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Comfort Food aus Deutschlands Westen – Endivienuntereinander

Wenn wir schon mal beim Thema „Regionales Comfort Food“ sind, möchte ich Euch diesmal eine Kartoffelbreivariante mit Salat vorstellen. Ja, genau, das wird Salat unter den Kartoffelbrei gerührt. Aber jetzt kein aromaarmer Eisbergsalat, sondern angenehm bitter schmeckende Endivie.

Kennt ihr nicht? Kannte ich bis vor Kurzem auch nicht, weil sie in den von mir regelmäßig aufgesuchten Supermärkten nicht verkauft wurde. Endivie gehört zu den Wegwartengewächsen und ist ein Salat, der ab dem Spätsommer geerntet, aber auch in Wintervarianten angebaut wird. Wild kommt die Rosettenpflanze (sprich sie bildet keinen typischen Salatkopf aus) im Mittelmeerraum vor, wo sie auch schon seit der Antike kultiviert wird, wird aber vor allem in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Deutschland und der Schweiz angebaut. Angeblich sollen hier in Deutschland fünf bis acht Sorten im Handel zu bekommen sein, aber irgendwie nicht in meiner Ecke …

Aber letztens sah ich schöne große Salatgebilde, die mit Endivie ausgeschildert waren! Yeah! Sofort mit eingesackt und zu Hause stand ich dann: Was machste jetzt damit? Schnell bei Twitter und Facebook nachgefragt und tatsächlich einige Vorschläge bekommen: als simpler Salat mit Essig-Öl-Dressing, als Endiviengemüse in der Pfanne oder eben unter Kartoffelbrei gemischt (entweder roh oder gegart). So viele Möglichkeiten, da ist ein Salat ja gar nicht genug *g* Ich entschied mir für die Salatvariante mit einem Knoblauch-Senf-Dressing und dann eben eine Untereinanderversion, in der ich den Salat kurz mit knusprig ausgelassenem Speck gare, mit ein wenig Essig abschmecke und so unter den Kartoffelbrei rühre.

Und ich muss sagen, das Zeug schmeckt extrem großartig! Die rauchige Note vom Speck mit dem leichten Bitter des Salats, der eine nette säuerliche Essignote hat und dazu die Cremigkeit des Kartoffelbreis. Ernstlich toll! Wird es öfter geben, wenn die Endivie Saison hat! Die vegetarischen Leser lassen einfach den Speck weg, schmeckt immer noch richtig gut!

Endivienuntereinander

Zutaten für 2 Portionen:
6-8 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend oder mehligkochend)
Salz
50 g Schinkenspeck
Schluck neutrales Öl
1/4 Kopf Endiviensalat
Pfeffer
2-3 TL Weißweinessig
Milch

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. Mit kaltem Wasser bedecken, salzen und aufkochen lassen. So lange bei mittlerer Hitze garen, bis die Kartoffeln gar sind.
(2) Währenddessen den Schinkenspeck in kleine Würfel schneiden. Mit einem kleinen Schluck Öl in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze langsam aus- und knusprig werden lassen.
(3) Den Salat waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden. Wenn der Speck knusprig ist, die Endivienstreifen unterrühren und kurz garen lassen bis der Salat zusammen gefallen ist. Ein wenig salzen, pfeffern und mit dem Essig säuerlich abschmecken. Pfanne zur Seite stellen.
(4) Die Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Auf der ausgeschalteten Platte die Kartoffeln mit der Milch zu Kartoffelbrei stampfen. Die Endivien-Speck-Mischung gut unterrühren. Nachjustieren – Fehlt noch Salz oder etwas Essig?

Servieren. Dazu passt ein Spiegelei, Bratwurst, Schnitzelchen.

Genießen!

Quelle: Angaben von verschiedenen Twitter- und Facebook-Nutzern

Norddeutsche Spezialität – Labskaus

 

Obwohl ich in Rostock geboren und aufgewachsen bin, also eindeutig in Norddeutschland, kenne ich kaum richtig norddeutsche Gerichte. Könnte daran liegen, dass Frau Mamas Familie aus der Magdeburger Ecke und von Herrn Papas Seite bekannterweise aus Ungarn. Außerdem wurde ich im Kindergarten und ersten Jahre der Schule zu DDR-Zeiten fremdversorgt. Wobei es da auch ein paar Mecklenburger Sachen gab, wie meine geliebte Grützwurst. Bei selbstgekochten Sachen fast keine Chance echte norddeutsche Küche zu erleben. Also muss ich selbst ran: recherchieren und ausprobieren.

Ein Klassiker ist ja Labskaus. Viele gruseln sich davor, weil der Hauptbestandteil des Gericht leider wirklich eher wie schonmal gegessen Pamps aussieht. Aber wenn man sich davon nicht abschrecken lässt, wird man überrascht. Es ist ein Kartoffelbrei, der mit feinst zerkleinerter Roter Bete und Corned Beef vermischt wird und dazu gibt es Spiegelei und etwas vom Hering wie Rollmops. Es soll ein typisches Gericht der Seefahrer früher gewesen sein, als es noch keine so effizienten Kühlmöglichkeiten wie heutzutage gab. Kartoffeln und Rote Bete sind gut lagerfähig und Corned Beef ist auch sehr haltbar gemachtes Rindfleisch, so dass es die letzten Sachen waren, die auf Reisen übrig waren und zusammen geschmissen wurden. Die Gelehrten sind sich nicht einig, wie authentisch der Fisch als Beilage war, weil einige der Meinung sind, dass die Seemänner eh schon andauernd Fisch aßen und dementsprechend wahrscheinlich keine Lust auf Rollmops und Konsorten hatten.

Unsere norddeutsch-ungarische Familie mag das Gericht aber sehr gerne – cremig würziger Kartoffelbrei, der eine nette süße Note durch die Rote Bete und Gewürzgurken enthält. Und irgendwie bringen das Spiegelei und der Rollmops mit seiner Säure das ganze Essen zur Perfektion! Es gibt verschiedene Zubereitungsweisen, aber diese sehr einfache, unkomplizierte passt für uns.

Auch die nicht norddeutschen Leser, probiert es ruhig aus und lasst Euch nicht vom Aussehen des Gerichts abschrecken. Echtes Comfort Food sieht doch nie ansprechend aus, oder? ;-)

Hamburger Labskaus

Zutaten für 4 Portionen:
750 g Kartoffeln
500 g geschälte, gegarte Rote Bete
250 g Corned Beef
3-4 Gewürzgurken
4-6 EL Gewürzgurkenflüssigkeit
Salz, Pfeffer
4 Eier
Schluck Öl
4 Rollmöpse

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. In einem Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und so langen kochen, bis sie gar sind.
(2) Währenddessen die Rote Bete kleiner schneiden und zusammen mit dem grob geschnittenen Corned Beef und Gewürzgurken in einem Mixer fein zerkleinern. Das Ganze mit der Gewürzgurkenflüssigkeit auflockern und mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffeln abgießen und grob stampfen. Die Rote Bete-Corned Beef-Mischung dazu geben, gut durchrühren und auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen.
(4) Während das geschieht das Öl in einer großen Pfanne bei mittelhoher Hitze warm werden lassen. Die vier Eier hinein geben und bei mittlerer Hitze zu Spiegeleiern braten.

Zum Servieren den Kartoffel-Rote Bete-Brei auf den Tellern verteilen, das Rührei und einen Rollmops dazu geben.

Genießen!

Quelle: nach Für jeden Tag 03/2008 – Hamburger Labskaus

Der Rest des Tages bei den Eltern war auch sehr entspannt. Irgendwie bekamen wir den Hut, den Frau Mama zu ihrer Hochzeit trug in die Hände. Immer noch sehr hübsch, aber mir leider zu klein *g* Frau Mama war 1978 übrigens Trendsetter mit ihrem Hut im ungarischen Heimatdorf, danach kamen noch etliche Bräute, die auf einmal Hut auf dem Kopf hatte :-D

Für den Abend hatte ich mir Fondue gewünscht, da wir es weder zu Weihnachten noch Silvester gemacht hatten. Es war wieder wunderbar entspannt und köstlich!

Als gesunde Beilage hatte ich einen Salat aus ofengeröstetem Gemüse gemacht (auf 1 Uhr), den ich dringend nochmal basteln und verbloggen muss, weil er wirklich so köstlich war!

Ach, ich liebe es bei der Familie zu sein!

Französischer Salat zu Heiligabend oder jede andere Party

Wir haben zwar schon Februar, aber weiter geht es jetzt mit der Festtagsberichterstattung, weil da doch einige Gerichte bei waren, die ich der geneigten Leserschaft vorstellen möchte.

Frau Mama beschloss, dass es Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen geben soll, weil das so schön unaufwendig ist. Nun gut, mir ist es etwas zu wenig feierlich, aber wer bin ich Frau Mama zu widersprechen ;-) Aber damit wenigstens ein bisschen blogbares Material rumkommt, einigten wir uns auf unseren Familienkartoffelsalat und Französischen Salat, den ich nur von ungarischen Feierlichkeiten wie Geburtstags- oder Schulabschlussfesten im Familienkreis kenne. Früher fand ich ihn nicht so prickelnd, mir war es immer zu viel Mayonnaise, die den Geschmack von den ganzen anderen, einfachen aber durchaus köstlichen Zutaten überdeckt hat. Aber seit ich mich so ein bisschen an Mayo gewöhnte, meine eigene gelingsichere, eifreie Version mache und die Zutaten alle frisch vorbereite, mag ich den auch sehr gerne. Nur die Familie musste noch mit einem Praxistest überzeugt werden …

Das Rezept habe ich ein wenig abgewandelt nach dem überaus geschätzten „Österreich vegetarisch“, indem ich noch ein bisschen Apfel ergänzte (ja, ist in der Variante meiner Cousine tatsächlich drin) und ein bisschen an den Mengen der Zutaten schraubte. Sie erschienen mir doch ein bisschen zu wenig für vier Portionen … Es ist einfach und schnell zubereitet, die geneigte Leserschaft sollte nur ein wenig Zeit zum Durchziehen einplanen. Dann schmeckt der französische Salat einfach besser! Frau Mama und ich waren begeistert, der Rest der Mischpoke hielt sich lieber an den Familienkartoffelsalat *g*

Und so sah ein Ausschnitt der Realität an Heiligabend bei uns aus: Schüssel mit Rest Französischem Salat und einer großen Schüssel von Herrn Papa ausgebackenen Schnitzelchen :-)

Französischer Salat

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Dressing:
1 Portion eifreie Mayonnaise
Spritzer Worcestersauce
1 EL Schmand
Salz, Pfeffer

Für den Salat:
ca. 250 g gekochtes Gemüse in Würfel geschnitten
(z.B. Karotten, Petersilienwurzeln, Sellerie)
ca. 200 g festkochende Kartoffeln, gekocht, gepellt, in Würfel
1/2 Apfel, gewürfelt
4 EL TK-Erbsen, kurz gekocht
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitrone

Zum Garnieren:
Cocktailtomaten
Kresse

(1) Die Mayonnaise zubereiten. Dann die Mayo mit dem Schmand und der Worcestersauce vermischen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.
(2) Das Gemüse mit den Kartoffeln, Apfelwürfeln und Erbsen vermischen, die Salatsauce unterrühren. Eventuell mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
(3) Etwas ziehen lassen. Mit Kresse und Tomätchen garnieren.

Dazu passen Frikadellen jeglicher Couleur, Paniertes aus Fleisch oder Gemüse.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkirchner, M. (2012): Österreich vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p222

Den Rest des Abends verbrachten wir gemütlich: neben dem obligatorischen Weihnachtsmärchen, probierten wir Zwergs Geschenk aus *g* Ein spaßiges Spiel, dass wir als Kinder in Ungarn schon liebten :-)

Unkompliziert perfekt winterlich: Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Die Zeit der Eintöpfe und Schmorgerichte ist schon seit ein paar Wochen über uns und was passt das besser als den kleinen Slowcooker wieder rauszuholen. Aber so wirklich weit weg war er bei mir auch in der warmen Jahreszeit nicht, weil mir die Schmormonster doch so einiges an Kraft und Zeit spart.

Jetzt im Winter ist es offensichtlich vorbei mit der herrlichen Pracht an frischem Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Tomaten, die leeren Töpfe auf dem Balkon sehen schon traurig vereinsamt aus. Aber dafür gibt es die anderen leckeren Lagergemüse wie diverse Kohl- oder Kürbissorten. Warum also nicht nutzen und leckere Schmorgerichte daraus zaubern.

Im „Slowcooker für 2“ ist ein Rezept enthalten, dass mich frappierend an den geliebten Hackschmorkohl erinnert, nur dass die Kartoffeln schon drin sind und die Würzung sich eher am Balkan orientierte mit Ajvar und Paprikapulver. Prinzipiell ist es auch schnell zusammen gestellt. Wer jetzt morgens aber nicht zu solche koordinativen Leistungen wie unfallfreies Kartoffelhobeln fähig ist, kann die Zutaten schon am Abend vorher vorbereiten, kühl zwischenlagern und am Morgen schnell in den Einsatz geben und anstellen.

Und nach der Arbeit (oder Ausflug, Gartenarbeit etc.) wird man mit einem wunderbar würzigen, sättigenden Eintopf, der herrlich von innen wärmt, belohnt.

Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 größere Portionen:
1 EL Butter
200 g Kartoffeln
200 g Weiß- oder Spitzkohl
Salz, Pfeffer
1 Prise Kümmel
1/2 bis 1 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Öl
250 g Hack
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
125 ml Wasser
50 g Ajvar

Zum Servieren:
50 g Feta

Slowcooker: 1,5 l
Stufe und Zeit: 6-6,5h auf LOW oder 3,5h auf HIGH

(1) Zuerst den Einsatz des Slowcookers mit der Butter einfetten.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen und in 2 mm dünne Scheiben hobeln. In den Keramikeinsatz schichten, leicht salzen und pfeffern. Den Kohl in ca. 3 mm dicke Streifen schneiden, mit Salz, Pfeffer und Kümmel etwas durchkneten und auf die Kartoffeln geben.
(3) Zwiebel und Knoblauch häuten. Zwiebel fein würfeln, Knoblauch durch die Presse drücken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack mit Zwiebel und Knoblauch darin krümelig braten. Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen und in den Slowcooker auf die Kohlstreifen geben.
(4) Das Wasser gut mit dem Ajvar verrühren und über den Kohltopf gießen.
(5) Deckel aufsetzen und auf HIGH ca. 3,5 Stunden garen lassen.
(6) Den Feta über das Hack krümeln und servieren.

Genießen!

Quelle: Westphal, U., Frankemölle, G. (2015): Slowcooker für 2. p 55

Unglaublich gut! – Ungarisches Kartoffelgemüse mit Kovászos uborka

 

Noch ist Sommer und in Ungarn werden bestimmt noch fleißig Kovászos uborka gemacht, die während der heißen Monate in jedem ungarischen Kühlschrank zu finden sind. Dort ist das Wetter aber auch stabil wärmer, so dass auch mehrere Produktionen hintereinander weg möglich sind. Hier in Deutschland freue ich mich über jedes stabilere Hoch, dass Temperaturen von mindestens 25°C über mehrere Tage bringt, damit ich meine heißgeliebten Kovi ubi ansetzen kann. Wie jetzt zum Beispiel *g*

Aber wenn die Gürkchen dann fertig fermentiert sind, was damit anstellen, außer als saure Beilage zu Gulasch und Konsorten zu essen? Meine Quelle der Inspiration in Bezug auf modernisierte ungarische Küche ist sehr häufig der Blog „Chili & Vanilia“ von Zsófi Mautner, die mittlerweile auch Kochbücher schreibt, Herausgeberin ist, Kochvorführungen gibt und überhaupt kulinarisch sehr vielseitig interessiert. Sie versucht die traditionelle ungarische Küche ein wenig zu modernisieren, was ihr gut gelingt, wie ich finde.

Sie zeigte Anfang des Sommers ein Kartoffelgemüse, das mit den Kovi ubi verfeinert wurde und zum Knuspern mit einer Portion Paprikawurst-Krümel bestreut wurde. Uuh! Was für eine Idee! Kartoffelgemüse mag ich eh und dann noch die Gürkchen mit ihrem speziellen Geschmack. Aiaiaiai! Das muss ausprobiert werden!

Wurde es auch und war ein voller Erfolg! Meine Güte ist das Zeug lecker! Cremiges, leicht saures Gemüse, das wunderbar frisch schmeckt durch den Schmand und den Dill, dazu das Knusprige der Wurstkrümel, die mit ihrer geräucherten Note das gewisse Etwas zum Gemüse bringen. Der Vegetarier an sich lässt die Wurstkrümel natürlich weg, aber ich würde dann, glaub ich, Brot mit geräuchertem Paprikapulver, Olivenöl, Majoran schreddern und in einer Pfanne anbraten bis es knusprig ist. So ähnlich wie die Italiener Pangrettato für ihre Pasta basteln.

Aber auf alle Fälle, wenn ihr solche Gurken daheim habt oder welche kaufen könnt (gibt es als Salz-Dill-Gurken o.ä. mit Milchsäuregärung von Hengstenberg oder Spreewald Gurken zu kaufen), macht dieses Gemüse als Hauptgericht zum Mittag! Dringend!

Ungarisches Kartoffelgemüse mit Sommergurken und Kolbászkrümel

Zutaten für 3 Portionen:

Für die Kolbászkrümel:
2-3 Scheiben Roggenbrot
75 g weichere Kolbász
(oder spanische Chorizo)

30 g Butter
2 Knoblauchzehen
750 g neue Kartoffeln
400 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
150 ml Saure Sahne/Schmand
200 g Kovászos uborka
1 Bund Dill
1/2 TL Rohrzucker
1 EL guter Essig

(1) Als erstes die Kolbászkrümel vorbereiten. Dafür den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Brotscheiben in kleine Würfel schneiden. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und in 10 Minuten goldbraun rösten. Dabei ein Auge darauf haben, dass sie nicht verbrennen. Währenddessen die Haut von der Kolbász (oder Chorizo) ziehen und in kleine Würfel schneiden. In einer Pfanne bei mittelhoher Hitze das Fett anbraten und das Fett auslassen. Die Brotwürfel dazu geben und gut verrühren und noch ein bisschen weiterbraten bis die Brotwürfel das würzige Fett aufgesogen haben. Zur Seite stellen.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Die Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in 1/2 cm große Würfel schneiden. Die eingelegten Gurken ebenfalls in 1/2 cm große Würfel. Den Dill fein hacken.
(3) Die Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen und die Knoblauchwürfelchen bei mittelhoher Hitze andünsten, aber nicht braun werden lassen. Die Kartoffelwürfel zugeben und gut unterrühren. Mit soviel Gemüsebrühe aufgießen, dass die Kartoffelwürfel nicht ganz bedeckt sind. Salzen, pfeffern und das Lorbeerblatt dazu geben. Deckel drauf und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
(4) Ein Drittel der Kartoffeln mit 1-2 EL Kochflüssigkeit mit Hilfe eines Stabmixers fein pürieren. Ja, das sieht aus wie Kleister, dient dem Andicken des Gemüses, weil es wieder untergerührt wird und fällt beim Essen nicht auf.
(5) Den Topf vom Herd nehmen und sowohl die glattgerührte Saure Sahne als auch die Gurkenwürfel und Dill unterrühren. Nicht mehr kochen lassen, weil sonst die Saure Sahne unschön ausflockt. Zum Schluss mit ein wenig Zucker und Essig abschmecken. Lauwarm oder kalt servieren. Zum Schluss mit den Kolbászkrümeln bestreuen.

Genießen!

Quelle:Chili & Vanilia“ – Kovászos uborkás újburgonyafözelék kolbászmorzsával

Zufällig tauglich zu Karfreitag – Fisch im Bierteig

Karfreitag – hoher christlicher Feieretag, an dem traditionell Fisch gegessen wird, bloß kein Fleisch, von wegen Jesus ist für unser aller Sünden gestorben. Nun bin ich ja nordostdeutscher Heide und dementsprechend sind mir (und dem Rest der Mischpoke) religiöse Essensvorschriften ziemlich egal. Aber Frau Mama hatte ausversehen 2,5 kg Dorschfilet gekauft, von denen ein Großteil noch den elterlichen Tiefkühlschrank blockierte. Und Fisch hatte ich schon lange nicht mehr und ist ja auch gesund, nicht? Also vorgeschlagen, ob wir nicht Dorsch im Ausbackteig machen wollten und dazu Kartoffelsalat. Nun hatte ich noch keine Idee, was in so einen Teig in welchem Verhältnis rein kommt, aber die Eltern haben das „Fish-Basics“ von Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut und darin fand sich ein schön einfaches Rezept für Bierteig.

Der Teig ist schnell zusammen gerührt und während er vor sich hin quillt, kann bequem der Fisch vorbereitet werden. Dabei ist wirklich wichtig, ihn in mundgerechte Stücke zu schneiden und nicht versuchen ganze Fischfilets auszubacken, weil diese beim Umdrehen sehr leicht auseinander brechen. So kleine Happen sind ideal! Der Fisch wird ganz kurz vorher mit Zitrone mariniert und etwas gesalzen und dann in den Teig gegeben. Aus dem Teig dann die Fischstückchen fischen und portionsweise im tiefen Öl ausbacken. Und das geht mal richtig fix, maximal fünf Minuten mit einmal umdrehen und schon kann man sie auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Klassiker dazu sind ja Pommes, wie bei den britischen Fish & Chips, aber auf soviel Arbeit hatte ich keine Lust, also bastelten Frau Mama und ich entspannt den Schwäbischen Kartoffel-Gurken-Salat mit Schmorzwiebeln. Passte wunderbar, knusprig-zarter Fisch mit leicht säuerlich-süßlichem Kartoffelsalat. Wird es wohl öfter geben! :-)

Fisch im Bierteig

Zutaten für 4 Portionen:
200 g Mehl
1/4 l Bier
1-2 Eier (Größe M)
800 g festfleischige Fischfilets (z.B. Kabeljau/Dorsch, Seelachs)
Saft 1/2 kleinen Zitrone
Salz

einen tiefen Topf
neutrales, hocherhitzbares Öl zum Ausbacken

(1) Das Mehl mit dem Bier und den Eier in einer größeren Schüssel mit einem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren. 30 Minuten zur Seite stellen und quellen lassen.
(2) Die Fischfilets waschen, trocknen, eventuell letzte Gräten entfernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem Zitronensaft und etwas Salz würzen. Alles in den gequollenen Teig geben. Einen Teller oder Schüssel mit Küchenkrepp auslegen. Ofen auf 50°C vorheizen.
(3) In einem tiefen Topf (Vorwarnung: es wird etwas spritzen.) das Öl (hier ca. 500 ml) erhitzen. Das Öl hat die richtige Temperatur, wenn an einem Holzstäbchen (oder Holzkochlöffel), der ins Öl gehalten wird, kleine Bläschen enthusiastisch aufsteigen. Portionsweise die Fischfiletstückchen in das heiße Öl geben und von einer Seite goldbraun braten, vorsichtig umdrehen und von der zweiten Seite ebenfalls goldbraun braten. Dabei die Temperatur auf mittel bis mittelhoch lassen. Die fertigen Stückchen mit einem Schaumlöffel aus dem Öl holen, gut abtropfen lassen und auf dem Küchenkrepp zwischenparken. Die Schüssel mit dem fertigen Fisch im Ofen warm halten. So nach und nach alle Fischstücken ausbacken. Dabei immer wieder neue Lagen Küchenkrepp benutzen.

Zusammen mit dem Kartoffelsalat oder Pommes servieren.

Genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2006): Fish-Basics. Gräfe und Unzer. München

Sonntagsabendbrot – Schnelle, ungarische Kartoffelplätzchen

Sonntagabend – zugleich die schlimmste und die schönste Zeit der Woche. Ich schwanke immer zwischen „Wie jetzt? Das Wochenende ist schon vorbei?“ und „Yeah, was mag die neue Woche wohl Spannendes bringen?“. Ich finde, das ist die perfekte Zeit, um sich noch eine Kleinigkeit zu gönnen. Eben nicht nur schnödes Brot mit ’ner Käsescheibe drauf. Schon früher gab es sonntags sehr oft überbackene Schnitten zum Sonntagsabendbrot, also eine Brotscheibe belegt mit Salami, Kochschinken o.ä., dann ein wenig Obst drauf (Äpfelchen, Banane) und zum Schluss Käse. Das ganze wurde im Ofen überbacken und zur Perfektion gebracht mit ein paar Spritzern Worchestershiresauce *hach*

In ganz seltenen Fällen, wenn wir wirklich viel zu viele Kartoffeln zum Mittag gekocht hatten, wurden auch ungarische Kartoffelplätzchen gemacht, an die ich mich letztens wieder erinnerte, als etliche Kartoffeln übrig blieben. Zum Glück haben die meisten die Zutaten alle im Vorratsschrank: Salz, Ei, Mehl. Und so knetete ich vor zwei Wochen spontan den Teig. Weil es so wenig Kartoffeln waren nur mit einem Eigelb, wenn die geneigte Leserschaft das ganze mit mehr Ausgangsmaterial macht, könnt ihr natürlich ein ganzes Ei (und nicht zwei Eigelbe) verwenden. Die Mehlmenge richtet sich immer nach der Restfeuchtigkeit der Kartoffeln und der Größe des Eis. Ihr werdet schon beim Kneten merken, wann der Teig fertig ist und genug zusammenhält, um ausgestochen zu werden. Dabei ist aber wichtig nicht zu viel und intensiv zu kneten, weil der Teig sonst zäh und wieder klebrig wird. Das Ausrollen und Ausstechen geht auch schnell, das Braten dauert nicht ewig. Alles in allem habe ich für mein Essen vom ersten Zermanschen der Kartoffeln bis Hinsetzen-zum-Essen vielleicht 20 Minuten gebraucht. Und ich liebe diese Dinger! Zart, kartoffelig, fluffig und knusprig. Perfekte Resteverwertung und perfekter Wochenabschluss! *hach*

Gibt es bei Euch besondere Abendbrote? Welche Familientraditionen habt Ihr?

Krumplipogácsa – Ungarische Kartoffelplätzchen

Zutaten für 1 große Portion:
3-4 Kartoffeln, als Salzkartoffeln vorgekocht, abgekühlt
1 Eigelb
Salz
Prise Muskatnuss
3-5 EL Mehl
neutrales Öl zum Ausbacken

Mehl zum Bestäuben der Arbeitsfläche

Zum Servieren:
Zucker und/oder Apfelmus
oder
Salz

(1) Als erstes alles bereit stellen. Die Pfanne auf den Herd stellen. Nudelholz und ein mittelgroßes Brett (hier aus dünnem Plastik) bereit legen. Ein Glas mit kleinerem Durchmesser oder einen runden Keksausstecher raussuchen.
(2) Die abgekühlten Kartoffeln mit einer Gabel fein zerdrücken. Mit Salz, Muskatnuss würzen und das Eigelb dazu geben. Nach und nach das Mehl zugeben und den Teig mit der Hand verkneten bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist, der gut zusammen hält und sich ausrollen lässt. Vielleicht braucht ihr nicht das gesamte Mehl oder etwas je nachdem wie groß Euer Eigelb ist oder wie feucht die Kartoffeln noch waren.
(3) Soviel Öl in die Pfanne geben, dass der Boden bedeckt ist. Die Kartoffelplätzchen müssen nicht schwimmen. Auf mittelhoher Hitze heiß werden lassen.
(4) Den Teig auf dem gut bemehlten Brettchen etwa 0,5-1cm dick ausrollen. Die Plätzchen ausstechen. Wenn Teig übrig bleibt, kurz neu verkneten und wieder ausstechen bis der gesamte Teig verbraucht ist.
(5) Die ausgestochenen Plätzchen in das heiße Öl geben, es sollte etwas zischen und Bläschen am Rand zu sehen sein. Von beiden Seiten goldbraun braten lassen. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Entweder pur mit Salz (ungarische Variante) oder mit Zucker und Apfelmus (deutsche Version) servieren.

Genießen!

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