit dem Wein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Unter ständigem Rühren die Gemüsebrühe und Sahne dazu geben, so dass keine Klümpchen entstehen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Unter Rühren aufkochen lassen und dann warm stellen. Zwischendurch immer mal wieder rühren, während das Gemüse gart.
(4) 1/2 l Wasser mit Salz und Zucker aufkochen. Spargel in ca. 10-12 Minuten darin bissfest garen. Nach 3 Minuten alles weitere Gemüse dazu geben. Es sei denn, es wären frische Erbsen. Die erst 3 Minuten vor Schluss.
(5) Die Morcheln abgießen. In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen und die Morcheln darin bei mittlerer Hitze anbraten. Die Morcheln zusammen mit dem fertigen Gemüse unter die Sauce heben. Mit Kerbelblättchen bestreuen.

Genießen!

Quelle: nach Paul, S., Seiser, K. (Hrg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 22

Hier noch die kleinen Berichte von Frau Kochschlampe und Frau Küchenlatein, die sich noch in der Saline Luisenhall rumtrieb.

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