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Berlin Friedrichshain 2018 – Onigirikurs im „Hanabira“

In dem Haus, in dem die beste Steffi von allen lebt, ist ein kleiner japanischer Lebensmittelladen. Uh-oh! Ich liebe ja japanische Küche, also ging ich den nächsten Tag rein und war hochfreudig überrascht. Im „Hanabira“ gibt es eine großartige Auswahl an original japanischen Köstlichkeiten und Grundzutaten, die von der Inhaberin Katrin handverlesen sind. Ohne von ihr getestet worden zu sein, kommt nichts in den Laden! Von Grundzutaten wie Bonitoflocken und Dashimischungen (klassisch bis vegan), japanische Snacks, aber auch eine richtig hochwertige Auswahl an verschiedenen Sakes und Miso. Katrin, die super nette Inhaberin macht aber Köstlichkeiten wie eingelegtes Gemüse oder Onigiri selbst.

Und es finden auch kleine Kochkurse im „Hanabira“ statt, wie ich im Gespräch mit ihr erfuhr. Es war einer für den meinen Abreisesonntag geplant, sie hat sich aber auch spontan bereit erklärt, einen kleinen Onigiri-Kurs für mich alleine durchzuführen.

So kam ich am Freitagmittag im „Hanabira“ an und wir begannen sogleich. Katrin hatte den Reis schon gekocht, mir aber noch ein paar Tipps verraten. Zum einen wird für Onigiri kein spezieller Sushireis, sondern lediglich japanischer Rundkornreis verwendet. Nach dem Waschen des Reises, lasst ihr ihn im Wasser ziehen, im Sommer ca. 30 Minuten, im Winter 60-90 Minuten. Wenn ihr einen Reiskocher besitzt, nehmt das Verhältnis 1:1 bei Reis zu Wasser. Wenn ihr ihn konventionell im Topf auf dem Herd kocht, ist das Verhältnis 1:1,3-1,45. Im Topf kocht ihr den Reis 10 Minuten auf höherer Hitze, dann die Hitze auf niedrig stellen und 10 Minuten weiterköcheln lassen. Danach vom Herd nehmen und weitere 10 Minuten ziehen lassen.

Den Reis in eine Schüssel umfüllen, idealerweise eine gut gewässerte japanische Holzschüssel namens Hangiri und den Reis lauwarm werden lassen.

Wir benutzten drei verschiedene Füllungen (von oben nach unten): veganes Kimchi, kleingeschnittene Umeboshi (säuerlich-salzig eingelegte Pflaumen, die aber eher Aprikosen ähneln) und eine Thunfischfüllung für die Thunfisch aus der Dose mit Salz, Pfeffer und Mayo (die gute japanische oder handgemacht) verrührt werden bis die Masse zusammen hält.

Als erstes drittelt ihr die Noriblätter. Dann stellt ihr noch je ein Schälchen mit Wasser und Salz bereit. Und ihr braucht für handgeformte Onigiri ein Stück Frischhaltefolie, damit der Reis nicht an den Händen kleben bleibt.

Für ein Onigiri befüllt ihr das Stück Frischhaltefolie mit etwa 1,5 Reiskocherschaufeln (entspricht ca. 2-3 Esslöffel) vom gekochten Reis. Das formt ihr grob rund.

Dann eine Hand mit dem Wasser befeuchten und in das Salz tauchen. Mit dieser gewürzten Hand ein Loch in die Reiskugel drücken.

Etwas von der Füllung hinein geben…

… und vorsichtig den Reis über der Füllung verschließen.

Dann kommt der tricky Teil, der etwas Übung erfordert, nämlich das Formen zum Dreieck. Oder ihr lasst das Onigiri rund *g*

Zum dreieckig Formen die Hände als Dächer halten und den Reisbatzen darin unter Druck, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig, und Drehen zu einem Dreieck formen.

Tadaa! Katrin hat es drauf!

Zum Schluss ein Stück des Noriblatts mit der rauhen Seite zum Reis als Haltevorrichtung unten um das fertige Onigiri legen.

Mein erstes Onigiri ähnelte doch eher einer Schlumpfmütze. Aber zumindest hielt es zusammen und bröselte nicht beim ersten Blick auseinander :-)

Wem das Handformen zu fisselig ist, der besorgt sich die dreieckigen Onigiriformen beim Asiaten. Die Ober- und Unterseite werden erst in Wasser getaucht. Dann die Form mit Reis füllen, wieder mit gesalzenen Fingern eine Kuhle in den Reis drücken und etwas der gewünschten Füllung hinein geben. Dann mit Reis bedecken und mit Hilfe des Deckel  festdrücken. Vorsichtig aus der Form holen und mit den Händen nachformen.

