Schlagwort-Archive: Gulasch

Grandios einfaches Bohnengulasch

Wir sind am Ende dieser kleinen Themenwoche „Grüne Bohnen“ angelangt. Aber vielleicht sollte ich noch ein paar Worte darüber verlieren, warum wir alle mehr Buschbohnen und Konsorten essen sollten. Denn die sind sehr gesund. Wie auch die getrockneten Bohnen haben die frischen neben sehr viel pflanzlichem Eiweiß und einen nicht unerheblichen Anteil an Ballaststoffen, von denen wir fast alle zu wenig zu uns nehmen. Daneben enthalten sie auch viele Vitamine (B2, B6, Beta-Carotin) und Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Magnesium. Allerdings sind auch Purine in den Bohnen, weswegen Menschen, die unter Gicht leiden, sich bei ihrem Verzehr zurück halten sollten.

Wer Bohnen selbst im Garten anbauen will, traut Euch ruhig! Es ist total einfach! Sucht Euch ein einigermaßen sonniges Beet und nach dem 15. Mai, den Eisheiligen, kann es losgehen. Die Bohnen benötigen eine Bodentemperatur von mindestens 12°C, um zu keimen. Die trockenen Bohnenkerne einige Stunden in kaltem Wasser einweichen und dann entweder einzeln oder in Gruppen von 5 Bohnen 5 cm tief in die Erde legen. Wer Horste (also Grüppchen) legen möchte, hält einen Abstand von 20×20 cm ein. Nach einigen Tagen werden sie keimen und beginnen zu wachsen. Wenn die Bohnen schon etwas größer sind, kann man sie anhäufeln, damit sie stabiler stehen und auch vor Krankheiten geschützt sind. Dafür einfach mit den Händen etwas Erde zu einem niedrigen Wall um die Bohnenstengel formen. Düngen muss man Hülsenfrüchte nicht, weil sie eine Symbiose mit Bakterien eingehen, die in ihrem Wurzelbereich leben und dort den Luftstickstoff binden, der dann den Bohnenpflanzen als Nährstoff einfach zur Verfügung steht. So 2-3 Monate nach der Aussaat sind die ersten Bohnen erntereif. Und wenn ihr regelmäßig erntet, regt Ihr dadurch die Bohnen an neue Blüten und damit neue leckere Böhnchen zu bilden. Meine Eltern legen Buschbohnen sogar 2-3 mal so im Abstand von etwa 2 Wochen. Das verlängert die Erntezeit doch um einiges und wir haben länger was von ihnen :-) Ihr seht, alles nicht kompliziert und an frischere Bohnen kommt ihr nicht.

Als letztes Gericht dieser Woche möchte ich Euch ein wirklich köstliches, österreichisches Fisolengulasch zeigen. Grüne Bohnen heißen auf österreichisch Fisolen und das klingt so charmant, finde ich. Ich habe auch ungarische Rezepte für Bohnengulasch gefunden, aber das ist tatsächlich die normale Gulaschzubereitung, nur das statt Fleisch eben Bohnen zugegeben werden. In der österreichischen Variante von Brigittas Kulinarium werden die Kartoffeln gleich mit gegart und dann aber auch mit Schmand und Mehl gebunden, wie in einem ordentlichen, ungarischen Paprikasch-Gericht :-) Und dieses Bohnengulasch ist so köstlich, dass ich es jedes Jahr wieder und auch öfter mache! Dringende Nachkochempfehlung!

