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Der große Glander – Cevapcici-Burger mit Ajvar und Krautsalat

Mögt ihr Bücher? Ich liebe Bücher! Gleich in der ersten Klasse besorgte Frau Mama mir einen Bibliotheks-ausweis und seitdem war ich sehr regelmäßig dort anzutreffen. Es war auch zu praktisch, nur 10 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt und unsere Stadtteilbbliothek hatte eine riesige Auswahl. Dort lernte ich die Mumins kennen und lieben, Schokolowski, der schokoladeliebenden Bernhardiner oder verschlang die Bücher über die Abenteuer des kleinen Nicks. Seitdem hat sich mein Geschmack etwas weiter entwickelt (Aber ich lese immer noch gerne Kinderbücher *g*) und zur Bücherliebe kam die Liebe zum Essen dazu. Im Idealfall verbindet sich beides in einem Buch. So lese ich gerne Sachbücher über kulinarische Themen, wie von Michael Pollan, aber auch Fiktion in der Essen eine große Rolle spielt. (Sonst bin ich eher der Romantyp…)

Wer da besonderes Talent hat, beides zu verbinden, ist Stevan Paul, dessen bisherige Bücher (sowohl die Kochbücher- als auch Fiktion) ich nur so verschlang. Letzten Herbst erschien dann sein erster Roman „Der große Glander„, in dem es um einen jungen aufstrebenden Künstler der Eat-Art-Bewegung der Anfang 90er Jahre geht, der plötzlich verschwindet. Etliche Jahre später glaubt ein Kunstkritiker ihn in einem Restaurant erkannt zu haben und folgt seinen Spuren. Dabei wird natürlich über Essen geschrieben, über ziemlich viel sogar.


© mairisch verlag

Und dazu veranstaltet der mairisch Verlag eine #glanderblogparade. Es wurden die insgesamt 48 Gerichte des Buches aufgezählt mit kurzen Textpassagen aus dem Buch, zu denen sich Blogger dann anmelden konnten, um das Gericht zu kochen. Den Link zum Rezept samt Bild schickt der Blogger dann an den Verlag, der alles online zusammenstellt. So gibt es für den geneigten Leser des Buchs eine schöne bebilderte Zusammenfassung aller im Roman auftauchenden Gerichte, die natürlich auch gerne nachgekocht werden dürfen. Ich entschied mich für die Balkan-Küche, vertreten durch Brankos Ćevapčići-Burger, die mir als halber Ungarin natürlich sehr entgegen kommt. Im Roman sind einige Vorgaben zum Ajvar gemacht worden in Form einer fruchtigen Süße durch Rosinen, auch sollte es pikant sein, was es bei mir nicht wurde, weil das hier schreibende ungarische Halbblut kein scharfes Essen verträgt, aber ihr könnt gerne ein wenig Chili mit ins Ajvar geben. Jedenfalls entsteht daraus eine sehr angenehm würzige Sauce, die zu vielerlei, nicht nur Cevapcici passt. Für die Cevapcici orientierte ich mich an einem Rezept aus der arte Sendung „Zu Tisch in Serbien“, das wirklich sehr pur gehalten ist und ich nur um eine Winzigkeit Paprikapulver ergänzte. In der Grillpfanne wurden die Hackfleischröllchen dann auch wunderbar knusprig von außen. An den Krautsalat, die Gemüsekomponente des Burgers, gab es nur die Vorgabe des Kümmels, was sich bei mir aber fast von alleine versteht, so von wegen verbesserte Verdauung *g* Das Rezept von Plachutta stellte sich als ideal heraus: leicht säuerlich, würzig, nicht zu saucig und trotzdem saftig. Den Salat werde ich ab sofort öfter machen!

Klar, um so einen Burger mit seinen ganzen Komponent selbst zu machen, braucht es schon ein bisschen, meine Vorbereitungen haben sich über zwei Tage gezogen, wobei ihr das Ajvar und den Krautsalat schon an einem Tag vorbereiten könnt und dann am Tag des Essens nur noch die Cevapcici bratet und rohen Komponenten für den Burger vorbereitet. Also alles in allem kein Zauberwerk. Und das Ergebnis ist es sowas von wert! Würzige Sauce, knackiger Salat, knusprig-herzhafte Hackfleischröllchen dann zusammen mit dem frischen Brötchen und den mild-knackigen roten Zwiebeln. Ein Traum!

Ćevapčići-Burger

Zutaten für 2 hungrige Burgeresser:

  • 2 große Brötchen
  • hausgemachtes Ajvar
  • Krautsalat
  • Ćevapčići
  • 1/2 Rote Zwiebel in Ringen
  • ein wenig Feta zerkrümelt

Fruchtiges Ajvar

Zutaten für 500 ml:
1 kg rote Spitzpaprika
1/2 Aubergine
2 EL Rosinen
50 ml Apfelsaft
1 rote Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Neutrales Öl
Salz, Pfeffer
Essigesszenz

