Schlagwort-Archive: Kapern

Sizilianische Grünkohl-Spaghetti

YouTube scheint ja bei der heutigen Jugend der große Hit zu sein. Gibt Leute, die verdienen ihr Geld damit, in dem sie zeigen, was sie so in der Drogerie nebenan oder im schwedischen Klamottengeschäft gekauft haben. Ist jetzt nicht meins, ich interessiere mich weder für Make Up noch für Billigklamotten. Aber kochen, kochen und essen und Rezepte und Zutaten und Köche finde ich spannend. Und auch die tummeln sich zuhauf auf YouTube und zeigen ihr Können. Eine große Plattform ist der FoodTube-Channel von Jamie Oliver, bei dem er viele Köche, egal ob Profi oder nicht, um sich gesammelt hat, die regelmäßig lustige, interessante Videos posten. Sei es zum Thema Grillen mit Dj BBQ (mein persönlicher Grill-Gott!) oder anfängertaugliche Rezepte Barry von My Virgin Kitchen oder der von mir hochgeschätzte Donal Skehan, mit seinen leckeren schnellen herzhaften Rezepten, aber auch coole Backrezepte. Natürlich ist auch Gennaro Contaldo, Jamie O.s langjähriger Mentor mit von der Partie und präsentiert dort Gerichte, bei deren Betrachten ich einfach nur in den Bildschirm beißen möchte ;-) Also, wer Inspiration braucht, guckt Euch dort ruhig mal um.

Letztens jedenfalls zeigte Signore Contaldo schnelle Spaghetti mit Grünkohl-Sauce, die mich aufgrund ihrer weiteren Zutaten sehr an die sizilianische Caponata erinnerte, dieses sizialianische Auberginengericht mit Tomaten, Rosinen, Kapern und Oliven (hab ich das echt noch nie verbloggt???). Und da ich von der besten Ärztin von allen gerade Grünkohl geschenkt bekam, aber nicht nochmal die traditionelle Variante machen wollte, kam mir die Version gerade recht. Für so ein Grünkohl-Essen war es auch erstaunlich schnell gemacht. Und trotzdem sehr köstlich! Die Aromen harmonieren wunderbar, die Süße der Rosinen macht sich großartig mit dem herzhaften Grünkohl und dem Salzigen der Kapern und Oliven.

Also, wenn auch ihr genug habt vom traditionellen Grünkohl, probiert das hier! Es lohnt sich wirklich sowas von!

Sizilianische Grünkohl-Spaghetti

Zutaten für 2 Portionen:
1 Knoblauchzehe
1 TL Chiliflocken (nach Geschmack mehr)
1-2 EL Olivenöl
5-7 mittelgroße Tomaten
Salz, Pfeffer
10 Oliven, entsteint
3 TL Kapern
1 handvoll Rosinen
250 g Grünkohl, geputzt und gezupft

200 g Spaghetti

(1) Erst die Zutaten vorbereiten. Die Knoblauchzehe häuten und in Scheiben schneiden. Die Tomaten waschen, trocknen und in grobe Würfel schneiden. Oliven vierteln.
(2) Das Olivenöl in einer großen Pfanne mit Deckel erhitzen. Den Knoblauch und Chiliflocken zugeben. Bei mittlerer Hitze so lange andünsten bis der Knoblauch etwas Farbe angenommen hat. Die Tomaten zugeben, salzen, pfeffern. Oliven, Kapern und Rosinen unterrühren. Deckel drauf und einige Minuten dünsten lassen bis eine homogene Sauce entstanden ist.
(3) Das Wasser für die Spaghetti aufsetzen und diese nach Packungsanweisung al dente garen.
(4) Den gezupften Grünkohl zur Tomatensauce geben, gut unterrühren. Deckel drauf und 15 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.
(5) Eigentlich sollten jetzt sowohl Sauce als auch die Spaghetti gleichzeitig gar sein. Die Spaghetti mit Hilfe einer Zange aus deren Kochwasser direkt in die Grünkohl-Sauce geben. Gut vermischen und sofort servieren.

Genießen!

Quelle: YouTube-Video von Gennaro Contaldo

Mal ein neues Gemüse einkleiden – Panierter Chicoree mit Kartoffelsalat

So, es wird Zeit wieder etwas mehr vegetarisch zu kochen (tatsächlich auch aus gesundheitlichen Gründen bei mir), da müssen die Eltern einfach mal durch :-) Mir war schon die ganze Woche nach Kartoffelsalat, so dass ich auf Verdacht die leckeren rotschaligen Kartoffeln kaufte und außerdem war noch eine Packung Chicorée im Kühlschrank, die ich eigentlich abends zu Salat für mich verarbeiten wollte. Stattdessen begab ich mich auf die Suche nach einem Rezept. das beides vereint. Jetzt ist glaub ich Kartoffelsalat mit Chicorée drin nicht so der Bringer, aber im „Vegetarian Basics“ fand sich eins mit paniertem Chicorée. Ach, interessante Idee! Warum nicht? Und der dazugehörige Kartoffelsalat hörte sich auch spannend pikant an mit den Zwiebeln und Kapern. Gut, weil ich jetzt keine Lust mehr hatte einzukaufen, wurden statt der Frühlingszwiebeln eine Porreestange genommen, die in der heißen Brühe etwas von ihrer Schärfe verlieren durfte. Alles in allem, einfach zu machen und eine wirklich leckere Kombination! Probiert es ruhig mal aus den Chicorée so zu verkleiden!

Panierter Chicorée mit pikantem Kartoffelsalat

Zutaten für 4 Hungrige:
3 kleinere Chicorée
300 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1-2 Ei
etwas Mehl
1,5 EL gemahlene Mandeln
8 EL Semmelbrösel
5 EL neutrales Pflanzenöl
Zitronenschnitze zum Servieren

Für den Salat:
1 kg festkochende Kartoffeln
etwas Kümmel
Salz
1  Stange Lauch/Porree
3 TL mittelscharfer Senf
1/2 Zitrone, Saft
4 EL Olivenöl
3 TL Kapern, gehackt
Pfeffer, Zucker

(1) Die Kartoffeln waschen, mit Schale in einen Topf geben. Mit etwas Kümmel und Salz würzen, Wasser drauf und in ca. 20 Minuten gar kochen.
(2) Die Brühe in einem weiten Topf zum Kochen bringen. Die äußeren Blätter vom Chicorée entfernen, halbieren und in die kochende Brühe legen. Deckel drauf und 5 Minuten köcheln lassen. Mit einem Schaumlöffel rausnehmen und etwas abkühlen lassen.
(3) Den Porree in sehr dünne Ringe schneiden und in die heiße Brühe geben. Ebenso den Senf, Zitronensaft, Olivenöl und Kapern. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Es soll ruhig etwas kräftiger schmecken, die Kartoffelscheiben nehmen den Geschmack gut an.
(4) Wenn die Kartoffeln gar sind, abgießen und etwas abkühlen lassen, bis man sie pellen und in dünne Scheiben schneiden kann. Sie sollten aber wirklich noch warm sein. Die Kartoffelscheiben vorsichtig mit der Brühe-Dressing vermischen und zur Seite stellen.
(5) Jetzt sind die Chicorée-Hälften dran. Das  Mehl in einen Teller geben, das Ei im zweiten Teller verquirlen, im dritten die Mandeln mit den Semmeln und gut Pfeffer mischen. Auf dem Herd eine Pfanne mit dem Öl erhitzen. Jetzt die Chicorée-Hälften panieren: erst im Mehl wälzen, dann mit Ei überziehen und zum Schluss in den Semmelbröseln wälzen und gut andrücken. Die panierten Hälften dann im Öl in einigen Minuten knusprig braun braten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Zusammen mit dem Kartoffelsalat und ein paar Zitronenschnitzen servieren und

genießen!

Zubereitungszeit: 1,5 Stunden, wenn man gemütlich alleine kocht
Quelle: Dickhaut S., Schinharl C.: Vegetarian Basics. Gräfe und Unzer. München

Spaghetti puttanesca

Spaghetti puttanesca

Spaghetti puttanesca

Was war ich nicht skeptisch! Spaghetti alla puttanesca wollte ich also kochen! Habe ich viel gehört von, angeblich ein Klassiker der süditalienischen Küche. Aber was ließ mich skeptisch bleiben? Gleich drei der vier geschmacksgebenden Zutaten, nämlich Kapern, Oliven und Anchovies mochte ich bis vor 2 bis 3  Jahre überhaupt nicht. Kapern waren so ein absolutes No-Go. Jede noch so kleine Kaper im Frau Mamas Hühnerfrikassee wurde von mir heraus gepickt. Hätt‘ man mich mit jagen können! Kindheitstrauma, sowas wirkt nach. Und dann auch Oliven? Hmmm, mochte dieses salzige Zeug bis vor einiger Zeit auch nicht. Und naja, Fisch, genauer gesagt Anchovies, kleine salzig eingelegte Fische? Habe bis vor 3 Jahren nur den Heringssalat von Frau Mama gegessen, ansonsten war mein Magen fischfreie Zone (ja, ich weiß. Ich komme von der Küste und ja, ich bin nicht so ein Fischfreak!). Es zeichnet sich ein Muster ab, oder? Mochte offensichtlich keine salzig eingelegten Sachen …

Aber dann hat es sich geändert. Durch bloßen Zufall landete doch eine Hühnerfrikassee-Kaper in meinem Mund und war gar nicht mehr so schlimm, eigentlich sogar lecker! Bei einem gemeinsamen Abendessen mit einem Mitbewohner im Wohnheim kostete ich dann doch mal seine Olivchen und hey, die sind gut, sehr gut sogar! Geschmäcker scheinen sich zu ändern. Ich blieb trotzdem skeptisch mit den Anchovies, aber die sollen sich allerdings beim Kochen in Wohlgefallen auflösen, sprich schmelzen und so nur ihren Geschmack abgeben, der aber überhaupt nichts fischiges mehr haben soll. Hmm …

Nachdem ich dann in mehreren Büchern recherchiert habe, habe ich mich entschlossen das Rezept aus Jamie Olivers zweitem Buch zu nehmen. Großzügige Mengen der Zutaten, sollte ein intensiver Geschmack werden. Nur die Chili-Ration wurde reduziert, kann trotz ungarischer Gene nicht wirklich scharf essen. Leider hatte ich auch keinen frischen Basilikum, aber es war auch so ein sehr hervorragendes Gericht! Wirklich schnell gemacht,  lauter Zutaten, die man im Vorrat ich (zumindest ich) und so voller Aroma, unglaublich! Und keine Angst, es schmeckt wirklich nicht nach Fisch und es befinden sich auch keine Fischstücke in der Sauce nachher! Dringendst ausprobieren!

Linguine puttanesca (4 Portionen)

455 g getrocknete Linguine (hier: Spaghetti)
3 Knoblauchzehen, feingehackt
2-3 kleine getrocknete Chilis, zerbröselt
1 TL getrockneter Oregano
Olivenöl
2 x 400 g Dosentomaten, abgetropft und grob gehackt
2 handvoll große schwarze Oliven, entsteint
1 handvoll Kapern, abgetropft
12 Anchovie-Filets, grob gehackt
1 handvoll frischer Basilikum
Salz, Pfeffer

(1) Linguine in kochendem Salzwasser al dente kochen.
(2) Währenddessen den Knoblauch, Oregano und Chilis (vorsicht nach dem Zerbröseln, nicht an irgendwelche Schleimhäute kommen, schmerzhaft!) in ein wenig Olivenöl braten bis der Knoblauch ein wenig weich ist. Tomaten zugeben und zum köcheln bringen.
(3) Die Oliven, Kapern und Anchovies zugeben und noch weitere 4 bis 5 Minuten köcheln bis eine sämige Saucenkonsistenz erreicht ist.
(4) Die gekochten Linguine abtropfen lassen und mit der Sauce vermischen. Den Basilikum über das fertige Gericht zupfen. Nochmal abschmecken! Mit guten Olivenöl beträufeln.

Sofort servieren!

Quelle: Jamie Oliver (2000): The Return of the Naked Chef. Penguine Books

Geschmack: ++++
Zeit: +
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

%d Bloggern gefällt das: