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Dreikönigskuchen oder Hefezopf an alle anderen Tagen

Vor zwei Wochen endete die christliche Weihnachtszeit mit dem Fest der Heiligen Drei Könige. Nun bin ich in einer der erwiesenermaßen unreligiösesten Ecken der Welt, nämlich dem Gebiet der ehemaligen DDR, aufgewachsen und bin auch nicht getauft. Ich war noch nie zu oder wegen Weihnachten in einer Kirche und dementsprechend gibt es bei uns auch keine Traditionen, die mit dem 6. Januar in Verbindung stehen. Aber in anderen Ländern schon. In Spanien kriegen die Kinder erst am 6. Januar ihre Geschenke, auch in Italien bringt Befana (eine Hexe) in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geschenke, während sie nach dem Jesuskind sucht. In Frankreich und auch in der Schweiz werden für den Tag spezielle Kuchen gebacken, in den dann ein Figürchen o.ä. versteckt wird. Derjenige, der sie beim Essen findet, ist dann König für den Tag. Und so unterschiedlich wie die Länder sind auch die Rezepte.

Nun luden Jette von „LanisLeckerEcke“ und Frau „Dynamite Cakes“ zum gemeinsamen Dreikönigskuchenbacken auf Instagram ein, nach dem Rezept auf Jettes Blog, das eine Schweizer Variante ist. Und wie die Schweizer dem Klischee nach sind, ist ein ziemlich purer süßer Hefeteig, wie für einen Hefezopf, der in dieser speziellen Form gebacken wird. Eigentlich wollte ich nicht mitmachen, weil wer isst den ganzen Kuchen? Hefezopf wird ja relativ schnell oll und eigentlich wollte ich den Tiefkühler etwas leeren. Aber irgendwie hüpften dann doch Hefe und Hagelzucker in den Einkaufswagen *unschuldigguck*

Und es ist ein wirklich schöner Kuchen. Der Teig ist für Hefeteig einigermaßen fix gemacht, nur ein bisschen klebrig, wenn ihr die Milch erwärmt. Aber das gibt sich nach dem Gehen und er lässt sich unkompliziert verarbeiten. Es wird ein wunderbar flaumiger Hefekuchen und die Mandeln obenauf – ein Träumchen! Ab sofort bei mir Hefezopf nur noch mit Mändelchen! Die Form finde ich sogar ganz praktisch mit den kleinen Brötchen und dem einen etwas größeren Laib, aber wenn Euch das zu speziell feiertagslich ist, bastelt ruhig einen Zopf aus dem Teig :-)

Aber bastelt ihn nach, es lohnt sich wirklich!

Dreikönigskuchen

Für einen Kuchen:
225 ml Milch
60 g Butter
20 g Hefe
500 g Mehl
5 g Salz
100 g Zucker
1 Ei

etwas Mehl zum Formen
1 Mandel oder Porzellanfigur (optional)
1 Ei zum Bestreichen
1 EL Mandelblättchen
1 EL Hagelzucker

(1) Die Milch warm werden lassen und die Butter darin schmelzen lassen. Ich hab beides zusammen bei geringer Wattstärke ca. 1 Minute in der Mikrowelle erhitzt. Wenn die Flüssigkeit nur noch lauwarm ist, die Hefe hinein bröseln und auflösen. (Wenn die Milchmischung zu heiß ist, stirbt die Hefe ab und der Teig wird nicht aufgehen.) Zur Seite stellen.
(2) Das Mehl in eine Schüssel sieben. Zucker und Salz unterrühren. Eine Mulde in der Mitte formen und das Ei hinein schlagen.
(3) Die Flüssigkeit zum Mehl gießen und mit Hilfe der Küchenmaschine oder Knethaken des Handrührgeräts etwa 5 Minuten gründlich durchkneten. Der Teig wird etwas klebrig sein. Zu einer groben Kugel formen, die Schüssel abdecken und an einem zugfreien Ort etwa 1 Stunde gehen lassen bis das Volumen sich verdoppelt hat.

(4) Den Ofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech oder eine größere Quicheform mit Backpapier auslegen.
(5) Jetzt geht es ans Formen. Aus 280-300 g Teig (ruhig die Küchenwaage benutzen) eine Kugel formen und mittig auf das Blech setzen. Aus dem restlichen Teig 8 etwa gleich große kleine Kugeln formen und mit ein wenig Abstand um die große Kugel drapieren. Nochmals abdecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen.


(6) Das Ei verschlagen und alle Kugeln damit bestreichen. Wenn gewollt mit Hagelzucker und Mandelblättern bestreuen.
(7) Auf mittlerer Stufe in den Ofen schieben und 25-30 Minuten backen. Wenn er zu dunkel wird, mit Alufolie (glänzende Seite nach oben) abdecken.

Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Frisch schmeckt er am Besten, aber auch am nächsten Tag kann man ihn noch gut zum Frühstück verspeisen. Ansonsten funktioniert einfrieren auch 1a. Schmeckt nach dem Auftauen wie frisch :-)

Quelle: LanisLeckerEckeDreikönigskuchen

Typisch ungarisch – Süßer Dill-Hefe-Kuchen

Wie die geneigte Leserschaft weiß, liebe ich eher die einfachen Kuchen vor der aufwendigen Motivtorte mit Fondant drumrum. Und ich habe ein Herz für komische Geschmackskombinationen, natürlich besonders, wenn sie aus Ungarn kommen. Eine typische, für den deutschen Gaumen aber befremdliche ist die Mischung aus Quark mit Dill in süßer Kuchenform. Einen Quark-Dill-Strudel stellte ich Euch ja schon ausführlich vor, aber nachdem ich letztes Jahr bei der Tante die Version mit Hefeteig aß, musste ich sie dringend nachbacken.

Dabei half mir, dass ich mir im Urlaub DAS ungarische Standardkochbuch angeschafft habe, ohne das ein (halb-)ungarischer Haushalt kein kompletter Haushalt ist. Da stehen alle wichtigen Rezepte drin, von Alltagsküche über Sonntags- bis Feiertagsküche. Ich mag es sehr und gucke gerne rein, gerade für Grundrezepte. Und da bin ich nicht die einzige, egal ob meine Tante, die Frau meines Cousins. Wenn es um urungarische Gerichte geht, wird das Rezept von dort genommen. Meine Tanten haben auch handgeschriebene Rezepte meiner ungarischen Oma, die offensichtlich aus dem Buch stammten (hatte mal nachgesehen, weil ich einige Wörter nicht lesen konnte):

Von der Schrift her hätte meine Oma auch einen prima Arzt abgegeben ;-)

Wie das mit so alten Kochbüchern nunmal ist, gibt es auch manche Ungenauigkeiten darin, so wird meist keine genaue Backtemperatur oder Zeit angegeben, ein „bei mittlerer Temperatur goldbraun backen“ reicht der erfahrenen Hausfrau (ja, für die wurde es ganz ursprünglich geschrieben). Also heißt es für Neulinge Erfahrungen sammeln und öfter mal zum Ofen eilen, um den Zustand des Gebäcks zu überprüfen. In dem Rezept für den Kuchen hab ich die Milch- und Eimenge reduziert. Prinzipiell ist der Kuchen auch zeitlich gut machbar, nur den deutschen Quark solltet ihr schon am Abend oder Morgen vorher in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Sieb geben, damit er gut abtropfen kann, weil der ungarische Quark sehr trocken und krümelig ist. Der Rest ist ganz einfach!

Und das Ergebnis einfach grandios köstlich! Saftig-würzige, leicht dillige Quarkfüllung, die nicht zu süß ist und der Hefeteig passt auch perfekt! Der wird öfter gemacht und die geneigte Leserschaft solltet ihn auch dringend ausprobieren!

Süßer ungarischer Dill-Quark-Kuchen

Zutaten für eine große Auflaufform (23 x 38 cm):

Für den Teig:
250 g Weizenmehl (Type 405)
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
10 g Zucker
1 Ei, getrennt
50 g weiche Butter
100-150 ml Milch, zimmerwarm
Prise Salz

Für die Füllung:
500 g Quark
3 EL Zucker
1 Ei, getrennt
1 EL Weichweizengrieß
1 Bund Dill
Prise Salz

3 TL Saure Sahne

(1) Als erstes den Quark in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Papier geben und abtropfen lassen. Am besten schon den Abend oder Morgen vor dem Backen.
(2) Den Teig zubereiten. Den Zucker mit etwa 50 ml der Milch verrühren und die Hefe hineinbröseln. Zur Seite stellen bis die Hefe aufgeht. Dies dauert etwa 10 Minuten. Die aufgegangene Hefemilch mit der Butter und Salz zum Mehl geben, ebenso das Eigelb (das Eiweiß wird für die Füllung benötigt). Mit einem Holzlöffel beginnen zu verrühren, dabei nach und nach die Milch zugeben. Es kann sein, dass ihr nicht alles benötigt. Wenn es mit dem Löffel zu beschwerlich wird, mit der Hand den Teig weiterkneten, ca. 5-8 Minuten bis ein glatter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben und mit einem Küchenhandtuch (oder Mörderduschhaube) abdecken und an einen warmen, zugfreien stellen. Den Teig ca. 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
(3) Wenn der Teig gegangen ist, die Auflaufform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz auf die rechteckige Größe der Auflaufform ausrollen. In die Auflaufform legen und abgedeckt an einem warmen Ort abstellen, damit der Teig noch etwas gehen kann.
(5) Jetzt die Füllung zubereiten. Dafür den Dill fein hacken. Zusammen mit dem Quark, Zucker, Grieß und dem Eigelb gründlich verrühren. Die beiden übrigen Eiweiß in einer wirklich sauberen Schüssel mit einer Prise Salz mit Hilfe der Handrührers zu einem steifen Schaum schlagen. Vorsichtig unter die Quarkmasse rühren, erst 1/3 des Schnees etwas gründlicher unterrühren, dann die letzten 2/3 sehr vorsichtig, damit möglichst wenig des Schnees zusammen fällt. Gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen.
(7) Den Kuchen herausholen, die Temperatur auf 220°C hochstellen. Die Saure Sahne auf dem Kuchen mit einem Pinsel verstreichen und den Kuchen nochmals ca. 5 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Den Kuchen lauwarm abkühlen lassen und aufteilen.

Genießen!

Quelle: nach Horváth, I. (1955). Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek. p 276

Semmelknödel mal anders

Hier auf dem kleinen Blog sind ja eher selten Knödel zu sehen. Das hat zwei Gründe: 1. Weder auf der deutschen noch auf der ungarischen Seite meiner Familie sind Knödel verbreitet. 2. Knödel zu fabrizieren ist aufwendig, zeitintensiv und lohnt sich meist nicht für zwei Portionen. Aber wenn man ein Schmorgericht zubereitet, dass in Ruhe vor sich hin schmurgelt, kann ich auch noch passende Knödel dazu basteln.

Und basteln ist hier fast das richtige Wort. Im Gegensatz zur deutschen Variante, die ich kenne, wird hier keine Milch über die Brötchenwürfel gegeben, nein, es wird erst ein dickflüssiger Pfannkuchenteig gerührt, in den auch noch Hefe kommt. Die wirklich vielen Brötchenwürfel kommen zusammen mit Käse und Petersilie dazu. Zugegeben, ich war sehr skeptisch:

  • Sind das nicht zu viele Brötchenwürfel?
  • Läuft der Käse nicht aus?
  • Lassen sie sich formen?
  • Fallen die im Wasser nicht auseinander?

Aber nein, nein, ja und nochmals nein. Es sind wunderbare Knödel, die würzig und zart schmecken, aber gleichzeitig noch Biss haben. Sie nehmen großartigst die Sauce und sind so perfekt geeignet als Beilage für saucige Schmorgerichte. Ich hatte sie zu einem ungarischen Rinderschmorbraten gemacht, den ich heute bei Susi Turbohausfrau präsentiere. Also probiert es mal aus, lohnt sich definitiv!

Semmelknödel mal anders

Zutaten für 12-14 Stück:
4-6 altbackene Brötchen
200 g Mehl
2 Eier
150 g Wasser
1 Päckchen Trockenhefe
1 großes Bund glatte Petersilie
100 g Käse (z.B. Gouda oder geräucherter Käse)
Salz, Pfeffer

(1) Die Brötchen relativ fein würfeln. Gleichmäßig auf einem Backblech verteilen. In den kalten Ofen schieben. Auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen und ca. 10 Minuten rösten bis sie knusprig und etwas brauner sind.
(2) Das Mehl mit den Eiern und dem Wasser zu einem dickflüssigen Pfannkuchenteig rühren. Die Trockenhefe unterrühren und den Teig 20 Minuten ruhen lassen.
(3) In der Zeit die Petersilie mittelfein hacken und den Käse in mittelgroße Würfel schneiden.
(4) Die Brötchen unter den Teig rühren. Ebenfalls die Petersilie und Käse und alles gleichmäßig verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Mit angefeuchteten Händen aus dem Teig 12-14 Knödel formen und sie nochmal 15 Minuten auf einem Brett liegend, ruhen lassen.
(5) In der Zwischenzeit einen weiten Topf mit Wasser füllen und es aufkochen lassen. Salzen. Auf mittelhohe Stufe zurück schalten. So viele Knödel in den Topf geben, wie bequem rein passen, sie gehen noch ordentlich auf. Ich habe sie in 2 Portionen gekocht. Die Knödel ca. 10 Minuten simmern lassen bis sie gar sind. Herausnehmen und in ein Sieb geben.

Sie passen wunderbar zu Schmorgerichten, egal ob mit Gemüse oder Fleisch.

Quelle: StreetkitchenVadas zsemlegomboccal

Ich habe die übrigen Knödel auch eingefroren, aber bisher noch nicht wieder aufgetaut, kann also erst später darüber berichten :-)

Einfache, aber köstliche DDR-Brötchen

Ich gebe es zu, ich bin ein Brötchen-Liebhaber! Bei uns zu Hause gibt es fast immer frische Brötchen, kaum dunkles Vollkornbrot. Es soll ja gesund sein, aber richtig gut vertrage ich es auch nicht … Und so Brötchen bestehen ja aus ganz alltäglichen Zutaten Mehl, Salz, Wasser und Hefe. Nun kann man aber auch mit der Zubereitungsweise spielen: längere Gehzeiten, aber etwas kühler, vielleicht mit Vorteig, wenn man rechtzeitig dran denkt. Auch die Brötchenform ist vielfältig: einfach nur rund schleifen oder Kaisersemmeln formen oder Berliner Knüppel formen (die Links öffnen YouTube-Videos). Ich habe mich dieses Mal mit Rundschleifen, danach kurz länglich formen begnügt und sie nur einmal längs eingeschnitten.

Ich bin irgendwann auf dieses Rezept bei Jutta Schnuppschnüss gestoßen, dass da DDR-Brötchen heißt. DDR-Brötchen … Hmm, die hatte wir damals nicht allzu oft, aber ich kann mich dran erinnern, dass es zwei verschiedene Sorten gab: 5er und 8er, also für 5 Pfennig oder 8 Pfennig Kaufpreis. An den geschmacklichen Unterschied kann ich mich leider nicht erinnern (dafür weiß ich umso genauer, wie frisches ungarisches Weißbrot mit Omas Rührei schmeckte *g*). Und was an diesem Brötchenrezept jetzt spezifisch DDR ist, erschließt sich mir auch nicht … Aber es sind gute Brötchen, der Teig ist einfach zu handhaben und insgesamt braucht man nur gut 3 Stunden bis die Brötchen fertig sind, wovon 2,5 Ruhezeiten sind. Also reichlich unkompliziert alles! Und die nächsten Male übe ich das Formen noch ein bisschen … Der Geschmack ist auch richtig gut. So gut, dass ich dieses Rezept wirklich regelmäßig backe!

DDR-Brötchen

Zutaten für ca. 8 Stück:
500 g Weizenmehl Type 550
15 g frische Hefe
1/2 TL (3 g) Zucker
325 ml Wasser
10 g Salz

(1) Das Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Hefe hinein krümeln, Zucker dazu, verrühren. Das Wasser zufügen und 5 Minuten auf Stufe 1 kneten. Das Salz zufügen und nochmal 5 Minuten auf Stufe 1 oder 2 kneten. Es sollte ein elastischer, nicht klebriger Teig entstehen.
(2) Den Teig in eine Schüssel mit Deckel geben und 1 Stunde im Kühlschrank gehen lassen. Den Teig falten und nochmals 1 Stunde gehen lassen im Kühlschrank.
(3) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dabei ein Blech auf der untersten Schiene mit vorheizen.
(4) Den Teig rausholen und in 8 etwa 80 g schwere Portionen teilen. Die einzelnen Portionen rund schleifen und dann kurz längs rollen. Auf ein Blech legen, mit einem sauberen Küchentuch abdecken und 30 Minuten gehen lassen. Nach 15 Minuten die Brötchen mit einem scharfen Messer längs einschneiden.
(5) Die Brötchen mit kaltem Wasser einpinseln und auf die mittlere Schiene in den Ofen schieben. Dann einen großzügigen Schluck Wasser auf das untere heiße Blech schütten. Ofentür schnell schließen. Insgesamt 20 Minuten backen. Nach 10 Minuten das untere Blech rausholen.

Die Brötchen raus holen, prüfen ob sie gar sind (auf den Boden klopfen, wenn es hohl klingt, sind sie gut) und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Quelle: nach Schnuppschnüss ihr ManzfredBäcker Süpkes DDR-Brötchen

Osterbrunch 2014 – Ein Überblick

Hattet ihr schöne Osterfeiertage? War der Osterhase fleißig?

Ich war (natürlich) wieder bei der Familie in Rostock und wir machten uns ein paar ruhige Tage. Bei Ausflügen bin ich ja momentan durch meine eingeschränkte Gehstrecke eher ein Spaßverderber, also verwöhne ich die Familie gerne zu Hause. Zum Ostersonntag plante ich ein Brunch, dessen Reste auch gleich noch für den nächsten Tag reichten. Wir verteilten die Vorbereitungen auf die Tage vorher, so dass der Stress sich Ostersonntagmorgen in Grenzen hält, Planung ist alles ;-)

Am Sonntagmorgen sah unser Brunchtisch dann so aus:

Einen Teil der Aufstriche steht darauf, selbstgemachter Kräuterbutter und Kräuterquark, der Braten und selbstgebackene Brötchen und natürlich hartgekochte Eier, die Frau Mama und ich noch den Abend vorher bezeichneten:

Auf der Arbeitsfläche stand der Rest vom Buffet mit Aufschnitt, Käse, Salaten:

Schon am Mittwoch vor Ostern buk ich in einer Nachmittagsaktion für Ostern Kifli und einen Hefezopf, die im Tiefkühler auf ihren Einsatz warteten:

Nun gibt es bei mir in den nächsten Tagen eine Oster-Nachlese mit Ideen für’s nächste Jahr (oder mal ein gemütliches Brunch mit Freunden zwischendurch) mit den Rezepten für folgende Köstlichkeiten:

  • Kifli
  • Forellencreme
  • Soleier
  • Würzige Möhren-Linsen-Suppe
  • Supersaftiger und schneller Kasslerbraten
  • Nudelsalat
  • Rhabarber-Quark-Dessert

Die meisten Sachen lassen sich gut vorbereiten, so dass am Tag des Brunches nur noch Kleinigkeiten zu erledigen sind. Was mir auch sehr entgegenkommt, weil ich früh morgens noch nicht wirklich produktiv bin bzw. mein Hirn nur Standardprozeduren zulässt ;-)

Als erstes möchte ich Euch den Hefezopf vorstellen, den Frau Mama sich wünschte. Frau Mama mag so etwas süßes Hefegebäck wirklich sehr und würde es (fast) jedem Stück Kuchen zum Nachmittagskaffee vorziehen. Das Rezept habe ich aus der aktuellen Ausgabe der „deli„, wo in anschaulichen und eindeutigen Illustrationen festgehalten ist. Wenn ich so gut zeichnen könnte, würde ich der geneigten Leserschaft auch ein paar Rezepte aufmalen ;-)

Der Hefezopf ist jedenfalls ziemlich einfach zuzubereiten und hat keinen Schnickschnack wie Rosinen oder Orangeat/Zitronat drin. Er ist wirklich saftig und schmeckt wunderbar einfach mit Butter bestrichen. Wer es süßer mag, kann gerne noch Honig und leckere selbstgemachte Erdbeermarmelade dazu essen. Wir fanden ihn wirklich gut! Und in kleinerer Form werde ich ihn bestimmt für mich auch mal backen. Toller Zopf!

Hefezopf

Für 1 großen Zopf:
250 ml Milch
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
75 g Zucker
500 g Weizenmehl (Type 550)
1 Ei
1,5 TL Salz
75 g weiche Butter

(1) Die Milch lauwarm werden lassen, entweder in der Mikrowelle oder im kleinen Topf. Die Hefe in ein Schüsselchen krümeln, mit etwas lauwarmer Milch und dem Zucker gut verrühren. Etwas stehen lassen. Das Ei in einer Tasse verquirlen. 3 EL davon im Kühlschrank kalt stellen.
(2) Das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben. Die in Würfel geschnittene Butter dazu geben, ebenso die Hefe-Zucker-Milch-Mischung und die restliche lauwarme Milch hinzufügen und 5 Minuten lang kneten.
(3) Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und den Teig 1 Stunde gehen lassen.
(4) Den Teig nochmals durchkneten und dritteln. 10 Minuten ruhen lassen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(5) Die Teigstücke zu lange Rollen formen und dann locker flechten. Den Zopf auf das Backblech legen, mit dem Geschirrtuch abgedeckt 45 Minuten gehen lassen.
(6) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze (180°C Umluft) vorheizen.
(7) Den Zopf mit dem restlichen Ei aus dem Kühlschrank bestreichen.
(8) Im Ofen 25 Minuten backen. Wenn er zu dunkel wird, die letzten 10 Minuten eventuell mit Alufolie abdecken.

Abkühlen lassen und frisch, mit Butter bestrichen,

genießen!

Quelle: ganz leicht abgewandelt nach deli 01/2014 –  Hefezopf Seite 30/31

Spätsommer auf dem Backblech: Pflaumendatschi mit Mandelstreuseln

Ich wollte mal wieder Kuchen backen, wobei die Gelüste ja nicht allzuoft an die Tag treten bei mir (auch wenn das gerade nicht so wirkt mit den Cookies im vorhergehenden Beitrag *g*). Meistens wird der Wunsch durch die Größe des Kuchens und die Anzahl der vorhandenen Esser (nur meine Wenigkeit) zunicht gemacht. Aber als die Lieblingscousine kam, war die Gelegenheit da. So wurde ihr das Buch „Basic baking“ in die Hand gedrückt mit der Aufforderung sich etwas auszusuchen. Sie wollte was mit Obst und deshalb schlug ich den Zwetschgendatschi mit Walnussstreuseln vor, aber die Walnüsse schreckten sie ab. Ach, das ist doch das geringste Problem. Da sind wir doch flexibel und nehmen Mandeln! Und da es keine Zwetschgen gab, sondern nur Pflaumen (siehe unten, eher rund und der Stein lässt sich schwer entfernen), wurden kurzer Hand diese genommen und einfach auf Zwetschgengröße zurecht geschnitten.

So prinzipiell ist der Kuchen auch einfach gemacht, es benötigt nur etwas Zeit zum Gehen des Hefeteiges. Aber die Zeit lässt sich gut nutzen, um die Früchte zu halbieren und entsteinen. Und heraus kommt ein wirklich leckerer Kuchen, bei dem die etwas säuerlichen Pflaumen wunderbar harmonieren mit den süßen Streuseln. Lieblingscousine und ich waren begeistert! Sie hat noch einige Stücke mitgenommen für zu Hause und ich noch ein Viertelblech eingefroren. Funktioniert super, nur die Streusel sind nach dem Auftauen nicht mehr knusprig, aber das lässt sich knapp verknusern ;-) Ich kann nur empfehlen den dringend mal auszutesten!

Pflaumendatschi mit Mandelstreuseln

Zutaten für 1 Blech (ca. 20 Stück):

Für den Teig:
350 g Mehl
1 Prise Salz
50 g Zucker
ca. 180 ml Milch
30 g frische Hefe
50 g weiche Butter
1 Ei

Für den Belag:
2 kg Zwetschgen/Pflaumen
130 g kalte Butter
100 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln (oder Walnüsse)
1 TL Zimt
130 g brauner Zucker

Backpapier fürs Blech

(1) Mehl mit Salz und Zucker in einer Schüssel verrühren. Die Milch lauwarm werden lassen, die Hefe hinein bröseln, umrühren . Die Butter in Stücke schneiden und ebenfalls in die Milch geben. So wird sie richtig schön weich.
(2) Die Milchmischung mit dem Ei zum Mehl geben und mit einem Knethaken so lange bearbeiten, bis der Teig richtig zäh wird und nicht mehr am Schüsselrand haftet. Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem zugfreien, warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.
(3) Zwischenzeitlich die Zwetschgen vorbereiten. Waschen, trocknen, halbieren und den Stein entfernen. Auch die runden Pflaumen können benutzt werden, diese einfach je nach Größe vierteln oder sechsteln bis die Stücke in etwa so groß wie Zwetschgenhälften sind.
(4) Das Backpapier auf dem Blech auslegen. Den Teig nochmal kurz durchkneten. Dann entweder mit bemehlten Fingern oder einem bemehlten Nudelholz auf dem Blech ausrollen. Nochmal das Tuch drüber legen und 15 Minuten ruhen lassen.
(5) Zwischenzeitlich die Streusel machen. Dafür die kalte Butter in kleine Stücke schneiden. Mit Mehl, Nüssen, Zimt und Zucker  mit den Fingerspitzen zerreiben und leicht zusammendrücken, so lange bis kleine Streusel entstehen.
(6) Den Ofen auf 200°C vorheizen (Umluft 180°C ohne Vorheizen). Zwetschgen dicht an dicht auf dem Teig legen und die Streusel darauf verteilen.
(7) Den Kuchen auf der mittleren Schien ca. 35 Minuten backen. Abkühlen lassen und mindestens handwarm

genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2000): Basic baking. GU. p 75

Codename: Osterstollen

Ich glaube, es kommt eher selten vor, dass Frau Mama einen starken Backdrang verspürt, meistens backt sie auf speziellem Wunsch von uns irgendwas. Aber in der März-Ausgabe der LandIdee lachte sie ein Rezept für Osterbrot und es sträubte sich keiner von uns, dass sie es backen wollte. Sie hielt sich genau ans Rezept, aber zwischendurch kamen wir beide wirklich ins Grübeln, weil der Teig extremst krisselig-flockig wurde bevor er gehen sollte. Haben beide schon einen Misserfolg vor Augen gesehen, aber nach dem halbstündigen Gehen, war er wohl wirklich gut verarbeitenbar, wie Frau Mama berichtete (ich schlief mich gesund währenddessen). Also nicht entmutigen lassen :-)

Es wurde ein wunderbar fluffiges Brot, dass doch etwas an Weihnachtsstollen erinnerte durch die Rosinen, Orangeat und Zitronat. Aber das störte nicht weiter, erst Recht nicht Herrn Papa, der jeden Tag Stollen essen könnte. Dick mit Butter bestrichen wirklich wunderbar zum Nachmittagskäffchen oder -kakao oder -tee, je nach persönlicher Vorliebe.

Süßes Osterbrot

Zutaten für 2 Brote:
500 g Dinkel- oder Weizenmehl
1 Würfel Hefe
2 EL Zucker
150 ml Mehl
30 g Orangeat
30 g Zitronat
3 EL Rum
140 g Rosinen
150 g Butter
1 Prise Salz
5 EL Zucker
4 Eier
1 Bio-Zitrone, Schale abgerieben
1 Vanillestange

(1) Orangeat und Zitronat etwas hacken und mit 1 EL Rum vermengen, die Rosinen ebenfalls in 2 EL Rum einlegen.
(2) Mehl in eine Schüssel geben. Hefe mit Zucker und lauwarmer Milch mischen. Masse ins Mehl geben und nur leicht vermengen. So kann die Hefe starten. 15 Minuten gehen lassen. Gut kneten.
(3)  Das eingeweichte Orangeat, Zitronat und Rosinen unterkneten.
(4) Die Vanillestange halbieren und das Mark auskratzen. Die Butter zerlassen und zusammen mit Salz, Zucker, Eiern, Zitronenabrieb und dem Vanillemark hinzugeben und durchkneten. Der Teig kann jetzt krisselig-flockig aussehen. Aber trotzdem 30 Minuten gehen lassen. Den aufgegangenen Teig teilen und nochmals gut durchkneten und zwei Laibe formen. Wiederum abgedeckt 15 Minuten gehen lassen.
(5) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(6) Die Laibe mit der Schere ein paar mal einschneiden und nochmals 10 Minuten gehen lassen.
(7) Im vorgeheizten Ofen 30-40 Minuten backen.

Einfach in Scheiben schneiden, dick mit Butter bestreichen und mit einer schönen Tasse Tee

genießen!

Quelle: LandIdee 03/12

Auch wenn der Osterstollen nicht heute gebacken wurde, wurden doch heute Nachmittag noch zwei dick gebutterte Scheiben genüsslich verspeist und darf deswegen bei der „Initiative Sonntagssüß“ mitmachen, die heute von Katrin bei Lingonsmak gesammelt werden.

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