So sahen dann unsere fertigen Onigiri aus, die wir zusammen mit den restlichen Füllungen und eingelegtem Gemüse genossen. Dabei verliebte ich mich ein bisschen in den Geschmack eingelegter Kirschblüten, die beim Rettich dabei waren. Und ich mag den Geschmack so eines Onigiri sehr gerne. Und praktisch sind sie. Muss ich wirklich dringend mal endlich selbst machen!

Beste Katrin, vielen lieben Dank für diesen Kurs! Auch über ein halbes Jahr später denke ich noch gerne an unseren Mittag zurück und hoffe, dieses Jahr wieder etwas tolles bei Dir lernen zu können!

Also Leute, wenn Ihr Euch für japanische Küche begeistern könnt und gute Zutaten sucht, besucht das „Hanabira“ in Berlin Friedrichshain!

Hanabira
Colbestraße 5
10247 Berlin

Shabu-Shabu – Fondue auf japanisch

Seit meinem Geburtstag bin ich ja stolze Besitzerin eines Fondue-Sets, dass am Geburtstag auch gleich mit den Eltern und Freunden eingeweiht wurde. Damals aber ein familienklassisches Fett-Fondue. Nun will das Set auch benutzt werden und ich hatte schon lange Lust mal andere Sachen auszuprobieren. Und im japanischen Kochbuch „Itadakimasu“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) lief mir Shabu-Shabu über den Weg. Das ist die japanische Variante eines Brühe-Fondues bei dem dünne Fleischläppchen durch die Dashi-Brühe geschwenkt werden und wegen dieses Schwappgeräusches wird das ganze dann eben Shabu-Shabu genannt.

Ich unterbreitete den Vorschlag dem Coladieb und der besten Ärztin von allen, es wurde begeistert aufgenommen und dann fix schon ein Wochenende später umgesetzt. Leider konnte der Coladieb am betreffenden Abend nicht, aber es wurde dann zwei Tage später nachgeholt. Und um eines vorweg zu sagen: es hat uns alle drei begeistert! Das ist so köstlich und macht einfach nur Spaß! Noch dazu ist es einfach zu basteln und die Vorbereitungen dauern nicht ewig.

Die Zutaten werden in Dashi-Brühe pochiert, also die Brühe, die in die japanischen Küche als Grundlage für einen Großteil der Suppen und Sauce dient. Sie ist auch ganz einfach und schnell gemacht, benötigt auch nur zwei Zutaten, zum einen die Kombu-Alge und Bonito-Flocken:

Kombu ist eine essbare Seetangart, die in Nordostasien weit verbreitet ist. Traditionell wird er sowohl in der japanischen als auch koreanischen und chinesischen Küche verwendet. Bonitoflocken sind essentiell für die japanische Küche und bestehen aus geräuchertem, getrocknetem Thunfisch. Durch diese Art der Verarbeitung wird er so holzartig, dass von ihm dann mit einem Hobel die Flocken abgehobelt werden können. Und aus diesen beiden speziellen Zutaten, die aber im gut sortierten Asia-Laden erhältlich sein sollten, wird eine Brühe gekocht. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Brühe zu keinem Zeitpunkt richtig kocht, nur so leicht siedet.

Grundrezept Dashi-Brühe

Zutaten für ca. 1,2 l Brühe:
10 g getrocknete Kombu-Alge
1,2 l kaltes Wasser
10-15 g Bonitoflocken

(1) Die Kombu-Alge in einen Topf geben, das Wasser zufügen. Bei mittelhoher Hitze bis ganz kurz vor dem Aufkochen erhitzen. Die Alge herausnehmen. Die Hitze auf die kleinste Stufe stellen.
(2) Die Bonitoflocken dazu geben und etwa 15 Minuten auf kleinster Stufe köcheln lassen. Die Brühe durch ein Sieb abgießen.

Quelle: Kusano, K., Tang, T. (2012): Das Japan-Kochbuch. Verlag Jacoby & Stuart. Berlin. p 20

Man muss die teuren Algen und Bonitoflocken nicht sofort entsorgen, sondern kann sie ein zweites Mal verwenden. Dafür die schon benutzten Zutaten nochmals mit 1,2 l kaltem Wasser aufsetzen, knapp zum Kochen bringen und ca. 5 g neue Bonitoflocken hinzufügen. Wiederum 15 Minuten bei kleinster Hitze kochen lassen.

Und so sah der Tisch nach den Vorbereitungen aus. Es gab diverse Gemüsesorten: Spinat, Karotten, Stange Porree,  Chinakohl und Champignons, außerdem  festen Tofu. Alles sollte geputzt werden und dann in grobe Stücke geschnitten werden.

Neben dem dünn aufgeschnittenen Hähnchenbrustfilet hatte der Coladieb wunderbar durchwachsenes Rinderfilet mitgebracht. Gott, war das Fleisch zart und köstlich! (Und teuer! Meine Güte, ich weiß schon, warum ich eher auf preiswertere Stücke ausweiche *g*)

Zu einem Fondue gehören ja auch Saucen und die Japaner haben sich auch zwei für ihr Shabu-Shabu ausgedacht, die meines erachtens wunderbar dazu passten.

Die erste, die bei uns drei den meisten Zuspruch fand, war die Gomadaresauce, die leicht nussig, cremig schmeckte und auf Sesam als Hauptzutat beruht. Im „Itadakimasu“ wird Tahin, also Sesampaste als Vereinfachung genommen, im „Japan-Kochbuch“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) werden ganze Sesamkörnchen erst geröstet und dann im Mörser zerstampft. Da ich die Zubereitungsmethode erst gerade eben entdeckte, nahm ich die Faule-Mädchen-Version, die aber wie gesagt auch total lecker ist und bestimmt ebenfalls zu anderen Gerichten passt.

Gomadaresauce

Zutaten für 4 Portionen:
2 Frühlingszwiebeln
4 El Sesampaste (Tahin)
2 TL Sake
2 EL Reisessig
2 TL Zucker
2 TL Sojasauce

Die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Mit den restlichen Zutaten gut verrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 50

Die zweite Sauce ist viel dünnflüssiger und tendiert eher zum Säuerlichen, was aber gut zum pochierten Fleisch passte, wie ich fand. Und in beiden meiner japanischen Kochbücher sind für vier Personen eine unglaubliche Menge an Sauce angegeben, dass ich nicht wusste, was ich mit dem Rest machen sollte. Vielleicht kann mir jemand nochmal erklären, wie das mit den Shabu-Shabu-Zutaten und der Ponzu-Sauce genau funktioniert? Ich fand sie jedenfalls ziemlich lecker und einfach zu kochen war sie allemal.

Ponzu-Sauce

Zutaten für 4 sehr großzügige Portionen:
50 ml Mirin
50 ml Sake
150 ml Sojasauce
100 ml Reisessig
2 TL Dashipulver
50 ml Zitronensaft
1/2 geriebener Rettich

Mirin und Sake zusammen in einem kleinen Topf aufkochen, den Herd ausschalten und die restlichen Zutaten unterrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 54

Hier nochmal die Zutaten, die wir für 4 Portionen Shabu-Shabu benötigt haben:

  • 1,2 l hausgemachte Dashi-Brühe
  • 500 g Rinderfilet, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 Hähnchenbrustfilets, in dünnen Scheiben
  • 1 Porreestange, in breitere Ringe
  • 3 Karotten, geschält und in dünnere Scheiben
  • 8 Champignons, halbiert oder geviertelt
  • 200 g TK-Spinat, aufgetaut (frischer ist besser!)
  • 1/2 kleinerer Chinakohl, in ca. 3 cm große Quadrate geschnitten
  • 200 g Tofu, in groben Würfeln

Die vorbereitete Fleisch wird mit Hilfe der Stäbchen in der Brühe geschwenkt (siehe erstes Bild) und die pflanzlichen Zutaten haben wir in kleinen Fondue-Metallkörbchen in der Brühe gegart. Wer die allerdings nicht hat, kann auch alles so in die Brühe geben zum Garen und dann eins nach dem anderen herausfischen. Ein großer Spaß und wunderbar mit lieben Gästen!

Aus der übrig gebliebenen Brühe und den restlichen Zutaten, die wir noch abends schnell darin garten, machte ich mir am nächsten Tag zusammen mit ein paar Mie-Nudeln eine wunderbar stärkende Suppe. Resteverwertung @ its best!

Erfrischende Beilage: Gurken-Tsukemono

Simone aus der S-Küche richtet bei Zorra im Kochtopf gerade den 100. Blog-Event „Zisch! Erfrisch mich!“ aus. Junge, seit 100 Monaten läuft das! Denkt da mal eine Minute drüber nach *g* Jedenfalls wünscht sich Simone Erfrischungen für den Sommer, seien es Getränke, Desserts, Salate. Alles was den Sommer erträglich macht :-)

Blog-Event C - Zisch! Erfrisch mich! (Einsendeschluss 15. Juli 2014)

Ich mag Sommer eigentlich ganz gerne, nur meine Krankheit nicht. Seit sich die Krankheit breit machte, findet man mich ab 27°C hauptsächlich in der verriegelten Wohnung. Dann muss ich auch nicht dringend stundenlang in der Küche stehen, mag aber auch nicht nur Salat essen. Asiatische Küche bietet sich immer an, finde ich. Die meiste Zeit schluckt tatsächlich das Schnippeln der Zutaten, aber die Dauer am warmen Herd ist meist sehr begrenzt. Ideal! So ist ein Standard in meiner Küche das Tofu Bulgogi geworden, ich liebe es heiß und innig und bastele es regelmäßig. Nur an den Beilagen scheitere ich oft. Gemüsebeilage in asiatisch habe ich noch nicht so auf dem Schirm, arbeite mich aber immer mehr in die Materie ein. Schon vor längerem las ich von den japanisch eingelegten Gemüse, sogenannte Tsukemono, die dort oft als Beilage zu Gerichten gereicht werden. Sie können aus unterschiedlichsten Gemüse hergestellt werden, wie Rettich oder Pilzen oder Möhren oder Paprika. Meist sind sie schnell gemacht und sehr pur im Geschmack, was ja wiederum sehr typisch für die japanische Küche ist. Ein Klassiker ist wohl das Gurken-Tsukemono. In diversen Blogs fand ich Zubereitungsweisen dafür, aber bei der Reine Topfsache lachte mich das Rezept am lautesten an, auch wohl weil es das schnellste und einfachste schien. Es dauert ohne Flachs nur 15 Minuten, wovon die Gurken 10 Minuten gesalzen vor sich hin wässern. Erst war ich skeptisch, ob da überhaupt ein geschmacklicher Unterschied zur unbearbeiteten Gurke merkbar sein würde, aber ja. Eine feine, säuerlich-salzige Note, die schön erfrischend ist und wirklich gut passt zu asiatischem Essen. Probiert es ruhig mal aus! Ganz einfach, ganz köstlich!

Gurken-Tsukemono

Zutaten für 1 Portion:
1/2 Salatgurke
1 TL Salz
1 EL Reisessig
1 TL Mirin
1 TL Sesamöl

(1) Die Gurke in Streifen schälen, halbieren, entkernen und in dünnere Halbmonde schneiden.
(2) Die Gurke mit dem Salz in ein Sieb geben und vorsichtig durchkneten. Circa 10 Minuten Wasser ziehen lassen. Dann kurz abspülen und gut abtropfen lassen.
(3) Die Gurke mit den restlichen Zutaten mischen und servieren.

Genießen!

Quelle: Reine TopfsacheTsukemono aus Gurke

Passt zu asiatischen Gerichten, aber auch als Beilage zum deutschen Abendbrot. Kann es mir auch zu asiatisch angehauchten Schmorgerichten vorstellen.

Oh Gott, gesund! – Tofu-Shrimp-Burger mit Teriyaki-Gemüse

Irgendwie haftet dem armen Tofu ja der Ruf eines ungeliebten Ersatzprodukts für Fleisch an, dass irgendwelche Gesundheitsapostel in Würstchenform pressen und mit Gewürzen versetzen, damit es wie Bratwurst und Konsorten schmeckt. Das finde ich irgendwie gruselig… Dabei ist dieser Quark aus Sojabohnen ein seit Jahrhunderten im asiatischen Raum benutztes Nahrungsmittel, das völlig gleichwertig neben Fleisch und Gemüse benutzt wird. Ja, Tofu hat nicht den umwerfenden Eigengeschmack, aber das macht ihn umso vielseitiger. Man kann ihn mild marinieren, scharf marinieren, mediterran zubereiten, zusammen mit Fleisch braten, als Suppeneinlage verwenden, ja sogar für Mousse au chocolat kann es benutzt werden, wer auf Milchprodukte verzichten will.

Eigentlich schlummert immer eine Packung Tofu im Kühlschrank so als Notfallration und der muss dann auch irgendwann verbraucht werden. Die letzte Packung wurde zu einem japanischen Tofu-Burger, in den noch Shrimps, Möhre und Shiitake-Pilze gehören. Eine wirklich schöne Frikadelle, sehr luftig, würzig, etwas shrimpsig. Toll! Man muss nur ein wenig beim Formen und Ausbraten aufpassen, weil sie doch etwas fragil sind. Also lieber nur einmal umdrehen und nicht andauernd nachsehen, ob sie schon goldbraun sind.

Dazu bastelte ich ein schnelles, gewoktes Gemüse, das ich mit selbst zusammen gerührter Teriyaki-Sauce ablöschte. Auch die ist innerhalb von maximal 5 Minuten zusammen gerührt, wenn die Zutaten im Haus sind. Wirklich kein Hexenwerk und man muss nicht unbedingt ein Fertigprodukt kaufen. Als Gemüse gab es die üblichen Verdächtigen: Zwiebel, Möhre, Paprika und Pilze. Zusätzlich schlummerte noch ein kleiner Pak Choi in meinem Kühlschrank, den ich einige Tage zuvor beim türkischen Supermarkt umme Ecke erstehen konnte. Manchmal haben sie solche Schätzchen! So sieht Pak Choi aus:

Pak Choi ist ein naher Verwandter des Chinakohls und erinnert ein wenig an Mangold. Sowohl die fleischigen Stengel als auch die Blätter sind sehr gut verwendbar und lecker. Klimatisch mag er die tropische Feuchte Asiens schon, aber kann auch in Europa im Gewächshaus gezogen werden, so sind die Niederlande mittlerweile in den Anbau und Export eingestiegen. Auch von den Inhaltsstoffen ist er nicht zu verachten: viel Kalium und Carotin, Kalzium, Vitamin C und einige B-Vitamine. Kann man ja fast nicht genug von haben … Also ein gesundes und köstliches Gemüse! Wenn ich es doch nur öfter zu kaufen kriegen würde …

Jedenfalls ist die Kombi von Tofu-Shrimp-Burger mit Teriyaki-Gemüse und einfachem Reis wirklich wunderbar! Ernstlich lecker und ich glaube fast, gesund! Probiert es ruhig mal aus, es lohnt sich!

Tofu-Shrimp-Burger

Zutaten für 6-8 Burger:
1 Shiitake-Pilz
150 g Shrimps
200 g Tofu
1/2 Möhre

1 Frühlingszwiebel
1 Ei
1 EL Paniermehl
Salz, Pfeffer
etwas Mehl
Öl zum Braten

(1) Den getrockneten Shiitake-Pilz in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und etwas 10 Minuten einweichen lassen. Dann rausnehmen, Stiel rausdrehen und grob würfeln. Je nach Größe die Shrimps grob hacken. Die Tofu in mittelgroße Würfel schneiden. Die Möhre schälen, in mittelgroße Würfel schneiden. Von der Frühlingszwiebel das Wurzelende und die äußere Haut entfernen, in Ringe schneiden. Die vorbereiteten Zutaten in einer Küchenmaschine oder mit einem Pürierstab mittelfein pürieren. Das Ei und Paniermehl unterkneten, mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) Etwas Mehl auf einem flachen Teller streuen. Aus dem Teig 6-8 Burger formen und in dem Mehl wenden.
(3) Den Boden einer großen, heißen Pfanne mit Öl bedecken. Wenn das Öl heiß ist, die Tofu-Burger einlegen und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Dabei nur einmal vorsichtig wenden, da die Burger doch etwas fragil sind.

Entweder wirklich als Burger im Brötchen mit Gemüse/Salat belegt servieren oder mit Reis und asiatisch angehauchtem Gemüse zusammen

genießen!

Quelle: Dehnst, F. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. p 128

Teriyaki-Gemüse

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Zwiebel
1 Möhre
1/2 Paprikaschote
5 Champignons
1 Mini-Pak Choy (oder Spinat oder einige Blätter Mangold)
1 EL Öl

Für die Teriyaki-Sauce:
50 ml Sojasauce
1 EL Zucker
1 EL Sake
1 TL geriebener Ingwer
1 Knoblauchzehe, feingehackt

(1) Zuerst die Teriyaki-Sauce schnell zubereiten. Dafür einfach nur alle Zutaten in einem Schüsselchen gut verrühren.
(2) Als nächstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel häuten und in feine Halbmonde schneiden. Die Möhre schälen und in feine Stifte schneiden. Aus der gewaschenen und getrockneten Paprikaschote die Kerne entfernen, in feine Streifen schneiden. Diese eventuell nochmal halbieren. Die Champignons putzen und mittelfeine Scheiben schneiden. Den Mini-Pak Choy waschen, trocknen, Wurzelende und eventuell welke Blätter entfernen Den Kopf halbieren, die Stiele in dünne Streifen schneiden, die Blätter in grobe.
(3) Das Öl in einem Wok oder großen Pfanne gut erhitzen. Die Zwiebeln und Möhren zugeben, ca. 1-2 Minuten rühren. Dann die Paprikastreifen und Pilzscheiben zugeben. Etwa 1 Minuten weiter auf mittelhoher bis hoher Hitze braten und rühren. Stiele des Pak Choys zufügen, kurz mitbraten. Die Pak Choy-Blätter zu geben, mit der Teriyaki-Sauce ablöschen und etwas einkochen lassen. Jetzt sollte das Gemüse gar, aber noch knackig sein.

Zusammen mit Reis und Beilage der Wahl

genießen!

Quelle: Teriyaki-Sauce nach Dehnst, F. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. p 48

Katsudon – Japanisches Schnitzel auf Reis

Heute mal was aus Fernost. Mit der japanischen Küche beschäftige ich mich schon länger, auch und erst recht abseits von Sushi. Besonders angefixt bin ich von Donburis, also eine Schüssel gekochter Reis mit einem Topping. Dieses kann aus Fleisch, Fisch oder auch gänzlich vegetarisch sein. Und von wem wurde ich süchtig gemacht? Vom Sasaya in Berlin natürlich ;-)

Wie schon das Okonomiyaki, hab ich auch dieses Gericht aus dem wirklich sehr schönen Buch „Itadakimasu – Guten Appetit auf japanisch„, das japanische Alltagsküche zeigt. Die Japaner essen zwar sehr viel Fisch, aber es gibt eben auch Fleischgerichte, die sehr lecker und einfach zu kochen sind, wie dieses hier.

Zuerst bastelt man sich ein knuspriges Schnitzelchen, köchelt schnell parallel eine wirklich leckere Sauce, die mit Zwiebeln und Erbsen verfeinert wird. Alles wirklich simpel und schnell zu machen und die Sauce finde ich pur schon wirklich köstlich! Passt wunderbar zu einer Schale frisch gekochten Reis und etwas Salat. Wenn die geneigte Leserschaft mal etwas japanisch essen will und nicht unbedingt Algen und Fisch mag, hier das Rezept:

Katsudon – Schweineschnitzel auf Reis

Zutaten für 4 Personen:
450 g Reis

Für die Schnitzel:
4 kleine, dünnere Schweineschnitzel
Pfeffer, Salz
2 EL Mehl
1-2 Eier
50g Paniermehl (oder Panko)
6 EL Öl

Für die Sauce:
300 ml Dashi (oder Gemüsebrühe)
3 EL Sake (oder Sherry)
3 EL Mirin
1 EL Zucker
3 EL Sojasauce
1 mittelgroße Zwiebel, in Streifen geschnitten
4 EL Tiefkühl-Erbsen

4 Eier

(1) Zuerst den Reis kochen und warm halten.

(2) Währenddessen auf drei Tellern das Mehl, die verquirlten Eier und das Paniermehl geben. Die Schnitzel salzen, pfeffern und nacheinander in Mehl, Eiern und Semmelbrösel panieren. In dem Öl ausbraten, auf Küchenpapier entfetten lassen und in etwa 2cm breite, mundgerechte Streifen schneiden.

(3) Die Saucenzutaten ohne die Erbsen vermischen und mit den Zwiebelstreifen zusammen in einen Topf geben. Auf hoher Hitze aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze so lange weiterköcheln bis die Zwiebeln gar sind. Zuletzt die Erbsen hinzufügen.

(4) Den Reis auf vier Schüsseln verteilen.

(5) Die Streifen eines Schnitzels in eine Pfanne geben, mit einem Ei und 1/4 der Sauce übergießen und kurz stocken lassen. Auf dem Reis anrichten. Mit den restlichen drei Portionen ebenso verfahren und dann …

… genießen!

Quelle: Dehnst F., Schmidt A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian

Es eignet sich auf wunderbar für’s Bento, wenn man eine Portion übrig lässt (und nicht so verfressen ist wie ich *g*). Ansonsten kann man auch ein paar Schnitzelchen auf Vorrat machen und fertig gebraten einfriert. Die aufgetauten Schnitzel kann man dann kurz im Ofen wieder knusprig aufwärmen.

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