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12 von 12 im September – Urlaubsedition

Am Dienstag war wieder der zwölfte Tag des Monats, also wieder zwölf Bilder. Allerdings handelt es sich diesmal bei mir um eine Urlaubsedition und in dieser schaffte ich keine zwölf Bilder, weil es so unspektakulär entspannend war :-D

Der Tag begann früh, kühl und etwas grau.

Zum Wachwerden guckte ich bärtigen Hipstern beim Garnelenkochen zu. Wenn der Fernseher läuft dann hauptsächlich einer der drei Kochsender, weil ich andere Sender aus politischen Gründen nicht ertrage. Bei ungarischen Nachrichtensendungen kriege ich momentan SO EINEN HALS! Da sind Kochsendungen ungefährlicher für meinen Blutdruck *g*

Es hat sich angenehmerweise eingebürgert, dass ich mit Onkel und Tante zusammen frühstücke. Dienstag gab es geröstetes Brot mit Knoblauch abgerieben und Entenschmalz dazu. Das ist jetzt nix für den Gemeinen Cornflakesfrühstücker *g* Aber ich hab auch schon Härteres als erste Mahlzeit des Tages hier gegessen ;-)

Danach schrieb ein bisschen für den kleinen Blog …

… und half der Tante beim Verarbeiten der gefühlt Myriaden Miniäpfelchen.

Das Mittagessen war sehr schnell gemacht: Spinat mit Spiegelei und Brot. Vorneweg eine unfotografierte Milchsuppe.

Danach zog ich mich zum Nachmittagsnickerchen zurück, aus dem ich mit Bauchweh erwachte. Das bisschen Apfel, das ich beim Putzen aß, war offensichtlich zu viel für meine Gedärme. Hmpf.

Ein bisschen Aufheiterung brachte der hübsche doppelte Regenbogen, dessen Ende auf dem Weinberg Bodenberührung zu haben schien ;-) Wusstet ihr, dass die Farben des schwächer sichtbaren Regenbogens gespiegelt sind? Könnt ihr ja beim nächsten Mal, wenn ihr einen seht, drauf achten :-)

Und danach vergaß ich weitere Bilder zu machen. Der Abend war auch selten unspektakulär: zum Abendbrot gab es Butterbrot und danach pennte ich bei Kochsendungen weg *g*

Für weitere, wahrscheinlich spannendere Alltage guckt doch bitte bei „Draußen nur Kännchen“ vorbei :-)

Wir retten … sauer eingelegtes Gemüse auf türkische Art: Karışık Turşu

Meine osteuropäischen Wurzeln lassen sich nicht verleugnen. Ich mag Fleisch, es ist immer Saure Sahne im Kühlschrank und ich habe eine große Vorliebe für eingelegtes Gemüse, egal ob die Essigvariante oder in Salzlake. Noch bevor mir einfällt einen Salat als Beilage zu reichen, sind schon eingelegte Rote Bete, Gurke oder Kürbis auf einem Tellerchen gelandet. Ich liebe das Zeug einfach und in den letzten Jahren begann ich auch, die Lieblingsgemüse selbst einzulegen. Ihr fragt Euch jetzt sicherlich, warum ich mir diese Arbeit mache, wenn es Gewürzgurken, süßsauren Kürbis und Rote Bete auch in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Aber habt ihr mal auf die Zutatenliste geguckt? Bei den konventionellen, deutschen Produkten sind kaum noch unverarbeitete Zutaten drin außer Wasser und Salz, stattdessen findet man diverse Aromen statt Gewürzen wie Senf oder Piment, statt Zucker werden unterschiedliche Abarten wie Fruktose-Glucose-Sirup und Konsorten benutzt. Wo ist denn bitte schön das Problem, da echte Senfkörner reinzuschmeißen und einfach nur Salz und Zucker zu benutzen, anstatt drei unterschiedlich benannter Zuckervarianten? Ich will das alles nicht! Ich will die ganzen E-Stoffe nicht in meinem Körper haben. Ich will die Zutaten eindeutig zuordnen können. Und genau deswegen mache ich mein eigenes Gemüse ein oder wenn ich es kaufe, achte ich genau darauf, was drin ist!

Und zum Glück bin ich nicht die einzige, sondern die Damen (und Herren) von der Rettungstruppe liegen mit mir auf einer Wellenlänge, weswegen wir heute sauer eingelegtes Gemüse und Obst retten. Natürlich habe ich auch die anderen Teilnehmer nach dem Rezept wieder aufgezählt, so dass sich die geneigte Leserschaft wieder viel Inspiration holen kann.

Dieses Mal zeige ich Euch allerdings kein ungarisches oder deutsches Rezept, sondern wende mich der türkische Küche zu, die ich ebenfalls sehr liebe! Türkische Küche ist so viel mehr als Döner und wird zu Recht als eine der besten der Welt genannt. Seit ich im Klein-Ankara Kassels gelebt habe, weiß ich die türkischen Zutaten sehr zu schätzen. Sie kochen sehr gemüselastig, sehr vielfältig und würzig, aber nicht zu abgehoben in den Geschmackskombinationen. Und sie scheinen eingelegtes Gemüse zu mögen, was mir bis dato unbekannt war. Aber beim Durchblättern des großartigen Kochbuchs „Türkei vegetarisch“ von Orhan und Orkide Tançgil fiel mir ihr Rezept für in Essig und Salzlake eingelegtes Gemüse auf, dass sich super für meine damaligen Gemüsereste und die übrig gebliebenen unreifen Tomaten aus dem elterlichen Schrebergarten eignete. Also schnell noch zwei 1,5 l-Gläser besorgt und ab ging es. Was ich etwas amüsant fand, war die Zugabe der einzelnen getrockneten Kichererbsen, aber sie unterstützen wohl die Fermentation. Für dieses Gemüse könnt ihr wirklich viel unterschiedliches Gemüse verwenden, auch wenn ihr Reste habt. Die letzten Bohnen aus dem Garten lohnen sich nicht mehr für eine Suppe, dann rein damit? Es hängen noch vereinzelt grüne Tomaten am Strauch, aber es ist zu kalt zum Reifen? Ihr werdet nicht an einer Solaninvergiftung sterben, wenn ihr sie auch mit reinpackt. Und es ist so einfach zubereitet, braucht nur ein bisschen Zeit zum Reifen. Während der Wartezeit hab ich ein paar Mal wirklich vorsichtig den Deckel geöffnet, da sich doch Gase entwickeln, die auch raus wollen, ich aber keine Lust auf großes Sprudeln in der Küche hatte. Das hat sich bewährt. Und wenn ihr genug gewartet habt,…

… dann kommt großes Geschmacksglück! Noch knackiges Gemüse, leicht säuerlich und salzig. Wirklich sehr angenehm! Ihr müsst nur ernsthaft auf Sauberkeit achten, sowohl bei der Zubereitung als auch beim Herausnehmen des Gemüses. Das Glas gründlich reinigen vor dem Einschichten des Gemüses und zum Herausnehmen nur sauberes Besteck nehmen und die Gabel nicht zwischendurch ablecken, wenn ihr mehrmals ins Glas geht. Dann könnt ihr lange Freude an Eurem eingelegten Gemüse haben, wenn es nicht schon schnell in Euren Mägen verschwindet, weil es so köstlich ist!

Karışık Turşu – Eingelegtes Gemüse auf türkische Art

Zutaten für ein 1,5l Glas:

1 l Wasser
100 ml Apfelessig
80 g grobes Steinsalz (kein Meersalz)
1 kg junges, knackiges Gemüse
(Weißkohl, Rote Bete, unreife Tomaten, Möhren, Einlegegurken,
rohe Brechbohnen, Blumenkohl, Peperoni, Kohlrabi, Paprika etc.)
6-8 getrocknete Kichererbsen
5-6 Knoblauchzehen
10-15 Pfefferkörner
1-2 Lorbeerblätter
2-3 Stengel Dill und/oder Koriander oder Sellerieblätter

(1) Das Glas mit heißem Wasser und Spülmittel gut auswaschen und dann mit heißem Wasser gründlich nachspülen, damit alle Spülmittelreste verschwinden. In den kalten Ofen auf das Gitter legen, den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und das Glas 15 Minuten drin lassen ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist. Herausholen und auf einem Holzbrettchen abkühlen lassen.
(2) Als erstes die Lake zubereiten. Dafür das Wasser aufkochen und abkühlen. Dann Essig und Salz einrühren bis sich das Salz aufgelöst hat.
(3) Das Gemüse gründlich waschen und/oder putzen. In etwa gleich große Stücke schneiden. Wenn etwas größer bleibt (z.B. die Einlegegurken) dann mit einem Spieß oder Gabel einstechen, damit die Lake gut eindringen kann. Die Knoblauchzehen schälen.
(4) Die Kichererbsen in das Glas legen. Gemüse, Knoblauchzehen und Pfefferkörner in das Glas schichten. Dabei dicht packen, so dass möglichst wenig Hohlräume entstehen. Obenauf kommen die frischen Kräuter.
(5) Die Salzlake vorsichtig aufgießen, bis alles Gemüse bedeckt und das Glas voll ist. Um alles unter der Oberfläche zu halten mit einem kleinen Schälchen/Tellerchen/Stein beschweren, der auch drin bleibt, wenn der Deckel verschlossen ist. Vorsichtig am Glas schütteln, damit alle Luftbläschen nach oben steigen. Den Deckel verschließen und das Glas 2-3 Tage auf dem Deckel stehend lagern, dann umdrehen und an einem kühleren Ort 3-4 Wochen reifen lassen. Das Glas auf einen tiefen Teller stellen, da etwas Flüssigkeit austreten kann. Manchmal auch wirklich vorsichtig den Deckel öffnen, damit die sich gebildeten Gase, entweichen können.

Wenn das Gemüse fertig ist, im Kühlschrank lagern, damit der Reifeprozess unterbrochen wird. Das Gemüse NUR mit sauberem Besteck aus dem Glas holen, nicht mit den Fingern oder abgelecktem Besteck, dann sollte es auch einige Wochen bis Monate halten.

Passt zu Kurzgebratenem, Frikadellen, Ragouts (egal, ob Gemüse oder Fleisch).

Quelle: Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 131

Und falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, bei den anderen Mitstreitern der Rettungstruppe, gibt es noch mehr Ideen:

Nach der erfolgreichen Jagd – Schnelle Pilzpfanne

So langsam beginnt die Pilzzeit wieder! Und wer sich mit Pilzen auskennt und ein Auge für sie hat, der wird jetzt schon fündig, denn es ist warm und ausreichend feucht, so dass alle Pilze eigentlich wilde Partys feiern müssten auf Wiesen und in Wäldern. Nur leider ohne mich, denn so viel ich theoretisch als Botanikerin über sie und ihre Lebensweise weiß, in der Praxis bin ich ein lausiger Pilzfinder und -erkenner. Schade eigentlich, weil doch so viele von denen so köstlich sind. So muss ich mich leider mit gekauften Exemplaren begnügen.

Und jetzt haben die frischen Pfifferlinge ihre Saison und sind damit auch im Supermarkt neben den üblichen Champignons und Co. zu erwerben. Und Pfifferlinge sind so unglaublich lecker! Aber leider auch ziemlich aufwendig zu putzen, wenn man jeden per Hand und Messerchen säubert. Denn es funktioniert noch keine Methode, um sie zu züchten. Was vielleicht auch nicht so verkehrt ist… Aber wie kriegt man die kleinen Pilzchen jetzt am effizientesten sauber, ohne stundenlang über jeden einzelnen Pilz gebeugt zu sitzen? Ich benutze die Mehl-Wasser-Methode, die einwandfrei funktioniert. Dafür in einer großen Schüssel 1-2 Esslöffel Mehl mit kalten Wasser verrühren und die Pilze dann portionsweise kurz, aber beherzt mit Hilfe Eurer Hände gegeneinander reiben und durch das Wasser wirbeln, damit der Dreck abgeht. Dann in ein Sieb oder auf ein Küchenhandtuch zum Abtropfen geben. Es hat nur den kleinen Nachteil, dass die Pilze ein bisschen Wasser aufsaugen, das dann beim Braten austritt und eventuell abgeschüttet werden muss.

Und wofür hab ich die Pfifferlinge benutzt? Klar hätte ich sie in eine Sahnesauce zu Pasta packen können, aber ich wollte was leichteres und auch traditionelleres. Fündig wurde ich im hochgeschätzten „Deutschland vegetarisch“ von Stevan Paul. Die Pilzpfanne sollte es also werden. Und weil noch ein paar Gramm Pilze fehlten, wurden braune Champignons dazu gekauft. Das Essen ist wirklich schnell gebrutzelt, am längsten dauert tatsächlich das Pilzeputzen. Als Pilze könnt ihr alles nehmen: Champignons, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge, Steinpilze, Maronenröhrlinge oder was ihr sonst noch im Wald findet und guten Gewissens essen könnt. Und so wahnsinnig viel mehr außer ein paar Gewürze und eine kleine Stange Porree/Lauch braucht ihr auch nicht. Also schnell ab zu Euren besten, geheimen Pilzecken oder in den nächsten Supermarkt und der Köstlichkeit steht nichts mehr im Weg.

Schnelle Pilzpfanne

Zutaten für 3 Portionen:
700-750 g Pilze (gemischt)
hier waren es 400 g Pfifferlinge und 300 g braune Champigons
1-2 EL Mehl + viel Wasser zum Waschen der Pfifferlinge
2 EL getrocknete, gemahlene Steinpilze
100 ml Wasser
1 Prise Gemüsebrühpulver
1 kleine, dünne Stange Porree/Lauch
2-3 Stengel glatte Petersilie
2 EL neutrales Öl
1/2 TL getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer
20 g Butter
2-3 EL Schmand

(1) Die Pilze putzen und in mundgerechte Stücke teilen. Wenn sie sehr dreckig sind, das Mehl mit kaltem Wasser in einer großen Schüssel vermischen und die Pilze darin kurz und enthusiastisch mit den Händen durcheinander wirbeln bis der Dreck ab ist. In einem Sieb oder auf einem Küchenhandtuch gut abtropfen lassen.
(2) Die gemahlenen Steinpilze mit dem Gemüsebrühpulver in einen Messbecher geben, mit 100 ml kochendem Wasser begießen. Gut verrühren und zur Seite stellen.
(3) Vom Lauch das Wurzelende und den unschönen oberen Teil der Blätter abschneiden. Längs halbieren und die Hälften gründlich unter fließendem Wasser waschen. In dünne Halbringe schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und grob hacken, zur Seite legen.
(4) Das Öl auf sehr hoher Hitze in einer großen, beschichteten Pfanne sehr heiß werden lassen. Die Pilze zugeben und ohne zu rühren etwa 2 Minuten braten. Dann durchrühren. Wenn viel Wasser aus den Pilze austreten sollte, es vorsichtig über einem Sieb abgießen und den Rest so lange verkochen lassen bis ihr Bratgeräusche hört und die Pilze Farbe kriegen. (Bei wenig austretendem Wasser einfach nur verkochen und Farbe annehmen lassen.) Die Pilze sollten noch ihre Form haben, aber trotzdem gar sein. Den Majoran und Porree zugeben und 2 Minuten unter Rühren und bei höherer Hitze braten. Salzen und pfeffern. Die Steinpilz-Gemüsebrühe und Butter zugeben und aufkochen lassen bis sich ein Sößchen gebildet hat.
(5) Den Schmand über der Pilzpfanne verteilen und mit der Petersilie bestreuen.

Dazu passen Semmelknödel, einfache Salzkartoffeln oder Spätzle oder auch nur frisches Brot.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 145

Chutney aus unreifen, grünen Tomaten und Äpfeln

Geschrieben im August 2016 *ähem*:

Letztens war ich ja für ein paar Tage in der Ostseeheimat. Und den Sonntag haben wir es tatsächlich geschafft ganz gemütlich und ruhig im Schrebergarten zu verbringen. Frau Mama hat nach Jahren wieder einen Versuch mit Tomaten im Garten gestartet, eine Sorte, die wohl extra für Alaska gezüchtet wurde, mit seinen widrigen Tomatenbedingungen. Leider hat dann doch die Braunfäule bei uns zugeschlagen und die Pflanzen waren nicht zu retten. Wir haben offensichtlich schlechtere klimatische Bedingungen in unserem Schrebergarten als in Alaska ;-) Jedenfalls waren aber viele schöne Tomaten an den drei Pflanzen, nur eben noch grün. Aber ich wollte die jetzt nicht umkommen lassen. Schließlich habe ich schon mal unreife grüne Tomaten ausgebacken. Und das war sehr lecker und hat mich nicht umgebracht *g* Also flugs alle Tomaten geerntet, Restpflanzen im Müll entsorgt und die 2,2 kg Tomaten mit dem Zug nach Hause transportiert.

Dann ging die Recherche los. Was mache ich jetzt damit? Chutney wäre ja mal wieder was und ich würde fündig bei David Lebovitz, dessen Variante mit Äpfeln, Rosinen und Ingwer sich gut anhörte. Und auch einfach zu machen ist: Sachen klein schnippeln, mit restlichen Zutaten in einem Topf vermischen und kochen. Zum Schluss nur noch abfüllen. Da Mr. Lebovitz meinte, es hielte sich nur ca. 4 Wochen im Kühlschrank, habe ich es noch 30 Minuten eingeweckt. So schnell kriege ich 1,5 l doch nicht weg und meine Lieblingsmenschen, denen ich das gerne schenken möchte, wohnen zu weit weg für einen spontanen Chutneyschenkbesuch.

Was das tolle an grünen Tomaten ist, sie müssen nicht extra gehäutet werden. Die Haut löst sich auch beim Chutneykochen nicht ab und man hat somit keine Hautfetzen in dem superaromatischen Chutney. Allerdings ein Tipp noch, wenn ihr es an einem warmen Tag zubereitet, schließt alle Fenster und Türen, schmeißt sofort die Abfälle weg und wascht die benutzten Utensilien schnellstens ab, sonst habt ihr eine Fruchtfliegeninvasion der Extraklasse in Eurer Wohnung. Ich spreche aus Erfahrung *seufz*

Also, wenn Eure Tomaten vor dem kalten Herbst nicht mehr richtig reif werden, das hier ist eine wunderbare Verwendungsmöglichkeit!

Chutney aus Grünen Tomaten und Äpfeln

Zutaten für ca. 1,5 l:
850 g grüne Tomaten
2 feste Äpfel
100 g Schalotten
1/2 frische Chili (gerne auch mehr)
(oder 1-2 getrocknete Chilis, entkernt, zerkrümelt)
65 g kandierter Ingwer
250 ml Apfelessig
160 g goldene Rosinen
180 g brauner Zucker
1 EL Senfsaat
1 TL gemahlener Kardamom
1/2 TL gemahlener Piment
1 Bio-Orange, Schale

(1) Das Gemüse und Obst vorbereiten. Die Tomaten waschen, trocknen und in mittelgrobe Würfel schneiden. Die Äpfel wahlweise schälen oder nicht, Kerngehäuse entfernen und ebenso groß schneiden wie die Tomaten. Die Schalotten häuten, halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Chili halbieren, Kerne und Häutchen entfernen und fein würfeln. Den kandierten Ingwer aus der Flüssigkeit nehmen und hacken. Die Schale von der Orange fein abreiben.
(2) Das vorbereitete Gemüse mit den restlichen Zutaten in einem großen Topf (hier 5l Inhalt) mischen. Auf dem Herd bei höherer Hitze zum Kochen bringen, auf mittlere Hitze runter schalten und offen etwa 45 Minuten kochen bis die Konsistenz an Marmelade erinnert. Dabei öfter mal umrühren, damit es nicht am Topfboden ansetzt.
(3) Die Gläser wie im Beitrag über das Einkochen beschrieben vorbereiten. Das Chutney entweder warm oder nach dem Abkühlen einfüllen. In einen großen Topf stellen, mit entsprechend kaltem oder warmem Wasser auffüllen (kaltes Chutney = kaltes Wasser) bis das größte Glas zu mindestens 3/4 im Wasser steht. Den Herd auf mittelhohe Hitze stellen, wenn das Wasser beginnt zu kochen, 30 Minuten einkochen lassen. Sobald die Zeit abgelaufen ist, die Gläser aus dem Wasser holen und auf einem Holzbrett o.ä. vollständig auskühlen lassen. (Nicht auf Glasunterlage o.ä. stellen, durch die Temperaturunterschiede könnten die Gläser springen) Die Klammern von den Weck-Gläsern abnehmen und Probe machen, ob die Deckel halten.

Eins sofort öffnen zum Kosten, die anderen an einem möglichst kühlen, dunklen Platz aufbewahren.

Genießen!

Quelle: David LebovitzGreen Tomato-Apple Chuntey

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Stürmischer letzter Tag

Mein letzter Tag, Frau Kochschlampe blieb noch eine Nacht länger. Es war immer noch stürmisch und der Himmel dramatisch.

Frau Kochschlampe wollte noch ein wenig am Strand rumhühnern, während ich auf Mitbringseljagd ging. Aber zuerst bestaunten wir noch das stürmische Meer vom immer schmaler werdenden Strand aus …

… gingen zur Seebrücke, die mittlerweile gesperrt war. Da waren aber auch wirklich große Wellen, die anrollten.

Ich erledigte die Besorgungen und packte meine Siebensachen, während Frau Kochschlampe dieses Prachtexemplar von Regenbogen knipsen konnte:

Mittag aßen wir nochmal auswärts im „Peter Pane“ an der Strandpromenade. Wir entschieden uns für das Mittagsmenü, bei dem wir mit einem Geldaufschlag zum Burgerpreis noch Pommes und Kaltgetränk bekamen. Ich wählte den „Waldmeister“-Burger, der sehr köstlich war. Aber wieder das alte Problem: es ist immer viel zu viel für meinen Magen und es bleibt leider viel übrig. Die Kinderportion durfte ich leider nicht nehmen, weil sie tatsächlich nur bis 12 Jahren ist. Hmpf. Aber war trotzdem lecker, knusprige Pommes und saftiger, würziger Burger:

Nachmittags begleitete Frau Kochschlampe mich noch zum Bahnhof (sie zog sogar meinen Koffer, danke schön :-*) und ich düste ab Richtung Rostock.

Es waren schöne und entspannte Tage! Frau Kochschlampe ist die beste Reisebegleitung, die ich mir wünschen kann. Und Rügen hat noch so viel mehr, dass sich lohnt zu entdecken. Vielleicht konnte ich Euch ja Lust auf ein paar Tage auf Deutschlands größter Insel machen! Ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort!

Adresse:
Peter Pane – Binz Strandpromenade
Strandpromenade 23
18609 Binz

Telefon: 038393 666346
Internet: http://www.peterpane.de/restaurants/binz-strandpromenade/

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Entspannter Sonntag

Sonntagmorgen: Ich öffne die Augen und mein Körper gibt mir eindringlich zu verstehen, dass er heute Ruhe braucht. Keine langen Spaziergänge am Strand, kein Shoppingstress bitte. Der Morgen begrüßte uns auch in steingrau.

Trotzdem brauchten Frau Kochschlampe und ich ja Brötchen zum Frühstück und so machten wir uns via Strand auf zum Bäcker. Und wenn man schon mal am Wasser ist, kann man auch gleich ein paar hübsche Sonnenaufgangsbilder mit Meer und Seebrücke machen:

Strandkörbe standen auch noch am Strand, um von den Besuchern später am Tag bevölkert zu werden:

Die Sonne macht sich auf den Weg:

Auf dem Rückweg noch ein Beweisbild der wirklich aparten und typischen Bäderarchitektur der Ostseebäder auf Rügen:

Frau Kochschlampe machte sich dann auf den Weg, um im Nationalpark Jasmund ein wenig die Kreideküste mit ihren UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwäldern zu erkunden, während ich ein Vormittagsnickerchen einlegte. Danach fühlte ich mich wesentlich fitter und ein wenig hungrig. Zum Glück gibt es in einem Ort, der seit 1885 offiziell Seebad ist und dementsprechend touristisch erschlossen, genug Auswahlmöglichkeiten. Und ich entschied mich für „Fritz Braugasthaus“ keine zwei Minuten zu Fuß von der Ferienwohnung entfernt. Die Speisekarte im Netz fand ich ganz ansprechend, bin ich also zum frühen Nachmittag hin, als der große Mittagsansturm vorbei war.

Das Innere ist rustikal-gemütlich eingerichtet mit viel Kupfer und hinten raus ist ein Außenbereich vorhanden, der auch noch gut frequentiert war. Aber zum Draußensitzen war es mir doch einen µ zu kühl.

Und weil ja Sonntag war, bestellte ich mir ein „richtig deutsches“ Sonntagsessen: Ofenfrischer Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen:

Ich bestellte nur die kleine Portion, da ich die Aufnahmefähigkeit meines Magens kenne. Aber es war wirklich köstlich! Der Braten schön zart mit würziger Sauce dazu wirklich köstlicher Rotkohl (I ♥ Rotkohl!) und flaumige Knödel! Das Essen war einen Sonntag wirklich würdig! Was ich sehr lobenswert finde, ist dass das Restaurant mit einem Bio-Produzenten zusammen arbeitet und große Teile des angebotenen Rind- und Schweinefleischs vom Landwerthof Stahlbrode kommt, die seit 2008 ein vielfältiges Hofprojekt in Angriff genommen haben mit einem Schulgarten, eigener Tierhaltung und eben auch Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte. Über das Bier kann ich in Anbetracht meiner Alkoholabneigung nichts sagen, aber es gab auch lustige andere Sorten als den Standard.

