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Kindheitserinnerungen: Nudeln mit DDR-Tomatensoße

Ein großer Teil meines Repertoires an Comfort Food besteht aus Kindheitsessen. Sehr gerne erinnere ich mich an die Möhrensuppe meiner deutschen Oma, von der sie immer einen großen Topf kochen musste, wenn sie bei uns zu Besuch war. Und der Topf war abends immer leer! Auch Frau Mamas Spinat oder unser Senfei liebe ich immer noch sehr und werden sehr regelmäßig von mir gekocht, wenn etwas doof war. Als ich klein war, hat Frau Mama eigentlich nur am Wochenende gekocht, weil wir ja in Kindergarten und Schule fremdversorgt wurden. Und auch daran habe ich einige schöne Erinnerungen, auch wenn andere behaupten, dass das Essen in der Schulspeisung oder Kantine ganz furchtbar war. So mochten Susi und ich auch dort den Spinat mit Rührei und Kartoffeln und wir suchen heute noch nach dem Rezept für die braune Soße, die es zum panierten Fisch gab. Neben Frau Mamas Heringssalat war das die einzige Form, wie ich früher Fisch zu mir genommen habe. Die Kochklopse waren ebenfalls großartig! Und auch die Nudeln mit Tomatensoße habe ich geliebt. Davon gab es zwei Versionen, einmal Nudeln mit purer Tomatensoße und dazu ein Stück panierte Jadgwurst, das sogenannte Jägerschnitzel. In der zweiten Version war die Wurst gleich in der Tomatensoße. Das praktische daran, dass dafür auch gut Wurstreste genutzt werden konnten. Beiden Tomatensoßen gemein war, dass der Hauptbestandteil Ketchup in eine Soße auf Mehlschwitzen-Basis gegeben wurde. Hört sich seltsam an, aber hat geschmeckt. Und genau diese Tomatensoße mit Wurst drin, möchte ich Euch heute auf der kulinarischen Weltreise als Comfort Food aus einem nicht mehr existierendem Land vorstellen.

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Es hört sich bestimmt krude an für westdeutsche Ohren, aber es schmeckt tatsächlich! Es werden nur gut erhältliche Zutaten benutzt, sie ist schnell und einfach zu machen. Innerhalb von 45 Minuten steht das Essen auf dem Tisch. Und seit ich das Rezept entdeckt habe, koche ich es mir tatsächlich öfters. Sogar meine Eltern, die es nicht kannten und meine Schwester fanden es sehr lecker als ich es nach Weihnachten für sie kochte. Gebt dem Gericht ruhig eine Chance, wenn Ihr Wurst mögt!

Nudeln mit DDR-Tomatensoße

Zutaten für 2-3 Portionen:
250 g Nudeln
1 kleine Zwiebel
250 g Wurst (z.B. Jagdwurst, Fleischwurst, Salami)
1 EL Butter
2 EL Mehl
ca. 300 ml Ketchup (klassischer)
500 ml Wasser
Salz, Pfeffer
Prise Zucker

(1) Zuerst die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Wurst in 0,5-1 cm große Würfel schneiden.
(2) Die Butter in einem breiteren Topf schmelzen lassen. Wurst- und Zwiebelwürfel darin bei mittelhoher Hitze anbraten, bis die Wurst leicht kross wird. Das kann schon 10 Minuten dauern.
(3) Zwischenzeitlich die Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser bissfest garen.
(4) Sobald die Wurst gut angebraten ist, mit dem Mehl bestäuben und gut verrühren. Dann schluckweise unter Rühren die Hälfte vom Wasser zugeben. Dann den Ketchup zufügen und alles vermischen. Soviel vom restlichen Wasser zufügen, dass die Soße eine für Euch angenehme Konsistenz hat. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Alles noch 2-3 Minuten köcheln lassen.
(5) Die Nudeln abgießen und zusammen mit der Tomatensoße servieren.

Genießen!

Quelle: Experimente aus meiner KücheNudeln mit DDR-Tomatensoße

Hier die weiteren Reiseteilnehmer:

Goil! Der etwas andere Ketchup – Rhabarber-Tomaten-Ketchup

Neben der Spargelsaison (eine weitere Variante stelle ich im nächsten Rezept-Post vor) ist ja auch die Rhabarber-Saison in vollem Gange und nicht nur im elterlichen Schrebergarten explodieren die Stengel. Manch einer weiß gar nicht mehr wohin damit? Kompott ist ja schön und gut, aber die Mengen, die so eine Rhabarber-Pflanze pro Saison hergibt, kann ja keine Familie aufessen.

Andere Möglichkeiten müssen her! Schon in den letzten Jahren geisterte das Rezept für Rhabarber-Ketchup durch diverseste Blogs (im Kuriositätenladen, in Ninas kleinem Foodblog oder auch auf Sarahs Krisenherd). Das Original stammt von Christina, die den Blog „Feines Gemüse“ betreibt, die so begeistert war, dass der Ketchup wie die Sauerbraten-Sauce ihrer Oma schmeckt. Nun hab ich reichlich wenig Erfahrung mit Sauerbraten, aber konnte mir den süßsauren, fruchtigen Geschmack von Rhabarber mit Tomaten und Gewürzen richtig gut vorstellen.

Da ich immer noch in der Experimentierphase mit meinem Slowcooker bin, hab ich den Ketchup darin geköchelt. Ich habe einfach alle Zutaten in den Slowcooker geschmissen und auf der Stufe HIGH köcheln lassen. So einfach. In der Zeit konnte ich noch andere Sachen im Haushalt erledigen, Mittag kochen, mich um die Balkonpflänzchen kümmern. Erstaunlicherweise waren die Rhabarberstückchen nach den 4 Stunden im Slowcooker zwar weich, aber noch nicht zerkocht. Toll! Vielleicht sollte ich mal Rhabarberkompott darin versuchen :-) Aber auch die Originalversion ist nicht sehr aufwendig, ich verlinke der Einfachheit halber das Rezept nur, damit auch nicht Slowcooker-Besitzer es nachkochen können: Rhabarber-Tomaten-Ketchup

Und das Nachmachen lohnt sich definitiv! Es ist eine großartig leckere Sauce, die wunderbar auf’s Käsebrot passt, zum Grillwürstchen oder der Bulette zum Mittagessen. Vielseitig einsetzbar. Großartigst! Wenn ihr eine Rhabarberschwemme im Garten habt, probiert das ruhig aus! Ich empfehle, aber eher kleine Gläser à 250 ml Volumen zu benutzen und nicht zwei Halblitergläser wie ich sie nur hatte. So kann man auch andere liebe Menschen mit dem lecker Säucechen beglücken!

Rhabarber-Tomaten-Ketchup

Zutaten für ca. 1 Liter:
750 g Rhabarber
250 g passierte Tomaten
150 g Zwiebeln
200 ml Rotweinessig
3 Nelken
2 kleine Lorbeerblätter
1 TL Senfsaat
250 g Zucker
Salz
1 TL Pfeffer

(1) Den Rhabarber waschen, die Schale abziehen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und ganz fein würfeln. In einen Einmal-Teefilter die Nelken, Lorbeerblätter und Senfsaat füllen und gut zubinden/zufalten.
(2) Alle Zutaten in den Topf des Slowcookers füllen. Auf Stufe HIGH stellen und etwa 3,5 Stunden bei geschlossenem Deckel simmern lassen.
(3) Nach der Zeit das Gewürzsäckchen entfernen und den Ketchup mit einem Pürierstab gründlich durchpürieren. Mit etwas geöffnetem Deckel noch weitere 30 Minuten köcheln lassen, damit der Ketchup etwas eindickt.
(4) In der letzten halbe Stunde, die der Ketchup kocht, die Flaschen vorbereiten. Den Ofen auf 120°C vorheizen. Die Flaschen und Deckel mit heißem Spüli-Wasser auswaschen, mit richtig heißem Wasser nachspülen. Die Flaschen in den Ofen legen und dort mindestens 15 Minuten bei den 120°C sterilisieren lassen (es ist nicht schlimm, wenn sie länger im Ofen bleiben, weil das Einmachgut noch nicht fertig ist). Die Deckel auf einem sauberen Geschirrtuch zwischen parken.
(5) Wenn der Rhabarber-Tomaten-Ketchup soweit ist, die Flaschen vorsichtig mit Topflappen aus dem Ofen holen. Mit Hilfe eines Trichters den kochend heißen Ketchup einfüllen und sofort mit dem Deckel verschließen. Etwa 15 Minuten auf den Kopf stellen, danach in Handtücher eingewickelt komplett abkühlen lassen.

An einem dunklen, kühlen Ort gelagert sollten sich die verschlossenen Flaschen so mehrere Monate halten. Aber benutzt Euren gesunden Menschenverstand und Sinne, wenn ihr die Gläser öffnet und der geneigten Leserschaft der Inhalt seltsam vorkommt.

Vorbereitungszeit: 15-20 Minuten
Kochzeit im Slowcooker: 3,5 Stunden + 30 Minuten
Stufe des Slowcooker: HIGH

Quelle: etwas verändert nach „Feines Gemüse“ – Rhabarber-Tomaten-Ketchup

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