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Ungarisches Gelbe Erbsen-Gemüse oder Einfach(er) guter Pamps

Man möchte es nicht glauben, aber auch ich kenne noch ganz viele ungarische Gerichte nicht. Das kommt zum einen daher, dass ich meistens im Sommer dort war. Und daran dass ich nie in Ungarn zur Schule gegangen bin, also auch keine typischen Mensa/Schulspeisungsgerichte kenne, vor denen sich viele heutzutage noch gruseln. Dafür kann ich Euch über DDR-Schulspeisungsessen was erzählen, aber das ist nicht nur gruselig. Eigentlich war das Essen da okay für mich, aber ich bin ja auch kein ultramäkeliger Esser ;-)

Zurück zur ungarischen Mensa. Dort gab es wohl öfter Fözelék, also diese monothematischen Gemüsegerichte z.B. nur aus Erbsen, Kartoffeln, Bohnen etc. plus einer Beilage wie Spiegelei, Gulaschreste, Klopse oder ähnlichem. Und die liebe ich ja sehr! Wie eingangs erwähnt kenne ich von der Familie eher die Sommer-Fözeléks und erarbeite mir die Wintervarianten eben selbst. Im Budapest-Urlaub letztes Jahr Februar nahm ich eine Packung geschälte gelbe Erbsen mit. Eigentlich mit dem festen Vorsatz noch in der kalten Jahreszeit dieses ungarischen Erbsen-Gemüse zu kochen. Dann kam der ganze Corona-Mist. Ich war zwar zu Hause (von wegen Risikogruppe), aber ich hatte keinen großartigen Nerv, um mich mit neuen Sachen zu beschäftigen. Ich hielt mich eher an mein altbekanntes Comfort Food, das beruhigt und nicht viel Hirnschmalz erfordert. Aber der Mensch ist anpassungsfähig und gewöhnt sich an Situationen. So probiere ich doch wieder gerne neue Sachen, auch wenn sie immer noch eher Alltagsküche sind und nicht so super aufwendig. Das super aufwendige überlasse ich gerne anderen ;-)

Und dieses Gelbe Erbsen-Gemüse ist erfreulich unaufwendig, die Erbsen brauchen nur ihre Zeit bis sie gar sind. Es sind nicht mal unglaublich viele Zutaten notwendig, es lässt sich alles im Vorratsschrank finden. Damit die Erbsen etwas schneller garen, können sie so 3 Stunden vor dem eigentlichen Kochen in Wasser eingeweicht werden. Dann wird schnell der Ansatz aus Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen gemacht, Erbsen zugeben und etwa 1 Stunde köcheln. Dabei solltet ihr nur aufpassen, dass die Erbsen am Anfang nicht überkochen, wenn ihr das Gemüse zum Kochen bringt. Gibt eine Riesensauerei *eigeneErfahrung* Und gegen Ende der Kochzeit solltet ihr öfter umrühren, sonst brennt der Pamps leicht an. Und das will ja auch keiner, oder? Aber heraus kommt ein wirklich leckeres Gemüse, dass durch die angeschmorten Zwiebeln den richtigen Pfiff bekommt. Und wenn man nicht gerade eine Restbratwurst wie als Beilage brät, ist es sogar vegan. Wenn Ihr noch nie Gelbe Erbsen hattet, wie ich oder sie vielleicht sogar mögt, probiert dieses Gericht dringend diesen Winter noch aus!

Ungarisches Gelbe Erbsen-Gemüse – Sárgaborsófözelék

Zutaten für 2 Portionen:
250 g halbe Gelbe Erbsen
1 kleine Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
1,5 EL Öl
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
750 ml Wasser
Salz, Pfeffer