optional: Chiliflocken

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Die Aubergine (den Rest der gerösteten Aubergine andersweitig verwenden, zum Beispiel für göttlichen Auberginen-Kavier) an einigen Stellen mit einem spitzen Messer einpieken. Alles in einer Schicht auf das Backblech geben. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-60 Minuten rösten. Die Paprikaschoten sollten schwarze Blasen haben, die Aubergine schrumpelig und weich sein.
(3) Die Rosinen mit dem Apfelsaft ein Glas geben und zur Seite stellen.
(4) Alles vom Blech in eine Schüssel geben, mit einem Deckel oder Folie abdecken und etwa 1 Stunde abkühlen lassen. Wenn man das Gemüse anfassen kann, die Aubergine halbieren und das Fruchtfleisch der einen Hälfte in eine Schüssel kratzen. Von den halben Paprikaschoten mit den Händen die Schale abziehen (geht ganz einfach jetzt) und das Fruchtfleisch samt Saft in der Schüssel sammeln.
(5) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebelwürfel mit einem Schluck Öl in einen kalten kleinen Topf geben, etwas salzen. Die Flamme unterm Topf auf mittel stellen und die Zwiebeln in etwa 20 Minuten weich dünsten. Ab und zu umrühren. Den Knoblauch und die Rosinen ohne den Saft zugeben und einige Minuten mitdünsten lassen. Mit dem Apfelsaft ablöschen und das Paprika- und Auberginenfruchtfleisch (wer mag, jetzt auch die Chiliflocken) zugeben. Deckel auflegen und bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten dünsten lassen. Ab und an umrühren, damit nichts anbrennt.
(6) Die gesamte Masse in einen Standmixer geben und mit Hilfe eines Stabmixers fein pürieren. Zurück in den Topf geben und bis zur gewünschte Konsistenz bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Hier waren es etwa 10 Minuten. Mit Salz, Pfeffer und der Essigesszenz pikant abschmecken.

In ein heiß ausgespültes Glas geben, die Oberfläche glatt streichen und mit Öl begießen.

Passt wunderbar zu Gegrilltem, Bratwurst, Klops oder auch nur auf’s Käsebrot. Auch als Dip zu Gemüsesticks stelle ich mir Ajvar sehr nett vor.

Quelle: nach „Der große Glander“ und der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Herzegowina.

Krautsalat

Zutaten für 2-4 Portionen:
600 g Spitz- oder Weißkohl
Salz
60 ml Wasser
3 EL Apfelessig
1 TL Kümmel, ganz
6 EL neutrales Öl

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen und den Strunk entfernen. Entweder mit einem scharfen Messer in wirklich feine Streifen schneiden oder eine Küchenmaschine benutzen. Den Kohl salzen und einige Minuten kräftig kneten, bis er zusammen fällt und Saft austritt. 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Kohlstreifen zwischen beide Hände nehmen und richtig gut ausdrücken. In eine kleinere Schüssel geben. Das übrige, salzige Kohlwasser wegschütten.
(2) Das Wasser mit dem Apfelessig und dem Kümmel in einem kleinen Topf aufkochen und über den Kohl gießen. Das Öl darüber geben und alles gut verrühren. Noch eine Weile ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Plachutta, E., Plachutta, M. (2012): Der goldene Plachutta. Brandstätter Verlang. Wien. p 71

Ćevapčići – Cevapcici

Zutaten für 10 Stück:
350 g Rinderhack
1/2 TL Natron
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß

(1) Das Hackfleisch mit den Zutaten gut verkneten. Eine Portion Teig zwischen den Händen länglich formen und mit den Fingern zusammendrücken, so dass ihre Abdrücke zu sehen sind. Auf einem Teller ca. 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
(2) Eine Grillpfanne auf hoher Temperatur heiß werden lassen. Die Ćevapčići von allen Seiten einige Minuten braten bis sie gar sind.

Quelle: nach der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Serbien.

Wenn alle Komponenten fertig sind, den Burger zusammen stellen: Das Brötchen längs halbieren, die Ober- und Unterseite mit Ajvar bestreichen. Auf die Unterseite eine Portion Krautsalat legen, die frisch gebratenen Cevapcici darauf legen. Ein paar Zwiebelringe und Fetakrümel verteilen und mit der Brötchenoberseite bedecken.

Mit Wonne genießen!

 

Mediterrane Schafskäsepäckchen vom Grill

Immer nur Fleisch zu grillen, finde ich auch nicht prickelnd. So viel Fleisch braucht mein Körper gar nicht und ich bin schnell übersättigt und habe unbändige Gemüsegelüste. Aber Käse, Käse geht immer! Insbesondere warmer Käse! Und was eignet sich da besser beim Grillen als Schafskäse, der ein wenig in einer köstlichen Marinade ziehen darf.

Diese Päckchen sind schnell gemacht und lassen sich gut vorbereiten. Einfach die Marinade zusammen rühren, abgedeckt kühl stellen bis sie gebraucht wird. Dann einfach den Käse auf passende Alufolie legen, Tomaten-Oliven-Mischung drauf, verschließen und ab auf die Hitze.

Simpel, schnell, köstlich!

Mediterrane Schafskäsepäckchen

Zutaten für 2 Portionen:
200 g Schafskäse
4 schwarze Oliven
3 halbe getrocknete Tomaten in Öl
3-5 Zweiglein Thymian
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe (hier: confiert)
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

(1) Ein Stück Alufolie doppelt legen, dass dann so groß ist, dass ein 200 g Stück Feta hinein passt und sich noch verschließen lässt. Die Auflagefläche des Fetas mit Olivenöl einpinseln.
(2) Die Oliven entkernen, wenn noch einer drin sein sollte, fein hacken. Die Tomaten abtropfen lassen und in feine Würfel schneiden. Vom Thymian die Blättchen abzupfen. Die Frühlingszwiebel putzen und in feine Scheiben schneiden. Die frische Knoblauchzehe häuten und entweder sehr fein hacken oder durchpressen, die konfierte einfach nur mit den anderen vorbereiteten Zutaten in eine kleine Schale geben. Alles mit dem Olivenöl gut verrühren, pfeffern und nur leicht salzen.
(3) Den Feta auf die Alufolie setzen mit der Marinade bedecken und die Alufolie verschließen. So lange stehen lassen bis er gegrillt wird.

