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Teufelszeug – Soleier nach „Deutschland vegetarisch“

*hach* Das „Deutschland vegetarisch“-Buch! Noch nie habe ich aus einem Kochbuch so viel nachgebastelt, wie hieraus! Und bisher war alles ohne Ausnahme richtig gut! Zu Ostern hat man ja traditionell einen etwas höheren Eierverbrauch, aber immer nur hartgekochte Eier ist doch auch langweilig. Schon lange wollte ich mal Soleier austesten, also eigentlich in Salzlake eingelegte Eier, die es früher öfter in Eckkneipen zu kaufen gab. Da ich nie eine Kneipe umme Ecke hatte (immer nur türkische Supermärkte *g*), konnte ich auch nie welche kosten. Schon letztes Jahr Ostern wollte ich eigentlich welche machen, aber irgendwie sind wir davon abgekommen. Aber dieses Jahr, dieses Jahr sollte es passieren, nach dem Rezept aus dem „Deutschland vegetarisch“! Aber für mich alleine lohnt sich sowas nicht, so viele Eier esse ich nun auch nicht, dass sie weg sind bevor sie potentiell schlecht werden. Frau Mama war sofort Feuer und Flamme für die Idee, der Rest der Mischpoke hielt sich mehr als bedeckt. Nee, Herr Papa und Zwerg wollten partout nicht kosten … Dann nicht und wir machen nur die halbe Portion.

Gefühlt könnten Soleier auch in einer Gewürzlake für Gewürzgurken liegen und werden im Englischen dementsprechend auch „pickled eggs“ genannt. Sehr passend! Die Würzung der „Deutschland vegetarisch“ Soleier ist mal wieder sehr stimmig! Süß, salzig, sauer und die richtige Menge an Gewürzen, die auch oft im Buch verwendet werden wie Wacholder, Piment, Senfsaat. Als Kräuter hat Herr Paul Bohnenkraut und Pimpinelle vorgeschlagen, ist beides nicht wirklich gut im deutschen Nordosten aufzutreiben, also beschränkte ich mich auf die Alternativen Petersilie und Dill. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Eier kochen und pellen. Sud schnell köcheln und heiß über die Eier geben, im Kühlschrank 24 Stunden durchziehen lassen. Und das Ergebnis umwerfend gut! Frau Mama und ich waren sofort hellauf begeistert, meine Güte sind die Eier gut! Wir wollten nichts abgeben, ließen den Rest der Familie dann aber doch kosten. Und blöderweise mochten sie die Soleier doch, so dass wir doch was abgeben mussten ;-)  Eigentlich werden Soleier so gegessen, dass man das Ei halbiert, das Eigelb herausnimmt, in die Mulde etwas Öl, Essig und Senf gibt, das Eigelb wieder rein und dann mit Salz und Pfeffer würzen. Wir haben es einfach nur halbiert mit nettem Senf der Wahl (scharf, scharf-süß, etc.) bestrichen und dann haps! War auch sehr gut!

Also bitte dringend, dringend nachmachen! Die schmecken nicht nur zu Ostern großartig!

Soleier

Zutaten für 6 Eier:
6 Eier (Größe M)
Salz
75 ml Weißweinessig
(hier: selbstgemachter rosa Blütenessig auf Weißweinessigbasis)
40 g Zucker
1 Lorbeerblatt
1/2 TL Pfefferkörner
1 TL Senfsaat
1/2 TL Kümmel
4 Pimentkörner
4 Wacholderbeeren
1 Zwiebel
2 Zweige Petersilie
2 Zweige Dill

(1) Die Eier anpieken und vorsichtig in kochenden Salzwasser, dass mit einem Spritzer Essig versetzt wurde, gleiten lassen. 10 -12 Minuten kochen. In kaltem Wasser abkühlen.
(2) 500 ml Wasser mit Zucker, 25 g Salz, 75 ml Weißweinessig, Lorbeer, Pfefferkörnern, Senfsaat, Kümmel Piment und Wacholderbeeren aufkochen. Die Zwiebel in feine Streifen schneiden, zum Sud geben und 5 Minuten kochen. Die ganzen Zweige der Petersilie und Dill dazu geben und noch einmal aufkochen lassen.
(3) Die Eier pellen und in ein heiß ausgespültes Twist off- oder Einmachglas geben. Mit dem heißen Sud begießen und das Glas schließen.
(4) Abkühlen lassen und und dann 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Genießen!

Essen kann man sie zu Butterbrot oder Bratkartoffeln oder gehackt in Saucen/Dips. Im Kühlschrank gelagert, sollen sie bis zu 5 Tage haltbar sein, aber eigentlich sind sie schon früher weg ;-)

Quelle: ganz leicht abgewandelt nach Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p19

Töltött Paprika – Gefüllte Paprikaschote

Gefüllte Paprikaschote

Gefüllte Paprikaschote

Um das immer größer werdende Heimweh nach der ungarischen Heimat zu verringern (dieses Jahr leider leider noch nicht dort gewesen), wird hier zurzeit sowohl sehr viel ungarische Musik/Radio gehört als auch ungarisch gekocht. Alles was ich von meinen großartigen Tanten, Cousinen bzw. Frauen von Cousins kenne wird recherchiert und ausprobiert.

So auch die gefüllten Paprikaschoten, die ich eigentlich nur mit Spitzpaprika kenne und gefüllt mit Hackfleisch, in das halbgar gekochter Reis mit geknetet wird. Das Ganze wird in einer Tomatensauce geschmort. Im Rezept aus dem weltweiten Netz (finde die Seite nicht mehr) ist es nur eine mit Tomaten angehauchte Sauce, ich verwende deutlich mehr passierte Tomaten, auch das Selleriegrün lasse ich weg. Aber auch meine Tanten machen sie so, zumindest schmeckt es bei Ihnen gleich :)

Diese gefüllten Paprikaschoten sind eigentlich ein Sommergericht, auch wenn man sie schmort, denn frische Spitzpaprika bekommt man halt nur im Sommer. Ungarn (und auch ich) sind relativ schmerzfrei was Essen im Hochsommer angeht, bei 35°C im Schatten kommt sonntags unter Garantie eine dampfende Fleischbrühe (hús leves gesprochen huhsch läväsch) auf den Tisch.

Diese gefüllten Schoten sind wirklich lecker. Eine saftige Fleischfüllung in pikanten, frisch schmeckenden Paprikaschoten und das ganze in einer leckeren, einfachen Tomatensauce gekocht. Göttlich! Wenn man zu viel Hack hat, was hier eigentlich immer der Fall ist, kann man auch einfach Klopse/Hackbällchen daraus formen und in der Sauce mit garen. Sollten eigentlich nicht auseinander fallen. Dieses Essen lässt das Heimweh gleich ein wenig kleiner werden. Dazu gab es Salzkartoffeln und von Mitbewohnerin M.s Mutter eingelegte Gürkchens, aber auch Nudeln passen. Auch Mitbewohnerin M. hat es sehr gut geschmeckt. Hat locker bei 2 Personen für 2 Mahlzeiten gereicht, sprich 4 Personen werden an einem Mittag gut davon satt. Ich muss ja gestehen, dass ich früher nur scharf auf die Hackfüllung bzw. Klopse war, aber mittlerweile liebe ich auch die Paprikaschote selbst.

Klasszikus töltött paprika – Gefüllte Paprikaschoten ungarische Art (für 4 Portionen)

400 g Schweinehack (hier: 500 g gemischtes Hack)
100 g vorgekochter Reis (hier: 125 g Langkornreis 8 Minuten gekocht)
1 Ei
2 kleinere Zwiebeln
2 Knoblauchzehen (hier: wurden vergessen, aber nicht vermisst)
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
1 Tomate
100 g Tomatenpüree (hier: 500 g passierte Tomaten)
Salz, Pfeffer, Zucker
100 g saure Sahne (1/2 Becher)
50 g Mehl
Öl

(1) Zuerst die Tomatensauce zubereiten. Dazu die eine Zwiebel fein und die Tomate würfeln. In einem Topf einen Schuss Öl erhitzen, die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Dann die Tomate zugeben, kurz mitdünsten. Das Tomatenpüree hineingeben und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker pikant würzen. Mit einer Tasse Wasser (150-250 ml) aufgießen. Sollte nicht mehr zu flüssig, aber auch nicht zu dickflüssig sein. Mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
(2) Jetzt die Paprikaschoten vorbereiten. Dazu den Deckel abschneiden und die Samenstränge entfernen. Für die Hackfüllung die andere Zwiebel fein würfeln. Mit dem Hack, dem Ei, dem Reis, zwei gehackten Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, Paprikapulver vermischen. Gut durchkneten. In die ausgehöhlten Paprikaschoten stopfen. Das restliche Hack zu Bällchen formen.
(3) Alles in die köchelnde Tomatensauce geben und 25-30 Minuten bei geschlossenem schmoren lassen.
(4) Die saure Sahne mit dem Mehl gut verrühren, dass keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nach der Garzeit die Schoten aus der Sauce nehmen und das saure-Sahne-Mehl-Gemisch einrühren. Kurz aufkochen lassen bis die Sauce ein wenig eindickt. Die Schoten zurück in die Sauce und gleich servieren.

Dazu: Salzkartoffeln, eingelegte Gurken oder Gurkensalat oder Weißkohlsalat

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: ++

Rohe gefüllte Paprikaschote

Rohe gefüllte Paprikaschote

Leere Paprikaschote

Leere Paprikaschote

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