Zum Andicken:
1 gehäufter EL Mehl
50 ml Wasser

Einlage:
2 Zwiebeln
1 EL Öl
Paprikapulver zum Bestreuen
und/oder
Bratwurst

Einweichzeit: 2-3 Stunden
Kochzeit: ca. 1,5 Stunden insgesamt

(1) Etwa 2-3 Stunden vor dem geplanten Kochen, die Erbsen in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken, durchwirbeln und das Wasser abgießen, noch 2-3 mal wiederholen. Dann die Erbsen gut mit Wasser bedecken und zur Seite stellen.
(2) Wenn Ihr kochen wollt, die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein würfeln. Das Öl in einem höheren Topf bei höherer Hitze erhitzen. Die Zwiebel bei mittelhoher Hitze darin glasig andünsten. Den Knoblauch hinein geben und so lange mitbraten bis er duftet (ca. 30-60 Sekunden). Das Paprikapulver hinein streuen und sofort etwa 50 ml vom abgemessenen Wasser zufügen (so wird das Paprikapulver nicht bitter) und gut verrühren. So lange köcheln lassen bis das Wasser verdunstet und ihr das Fett wieder zischen hört.
(3) Die Erbsen abgießen und zusammen mit dem restlichen Wasser in den Topf geben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 60 Minuten bei mittelkleiner Hitze und halb geöffnetem Deckel köcheln lassen bis die Erbsen weich sind. Vorsicht! Bei geschlossenem Deckel kochen die Erbsen schnell über. Nach ca. 30 Minuten die Erbsen schon mal etwas salzen. Und gegen Ende der Kochzeit öfter umrühren, da die Masse gerne am Boden anbrennt.
(4) Während die Erbsen kochen, die Zwiebeleinlage vorbereiten. Dafür die Zwiebeln häuten, halbieren und längs in dünnere Streifen schneiden. Das Öl in einer kleineren Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze so lange dünsten bis sie schön weich und süßlich und etwas braun sind. Herausnehmen und zur Seite stellen.
(5) Wenn die Erbsen weich sind – einige werden verkocht sein, andere noch etwas Biss haben – das Mehl mit dem kalten Wasser klümpchenfrei verrühren und unter die Erbsen rühren. Noch einige Minuten kochen lassen, damit der Mehlgeschmack vergeht. Den Topf vom Herd nehmen und mit geschlossenem Deckel noch so 10 Minuten ruhen lassen.

Mit den Zwiebeln und frischem Weißbrot servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox kiado. p 90

Blog-Event CLXX: Vier Ideen für Raclettepfännchen

Dieser Beitrag enthält Werbung für Schweizer Käse

Mögt Ihr Käse? Vielleicht auch noch warm und zerlaufen? Dann mögt ihr auch Raclette, oder? Die dunkle Jahreszeit scheint ja prädestiniert zu sein für gemütliche Racletteabende. Neben dem Käsefondue ist Raclette eines der Schweizer Nationalgerichte, die eine lange Tradition haben. Ursprünglich wird die Oberfläche eines Käselaibs erhitzt und dann auf den Teller geschabt. Das wussten wir nur nicht als uns in den 90ern die Raclette-Welle in Norddeutschland erreichte und meine Eltern ein solches Gerät mit Pfännchen kauften. Wir warfen Fleisch und Würstchen auf die Platte obenauf und in die Pfännchen kamen diverse Gemüsesorten, die mit Käse einfach überbacken wurde. Nicht gerade original. Und der Käse war es definitiv auch nicht.

Aber endlich konnte ich mal Originalkäse kosten. Beim CLXX. Blogevent das Zorra in Zusammenarbeit mit Schweizer Käse veranstaltet, werden kreative Ideen für Pfännchen gesucht. Dafür wurden von Schweizer Käse Pakete mit einem großen Stück Raclette Suisse und einem Raclettegerät für zwei Personen zur Verfügung gestellt.

Blog-Event CLXX mit Schweizer Käse - Kreative Raclette Pfännchen (Einsendeschluss 15. Dezember 2020)

Aber warum ist der Schweizer Käse eigentlich so berühmt? Die unterschiedlichen Käsesorten wie Appenzeller, Le Gruyère AOP oder der Raclette Suisse werden in Handarbeit in kleinen Dorf- und Alpkäsereien in der Schweiz hergestellt, die tagesfrische Milch aus der Umgebung verwenden. Dabei wird wert darauf gelegt, dass keine seltsamen Zusatzstoffe benutzt werden Und diese Qualität wird nicht nur in der Schweiz geschätzt, sondern in der ganzen Welt.