Auf den heißen Grill legen und so lange bis der Käse schön weich und würzig ist.

Genießen!

Quelle: Dusy, T. (2010): Sommerküche – Voller Sonne und Aroma. Gräfe und Unzer. München. p 97

Schnelle Rubs zum Grillen

Jetzt mal Butter bei die Fische, fast alle von uns kaufen doch dieses vormarinierte Fleisch zum Grillen aus dem Supermarkt oder beim Metzger. Ich nehme mich dabei nicht aus, es ist einfach zu bequem! Erst Recht, wenn man für viele grillen möchte oder die Grillverabredung sehr spontan zustande kommt. Aber irgendwie behagt mir das nicht. Man sieht nicht welche Qualität das Fleisch hat, was in den Marinaden genau drin ist und letztendlich, ob die Marinade überhaupt schmeckt. Auch meine Vorstellung war, dass so Fleisch lange marinieren muss, damit es gut schmeckt. Das stimmt bei manchen Marinaden, aber in der amerikanischen Küche gibt es sogenannte Rubs.

Rubs sind trockene Gewürzmischungen, die kurz vor dem Grillkontakt auf das gewünschte Fleisch oder Gemüse gerieben werden. Daher auch der Name „Rub“ vom englischen „to rub“, also „einreiben“. Das erste Mal aufmerksam auf dieses Konzept wurde ich bei DJ BBQ, der in Kooperation mit Jamie Oliver’s FoodTube-Channel seinen eigenen YouTube-Kanal betreibt. Dort präsentiert er die unterschiedlichsten Grillrezepte, entweder aus dem Smoker oder Kugelgrill, langsam gegarte, große Fleischstücke oder schnelle Steaks und Burger. Aber auch andere essentielle Grillzutaten wie die unterschiedlichsten Saucen, Dips oder Marinaden. Lauter tolle, hochamüsante Videos, bei denen ich sabbernd vor’m Rechner sitze *g* und mir einen eigenen großen Smoker wünsche. Hachz, wenn ich mal groß bin ;-)

Besagter DJ BBQ brachte letztes Jahr ein kleines, aber feines Buch heraus, genannt „The BBQ Book“ (ja, das ist ein Amazon-Link. Nein, ich bekomme kein Geld, wenn ihr dort bestellt.), mit, laut Untertitel, den ultimativen 50 Rezepten, um meine Art zu Grillen zu verändern. Und wenn ich einen vernünftigen Grill hätte, täte es das wahrscheinlich auch. Da sind so coole Rezepte drin, Tipps zum Grillen nach den unterschiedlichen Hitze-Methoden. Er verrät Familienrezepte von seinem Großvater und seiner Frau, außerdem Beilagen und Grundzutaten. Grundmarinaden sind bei ihm eben auch Rubs, die er auf viele Fleischstücke reibt, deren Rezepte er im Buch zeigt. Und zwei davon möchte ich Euch heute vorstellen, die ich schon in vielen von DJ BBQs Videos gesehen habe.

Die beiden Mischungen sind innerhalb weniger Minuten zusammen gemischt und halten sich im Glas monatelang, so dass man im Fall des Grillfalles nur noch das Glas im Vorratsschrank hervor kramen muss, um das Fleisch einzureiben.

Als erstes den „Mix of rad“, „rad“ wird hier als Adjektiv im Sinne von „bombig“ oder „krass“ benutzt. Also macht Euch auf was gefasst! Der Geschmack ist eher erdig, aber trotzdem ein bisschen zitronig-frisch durch die Koriandersamen. Außerdem eine dezente Schärfe durch die türkischen Chiliflocken, wer mag, darf gerne mehr nutzen. Es passt zu Pulled Pork, Pulled Beef, als Burgergewürzmischung, zu Lamm oder Hühnchen. Angeblich sogar auf Grilled Cheese Sandwiches, was auf dieser Seite des Internets noch auszutesten ist.

Mix of Rad

2 EL weicher brauner Zucker (z.B. Muscovado)
1 gehäufter EL Meersalz
1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL gemahlener Koriander
1 EL granulierte Zwiebel
1 EL granulierter Knoblauch
1/2 TL englisches Senfpulver
1/2 TL gemahlene Nelke
1/4 TL Chiliflocken (oder mehr)

Alle Zutaten miteinander verrühren. Falls ihr ganzen Kreuzkümmel, Koriander und Pfeffer benutzt, am Besten mit einem Teil des Salzes und/oder Zucker im Mörser fein zerstoßen.

Im Glas an einem dunklen Ort gelagert, hält sich die Mischung monatelang.

Quelle: Stevenson, Ch. (2014): The BBQ Book by Dj BBQ. Penguin. p110

Der „Mix of Awesomeness“, vom englischen Adjektiv „awesome“ wie „großartig“, ist eine fruchtige Mischung, die wunderbar zu hellerem Fleisch wie Hähnchen, Fisch oder auch Gemüse passt. Eine wunderbare Note bekommt es durch das geräucherte Paprikapulver.

