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Indisches Gemüsecurry für Faule

Schon zwei mir bekannte weibliche Wesen fragten mich letztens, ob ich nicht irgendwelche Rezepte und/oder Blogs zum Abnehmen wüsste. Ich bin da irgendwie der gefühlt schlechteste Ansprechpartner, nicht weil ich so Abnehmen nicht nötig hätte, aber ich weigere mich, mich irgendwelchen widersinnigen Essensanweisungen zu unterwerfen. Ich bin einfach davon überzeugt, dass wenn man sich einigermaßen gesund ernährt, Sport macht und sonst eben auf den eigenen Körper hört, passt das schon irgendwie, oder? Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte einfach, dass ich mich einigermaßen ausgewogen ernähre *ggg* Also Lieblingscousinchen und Mietze, versucht das mal, sollte gesund sein und wärmt den Bauch von innen. Viiiel besser als Sprossensalat bei dieser fies-feuchten Kälte ;-)

Von dem indischen Mimosen-Essen mit Frau Kochschlampe ist immer noch Currypaste übrig, die zum Glück nicht so schnell schlecht wird. Und so ist immer eine nette kleine Würzpaste im Haus, mit der man fix ein kleines Gemüsecurry (oder wer mag auch mit Fleisch oder Fisch) zaubern kann. Nur noch wenige Zutaten nötig und auch Gemüserestchen aus dem Kühlschrank lassen sich wunderbar verbasteln. Wer richtig faul ist, wie ich an dem Abend, kippt einfach kochendes Wasser auf Couscous, wartet und isst es dazu, wer noch etwas mehr Elan hat, kocht sich Reis.

Indisches Gemüsecurry für Faule

Zutaten für 3 Portionen:
1 rote Zwiebel
2 cm Ingwer
guter Schluck neutrales Öl
1,5 EL milde Currypaste
1 kleine Zucchini
1 kleine Aubergine
1 kleine Mangoldstaude
1 kleine Dose gehackte Tomaten
1 EL Joghurt
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst das ganze Gemüse kleinschnippeln. Die Schale vom Ingwer mit einem Teelöffel abkratzen und fein reiben. Die Zwiebel pellen, halbieren und in halbe Ringe schneiden. Die Zucchini und Aubergine waschen, trocknen. Die Früchte halbieren, längs dritteln und in mittelgroße Würfel schneiden. Den Mangoldblätter waschen, gut abtropfen lassen und die weißen Stiele von den Blättern abschneiden. Dann die Stiele in 1 cm breite Streifen schneiden, die Blätter 0,5 cm breit.
(2) In einem mittelgroßen Topf das Öl erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze langsam anschmurgeln bis sie weich sind. Den Ingwer zugeben, kurz mitdünsten.
(3) Die Zucchini- und Auberginenwürfel hinzufügen und anbraten lassen. Dann die Currypaste dazu geben und kurz mit anbraten, damit sich die Aromen in der Currypaste voll entfalten können.
(4) Wenn das Gemüse und Currypaste angebraten sind, die Tomatenstücke hinzufügen, salzen und pfeffern Deckel drauf und etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen. Dann die Mangoldstiele hinzufügen. Weiter schmoren lassen bis das Gemüse gar ist.
(5) Kurz vor Ende der Garzeit die Mangoldblätter hinzufügen und etwa 5 Minuten mitköcheln.
(6) Zum Schluss den Topf vom Herd nehmen und den Joghurt unterrühren. Nochmals kosten und mit Salz und/oder Pfeffer abschmecken, falls noch was fehlt.

Mit Reis oder wer fauler ist, Couscous servieren.

Aloo Gobi oder Indisches Blumenkohl-Kartoffel-Curry

Ich habe schon was übrig für indisches Essen, viel Gemüse, viele Gewürze, die überraschenderweise  immer gut zusammen funktionieren … wenn, ja wenn es oftmals nur nicht soo scharf wäre *seufz* Ich erinnere mich noch an einen Abend in einem indischen Restaurant in Göttingen mit zwei lieben Freundinnen, die eine von ziemlich weit ausm Westen angereist … Jedenfalls, wir drei in dem Restaurant und ich bestelle mir Hähnchen in Buttersauce (was an sich schon hirnrissig ist, wo ich Milchfett doch soo „gut“ vertrage …) und auf der Karte stand, dass es ein mildes Gericht sei. Schön und gut, weil ich weiß, dass „scharf“ in indischen Restaurant wirklich, richtig, fies-scharf ist, bestelle ich solche Gerichte nie-nicht! Aber mild sollte auch für mich gehen … Ha ha! Pustekuchen! Es war so scharf, dass mir schon nach wenigen Gabeln die Lippen brannten (vom Mundinneren mal ganz zu schweigen) und ich brauchte wirklich einige Mango-Lassi, um das Essen langsam und Bissen für Bissen zu genießen … Seitdem bin ich äußerst vorsichtig, was indisches Essen angeht. Aber zu Hause alleine kochen kann ich das ja, weil ich so den Chilianteil meinen Scharf-Mimosen-Ansprüchen entsprechend dosieren kann :-)

Mir war dann irgendwie nach Blumenkohl in Kombination mit Gewürzen und nach einigem Suchen auf einschlägigen Rezeptdatenbanken wurde ich bei den Küchengöttern fündig. Ein äußerst leckeres, schnelles Gemüsecurry! Leider flockte bei mir der Joghurt aus (Mistding!) und der Blumenkohl ist etwas zerkocht, das hat das Photo schlecht werden lassen, aber tat dem Geschmack überhaupt keinen Abbruch :-)

Aloo Gobi oder Indisches Kartoffel-Blumenkohl-Curry

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Blumenkohl
2 Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm)
2 Tomaten
1 Lorbeerblatt
3 EL Ghee (hier: Sonnenblumenöl)
1 TL Kurkumapulver
1 TL Chilipulver
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
150 g TK-Erbsen
3 EL Joghurt
Salz
1 TL Garam Masala

(1) Blumenkohl putzen und in seine Röschen aufteilen. Kartoffeln schälen und würfeln. Die Zwiebel und Ingwer von der Schale befreien und hacken. Die Tomaten waschen, den Stielansatz rausschneiden und würfeln.
(2)  In einem Topf das Ghee erhitzen und das Lorbeerblatt ca. 1 Minute rösten. Das Zwiebel- und Ingwergehäckselte zu geben und hellbraune Farbe annehmen lassen. Die Blumenkohlröschen, Kartoffeln, Kurkuma-, Chili- und Kreuzkümmelpulver zugeben. Rührend ca. 2 Minuten braten lassen. Tomaten, Erbsen, Joghurt und ¼ l Wasser zugeben, salzen, zugedeckt in 20-25 Min. garen. Mit Garam Masala würzen und sofort servieren!

Dazu: Reis oder Naan-Brot oder anderes schönes Weißbrot

Quelle: Küchengötter – Blumenkohl-Curry

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Kichererbsencurry

Klecksendes Kichererbsencurry

Kichererbsencurry mit pittoresken Klecksen

Dies hier war mein allererstes Gericht, dass ich speziell für den Blog photographiert hab. Damals noch in der Göttinger WG und von ehemaligem Mitbewohner F. ausgesucht. Und er hat  mit diesem Kichererbsencurry eine gute Wahl getroffen. Kichererbsen hatte ich so in ganzer Form noch nicht gekostet und war ein wenig skeptisch, aber völlig zu Unrecht. Es ist ein sehr leckeres Curry, das ziemlich schnell zusammengeköchelt ist.  Vielleicht ist es noch erweiterbar um einige Zutaten wie Paprika oder Zucchini. Dazu frisches Fladenbrot oder Naan. Ein Gedicht! Auch einen frischen Minzjoghurt dazu stelle ich mir sehr gut vor :) Das schöne an Curries ist ja, dass man sie abwandeln kann. Wenn jemand wie meine Wenigkeit nicht so scharf essen kann, einfach weniger

Hier noch ein paar Informationen für Kichererbsen-Skeptiker, die vielleicht noch ein paar Gründe zur Überzeugung brauchen :-) Kichererbsen sind ziemlich gesunde kleine Früchtchen. Sie enthalten ca. 20% Eiweiß, 40% Kohlehydrate, außerdem noch Vitamin B1, B6, Folsäure und einige essentielle Aminosäuren, z.B. Lysin, Threonin oder Cystin. Man kann sie entweder schon gekocht in Dosen kaufen oder getrocknet. Dann müssen sie allerdings noch über Nacht in kaltem Wasser einweichen und gekocht werden, was einiges an Zeit und Planung erfordert. Es wurde mir aber berichtet, dass kein großer Unterschied zwischen eingedosten und getrocknet-gekochten Kichererbsen besteht . Für alle Kichererbsen-Neulinge einfach mal ausprobieren! Schmecken gut, haben eine etwas mehlige Konsistenz und sind dazu noch gesund. Was will man mehr!

Nebenbei bemerkt ist dies ein hervorragendes Beispiel von gekonnt minimalistischer Tellerklecks-Kunst, die, wie bei Kulinaria Katastrophalia bemängelt wurde, hier zu wenig Beachtung findet ;-) Wenn ihr meine Küche, im Speziellen meinen Herd, nach Kochaktionen sehen könntet *g*

Kichererbsencurry (4 Portionen)

2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
1 EL geklärte Butter oder Öl
1 TL Chilipulver
1 TL Salz
1 TL Kurkuma
1 TL Paprikapulver
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL gemahlener Korianer
880 g Kichererbsen aus der Dose, abgetropft
440 g gehackte Tomaten aus der Dose, mit Saft
1 TL Garam masala

(1) Zwiebeln abziehen und in feine Ringe schneide. Den Knoblauch ganz fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelringe mit dem Knoblauch bei mittlerer Hitze weich dünsten.
(2) Alle Gewürze bis auf das Garam masala in den Topf geben und ca. 1 Minute mitbraten.
(3) Die Kichererbsen und Tomaten zugeben, gut verrühren. Mit geschlossenem Deckel bei schwacher Hitze 20 Minuten garen. Das Garam masala zugeben und weitere 10 Minuten köcheln lassen.

Dazu: frisches Weißbrot, Naan, Minzjoghurt

Quelle: Thomas Heider (Hrsg.) 1997: Das große Buch der vegetarischen Küche. Könemann Verlagsgesellschaft

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: +++ (die Gewürze hat vielleicht nicht jeder im Haus)
Schwierigkeitsgrad: +

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