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Krumplipogácsa – Einfache ungarische Kartoffelpogatschen

Ich bin ja nicht so der große Geburtstagsfeierer, aber nachdem ich vorletztes Jahr so gar nichts gemacht habe, hatte ich letzten Dezember die Kolleginnen eingeladen zu einem Abend mit ungarischen Köstlichkeiten, die sie sich gewünscht haben. Gleichzeitig wollte nicht zu viel gegessen werden, weil man danach ja immer so schlecht schläft vor lauter Verdauerei. Wir werden alle nicht jünger ;-)

Also machte ich mir Gedanken, welche Köstlichkeiten der ungarischen Küche ich ihnen kochen könnte, von denen ich Euch ein paar Sachen die nächsten Tage vorstelle… Als Hauptgericht wollte ich gerne eine Gulaschsuppe machen und entschied mich dann für die in Deutschland doch weitgehend unbekannte Paloczensuppe mit Grünen Bohnen, Dill und etwas säuerlich abgeschmeckt. Sie war ein so großer Erfolg, dass von guten 3 l Suppe nur 0,6 l übrig blieben. Dabei waren wir nur zu viert *ähem* Probiert die Suppe wirklich gerne mal aus! Es lohnt sich richtig!

Also blieb noch die Vorspeise offen. Dips mit frischem Brot und etwas Gemüse wäre doch nett. Eine Auberginencreme nach dem Rezept aus dem Rosenstein-Kochbuch wollte ich schon länger ausprobieren (und wird gerne als nächstes vorgestellt) und dann noch die Kürbis-Frischkäse-Creme, die ich unglaublich gerne mag. Ein bisschen frisches Gemüse dazu, ein paar Kohlehydrate und fertig. Aber die Kohlehydrate in welcher Form? Pogácsa, also Pogatschen sind ja schon typisch für Ungarn und ich hätte auch mal wieder Lust welche zu backen. Aber auch da gibt es ja mannigfaltige Möglichkeiten: pur, mit Käse, mit Feta, mit Schweinegrieben, Kräutern oder Kartoffeln? Auf YouTube sah ich ein Video für eine Kartoffelvariante, die zum einen sehr köstlich und zum anderen einfach machbar aussahen. Keine übermäßig häufige und lange Gehzeiten, wenige und alltägliche Zutaten plus sie sahen echt fluffig aus! Also fix Zutaten abgeschrieben und besorgt und los ging es!

Die Kartoffeln können schon am Vorteig gekocht und zerquetscht werden, wenn die Arbeit getan ist, ist der Teig ziemlich fix zusammen geknetet und geht an einem zugfreien Ort bis er doppelt so groß geworden ist. Ohne viel Tamtam muss er nur noch relativ dick ausgerollt, eingeschnitten und zu Pogatschen geschnitten werden. Ich habe es mittlerweile aufgegeben runde Pogácsa auszustechen, weil ich die Reste irgendwie doof fand und eckige schmecken genau so gut! Noch kurz abgedeckt ruhen lassen, während ihr schon ein bisschen aufräumen könnt, fix mit einer Ei-Paprika-Mischung bestreichen und ab in den Ofen mit den Schätzen!

Und sie schmecken hervorragend! Schön fluffig, trotzdem ein bisschen knusprig. Ein wirklich großartiges Rezept, dass mit ins Repertoire kommt. Sie können auch gut eingefroren werden und schmecken aufgetaut wie frisch. Ein Träumchen! Die werde ich definitiv öfter machen!

Krumpli pogácsa – Einfache Kartoffelpogatschen

Zutaten für 2 Bleche:
250 g gleichgroße Kartoffeln
(möglichst vorwiegend festkochend oder mehligkochend)
Salz (zum Kochen der Kartoffeln)
500 g Weizenmehl
100 ml Milch
30 g frische Hefe
1 TL Zucker
150 g Butter
1 Ei
2 TL Salz

Zum Bestreichen:
1 Ei
1/2 TL Paprikapulver

(1) Die Kartoffeln als Pellkartoffeln in Salzwasser gar kochen. Wenn sie weich sind, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken oder mit einer Gabel gründlich zerdrücken. 200 g abwiegen und abkühlen lassen.
(2) Das Mehl abwiegen und in eine Schüssel geben. Die Milch auf dem Herd oder in der Mikrowelle lauwarm (!) werden lassen. 50 ml in eine kleine Tasse geben. Die Hefe hinein krümeln, den Zucker und einen Teelöffel vom abgewogenen Mehl hinzu. Gut verrühren, mit etwas Mehl bestäuben und so lange stehen lassen bis die Hefe aufschäumt. Das dauert etwa 10 Minuten.
(3) Butter, Kartoffeln, Ei, restliche Milch und die aufgegangene Hefe zum Mehl geben. Alles in der Küchenmaschine 4-5 Minuten zu einem Teig verkneten, dann das Salz zufügen und nochmals 3 Minuten kneten. Es geht natürlich auch per Hand, dann die Knetzeit verdoppeln. Es sollte ein schön geschmeidiger Teig entstehen, nicht zu fest, aber auch nicht zu weich. Vielleicht müsst ihr noch mit etwas Mehl oder Milch justieren.
(4) Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einen zugfreien Ort stellen und gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. (Bei mir hat es so 45-60 Minuten gedauert, wenn Eure Kartoffeln z.B. noch warm waren, geht es wahrscheinlich schneller.)
(5) Nach der Zeit den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen.
(6) Den Teig aus der Schüssel holen und auf einer leicht bemehlten Oberfläche versuchen rechteckig zu formen. Ihn dann vorsichtig rechteckig und daumendick ausrollen. Dies gelingt besser, wenn ihr in Richtung der Ecken rollte und nicht nur hoch-runter und seitwärts.
(7) Den Teig mit einem scharfen Messer eng diagonal wenige Millimeter tief einschneiden. Dann alles in etwa 5 cm große Vierecke schneiden. Auf den beiden Blechen verteilen. Mit Geschirrtüchern abdecken und nochmals 15 Minuten gehen lassen.
(8) Das Ei zum Bestreichen mit dem Paprikapulver gründlich verrühren. Jede Pogatsche damit bestreichen.
(9) Beide Bleche in den Ofen schieben (hier Schiene 2 und 4). Insgesamt 20-25 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit die Plätze der Bleche tauschen und einmal in sich drehen, so dass die Pogatschen die zuerst hinten waren, jetzt vorne liegen. Zu Ende backen lassen bis sie goldbraun sind und sich hohl anhören, wenn man auf ihre Unterseite klopft. Auf einem Gitter abkühlen lassen.

Sie passen wunderbar zu diversen Dips, herzhaften Eintöpfen oder feinere Cremesuppen, aber auch zu Ragouts wie Gulasch.

Genießen!

Quelle: Youtube-Kanal von TT konyhájaKrumplis pogácsa (Potato scones)

Wärmendes für kalte Tage: Indische Linsen aus dem Slowcooker

Warum habe ich meine Slowcooker eigentlich so ewig nicht benutzt? Es wird mal wieder Zeit! Weil praktisch sind die ja schon, nicht? Im besten Fall einfach alle Zutaten hinein geben, anstellen und für ein paar Stunden vergessen, während man das Aquarium putzt, die gesamte Wohnung wischt, im chaotischsten Regal der Wohnung Ordnung schafft, Klamotten aussortiert oder einfach auf dem Sofa entspannt :-)

Dass ich diese Linsen gekocht habe, ist zwar schon eine Weile her, aber ich werde sie sehr bald wieder machen, weil sie mir in wirklich guter Erinnerung geblieben sind und ernstlich lecker waren! Die Zubereitung ist denkbar einfach – alle Zutaten in den Keramiktopf werfen. Und der Clou ist das Tarka, eine Würzpaste, die zum Schluss über die Linsen geträufelt werden. Aber auch die ist innerhalb von 5 Minuten gebraten. Ihr seht, alles nicht kompliziert! Und wer mag, kann dann sogar noch das typische Naan-Brot selbst machen :-)

Und wenn ihr diesen Beitrag lest, wird mein kleiner Slowcooker diese Linsen schon geköchelt haben, während ich im Büro saß :-)

Linsen indischer Art mit Fladenbrot

Zutaten für 2-3 Portionen:
125 g Rote Linsen
1 kleine rote Zwiebel
1/4 TL Kurkuma
1/4 TL Kreuzkümmel, grob zerstoßen
100 g Tomaten, stückig aus der Dose
300 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer

Für die Würzpaste:
1 cm Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 TL Sonnenblumenöl
1 TL braune Senfsaat
1/4 TL Kreuzkümmel, grob gemahlen
1 Prise Kurkuma

Zum Servieren:
2-3 EL Joghurt
Koriander- oder Petersilienblätter
Naan (indisches Brot)

Slowcooker: 1,5 l
Zeit: LOW 6-8 Stunden, HIGH 4 Stunden

(1) Die Linsen waschen, abtropfen lassen, in den Einsatz des Slowcookers geben. Die Zwiebel häuten und sehr fein würfeln. Zusammen mit den Gewürzen, Tomaten und Gemüsebrühe zu den Linsen geben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) Den Deckel aufsetzen und 6-8 Stunden auf LOW garen, bis die Linsen weich sind.
(3) Kurz bevor die Linsen fertig das Tarke vorbereiten. Den Ingwer und Knoblauchzehe schälen und beides sehr fein würfeln. Das Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, alle Zutaten zugeben und etwa 2 Minuten bei mittelhoher Hitze unter Rühren anbraten.
(4) Einen Teil der Linsen aus dem Slowcooker nehmen und pürieren. Wieder unter die anderen Linsen rühren. Dann alles in Suppenschüsseln mit dem Tarka und Joghurt servieren. Frisches Brot wie indisches Naan oder Pitabrote passen wunderbar!

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p

Schnelles Hähnchen-Gyros

Wie steht ihr zu griechischer Küche? Mögt ihr sie? Ich war leider noch nie in Griechenland, aber dann doch schon ein paar mal in griechischen Restaurants ;-) Auf YouTube folge ich einem griechischen Koch, der einen dortigen Kochwettbewerb gewonnen hat und auf seinem Kanal unterschiedliche, aber natürlich auch viele griechische Rezepte vorstellt, die man getrost als authentisch bezeichnen kann, vorstellt. Eines davon war eben für ein Hähnchengyros (YouTube-Link), für das die Marinade selbstverständlich von Hand gemischt wurde. Sie besteht aus einfachen Zutaten, die nur zusammen in den Mörser oder kleine Küchenmaschine geschmissen werden, schnell fein verarbeiten, mit dem Fleisch vermischen und es kann sofort, ohne extra Marinierzeit, in die Pfanne wandern.

Der Geschmack dieses Gyroses ist wirklich großartig! Zart und würzig, schön frisch durch den Zitronenanteil und den Koriander. Nein, das Fleisch entwickelt keine seifigen Züge dadurch, Koriandersamen schmecken ganz anders als das Kraut. Keine Angst, liebe Korianderverabscheuer! Und es ist so wunderbar vielfältig einsetzbar, dass es sich auch gut zum Mealpreppen eignet. Klar, es geht die klassische griechische Variante in einer kleinen Pita-Tasche mit frischem Gemüse oder mit Reis und Tzatziki als Beilage, aber ich kann mir die Fleischstreifen auch gut in einem Tortillafladen mit Avocado und anderer Rohkost vorstellen oder anderem Sandwichbrot. Natürlich funktioniert das Gyros auch als Beilage zu einem frischen, bunten Salat.

Lasst Eurer Phantasie freien Lauf und macht aber dringend dieses Hähnchen-Gyros nach!

Schnelles Hähnchen-Gyros

Für die Marinade:
1 kleine Knoblauchzehe
1 TL Korianderkörner
1 TL getrockneter Thymian
1 EL geräuchertes Paprikapulver
1 Prise Chiliflocken
1/2 Zitrone, Schale und Saft
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl

300 g Hähnchenfleisch
(Brust oder ausgelöste Keule)

(1) Die Marinade zubereiten. Dafür den Knoblauch häuten und fein reiben. Dann zusammen mit den Korianderkörnern, Thymian, Paprikapulver, Chiliflocken, der Schale und 2 EL Saft der Zitrone, etwas Salz und Pfeffer in einem Mörser (oder elektrischen Zerkleinerer) mit dem Stößel bearbeiten, bis es einigermaßen fein ist. Das Olivenöl unterrühren und zur Seite stellen.
(2) Das Hähnchenfleisch in dünne Streifen schneiden. In einer Schüssel mit der Marinade gut vermischen, bis jedes Stück Fleisch von der würzigen Marinade ummantelt ist.
(3) Eine Pfanne richtig heiß werden lassen. Die Fleischstreifen in 1-2 Portionen hinein geben. Innerhalb von 3-4 Minuten goldbraun braten. Dabei nicht so oft wenden, lieber länger auf einer Seite liegen lassen, damit es knusprig und braun wird. Zum Schluss 1 TL Zitronensaft drüber träufeln. In eine Schüssel geben und mit der zweiten Portion genauso verfahren.

Entweder auf einer Platte mit Pita-Brot, Tomaten- und Zwiebelscheiben anrichten, passt wunderbar in Tortillafladen oder als Sandwichfüllung. Auch Reis und mit frischem Salat als Beilage wunderbar!

Genießen!

Quelle: Akis Petretzikis – Quick chicken gyro

Türkische Rote Linsen-Suppe – Mercimek Çorbası

Ich hatte Urlaub, den ich mich bei der Familie in Ungarn entspannte. Und dementsprechend hatte der kleine Blog auch Urlaub. Eigentlich wollte ich in den freien Tagen ein paar Beiträge für Euch vorbereiten, aber irgendwie hatte ich den Rechner kaum an, weil ich doch lieber Zeit mit den Tanten oder einen Hund bespaßend verbrachte *g* Aber jetzt geht es weiter…

Zuerst mit einer Suppe. Und Suppenrezepte kann man doch nicht genug haben, oder? Ich meine, was gibt es schöneres als nach einem anstrengenden Tag – egal ob körperlich oder seelisch – eine Schale warmer, tröstender Suppe essen zu können.

Und für genau solche Tage ist diese Suppe aus dem „Türkei vegetarisch„. Wenige, aber ziemlich alltägliche Zutaten – gut, für die Gewürzbutter sollte man nochmal in den türkischen Supermarkt – die man eigentlich im Vorratsschrank hat. Das Schnippeln des Gemüses dauert nicht ewig und die Kochzeit an sich auch nur 20-30 Minuten. Schnell den Pürierstab reinhalten und fertig. Auch die würzige Butter ist schnell gemacht. Und lasst sie bitte nicht weg, sie gibt der Suppe noch den richtigen Kick!

Es ist wirklich ein richtiges Wohlfühlessen und auch die Kolleginnen, denen ich die Suppe mitbrachte, waren sehr begeistert! Die wird es hier wirklich öfter geben – große Mercimek Çorbası-Liebe hier!

Rote Linsen-Suppe – Mercimek Çorbası

Zutaten für 4 Portionen:
1 große Kartoffel
1 große Möhre
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250 g Rote Linsen
600 ml Wasser
Salz
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel

Für die Würzbutter:
1,5 EL Butter
1 TL Salca (Tomaten-Paprika-Mark)
1/4 TL Chiliflocken (Pul Biber)
1/2 TL getrocknete Minze

Zitronenschnitze zum Servieren

(1) Zuerst das Gemüse schneiden. Die Kartoffel und Möhre schälen und in kleinere Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und ebenfalls fein würfeln.
(2) Das Wasser in einem mittleren Topf aufkochen lassen. Das vorbereitete Gemüse und die Linsen hineingeben. Mit etwas Salz und dem Kreuzkümmel würzen. Deckel drauf und aufkochen lassen. Auf mittlerer Hitze zurück schalten und 20-30 Minuten garen lassen bis die Kartoffel- und Möhrenstückchen gar sind. Die Linsen werden wahrscheinlich zerfallen und das ganze an die Konsistenz von Babybrei erinnern.
(3) In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen lassen. Die Salca und die Gewürze gut unterrühren. Die Butter aufschäumen lassen und dann in eine kleine Schale gießen.
(4) Topf vom Herd nehmen und die Suppe mit einem Stabmixer fein pürieren. Wenn sie zu dickflüssig ist, mit etwas heißem Wasser bis zur gewünschten Konsistenz verdünnen. Abschmecken, ob noch Salz fehlt.

Die Suppe auf den Tellern verteilen, jeder nimmt sich von der flüssigen Würzbutter und schmeckt die Suppe mit Zitrone ab.

Genießen!

Quelle: nach Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 112

Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Göttliche ungarische Käse-Pogatschen

Wo wir letzte Woche schon in Budapest verbracht haben und uns durch ein paar Restaurants gegessen habe, nutze ich die Chance und stelle Euch die nächste unbekannte ungarische Köstlichkeit vor. Und die sind ein wahrer Klassiker in der ungarischen Snack-Küche – Pogatschen. Schon in Märchen buken die Mütter der Helden dieses kleine Gebäck als Proviant für die Abenteuer. Ihr seht klassischer geht es fast nicht mehr!

Irgendwann vor Urzeiten, als ich noch im Studentenwohnheim lebte, probierte ich sie mal nach einer groben Anweisung meiner ältesten Tante in Ungarn aus. Leider war es wohl etwas zu grob und die Dinger sahen traurig aus. Aber seitdem habe ich weiter recherchiert und etliche Videoaufnahmen vom Pogatschenbacken gesehen, so dass ich mich gerüstet fühlte.

Als Grundlage nahm ich das Rezept aus dem Buch von Ze Fördös, der auch der Initiator von der „Street Kitchen“ ist, deren Homepage und Videos ich regelmäßig aufsuche. Nur die Zubereitungsweise hab ich nach der gebräuchlichen Methode abgewandelt, dass die Käse-Pogatschen auch schön blättrig werden. Das ist nämlich der Clou an dem Gebäck, es besteht aus einem schweren Hefeteig mit ordentlich Butter und in diesem Fall eben geriebenem Käse drin. Erst geht der Teig ca. 1 Stunde bis sich sein Volumen verdoppelt hat. Aber dann kommt die Bearbeitung. Der Teig wird fingerdick, möglichst rechteckig ausgerollt und dann gefaltet. Falten bedeutet, dass Ihr den Teig zu 2/3 von der rechten zur linken Seite legt, dann die linke Seite darüber. Dasselbe Spiel von oben und unten. Der so vorbereitete Teig darf abgedeckt 15-20 Minuten ruhen, bevor das ganze Prozedere 2 Mal wiederholt wird. Danach wird der Teig wieder fingerdick ausgerollt und die Oberfläche rautenförmig eingeschnitten. Klassischerweise werden in Ungarn die Pogatschen mit einem schnapsglasgroßen Förmchen ausgestochen, ich finde das Verschwendung von Teig und habe sie in ca. 5×5 cm große Rechtecke geschnitten. Ganz zum Schluss wird noch etwas geriebenen Käse über die Pogatschen gestreut, damit wir auch die volle Dröhnung von geschmolzenem Käse abkriegen :-D

Die ganze Zubereitung ist zugegebenermaßen etwas zeitaufwendig, wenn auch nicht kompliziert, aber es lohnt sich! Die kleinen Dinger haben Suchtpotential! Ich konnte fast nicht aufhören sie zu essen, obwohl ich sie eigentlich für den Abschied meiner einen Kollegin gebacken hatte (die Kolleginnen konnten ebenfalls nicht aufhören *g*). Schnell eingefroren haben sie dann doch die halbe Woche bis zum Donnerstag überlebt *g* Und auch aufgetaut sind die wirklich noch wie frisch gebacken! Ein Träumchen! Ihr fragt Euch jetzt sicher, wozu man die Käse-Pogatschen essen kann, oder? Sie passen wunderbar zu Gulasch oder Letscho, als Beilage zu einem bunten Salat oder Dips. Vielseitig und wirklich glücklichmachend!

Käse-Pogatschen – Sajtos pogácsa

Zutaten für 2 Bleche:
50 ml lauwarme (!) Milch
1 TL Zucker
25 g frische Hefe (ca. 1/2 Würfel)
500 g Weizenmehl Type 550
200 g Butter, kalt
1 TL Salz
100 g + 50 g Emmentaler, gerieben
200 g Schmand
2 Eier, getrennt

(1) Die Milch mit dem Zucker und der Hefe verrühren. Zur Seite stellen und ca. 10 Minuten gehen lassen, bis die Hefe aufschäumt.
(2) Das Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine geben, die kühlschrankkalte Butter in kleinen Stücken hinzufügen. Ebenso das Salz und 100 g des geriebenen Käses. Alle Zutaten mit den Händen miteinander verreiben bis das Mehl krümelig wird. Die aufgegangene Hefe, Schmand und 2 Eigelb zum Mehl geben. Auf der 1. Stufe der Küchenmaschine 4 Minuten kneten lassen. Dann nochmals 5 Minuten auf der 2. Stufe. Der Teig wird ein bisschen klebrig sein. Die Schüssel abdecken und den Teig ca. 1 Stunde an einem zugfreien Ort gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
(3) Fingerdick ausrollen. Dann falten: 1/3 des Teiges von rechts nach links schlagen, dann das übrige Drittel von links nach rechts darüber. Dann 1/3 von oben nach unten und das restliche Drittel von unten nach oben schlagen. Mit einem Handtuch bedecken und 15 Minuten ruhen lassen. Das ganze Prozedere 2x wiederholen.
(4) Den Ofen auf 160°C Umluft vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
(5) Den Teig fingerdick zu einem Rechteck ausrollen. Mit einem scharfen Messer die Oberfläche in Rautenrautenförmig einritzen. Entweder mit Hilfe eines in Mehl getauchten Schnapsglases die Pogatschen ausstechen oder den Teig in 5×5 cm große Rechtecke schneiden. Mit etwas Abstand auf die beiden Bleche setzen und nochmals 15 Minuten gehen lassen.
(6) Die beiden übrigen Eiweiß mit etwas kalten Wasser verschlagen. Dann die Oberfläche der Pogatschen damit bestreichen. Danach die restlichen 50 g geriebenen Käse in kleinen Portionen über die Pogatschen streuen.
(7) Die beiden Bleche mittig in den Ofen schieben und ca. 25 Minuten backen.
Herausholen, abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: nach Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magyar recptem. Lunchbox kiado. p 33

Brathähnchen aus dem Slowcooker

Lange keine Rezept für den Slowcooker mehr gezeigt, oder? Und um ehrlich zu sein, hab ich ihn auch schon länger nicht mehr benutzt, aber das könnte ich ja mal wieder ändern. Besonders gerne erinnere ich mich an das Brathähnchen aus dem Slowcooker vom letzten Jahr. Ich mag so im Ganzen gegartes Huhn schon sehr gerne, aber irgendwie wird es mir im Ofen öfter trocken, weil ich es aus Angst, dass es innen noch roh ist, zu lange drin lasse.

Da dachte ich, im Slowcooker passiert zu trockenes Fleisch ja eher selten, vielleicht kann man ein ganzes Brathuhn auch darin garen. Es fehlten mir noch die ungefähren Zeiten im Slowcooker, die ich nach ein wenig Recherche auch fand. Dort wurde auch der Tipp gegeben, etwas festes Gemüse auf den Boden des Slowcookers zu legen, damit das Huhn nicht im eigenen Saft badet und das Huhn mit der Brustseite nach unten zu legen. Dadurch fließen die austretenden Säfte und Fett durch das Brustfleisch und es bleibt saftig. Gelesen, getan.

Als Würzung nahm ich das Cajun-Gewürz, das mir zum Geburtstag geschenkt und verrührte es mit Öl, so dass es sich gleichmäßig verteilen ließ. Als Unterlage nahm ich Zwiebel und Zitrone, auf das dadurch noch etwas Würzung an das Huhn gelange. Ab in den Slowcooker damit (es passt wunderbar kuschelig) und auf HIGH garen. Pünktlich zum Mittagessen war es fertig. So zart, dass es beim Herausheben schon fast auseinander gefallen wäre, und supersaftig. Ich hab es schnell noch 15 Minuten im heißen Ofen nachgebräunt und – Tadaa! – wunderbarstes Brathähnchen! Wenn ihr einen Slowcooker habt, versucht das ruhig mal, es lohnt sich richtig und ist immer noch großartigst stressfrei!

Ganzes Brathähnchen aus dem Slowcooker

Zutaten für 4 Portionen:

1 ganzes Hähnchen (ca. 1,4 kg)
Salz
3 TL Cajun-Gewürz (oder anderes Gewürz nach Wahl)
4 TL neutrales Öl
1 große Zwiebel
1 Bio-Zitrone

Slowcooker: 3,5 l
Zeit: 3,5-5 Stunden auf HIGH, 8-9 Stunden auf LOW

(1) Die Zitrone waschen, die Zwiebel häuten. Beides in Achtel schneiden und gleichmäßig auf den Boden des Slowcookers legen. Das Öl mit dem Cajun-Gewürz verrühren.
(2) Aus dem Hähnchen etwaige Beutel mit Innereien raus holen, Wenn Flügel und/oder Beine mit Band oder Gummi befestigt sind, diese auch entfernen. Das Hähnchen ein bisschen von innen und außen salzen, dann von außen überall mit dem Gewürzöl einreiben.
(3) Mit der Brustseite nach unten in den Slowcooker setzen. Deckel drauf und bei HIGH 3,5-5 Stunden garen, bei LOW 8-9 Stunden. Bis die Temperatur im Schenkel so 85°C beträgt (mit einem Fleischthermometer messen).
(4) Zum Ende der Garzeit den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das fertige Hähnchen vorsichtig aus dem Slowcooker auf ein kleineres Backblech setzen und auf höherer Schiene noch 10-15 Minuten braten.

Genießen!

Pasta der fünf P – Pasta mit Schinken, Erbsen und Sahne

Jeder braucht doch ein Repertoire an schnell und einfach zu kochenden Gerichten, die man ohne groß nachzudenken noch nach Feierabend basteln kann, oder? Bei mir sind es meist Kindheitsessen wie Senfei oder simple Nudeln mit Tomatensauce, aber auch die meisten meiner geliebten ungarischen Gemüseragouts, wie Erbsengemüse, Kürbisgemüse oder Tomatenkohl sind einfach und schnell gemacht.

Und bestimmt gehört auch dieser Klassiker der Pastaküche in Italien zu der Kategorie. An frischen Zutaten muss man eigentlich nur den Kochschinken besorgen, aber Erbsen dümpeln doch bei jedem im Tiefkühler rum, oder? Parmesan ist doch auch so ein Grundnahrungsmittel, dass irgendwie immer in meinem Kühlschrank ist. Und selbst wenn eine Zutat nicht da sein sollte, kann sie bestimmt ohne großen Aufwand im nächsten Supermarkt besorgt werden.

Und warum heißt das jetzt Cinque Pi, also Pasta der fünf P? Weil prinzipiell die Hauptzutaten auf italienisch mit P beginnen: Parmesan, Panna (Sahne), Piselli (Erbsen), Proscuitto (Kochschinken) und wenn man Pennenudeln, dann auch die, nur bei mir war es F wie Fussili *g*

Kocht dieses Nudelgericht ruhig nach, schnell, einfach und dazu noch richtig köstlich! Nicht umsonst ein Klassiker der italienischen Küche!

Pasta Cinque Pi

Zutaten für 2 Portionen:
160 g Pasta (Penne oder Fussili)
Salz
1 kleine Zwiebel
6-8 Scheiben Kochschinken
1 EL Butter
4 handvoll Erbsen, TK
4 EL Sahne
Muskatnuss
Pfeffer
Parmesan, viiiel

(1) Salzwasser für die Nudeln aufsetzen und diese dann gemäß Packungsanweisung al dente kochen.
(2) Die Zwiebel fein würfeln. Den Schinken in mittelgroße Würfel schneiden.
(3) Die Butter in einer größeren Pfanne schmelzen lassen. DIe Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Erbsen in die Pfanne geben und 2-3 Kellen des Nudelkochwassers dazu gießen.
(4) Den Schinken und die Sahne hinein geben und etwas köcheln lassen. Mit etwas Muskat und Pfeffer würzen. Nur wenig salzen.
(5) Wenn die Nudeln gar sind, diese mit Hilfe eines Sieblöffels tropfnass in die Sauce geben und gut durchrühren.
Pasta auf die Teller verteilen und sofort mit seeehr viel frisch geriebenem Parmesan vermischen.

Genießen!

Quelle: 1x umrühren bitteCinque Pi

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