Und der uns zur Verfügung gestellte Raclette Suisse kann wirklich was! Er riecht für mein empfindliches Näschen ziemlich intensiv, aber der Geschmack ist großartigst! Die dreimonatige Reife des Käses aus Kuhmilch macht sich wirklich bezahlt. Ich hoffe, ich finde den nochmal in einem Laden… Und was für Pfännchen habe ich jetzt für uns gemacht? Insgesamt vier verschiedene Versionen, zum einen natürlich unsere Familienvariante mit viel buntem Gemüse, dann eine Variante mit Spätzle, wie wäre es mit einem Hotdog-Pfännchen und dann eine klassische Variante mit gekochten Kartoffeln. Natürlich sind erstmal ein bisschen Vorbereitung und viele Schüsselchen nötig:

Zutaten für die vier Varianten für 3-4 Personen:
300-400 g Raclette Suisse
3-4 größere Kartoffeln
Salz
1/2 Portion Spätzle
(selbstgemacht oder aus der Kühlung)
3 Zwiebeln
1 EL Butter
neutrales Öl
250 g Champignons
Pfeffer
1-2 Möhren/Karotten/Wurzeln
30 g Speck
2 Frühlingszwiebeln
2 Wiener Würstchen
eingelegter Dänischer Gurkensalat (Glas)
1/2 Paprikaschote
1/2 Zucchini
1 kleine Dose Mais
einige Scheiben Weißbrot
Ketchup, Senf

(1) Den Käse versuchen in 4-5 mm dicke Scheiben zu schneiden. Auf einem Teller arrangieren.
(2) Die Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser garen. Abgießen und in einem Schüsselchen zur Seite stellen.
(3) Die Spätzle nach dem hinterlegten Rezept schnell zubereiten. Das geht wirklich schnell, weil der Teig der ungarischen Version nicht ruhen muss, sondern grob zusammen gerührt wird, während das Wasser schon kocht. Oder Ihr befreit die im Supermarkt gekauften aus ihrer Verpackung.
(4) Für die karamellisierten Zwiebeln, die Zwiebeln häuten, halbieren und in dünne Streifen (nicht Halbmonde) schneiden. Die Butter und einen Schluck Öl in einer mittelgroßen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln zufügen, etwas salzen und bei kleinerer Hitze (Stufe 1 von 3) ganz langsam schmoren bis die braun und weich geworden sind. Hier dauerte das etwa 30 Minuten. In einem Schälchen zur Seite stellen.
(5) Von den Champignons die Stielenden ab- und die Köpfe in dickere Scheiben schneiden. Eine größere Pfanne auf hoher Stufe heiß werden lassen und die Pilzscheiben trocken darin anbraten bis sie braun. Rausholen, mit Salz und Pfeffer würzen und zur Seite stellen.
(6) Die Möhren schälen, in Scheiben schneiden und in kochendem Salzwasser bissfest garen. Abgießen, gut abtropfen lassen und zur Seite stellen.
(7) Jetzt noch die restlichen kalten Zutaten vorbereiten und auf Schälchen verteilen. Den Speck in Würfel schneiden, die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Die Würstchen in mitteldicke Scheiben schneiden. Einige Scheiben der eingelegte Gurken gut abtropfen lassen. Paprika und Zucchini waschen und trocknen. Die Paprika entkernen und in dünne Streifen schneiden, diese nochmals halbieren. Die Zucchini zu Halbmonden verarbeiten. Mais abtropfen lassen und das Brot in praktische Stücke schneiden.

Jetzt geht der gemütliche Teil los:

Kartoffel-Speck-Pfännchen

Zuerst die Kartoffeln auf der Plaate des Raclettegeräts von allen Seiten etwas anbraten. In das Pfännchen geben. Einige Stückchen Speck, vielleicht Champignonsscheiben und Frühlingszwiebelringe drauf streuen, mit Raclette Suisse-Scheiben belegen und unter die Heizspirale schieben. So lange backen bis der Käse zerlaufen sind und der Speck leicht knusprig wird.

Kässpätzle-Pfännchen

Die Spätzle in die Pfanne geben, gerne auch etwas Speck oder angebratene Champignonscheiben untermischen, dann mit den geschmorten Zwiebeln belegen. Raclette Suisse auf das Pfännchen legen und so lange backen lassen bis der Käse zerlaufen und leicht braun wird, wenn man das mag.

Hotdog-Pfännchen

Eine halbe Scheibe Brot auf der Platte des Raclettegeräts von beiden Seiten rösten. Währenddessen den Boden des Pfännchens mit Wiener Würstchen-Scheiben auslegen. Die eingelegten Gurken und geschmorten Zwiebeln darauf verteilen, mit Raclette Suisse belegen und in das Gerät schieben bis der Käse nach eigenem Geschmack zerlaufen ist. Das geröstete Brot mit Ketchup und/oder Senf bestreichen und den heißen Inhalt des Pfännchens darauf gleiten lassen.

Buntes Gemüse-Pfännchen

Die Gemüsezutaten nach Belieben im Pfännchen mischen, mit dem Raclette Suisse belegen und im Gerät so lange garen bis der Käse nach Eurem Geschmack geschmolzen und eventuell braun wird.

Genießen!

Natürlich könnt Ihr auch so die Zutaten auf der Platte garen, zum Beispiel den Speck knusprig braten und im ausgetretenen Fett die Kartoffelstückchen anbraten. Die Zucchinihalbmonde machen sich ebenfalls wunderbar. Oder röstet mehr Brotscheiben darauf. Und eigentlich könnt ihr alles kombinieren, wie es Euch schmeckt. Aber warmer, geschmolzener Raclette Suisse macht wirklich alles besser!

Und wenn was von den Zutaten übrig bleibt? Ich habe sie einfach am nächsten Tag in eine Auflaufform geschmissen, gut durch gemischt und ebenfalls mit dem Raclette Suisse belegt und für 30 Minuten in den 180°C heißen Ofen geschoben. Auch sehr geil!

Mediterranes Ofengemüse mit Halloumi

Frau Kochschlampe und ich stehen ja in täglichem Austausch. Und natürlich spielt neben dem aktuellen Tagesgeschehen auch Essen eine große Rolle. Wir können stundenlang über Essen reden! So schicken wir uns öfter Links mit Rezepten hin und her, die wir entweder für ausprobierenswert erachten oder schon ausprobierten und begeistert waren. So landete ein Rezept für griechisches Ofengemüse mit Feta im Chat, mit dem Hinweis, dass es gut entzerrt zubereitet werden kann, weil es ja eh noch marinieren müsse. Perfekt für mich!

Also noch schnell das fehlende Gemüse besorgt, dazu gehörten die letzten deutschen frischen Buschbohnen aus Deutschland, ein schöner Blumenkohl, dessen Rest zur ungarischen Blumenkohlsuppe wurde und eine mittelgroße Zucchini aus der Region. Paprika und Tomaten waren noch vom Balkon vorhanden und Zwiebeln und Oliven im Vorrat. Auch einen Block Halloumi hatte ich beim letzten Besuch im türkischen Supermarkt mitgenommen. Natürlich könnt ihr Gemüse nehmen, das ihr besonders mögt: Brokkoli, Pilze, Aubergine, Zuckerschoten, Wurzelgemüse, Spargel. Lasst Euren Gelüsten freien Lauf! Die Zubereitung ist echt einfach: Gemüse vorbereiten, Marinade zusammen rühren, alles vermischen, marinieren lassen und dann für ca. 30 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben. Tadaa! Wirklich richtig leckeres Ofengemüse!

Mediterranes Ofengemüse mit Halloumi

Zutaten für 2 große Portionen/1 Blech:
2 rote Zwiebeln
1 handvoll Cherrytomaten
1 handvoll Grüne Bohnen
1 mittlere Zucchini
1/3 mittelgroßer Blumenkohl
1 Spitzpaprika
1 handvoll Oliven
200 g Halloumi oder Feta

Für die Marinade:
1 Knoblauchzehe
1,5 TL getrockneter Oregano
1 TL Thymian
Salz, Pfeffer
3 EL Balsamico-Essig
8 EL Olivenöl

Benötigt Zeit zum Marinieren: 2 Stunden bis über Nacht

(1) Zuerst das ganze Gemüse vorbereiten und alles in eine große Schüssel geben. Die Zwiebeln häuten und je nach Größe vierteln oder achteln. Die Cherrytomaten je nach Größe halbieren oder ganz lassen. Von den gewaschenen Bohnen die Endenn abknipsen. Die Zucchini halbieren und in ca. 1-1,5 cm breite Halbmonde schneiden. Den Blumenkohl in mittelgroße Röschen teilen. Die Spitzpaprika je nach Größe sechsteln oder achteln nachdem die Kerne entfernt wurden. Die Oliven einfach dazu schmeißen.
(2) Dann die Marinade zubereiten. Dafür die Knoblauchzehe häuten und sehr fein hacken oder pressen. Gründlich mit den restlichen Zutaten verrühren. Die Marinade über das Gemüse gießen und gut miteinander vermischen. Gut verschließen und für die gewünschte Zeit in den Kühlschrank stellen.
(3) Wenn Ihr essen wollt, ein Blech mit Backpapier belegen und den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Gemüse aus dem Kühlschrank nehmen. Den Halloumi oder Feta in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.
(4) Wenn der Ofen heiß ist, das Gemüse ohne die sich gebildete Flüssigkeit gleichmäßig auf dem Blech verteilen. Den Käse dazwischen verteilen. Auf mittlerer Schiene 25-30 Minuten backen bis das Gemüse gar und etwas gebräunt ist.

Genießen!

Quelle: Cotton CrunchKeto Meal Prep Greek Vegetables with Feta

Drei sommerliche Gemüseragouts mit Paprika

Der Sommer ist in vollem Gange! In den Gärten explodiert es geradezu und man weiß gar nicht mehr, wohin mit dem ganzen geerntetem Obst und Gemüse, oder? Eines meiner Lieblingsgemüse ist die Paprika, die technisch gesehen eigentlich ein Obst ist (entsteht aus einer befruchteten Blüte = Frucht). Wenn Pfirsichbaum, Himbeere und Konsorten nicht so viel Platz auf dem Balkon vereinnahmen würden, ich hätte etliche ungarische Spitzpaprikapflanzen angebaut. Und natürlich würde ich Unmengen an Lecsó kochen, wenn ich eigene reife Paprikas hätte.

Natürlich ist Ungarn nicht die einzige Nation in der Paprika gegessen wird, auch wenn das Klischee es vermuten lässt. Andere Länder haben ebenfalls einen hohen Paprikaverbrauch samt ihrer traditionellen Gerichte. Und drei davon möchte ich Euch heute vorstellen. Sie sind alle einfach zuzubereiten und benötigen meist nur Zutaten, die in jedem Supermarkt zu bekommen sind.

Als erstes machen wir einen Ausflug nach Bella Italia und kochen uns eine supereinfache Peperonata, die schnell fertig gestellt ist und dabei superköstlich. Zufällig ist sie auch noch vegan. Wenn man Olivenöl und Salz und Pfeffer nicht mit einrechnet, besteht dieses Paprikaragout aus insgesamt vier Zutaten. Es hat einen leicht süditalienischen Einschlag durch die Rosinen, die sich aber wirklich gut machen. Wer sie partout nicht mag, lässt sie einfach weg :-) Natürlich könnt Ihr auch weiter variieren: noch andere Kräuter zufügen (z.B. Petersilie oder Rosmarin), Knoblauchscheibchen zufügen, vielleicht süß-sauer würzen mit etwas Weißweinessig und Zucker? Oder wie beim ungarischen Letscho einfach ein paar Tomaten zufügen?

Italienische Peperonata

Zutaten für 2 Portionen als Hauptgericht:
2 rote Paprikaschoten
1 gelbe Paprikaschote
1 große Zwiebel
2 EL Olivenöl
3 EL Sultaninen
1 EL frische Thymianblättchen
Salz, Pfeffer

(1) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, entkernen, die weißen Innenhäute entfernen und das Fruchtfleisch in 0,5 cm dicke Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und ebenfalls in feine Streifen schneiden.
(2) Das Öl in einer Pfanne mit passendem Deckel auf mittlerer Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebeln hinein geben und bei niedriger Hitze 10 Minuten dünsten. Die Paprikastreifen und Sultaninen zufügen, salzen und pfeffern und zugedeckt etwa 15 Minuten schmoren lassen. Bei Bedarf ein klitzekleines bisschen Wasser zufügen, falls die Paprikaschoten am Boden ansetzen.
(3) Zum Schluss die Thymianblättchen unterrühren.

Mit Polenta oder frischem Brot und etwaiger Proteinbeilage der Wahl servieren.

Genießen!

Quelle: Bernasconi, C., Bertonasco, L. (2010): La Cucina Verde – Die schönsten italienischen Gemüserezepte. Jacoby & Stuart. 2. Auflage. p133

Die nächste Station unserer Reise dem Paprikaragout hinterher führt uns nach Israel zur Shakshuka. Eine Shakshuka ist ein kräftig gewürztes Paprika-Tomaten-Ragout, in dem Eier mitgestockt werden. In Israel mag man es sehr gerne zum Frühstück, obwohl es eigentlich ein tunesisches Gericht ist. Und auch bei der Shakshuka gibt es wahrscheinlich so viele Varianten wie es Familien gibt. Manche mögen es nur mit frischen Tomaten, manche schärfen ihre Variante entweder mit Harissa, Paprikapulver oder Cayenne, Zwiebel ja/nein, gehört Kreuzkümmel rein? Ihr seht, es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten und wir können sie offensichtlich nach unseren Vorlieben zusammen stellen.

Ich orientierte mich an einem Rezept vom Yotam Ottolenghi, das ich für mich Scharf-Mimose entschärfte. Und die Paprika in Streifen statt Würfel schnitt, was das stockende Ei ein bisschen unhübsch machen kann und manchmal unpraktisch beim Essen ist. Ansonsten ist die Shakshuka wirklich einfach und einigermaßen fix gemacht. Sehr gutes Abendessen oder für ein spätes Frühstück (zumindest bei meinem Spätaufsteher-Magen). Leider habe ich auf dem Bild den Joghurt vergessen, das solltet Ihr beim Essen aber nicht, weil der wirklich nochmal den Frischekick gibt und ein bisschen die Schärfe vom Harissa abmildert. Ein wirklich empfehlenswertes Gericht!

Israelische Shakshuka nach Ottolenghi

Zutaten für 3 Portionen:
300 g große Paprikaschoten
2-4 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
1/2 – 2 TL Harissa (je nach Vorliebe)
2 EL Tomatenmark
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Salz
300 g reife Tomaten
1 Dose Tomatenfruchtfleisch (400 g)
3-6 Eier
100 g griechischer Joghurt

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Paprikaschoten waschen, trocknen, entkernen und in etwa 0,5 cm breite Streifen schneiden. Diese Streifen je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Knoblauchzehen häuten und fein würfeln. Die Tomaten waschen, trocknen und in mittelfeine Würfel schneiden.
(2) In einer großen Pfanne das Olivenöl bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Harissapasta und das Tomatenmark mit dem Kreuzkümmel und dem Knoblauch anbraten. Die Paprikastreifen zufügen, etwas salzen und gut verrühren. 10 Minuten bei mittlerer Hitze garen lassen, bis die Paprika etwas weich geworden ist. Die frische sowie die Dosentomaten zufügen, etwas salzen, zum sanften Köcheln bringen und etwa 10 Minuten offen schmoren. Es sollte eine dicke Sauce entstehen. Kosten, ob die Würzung stimmt.
(3) So viele Vertiefung wie gewünschte Eier in das Shakshuka drücken, je 1 Ei hinein schlagen. Mit einer Gabel vorsichtig das Eiweiß mit der Sauce vermischen, aber nicht das Dotter verletzen. Offen 8-10 Minuten stocken lassen bis das Eiweiß fest ist, aber das Dotter noch flüssig.

Auf den Tellern verteilen und etwas vom griechischen Joghurt drüber geben. Mit frischem Brot servieren.

Genießen!

Quelle: Ottolenghi, Y., Tamimi, S. (2012): Jerusalem. Random House. p 66

Als letztes begeben wir uns an die westliche Seite vom Mittelmeer, genauer gesagt nach Frankreich und versuchen uns an einem Ratatouille. Zumindest an einer Variante, wie sie Mark Bittman in seinem Buch „How to cook everything“ vorstellt. Eigentlich dachte ich, ich hätte hier im Blog schon eine klassische Variante vorgestellt, aber dem scheint nicht so. Vielleicht war es mir zu aufwendig und ich hab stattdessen alle bisherigen Varianten ebenfalls im Ofen gemacht *ggg* Macht nichts, ein unkompliziertes Rezept mehr schadet niemandem und das hier ist so einfach, dass ich es noch vor der Arbeit an einem Donnerstag zubereitet habe. Einfach die Zutaten klein schneiden und in eine Auflaufform schichten. Eine Stunde später hat man ein wunderbares Gemüseragout, dass sowohl warm als auch kalt gegessen werden kann. Sogar auf Brot macht es sich gut. Eine Kollegin, der ich es mitgebracht hatte, bezeichnete es frecherweise als Antipasti ;-) Ich fand auch sehr angenehm, dass keine festgelegte Kräutermischung benutzt wurde, sondern man einfach aus den frischen Kräutern der Saison und/oder des Balkons wählen konnte. Ich benutzte Basilikum, Rosmarin, Thymian, Estragon und Petersilie. Bis auf die Petersilie wuchert alles auf meinem Balkon und es freut sich, wenn ich es ernte und benutze :-)

Dieses Ratatouille lässt sich wunderbar vorbereiten und ich würde es sogar für Gäste kochen, so sehr hat es mich überzeugt. Es funktioniert gut als veganes Gericht alleine, aber auch Feta oder anderer Grillkäse passen oder gegrilltes Lamm?

Dann jetzt ab in den Supermarkt oder auf den Markt und kauft Euch die Zutaten für eines dieser Paprikaragouts! Einfach, schnell, sommerlich, leicht und gesund! Es lohnt sich wirklich!

Ratatouille aus dem Ofen

Zutaten für 4-6 Portionen:
2 rote oder gelbe Paprikaschoten
500 g Aubergine (gerne kleine)
500 g Zucchini
2 Zwiebeln
3-5 Knoblauchzehen
2 große Tomaten
Salz, Pfeffer
2 handvoll frische Kräuter
(z.B. Rosmarin, Thymian, Basilikum, Petersilie, Estragon, Kerbel)
120 ml Olivenöl + etwas zum Einfetten der Auflaufform

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform dünn mit Olivenöl einfetten.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Alles waschen und trocknen. Die Paprikaschoten halbieren, entkernen, in dünne Streifen schneiden, die wiederum halbieren. Von den Auberginen die Enden abschneiden, die Früchte längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Von den Zucchini ebenfalls die Enden entfernen und die Zucchini in grobe 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebeln in dünne Streifen schneiden, die Knoblauchzehen halbieren. Die Tomaten vierteln, Kerne entfernen und fein würfeln. Die Blättchen der Kräuter von den Stengeln zupfen und mittelfein hacken.
(3) Jetzt geht es ans Schichten. Die Hälfte der Zwiebeln auf dem Boden der Auflauf verteilen. Dann nacheinander die Hälfte der Aubergine, Zucchini, Paprika darüber geben und zum Schluss die Tomatenwürfel. Salzen und pfeffern. Mit der Hälfte der Kräuter bestreuen und einige der halbierten Knoblauchzehen in das Gemüse drücken. Mit der zweiten Hälfte des Gemüses genauso verfahren. Zum Schluss das Olivenöl gleichmäßig über alles gießen.
(4) Die Auflaufform in die Mitte des Ofens schieben und etwa 60 Minuten backen. Dabei ein paar Mal das Gemüse runter drücken, damit es im eigenen Saft schmoren kann.

Kann heiß, warm oder bei Raumtemperatur serviert werden.

Genießen!

Quelle: Bittman, M. (2008): How to cook everything. Double B Publishing Inc. p 373

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