Natürlich ist „Fritz Braugasthaus“ ein Franchise-Unternehmen, aber ich habe den Eindruck, eines von den besseren. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dort wieder Essen zu gehen und würde es Anderen auch empfehlen :-)

Den sonnigen Nachmittag nutzte ich dann, um auf dem Balkon noch ein wenig Vitamin D zu tanken und das emsigen Treiben auf der Straße zu beobachten. Ein gelungener, ruhiger Sonntag!

Fritz Braugasthaus
Schillerstraße 8
18609 Binz

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 11-0 Uhr

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Meer und See in Binz

Nach einer erholsamen Nacht wachte ich relativ früh auf. Frau Kochschlampe schlief noch selig neben mir. Und um sie nicht Ausversehen zu wecken, schlich ich ins Wohnzimmer der Ferienwohnung und beobachte den Himmel. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, wenn der Körper zwar irgendwie wach ist, mein Hirn aber noch nicht. Nun habe ich ja mittlerweile einige Erfahrung bei Sonnenauf- und -untergängen, so dass ich ganz gut abschätzen kann, ob es dramatisch am Himmel wird oder nicht. Und dieser 1. Oktober versprach Drama! Also fix angezogen, Frau Kochschlampe kam auch mit und ab zum Strand!

Und tatsächlich! Drama!

Der Blick Richtung Sassnitz ist leicht rosa gefärbt.

Es wird golden!

Feinster Sandstrand mit ein paar kleinen Quallen.

Quallen sind nicht die einzigen Tiere dort, auch viele Möwen machten sich fein für den Tag und frühstückten.

Goldenes Morgenlicht.

Nach einer knappen Stunde am Strand besorgten wir noch schnell ein paar Brötchen zum Frühstück und guckten, was es in der engeren Umgebung unserer Ferienwohnung an Geschäften gibt.

Nicht weit weg, gab es einen Edeka, den wir natürlich genau inspizierten. Frau Kochschlampe fand meine absolute Lieblingsbrause: Vielanker Fassbrause ♥

Die Temperaturen waren noch so angenehm, dass wir es uns auf der Terrasse gemütlich machten:

An normalen Sonnabenden wäre ich zu Hause geblieben und hätte rumgedümpelt, aber es kristallisierte sich schon raus, dass dieser Rügenurlaub zum Grenzentesten bei mir genutzt wird (in den nächsten Beiträgen werdet ihr es besser verstehen). Also anstatt auf dem Sofa zu sitzen, machte ich mit Frau Kochschlampe noch einen langen Spaziergang ins Binz abseits von Ostsee und Strand.

Erstaunlicherweise gibt es in Binz einen ziemlich großen Süßwassersee, den Schmachtersee:

Wenn man mal einen Gedanken dran verschwendet, wiederum nicht überraschend, weil ja auch Rügen stark von den Eiszeiten geformt wurde und diese ganz gerne mal große Löcher hinterlassen haben, die sich mit Süßwasser füllten und gemeinhin „See“ genannt werden *g* (Teiche sind übrigens immer künstlich angelegt). Und das kann ebenfalls auf Inseln passieren…

Jedenfalls ist das Ufer des Schmachtersees ganz zauberhaft. Es stehen Skulpuren dort, es gibt Cafés, einen schönen Spielplatz, der auch zum Sporteln geeignet ist. Und auch wenn es regnet, kann man dort schön flanieren (Regenjacken ahoi!).

Auch der Blick auf die evangelische Kirche ist ganz hübsch, der wir auf dem Rückweg zur Ferienwohnung noch einen Besuch abstatteten. Sie wurden ab 1911 im neugotischen Stil gebaut und 1913 geweiht. Im Sommer finden dort Konzerte statt, am folgenden Tag sollte der Erntedankgottesdienst sein.

Um zur Kirche zu kommen, muss man einen Berg hoch. Ja genau, ein Berg! An der Ostseeküste. Und er ist nicht alleine. Es gibt eine Stadt auf Rügen, die Bergen heißt und ihren Namen zurecht trägt ;-)

Aber zumindest hat man von dort einen schönen Blick auf Binz zur touristischen Rush Hour *g*

Das war es aber noch nicht für den Tag. Morgen erzähle und zeige ich dann was zu unserem kulinarisch wundervollen Abend!

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