Mix of Awesomeness

1/2 Bio-Zitrone, Schale
1/4 Bio-Orange, Schale
3 EL weicher brauner Zucker (z.B. Muscovado)
1 EL Meersalz
1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL granulierte Zwiebel
1 EL granulierter Knoblauch
1 TL geräuchertes Paprikapulver

Die Schale von der Zitrone und Orange fein abreiben. Mit den restlichen Zutaten gut vermischen. Die Mischung ist noch etwas feucht durch die Schalen und verklumpt dadurch im Glas, aber mit ein wenig enthusiastischem Schütteln wird sie wieder streu- und einreibfähig.

Im Glas an einem dunklen Ort gelagert, hält sich die Mischung monatelang.

Quelle: Stevenson, Ch. (2014): The BBQ Book by Dj BBQ. Penguin. p 108

Ich habe die beiden Mischungen auf Schweinenackensteak und Rückensteak verrieben. Weil ich ja nur einen kleinen Elektrogrill habe noch ein wenig Öl mit auf dem Fleisch verrieben und dann die beste Ärztin grillen lassen:

Und deswegen dürfen die beiden Rubs auch beim CIX. Blogevent „it’s BBQ-time!“ im Kochtopf, ausgerichtet von Sandra „From Snuggs Kitchen„, teilnehmen.

Blog-Event CIX - it's BBQ-time! (Einsendeschluss 15. Juni 2015)
Der besten Ärztin und ich waren richtig begeistert von den Rubs! Sie machen das Fleisch schön würzig und man braucht überhaupt keine Sauce mehr dazu. Es ist so einfach! Really Awesome! Ich werde die beiden Mischungen ab sofort im Vorrat haben und auch mit in den Familiensommerurlaub nach Dänemark nehmen. Keine Fertigmarinade mehr für mich! Und für Zweifler kann man ja eine Portion vorbereiten und als kleines Geschenk mitnehmen.

Eine sehr große Nachbastelempfehlung von meiner Seite!

Weiter auf Feuer … – Gewürz-Brotsalat und Mangalica

Ein gutes hat meine dusselige Krankheit, ich habe trotz monatelangem Rumdümpeln doch nette Leute kennengelernt. Gut, dies geschah während meiner Krankenhausaufenthalte, aber auch dort soll es nette Leute geben, sowohl unter den Patienten als auch Mitarbeitern. So lernte ich Frau Hafensonne kennen und irgendwie waren wir uns gleich sympathisch. Und da sie netterweise in Rostock lebt und auch in einem der idyllischsten Stadtteil der Stadt, verbrachten wir letztens einen wirklich netten Nachmittag/Abend.

So, machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein im heimischen Plattenbau auf den Weg …

Fuhr mit dem normalen Linienbus eine kleine Tour durch den Warnowtunnel und Seehafen.

Auf der anderen Flussseite wurde ich von Frau Hafensonne abgeholt und wir spazierten noch kurz zur Warnow runter.

Bei Frau Hafensonne angekommen, wurde mir ein alkoholfreier „Campari-O“ gemischt. Dafür einfach Sanbittèr (Ich liebe das Zeug!) mit Eiswürfel in ein hohes Glas geben und vorsichtig mit Orangensaft auffüllen. Wunderbar!

Dann brutzelten und schnippelten wir gemeinsam einen improvisierten Brotsalat, der echt wunderbar schmeckte. Die Brotwürfel wurden in mit Cumin und Koriander aromatisiertem Olivenöl angebraten, so dass Frau Hafensonne gar nicht die Finger davon lassen konnte ;-) Erst Recht nicht, nachdem da auch noch Zitronensaft drüber träufelte, mit dem sich einige der Croutons richtig schön vollsogen. Ein wirklich wunderbarer Salat zum Grillen, aber auch einfach so als Abendbrot. Lohnt sich für die geneigte Leserschaft die Kombination mal nachzubasteln!

Gewürz-Brotsalat

Zutaten für 3-4 Portionen:
3 dickere Scheiben Weißbrot vom Vortag
3 + 4 EL Olivenöl
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
1 Paprikaschote (oder 4 Snackpaprikas)
250 g Cherry-Tomaten
1/2 Salatgurke
1 Frühlingszwiebeln
1 Avocado
1 halbe Zitrone, Schale und Saft
Salz, Pfeffer
1 handvoll Kräuter (Minze, Oregano, Basilikum)

(1) Das Brot in mittelgroße Würfel schneiden. 3 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze erhitzen. Den Kreuzkümmel und Koriander einstreuen und ganz kurz anschwitzen bis die GEwürze duften. Dann das Brot hinein geben und unter öfterem Rühren die Brotwürfel goldbraun anbraten. Aus der Pfanne nehmen und in eine große Schüssel geben.
(2) Die restlichen Gemüsezutaten vorbereiten. Die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Die Tomaten, Paprika und Gurke waschen, trocknen. Die Paprika halbieren, Kerne und weiße Innenwände entfernen, in schmale Streifen oder Würfel schneiden. Die Cherrytomaten ja nach Größe halbieren oder vierteln. Die Gurke halbieren und die Hälften längs dritteln, dann quer in Würfel schnippeln. Die Avocado halbieren, Stein entfernen, Schale entfernen und ebenfalls würfeln. Die Kräuter waschen, trockenschütteln und fein hacken. Alle Zutaten zu den Brotwürfeln geben.
(3) Den Salat salzen und pfeffern. Die Schale von der halben Zitrone fein abraspeln, den Saft über den Salat gießen und die restlichen 4 EL Olivenöl über den Salat geben. Gut durchrühren und

genießen!

Dann zogen bedrohlich aussehende dunkle Wolken heran, so dass Frau Hafensonne ihren Kapitän anrief, der uns aber beruhigte und meinte, das wäre nur „schwarzer Wind“. Aha?!? Schwarzer Wind? Na gut, wenn der Kapitän das sagt… Aber tatsächlich,  weder regnete noch gewitterte es den Abend, nur eben sehr windig …

Trotz des Windes wurden wirklich tolle Nackenstücke vom Mangalica-Schwein auf den Grill geschmissen. Ganz pur, nur vorher etwas gesalzen …

… und – Oh. Mein. Gott! – war das lecker! Saftig. Würzig. Schweinig. Sogar das Fett war lecker (dieses hat übrigens einen hohen Anteil von guten Omega-3-Fettsäuren, erstaunlich!). Ich meine, keine Wunder, die Viecher können nur draußen gehalten werden und wachsen ziemlich langsam. Sie werden im Gegensatz zum Hausschwein erst nach ca. 1 Jahr geschlachtet und nicht schon nach 6 Monaten. Ich wünschte, dieses Fleisch wäre einfacher zu bekommen *seufz*

Zum Ausklang des Abends bot sich dann noch ein spektakulärer Sonnenuntergang …

Frau Hafensonne, Herr Kapitän, danke für den tollen Abend! Es war mir ein Fest! Ich hatte wirklich Spaß und hoffe, dass wir es im September wiederholen können!

Hamburger marokkanische Art nach Jamie Oliver

Kochsendungen *seufz* Bin ich immer noch süchtig nach … Nicht die Sendungen, wo Leute um irgendeinen Preis (sei es Geld, Auftritt in ner Sendung etc.), sondern Sendungen, wo Profis ihre Gerichte und Tipps verraten. Und ja, ich gebe es zu, ich gucke mir gerne die Jamie Oliver-Sendungen an. Letztens kam ein Sommer-Special von ihm, in dem viel über Kochen und Brutzeln in der freien Natur: mit Kindern, Picknicks, über offenem Feuer, Grillen. Zwerg und ich – ja, wir setzen unsere Tradition fort und telefonieren während der Sendungen – saßen sabbernd vorm TV … Ein Rezept ist uns im Gedächtnis geblieben, weil der Jamie das in so einer unpraktischen Position – auf dem Bauch liegend auf einer Picknickdecke mit kleinem Grill neben sich – vorführte. Nur vom Gedanken daran in dieser Position Gewürze im Mörser zu zerkleinern, lässt meinen Rücken höllisch weh tun.

Jedenfalls wollte Zwerg dann unbedingt diese Burger im marokkanischen Stil ausprobieren und was bietet sich an als an ihrem freien Tag mit mir zusammen diese zu Brutzeln. Lammfleisch war leider nicht wirklich aufzutreiben, aber gutes Rinderhack ist auch lecker. Das Besondere an den Burgern ist, dass das Fleisch sehr pur und nur von außen mit einem Rub, so ’ne Art trockener Marinade, eingerieben wird. Dann ein wenig Öl drüber träufeln und ab auf den Grill (oder in die Grillpfanne). In den Burger kommt dann auch kein Ketchup oder Mayo, sondern mit Harissa pikant abgeschmeckter Joghurt. Eine wirklich gute Kombi und der Burger an sich ist auch ernstlich köstlich! Das war so gut, dass Zwerg sich am nächsten Tag gleich wieder welche machte und auch beim nächsten Grillen wieder welche angesetzt wurden … Also, geneigte Leserschaft, eine dringende Nachgrillempfehlung!

Hamburger marokkanische Art

Zutaten für 6 Portionen:
600 g gehacktes Rind oder Lamm (gute Qualität)
Olivenöl
6 Burger-Brötchen
6 EL Naturjoghurt
1 EL Harissa-Paste
1/2 Zitrone, Saft
1 handvoll Minzblätter
2 Frühlingszwiebeln
6 Salatblätter nach Wahl

Für die trockene Marinade:
1 TL Meersalz
1 TL Pfeffer
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL gemahlener Koriander
1 TL Ras-el-hanout oder Garam masala
1-2 TL Paprikapulver (am Besten geräuchert)

(1) Erstmal alle Zutaten vorbereiten: Die Burger-Brötchen halbieren. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Salatblätter waschen und gut trocken tupfen. Die Minzblätter grob hacken. Den Joghurt mit der Harissa-Paste, dem Zitronensaft und einem Schluck Olivenöl verrühren.
(2) Dann die Zutaten für die trockene Marinade in einen Mörser geben und fein mörsern.
(3) Den Grill oder eine Grillpfanne vorheizen. Das Hackfleisch in 6 Portionen teilen und zu Burgern formen. Die trockene Marinade von außen auf den Burgern verteilen. Mit ein wenig Olivenöl beträufeln und von jeder Seite etwa 6-7 Minuten grillen, je nachdem wie durch man sie mag.
(4) Währenddessen die halbierten Burgerbrötchen im Toaster oder kurz im Ofen aufbacken.

Wenn die Burger fertig sind, die Burgerbrötchen mit dem Harissa-Joghurt bestreichen, Salatblatt, Burger, Frühlingszwiebelringe und Minzblätter drauf und

genießen!

Dazu passen Kartoffelspalten aus’m Ofen, Pommes, Tomatensalat oder andere Salate oder ein nur so den Burger essen …

Quelle: nach Jamie Olivers „Moroccan-style lamb burgers“

Wenn der Grill schon heiß ist …

Im Sommer wird bei meinen Eltern im Garten ziemlich regelmäßig gegrillt, nur ich bin außen vor, weil ich knappe 500 km vom elterlichen Garten entfernt wohne … Jetzt war ich aber mal wieder da und das Wetter war perfekt: Sonne, ein bißchen Wind (was Muschelschubser so als „bißchen“ bezeichnen), angenehme  Temperaturen. Einfach wunderbar! Und weil ich nicht sooft zum Grillen komme, hatte ich mal wirklich Lust dazu und auch um ein paar aufwendigere Sachen zu testen. Glücklicherweise war auch Frau Mama nicht abgeneigt, da sie gerade ein Heft mit lauter Sommer-Rezepten und sie die gegrillten Schweinerippchen mit Schwarzbier-Marinade anlachten. Gut! Perfekt! Ich habe dann auch noch das Heft durchgeblättert und wurde auch von einigen Rezepten angelacht, sei es der Brotsalat mit Gemüse oder die Honigmarinade mit Sesam, die ich mir zu Hähnchen sehr gut vorstellen konnte, das ja für Zwerg noch zuzubereiten war. Und so hatte jedes Gericht mindestens einen Bestandteil, der auf dem Grill zubereitet wurde. Ich meine, wenn der Grill schon mal glüht, sollte man es auch ausnützen …

Bei Rippchen hatte ich bisher immer Manschetten, komische Knochen und wer weiß wie die Fleischkonsistenz ist. Nee, nee! Aber in letzter Zeit hab ich öfter wirklich gut aussehende Rippchen gesehen und gedacht: einmal sollte man alles mal kosten. Zuerst werden die Rippchen (Im Bild auf 11 Uhr) vorgegart, damit sie nicht so ewig auf dem Grill brauchen und das Fleisch auch schön zart wird. Währenddessen wird die Marinade zubereitet, die auch ohne Fleisch schon ziemlich geil schmeckt! Dann einfach die Rippchen auf den Grill schmeißen, ordentlich mit Marinade bestreichen (Frau Mama war etwas zögerlich, mit einem Löffel ist es einfach unpraktisch) und noch ’ne Viertelstunde grillen. Und sie sind wirklich göttlich! Würzig und zart! Perfekt!

Gegrillte Schweinerippchen

Zutaten für 4 Personen, wenn es noch anderes Gegrilltes gibt:
1 kg Schweinerippchen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
75 ml dunkles Bier
1/2 EL Ketchup
1/2 EL Tomatenmark
1 TL flüssiger Honig
1/2 EL scharfer Senf (idealerweise Dijonsenf)
1/2 EL Worcestersoße
1 TL Paprikapulver
Salz, Pfeffer
einige Spritzer Tabasco

(1) Zuerst die Rippchen vorbereiten. Diese waschen, die Zwiebel pellen, halbieren. Den Knoblauch auch pellen und halbieren. Die Rippchen mit der einen Hälfte der Zwiebel und des Knoblauchs, Salz und Pfeffer und einen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken und aufkochen lassen. Dann bei kleiner bis mittlerer Hitze ca. 30 Minuten simmern lassen.
(2) Zwischenzeitlich die Marinade klöppeln. Dafür die restliche Hälfte von Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. In einem kleinen Topf das Olivenöl erhitzen. Die Zwiebelwürfel glasig andünsten, die Knoblauchwürfel zugeben und auch etwas andünsten bis sie duften. Das Bier zugießen und etwas einreduzieren lassen. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.
(3) Ketchup, Tomatenmark, Honig und Worcestsoße zufügen und gut verrühren. Mit dem Paprikapulver, Salz, Pfeffer und Tabasco abschmecken.
(4) Die Rippchen aus dem Sud nehmen und trocken tupfen. Auf den heißen Grill legen und 15-20 Minuten grillen. Dabei fleißig von allen Seiten mit der Marinade bestreichen.

In Stücke geteilt servieren und

genießen!

Quelle: LandIdee – Die neue Sommerküche. Seite 26

Als eine sättigende Salatbeilage lachte mich der Brotsalat (im Bild auf 2 Uhr) an, zu dem noch eine Menge Paprika und Tomaten gegeben werden. Eigentlich kommt in die Salatvinaigrette noch Sardellen und Kapern, aber leider hatten wir die zu Hause vergessen, sonst hätte es in Verbindung mit Honig noch eine wirklich nette sü-saure Note gegeben. Zwerg fand den Salat etwas zu unsauer, aber ihre sauer-Grenze liegt auch wesentlich höher als die der Rest der Familie ;-) Ich fand ihn wirklich lecker und schmeckt auch noch am nächsten Tag. Wer darauf achtet, dem sei auch gesagt, dass diese Version vegetarisch, ja sogar vegan ist …

Brotsalat mit Gemüse

Zutaten für 4 Personen:
250 g Kirschtomaten
2 gelbe Paprikaschoten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
400 g Baguette vom Vortag
5 EL Olivenöl
2-3 EL weißer Balsamico
Salz, Pfeffer
1 handvoll Basilikum

(1) Die Tomaten waschen, putzen und halbieren. Die Paprikas waschen, halbieren, vom Kerngehäuse und weißen Innenwänden befreien und in dünne Streifen schneiden. Die Zwiebel abziehen, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Den Knoblauch pellen und halbieren. Das Brot in dünne Scheiben schneiden.
(2) Das Brot auf dem Grill rösten, bloß aufpassen, dass es nicht zu dunkel wird und dann mit den halbierten Knoblauchzehen einreiben.
(3) Den Basilikum in Streifen schneiden. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben. Salzen, pfeffern. Olivenöl und Balsamico drüber geben und gut vermischen, das geht tatsächlich am Besten mit den eigenen Händen.

Genießen!

Quelle: etwas abgewandelt nach LandIdee – Die neue Sommerküche. Seite 92

Nun ist Zwerg nicht der größte Fan von Knochen oder Fett im Fleisch, sprich die Rippchen wurden von ihr verschmäht. Dann noch schnell Hähnchenbrust (im Bild in der Mitte) eingelegt. Dafür suchte ich mir die Honigmarinade mit hohem Sesamanteil aus, sowohl Sesamöl als auch Sesamsamen wurden verwendet. Am Besten mariniert das Fleisch über Nacht, aber 30 Minuten reichen auch, wenn es wirklich schnell gehen soll. Uns allen hat das Fleisch wirklich gut geschmeckt. Süß-salzig-würzig-nussig, wunderbar saftig! Man sollte nur beim Grillen aufpassen, dass das Fleisch nicht verbrennt, weil der Honig doch ziemlich schnell verbrennt, also Obacht! Aber die Marinade wird es bei mir öfter auf das Grillgut schaffen!

Honig-Sesam-Marinade

Für etwa 500 g Fleisch:
3 EL flüssiger Honig
1 EL Sojasauce
1 EL Zitronensaft
2 EL Sesamöl
1 Knoblauchzehe, sehr feingehackt
wenig Tabasco
1 EL Sesamsamen

Die Zutaten gut miteinander verrühren. In einen Gefrierbeutel geben, die Fleischstücke dazu (Schwein, Hähnchen) hinzufügen, Tüten schließen und die Marinade etwas ins Fleisch kneten. Dann mindestens 30 Minuten bis über Nacht im Kühlschrank zwischenparken.

Dann wie gewohnt grillen. Dabei aber aufpassen, dass es nicht verbrennt, passiert bei dem hohen Honiganteil gern schnell. Es schmeckt wunderbar süßlich-würzig-nussig. Toll, toll, toll!

Quelle: LandIdee – Die neue Sommerküche. Seite 19

Den Grillgemüse-Salat (im Bild auf 7 Uhr) haben wir letztes Jahr schon gemacht, nach einer Idee von Jamie Oliver. Dafür wird einfach Gemüse der Wahl auf den Grill geschmissen, schön gebräunt und gegart, klein geschnitten und mit einer Vinaigrette angemacht. Alles mögliche Gemüse ist geeignet dafür (Zucchini, Aubergine, Fenchel, Pilze, Frühlingszwiebeln etc.), aber besonders lecker werden gegrillte Paprika. Die Paprikastücke dafür auf der Hautseite auf den Grill legen und so lange dort belassen bis die Haut tiefschwarz ist. Dann lässt sie sich leicht mit den Händen ablösen, die Paprika ist angegart und süß und hat ein wunderbares Aroma. Großartig! Das hier ist eine sehr einfache Grundversion, die natürlich gerne noch erweitert oder verändert werden kann. Als Salatsauce hatten wir nur Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Es fehlten, um ehrlich zu sein noch frische Kräuter, aber der Basilikum ist komplet im Brotsalat entschwunden, den Thymian aus Frau Mamas Steingarten hatte ich irgendwie nicht vergessen und andere passende Kräuter fanden sich leider nicht im Garten (Schnittlauch schon zu alt, Petersilie noch nicht groß genug, Estragon passte nicht). Aber ich fand’s auch so ganz lecker, kam wenigstens der gegrillte Geschmack der einzelnen Gemüsesorten gut zur Geltung.

Grillgemüse-Salat

Zutaten für 4 Personen:
1 mittelgroße Zucchini
2 kleine Auberginen
1 große Fenchelknolle
1 rote Paprikaschote
1 gelbe Paprikaschote
1/2 rote Zwiebel
1/2 Zitrone
4 El Olivenöl
Salz, Pfeffer

(1) Die Gemüse vorbereiten. Erstmal alles waschen. Von der Paprika die vier Seiten abschneiden und die Kerne samt weißen Innenwänden entfernen. Die Auberginen und Zucchini längs in mitteldicke Scheiben schneiden. Vom Fenchel die Spitzen abschneiden und aufheben, das Wurzelende ganz knapp abschneiden. Dann den Fenchel ebenfalls in dickere Scheiben schneiden durch das Wurzelstück damit die verschiedenen Schichten gut zusammenhalten. (2) Das Gemüse auf den heißen Grill legen. Die Paprikaschoten auf die Hautseite bis diese wirklich rabenschwarz ist. Die anderen Gemüse sollten bei öfterem Wenden eine schöne braune Farbe und Muster bekommen und schon weicher sein. Alles vom Grill nehmen.
(3) Von den Paprikaschoten die Haut abziehen, wenn andere Gemüsestücke etwas zu dunkel geraten sind, die Stellen abkratzen. Alles Gemüse in Würfel schneiden. Die halbe rote Zwiebel in feine Würfelchen schneiden.
(4) Alles in einer Schüssel gut vermengen. Den Saft und die Schale der halben Zitrone zugeben. Ebenso das Olivenöl. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Genießen!

Natürlich können auch noch gerne Kräuter mit rein wie Basilikum oder Thymian oder Rosmarin oder Petersilie, aber hatte ich leider nicht da. Ansonsten passen bestimmt auch ein paar Tomätchen oder Oliven. Vielleicht Feta drüber krümeln?

Sommer + Sonne + Wochenende = Grillen

Sommer? Kalendarisch seit dem 21. Juni. Check!
Sonne? Blick aus dem Fenster, strahlend blauer Himmel, gleißendes Sonnenlicht. Check!
Wochenende? Blick in den Kalender, morgen ist Freitag. Check!

Ein sonniges Sommerwochenende soll in den meisten Ecken Deutschlands anstehen, also versorge ich Euch noch auf die Schnelle mit den beiden Rezepten, die ich letztens für eine Grillparty machte, die zwei Freunde von mir gaben, um ihre erfolgreich bestandenen Diplome zu  feiern. Da vegetarisches Grillen ausdrücklich verboten war, ich aber überhaupt keine Lust auf gekauftes, fertig mariniertes Fleisch hatte, erinnerte ich mich an Jamie Olivers zweites Buch „The Return of the Naked Chef„, in dem er einige nasse und trockene Marinaden (Wie nennt man im deutschen eine trockene Marinade? J.O. nennt es „Rub“) vorstellt. Und da lachte mich eine Joghurt-Minz-Marinade an. Eigentlich kommt da noch Limette rein, aber weil ich hier Schwierigkeiten habe, unbehandelte Limetten zu bekommen, hab ich sie einfach durch Bio-Zitronen ersetzt. Eine wundervoll einfach zusammen zu bauende Marinade, die das Fleisch wirklich zart und köstlich macht. Auch klasse, dass man das Fleisch sowohl von 1 Stunde bis 36 Stunden und alles dazwischen marinieren lassen kann, also kein Stress. Falls doch mal kein Grillwetter ist, kann das Fleisch auch gut im Ofen zubereitet werden, gibt allerdings keine schick-dekorativen Grillstreifen wie bei meinem Hähnchenfleisch ;-)

Als Salat hatte ich einen Nudelsalat mitgebracht. Jetzt wird der ein oder andere denken: „Iirks, Nudelsalat!“ Dachte ich früher auch, hatte selbst ein paar Mal unangenehme Zusammentreffen mit Nudelsalaten in denen Dosenerbsen und komische Wurst plus zusätzlich noch viiel Mayonnaise waren. Ziemlich gruselig! Der hier (auf dem Pappteller auf 3 Uhr) hat zwar auch Kochschinken intus, aber noch anderes frisches Gemüse und Kräuter! Im Originalrezept aus dem Basic Cooking kommt zwar auch ein Winzigkeit Mayo rein, aber weil ich keine kaufe, sondern nur in dringenden Fällen selbst mache, hab ich sie diesmal weggelassen (zuviel Aufwand und die Party ging nachmittags los, dat war mir doch ’nen büschen zu heikel mit rohem Eierkram), einfach die Mayo durch Schmand ersetzt. Ging auch wunderbar! Insgesamt ein sehr toller Salat, der es schon in mein Standardrepertoire geschafft hat und sogar die ebenfalls sehr nudelsalatskeptischen Eltern überzeugen konnte :-)

Und jetzt die Originalrezepte für diejenigen, die zum Achtelfinale am Sonntag grillen wollen oder sich einfach einen schönen Abend im Garten machen wollen.

Joghurt-Limetten-Minz-Marinade

Für 6-8 Portionen Fleisch:
500 g Natur-Joghurt
2 handvoll frische Minze, kleingehackt
Zeste und Saft von 2 Limetten (hier: 1 Zitrone)
1 EL Koriandersamen, im Mörser zerstoßen
Salz, Pfeffer
guter Schluck Olivenöl

Alle Zutaten mischen und über das Fleisch der Wahl streichen. 1-36 Stunden marinieren lassen und dann grillen, braten oder im heißen Ofen backen.

Quelle: Oliver, Jamie (2000): The Return of the Naked Chef. Penguin Books. Seite 194

Perfekter Party-Nudelsalat

Zutaten für 6-8 Portionen auf dem Buffet:
250 g Hörnchen- oder Spiralnudeln
Salz
200 g gekochter Schinken
150 g mittelalter Gouda
1 Bund Radieschen
½ Salatgurke
1 Bund Schnittlauch
1 Bund Dill
2-3 EL Mayonnaise (hier: Schmand)
2-3 EL Joghurt
2-3 EL Weißweinessig
Pfeffer aus der Mühle
2-3 EL Sonnenblumenöl

(1) Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsbastelanleitung gar kochen. Abgießen und abschrecken, damit sie nicht nachgaren und doch noch matschig werden.
(2) Währenddessen den Schinken (ohne Fettrand) in Streifen schneiden und den Käse grob raspeln. Das Grün der Radieschen abschneiden, waschen, trocknen und in feine Scheibchen schneiden. Die Gurke schälen (hier: nicht gemacht, ich mag die Schale, einfach waschen vorher) und in kleine Würfel schneiden. Die Kräuter ebenfalls waschen und fein hacken.
(3) Die Mayonnaise mit dem Joghurt und Essig verrühren, salzen und pfeffern. Als letztes das Öl unterrühren.
(4) Die Nudeln mit den restlichen Zutaten mischen, die Sauce drüber gießen und durchziehen lassen (bei selbstgemachter Mayo nicht zu lange und im Sommer lieber ganz weglassen).
Vor dem Servieren nochmal abschmecken und

genießen!

Quelle: Sälzer, Sabine, Dickhaut, Sebastian (1999): Basic Cooking. Gräfe und Unzer Verlag – München.

Oder vielleicht doch ein paar andere Pasta-Salate?

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