Schlagwort-Archive: Kartoffeln

Grandios einfaches Bohnengulasch

Wir sind am Ende dieser kleinen Themenwoche „Grüne Bohnen“ angelangt. Aber vielleicht sollte ich noch ein paar Worte darüber verlieren, warum wir alle mehr Buschbohnen und Konsorten essen sollten. Denn die sind sehr gesund. Wie auch die getrockneten Bohnen haben die frischen neben sehr viel pflanzlichem Eiweiß und einen nicht unerheblichen Anteil an Ballaststoffen, von denen wir fast alle zu wenig zu uns nehmen. Daneben enthalten sie auch viele Vitamine (B2, B6, Beta-Carotin) und Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Magnesium. Allerdings sind auch Purine in den Bohnen, weswegen Menschen, die unter Gicht leiden, sich bei ihrem Verzehr zurück halten sollten.

Wer Bohnen selbst im Garten anbauen will, traut Euch ruhig! Es ist total einfach! Sucht Euch ein einigermaßen sonniges Beet und nach dem 15. Mai, den Eisheiligen, kann es losgehen. Die Bohnen benötigen eine Bodentemperatur von mindestens 12°C, um zu keimen. Die trockenen Bohnenkerne einige Stunden in kaltem Wasser einweichen und dann entweder einzeln oder in Gruppen von 5 Bohnen 5 cm tief in die Erde legen. Wer Horste (also Grüppchen) legen möchte, hält einen Abstand von 20×20 cm ein. Nach einigen Tagen werden sie keimen und beginnen zu wachsen. Wenn die Bohnen schon etwas größer sind, kann man sie anhäufeln, damit sie stabiler stehen und auch vor Krankheiten geschützt sind. Dafür einfach mit den Händen etwas Erde zu einem niedrigen Wall um die Bohnenstengel formen. Düngen muss man Hülsenfrüchte nicht, weil sie eine Symbiose mit Bakterien eingehen, die in ihrem Wurzelbereich leben und dort den Luftstickstoff binden, der dann den Bohnenpflanzen als Nährstoff einfach zur Verfügung steht. So 2-3 Monate nach der Aussaat sind die ersten Bohnen erntereif. Und wenn ihr regelmäßig erntet, regt Ihr dadurch die Bohnen an neue Blüten und damit neue leckere Böhnchen zu bilden. Meine Eltern legen Buschbohnen sogar 2-3 mal so im Abstand von etwa 2 Wochen. Das verlängert die Erntezeit doch um einiges und wir haben länger was von ihnen :-) Ihr seht, alles nicht kompliziert und an frischere Bohnen kommt ihr nicht.

Als letztes Gericht dieser Woche möchte ich Euch ein wirklich köstliches, österreichisches Fisolengulasch zeigen. Grüne Bohnen heißen auf österreichisch Fisolen und das klingt so charmant, finde ich. Ich habe auch ungarische Rezepte für Bohnengulasch gefunden, aber das ist tatsächlich die normale Gulaschzubereitung, nur das statt Fleisch eben Bohnen zugegeben werden. In der österreichischen Variante von Brigittas Kulinarium werden die Kartoffeln gleich mit gegart und dann aber auch mit Schmand und Mehl gebunden, wie in einem ordentlichen, ungarischen Paprikasch-Gericht :-) Und dieses Bohnengulasch ist so köstlich, dass ich es jedes Jahr wieder und auch öfter mache! Dringende Nachkochempfehlung!

Fisolengulasch

Zutaten für 3-4 Portionen:
500 g grüne Bohnen (Buschbohnen)
2 große Kartoffeln
1 mittlere Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1,5 EL Öl
1 EL Paprika edelsüß
1 EL Tomatenmark
1/2 l Wasser
Salz, Pfeffer
1 TL Majoran
Prise Kümmel
100 g Schmand
1 EL Mehl

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Das Ende der Bohnen abschneiden und je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebelwürfel zufügen und leicht salzen. Einige Minuten dünsten lassen bei mittlerer Hitze bis die Zwiebeln weich sind. Die HItze etwas hoch stellen, das Tomatenmark und den Knoblauch zufügen und kurz mit anrösten. Den Topf kurz vom Herd nehmen, das Paprikapulver unterrühren bis es duftet. Dann die Bohnen und Kartoffeln zugeben und das Wasser dazu gießen. Mit Salz, Pfeffer, Majoran und dem Kümmel würzen. Aufkochen lassen und dann bei mittel niedriger Hitze weich kochen. Das dauert so 15-20 Minuten, je nach Größe der Gemüsestücke.
(3) Während das Gulasch kocht, den Schmand klümpchenfrei mit dem Mehl verrühren. Wenn alles gar ist, etwas Flüssigkeit des Gulaschs in das Schmandgemisch rühren, um die Temperatur anzugleichen. Alles unter Rühren in den Eintopf geben und alles etwas andicken lassen.

Genießen!

Quelle: nach Brigittas KulinariumFisolengulasch

Kartoffel-Bohnen-Salat nach ligurischer Idee

Die Bohnensaison ist in vollem Gange, also die der frischen Bohnen, egal ob Stangen- oder Buschbohnen. Habt ihr noch andere Sorten im Garten stehen? VIelleicht Feuerbohnen oder die Borlotti-Variante? Lasst ihr sie ausreifen, um Saatgut für’s nächste Jahr zu gewinnen? Ihr merkt, ich liebe Bohnen! Meine Eltern hatten auch schon immer eine nicht unerhebliche Anzahl an Quadratmetern ihres Schrebergartens den Buschbohnen verschrieben. Aber irgendwie wurden daraus immer nur Butterbohnen, also simpel in Salzwasser gekocht und dann Butter drüber. Ist zwar immer noch mein allererstes Essen in der Bohnensaison, aber es gibt noch sooo viel mehr, was man mit den länglichen Geschmacksbomben anstellen kann. Jetzt sind hier auf dem Blog schon viele Rezepte, geht mal einfach über die Suche, aber irgendwie haben sich in letzter Zeit so viele neue, leckere Gerichte angesammelt, dass ich prompt mal eine Themenwoche „Grüne Bohnen“ angesetzt habe. Ihr werdet also von heute bis Freitag jeden Tag eine neue bohnige Köstlichkeit präsentiert bekommen. Seid gespannt!

Zum Start zeige ich Euch einen schön frischen Kartoffel-Bohnensalat. Es gibt ja den Klassiker der ligurischen Küche, bei dem unter die Nudeln auch noch Kartoffeln und Grüne Bohnen mit Pesto gemischt werden. Sonst bin ich ja kein Fan von Kohlehydrate plus Kohlehydrate, aber das Gericht mag ich echt gern. Nun hatte ich köstliche Böhnchen aus dem elterlichen Schrebergarten mitgenommen und irgendwas sollte damit passieren. Und auch der Basilikum auf dem Balkon wucherte und wurde nicht gänzlich von nimmersatten Räupchen gefressen. Warum also nicht alles zu einem Kartoffelsalat nach der ligurischen Grundidee kombinieren, nur eben ohne die Pasta.

Gesagt, getan! In einer essen & trinken las ich noch den Tipp, Basilikumblätter vor der Verarbeitung zum Pesto zu blanchieren. Das wurde durch kurzes Eintauchen in das kochende Bohnenwasser glatt ausprobiert und tatsächlich war das Dressing danach hübsch dunkelgrün und unglaublich basilikumpfeffrig. Den Trick merke ich mir!

Der Salat an sich war dann auch total köstlich! Die Kombination mit Kartoffeln, Bohnen und dem frischen Dressing war großartig und schmeckte auch noch am nächsten Tag im Büro! Zum Grillen geht er bestimmt auch gut.

