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Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Traditionell gibt es bei uns am ersten Weihnachtsfeiertag das Festessen! Schließlich ist dann erst echt Weihnachten. Ich würde gerne an diesem Tag ein paar aufwendigere Sachen ausprobieren, aber da stehen zwei Gründe gegen:

  1. Frau Mama möchte auch was von ihrer Tochter außerhalb der Küche haben.
  2. Die Essensvorlieben einiger Familienmitglieder sind heikel. So mögen manche kein Rindfleisch, dass nicht mindestens 3x gestorben ist. Manche mögen an Geflügel nur Huhn.

Damit alle glücklich werden, können wir wahlweise Schwein oder Huhn machen, leider kein schönes Roastbeef, keine knusprige Ente, kein schöner Wildbraten *seufz* Pute ist leider auch keine Option, weil sie meist zu groß ist und die Familie nicht ewig von einem Gericht essen mag.

Letztes Jahr kaufte sich Zwerg das neue „Weihnachtskochbuch“ von Jamie Oliver, so war klar, dass wir daraus etwas kochen wollten. Und da sind echt schöne Rezepte und Ideen drin. Aber viele wegen der oben erwähnten Gründe in unserer Familie nicht durchführbar (dabei würde ich so gerne mal ein Filet Wellington ausprobieren…). Aber auf das Hähnchen mit Kräuterbutter gegart konnten wir uns einigen. Die Hauptarbeit macht der Ofen, Kräuterbutter lässt sich schnell basteln. Und während das Hähnchen vor sich hin brät, kann man entspannt die Beilagen basteln. In unserem Fall ein Kartoffel-Kürbisbrei und einfachst gekochter Rosenkohl von unserem eigenen Rosenkohl aus dem Schrebergarten.

Anstatt das Hähnchen im Ganzen zu garen – wir waren ein bisschen spät dran mit den Vorbereitungen – habe ich es längs halbiert. Eigentlich ganz einfach, wenn man ein vernünftig scharfen und schweres Messer hat oder eine Geflügelschere. Geflügelscheren rocken ja mal richtig! Der Rest war echt einfach: vorbereitetes Gemüse im Bräter verteilen, Zitrone halbieren, Hähnchenhälften außen mit der Kräuterbutter bestreichen und alles ab in den Ofen. Das Hähnchen ist fertig, wenn sich das Fleisch vom Oberschenkel leicht lösen lässt und der austretende Fleischsaft klar, wenn ihr mit einem Messer reinpiekt. Ich weiß, die Kräuter sehen sehr dunkel aus, aber lasst Euch versichert sein, dass sie nicht annähernd verbrannt waren.

Und das war ein Weihnachtsessen bei dem sich nicht einer über irgendeinen Bestandteil beschwerte. Das Hähnchen war herrlich würzig, gar und saftig. Die Beilagen passten hervorragend dazu und wir waren alle angenehm gesättigt, aber nicht zum Platzen voll.

Ein voller Erfolg, sag ich mal, und kann so gerne nochmal auf meinem Teller wandern :-)

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Zutaten für 4 Portionen:
1 Hähnchen ca. 1,3 kg
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie
1 kleiner Zweig Rosmarin
2 Zweiglein Thymian
Salz, Pfeffer
125 g weiche Butter
2 Möhren
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Petersilienwurzel
1 Zitrone
1 Zweig Rosmarin
3 Zweige Thymian