Fisolengulasch

Zutaten für 3-4 Portionen:
500 g grüne Bohnen (Buschbohnen)
2 große Kartoffeln
1 mittlere Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1,5 EL Öl
1 EL Paprika edelsüß
1 EL Tomatenmark
1/2 l Wasser
Salz, Pfeffer
1 TL Majoran
Prise Kümmel
100 g Schmand
1 EL Mehl

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Das Ende der Bohnen abschneiden und je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebelwürfel zufügen und leicht salzen. Einige Minuten dünsten lassen bei mittlerer Hitze bis die Zwiebeln weich sind. Die HItze etwas hoch stellen, das Tomatenmark und den Knoblauch zufügen und kurz mit anrösten. Den Topf kurz vom Herd nehmen, das Paprikapulver unterrühren bis es duftet. Dann die Bohnen und Kartoffeln zugeben und das Wasser dazu gießen. Mit Salz, Pfeffer, Majoran und dem Kümmel würzen. Aufkochen lassen und dann bei mittel niedriger Hitze weich kochen. Das dauert so 15-20 Minuten, je nach Größe der Gemüsestücke.
(3) Während das Gulasch kocht, den Schmand klümpchenfrei mit dem Mehl verrühren. Wenn alles gar ist, etwas Flüssigkeit des Gulaschs in das Schmandgemisch rühren, um die Temperatur anzugleichen. Alles unter Rühren in den Eintopf geben und alles etwas andicken lassen.

Genießen!

Quelle: nach Brigittas KulinariumFisolengulasch

Partysuppe entspannt – Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Seid ihr Silvester-Partytiere oder lasst ihr es gemütlich angehen? Ich bin ja der totale Silvestermuffel und verbringe den Abend am liebsten mit meiner Familie zu Hause. Leckere Kleinigkeiten zum Essen, alberne Unterhaltungen und hoffentlich gutes TV-Programm. Wir sind da sehr genügsam :-)

Meine deutschen Großeltern allerdings! Die haben in 50er und 60ern aber offensichtlich wilde Silvesterfeiern geschmissen:

Meine Großeltern 1956:

Ha! Das Photographieren von Essen ist keine neumodische Erfindung:

Jungejungejunge! Leider kann ich die beste Oma von allen nicht mehr fragen, was es damals genau zu Essen gab, aber bestimmt waren Mitternachtssuppen schon beliebt. Ich meine, wer könnte einer schön herzhaften Suppe widerstehen, wenn er verfroren aus der Kälte kommt, nachdem alle Raketen und Böller abgeschossen sind. Und ich glaube, ein bisschen Alkohol im Körper kann den Schmacht auf so ein Gericht auch steigern ;-)

Aber wenn man schon eine Party schmeißt, ist man auch froh, wenn sich manche Sachen von selbst erledigen. Und da kommt der Slowcooker ins Spiel. Während ihr die Wohnung auf Vordermann bringt und dekoriert und andere Kleinigkeiten zubereitet, schmurgelt diese Gulaschsuppe langsam im Slowcooker vor sich hin und ihr müsst Euch nicht drum kümmern, außer maximal 20 Minuten in die Vorbereitungszeit investieren. Die nächsten 8-10 Stunden könnt ihr den Slowcooker getrost vergessen.

Und die Suppe ist wirklich lecker und schmeckt tatsächlich ungarisch. Ich habe Gabis Rezept nur durch die Zugabe der Petersilienwurzel geändert, weil die nunmal an ungarische Suppen gehört. Wenn ihr also zufällig Petersilienwurzeln seht, greift dringend zu! Sie sollten momentan auf jedem Wochenmarkt oder in osteuropäischen Supermärkten zu finden sein. Sie bringen ein angenehm Aroma in die Suppe wie sonst kein anderes Gemüse. Merkt man, dass ich so ein bisschen verliebt in die Petersilienwurzel bin? Ansonsten ist das Fleisch wunderbar zart, das Gemüse noch angenehm bissfest und nicht zerkocht. Der Sud wird schön würzig durch die lange Zeit im Slowcooker, so dass die Aromen sich richtig gut miteinander verbinden können. Ich war sehr begeistert! Wird es öfter geben!

Wer jetzt allerdings keinen Slowcooker sein eigen nennt, der kann trotzdem eine tolle Gulaschsuppe kochen. In diesem Beitrag zeige ich, wie es auch auf dem normalen Herd geht.

Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
250 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
250 g Möhren und Petersilienwurzel gemischt
2 Paprikaschoten
500 g Schweinegulasch
2,5 EL Butterschmalz oder Schmalz
1 Tl Paprikapulver rosenscharf
4 TL Paprikapulver edelsüß
2 EL Tomatenmark
750 – 900 ml Brühe (oder Wasser)
Salz, Pfeffer
1 TL Kümmel

Zum Servieren:
feingehackte Petersilie
Saure Sahne
frisches Brot

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Kartoffeln und Wurzelgemüse schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Aus den Paprikaschoten die Kerne entfernen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden.
(2) 1 EL Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Die Würfel der Kartoffeln und Wurzelgemüse bei hoher Hitze anbraten.  In den Einsatz des Slowcookers geben, Deckel drauf und auf HIGH stellen.
(3) Einen weiteren EL des Butterschmalz‘ in der Pfanne erhitzen. Das Fleisch bei hoher Hitze von allen Seite braun anbraten. In den Einsatz geben.
(4) Den Rest Butterschmalz wieder in der Pfanne erhitzen, diesmal auf mittlerer Hitze. Die Zwiebelwürfel langsam anbraten bis sie leicht braun sind. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Sorten Paprikapulver unterrühren. Ebenso den Knoblauch. Wieder auf den Herd stellen. Das Tomatenmark gut hinein rühren und so lange braten bis das Paprikapulver duftet, aber nicht verbrennt, sonst wird es bitter. Mit einem großzügigen Schluck der Brühe ablöschen und alles in den Slowcookereinsatz geben.
(5) Die Paprikaschotenstückchen hinzufügen, mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Die restliche Brühe zugießen und umrühren. Deckel drauf und 8-9 Stunden auf LOW garen oder 4-5 Stunden auf HIGH. Oder bis die Kartoffeln und Möhren/Petersilienwurzeln gar sind.

Auf den Tellern dann mit der Petersilie und Saurer Sahne garnieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogGulaschsuppe ungarisch

Ungarisches, geschichtetes Sauerkraut aus dem Slowcooker

Winter, die perfekte Zeit für Schmorgerichte! Und was kann der Ungar an sich besonders gut? Richtig: Gulasch. Und Gulasch ist das Schmorgericht par excellence. Mit der giftigen Blonden unterhielt ich mich letztens über Szegediner Gulasch, also die Variante, in der Sauerkraut mitgeschmort wird und wir beschlossen eine kleine Challenge zu machen: bei ihr wird eine österreichische Version von Brigitta präsentiert, ich zeige die elterliche, die geschichtet geschmort wird.

Vor Ewigkeiten mit einem äußerst gruseligen Bild zeigte ich ja schon mal wie die ungarische Familie Szegediner Gulasch oder Székely káposzta macht. Trotzdem war ich damals, als ich bei der mittleren Tante die Zubereitung sah, etwas überrascht. Denn meine Eltern haben es früher etwas anders gekocht. Da kamen noch Hackbällchen, die mit Reis gebunden werden, rein und es wurde eben in einem breiten Topf geschichtet und ohne Rühren geschmort wird. Nun habe ich ja meine Schmormonster aka Slowcooker und dachte, dass es doch auch darin gehen müsste. Also flugs bei Frau Mama nachgefragt, wie sie das früher gemacht hat und umgemodelt für den kleinen 1,5l Slowcooker. Die Vorbereitungszeit beträgt jetzt nicht nur 5 Minuten, aber dafür ist es ein wunderbares Sonntagsessen, dass nach dem Anstellen des Slowcookers kaum noch Aufmerksamkeit bedarf (und ich Zeit hatte meinen Haushalt auf Vordermann zu bringen). Natürlich kann man es auch auf dem Herd im normalen Topf garen, das habe ich nach dem Slowcooker-Rezept beschrieben.

