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Sommer für den Winter: Gurkensalat im Glas

Gurken, meine große Liebe! Und Gurkensalat erst Recht! Als jemand mit halbem ungarischem Gensatz bin ich praktisch mit Gurkensalat aufgewachsen. Eigentlich gab es zu jedem Sonntagsessen in Ungarn Gurkensalat. Ihr merkt, der spielt eine große Rolle in meinem kulinarischen Leben *g*

Beim blauen, sozialen Netzwerk bin ich Mitglied in einer Gruppe, deren Thema Einkochen und anderweitiges Konservieren ist. Und in den dortigen Dateien blieb mein Blick auf einem Rezept zu Gurkensalat im Glas hängen. Die Idee hört sich ja nicht verkehrt an! Einmal Arbeit haben und dann nur schnell ein Glas öffnen, wenn man eine kleine Beilage braucht. Also fix vorbereitet und eingekocht. Letzten Samstag, nachdem mir noch ein anstrengend-schlaflose Nacht in den Knochen steckte und ich keine Lust zum aufwendigen Kochen hatte, bot sich die Gelegenheit zum Kosten, da es mittags nur schnelle Bratnudeln mit Ketchup und Ei gab. Und was soll ich sagen: tolles Zeug! Er ist natürlich anders als frischer Gurkensalat, aber aufgepimpt mit ein wenig Saurer Sahne und Paprikapulver oder so pur, richtig gut! Für gestresste oder leicht verpeilte Menschen eine sehr anständige Alternative!

Gurkensalat im Glas

Zutaten für knapp 2 l:
3 Salatgurken
1 Zwiebel
je Glas 1/2 Lorbeerblätter
je Glas 1/2 TL Senfkörner
gehackter Dill
200 g Zucker
200 ml Weißweinessig
3 EL Salz
1 l Wasser

Weck-Gläsern mit Gummiringen und Metallklammern
großer Topf oder Einkochautomat

(1) Die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab. Bis sie gebraucht werden, im Topf lassen.
(2) Während die Gläser sterilisieren, den Salat vorbereiten. Die Gurken waschen, trocknen, Enden abschneiden und in dünne Scheiben hobeln (Die Küchenmaschine ist Dein Freund!). Die Zwiebel häuten und in dünne Halbringe schneiden. Lorbeerblätter, Senfkörner und Dill bereitstellen.
(3) Zucker, Weißweinessig, Salz und Wasser in einem Topf aufkochen lassen und so lange kochen bis Salz und Zucker aufgelöst sind.
(4) Die Gläser nach folgendem Prinzip befüllen: In die untere Hälfte eng die Gurkenscheiben einschichten, darauf ein paar Zwiebelstückchen, das halbe Lorbeerblatt, 1/2 TL Senfkörner und ca. 1 TL gehackter Dill. Den Rest des Glases dann wieder eng mit Gurkenscheiben auffüllen. Wenn alle Gläser befüllt sind, die Marinade in die Gläser gießen, dass sie zu ca. 3/4 gefüllt sind. Die Deckel samt Gummiringen mit zwei Metallklammern befestigen.
(5) Einen großen Topf, in den die Gläser passen mit einem alten Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen. Die Gläser hinein stellen und so viel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser mindestens zu 3/4 im Wasser stehen. (Wenn ihr Gläser stapelt, muss das oberste Glas mindestens 3/4 im Wasser stehen. Es macht nichts, wenn die Gläser komplett von Wasser bedeckt sind, weil kein Wasser eindringen kann.) Deckel auf den Topf und den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen, wenn das Wasser kocht, die Temperatur auf Stufe 2 von 6 zurück stellen und 30 Minuten einkochen lassen. Nach der Zeit die Gläser heraus holen und auf einem Holzbrett stehend vollständig abkühlen lassen. Klammern entfernen und prüfen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, indem man die Gläser nur am Deckel hoch hebt. Noch eine Woche ziehen lassen und dann …

Genießen!

Quelle: Rezept aus einer Facebook-Gruppe

Ihr wollt mehr Grundlageninformationen zum „Wie? Was? Warum?“ des Einkochens?

Flottes Dreiländereck Menü – Feines Sommergurken-Süppchen

Im Kochtopf ist mal wieder Event-Zeit und Dorothée von „Bushcooks Kitchen“ wünscht sich einen „Flotten Dreier„, sprich ein Drei-Gänge-Menü. Jetzt nicht von einem alleine gekocht, sondern von drei Bloggern, die sich bittedankeschön auch absprechen dürfen :-) Mich fragten die liebe giftigblonde Sina und die Turbohausfrau Susi, ob ich bei ihnen mitspielen will. Aber sehr gerne doch, die Damen!

Blog-Event CX - Flotter Dreier (Einsendeschluss 15. Juli 2015)

Aufgrund unserer unterschiedlichen Herkünfte entschieden wir uns ein Dreiländermenü zu zaubern. Ich war für die Vorspeise mit ungarischem Einschlag zuständig, Susi für den österreichischen Hauptgang und Sina mit ihrer halbitalienischen Herkunft für das Dessert.

Ich finde ja fast nichts ist typischer für Sommer in Ungarn als Kovászos uborka, also jene in Salzwasser in der prallen Sommersonne gegorenen Einlegegurken, die dadurch diesen bestimmten, schwer zu beschreibenden Geschmack bekommen, den ich von keiner eingelegten deutschen Variante kenne. Jetzt lieben wir sie einfach so als Beilage zu diversen Essen, aber auch andere Sachen kann man damit machen. Vor einigen Jahren veröffentlichte Zsófi vom ungarischen Blog „Chili & Vanilia“ eine Cremesuppe aus den Sommergurken und endlich ergab sich die Gelegenheit, sie zuzubereiten. Ich muss gestehen, ich war etwas skeptisch beim Geschmack. Dieser spezielle Gurkengeschmack mit Joghurt gepaart? Und ich war sehr positiv überrascht! Es ist ein wirklich feines Süppchen, dass sich hervorragend als erfrischender Auftakt zu einem sommerlichen Menü macht. (Und ich behaupte mal gesund ist es dazu…) Was wirklich nicht vergessen oder gar weggelassen werden sollte, ist das Olivenöl und der ausgelassene Speck. Sie geben nochmal extra Aromen, die die ganze Cremesuppe perfekt abrunden!

Sommergurken-Cremesüppchen

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
4-6 ungarische Sommergurken/Kovászos uborka
1/2 Knoblauchzehe
250 ml Gurkenflüssigkeit
300 ml Joghurt
200 ml kalte Gemüsebrühe30 g geräucherter Bacon
Olivenöl

Die Gurken grob würfeln. Den Knoblauch fein reiben. Mit ein wenig der Gurkenflüssigkeit mit Hilfe eines Stabimixers oder im Standmixer fein pürieren. Die restlichen Flüssigkeiten zugeben und weiter pürieren. Ein paar Stunden kalt stellen.

Zum Servieren den Bacon in etwas Olivenöl knusprig braten. Zusammen mit einigen Tropfen Olivenöl über die angerichtete Suppe geben.

Quelle: Chili & VaniliaKovászos uborka krémleves

Und was gab es bei den anderen beiden? Susi zauberte ein Lamm im Haselnussblatt:

und bei Sina gab es eine Himbeer-Panna cotta, bei der sie sich ärgerte nur so wenig gemacht zu haben:

Sommer für den Winter: Hausgemachte Senfgurken

 

Ich bin voll im Hamstermodus! (Fast) Alles, was mir momentan an gemüse und Obst unterkommt, wird irgendwie für den Vorrat zubereitet und haltbar gemacht. Besonders haben es mir die Gurken angetan. Die ungarische Hälfte in mir liebt eingelegte Gurken und wird leicht nervös, wenn kein Glas im Vorratsschrank ist. Gewürzgurken wurden ja schon äußerst erfolgreich nach dem Rezept aus dem geliebten „Deutschland vegetarisch“ eingekocht, aber ich liebe auch Senfgurken. Die muss man doch auch selbst machen können. Also fix auf die Suche gemacht im weltweiten Zwischennetz. Fündig wurde ich auf der Seite „Spreewald Info“ und wer, wenn nicht Leute aus dem Spreewald haben die richtigen Rezepte für eingelegte Gurken?!? Interessanterweise kam da Meerrettich mit, eigentlich frisch, aber war hier nicht aufzutreiben, und nur Senfkörner. Ich hatte ja mit einer etwas komplizierteren Zubereitungsweise und Zutaten gerechnet. Aber nee. Gurken vorbereiten, alle weiteren Zutaten dazu, ziehen lassen, in die Gläser und einkochen, fertig. Simpel.

Ich hatte für die Gurken extra Schmorgurken aus der Ostseeheimat mit hier her genommen und mit einer normalen Salatgurke ergänzt. Und die Gurken sind wirklich soo gut geworden und schmecken und duften tatsächlich wie die Senfgurken, die man im Supermarkt zu kaufen kriegt. Großartigst! Leider war meine Schmorgurke etwas bitter, so dass das Bittere auch in den fertigen Gurken durchkommt, aber es ist nicht so schlimm, dass man sie nicht essen könnte.

Ich kann also jedem empfehlen, der Senfgurken mag, sie mal selbst auszuprobieren. Total einfach und sooo köstlich!

Senfgurken nach Spreewälder Art

Zutaten für 1-1,5 l:
1,5 kg Gurken (Schmorgurken oder Salatgurken)
1 Zwiebel
3,5 EL Zucker
1 EL Salz
30 g Senfkörner
110 ml Weißweinessig
2 TL Meerrettich natur aus dem Glas

Gläser mit Deckel, Gummi und Spannklammern zum Einwecken
oder
Twist-Off-Gläser
großer Topf mit Deckel

(1) Die Gurken schälen, halbieren und Kerne mit Hilfe eines Löffels entfernen. Die Gurkenhälften dann je nach Größe nochmals längs halbieren und dann in ca. 1-2 cm breite Streifen oder Halbmonde schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Beides mit allen anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
(2) Am nächsten Tag die Gläser vorbereiten. Sie gründlich in heißem Spülwasser auswaschen, mit klarem Wasser nachspülen. Die nassen Gläser in den Ofen geben, den Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten darin sterilisieren und trocknen. Die Deckel und Gummiringe in einen kleinen Topf geben und etwa 5 Minuten kochen lassen. Die Gläser herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Einen großen Topf mit zwei Lagen Küchenkrepp oder einem alten Geschirrtuch auslegen.
(3) Nach einem Tag sollte sich genug Flüssigkeit gebildet haben. Die Gurken auf die Gläser verteilen bis 1-2 cm unter dem Glasrand. Die Flüssigkeit und restlichen Gewürzen gleichmäßig in die Gläser geben. Den Rand der Gläser säubern. Die Deckel und Gummiringe aus dem kochenden Wasser fischen (mache ich hier mit einer Zange). Die Ringe über die Glasdeckel legen, auf die Gläser legen und mit je zwei sich gegenüberliegenden Spannklammern befestigen.
(4) Die Gläser in den Topf stellen. Mit kaltem Wasser aus dem Hahn auffüllen bis das Wasser etwa 2 cm unter dem Glasrand steht. Deckel auf den Topf und bei mittelhoher Hitze (hier Stufe 4 von 6) zum Kochen bringen. Ab dem Zeitpunkt des Kochens 20 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit vorüber ist, die Gläser aus dem Topf holen und auf einem Holzbrett stehend abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen. Jetzt prüfen, ob die Gläser wirklich dicht sind, indem man sie nur am Glasdeckel haltend vorsichtig hochhebt. Wenn alles dicht ist, ohne Klammern in den Vorratsschrank stellen. Falls der Glasdeckel doch nicht dicht war, entweder im Kühlschrank zwischenparken und zeitnah essen oder das Glas nochmal einkochen.

Sie sind sofort essbar, kann man aber auch aufheben.
Wenn ihr sie später öffnen wollt, dann kontrolliert, ob der Deckel noch fest drauf saß. Falls nicht, ist der Inhalt schlecht geworden. Alles sofort und komplett entsorgen!

Genießen!

Quelle: Spreewald-InfoSpreewälder Senfgurken

Und weil es so einfach ist und dabei so lecker, dabei noch saisonal, darf es bei Henriettes „Sommer, Sonne, Erntezeit“-Event mitspielen. Soll ja Leute geben, die haben in ihren Gewächshäuschen unglaubliche Mengen an Gurken und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen ;-) Ich muss Schmorgurken leider immer auf Wochenmärkten suchen oder vom Gemüsevietnamesen des Vertrauens in Rostock mitnehmen. Dabei liebe ich sie so sehr!

Ich lass den Ungar in mir raus – Kovászos uborka

Ich erwähnt es ja schon, es war heiß! Und endlich mal nicht nur einen oder zwei Tage, sondern mehrere Tage, so dass meine ungarische Gene sofort nach Kovászos uborka, also in Salzlake gegärten Gurken schrien. In Ungarn werden sie den ganzen Sommer von gefühlt allen Familien gemacht und irgendwie kenn ich keinen, der sie nicht mag. Frau Mama hat sie natürlich auch schon öfter gemacht, wie hier dokumentiert, ich höchstselbst allerdings noch nie. Aber jetzt mit meinem Südbalkon kann ich das auch, wenn das Wetter stimmt. Und so wurden Mitte letzter Woche einige Einlegegurken (für mich brauche ich keine 2 kg Gurken machen) eingesackt im Supermarkt, ganzer Dill war nicht aufzutreiben, geschweige denn mit Blüten, aber der tiefgekühlte vom türkischen Supermarkt muss es auch tun. Ein ausreichend großes Glas hatte ich dank Lena auch und so stand dem Versuch nichts im Wege. Wenn man keine ungarische Großfamilienportionen in einem 5l-Glas macht, sind die Vorbereitungen auch schnell abgeschlossen. Dann stehen die Gurken friedlich in der Sonne und man kann jeden Tag zugucken wie sie gären und köstlich werden. Das ist soo toll!

Das Rezept ist ein wenig anders als das Grundrezept von Frau Mama, hat noch ein paar Gewürze dabei, die allerdings eine schöne Note an die Gurken abgeben. Nach knapp 4 Tagen sahen meine Gurken aus als wären sie fertig.

Schnell unter den Profis bei Facebook (die ungarische Verwandtschaft *g*) nachgefragt, ob es sein könnte, dass sie tatsächlich schon fertig sind. Da kam vom Cousin-der-nie-da-ist die Antwort, dass ich doch einfach kosten sollte. Gesagt, getan. Vorsichtig mit einer Gabel ein Gürkchen heraus gefischt und –

Oh! Mein! Gott! Sooo lecker! Perfekt gegärt, noch knackig, eine leichte Knoblauch- und Pfeffernote! Komplette Begeisterung auf meiner Seite! Jetzt kommt allerdings der etwas eklige Teil. Man muss tatsächlich dieses extrem labbrige Brot da raus holen. Klar, kann man mit Löffel oder Gabel versuchen, aber am einfachsten ist es tatsächlich mit den Händen. Also allen Mut zusammen nehmen und schnell den Teil der Arbeit erledigen. Dann die Gürkchen rausholen, in ein neues, sauberes Gefäß geben, dass gut in den Kühlschrank passt. Wenn alle Gurken raus sind, die Flüssigkeit durch ein feinmaschiges Sieb drüber gießen und im Kühlschrank zwischen parken. Was ich dann aus den Kovi ubi gemacht habe, außer einfach mal zum Kühlschrank zu tigern und eine im Stehen zu verputzen, zeige ich Euch die Tage!

Ansonsten kann ich nur nochmal eine große Nachbastelempfehlung geben. Probiert es wirklich mal aus, der zeitliche und finanzielle Aufwand ist so gering, der Genuss dafür umso größer!

Kovászos uborka

Zutaten für ein ¾ l-Glas:
500 g kleine Einlegegurken
1 Bund Dill
1 Knoblauchzehe
½ TL Senfkörner
½ TL Pfefferkörner
1 Scheibe Weißbrot
750 ml Wasser
1 EL Salz

1 1l-Glas

(1) Das Glas gründlich auswaschen und richtig heiß ausspülen. Auf einem sauberen Geschirrtuch umgedreht abtropfen lassen.
(2) Die Einlegegurken in kaltem Wasser gründlich abschrubben. Die Enden und beschädigte Stellen wegschneiden. Dann drei oder vier Mal längs ein, aber nicht durchschneiden. Nur so, dass sie angeritzt sind, aber noch zusammen halten. So kann die Salzlake besser eindringen.
(3) Den Dill waschen und die Hälfte zu unterst in das Glas legen. Darauf die Gurken schichten. Sie dürfen schön eng stehen. Die gehäutete Knoblauchzehe mit reinlegen. Die Senf- und Pfefferkörner drüber streuen. Die zweite Hälfte vom Dill obenauf legen, dann zum Schluss die Scheibe Weißbrot.
(4) Das Wasser aufkochen und das Salz einrühren bis es sich aufgelöst hat. Kurz abkühlen lassen und das warme Wasser über die Gurken in das Glas gießen.
(5) Das Brot wird nach oben schwimmen, weil das Glas nicht komplett gefüllt ist. Mit Hilfe diverser Kleinteile (Plastiktöpfchen, Verschlüsse von Glaskaraffen) versuchen das Brot unter dem Salzwasser zu drücken. Nach draußen in die Sonne stellen und so lange gären lassen bis die Gurken fertig sind. Bei Temperaturen um die 30°C dauert das so 4-7 Tage. Dann ist ihre Farbe etwas fahler (eher Richtung militärgrün) geworden und sie sind weicher. Wenn man reinbeisst, hat man das Gefühl, es hat sich ein wenig Kohlensäure in der Gurke angesammelt.
(6) Dann die Gurken rausnehmen und in eine Aufbewahrungsbox geben. Die Flüssigkeit durch ein Sieb über die Gurken gießen und im Kühlschrank aufbewahren.

Sie passen hervorragend zu Gulasch, Schnitzel, ach in Ungarn gefühlt zu fast allem.

Genießen!

Quelle: Mautner, Zs. (2014): Főzőiskola – Középfok. Libri Kiado. Budapest. p 56

Oh! Mein! Gott! Die großartigsten Gewürzgurken ever!

Ich bin nicht nur eine Scharf-Mimose, sondern auch eine Süß-Mimose. Sobald ich auch nur den Teig von einer Plätzchensorte angesetzt habe, brauche ich dringend eine Scheibe Schinken oder Käse oder Gewürzgurken. Am besten Gewürzgurken! Das geht mir (und dem Rest der Familie) schon so, wenn wir nur ein Stück Kuchen zum Kaffee gegessen haben. Ganz schlimm bei uns …

Nun habe ich als halbe Ungarin eigentlich auch immer ein Glas Gewürzgurken im Haushalt, so ohne geht nicht. Wer weiß, ob mir nicht zum Abendbrot als Beilage danach gelüstet oder ob ich mir einen schnellen Kartoffelsalat machen mag. Und natürlich sind eingelegte Gemüse zu vielen ungarischen Gerichten essentiell. Aber das muss doch auch selbst gehen, sehe im Sommer doch andauernd beim türkischen Supermarkt umme Ecke Einlegegurken und die heißgeliebten ungarische Kovászos uborka, die durch Milchsäure im Sommer gären, sind auch nicht schwierig. Ich hatte schon ein paar Mal Rezepte gesehen, mich dann aber doch nicht aufraffen können, wohl weil meist auch nach einer Fertiggewürzmischung für Gewürzgurken gefragt war und ich doch lieber meine eigenen Gewürze mische.

Und dann kam das Buch „Deutschland vegetarisch“ auf den Markt! Und was lachte mich beim ersten Aufschlagen an? Genau, die selbstgemachten Gewürzgurken. Aber noch zierte ich mich: Ach, in den Ofen soll das? Hmm … Nee, das ist mir zu aufwendig. Aber nachdem Friesi so von den Gürkchen schwärmte und auch ganz viele Rezepte im Buch mit Gewürzgurken gemacht werden, raffte ich mich doch auf. Schnell die allerletzten Einlegegurken des Herbst beim türkischen Supermarkt umme Ecke eingesackt (die waren schon etwas groß), frischen Dill auch dazu gepackt, der Rest war im Vorrat. Übrigens, ein gut sortiertes Gewürzregal rockt! Dann hab ich mir die Rezeptanleitung nochmal genauer durchgelesen und festgestellt, dass es ja doch nicht so kompliziert zu machen ist: Gurken waschen, mit den frischen Gewürzen einschichten, die Marinade kurz im Topf aufkochen, über die Gurken, Deckel drauf, für ca. 30 Minuten in den Ofen. Fertig! Also nicht ganz, man muss die Gürkchen dann noch 3 Wochen ziehen lassen und eine Menge Geduld entwickeln, um die Schätze nicht vorzeitig aus ihrem Glas zu befreien. Schon die Marinade roch verührerisch! Die Gurken schmecken so toll, die Würzung ist perfekt mit den Wacholderbeeren und dem Piment, die den Gürkchen noch das gewisse etwas geben. Ich muss mich so zusammen reißen, nicht das ganze Glas auf einmal zu essen! Ich habe jetzt noch drei Gläser, von denen eins mit zu den Eltern genommen wird (die Gurken muss die Familie kosten!) und die anderen beiden werden für besondere Gerichte aufbewahrt! Nebenbei sammele ich schon Gurkengläser für den nächsten Sommer, um eine wesentlich größere Portion dieser vorzüglichen  Gewürzgurken einzukochen!

Meine geneigte Leserschaft, merkt Euch dieses Rezept dringend für’s nächste Jahr vor, sammelt schon mal Gläser und dann werdet ihr die großartigsten Gewürzgurken ever haben!

Hausgemachte Gewürzgurken

Für 4 Gläser à 500 ml:
1 kg Einlegegurken
150 g weiße Zwiebeln
200 ml Weißweinessig
100 ml Weißwein
400 ml Wasser
100 g Zucker
8 Wacholderbeeren
8 Pimentkörner
1 TL Senfsaat
1 EL Salz
4 kleine Lorbeerblätter
8 Zweige Dill
4 Zweige Bohnenkraut (hier: getrocknet aus’m Garten)

(1) Als erstes die Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel gründlich mit Spüliwasser abwaschen und mit heißem, klarem Wasser ausspülen. Die Gläser und Deckel in den kalten Ofen geben, auf 120°C anschalten und wenn die Temperatur erreicht ist, mindestens 10 Minuten sterilisieren lassen.
(2) Zwischenzeitlich die Gurken mit einer Gemüsebürste in lauwarmem Wasser gründlich waschen.
(3) Für den Sud die Zwiebeln häuten, in feine Scheiben schneiden und mit Essig, Weißwein, Wasser, Zucker, Wacholderbeeren, Pimentkörnern, Senfsaat und Salz zugedeckt 5 Minuten kochen lassen.
(4) Die heißen, jetzt trockenen Gläser und Deckel aus dem Ofen holen und auf ein Holzbrett stellen. Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze stellen. Die Gurken zusammen mit Lorbeer, Dill und Bohnenkraut auf die Gläser verteilen. Man kann die Gurken auch gut halbieren oder vierteln, damit die Gläser voll werden. Den heißen Würzsud gleichmäßig auf die Gläser verteilen und zuschrauben. Bitte vorsichtig sein, es ist alles noch heiß!
(5) Die Gläser in eine größere Auflaufform stellen, so dass sie sich nicht berühren, die Auflaufform samt Gläser auf die erste Stufe in den Ofen stellen. Dann etwa 5 cm hoch heißes (!) Wasser einfüllen (hier etwa 2l). Die Gläser samt Füllung und das zugegossene Wasser müssen immer in etwa die gleiche Temperatur haben, sonst klappt das mit dem Einkochen nicht. Die Gläser 30 Minuten im Ofen lassen. Dabei fängt die Flüssigkeit an zu oerlen.
(6) Nach der halben Stunde die Gläser wirklich vorsichtig aus dem Ofen holen, die Gläaser sind heiß und das Wasser schwabbt ja auch immer noch in der Auflaufform rum. Die Gläser auf einem Holzbrett auf den Kopf stellen (das zischt ordentlich, weil der Deckel ja auch „mitgebacken“ wurde *g*) und so auskühlen lassen.
(7) Mindestens 3 Wochen ziehen lassen und dann

genießen!

Kühl und dunkel gelagert sollten sie einige Monate haltbar sein.

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.),  (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter. p 59

Ein Hoch auf die Schmorgurke! – Sahniges Spreewälder Schmorgurken-Gemüse

Bevor ich vorletzte Woche nach 3,5 Wochen endlich wieder Richtung Kassel fuhr, war ich am Freitag vorher noch schnell beim Gemüse-Vietnamesen des Vertrauens und erstand mit Frau Mama (neben 3,5 kg Pflaumen) eine schöne Schmorgurke, die ich gedachte mit nach Mitteldeutschland zu nehmen, weil es hier ja doch eher selten bis gar nicht Schmorgurken zu kaufen gibt.

Jetzt musste das Schätzchen natürlich auch verarbeitet werden, besser wird sie definitiv nicht mit der Zeit im Kühlschrank. Leider hab ich kein wirklich regionales Kochbuch über Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin/Brandenburg, das sollte mal geändert werden und so machte ich mich bei den üblichen verdächtigen Seiten im Internet auf die Suche. Bei den Küchengöttern wurde ich fündig und mich lachte das Rezept für Spreewälder Gurkengemüse an. Mit Schinken, mit Sahne, mit Sahne, mit Dill undetwas süß-säuerlich abgeschmeckt. Hört sich ja nicht verkehrt und erinnert ein bißchen an die mecklenburger Version. Nun habe ich die halbe Menge an Sahne durch Milch ersetzt, einfach weil ich zuviel Sahne auf einmal nicht gut vertrage und die Gefahr, dass die Milch ausflockt auch nicht allzu hoch war, da die Sauce mit ein wenig Mehl gebunden wird.

Ein wirklich einfach zuzubereitendes Gericht, dass auch relativ schnell geht, also perfekt für geschäftige Samstage. Eine tolle sahnige süß-saure Sauce, bei der der Dill wirklich perfekt mit seiner leichten anisigen Süße reinpasst. Der feine Gurkengeschmack mit dem leichten salzigen Räuchergeschmack des Schinkens. Großartig! Wird eine meiner Lieblingskombos mit Schmorgurken!

Spreewälder Gurkengemüse

Zutaten für 2 Portionen:
1 große Schmorgurke (ca. 700 g)
1 Zwiebel
100 g Schinkenwürfel
1 EL Rapsöl
Salz, Pfeffer
2 TL Puderzucker
2 TL Mehl
100 ml Sahne
100 ml Milch
1 EL Weißweinessig
3 EL gehackter Dill

(1) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Von der Schmorgurke die Enden abschneiden, schälen und halbieren. Mit einem Löffel die Kerne rauskratzen. Die Gurkenhälften in 1 cm breite Streifen schneiden.
(2) Das Öl in einer größeren Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Zwiebel- und Schinkenwürfel darin in 5 Minuten andünsten, dabei aber nicht dunkel werden lassen.

Quelle: KüchengötterSpreewälder Gurkengemüse

Jetzt muss ich es mal zugeben. Ich bin nicht der große Foodphotograph und will es auch gar nicht werden! Ich habe eine doof gelegene Wohnung (so von wegen Himmelsrichtungen), meine Kamera ist nur eine Knipse, normalerweise nehme ich meine Bilder am Wohnzimmerfenster auf, weswegen man die dreckigen Ecken der Fensterleibungen manchmal sieht, habe keine Unmengen an Accessoires und kein Platz für extra Knips-Tischchen. Und ich mag es, mein Essen warm essen. Trotzdem gebe ich mir ein bißchen Mühe, versuche nett anzurichten (eine große Schwäche hier) oder mache tatsächlich kleine Schüsselchen zusätzlich dreckig, um die Gerichte in kleineren ansehnlicheren Portionen zu präsentieren. Naja, an die tollen Bilder von anderen Blogs komme ich nicht ran… Egal! Aber natürlich ess ich die schick angerichteten Mini-Portionen nicht so wie sie auf dem Teller sind, sondern nehme vernünftige Portionen auf großen Tellern und das sieht dann so aus, mit Pellkartoffeln zusammen vermischt:

Danke Frau Gröner für den Anstoß! Mögen vielleicht noch andere Foodblogger bekennen, wie es dann zum Essen wirklich bei ihnen auf den Tellern aussieht? Wir sind doch alle nur normale Esser …

Weiter auf Feuer … – Gewürz-Brotsalat und Mangalica

Ein gutes hat meine dusselige Krankheit, ich habe trotz monatelangem Rumdümpeln doch nette Leute kennengelernt. Gut, dies geschah während meiner Krankenhausaufenthalte, aber auch dort soll es nette Leute geben, sowohl unter den Patienten als auch Mitarbeitern. So lernte ich Frau Hafensonne kennen und irgendwie waren wir uns gleich sympathisch. Und da sie netterweise in Rostock lebt und auch in einem der idyllischsten Stadtteil der Stadt, verbrachten wir letztens einen wirklich netten Nachmittag/Abend.

So, machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein im heimischen Plattenbau auf den Weg …

Fuhr mit dem normalen Linienbus eine kleine Tour durch den Warnowtunnel und Seehafen.

Auf der anderen Flussseite wurde ich von Frau Hafensonne abgeholt und wir spazierten noch kurz zur Warnow runter.

Bei Frau Hafensonne angekommen, wurde mir ein alkoholfreier „Campari-O“ gemischt. Dafür einfach Sanbittèr (Ich liebe das Zeug!) mit Eiswürfel in ein hohes Glas geben und vorsichtig mit Orangensaft auffüllen. Wunderbar!

Dann brutzelten und schnippelten wir gemeinsam einen improvisierten Brotsalat, der echt wunderbar schmeckte. Die Brotwürfel wurden in mit Cumin und Koriander aromatisiertem Olivenöl angebraten, so dass Frau Hafensonne gar nicht die Finger davon lassen konnte ;-) Erst Recht nicht, nachdem da auch noch Zitronensaft drüber träufelte, mit dem sich einige der Croutons richtig schön vollsogen. Ein wirklich wunderbarer Salat zum Grillen, aber auch einfach so als Abendbrot. Lohnt sich für die geneigte Leserschaft die Kombination mal nachzubasteln!

Gewürz-Brotsalat

Zutaten für 3-4 Portionen:
3 dickere Scheiben Weißbrot vom Vortag
3 + 4 EL Olivenöl
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
1 Paprikaschote (oder 4 Snackpaprikas)
250 g Cherry-Tomaten
1/2 Salatgurke
1 Frühlingszwiebeln
1 Avocado
1 halbe Zitrone, Schale und Saft
Salz, Pfeffer
1 handvoll Kräuter (Minze, Oregano, Basilikum)

(1) Das Brot in mittelgroße Würfel schneiden. 3 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze erhitzen. Den Kreuzkümmel und Koriander einstreuen und ganz kurz anschwitzen bis die GEwürze duften. Dann das Brot hinein geben und unter öfterem Rühren die Brotwürfel goldbraun anbraten. Aus der Pfanne nehmen und in eine große Schüssel geben.
(2) Die restlichen Gemüsezutaten vorbereiten. Die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Die Tomaten, Paprika und Gurke waschen, trocknen. Die Paprika halbieren, Kerne und weiße Innenwände entfernen, in schmale Streifen oder Würfel schneiden. Die Cherrytomaten ja nach Größe halbieren oder vierteln. Die Gurke halbieren und die Hälften längs dritteln, dann quer in Würfel schnippeln. Die Avocado halbieren, Stein entfernen, Schale entfernen und ebenfalls würfeln. Die Kräuter waschen, trockenschütteln und fein hacken. Alle Zutaten zu den Brotwürfeln geben.
(3) Den Salat salzen und pfeffern. Die Schale von der halben Zitrone fein abraspeln, den Saft über den Salat gießen und die restlichen 4 EL Olivenöl über den Salat geben. Gut durchrühren und

genießen!

Dann zogen bedrohlich aussehende dunkle Wolken heran, so dass Frau Hafensonne ihren Kapitän anrief, der uns aber beruhigte und meinte, das wäre nur „schwarzer Wind“. Aha?!? Schwarzer Wind? Na gut, wenn der Kapitän das sagt… Aber tatsächlich,  weder regnete noch gewitterte es den Abend, nur eben sehr windig …

Trotz des Windes wurden wirklich tolle Nackenstücke vom Mangalica-Schwein auf den Grill geschmissen. Ganz pur, nur vorher etwas gesalzen …

… und – Oh. Mein. Gott! – war das lecker! Saftig. Würzig. Schweinig. Sogar das Fett war lecker (dieses hat übrigens einen hohen Anteil von guten Omega-3-Fettsäuren, erstaunlich!). Ich meine, keine Wunder, die Viecher können nur draußen gehalten werden und wachsen ziemlich langsam. Sie werden im Gegensatz zum Hausschwein erst nach ca. 1 Jahr geschlachtet und nicht schon nach 6 Monaten. Ich wünschte, dieses Fleisch wäre einfacher zu bekommen *seufz*

Zum Ausklang des Abends bot sich dann noch ein spektakulärer Sonnenuntergang …

Frau Hafensonne, Herr Kapitän, danke für den tollen Abend! Es war mir ein Fest! Ich hatte wirklich Spaß und hoffe, dass wir es im September wiederholen können!

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