(1) Das Hühnchen 30-45 Minuten bevor ihr mit der Zubereitung beginnen wollt, aus dem Kühlschrank nehmen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Während das Huhn Temperatur annimmt, die Kräuterbutter basteln (geht auch schon am Tag vorher). Dafür die Knoblauchzehe häuten und fein hacken (oder pressen). Die Petersilienblätter von den Stengeln zupfen, ebenso vom Rosmarin und Thymian. Alle Kräuter fein hacken. Mit dem Knoblauch zusammen zur weichen Butter geben. Salzen und pfeffern. Alles gut miteinander verrühren.
(4 Die Möhren, Sellerie, Zwiebel und Petersilienwurzel schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Zitrone vierteln. Das Gemüse in einem Bräter gleichmäßig verteilen.
(5) Den Beutel mit den Innereien aus dem Huhn entfernen, vorsichtig waschen und gut trocknen. Das Huhn längs halbieren. Von innen und außen salzen und pfeffern. Je die Hälfte der Kräuterbutter gut auf den Hautseiten des halbierten Hähnchens mit Hilfe der Hände verstreichen. Die Hähnchen mit der Hautseite nach oben in den Bräter setzen. Die Zitronenstückchen drunter schubsen.
(6) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und etwa 75-90 Minuten braten. Die Haut sollte goldbraun sein und das Fleisch sich wirklich leicht vom Schenkel lösen. Wenn man in den Oberschenkel des Huhns piekst, sollten die heraustretenden Säfte klar sein. Das Huhn aus dem Ofen nehmen und etwas 15 Minuten ruhen lassen.

Dazu passen Röstkartoffeln oder Kartoffelbrei, ihr könnt das mitgegarte Gemüse aus der Auflaufform essen und noch Gemüse nach Gusto dazu garen wie Rosenohl, Rotkohl, Möhrengemüse oder Pilze?

Genießen!

Quelle: nach Oliver, J. (2016): Weihnachtskochbuch. Dorling Kindersley.

Perfekt zum Grillen – Focaccia mit Rosmarin und Meersalz

Es gibt so Tage … Eigentlich brauche ich jeden Tag zwischen 14 und 16 Uhr ’ne Pause, am Besten ein Nickerchen auf dem Sofa. Aber manchmal lässt mich mein Körper nicht schlafen und dann bin ich matschig im Kopf. An solchen Tagen sollte ich weiter auf dem Sofa rumdümpeln, aber irgendwie ist das auch keine Option. Total langweilig und unproduktiv sich vom Fernseher mit der 2783ten Wiederholung von Cold Case und Konsorten berieseln zu lassen.

Aber ich hab doch letztens das FoodTube-Video von Jamie Oliver mit Gennaro Contaldo gesehen, indem die beiden Focaccia gebacken haben. Und wenn ich mich recht entsinne, waren es nicht wirklich viele und ungewöhnliche Zutaten. Also nochmal fix angucken, Zutaten und wichtigste Schritte auf einem Zettel notieren und los geht’s! Denken kann ich im Matschkopf-Zustand nicht wirklich, aber offensichtlich geht unkompliziertes backen mit Zettelhilfe. Also schnell alle Zutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine und 5 Minuten kneten lassen, damit sich das Gerüst des Glutens gut entwickeln kann. Jamie und Gennaro machen das natürlich per Hand, da war ich zu faul für *g* Der Teig ist ein wenig klebrig, aber man muss damit ja auch nicht viel machen, außer gute 40 Minuten gehen zu lassen. Damit die Focaccia schön fluffig wird, sollte der Teig schön vorsichtig behandelt werden. Also den gegangenen Teig einfach mit den Händen grob in Form ziehen und im Bräter noch weiter vorsichtig in die Ecken drücken. Der spaßigste Teil am gesamten Backen ist das Machen der ganzen kleinen Vertiefungen mit den Fingerkuppen, die so typisch für eine Focaccia ist. Im Gegensatz zum Video bin ich relativ pur geblieben und habe nur Rosmarin und Meersalz als Belag genommen. Wichtig bei frischen Kräutern, die man mit im Ofen bäckt, ist, dass man mit ein wenig mit Öl überzieht. So werden sie knusprig und aromatisch, aber verbrennen nicht.

Wenn die Focaccia dann aus dem Ofen kommt, nach einer erstaunlich kurzen Backzeit von nur 20-25 Minuten, ist sie so großartig! Ernsthaft! Flaumig, saftig, würzig, fluffig. Ich sag mal perfekt! Und für ein Brot wirklich schnell und unaufwendig gemacht, so dass man es gut zum nächsten Grillabend backen kann. Aber natürlich geht es auch einfach so, als Beilage für einen Griechischen Salat oder als Sandwich-Grundlage.

Ich befürchte, in Zukunft werde ich noch mehr Focaccias basteln mit unterschiedlichen Belägen, wie wäre es mit Basilikum und Cherrytomätchen oder Gorgonzola und Weintrauben? Oder Walnüsse und Honig? Oder Oliven? Hach, auf in neue Focaccia-Abenteuer!

Focaccia mit Rosmarin und Meersalz

Zutaten für 8-10 Portionen:
500 g Mehl 550
1,5 TL Salz
4,5 EL Olivenöl
325 ml lauwarmes Wasser
7 g Trockenhefe (1 Päckchen)

2 Zweige Rosmarin
ein klitzekleiner Schluck Olivenöl
Meersalz

etwas Polenta zum Ausstreuen der Form

(1) Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben, miteinander verrühren. 1,5 EL Olivenöl hinein gießen. Das lauwarme Wasser mit der Trockenhefe verrühren. Zum Mehl in die Schüssel geben. Per Hand etwa 10 Minuten gründlich kneten, mit der Küchenmaschine 5 Minuten auf der kleinsten Stufe. Der Teig ist etwas klebrig. Rund formen und in der abgedeckten Schüssel 40 Minuten gehen lassen.
(2) Eine große Auflaufform dünn mit der Polenta ausstreuen. Den Rosmarin grob hacken und mit einer Winzigkeit Olivenöl vermischen.
(3) Den Teig vorsichtig grob in die Form der Auflaufform ziehen. Bloß nicht ausrollen, dann geht die ganze Luft raus! In die Form legen und vorsichtig bis in die Ecken drücken. Manchmal kann der Teig widerspenstig sein und sich wieder zurück ziehen. Dann einfach wenige Minuten ruhen lassen und wieder drücken.
(4) Dann mit allen Fingerspitzen viele, viele Vertiefungen in den Teig drücken. 1,5 EL Olivenöl gleichmäßig über der Focaccia verstreichen, dann mit dem Rosmarin bestreuen. Ein Küchenhandtuch mit heißem Wasser nass machen, gut auswringen und über die Auflaufform legen. 45 Minuten gehen lassen bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
(5) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(6) Noch etwas Meersalz über die gegangene Focaccia streuen und auf die mittlere Schiene in den Ofen geben. 20-25 Minuten backen lassen bis sie goldbraun ist.
(7) Die Focaccia aus dem Ofen holen und die letzten 1,5 EL Oliven noch über das heiße Brot streichen. Mindestens 10 Minuten abkühlen lassen.

Am Besten noch lauwarm essen.

Genießen!

Quelle: FoodTubeHow to make Focaccia

Und weil das hier ja offensichtlich kein deutsches Mischbrot ist, sondern ein italienischer Klassiker aus Ligurien, darf es beim 73. Bread Baking Day mitspielen, der diesmal von Susanna von „Mehlstaub und Ofenduft“ ausgerichtet wird. Danke für die Mühe!

Bread Baking Day #73 - Brot aus aller Welt / Breads around the world (last day of submission May 1, 2015)

Stressfreie Beilage: Ofengeröstete Knoblauch-Karotten nach Jamie Oliver

Geht es Euch auch manchmal so? Komplette Kreativlosigkeit was Beilagen angeht? Ja klar, man hat ja so seine Standards: Butterbohnen, gebundene Erbsen, gekochte Möhrchen (auch gerne in der Luxusversion mit Vanille), Rotkohl oder Creme-Champignons. Das sind so unsere Familienstandards. Wenn ich alleine für mich koche, benötige ich meist keine extra Beilage, weil viele der Gerichte, die ich mir aussuche, so etwas nicht brauchen. Aber manchmal mache ich mir doch klassisch deutsches Drei-Komponenten-Essen, das ja aus Stärkekomponente – Fleisch – Gemüsebeilage besteht. Die Stärkebeilage war bei mir dieses mal ein Sellerie-Kartoffelbrei, im Kühlschrank schlummerte noch eine halbe Monsterzucchini, die ich zu Zucchinischnitzel verarbeitete. Nun ist das ziemlich zeitintensiv und mit viel Stehen in der Küche verbunden, so dass ich eine unaufwendige Beilage brauchte, die sich gut vorbereiten ließ und praktisch selbst machte. Bei Jamie Oliver hatte ich doch mal Karotten aus dem Ofen gesehen, die ich auch prompt auf seiner Homepage fand. Mr. Oliver ist ja bekannt für leckere, aber unaufwendige Gerichte, was sich auch bei diesem bestätigte. Karotten schneiden, mit Marinade vermischen, in den Ofen und in Ruhe schmurgeln lassen. Währenddessen dann die anderen Bestandteile vorbereiten. Perfekt. Und irgendwann duftete es wunderbar aus dem Ofen und der Rest war auch fertig. Es konnte gegessen und genossen werden. Wundervoll! Diese Karotten sind süß und würzig gleichzeitig. Wirklich süchtigmachend, so dass sie sofort ins Standardrepertoire gewandert sind :-)

Ofengeröstete Knoblauch-Karotten

Zutaten für 3 Portionen als Beilage:
1 Bund junge Möhren
1-2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Schluck Weißweinessig
3-5 TL Olivenöl
ein paar Zweige Rosmarin oder Thymian

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine kleinere Auflaufform bereit stellen.
(2) Die Möhren gut abschrubben. Je nach Größe quer halbieren oder dritteln und dann nochmal längs halbieren oder gar vierteln. In die Auflaufform geben.
(3) Die Knoblauchzehen häuten und pressen. In einer kleinen Schüssel mit Salz, Pfeffer, Essig und Olivenöl gut vermischen. Mit den Möhren in der Auflaufform gut vermischen. Die Möhren möglichst einlagig in der Auflaufform verteilen. Die Zweige Rosmarin/Thymian zwischen die Möhrenstücke stecken. Die Auflaufform mit Alufolie verschließen.
(4) In den Ofen stellen und 30-40 Minuten backen lassen. Dann die Folie abnehmen und noch 10 Minuten bräunen lassen.

Genießen!

Quelle: nach Jamie OliverBaked carrots

Hähnchen-Gyros mit Coleslaw

Sabine ist schuld! Seit sie in ihrer „Szenen einer Ehe„-Rubrik von Gyros erzählte, gelüstete mich danach! Ich hatte schon viel zu lange kein dönerähnliches Gericht. Der Plan war also gefasst! Es schlummerte noch eine ganze Hähnchenbrust im TK, die ich dafür verwenden wollte. Dass sich zwei Tage spontan eine Planänderung ergab und ich ein bisschen des Dönertiers verspeiste, war nicht abzusehen. Aber zumindest das Sonntagsessen sollte bleiben, also weiterhin Hähnchen-Gyros mit buntem Coleslaw, Tzatziki und Reis.

Prinzipiell ist es auch einfach und schnell gemacht. Für Leute, die auf ihre Kräfte und/oder Zeit achten müssen, lässt sich die Arbeit auch wunderbar entzerren. Das Gyros am Besten am Abend vorher in die Gewürzmarinade einlegen, die dann im Kühlschrank vor sich hinzieht. Tzatziki und Coleslaw habe ich am Morgen in einem Anfall von „wenn-ich-schonmal-wach-bin-kann-ich-auch-kochen“ gemacht. Danach konnte ich in Ruhe Löwenzahn gucken und musste mittags nur noch den selbstkochenden Reis aufsetzen (Ich liebe meinen kleinen Reiskocher!) und schnell das Gyros braten. Fertig! Ein wunderbares Sonntagsessen stand auf dem Tisch :-)

Das Gyros ist wirklich empfehlenswert! Es duftete schon beim Marinieren wie vom Griechen! Gebraten war es wunderbar zart, würzig, scharf. Für mich ein µ zu scharf (das nächste Mal weniger rosenscharfen Paprika), aber ich bin ja auch echt ’ne Scharf-Mimose, der Normalschmeckende bleibt bei der Menge an Paprikapulver. Das macht sich bestimmt auch gut als Snack in einem Stück Fladenbrot!

Hausgemachtes Hähnchen-Gyros

Zutaten für 2-3 Portionen:
2 große Hähnchenbrustfilets (oder 1 ganze) (≅500 g)
6 EL Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
2 Knoblauchzehen, gepresst
1,5 EL Petersilie, gehackt
2 TL Zwiebelpulver (oder 1 frische in dünne Streifen)
1 EL Paprikapulver, edelsüß
1,5 TL Paprikapulver, rosenscharf
1 TL Oregano, getrocknet
1 TL Kreuzkümmel/Cumin, gemahlen
Prise Zimt
1/2 TL Pfeffer
1/2 TL Salz

(1) Das Fleisch waschen und trocken tupfen. In dünne Streifen schneiden. In eine verschließbare Schüssel geben.
(2) Die restlichen Zutaten zum Fleisch geben und gut vermischen. Im Kühlschrank mindestens 4 Stunden, besser über Nacht marinieren lassen.
(3) Am nächsten Tag eine große Pfanne bei hoher Hitze warm werden lassen. Das Fleisch ohne extra Fettzugabe bei mittelhoher Temperatur braten bis es gar und braun ist.

Genießen!

Quelle: Hamburg kocht!Gyros

Beim Coleslaw orientierte ich mich am Rezept von Jamie Oliver aus seinem wunderbaren „Jamie at home„-Buch. Es wurde nicht eins zu eins übernommen, aber es wird auch zu eigenen Versionen je nach Vorratslage ermutigt. Knackig, würzig, schön bunt für graue Novembertage. Im Gegensatz zur uramerikanischen Version, wo nur Mayo dazu kommt, hat der Jamie ein Joghurtdressing mit Senf und frischen Kräutern benutzt. Wirklich lecker! Passt nicht nur zu Gyros, auch zu einen Brathähnchen oder schönem Braten von Schwein oder Rind. Vielfältig einsetzbar, köstlich und gesund.

Bunter Winter-Coleslaw nach Jamie Oliver

Zutaten für 4-6 Portionen:
200 g Spitzkohl
200 g Rotkohl
3 Radieschen
2 kleine Möhren
1 kleines Stück Knollensellerie
2 Frühlingszwiebeln

Für die Salatsauce:
3 EL Joghurt
3 TL Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
Prise Zucker
1,5 TL Petersilie, gehackt
1,5 TL Dill, gehackt

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen. Mit einem Hobel oder Küchenmaschine in feine Streifen schneiden. Radieschen von Blättern und Wurzelende befreien, Möhren und Knollensellerie schälen. Alles grob reiben. Von den Frühlingszwiebeln das Wurzelende abschneiden und in feine Ringe schneiden. Alles zum Kohl geben.
(2) In einem Schüsselchen den Joghurt mit dem Olivenöl, Zitronensaft, Senf, Salz, Pfeffer, Zucker und den Kräutern gut verrühren.
(3) Das Dressing zum Salat geben und gut durchrrühren. Im Kühlschrank mindestens 1 Stunde durchziehen lassen. Je länger er zieht, desto besser schmeckt er.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach Oliver, J. (2007): Jamie at home. Penguin/Michael Joseph. p 384

Sommer für den Winter: Sauer eingelegte Zucchini-Pickles nach Jamie Oliver

Die Erntesaison liegt in den letzten Zügen, auch meine Zucchini auf dem Balkon, deren Blätter leider vom Mehltau angegriffen sind, machen doch glatt noch Blüten und kleine Zucchini-Embryos. Ob die noch reif werden, steht auf einem anderen Blatt. Aber es gibt auch noch schöne heimische zu kaufen. Auf der Suche nach weiteren Verwertungsmöglichkeiten für die elterlichen Zucchini, wurde ich in den Untiefen des weltweiten Zwischennetzes auf einen Artikel von Jamie Oliver in der Daily Mail von 2012 aufmerksam, in dem er sich über die Vorzügen der hausgemachten Vorratshaltung äußert und der Leserschaft auch noch gleich zwei Rezepte mit an die Hand gibt. Eins davon sind „Pickled courgettes“, also sauer eingelegte Zucchini. Ich hatte mir mal wieder das Rezept nicht richtig durchgelesen und dachte, dass der Essigsud mit in die Gläser kommt und wunderte mich über die monströse Menge an Öl. Aber nochmal genauer Lesen und dann wird es klarer: die Zucchinistückchen werden nur in dem Essigsud gekocht und dann ins Öl gegeben und mit demselben in die vorbereiteten Gläser gefüllt. Laut Mr. Oliver reicht es, die Gläser zu zuschrauben, auf den Kopf stellen und dann im Vorratsschrank einige Wochen ziehen lassen.

Nach einer Woche wollte ich dringend mal kosten und öffnete das Glas mit dem Restinhalt. Beim ersten Kosten zogen sich noch ein bisschen die Gesichtmuskeln zusammen, weil die Zucchinistückchen doch ziemlich sauer waren, aber trotzdem lecker. Nach weiteren  2 Wochen im Kühlschrank hat sich das komplett ausmariniert und ich finde sie perfekt. Schon säuerlich, aber nicht zu sehr und trotzdem ein bisschen würzig durch den Knoblauch und die Chili. Und noch knackig, nicht labbrig. Wichtig! Ich habe die Zucchini-Pickles zum Abendbrot dazu gegessen oder auch in einen Couscoussalat geschnitten, wo sie sich wunderbar machten. Kann mir auch vorstellen, dass sie gut auf eine gemischte Antipasti-Platte passen. Auch wenn ich am Anfang doch etwas skeptisch war, bin ich jetzt umso begeisterter: toller Geschmack, schnelles Basteln! Perfekt!

Zucchini-Pickles nach Jamie Oliver

Zutaten für 750 g:
3 Knoblauchzehen
125 ml Olivenöl
125 ml Pflanzenöl
500 g Zucchini
3 Zweige Minze
1/2 rote Chili

Für den Essigsud:
500 ml Apfel- oder Weißweinessig
500 ml Wasser
1 TL Salz

(1) Zuerst die Gläser vorbereiten. Gründlich die Gläser und Deckel mit heißem Spüliwasser auswaschen, mit klarem, heißem Wasser ausspülen. Die Deckel auf ein sauberes Küchentuch geben und trocknen lassen. Die noch nassen Gläser in den Ofen geben, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und dann 15 Minuten im Ofen sterilisieren und trocknen lassen. Die Gläser rausholen und auf ein Holzbrett oder Untersetzer stellen.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Die Zucchini waschen trocknen, je nach Größe längs halbieren und vierteln und dann in mitteldicke Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehen häuten und in feine Scheiben schneiden. Die Minzblätter von den Zweigen zupfen.
(3) Die Zutaten für den Essigsud in einen Topf geben, zum Kochen bringen. In eine saubere Schüssel den Knoblauch und Öl geben.
(4) Die Zucchini, Chili und Minze in den Sud geben und 3 Minuten kochen lassen.
(5) Die Zucchini mit einem Schaumlöffel aus der Flüssigkeit holen, in das Öl geben. Kurz durchrühren und so heiß wie möglich in die vorbereiteten Gläser geben. Das Öl gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Sofort den Deckel zudrehen, auf den Kopf drehen und so abkühlen lassen.

Einige Wochen marinieren lassen. Passt wunderbar als Antipasti, zu Käse, in Couscoussalat und vieles mehr.

Genießen!

Quelle: Daily Mail 28.09.2012 – Cook with Jamie: What a pickle! Preserve some lovely treats for the winter months

Zur Haltbarkeit kann ich leider noch keine Aussagen machen, aber würde es jetzt auch nicht unbedingt 1 Jahr im Vorratsschrank lassen.

Bunter Glasnudelsalat mit Hähnchen nach Jamie Oliver

Zwerg hat momentan Urlaub und nutzt die Zeit, um Deutschland ein wenig zu erkunden. Und wie praktisch, dass ihre große Schwester, sprich ich, ziemlich genau mittig in einer kleinen süßen Fachwerkstadt lebt und man hier auch mal ein paar Tage sich erholen kann, um dann mit frischen Kräften weitere Städte zu erkunden. Am ersten Tag machten wir ein paar Essenspläne, eigentlich ziemlich konkrete ;-) Als erstes schlug Zwerg einen sehr schnellen Glasnudelsalat vor, den sie sich öfter macht und der sich gut zur Resteverwertung eignet. Ich kaufte jetzt extra ein halbes Grillhähnchen, aber wenn bei jemandem was vom Brathähnchen übrig ist oder vom gekochten Hühnchen der Hühnerbrühe, kann dieses Fleisch sehr gut verwenden. An Gemüse kann die geneigte Leserschaft verwenden, was noch im Kühlschrank rumlungert. Aber zuviel durcheinander sollte es auch nicht sein, so 3-4 unterschiedliche Gemüsesorten sind ideal. Besonders das Dressing hat es Zwerg und mir angetan, soooo gut! Unglaublich! Das macht sich bestimmt auch gut als Dip für Frühlingsrollen, Sommerrollen oder andere kleinere Schweinereien *g*

Und der Salat steht wirklich innerhalb von maximal 30 Minuten auf dem Tisch, auch wenn ihn einer alleine bastelt. Einfach mal ausprobieren und köstlichst überrascht werden!

Bunter Glasnudel-Hähnchen-Salat nach Jamie Oliver

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
1/2 Grillhähnchen
oder entsprechende Menge anders gegartes Hähnchenfleisch
200 g Glasnudeln
1 Möhre
1 Frühlingszwiebel
1/3 Salatgurke
1 Romanasalat

Für das Dressing:
3 EL süß-scharfe Chili-Sauce
1 TL Honig
1 TL Sesamöl
2 EL Sojasauce
2 EL Limettensaft

(1) Das Fleisch vom Grillhähnchen pulen und in kleinere, mundgerechte Stücke zupfen. In eine Salatschüssel geben.
(2) Die Glasnudeln mit kochendem Wasser übergießen und so lange stehen lassen bis sie weich sind. Das dauert 5-10 Minuten, zwischendurch kosten. Die Nudeln durch ein Sieb abgießen und mit in die große Salatschüssel geben.
(3) Das Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen und in etwa streichholzdicke Streifen schneiden. Von der Frühlingszwiebel die äußere Schicht entfernen und bis auf die unansehnlichen dunkelgrünen Teile alles in feine Ringe schneiden. Die Salatgurke halbieren, entkernen und dünne Halbringe schneiden. Vom Romana-Salat die Blätter abteilen, waschen, gut trocknen und in Streifen schneiden. Alles in die Salatschüssel geben.
(4) Für das Dressing alle Zutaten gut miteinander verrühren und ganz kurz erwärmen, entweder in der Mikrowelle oder einem kleinen Topf. Zu den restlichen Zutaten geben und gut durchmischen.

Sofort genießen!

Quelle: aus Zwergs Erinnerung nach einem Rezept aus der Jamie Oliver-Zeitschrift

Knuspriges Cauliflower Cheese

Oh, Gott! Dümpelndes Gemüse, wer kennt es nicht. Da kauft man ein, weil man was bestimmtes geplant und dann kommt doch was dazwischen. Bei mir wurde der Blumenkohl eigentlich für ausgebackenen Blumenkohl in Bierteig käuflich erstanden, aber dann zickte der Magen und der Blumenkohl lag rum. Und lag rum … Und lag rum … Zum Glück wird so ein Blumenkohl ja nicht so schnell oll. Aber irgendwann wollte er dann doch verbraucht werden. Eine der magenfreundlicheren Möglichkeiten den weißen Kopf zu verbrauchen, schien mir der britische Klassiker Cauliflower Cheese, also ein Blumenkohlauflauf mit Käse. In der Sendung „Save with Jamie“ von Jamie Oliver wurde eine Version mit Brokkoli und Blumenkohl gezeigt, die ich sehr schön fand. Der Brokkoli wird in die Käsesauce unterpüriert, dann mit der Sauce die rohen Blumenkohlröschen übergossen und aromatisierte Brotbrösel drüber gestreut. Nun war partout kein Brokkoli zu dem Zeitpunkt aufzutreiben, also muss da irgendwie anders Geschmack in die Sauce. Zum Glück habe ich noch mehr Kochbücher britischer Autoren und im „Tender“ vom hochgeschätzten Nigel Slater wurde ich fündig. Von ihm übernahm ich die Sauce, die Brösel kamen von Jamie Oliver.

Und es wurde ein wunderbarer Auflauf! Cremig und knusprig zugleich mit wunderbaren Aromen. Eigentlich reicht eine schöne Portion Kartoffelbrei dazu vollkommen aus, wer unbedingt Fleisch braucht, den können Bratwurst oder Klops/Frikadelle/Fleischpflanzerl noch eine Zusatzportion Glück bescheren. Mir waren der cremig-käsige Auflauf und Kartoffelbrei genug. Die Version wird es definitiv öfter geben!

Knuspriges Cauliflower Cheese

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht:
500 ml Milch
1 kleines Lorbeerblatt
1 kleine Schalotte
1 kleiner Blumenkohl
Olivenöl
25 g/1 EL Butter
25 g/ 1 EL Mehl
Salz, Pfeffer
100 g Comté/Cheddar/mittelalter Gouda
1-2 Scheiben altbackenes Brot
1 handvoll Haselnüsse/Mandeln
3 Zweiglein Thymian

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine mittelgroße Auflaufform mit Öl ausstreichen.
(2) Milch mit Lorbeerblatt und mit Nelke gespickter Schalotte aufkochen. 10 Minuten zur Seite stellen.
(3) Den Blumenkohl putzen, in mittelgroße Röschen brechen und/oder schneiden, in die Auflaufform geben.
(4) Die Butter in einem Topf schmelzen, dass Mehl dazu geben und etwas anschwitzen. Dann nach und nach die aromatisierte Milch (ohne Lorbeerblatt und Schalotte) unter energischem Rühren dazu gießen bis eine sämige Sauce entstanden ist. Die Hälfte des geriebenen Käses einrühren.
(5) Das alte Brot in einer Küchenmaschine fein häckseln, Nüsse und Thymian dazu und kurz mitmixen. Ein Schluck Olivenöl hinein gießen und kurz mixen bis feuchte Krümel entstanden sind.
(6) Die Sauce über den Blumenkohl gießen, mit dem restlichen geriebenen Käse und den Brotktümeln bestreuen.
(7) Im heißen Ofen ca. 1 Stunde backen bis der Blumenkohl gar ist.

Genießen!

Quelle: Rezepte gemischt nach
Slater, N. (2009): Tender Volume I – A cook and his vegetable patch. Fourth Estate. p 188
Oliver, J. (2013): Save with Jamie. Penguin Group. p 62

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