Und es ist eine wunderbare Version, die zarten Hackbällchen passen wunderbar zum cremigen Kraut und dann hier und da ein Stückchen zartestes Gulaschfleisch. Mit ein paar Kartoffeln oder frischem Weißbrot ein wunderbares Winteressen (bei der Familie in Ungarn aß ich es auch schon im Sommer, die kennen keinen Schmerz *g*)! Probiert es ruhig aus und berichtet mal :-)

So, und jetzt rüber zur Giftigen Blonden mit Euch und die dortige Variante bestaunen!

Ungarisches, geschichtetes Sauerkraut – Székely töltött káposzta

Zutaten für 3 Portionen:
50 g Langkornreis
2 Zwiebeln
1,5 EL Öl (oder Schmalz)
300 g gemischtes Hack
1 kleine Knoblauchzehe
1 kleines Ei
Salz, Pfeffer
1 + 3 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver, rosenscharf
100 ml Wasser
750 g Sauerkraut
(frisch oder mild aus der Dose)
300 g Schweinegulasch
1 Lorbeerblatt
100 g Schmand
1 TL Mehl

Slowcooker: 1,5 l
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 5 Stunden HIGH

(1) Als erstes den Langkornreis in Salzwasser vorkochen, dabei reicht halbgar, also nur die Hälfte der Zeit kochen (geht auch in der Mikrowelle 1a). Etwas abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebeln fein würfeln. Die Würfel einer halben Zwiebel zum Hack geben. Die übrigen Würfel in einer kleinen Pfanne zusammen mit dem Fett geben, etwas salzen. Die Hitze auf mittelhoch schalten und die Zwiebelwürfelchen sanft etwa 15 Minuten andünsten bis sie weich und süß sind.
(3) Die Hackbällchen weiter vorbereiten. Den Knoblauch häuten und sehr fein hacken. Den Reis, Ei und Knoblauch zum Hack geben. Mit Salz, Pfeffer und 1 TL Paprikapulver würzen. Alles gut verkneten und 5 Hackbällchen daraus formen.
(4) Das geschnittene Gulaschfleisch waschen, gut mit Küchenkrepp trocknen, leicht salzen und pfeffern.
(5) Jetzt kommt das Sauerkraut dran. Wenn ihr frisches benutzt, dann waschen und gut ausdrücken. Mildes aus der Dose in ein Sieb geben und gut ausdrücken.
(6) Die Pfanne mit den Zwiebeln vom Feuer nehmen. Die 3 TL edelsüßes und 1/2 TL rosenscharfes Paprikapulver zugeben und gut verrühren. Wenn es beginnt zu duften (das geht schnell) 100 ml Wasser zugießen.
(7) Die Zwiebel-Paprika-Mischung auf den Boden des Slowcookers geben. Darüber eine dünne Schicht Sauerkraut, dann das gewürzte Gulaschfleisch, das Lorbeerblatt dazwischen stecken und dieses widerum mit einer dünnen Schicht Sauerkraut bedecken. Die Hackbällchen darauf geben und das restliche Sauerkraut. Deckel drauf und insgesamt 5 Stunden auf HIGH garen.
(8) 45 Minuten vor Ende den Schmand gründlich mit dem Mehl verrühren. Die Hackbällchen vorsichtig aus den Sauerkraut fischen, zur Seite legen. Die Schmand-Mehlmischung gründlich unterrühren. Die Hackbällchen wieder obenauf geben. Deckel drauf und zu Ende garen.

Mit Kartoffeln oder frischem Weißbrot servieren.

Genießen!

Wenn die Zutaten verdoppelt werden, kann es auch gut im 3,5 l Slowcooker gemacht werden, dann würde ich es allerdings eher 6 Stunden auf HIGH lassen, weil die kleinen Schmormonster meistens mehr heizen als die großen.