Und weil ich ja finde, dass Paniertes am allerbesten zu Kartoffelsalat passt, gab es bei mir ausgebackenen Patisson, den ich heiß und innig liebe! (Auch wenn die Stücke hier auf dem Teller eher nach Fisch aussehen *g*)

Kartoffel-Bohnen-Salat nach ligurischer Idee

Zutaten für 3 Portionen:
1 Zwiebel
Salz
1 Prise Zucker
3+3 TL Weißweinessig
500 g grüne Bohnen
5 mittlere Kartoffeln
Prise Kümmelkörner
3 handvoll Basilikum
Pfeffer
1 EL neutrales Öl
6 EL Olivenöl
Schluck Wasser

(1) Die Zwiebel häuten, in feine Würfel schneiden und in ein Schälchen geben. Mit einer Prise Salz, Zucker und 3 TL Weißweinessig verrühren und marinieren lassen. Zur Seite stellen.
(2) Die Enden der Bohnen abschneiden und dann die Bohnen je nach Größe halbieren oder ganz lassen. Waschen. In kaltem Salzwasser aufsetzen. Und ab dem Zeitpunkt des Kochens, die Flamme auf mittlere Hitze zurück schalten und in ca. 10 Minuten fertig garen, bis sie zwar noch bissfest sind, aber nicht mehr quietschen. Durch ein Sieb abgießen.
(3) Während die Bohnen kochen die Kartoffeln in kaltem Wasser mit Salz und dem Kümmel als Pellkartoffeln aufsetzen. In 25-30 Minuten gar kochen. Abgießen und ein bisschen abkühlen lassen.
(4) Für das Dressing die Basilikumblätter mit einem Sieblöffel für wenige Sekunden in das kochende Wasser der Bohnen halten. In einem  Sieb unter fließendem Wasser abkühlen. Vorsichtig aber gut trocknen. Die blanchierten Blätter mit etwas Salz, Pfeffer, dem restlichen Weißweinessig und dem neutralen Öl in einen kleinen Häcksler geben und fein pürieren. Dann das Olivenöl unterrühren. Mit einem Schluck Wasser verrühren, um es ein wenig geschmeidiger zu machen. Zur Seite stellen.
(5) Für den Salat die Zwiebeln samt Marinierflüssigkeit in eine ausreichend große Schüssel geben. Die noch warmen Bohnen darauf geben, verrühren, damit die Zwiebelwürfel in der Restwärme ein wenig garen können. Die Kartoffeln pellen und in mittelfeine Scheiben schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben. Das Dressing darüber geben, salzen, pfeffern und alles vorsichtig miteinander verrühren.
(6) Abgedeckt ca. 1 Stunde ziehen lassen. Nochmal abschmecken, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt.

Genießen!

Der Salat kann solo sehr gut gegessen werden, es passt aber auch Paniertes wie Patisson oder ein Schnitzelchen dazu, gerne auch gekochtes Ei.

Würzige Raclette-Kartoffeln aus dem Slow Cooker

Der Winter hat zugeschlagen und irgendwie gehört zu Winter für mich Raclettekäse. Supermärkte denken da übrigens ähnlich, so ab Februar ist Raclettekäse doch aus deren Angebot verschwunden, oder? Zum Glück ist dieser Käse ein bisschen haltbar, so dass um diese Jahreszeit eigentlich immer eine Packung in meinem Kühlschrank ihrer Verwendung harrt. Meistens mach ich nur Grilled Cheese Sandwiches damit, also den Käse zwischen zwei Scheiben Brot legen und dann langsam bei maximal mittlerer Temperatur braten bis das Brot knusprig braun und der Käse angenehm zerlaufen ist. Natürlich kann auch anderes damit gemacht werden, z.B. klassisches Raclette, aber dafür fehlen mir definitiv eine höhere Anzahl von Mitessern und ein Raclettegerät. Im neuen Slow Cooker-Buch von Gabi Frankemölle „Langsam kocht (überall) besser“ lachten mich dagegen ihre Raclette-Kartoffeln an, die mit den Klassikern des Raclette-Essens aufwarten: Kartoffeln, Schinken, Zwiebelchen und natürlich dem Käse. Gesehen, im Kopf durchgegangen, was ich noch brauche, an einem Mittwochmorgen vor der Arbeit schnell das kleine Schmormonster befüllt. Gut, geschrubbt hatte ich die Kartoffeln schon am Vorabend, aber das Schnippeln und Zusammenschmeißen dauerte morgens maximal 10 Minuten. Bei Kartoffeln im Slow Cooker bin ich ja immer ein bisschen skeptisch, aber hier völlig unberechtigt! Total würzige, zarte Kartoffeln, der Käse, der bis zum Boden durchläuft, wird sogar braun. Ein wirklich wunderbares Gericht!

Würzige Raclette-Kartoffeln aus dem Slow Cooker

etwas Butter
600 g kleine Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
80 g Raclettekäse
50 g Schinken
2 Frühlingszwiebeln
1 kleine Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

Slowcooker: 1,5 l
HIGH: 3,5 bis 4,5 Stunden
LOW: 8-9 Stunden

(1) Den Einsatz des Slow Cookers dünn ausbuttern.
(2) Die Kartoffeln unter fließedem Wasser gut abbürsten. In mundgerechte Stücke schneiden, je kleiner sie sind, desto schneller sind die gar (hier ca. 1,5 cm Kantenlänge). In den Slow Cooker geben.
(3) Den Käse grob reiben, den Schinken fein würfeln, die Frühlingzwiebeln putzen und in dünnere Ringe schneiden. Von jedem etwa 1/4 abnehmen und zur Seite stellen. Den Rest unter die Kartoffeln rühren. Alles gut pfeffern, aber nur leicht salzen (Schinken und Käse haben schon genug Würze),
(4) Deckel drauf und auf HIGH 3,5 bis 4,5 Stunden garen, auf LOW 8-9 Stunden.

Testen, ob die Kartoffeln gar sind. Herausnehmen und mit frischem Salat oder sauer eingelegtem Gemüse servieren.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G. (2017): Langsam kocht (überall) besser. p 20

 

Gurken-Radieschen-Kartoffelsalat mit Schnitzelchen

Kartoffelsalat muss doch sein, oder? Ich meine, wer mag denn bitte keinen Kartoffelsalat? Es gibt so viele Variationen, dass es für jeden mindestens eine passende gibt – sei es mit Mayo oder ohne, sei es exotisch oder klassisch. Mir war letztens wieder nach Kartoffeln, auch weil die Kartoffeln im Vorratsschrank nicht unbedingt frischer wurden. Und im Kühlschrank lungerte noch ein grummeliger Gurkenrest rum, der endlich verbraucht werden wollte. Und weil Frühling ist, passen auch frische Radieschen wunderbar rein, die dieses mal auch wirklich scharf waren und nicht so lasch wie sonst. Der Clou waren die vom Rezept vorgeschlagenen gerösteten Mandelblättchen – ich hätte wirklich nicht erwartet, dass sie so gut zu dem Salat passen. Für’s warme Brühedressing benutzte ich scharfen, polnischen Senf, der seinem Namen alle Ehre macht und mal locker-flockig alle Bakterien in meiner Nase und Rachen wegätzte ;-)

Ein schön frischer, frühlingshafter Salat, der bestimmt auch gut zum Grillabend passt. Ich buk mir ein paar klassische Schnitzel aus – und wie das geht, wisst ihr ja spätestens seit dieser Anleitung ;-)

Gurken-Radieschen-Kartoffelsalat

Zutaten für 2-3 Portionen:
500 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
1 Prise Kümmelkörner
1 kleine Zwiebel
3 EL Rapsöl
1/2 TL Zucker
125 ml Gemüsebrühe
1 TL scharfer Senf
1 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1/3 Salatgurke
1/2 Bund Radieschen
1/2 Bund Petersilie
2 EL Mandelblättchen

(1) Als erstes die Kartoffeln in der Schale mit der Prise Kümmel in Salzwasser gar kochen. Je nach Größe 20-40 Minuten bis sie gar sind. Abgießen und etwas auskühlen lassen.
(2) Während die Kartoffeln abkühlen, das Dressing machen. Dafür die Zwiebel häuten und fein würfeln. In einem kleinen Topf 1 EL Rapsöl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Mit Zucker bestreuen, damit er etwas karamellisiert. Mit Gemüsebrühe aufgießen und aufkochen lassen. Die Herdplatte ausstellen. Senf, Weißweinessig und restliches Öl gründlich unterrühren. Gut mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffeln pellen und in dünnere Scheiben schneiden. In einer Schüssel (in die später auch noch die Gurken und Radieschen passen müssen) die Kartoffelscheiben mit dem Dressing übergießen und vorsichtig, aber gründlich verrühren. 30 Minuten ziehen lassen.
(4) In der Zeit die Gurke und Radieschen waschen, gut trocknen. die Gurke halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Radieschen ebenso. Die Petersilie fein hacken. Die Mandelblättchen in einer trocknen Pfanne bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Dabei stehen bleiben, das geht schneller als ihr denkt – zwei Sekunden nicht aufgepasst und die Mandeln sind schwarz. Die Gurken- und Radieschenscheiben mit der Petersilie unter den Salat rühren. Ein wenig ziehen lassen, abschmecken, ob noch Salz fehlt und dann mit den Mandelblättchen bestreut servieren.

Genießen!

Quelle: nach Kartoffelsalat mit Radieschen und Gurke

Gesundes für den Kater – Gemüsetaler à la Petterson & Findus

Kennt ihr den etwas mürrischen Petterson, der in Schweden auf einem kleinen Hof mit seinem sprechenden Kater Findus lebt? Bestimmt! Es sind mit meine Lieblingsfiguren in der bunten Welt der Kinderbücher. Kennengelernt hab ich sie als Zwerg (also meine kleine Schwester) die Bücher geschenkt bekam. Und ich verliebte mich in die kleinen Figürchen, die Sven Nordqvist auf jeder Seite versteckte. Und natürlich auch in den frechen Kater, der am liebsten jeden Tag Pfannkuchentorte essen würde oder Fleischklößchen. Und da war es ja nur logisch, dass irgendwann ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der beiden nach Jahreszeiten aufgeteilt herauskommen würde.

Nun bin ich in einem Alter, in dem man nicht mehr dringend Petterson & Findus-Bücher kauft (sich aber trotzdem noch gerne die Zeichentrickserie anguckt *g*) und habe auch keine Kinder. Aber Frau Kochschlampe hat Nifften, denen sie das Buch gerne als Geschenk von unserem Rügen-Urlaub mitbringen wollte. Leider war es in dem Teil der Familie schon vorhanden. Aber ich hatte es durchgeguckt und war sehr angetan, sowohl von den Rezepten als auch den kleinen, versteckten Figürchen und habe es ihr abgekauft. Und endlich bin ich mal dazu gekommen, etwas daraus zu kochen.

Es wurden die Gemüsetaler, natürlich ein Frühlingsgericht. Ich schätze, das Essen ist eher Petterson zuzuordnen als Findus, weil der Kater doch eher einen Hang zu Pfannkuchen und nicht Gemüse hat *g* Aber ich war schon lange auf der Suche nach einem Rezept für Gemüseburger mit Kartoffeln, dass dieses Rezept sich geradezu anbot. Und tatsächlich! Die Dinger schmecken zu 90% so, wie die Lieblingsvariante aus der Tiefkühltruhe, nur der Mais fehlt (nächste Mal dann *g*). Allerdings sollte man das Rezept vorher richtig lesen. Ich wunderte mich schon wie 750 g gekochte Brokkoli-und-Möhren-Würfelchen mit 300 g Kartoffeln, nur 2 Eiern und bisschen Mehl halten sollten. Aber nee, es kommt nur ein Drittel der Gemüsemischung in den Talerteig und dann passt es auch. Ich konnte zwar keine Taler mit der Hand formen, aber mit einem Esslöffel wunderbar den Teig abstechen, der sich dann auch 1a braten ließ. und der Geschmack ist wirklich großartig! Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft sicherlich, was mit dem restlichen Brokkoli und Möhren passiert. Das hat sich die Rezeptautorin raffiniert ausgedacht, der Teil wird nämlich angebraten und zu den Gemüsetalern serviert. Vielleicht ein Versuch mehr Gemüse in Kinder zu kriegen?

Jedenfalls kann ich jedem, egal ob groß oder klein, diese Gemüsetaler ans Herz legen. Probiert sie aus! Die Erwachsenen können ja noch ein wenig pikantere Gewürze wie Chiliflocken oder Curry mit in den Talerteig geben.

Gemüsetaler à la Petterson

Zutaten für 2-3 Portionen (Erwachsene):

Für den Dip:
2 EL Mayonnaise
150 g Naturjoghurt
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch

Für die Gemüsetaler:
350 g Kartoffeln
400 g Brokkoli
250 g Möhren
Salz, Pfeffer
2 Eier
2-3 EL Mehl
4 EL Öl
Muskatnuss

(1) Als erstes den Dip zubereiten, damit er Zeit zum Ziehen hat. Dafür alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Abschmecken. Abgedeckt zur Seite stellen bis alles serviert wird.
(2) Für die Taler das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und als Salzkartoffeln in ca. 15 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen. In einer größeren Schüssel zerstampfen.
(3) Von den Karotten die Enden abschneiden, schälen und ebenso wie den Brokkoli in kleine Würfel schneiden. Wasser in einem mittelgroßen Topf aufsetzen, gut salzen und zum Kochen bringen. Die Gemüsewürfel zusammen in das kochende Salzwasser geben und sobald das Wasser kocht, 5 Minuten kochen lassen. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und 2 EL Öl darin bei mittelhoher Hitze erwärmen. Ein Drittel des gekochten Gemüses zu den gestampften Kartoffeln geben. Eier und Mehl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zu einem geschmeidigen Teig mit Hilfe eines Holzlöffels verrühren.
(5) Wenn das Öl in der Pfanne heiß ist je 1 Esslöffel des Teiges hinein geben, es kommen ca. 12 Gemüsetaler raus. Die Gemüsetaler einige Minuten bei mittelhoher Hitze von jeder Seite braten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und auf Küchenkrepp lagern, um das überschüssige Öl aufzusaugen. Den Rest des Talerteiges ebenso ausbraten. Dann die restlichen zwei Drittel der Brokkoli-Möhren-Mischung in die Pfanne  geben und bei hoher Hitze anbraten. Mit ein wenig Salz und Muskatnuss würzen.

Das angebratene Gemüse zusammen mit den Talern und dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Tüllmann, A. (Rezepte), Nordqvist, S. (Bilder) (2004): Kochen mit Petterson und Findus. Verlag Friedrich Oetinger. Hamburg. p 15

Comfort Food aus Deutschlands Westen – Endivienuntereinander

Wenn wir schon mal beim Thema „Regionales Comfort Food“ sind, möchte ich Euch diesmal eine Kartoffelbreivariante mit Salat vorstellen. Ja, genau, das wird Salat unter den Kartoffelbrei gerührt. Aber jetzt kein aromaarmer Eisbergsalat, sondern angenehm bitter schmeckende Endivie.

Kennt ihr nicht? Kannte ich bis vor Kurzem auch nicht, weil sie in den von mir regelmäßig aufgesuchten Supermärkten nicht verkauft wurde. Endivie gehört zu den Wegwartengewächsen und ist ein Salat, der ab dem Spätsommer geerntet, aber auch in Wintervarianten angebaut wird. Wild kommt die Rosettenpflanze (sprich sie bildet keinen typischen Salatkopf aus) im Mittelmeerraum vor, wo sie auch schon seit der Antike kultiviert wird, wird aber vor allem in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Deutschland und der Schweiz angebaut. Angeblich sollen hier in Deutschland fünf bis acht Sorten im Handel zu bekommen sein, aber irgendwie nicht in meiner Ecke …

Aber letztens sah ich schöne große Salatgebilde, die mit Endivie ausgeschildert waren! Yeah! Sofort mit eingesackt und zu Hause stand ich dann: Was machste jetzt damit? Schnell bei Twitter und Facebook nachgefragt und tatsächlich einige Vorschläge bekommen: als simpler Salat mit Essig-Öl-Dressing, als Endiviengemüse in der Pfanne oder eben unter Kartoffelbrei gemischt (entweder roh oder gegart). So viele Möglichkeiten, da ist ein Salat ja gar nicht genug *g* Ich entschied mir für die Salatvariante mit einem Knoblauch-Senf-Dressing und dann eben eine Untereinanderversion, in der ich den Salat kurz mit knusprig ausgelassenem Speck gare, mit ein wenig Essig abschmecke und so unter den Kartoffelbrei rühre.

Und ich muss sagen, das Zeug schmeckt extrem großartig! Die rauchige Note vom Speck mit dem leichten Bitter des Salats, der eine nette säuerliche Essignote hat und dazu die Cremigkeit des Kartoffelbreis. Ernstlich toll! Wird es öfter geben, wenn die Endivie Saison hat! Die vegetarischen Leser lassen einfach den Speck weg, schmeckt immer noch richtig gut!

Endivienuntereinander

Zutaten für 2 Portionen:
6-8 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend oder mehligkochend)
Salz
50 g Schinkenspeck
Schluck neutrales Öl
1/4 Kopf Endiviensalat
Pfeffer
2-3 TL Weißweinessig
Milch

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. Mit kaltem Wasser bedecken, salzen und aufkochen lassen. So lange bei mittlerer Hitze garen, bis die Kartoffeln gar sind.
(2) Währenddessen den Schinkenspeck in kleine Würfel schneiden. Mit einem kleinen Schluck Öl in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze langsam aus- und knusprig werden lassen.
(3) Den Salat waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden. Wenn der Speck knusprig ist, die Endivienstreifen unterrühren und kurz garen lassen bis der Salat zusammen gefallen ist. Ein wenig salzen, pfeffern und mit dem Essig säuerlich abschmecken. Pfanne zur Seite stellen.
(4) Die Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Auf der ausgeschalteten Platte die Kartoffeln mit der Milch zu Kartoffelbrei stampfen. Die Endivien-Speck-Mischung gut unterrühren. Nachjustieren – Fehlt noch Salz oder etwas Essig?

Servieren. Dazu passt ein Spiegelei, Bratwurst, Schnitzelchen.

Genießen!

Quelle: Angaben von verschiedenen Twitter- und Facebook-Nutzern

Norddeutsche Spezialität – Labskaus

 

Obwohl ich in Rostock geboren und aufgewachsen bin, also eindeutig in Norddeutschland, kenne ich kaum richtig norddeutsche Gerichte. Könnte daran liegen, dass Frau Mamas Familie aus der Magdeburger Ecke und von Herrn Papas Seite bekannterweise aus Ungarn. Außerdem wurde ich im Kindergarten und ersten Jahre der Schule zu DDR-Zeiten fremdversorgt. Wobei es da auch ein paar Mecklenburger Sachen gab, wie meine geliebte Grützwurst. Bei selbstgekochten Sachen fast keine Chance echte norddeutsche Küche zu erleben. Also muss ich selbst ran: recherchieren und ausprobieren.

Ein Klassiker ist ja Labskaus. Viele gruseln sich davor, weil der Hauptbestandteil des Gericht leider wirklich eher wie schonmal gegessen Pamps aussieht. Aber wenn man sich davon nicht abschrecken lässt, wird man überrascht. Es ist ein Kartoffelbrei, der mit feinst zerkleinerter Roter Bete und Corned Beef vermischt wird und dazu gibt es Spiegelei und etwas vom Hering wie Rollmops. Es soll ein typisches Gericht der Seefahrer früher gewesen sein, als es noch keine so effizienten Kühlmöglichkeiten wie heutzutage gab. Kartoffeln und Rote Bete sind gut lagerfähig und Corned Beef ist auch sehr haltbar gemachtes Rindfleisch, so dass es die letzten Sachen waren, die auf Reisen übrig waren und zusammen geschmissen wurden. Die Gelehrten sind sich nicht einig, wie authentisch der Fisch als Beilage war, weil einige der Meinung sind, dass die Seemänner eh schon andauernd Fisch aßen und dementsprechend wahrscheinlich keine Lust auf Rollmops und Konsorten hatten.

Unsere norddeutsch-ungarische Familie mag das Gericht aber sehr gerne – cremig würziger Kartoffelbrei, der eine nette süße Note durch die Rote Bete und Gewürzgurken enthält. Und irgendwie bringen das Spiegelei und der Rollmops mit seiner Säure das ganze Essen zur Perfektion! Es gibt verschiedene Zubereitungsweisen, aber diese sehr einfache, unkomplizierte passt für uns.

Auch die nicht norddeutschen Leser, probiert es ruhig aus und lasst Euch nicht vom Aussehen des Gerichts abschrecken. Echtes Comfort Food sieht doch nie ansprechend aus, oder? ;-)

Hamburger Labskaus

Zutaten für 4 Portionen:
750 g Kartoffeln
500 g geschälte, gegarte Rote Bete
250 g Corned Beef
3-4 Gewürzgurken
4-6 EL Gewürzgurkenflüssigkeit
Salz, Pfeffer
4 Eier
Schluck Öl
4 Rollmöpse

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. In einem Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und so langen kochen, bis sie gar sind.
(2) Währenddessen die Rote Bete kleiner schneiden und zusammen mit dem grob geschnittenen Corned Beef und Gewürzgurken in einem Mixer fein zerkleinern. Das Ganze mit der Gewürzgurkenflüssigkeit auflockern und mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffeln abgießen und grob stampfen. Die Rote Bete-Corned Beef-Mischung dazu geben, gut durchrühren und auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen.
(4) Während das geschieht das Öl in einer großen Pfanne bei mittelhoher Hitze warm werden lassen. Die vier Eier hinein geben und bei mittlerer Hitze zu Spiegeleiern braten.

Zum Servieren den Kartoffel-Rote Bete-Brei auf den Tellern verteilen, das Rührei und einen Rollmops dazu geben.

Genießen!

Quelle: nach Für jeden Tag 03/2008 – Hamburger Labskaus

Der Rest des Tages bei den Eltern war auch sehr entspannt. Irgendwie bekamen wir den Hut, den Frau Mama zu ihrer Hochzeit trug in die Hände. Immer noch sehr hübsch, aber mir leider zu klein *g* Frau Mama war 1978 übrigens Trendsetter mit ihrem Hut im ungarischen Heimatdorf, danach kamen noch etliche Bräute, die auf einmal Hut auf dem Kopf hatte :-D

Für den Abend hatte ich mir Fondue gewünscht, da wir es weder zu Weihnachten noch Silvester gemacht hatten. Es war wieder wunderbar entspannt und köstlich!

Als gesunde Beilage hatte ich einen Salat aus ofengeröstetem Gemüse gemacht (auf 1 Uhr), den ich dringend nochmal basteln und verbloggen muss, weil er wirklich so köstlich war!

Ach, ich liebe es bei der Familie zu sein!

%d Bloggern gefällt das: