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Ungarischer Bohnen-Hack-Auflauf – Rakott zöldbab

Oha! Bohnenwoche schon Tag 4 und bleiben wir bei einer Zubereitung im Ofen. Dieses Mal möchte ich Euch einen typisch ungarischen Auflauf zeigen. Mir ist tatsächlich erst mit dieser Bohnen-Variante aufgefallen, dass viele der ungarischen Aufläufe nach demselben Prinzip gebastelt werden (Gemüsesuppen übrigens auch), obwohl ich schon einige Rezepte auf dem Blog habe… Sie beinhalten immer gekochten Reis, ein schnelles Gulasch aus Hackfleisch, das vorgegarte Gemüse der Wahl (gerne auch mit Blumenkohl oder Wirsing) und zum Schluss eine Schicht aus Schmand. Diese kann pur bleiben oder mit noch mehr Paprikapulver verfeinert werden. Und weil das Gericht aus so eindeutigen Komponenten besteht, kann es auch gut vorbereitet werden. So hab ich das Hackgulasch schon am Tag vorher geschmurgelt, damit das frisch gekaufte Fleisch nicht schlecht wird. Die Bohnen und Reis hab ich am Morgen gekocht, so dass ich mittags nur noch den Auflauf schichten und in den Ofen schieben musste. Sehr kräfteschonend und einfach! Aber natürlich kann die geneigte Leserschaft wie unten beschrieben auch alles in einem Rutsch durch kochen :-)

Die Buschbohnen hatte ich mit der Biokiste bestellt, diesmal fielen sie etwas dicker und mit reiferen Bohnen aus. Sie waren aber trotzdem total zart nach dem Kochen. Ich musste mich mal wieder zusammen reißen, nicht alle Bohnen so aufzuessen *g* Dieses Mal habe ich den Reis mit dem fertigen Gulasch vermischt, habe aber auch Rezepte gefunden, in denen der Reis extra geschichtet wird. Das überlasse ich Eurer Vorliebe :-) Und ich muss sagen, ich bin immer wieder überrascht, wie köstlich so einfache ungarische Alltagsküche ist. Das würzige Gulasch passt wunderbar zu den milden, aber sehr aromatischen Bohnen und durch das Mischen von Reis und Gulasch hat der Reis das schöne Paprikaaroma angenommen. Probiert diesen Auflauf gerne mal aus, Ihr werdet es nicht bereuen!

Ungarischer Bohnen-Hack-Auflauf – Rakott zöldbab

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Grüne Bohnen (Buschbohnen)
150 g Langkornreis
Salz
1 mittlere Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1,5 EL Öl
300 g Hackfleisch nach Wahl
Salz, Pfeffer
1/2 TL gemahlener Kümmel
1 EL Tomatenmark
1 + 1,5 EL Paprikapulver edelsüß
200 ml Wasser
6 EL Schmand
1,5 EL Mehl
1+ 1,5 EL Paniermehl
Butter/Öl für die Auflaufform

(1) Von den Bohnen die Enden entfernen und je nach Größe halbieren oder dritteln. In kochendem Salzwasser in 10-15 Minuten (je nach Größe) bissfest garen. Abgießen und gut abtropfen lassen.
(2) Entweder danach im selben Topf (um Abwasch zu sparen) oder gleichzeitig in einem anderen Topf den Reis nach Packungsanweisung bissfest garen. Zur Seite stellen.
(3) Während die Bohnen und Reis kochen, das Gulasch zubereiten. Dafür die Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln. Das Öl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebelwürfel zugeben, etwas salzen und bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten weich dünsten. Auf hohe Hitze schalten und das Hack zufügen. Zerteilen, mit Salz und Pfeffer würzen und goldbraun-krümelig braten. Kümmel und Tomatenmark zufügen und mit anrösten, dann mit 1 EL Paprikapulver bestreuen, gut verrühren und wenn es anfängt zu duften, mit dem Wasser ablöschen. Deckel drauf und etwa 20 Minuten bei geringer Hitze schmoren.
(4) Während das Hackgulasch köchelt, den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine mittelgroße Auflaufform (etwa 26×16 cm) einfetten und mit 1 EL Paniermehl ausstreuen. Den Schmand mit dem Mehl und den restlichen 1,5 EL Paprikapulver klümpchenfrei verrühren.
(5) Jetzt geht es an das Schichten des Auflaufs. Das Gulasch mit dem gekochten Reis vermischen. Eine Hälfte der Bohnen auf den Boden der Form geben. Dann die Gulasch-Reis-Mischung gleichmäßig darauf verteilen. Zum Schluss die zweite Hälfte der Bohnen in einer Lage verteilen. Zum Schluss das Schmandgemisch auf die Bohnen streichen und mit dem restlichen Paniermehl bestreuen.
(6) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 40 Minuten backen bis die Oberfläche goldbraun ist.

Herausnehmen und etwa 15 Minuten abkühlen lassen, damit er sich besser schneiden lässt.
Dazu passt wunderbar eingelegtes Gemüse (z.B. Kovi ubi oder türkisch fermentiertes Gemüse), Weißkohl- oder Gurkensalat.

Genießen!

Würzige Empanadas – Perfekt für Picknicks

Sommer ist nicht nur Gartensaison, auch Ausflugs- und Picknicksaison! Nun muss ich gestehen, dass ich das viel zu selten machen. Alleine macht das irgendwie wenig Spaß und alle ausflugswilligen Leute leben zu weit weg *seufz* (Ja, einmal Mitleid bitte! *g*). Aber vielleicht habt die geneigte Leserschaft, die sich für Picknicks erwärmen kann und die ihr dann kulinarisch verwöhnen könnt.

Für Ausflüge eignen sich natürlich Gerichte besonders gut, die aus der Hand gegessen werden ohne eine Riesensauerei zu veranstalten. Und das sind diese Empanadas, die ich auf den Videokanal eines ungarischen Kochmagazins sah. Ich war sofort gefesselt und habe die komplette Menge gemacht (und den Kollegen noch etliche am nächsten Tag mitgebracht, die sehr begeistert waren). Ja, die Zubereitung ist etwas aufwendiger, aber es lohnt sich! Und im Sinne des allgemeinen Kräftesparens kann die Füllung auch schon am Vortag zubereitet werden und wartet dann geduldig im Kühlschrank auf ihren Einsatz. Der Teig ist ein leichter Hefeteig, der durch Paprikapulver schön würzig wird. Er lässt sich wunderbar verarbeiten, klebt nicht an der Arbeitsfläche, reißt nicht leicht. Ein wirklich schöner Anfängerteig. Die Schärfe der Füllung könnt ihr je nach Vorliebe variieren, ich als bekennende Scharfmimose nehm nur die Minimalstdosis Chili und Cayennepfeffer, fand aber den Zimt und Muskatnuss darin sehr spannend! Ich hab bei den ersten Empanadas zu viel Füllung in den Teig gegeben, so dass es schwieriger war sie zusammen zu klappen, versucht einfach ein gutes Mittelmaß zu finden, dass nicht zuviel Teig um ein bisschen Füllung ist, die Tasche sich aber auch gut schließen lässt.

Wenn die Arbeit getan und die Empanadas fertig gebacken sind, steht dem kulinarischen Genuss nichts mehr im Weg. Knusprig außen, würzig-herzhafte Füllung! Probiert die unbedingt mal aus!

Würzige Empanadas

Zutaten für 2 Bleche:

Für den Teig:
500 g Mehl
1 TL Trockenhefe
1 TL Paprikapulver edelsüß
2 TL Salz
200 ml lauwarmes Wasser
100 ml Olivenöl

Für die Füllung:
250 g Champignons
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
1/2 Chili
2 EL Öl
350 g Hackfleisch (Rind oder gemischt)
Salz, Pfeffer
1 Prise Zimt, gemahlen
1 Prise Koriander, gemahlen
1 Prise Muskatnuss, gemahlen
Cayennepfeffer, Menge nach Schärfevorliebe
2 El Tomatenmark
3 EL Wasser
1 EL Worchestershiresauce
100 ml Rotwein
1 Bund Petersilie

1 Ei zum Bestreichen

(1) Für den Teig das Mehl mit der Trockenhefe, Salz und Paprikapulver verrühren. Das Öl und das Wasser zugeben und alles in etwa 5 -10 Minuten per Hand zu einem festeren Teig kneten. Falls er noch zu feucht ist, eine Winzigkeit Mehl zufügen, wenn er zu trocken ist, ein paar Spritzer Wasser. Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einem zugfreien Ort (z.B. ausgeschaltetem Herd bei geschlossener Tür) 1 Stunde gehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. (Kann auch schon am Tag vorher geschehen und dann im Kühlschrank lagern.) Zuerst das Gemüse vorbereiten: Pilze putzen, Ende vom Stiel ab- und dann in Würfel schneiden, die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln. Soviel von der Chili fein würfeln wie gewünscht. Danach sofort die Hände gründlich waschen, damit man sich nicht ausversehen in den Augen reibt! Die Petersilie fein hacken.
(3) 1 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Pilze darin scharf anbraten bis sie braun sind. In eine Schüssel füllen und zur Seite stellen. Den übrigen 1 EL Öl erhitzen und das Hackfleisch darin bei hoher Hitze krümelig anbraten, ein wenig mit Salz und Pfeffer würzen. Während das Fleisch so halb durch ist, Zwiebel, Knoblauch und Chili zufügen. Mit Salz, Pfeffer, Zimt, Koriander, Muskatnuss und etwas Cayennepfeffer würzen. Das Tomatenmark mit den 3 EL Wasser unterrühren. Die Pilze wieder zugeben. Mit Worcestershiresauce und Rotwein ablöschen. Alles gut verrühren und ca. 15 Minuten offen bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Flüssigkeit fast verdampft ist und alles sehr dickflüssig ist. Die gehackte Petersilie unterrühren. Die ganze Masse zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(4) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Das Ei in einer Tasse geben und gut verschlagen. In einer anderen Tasse etwas Wasser geben.
(5) Wenn der Teig gegangen ist, halbieren. Eine Hälfte auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen. Mit einem Schälchen Kreise von etwa 12 cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis etwa 1 Esslöffel der Füllung geben. Einen Finger in die Wassertasse tauchen und den Rand der Empanadas bestreichen. Zusammenklappen und den Rand gründlich mit Hilfe einer Gabel nach unten drücken, um ihn zu verschließen. So mit allen Empanadas verfahren und sie auf das Blech setzen. Diese dann mit dem verschlagenen Ei bestreichen. In die Mitte des vorgeheizten Ofens geben und in 20-25 Minuten goldbraun backen. Mit der zweiten Hälfte vom Teig genauso verfahren und backen.

Etwas abkühlen lassen und mit einem frischen Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös Zé magazinEmpanada

Bauerntopf aus dem kleinen Schmormonster

Es gibt ja so Gerichte, die lernt man erst kennen, wenn man sich in der Grusel-Tüten-Ecke des Supermarktes nähert. Was es nicht alles gibt … Unter anderem auch einen Bauerntopf. Sagt mir jetzt nichts, aber Hack, Kartoffeln und Paprika zusammen ist nie verkehrt. Aber irgendwie geriet es wieder in Vergessenheit bis ich das neue Buch „Slowcooker für 2“ von Gabi Frankemölle und Ulrike Westphal in den Händen hielt. Dort haben sie das Rezept für die angeblich „ach so schnelle und einfache“ Tütenvariante (zu der man ja doch noch frische Kartoffeln, Paprikaschote und Hackfleisch kaufen muss) eine Slowcooker-Version entwickelten.

Wichtig ist hierbei nur, dass ihr am Besten mehligkochende Kartoffeln nehmt, ich hatte vorwiegend festkochende und die brauchten schon länger zum Garen. Kartoffeln verhalten sich wirklich seltsam im Slowcooker. Deswegen lautet die Devise so klein (oder dünn wie möglich) schneiden und wenn möglich dorthin schichten, wo die meiste Hitze ankommt, sprich an den Boden des Schmormonsters. Dieses Rezept ist explizit für den kleinen Slowcooker, wenn ihr mehr Leute zu verköstigen habt und das im 3,5 l kochen möchtet, dann die Zutaten verdoppeln und zur Garzeit noch 1 bis 1,5 Stunden drauf rechnen.

Und ich muss sagen, dieser Eintopf ist wirklich köstlich. Sättigend, würzig, wärmend. *hach*

Bauerntopf

Zutaten für 2 Portionen als alleiniges Hauptgericht:
300 g Kartoffeln, mehligkochend
1 Stange Staudensellerie
1 Paprikaschote
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe (hier: konfiert)
1 TL Öl
250 g Hack, gemischt
Salz, Pfeffer
35 g Tomatenmark (ca. 2 gehäufte EL)
400 ml Gemüsebrühe
1 TL Paprikapulver (Schärfe nach Geschmack)
je 1/4 TL getrockneter Thymian, Majoran, Oregano
frisch gehackte Petersilie

Vorbereitungszeit: 20 Minuten
Zubereitungszeit: 5-6 Stunden LOW oder 2,5-3 auf HIGH
Slowcooker: 1,5 l

(1) Die Kartoffeln schälen und dünn hobeln. Den Staudensellerie entfädeln und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschote waschen und mittelgroß würfeln. Zwiebel und Knoblauch häuten und ebenfalls sehr fein würfeln.
(2) Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack bei mittelhoher Hitze zusammen mit den Zwiebel- und Knoblauchwürfel krümelig braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffelscheiben als erstes auf den Boden des Keramikeinsatzes geben, dann Staudensellerie und Paprikawürfel drauf. Zu oberst das Fleisch.
(4) Das Tomatenmark mit der Gemüsebrühe, Paprikapulver, Thymian, Majoran und Oregano verrühren. Über die Schichten im Slowcooker geben. Deckel drauf und auf LOW ca. 5-6 Stunden schmoren lassen.

Servieren und auf dem Teller mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p 42

Schmorgurken-Hack-Pfanne

Hach, meine Lieblinge! Ihr seid nicht wirklich schön, aber so köstlich und gesund! Von dem ich rede? Natürlich von der Gemeinen Schmorgurke:

Lange musste ich diese Saison warten bis ich die erste zubereiten und essen konnte. Aber nach unserem Dänemark-Urlaub war es soweit. Die Eltern kauften ein paar Gurken (so viel, dass ich auch welche mitnehmen konnte *g*) und ich machte am nächsten Tag, während Herr Papa und Frau Mama im Garten werkelten eine wirklich köstliche Schmorgurken-Hack-Pfanne.

Die ist auch wirklich alltagstauglich: schnell gemacht, köstlich, gesund. Wird ins Repertoire der Rezepte für die Schmorgurken-Saison definitiv mit aufgenommen!

Schmorgurken-Hack-Pfanne

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg Schmorgurken
1 Zwiebel
Schluck Öl
500 g Hackfleisch, halb und halb
Salz, Pfeffer
300 ml Gemüsebrühe
2 TL Stärke
4 TL Saure Sahne
einige Zweige Dill

(1) Die Schmorgurken schälen, halbieren und mit Hilfe eines Löffels, die Kerne raus schaben. Die Gurkenhälften quer in ca. 0,5 cm breite Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Den Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack bei hoher Temperatur braun und krümelig braten. Die Zwiebelwürfel zugeben und glasig dünsten. Salzen und pfeffern. Die Gurken zufügen und kurz mit anbraten. Mit der Gemüsebrühe auffüllen. Deckel auflegen und 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.
(3) Die Stärke mit der Sauren Sahne klümpchenfrei verrühren. Dn Dill waschen, trocknen und fein hacken.
(4) Wenn die Gurken gar sind – gut daran zu erkennen, dass sie glasig aussehen – die Saure Sahne-Stärke-Mischung unterrühren und kurz kochen lassen bis die Sauce etwas eingedickt ist. Den Dill drüber streuen und unterrühren.

Sofort servieren. Dazu passen Pellkartoffeln oder gekochter Reis.

Genießen!

Quelle: verändert nach Kleiner KuriositätenladenSchmorgurken mit Hackfleisch

Klassische Kohlrouladen – Eine bebilderte Anleitung.

Kohlrouladen! Kennt ihr, oder? Kohlblätter gefüllt mit einer Hackmasse, angebraten und langsam geschmort. Manche benutzen Wirsing, Frau Mama verwendet traditionell Weißkohl dafür. Und ich liebeliebeliebe es! Der Geschmack vom angebratenen Kohl in Kombination mit dem würzigen Hackfleisch und dann in unserem Fall noch die Sauce, in die der restliche Kohl mitgegeben wird und die man wunderbar mit den Salzkartoffeln vermanschen kann. Hach! Ich könnte schon wieder (und werde demnächst Hackschmorkohl aka „Deconstructed Kohlroulade“ auf meinen Speiseplan setzen *g*)! Leider kann ich es nicht so oft essen, wie ich gerne möchte, weil es doch relativ aufwendig zu kochen ist und sich so überhaupt nicht lohnt für zwei Portionen. Also warte ich ab bis ich wieder in der Ostseeheimat bin und mache mich dann mit Frau Mama gemeinsam ans Werk. Es geht schneller so und ist auch spaßiger in Gesellschaft.

Da ich sonst wieder vergesse, wie das genau geht, habe ich diesmal die einzelnen Schritte im Bild festgehalten. Und möchte es natürlich auch der geneigten Leserschaft präsentieren, damit ihr diese wirklich ernstlich köstlichen Kohlrouladen nachmachen könnt! Die Arbeit lohnt sich wirklich!

Klassische Kohlrouladen

Zutaten für 8 Portionen:
1 mittelgroßer Weißkohl
600 g gemischtes Hackfleisch
1 Zwiebel
1 Ei
1/2 Brötchen, eingeweicht
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
neutrales Öl
2-3 TL Kümmel
Wasser

evtl. 1-2 TL Stärke zum Andicken der Sauce

(1) Vom Kohlkopf die äußeren unschönen Blätter entfernen. In einen großen Topf legen mit dem Strunk nach oben und etwas Wasser angießen. Auf hoher Hitze zum Kochen bringen und dann bei mittlerer Hitze weiter garen. Öfter mal prüfen, ob er von unten nicht anbrennt. Nach ca. 40 Minuten ausprobieren, ob man die ersten äußeren Blätter leicht entfernen kann. Wenn die ersten Blätter runter sind und die es dann wieder schwieriger geht, den Kohlkopf zurück in den Topf geben. Deckel drauf und nochmals etwa 20 Minuten garen.

 

(2) Vorsichtig die äußeren Blätter eins nach dem anderen abzuppeln. Für jede Kohlroulade werden 2 Kohlblätter gebraucht, also mindestens 16 Kohlblätter für 8 Kohlrouladen abmachen.

(3) Dann die Hackfüllung vorbereiten. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Das Brötchen gut ausdrücken. Alles mit dem Fleisch, Ei und den Gewürzen gut verkneten. 8 etwa gleich große längliche Frikadellen daraus formen.

(4) Jetzt kommt der spaßige Teil: das Wickeln. Dafür ein Weißkohlblatt nehmen und mit einem Messerchen vorsichtig die Blattrippe etwas flacher schneiden, so lässt es sich später besser wickeln (siehe Bild unten). Dann einen Klops in das Weißkohlblatt legen.

Umschlagen, von den Seiten einklappen. Das sollte dann so aussehen:

Dann ein zweites Blatt nehmen und ebenso verfahren. Die fertige Kohlroulade mit Heft- oder Küchengarn mehrmals umwickeln, damit sie sich beim Braten und Schmoren nicht wieder öffnet. So mit allen Hackfrikadellen und Weißkohlblättern verfahren.

(5) Der restliche Weißkohl wird in mittelgroße Würfel geschnitten.

(6) Einen großen Bräter bereitstellen und wenn sie im Ofen gegart werden sollen, den auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer breiten Pfanne oder Topf (wir bevorzugen den Topf, weil dadurch weniger Fett unangenehm in der Küche rumspritzt) auf hoher Hitze warm werden lassen. Einen ordentlichen Schluck Öl hinein geben und heiß werden lassen. So viele Kohlrouladen wie bequem rein passen, hinein geben. Von außen pfeffern und salzen. Bei mittelhoher Hitze von beiden Seiten anbraten bis sie schön braun sind, ja fast verbrannt wirken. In den Bräter geben. So mit allen Kohlrouladen verfahren, wenn nötig noch etwas Öl nachgießen.

Ebenso den kleingeschnittenen Kohl anbraten bis er angenehm braun ist, auch etwas pfeffern und salzen. Zu den Kohlrouladen in den Bräter geben. Den Kümmel in zwei Etappen über den Kohl verteilen.

(7) So viel kaltes Wasser auffüllen, dass man es knapp in dem geschichteten Kohl sieht. Deckel auf den Schmortopf legen und in den Ofen stellen. 2,5 Stunden schmoren lassen.
– Wer das ganze auf dem Herd machen möchte, lässt es bei mittelhoher Hitze aufkochen und dann bei mittlerer Hitze 1,5 Stunden langsam schmoren. Es sollte nur leicht köcheln, nicht enthusiastisch blubbern. –
(8) Wenn sie fertig sind, kann man sich entscheiden, ob man die Sauce andicken möchte oder nicht. Wenn ja, dann die Kohlrouladen rausnehmen, die Sauce bei hoher Hitze zu Kochen bringen. Die Stärke mit einem Schluck kaltem Wasser in einer Tasse verrühren und zur Sauce geben. Unter Rühren so lange kochen bis sie etwas angedickt ist. Nochmals abschmecken und servieren.

Dazu passen Salzkartoffeln oder Kartoffelbrei oder auch einfach Brot.

Quelle: Familienrezept

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Ich LIEBE Kohlrouladen!

Ungarn auf deutsche Teller holen I: Gefüllte Paprikaschote mit österreichischem Fisolensalat

 Oh! Ich habe das kleine Blog wirklich lange vernachlässigt. Asche auf mein Haupt! Andererseits, die letzte Woche in der Ostseeheimat habe ich mich nochmal richtig entspannt, dann begann die Schule und der Stress von Neuem. Außerdem hatte ich bis Mitte letzter Woche immer noch kein stationäres Internet. Ein unhaltbarer Zustand für jemand, der (fast) ständig irgendwie online ist. Sei es auch nur, damit Skype an ist und mich Freunde/Familie antexten können, auch wenn ich nichts aktiv am Rechner mache. Aber letzten Mittwoch nahm sich ein Techniker nochmal unter lautem Fluchen des Problems an und – schwupps – es funktioniert! Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen *g*

Naja, jedenfalls war es aus Gründen hier ruhig, aber ich versuche in Zukunft wieder etwas fleißiger zu posten. Mich hat das Einweck-Virus erfasst und viele Köstlichkeiten wurden eingekocht. Auch sind noch ein paar Gerichte, die ich im Urlaub für meine Eltern kochte auf Halde, die es sich jetzt im Spätsommer/Frühherbst noch mehr als lohnt zu kochen! Also seid gespannt!

Zum Ende des Urlaubs gönnte ich mir noch ein neues Kochbuch. Endlich befindet sich das „Österreich vegetarisch“ in meinem Besitz! Durch die ungarische Hälfte meiner Gene ist mir die österreichische Küche nicht so fern, erst Recht nicht die Vorliebe für Mehlspeisen. Und es sind so schöne Rezepte drin, dass auch Frau Mama gleich glänzende Augen bekam. Ihre Worte: „Hast Du schon was zu Weihnachten für mich?“ wurden nur mit einem wissenden Nicken und „Jetzt ja!“ meinerseits quittiert.

Da unser Kleingarten von einer Buschbohnenschwemme heimgesucht wurde und noch etliche in unserer Wohnung ihrer Verwendung harrten, suchte ich mir als erstes das Fisolensalatrezept zum Nachkochen aus. Ist Fisolen nicht ein niedliches Wort? Fi-so-len! Warum haben wir in Norddeutschland nicht so schöne Gemüsebezeichnungen? Der Salat ist total einfach zu machen: während die Bohnen kochen, schnell die Zwiebel und Kräuter zerkleinern, Essig, Öl drüber, würzen und die heißen Bohnen unterrühren. Ich kann es nur nicht, die Bohnen nur 3-5 Minuten kochen zu lassen, bei mir müssen Bohnen immer gar sein und dürfen nicht mehr an den Zähnen quietschen. Seitdem wurde dieser überaus köstliche Salat schon öfter gemacht. Er eignet sich nicht nur als Beilage, sondern auch als Hauptgericht, zum Beispiel zu Kartoffelbrei. Auch Frau Friesi ist schon süchtig! Im Buch sind 300 g Fisolen für 4 Personen als Beilagensalat angegeben, uns vier Bohnenversessenen haben nur mit größtem Zusammenreißen die doppelte Menge gereicht.

Fisolensalat

Zutaten für 4 Bohnensüchtige als Beilagensalat:
600 g Buschbohnen (grün, gelb, gemischt)
1-2 milde Zwiebel (z.B. rote)
2 TL gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut)
6 EL Weißweinessig
6 EL Sonnenblumenöl (oder Raps)
Salz, Pfeffer
Prise Zucker

evtl. etwas Paprikapulver zum Bestreuen

(1) Die Bohnen putzen, je nach Vorliebe und Zustand der Bohnen das spitze Ende dran lassen, und waschen. In kochendem Salzwasser 5 Minuten für knackig oder etwas länger garen bis die Bohnen beim Kosten nicht mehr an den Zähnen quietschen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Kräuter waschen, trockenen, fein hacken. Zusammen mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker in eine ausreichend große Schüssel geben und gut verrühren.
(3) Die fertigen Bohnen abgießen, abtropfen lassen und noch heiß unter das Dressing rühren. Mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss nach Geschmack mit etwas Paprikapulver bestreuen.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkircher, M. (2012): Österreich vegetarisch. Christian Brandstätter Verlang. Wien. p 71

 Bei uns gab es den Salat als Beilage zu ungarisch gefüllter Paprikaschote. Passte so wunderbar, dass ich es heute gleich wieder in dieser Kombination gemacht habe. Die Paprikaschote wurde nach diesem vor Äonen geposteten Rezept gemacht, nur, dass ich noch gehackte Petersilie ins Hack gegeben habe und die Sauce nicht andickte. So lange es noch die großartigen, aromatischen ungarischen Spitzpaprika zu kaufen gibt, macht ruhig die gefüllten Paprikaschoten. Es lohnt sich sowas von!

Gaaaaanz langsam – Schwedische Hackbällchen aus dem Slowcooker

Zum gut überstandenen Umzug habe ich mir ein paar Sachen geleistet, so als kleine Belohnung. Ein paar Gerätschaften über deren Anschaffung ich schon länger nachdachte. In diversesten Blogs stolperte ich schon länger über den Slowcooker, z.B. bei Frau Küchenlatein oder Frau Schnuppschnüss. Natürlich findet man im Crocky-Blog von Gabi Frankemöller, sowohl Infos als auch viele Rezepte für das Gerät. Immerhin ist sie Autorin verschiedener Slowcooker-Kochbücher.

Der Slowcooker ist ein Gerät, das über Strom betrieben wird. Auch Crockpot genannt, hat er einen Keramiktopf, in dem gekocht wird. Es gibt mindestens zwei Einstellungen, HIGH oder LOW. Allerdings kocht er mit sowenig Strom, dass z.B. gefüllte Paprikaschoten locker 4 Stunden auf der Stufe HIGH benötigen bis sie gar sind oder sogar 6-8 Stunden auf der Stufe LOW. Nun fragt sich, der ein oder andere der geneigten Leserschaft, wieso man mit sowas soo lange kochen will? Muss man da nicht daneben stehen und aufpassen, dass nichts anbrennt oder das Gerät selbst in Flammen aufgeht? Nein, genau das ist der Punkt, der Temperatur mit der geschmort wird, ist so niedrig, dass eigentlich nichts anbrennen kann. Und angeblich kann man auch das Haus verlassen während man darin kocht. Das habe ich noch nicht ausprobiert, aber bestimmt irgendwann mal. Und wen das irgendwie abschreckt, ich meine, man zieht ja auch nicht den Stecker vom Kühlschrank, bevor man zur Arbeit fährt, oder? ;-)

Also prinzipiell kann man alle Zutaten in den Keramikbehälter tun, das Gerät anschalten, das Haus verlassen und wenn man spätnachmittags von der Arbeit kommt, ist das Essen fertig. Vielleicht noch die Beilage schnell kochen, aber kein stundenlanges Kochen mehr nach der Arbeit. Für mich ist es auch für’s Wochenende sehr praktisch. Morgens mach ich alles schnell fertig, schalte den Slowcooker an, stelle schnell den Timer meines Handy und muss mich dann um nichts mehr für mein Mittagessen kümmern. Nicht alle Nase lang gucken, ob irgendwas anbrennt, ob mein Herd mal wieder spinnt und das Gericht zu enthusiastisch blubbert, anstatt sanft zu simmern. Der Slowcooker ist also prädestiniert für Schmorgerichte wie klassische Rinderrouladen und Suppen, aber auch Kuchen lassen sich darin backen oder Pflaumenmus kochen oder Familienvorräte an Tomatensauce, Bolognese anlegen. Natürlich denkt man bei Schmoren zunächst an Fleisch und tatsächlich sind sehr viele Rezepte für Fleischgerichte, aber auch vegetarische Essen lassen sich zaubern. Momentan gibt es in der Hinsicht hauptsächlich amerikanische Rezepte, aber ich weiß, dass auch hier in Deutschland an einem Slowcooker-Kochbuch mit vegetarischen Rezepten getüftelt wird.
Kann mir auch vorstellen, dass es für Leute interessant ist, die viele Ausflüge machen und dann ausgehungert zum fertigen Essen nach Hause kommen oder oft im eigenen Garten wühlen, muss man die Arbeit nicht extra für `ne Stunde unterbrechen, um sich um’s Mittagessen zu kümmern.

Als erstes Gericht suchte ich mir die Schwedische Hackbällchen aus, die bei Frau Küchenlatein zu finden sind. Ich hielt mich fast an das Rezept und befolgte den Rat des Anbratens. Insgesamt benötigten die Vorbereitungen 20 Minuten und dann vier Stunden auf HIGH im Slowcooker, in der Zeit konnte ich auf dem Balkon rumpuzzeln, das Bad putzen, die Wohnung durchsaugen und aufwischen. Und weil ich mit dem Hauptgericht so wenig Arbeit hatte, konnte ich noch frisch gemachte Nokedli (ungarische Knöpfle) dazu machen. Hätte ich die Köttbullar normal auf dem Herd gemacht, wäre das auf jeden Fall stressiger/anstrengender (die verringerte Stehzeit, die geneigte Leserschaft weiß schon) geworden. Aber so, großartig entspanntes Kochen! Die Hackbällchen schmecken auch wirklich lecker, sind schön saftig und es schmeckt tatsächlich wie vom schwedischen Möbelbauer. Das einzig nicht ganz so schöne ist, dass die Sauce etwas krisselig ist. Leider kann man sie durch die Pilzscheiben auch schlecht nochmal kurz pürieren, aber durch energisches Rühren mit einem Schneebesen ist ein wenig Abhilfe zu schaffen. Das tut dem Geschmack jedoch keinen Abbruch.

Ich fand es wirklich lecker und hat mich davon überzeugt, dass der Slowcooker keine Fehlinvestition war.

Schwedische Hackbällchen

Zutaten für 4 Portionen im 3,5 l Slowcooker:
250 g Champignons
500 g Hackfleisch (halb/halb)
2-4 EL Semmelbrösel
1 Ei
1 Knoblauchzehe (hier: confierter Knoblauch)
Salz, Pfeffer
Muskat
ein Schluck Öl
1 Zwiebel
1 Apfel
1 Lorbeerblatt
¼ TL Currypulver
200 ml Kondensmilch
200 ml Wasser
1 EL Stärke

(1) Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden. In den Behälter legen. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Den Apfel waschen und ohne Gehäuse in kleine Würfel schneiden.
(2) Aus dem Hackfleisch, Ei, Semmelbröseln, Knoblauch, Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss einen Teig kneten. Etwa walnussgroße Bällchen formen.
(3) Etwas Öl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze erwärmen. Die Hackbällchen von allen Seiten kurz anbraten. Die angebratenen Bällchen dann auf die Pilze legen, das Lorbeerblatt zwischen die Bällchen klemmen. Im restlichen Fett die Zwiebel- und Apfelwürfel anbraten.
(4) In einer Schüssel für die Sauce die Kondensmilch mit dem Wasser, Currypulver, Zwiebeln und Apfel verrühren. Über das Fleisch und die Pilze gießen. Vier Stunden auf der Stufe HIGH garen.
(5) Die Stärke mit wenig Wasser oder Kondensmilch verrühren und in der letzten halben Stunde der Garzeit unter die Hackbällchen rühren.

Dazu Kartoffeln oder Bandnudeln oder Spätzle sowie Preiselbeerkompott servieren.

Genießen!

Quelle: KüchenlateinSchwedische Hackbällchen aus dem Slowcooker

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