Wer keinen Slowcooker hat, kann es natürlich auch im normalen Topf auf dem Herd machen. Dafür in einem möglichst weiten Topf, die Zwiebeln (wie für jedes Gulasch) bei kleiner Hitze langsam andünsten, vom Herd nehmen und mit Paprika bestäuben. Eine dünne Schicht ausgedrücktes Sauerkraut gleichmäßig darauf verteilen, am Rand des Krauts das gewürzte Gulaschfleisch geben, in die Mitte die Hackbällchen. Mit dem restlichen Sauerkraut bedecken und 100 bis 200 ml Wasser angießen (im normalen Topf verdunstet mehr als im Slowcooker). Bei mittelkleiner Hitze ca. 1,5 Stunden schmoren lassen. Dann wie im Slowcooker die Hackbällchen rausfischen und das Schmand-Mehl-Gemisch unterrühren. Kurz bei hoher Hitze aufkochen lassen bis das Gulasch gebunden ist. Das dauert nicht allzu lang. Zusammen mit den Hackbällchen servieren und genießen!

Verwende die Reste! – Wurstgulasch

Es ist immer noch kräftesparende Comfort Food-Week hier angesagt. Und ich hatte noch eine Packung Schlesischer Bockwürste übrig, die ich eigentlich in das Kartoffelgulasch geben wollte, dass der Plan war für den elterlichen Besuch. Dann wurde der Plan aber zugunsten von ungarischer Hurka, die ich bestellt hatte, umgeschmissen und die Würste waren übrig. Hmm. Und da sich vorletztes Wochenende die Erkältung schon ankündigte, brauchte ich was schnelles, dass eben auch noch das übrig gebliebene Zeug im Kühlschrank reduziert. Zusätzlich zu den Würstchen fand auch noch eine Paprikaschote in den Weg ins Gulasch und Mais passte wunderbarst.

Die Zubereitung ist einfach und innerhalb von 45 Minuten kann das Essen auf dem Tisch stehen, wovon 20-30 Minuten unbeaufsichtigt sein können. Zum Paprikapulver im Gulaschansatz gab ich noch etwas Mehl, welches das Ganze leicht und angenehm gebunden hat.

Das Rezept ist an die DDR-Zubereitung angelehnt, die ich zu Kindergarten- und Schulspeisungszeiten wirklich geliebt habe (wie wahrscheinlich alle anderen Kinder auch) und deswegen gehören für mich Spirelli-Nudeln unbedingt dazu! Am Besten einen My zu lange gekocht *g* Also ist das wahrscheinlich auch gut für ein Familienmittagessen, weil meine Schärfetoleranz liegt ungefähr bei der eines Kleinkindes ;-) Alle andere dürfen gerne Schärfe nach Wahl zugeben :-)

Wurstgulasch

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Würstchen (Schlesische, Jagdwurst, etc.)
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Paprikaschote
2 EL Öl
2 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Mehl
3 TL Tomatenmark
400 ml Wasser
1 Lorbeerblatt
1/2 Dose Mais (ca. 150 g)
Salz, Pfeffer, Zucker

(1) Die Würstchen je nach Größe in Scheiben, halbe Scheiben oder Würfel schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Paprikaschote waschen und in mittelgroße Würfel schneiden.
(2) Das Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Zwiebelwürfel hinein geben, leicht salzen und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten andünsten, den Knoblauch zufügen und so lange andünsten bis er duftet. (3) Den Topf vom Herd nehmen, das Paprikapulver zufügen und rühren bis er duftet. Zurück auf den Herd stellen und das Mehl zugeben und gründlich verrühren. Das Tomatenmark zufügen und ebenfalls gut unterrühren. Schluckweise das Wasser zugeben und dabei gut rühren, damit keine Mehlklumpen bleiben.
(4) Jetzt die Wurststücke, Paprika und Lorbeerblatt hinein geben. Mit wenig Salz (die Wurst ist salzig), Pfeffer und etwas Zucker würzen. Deckel drauf und insgesamt 30 Minuten köcheln lassen. Die letzten 10 Minuten den abgetropften Mais zugeben. Nochmals kosten, fehlt Salz, Pfeffer oder Zucker?

So richtig gut schmeckt es nur mit Spirelli-Nudeln, aber es gehen bestimmt auch Kartoffeln.

Genießen!

Ungarn auf deutsche Teller holen II: Paloczensuppe – Gulaschsuppe mit grünen Bohnen

Es gibt tatsächlich noch ungarische Gerichte, die selbst mein Vater (der ganze Ungar in der Familie) nicht kennt. Erstaunlich! Ob der Bohnenflut aus dem elterlichen Garten im August, kam ich auf die Idee eine Paloczensuppe zu kochen. Das ist eine Gulaschsuppe, in der Buschbohnen (hier auch die gelben Wachsbohnen) mitgekocht werden, dann mit frischem Dill gewürzt und etwas Essig säuerlich abgeschmeckt. Die Kombination mag etwas seltsam anmuten – Gulasch mit Dill? – funktioniert aber äußerst hervorragend. Traut Euch ruhig! Auch Herr Papa und Frau Mama waren mehr als überrascht und dann sehr begeistert von der Suppe! Sie ist aber auch zu köstlich! Warum mache ich eigentlich nicht öfter Gulaschsuppe? Die kann man doch bestimmt auch einwecken ;-)

Also an alle, die eine wirklich schöne Suppe mögen und weder Gulasch noch Bohnen und Dill abgeneigt sind, probiert sie ruhig aus! Sie ist ernstlich toll!

Palóczen-Suppe

Zutaten für 6 Personen:
1 große Zwiebel
guter Schluck neutrales Pflanzenöl
2 TL Paprika edelsüß
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
500 g Gulaschfleisch
Salz
2 Lorbeerblätter
300 g grüne Bohnen
3 Möhren
5 mittelgroße Kartoffeln
150 g Schmand
1 EL Weißweinessig
1/2 Bund Dill

(1) In einem großen Topf (3-4 l) das Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel würfeln und in dem heißen Öl ca. 10 Minuten langsam glasig andünsten bis sie etwas süßlich duften. Dann den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver hinzufügen. Kurz in der Topfhitze andünsten. Es darf nicht anbrennen, sonst wird das gesamte Essen bitter! Das Fleisch hinein geben, aufs die Hitze zurück, salzen und etwas umrühren. Lorbeer dazu, Deckel drauf und ca. 50 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze schmoren lassen.
(2) Während das Grundgulasch schmurgelt, die Bohnen putzen und dritteln. Die Kartoffeln und Möhren schälen und in etwa 2 cm große Stücke schneiden.
(3) Nach den 50 Minuten das Gemüse dazu geben und mit soviel Wasser auffüllen, dass das Ganze eine suppige Konsistenz erhält. Nochmals 30-40 Minuten köcheln lassen oder bis das Gemüse gar ist.
(4) Wenn alles gar ist, ein wenig der Suppenflüssigkeit mit dem Schmand verrühren und in die Suppe rühren. Den Dill fein hacken und dazu geben. Zum Schluss mit dem Essig abschmecken.

Mit frischem Weißbrot zusammen

genießen!

In Ungarn würde diese Suppe als 1. Gang gegessen werden und als 2. Gang etwas Süßes wie Palatschinken oder mit Quark gefüllte Brötchen. Hier in Deutschland reicht uns allerdings die Suppe als alleinige Mahlzeit :-)

Köstliches Horroressen: Kürbisgemüse mit Hähnchengulasch

Wenn ich in Ungarn gefragt werde, was ich gerne esse, antworte ich meist: „Eigentlich alles. So Fözeléks find ich toll!“ Dann guckt mein Gegenüber ganz ungläubig und fragt zurück: „Auch tökfözelék?“ Also Kürbisgemüse … Lange musste ich daraufhin sagen: „Keine Ahnung, habe ich noch nie gegessen. Hat mir noch keiner gekocht …“ Dann aber eines Tages köchelte meine Tante es und fragte mich, ob ich kosten wolle, sagte aber im gleichen Atemzug, dass es mir wahrscheinlich nicht schmecken wird, weil eigentlich nur sie das mag (Ich führte noch öfters Konversationen mit exakt dem Wortlaut zum Thema Kürbisgemüse mit anderen Leuten … Interessant!). Ich kostete und war begeistert! Milder Kürbis, zart gedünstet, mit viel frischem Dill, der schon etwas süßlich schmeckt und als Kontrast ein µ Essig. Tolles Zeug! Warum wurde es mir so lange vorenthalten? In Ungarn wird es traditionell mit einem weißen Sommerkürbis hergestellt, der in lange Streifen gehobelt wird. Der ist hier leider nicht zu bekommen, also behelfen sich im Ausland lebende Ungarn mit Zucchini, die ja auch eine Kürbissorte ist. Also kann ich das hier auch kochen und mache es mir auch ziemlich regelmäßig. Man es kann es einfach so als vegetarisches Gericht mit etwas frischem Weißbrot genießen oder eben noch Gulasch dazu essen. Entweder Reste vom Vortrag oder man köchelt extra ein schnelleres Hähnchengulasch. Die Variante lernte ich von Orsi von Nokedlis kennen. Ich war skeptisch als sie es erwähnte, hab’s aber ausgetestet und bin begeistert von der Kombi! Wenn man Zucchinigemüse und Hähnchengulasch kocht, braucht man alleine schon 1,5 Stunden, aber nur das Fözelék kann innerhalb von 30 Minuten gemacht werden, wenn eine Küchenmaschine beim Raspeln hilft.

Das Essen findet man leider auf keiner Restaurant-Karte, weil Gästeessen in Ungarn doch immer noch sehr fleischdominiert ist, aber es lohnt sich wirklich das mal nach zu kochen. Ich liebe es! Ach ja, ist wahrscheinlich auch eine gute Möglichkeit um der kommenden Zucchinischwemme Herr zu werden ;-)

So und extra für die Besitzerin des Restaurants am Ende des Universums, hier das Rezept:

Ungarisches Kürbisgemüse mit Hähnchengulasch

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Hähnchengulasch:
2 Hähnchenbrüste
2  ganze Hähnchenkeulen (oder noch 1 Brust zusätzlich)
1 große Zwiebel
3 EL Öl
2 TL Paprikapulver edelsüß
1 TL Paprikapulver rosenscharf
Salz
100-200 ml Wasser

Für das Kürbisgemüse:
6 mittelgroße Zucchini
1 kleine Zwiebel
1 EL Öl
Salz, Pfeffer
ca. 100 ml Wasser
1 EL Mehl
100 g Saure Sahne
50 g Schmand
3 EL gehackter Dill
1 EL Weißweinessig

(1) Zuerst das Hähnchengulasch ansetzen. Die Hähnchenschenkel und die Brustfilets waschen und trocken tupfen. Das Brustfleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Das Fleisch von den Schenkeln auslösen und ebenfalls in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden.
(2) Das Öl in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und die Zwiebeln langsam, ca. 10-15 Minuten lang, andünsten. Sie sollten weich und süß, aber nicht dunkelbraun werden. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver zugeben. Gut durchrühren bis es duftet. Den Topf wieder auf den Herd setzen. Sofort das Fleisch hinzufügen. Gut durchrühren, salzen. Das Wasser hinzufügen, Deckel drauf und aufkochen lassen. Dann ca. 45 Minuten bei kleiner Hitze schmoren lassen.
(3) Während das Gulasch schmurgelt das Zucchini-Gemüse zubereiten. Dafür die Zucchini waschen, trocknen, Enden abschneiden. Wenn die Zucchini größer sind, dann halbieren und das Kerngehäuse heraus schneiden. Die Zucchini grob raspeln. Die kleine Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden.
(4) In einem Topf das Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze andünsten. Die Zucchiniraspeln mit dem Wasser zufügen. Salzen und pfeffer. Deckel drauf und bei mittlerer Hitze ca. 10-15 Minuten köcheln lassen. Während dessen das Mehl mit der Sauren Sahne und dem Schmand klümpchenfrei verrühren. In das Zucchini-Gemüse rühren. Aufkochen lassen und noch so 1-3 Minuten kochen lassen bis das Gemüse cremig ist. Den Dill und Weißweinessig unterrühren. Nochmal abschmecken, fehlt was? Salz oder Pfeffer oder doch etwas saurer?

Das Gemüse auf den Tellern verteilen mit etwas Gulasch toppen und frischen Brot servieren.

Genießen!

Quelle: Mengenangaben nach NokedlisTökfözelék

And again: Gulaschsuppe

Das Wetter ist ja doch seeehr winterlich, also winterlicher geht ja fast nicht mehr … Was braucht man da? Ein schönes Süppchen! Genau! Da ich ja geschmackssinntechnisch immer noch etwas eingeschränkt bin (aber es bessert sich, nur noch Zunge hinten links taub *freu*), brauche ich starke Aromen. Und was liegt bei einem halben ungarischen Chromosomen-Satz näher als Gulaschsuppe, zumal meine letzte wirklich schon fast 2 Jahre her und ebenfalls hier festgehalten wurde (das Rezept brauchte dringend ein neues Bild *g*). Auch meine Eltern waren dem Vorschlag nicht abgeneigt und so köchelten wir am Freitagabend eine große Portion, von der meine Eltern am nächsten Tag ein gewürzgurkenglasvoll mit in die Ostseeheimat nahmen, damit sie nach der langen Fahrt nicht noch kochen mussten.

Lustigerweise habe ich eigentlich genau dieselben Zutaten benutzt wie beim ersten Mal, so dass ich Euch das Rezept einfach aus dem alten Post nochmal hier her kopiere ;-) Vielleicht sollte ich mich mal auf die Suche nach einem anderen Gulaschsuppen-Rezept machen … Aber erstmal das altbekannte:

Gulyásleves – Gulaschsuppe

Zutaten für 4 hungrige Esser:
800 g Schweinegulaschfleisch, etwa 1-2 cm große Würfel
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
Pflanzenöl
4 TL Paprikapulver edelsüß
2 TL Paprikapulver rosenscharf (oder mehr, wer es schärfer mag)
1 EL Tomatenmark
1/2 rote Paprikaschote, gewürfelt
Salz, Pfeffer

8 Kartoffeln, geschält und in grobe Stücke schneiden
3 Möhren, geschält und in etwa so große Stücke wie die Kartoffeln schneiden
1 große Petersilienwurzeln, siehe Möhren

(1) Ein Schluck Öl (bitte kein Olivenöl, passt nicht, finde ich)  in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze so lange dünsten bis sie schön weich und etwas süß sind. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver hinzugeben. Wieder auf die Flamme geben und ein klein wenig andünsten. Vorsichtig sein und das Paprikapulver nicht zu lange braten, es wird sonst bitter. Das Tomatenmark kurz mit anrösten. Das Fleisch und die Paprikawürfel hinzufügen. Gut salzen und pfeffern.
(2) Deckel auflegen und bei schwacher bis mittlerer Hitze ca. 1 Stunde schmoren lassen. Es sollte Fleischsaft austreten, wodurch nix anbrennt.
(3) Nach der Zeit die gewünschten Gemüsestücke hinein geben und mit soviel Wasser aufgießen, dass das Gemüse nicht ganz bedeckt ist. Nochmals gut salzen und pfeffern.
(4) Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze so lange köcheln bis das Gemüse gar ist (ca. 30 Minuten).

Zum Servieren mit saurer Sahne auf dem Teller mischen und frisches Weißbrot dazu.  Danach einfach nur …

Genießen!

%d Bloggern gefällt das: