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Dreikönigskuchen oder Hefezopf an alle anderen Tagen

Vor zwei Wochen endete die christliche Weihnachtszeit mit dem Fest der Heiligen Drei Könige. Nun bin ich in einer der erwiesenermaßen unreligiösesten Ecken der Welt, nämlich dem Gebiet der ehemaligen DDR, aufgewachsen und bin auch nicht getauft. Ich war noch nie zu oder wegen Weihnachten in einer Kirche und dementsprechend gibt es bei uns auch keine Traditionen, die mit dem 6. Januar in Verbindung stehen. Aber in anderen Ländern schon. In Spanien kriegen die Kinder erst am 6. Januar ihre Geschenke, auch in Italien bringt Befana (eine Hexe) in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geschenke, während sie nach dem Jesuskind sucht. In Frankreich und auch in der Schweiz werden für den Tag spezielle Kuchen gebacken, in den dann ein Figürchen o.ä. versteckt wird. Derjenige, der sie beim Essen findet, ist dann König für den Tag. Und so unterschiedlich wie die Länder sind auch die Rezepte.

Nun luden Jette von „LanisLeckerEcke“ und Frau „Dynamite Cakes“ zum gemeinsamen Dreikönigskuchenbacken auf Instagram ein, nach dem Rezept auf Jettes Blog, das eine Schweizer Variante ist. Und wie die Schweizer dem Klischee nach sind, ist ein ziemlich purer süßer Hefeteig, wie für einen Hefezopf, der in dieser speziellen Form gebacken wird. Eigentlich wollte ich nicht mitmachen, weil wer isst den ganzen Kuchen? Hefezopf wird ja relativ schnell oll und eigentlich wollte ich den Tiefkühler etwas leeren. Aber irgendwie hüpften dann doch Hefe und Hagelzucker in den Einkaufswagen *unschuldigguck*

Und es ist ein wirklich schöner Kuchen. Der Teig ist für Hefeteig einigermaßen fix gemacht, nur ein bisschen klebrig, wenn ihr die Milch erwärmt. Aber das gibt sich nach dem Gehen und er lässt sich unkompliziert verarbeiten. Es wird ein wunderbar flaumiger Hefekuchen und die Mandeln obenauf – ein Träumchen! Ab sofort bei mir Hefezopf nur noch mit Mändelchen! Die Form finde ich sogar ganz praktisch mit den kleinen Brötchen und dem einen etwas größeren Laib, aber wenn Euch das zu speziell feiertagslich ist, bastelt ruhig einen Zopf aus dem Teig :-)

Aber bastelt ihn nach, es lohnt sich wirklich!

Dreikönigskuchen

Für einen Kuchen:
225 ml Milch
60 g Butter
20 g Hefe
500 g Mehl
5 g Salz
100 g Zucker
1 Ei

etwas Mehl zum Formen
1 Mandel oder Porzellanfigur (optional)
1 Ei zum Bestreichen
1 EL Mandelblättchen
1 EL Hagelzucker

(1) Die Milch warm werden lassen und die Butter darin schmelzen lassen. Ich hab beides zusammen bei geringer Wattstärke ca. 1 Minute in der Mikrowelle erhitzt. Wenn die Flüssigkeit nur noch lauwarm ist, die Hefe hinein bröseln und auflösen. (Wenn die Milchmischung zu heiß ist, stirbt die Hefe ab und der Teig wird nicht aufgehen.) Zur Seite stellen.
(2) Das Mehl in eine Schüssel sieben. Zucker und Salz unterrühren. Eine Mulde in der Mitte formen und das Ei hinein schlagen.
(3) Die Flüssigkeit zum Mehl gießen und mit Hilfe der Küchenmaschine oder Knethaken des Handrührgeräts etwa 5 Minuten gründlich durchkneten. Der Teig wird etwas klebrig sein. Zu einer groben Kugel formen, die Schüssel abdecken und an einem zugfreien Ort etwa 1 Stunde gehen lassen bis das Volumen sich verdoppelt hat.

(4) Den Ofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech oder eine größere Quicheform mit Backpapier auslegen.
(5) Jetzt geht es ans Formen. Aus 280-300 g Teig (ruhig die Küchenwaage benutzen) eine Kugel formen und mittig auf das Blech setzen. Aus dem restlichen Teig 8 etwa gleich große kleine Kugeln formen und mit ein wenig Abstand um die große Kugel drapieren. Nochmals abdecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen.


(6) Das Ei verschlagen und alle Kugeln damit bestreichen. Wenn gewollt mit Hagelzucker und Mandelblättern bestreuen.
(7) Auf mittlerer Stufe in den Ofen schieben und 25-30 Minuten backen. Wenn er zu dunkel wird, mit Alufolie (glänzende Seite nach oben) abdecken.

Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Frisch schmeckt er am Besten, aber auch am nächsten Tag kann man ihn noch gut zum Frühstück verspeisen. Ansonsten funktioniert einfrieren auch 1a. Schmeckt nach dem Auftauen wie frisch :-)

Quelle: LanisLeckerEckeDreikönigskuchen

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Keks in Kuchenform – Heidelbeer-Mandel-Würfel

Es ist immer noch Beerenzeit! Juhuu! Die Erdbeeren sind zwar durch, genauso die Johannisbeeren, aber jetzt ist Saison für die Heidelbeeren, Brombeeren werden am Feldrand reif und wer mehrfach tragende Himbeersorten im Garten hat, kann sich auf die zweite Ernte freuen. Aber was damit anstellen, wenn man eine größere Menge im Supermarkt erstand, sie allerdings nicht so gut pur und in großen Dosen verträgt, weil der Darm meint intolerant gegenüber Fruktose reagieren zu müssen? Man versteckt sie im Kuchen…

Auf einer von mir hochgeschätzten, ungarischen Rezepteseite sah ich einen schnellen Kuchen mit Mürbeteig und Pfirsichen. So sehr ich Pfirsiche liebe – Ja, abgöttisch sogar! – so wenig vertrage ich sie in größeren Mengen. Aber für das Rezept brauchte man genau die Menge an Früchten, die in Heidelbeerform in meinem Kühlschrank rumlungerte. Und der Kuchen ist wirklich einfach und schnell gemacht: Mürbeteig kneten, in der Form verteilen und kurz vorbacken, aus den Früchten wird eine sirupartige Marmelade gekocht, die mit dem restlichen Teig in die Form kommt, Mandeln drüber und ab in den Ofen. Was dabei herauskommt ist ein wunderbarer, überdimensionierter Keks mit Marmeladenfüllung und etwas Mandelknusper in Kuchenform! Großartigst! Nicht nur mir schmeckte er vorzüglich, auch die Kollegen und die Kinder meiner Kollegin fanden ihn super!

Heidelbeer-Mandel-Würfel

Zutaten für eine Form von ca. 20×20 cm:

Für die Füllung:
400 g Heidelbeeren
50-70 g Zucker
3 Zweiglein Thymian

Für den Teig:
225 g kalte Butter
60 g Zucker
300 g Mehl Type 405
1 gute Prise Salz

Zum Bestreuen:
40 g gehobelte Mandeln

(1) Die Form mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Die Füllung zubereiten. Dafür die verlesenen, gewaschenen und gut abgetropften Heidelbeeren mit dem Zucker in einen Topf geben. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen und dazu geben. Alles bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen und ca. 20 Minuten köcheln lassen bis eine etwas marmeladen- bis sirupartige Konsistenz entstanden ist. Dabei mit irgendwas abdecken (z.B. Fettspritzschutzsieb plus Küchenkrepp obenauf), damit die farbechte Heidelbeerflüssigkeit nicht überall rumspritzt. Vom Herd nehmen und zur Seite stellen bis der Teig vorgebacken ist.
(3) Den Teig zubereiten. Dafür alle Zutaten in eine Schüssel geben. Die Butter mit den Fingerspitzen der Hände mit dem Mehl verreiben bis so Brotkrümel entstehen. Dann mit der ganzen Hand in die Schüssel und alles schnell zu einem Teig verkneten, der gerade so hält, aber aus dem sich eine Kugel formen lässt.
(4) 3/4 des Teiges in der vorbereiteten Form verteilen und festdrücken. Auf mittlerer Schiene in den Ofen geben und 7 Minuten vorbacken. Herausnehmen. Die Heidelbeerfüllung gleichmäßig darauf verteilen. Den restlichen Teig grob darauf verkrümeln. Mit den Mandeln bestreuen.
(5) Für weitere 25-30 Minuten in den Ofen geben und backen bis die Oberfläche goldbraun ist.

Herausnehmen, abkühlen lassen, in Würfel schneiden.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach Fördös Zé magazinmandulás barackos kocka

Der sauigste Cheeseburger ever mit der weltbesten Burgersauce

Burger sind ja schon ein Klassiker der internationalen Küche, es gibt seit Ewigkeiten die üblich verdächtigen Schnellrestaurants, die ich als Kind auch gerne aufsuchte (als sie neu in der ehemaligen DDR aufploppten). Aber seit ein paar Jahren erlebt der Burger eine Renaissance und es sprießen Burgerläden an allen Ecken und Enden aus der Erde, die die klassischen Burger und extravagantere Varianten aus guten Zutaten in guter Qualität anbieten, so habe ich mittlerweile sowohl hier in Göttingen (das Lokal Neun und Monkey Burger) als auch in Rostock je zwei Lieblingsläden (Liberty Delis, Beef and Burger). Aber wenn etwas in guter Qualität Trend wird, springt bald die Lebensmittelindustrie auf und vertreibt mehr oder minder fertige Produkte im Supermarkt. So sah ich schon komplett fertige Burger, die denen aus dem Goldenen M verdächtig ähnelten, in der Kühlung liegen, die nur noch in die Mikrowelle sollten, unterschiedlich gewürzte, rohe Burger-Buletten, die nur noch gegrillt werden müssen, natürlich typische Gewürzgurkenscheiben für Burger (und Hotdogs), das Burgerbrötchen an sich und die diversen Saucen.

Jetzt sehe ich ein, dass man nicht jede Woche auswärts beim Burgerdealer des Vertrauens essen gehen möchte. Und dass die gestresste Mutti vorm Kindergartengeburtstag nicht noch ewig Zeit in der Küche stehen will, aber gute Burger selbst zu basteln muss weder zeitaufwendig noch unglaublich teuer sein. Und deswegen rettet heute die Rettungstruppe wieder und zwar den Burger an sich!

Nun muss die gestresste Mutti an sich nicht jedes Mal die Burgerbrötchen selbst backen (auch wenn sie nach diesem Wunderteig echt köstlich werden), aber achtet darauf, was drin ist. Ich habe letzte Woche mal geguckt und da waren in den Burgerbrötchen echt gruselig viele Zutaten mit einem E plus Zahlen hinten dran drin. Das war mir zu doof, ich griff auf Pitataschen zurück, die tatsächlich nur aus Mehl, Wasser, Hefe, Öl, Salz und Branntweinessig bestanden. Und Pitataschen können wunderbar gefüllt werden, es läuft nix hinten raus, was ein großer Vorteil ist!

Kommen wir zur Sauce! Klar, Ketchup und Senf reichen, aber nichts geht über eine richtig gute, würzige Burgersauce! Das Rezept, dass ich Euch vorstelle, ist echt fix zusammen gerührt. Ich kann Euch nur empfehlen die Mayo selbst zu machen. Ich benutze nur noch die ohne Ei auf Milchbasis, weil sie bei mir immer gelingt, schnell geht und etwas länger haltbar ist. Die übrig gebliebene Mayo könnt ihr ja zu Pommes essen oder ins Dressing für einen Nudel- oder Kartoffelsalat geben. Ihr seht, hier kommt nix um. Benutzt Ketchup von guter Qualität. Ja, in Ketchup ist viel Zucker drin, Ketchup ist nicht gesund, aber schmeckt einfach! Von den selbst gemachten Varianten, mag ich den meiner Tante am liebsten, dessen Rezept im Saucen-Rezept verlinkt ist. Und diese Sauce ist der Hammer – fast wie beim Goldenen M *ggg* Ihr werdet sie mögen, sie passt nämlich auch so wunderbar ins Sandwich :-)

Burgersauce

Zutaten für etwa 4 Burger:

3 gehäufte EL Mayonnaise
2 EL Ketchup
1 EL mittelscharfer Senf
1/2 Gewürzgurke
1 kleine Schalotte
Spritzer Zitronensaft
Prise Salz
Prise Zucker

Die Schalotte häuten und fein würfeln. Die Gewürzgurke ebenso fein würfeln. Beide Zutaten zusammen mit den restlichen Zutaten gut verrühren und abschmecken.

Sofort im Burger oder auf einem Sandwich servieren. Hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage.

Quelle: Katie Pix Big Mac-inspired ultimate Burger sauce recipe

Kommen wir zum Burger an sich! Auch der ist nicht schwer zu machen und braucht prinzipiell nicht viele Zutaten. Natürlich könnt ihr Euer Lieblingsfrikadellen-Rezept machen, aber der Klassiker ist doch ein Cheeseburger, den ich hier noch ein bisschen abwandele, indem ich den Käse im Burger verstecke. Auch hat dieser Burger so wenige Zutaten, dass sie dementsprechend eine gute Qualität brauchen. Ich habe sie diesmal im Ofen zubereitet, weil ich dachte, dass wenn man mehr für eine Party macht, es am praktischsten dort geht, weil das Ausbraten in der Pfanne doch länger dauert. Einfach kurz von beiden Seiten anbraten und dann im vorgeheizten Ofen zu Ende garen lassen, so sind alle gleichzeitig fertig und niemand muss warten bis er sich seinen Burger mit den Lieblingszutaten basteln kann. Probiert es aus – diese Burger sind nicht zu fest und der geschmolzene Käse im Inneren ist ein Traum! Warmer Käse macht doch alles besser, oder? :-D

Cheeseburger mit Käse drin

Zutaten für 2 monströse Burger:
300 g Rinderhack
Salz, Pfeffer
1/2 Schalotte
einige Stengel Petersilie
2 EL geriebener Käse

Öl zum Anbraten

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Die Schalotte häuten und fein würfeln. Die Petersilie fein hacken. Zusammen mit dem Salz und Pfeffer zum Hack geben und gut verkneten.
(3) Die Hackmasse in vier Teile aufteilen. Die 1/4 etwa handtellergroß flachdrücken, 1 EL des Käses in die Mitte legen, einen anderen Teil des Fleisches ebenso groß formen und auf die käsige BUrgerhälfte legen. Die Seiten gut verschließen. Ebenso mit der zweiten Hälfte des Teiges verfahren.
(4) Einen Schluck Öl in einer Pfanne auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Burger von beiden Seiten braun anbraten. Dann auf ein kleines Blech in den Ofen geben und ca. 15 Minuten backen lassen bis das Fleisch gar ist.

Den Burger nach Wahl bauen- Tomate? Gewürzgürkchen? Zwiebelringe? Coleslaw? Karamellisierte Zwiebeln? Haut drauf, was Euch glücklich macht :-)

Genießen!

Quelle: Katie Pix Cheese Stuffed Summer Burger Recipe

Und falls die geneigte Leserschaft noch mehr Ideen braucht, hier wurden auch noch Burger oder Zutaten gerettet:

1x umrühren bitte aka kochtopf – Der Albóndigas Burger
Anna Antonia – Sultans Burger
auchwas – Fisch Burger
Brittas Kochbuch – Lammburger
Brotwein – Cheeseburger mit Sauerteig Hamburger Brötchen – Burger Buns mit Lievito Madre
Cuisine Violette – Grundrezept Burger-Patties
Food for Angels and Devils – Alpenburger
From-Snuggs-Kitchen – Cole Slaw
genial-lecker – Hamburger nach Rike
Katha kocht! – Cheeseburger mit Guacamole
Leberkassemmel und mehr – Chili-Cheese-Burger
lieberlecker – Asia Burger
magentratzerl – Frankenburger
münchnerküche – Rauchige BBQ Sauce
our food creations – Griechischer Bauern-Burger
Pane-Bistecca – Lachs – Hamburger
Prostmahlzeit, die Turbohausfrau – Rettungsaktion: Burger
Summsis Hobbyküche – Cheesburger ohne Tamtam
The Apricot Lady – Cheeseburger mit karamellisierten Zwiebeln

Gesundes für den Kater – Gemüsetaler à la Petterson & Findus

Kennt ihr den etwas mürrischen Petterson, der in Schweden auf einem kleinen Hof mit seinem sprechenden Kater Findus lebt? Bestimmt! Es sind mit meine Lieblingsfiguren in der bunten Welt der Kinderbücher. Kennengelernt hab ich sie als Zwerg (also meine kleine Schwester) die Bücher geschenkt bekam. Und ich verliebte mich in die kleinen Figürchen, die Sven Nordqvist auf jeder Seite versteckte. Und natürlich auch in den frechen Kater, der am liebsten jeden Tag Pfannkuchentorte essen würde oder Fleischklößchen. Und da war es ja nur logisch, dass irgendwann ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der beiden nach Jahreszeiten aufgeteilt herauskommen würde.

Nun bin ich in einem Alter, in dem man nicht mehr dringend Petterson & Findus-Bücher kauft (sich aber trotzdem noch gerne die Zeichentrickserie anguckt *g*) und habe auch keine Kinder. Aber Frau Kochschlampe hat Nifften, denen sie das Buch gerne als Geschenk von unserem Rügen-Urlaub mitbringen wollte. Leider war es in dem Teil der Familie schon vorhanden. Aber ich hatte es durchgeguckt und war sehr angetan, sowohl von den Rezepten als auch den kleinen, versteckten Figürchen und habe es ihr abgekauft. Und endlich bin ich mal dazu gekommen, etwas daraus zu kochen.

Es wurden die Gemüsetaler, natürlich ein Frühlingsgericht. Ich schätze, das Essen ist eher Petterson zuzuordnen als Findus, weil der Kater doch eher einen Hang zu Pfannkuchen und nicht Gemüse hat *g* Aber ich war schon lange auf der Suche nach einem Rezept für Gemüseburger mit Kartoffeln, dass dieses Rezept sich geradezu anbot. Und tatsächlich! Die Dinger schmecken zu 90% so, wie die Lieblingsvariante aus der Tiefkühltruhe, nur der Mais fehlt (nächste Mal dann *g*). Allerdings sollte man das Rezept vorher richtig lesen. Ich wunderte mich schon wie 750 g gekochte Brokkoli-und-Möhren-Würfelchen mit 300 g Kartoffeln, nur 2 Eiern und bisschen Mehl halten sollten. Aber nee, es kommt nur ein Drittel der Gemüsemischung in den Talerteig und dann passt es auch. Ich konnte zwar keine Taler mit der Hand formen, aber mit einem Esslöffel wunderbar den Teig abstechen, der sich dann auch 1a braten ließ. und der Geschmack ist wirklich großartig! Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft sicherlich, was mit dem restlichen Brokkoli und Möhren passiert. Das hat sich die Rezeptautorin raffiniert ausgedacht, der Teil wird nämlich angebraten und zu den Gemüsetalern serviert. Vielleicht ein Versuch mehr Gemüse in Kinder zu kriegen?

Jedenfalls kann ich jedem, egal ob groß oder klein, diese Gemüsetaler ans Herz legen. Probiert sie aus! Die Erwachsenen können ja noch ein wenig pikantere Gewürze wie Chiliflocken oder Curry mit in den Talerteig geben.

Gemüsetaler à la Petterson

Zutaten für 2-3 Portionen (Erwachsene):

Für den Dip:
2 EL Mayonnaise
150 g Naturjoghurt
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch

Für die Gemüsetaler:
350 g Kartoffeln
400 g Brokkoli
250 g Möhren
Salz, Pfeffer
2 Eier
2-3 EL Mehl
4 EL Öl
Muskatnuss

(1) Als erstes den Dip zubereiten, damit er Zeit zum Ziehen hat. Dafür alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Abschmecken. Abgedeckt zur Seite stellen bis alles serviert wird.
(2) Für die Taler das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und als Salzkartoffeln in ca. 15 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen. In einer größeren Schüssel zerstampfen.
(3) Von den Karotten die Enden abschneiden, schälen und ebenso wie den Brokkoli in kleine Würfel schneiden. Wasser in einem mittelgroßen Topf aufsetzen, gut salzen und zum Kochen bringen. Die Gemüsewürfel zusammen in das kochende Salzwasser geben und sobald das Wasser kocht, 5 Minuten kochen lassen. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und 2 EL Öl darin bei mittelhoher Hitze erwärmen. Ein Drittel des gekochten Gemüses zu den gestampften Kartoffeln geben. Eier und Mehl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zu einem geschmeidigen Teig mit Hilfe eines Holzlöffels verrühren.
(5) Wenn das Öl in der Pfanne heiß ist je 1 Esslöffel des Teiges hinein geben, es kommen ca. 12 Gemüsetaler raus. Die Gemüsetaler einige Minuten bei mittelhoher Hitze von jeder Seite braten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und auf Küchenkrepp lagern, um das überschüssige Öl aufzusaugen. Den Rest des Talerteiges ebenso ausbraten. Dann die restlichen zwei Drittel der Brokkoli-Möhren-Mischung in die Pfanne  geben und bei hoher Hitze anbraten. Mit ein wenig Salz und Muskatnuss würzen.

Das angebratene Gemüse zusammen mit den Talern und dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Tüllmann, A. (Rezepte), Nordqvist, S. (Bilder) (2004): Kochen mit Petterson und Findus. Verlag Friedrich Oetinger. Hamburg. p 15

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Traditionell gibt es bei uns am ersten Weihnachtsfeiertag das Festessen! Schließlich ist dann erst echt Weihnachten. Ich würde gerne an diesem Tag ein paar aufwendigere Sachen ausprobieren, aber da stehen zwei Gründe gegen:

  1. Frau Mama möchte auch was von ihrer Tochter außerhalb der Küche haben.
  2. Die Essensvorlieben einiger Familienmitglieder sind heikel. So mögen manche kein Rindfleisch, dass nicht mindestens 3x gestorben ist. Manche mögen an Geflügel nur Huhn.

Damit alle glücklich werden, können wir wahlweise Schwein oder Huhn machen, leider kein schönes Roastbeef, keine knusprige Ente, kein schöner Wildbraten *seufz* Pute ist leider auch keine Option, weil sie meist zu groß ist und die Familie nicht ewig von einem Gericht essen mag.

Letztes Jahr kaufte sich Zwerg das neue „Weihnachtskochbuch“ von Jamie Oliver, so war klar, dass wir daraus etwas kochen wollten. Und da sind echt schöne Rezepte und Ideen drin. Aber viele wegen der oben erwähnten Gründe in unserer Familie nicht durchführbar (dabei würde ich so gerne mal ein Filet Wellington ausprobieren…). Aber auf das Hähnchen mit Kräuterbutter gegart konnten wir uns einigen. Die Hauptarbeit macht der Ofen, Kräuterbutter lässt sich schnell basteln. Und während das Hähnchen vor sich hin brät, kann man entspannt die Beilagen basteln. In unserem Fall ein Kartoffel-Kürbisbrei und einfachst gekochter Rosenkohl von unserem eigenen Rosenkohl aus dem Schrebergarten.

Anstatt das Hähnchen im Ganzen zu garen – wir waren ein bisschen spät dran mit den Vorbereitungen – habe ich es längs halbiert. Eigentlich ganz einfach, wenn man ein vernünftig scharfen und schweres Messer hat oder eine Geflügelschere. Geflügelscheren rocken ja mal richtig! Der Rest war echt einfach: vorbereitetes Gemüse im Bräter verteilen, Zitrone halbieren, Hähnchenhälften außen mit der Kräuterbutter bestreichen und alles ab in den Ofen. Das Hähnchen ist fertig, wenn sich das Fleisch vom Oberschenkel leicht lösen lässt und der austretende Fleischsaft klar, wenn ihr mit einem Messer reinpiekt. Ich weiß, die Kräuter sehen sehr dunkel aus, aber lasst Euch versichert sein, dass sie nicht annähernd verbrannt waren.

Und das war ein Weihnachtsessen bei dem sich nicht einer über irgendeinen Bestandteil beschwerte. Das Hähnchen war herrlich würzig, gar und saftig. Die Beilagen passten hervorragend dazu und wir waren alle angenehm gesättigt, aber nicht zum Platzen voll.

Ein voller Erfolg, sag ich mal, und kann so gerne nochmal auf meinem Teller wandern :-)

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Zutaten für 4 Portionen:
1 Hähnchen ca. 1,3 kg
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie
1 kleiner Zweig Rosmarin
2 Zweiglein Thymian
Salz, Pfeffer
125 g weiche Butter
2 Möhren
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Petersilienwurzel
1 Zitrone
1 Zweig Rosmarin
3 Zweige Thymian

(1) Das Hühnchen 30-45 Minuten bevor ihr mit der Zubereitung beginnen wollt, aus dem Kühlschrank nehmen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Während das Huhn Temperatur annimmt, die Kräuterbutter basteln (geht auch schon am Tag vorher). Dafür die Knoblauchzehe häuten und fein hacken (oder pressen). Die Petersilienblätter von den Stengeln zupfen, ebenso vom Rosmarin und Thymian. Alle Kräuter fein hacken. Mit dem Knoblauch zusammen zur weichen Butter geben. Salzen und pfeffern. Alles gut miteinander verrühren.
(4 Die Möhren, Sellerie, Zwiebel und Petersilienwurzel schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Zitrone vierteln. Das Gemüse in einem Bräter gleichmäßig verteilen.
(5) Den Beutel mit den Innereien aus dem Huhn entfernen, vorsichtig waschen und gut trocknen. Das Huhn längs halbieren. Von innen und außen salzen und pfeffern. Je die Hälfte der Kräuterbutter gut auf den Hautseiten des halbierten Hähnchens mit Hilfe der Hände verstreichen. Die Hähnchen mit der Hautseite nach oben in den Bräter setzen. Die Zitronenstückchen drunter schubsen.
(6) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und etwa 75-90 Minuten braten. Die Haut sollte goldbraun sein und das Fleisch sich wirklich leicht vom Schenkel lösen. Wenn man in den Oberschenkel des Huhns piekst, sollten die heraustretenden Säfte klar sein. Das Huhn aus dem Ofen nehmen und etwas 15 Minuten ruhen lassen.

Dazu passen Röstkartoffeln oder Kartoffelbrei, ihr könnt das mitgegarte Gemüse aus der Auflaufform essen und noch Gemüse nach Gusto dazu garen wie Rosenohl, Rotkohl, Möhrengemüse oder Pilze?

Genießen!

Quelle: nach Oliver, J. (2016): Weihnachtskochbuch. Dorling Kindersley.

Perfektes Partymitbringsel – Pizzabrötchen ohne Hefe

So, übermorgen geht 2016 zu Ende. Wie sieht Eure Bilanz aus? Ich bin irgendwie unentschlossen dieses Jahr. Es sind so viele meiner Helden gestorben: David Bowie, Prince, Alan Rickman, Peter Lustig, Manfred Krug, George Michael. Und das ist irgendwie auch seltsam, weil es mir vor Augen führt, wie schnell es vorbei sein kann. George Michael und Prince waren jünger als meine Eltern … Mein eigenes Jahr dümpelte irgendwie so dahin. Arbeit, Schule, ein wenig Erholung und Urlaub, nichts besonderes. Aber ich hab das Gefühl, dass es 2017 einige Veränderungen geben wird. Sowohl in meinem Leben (ein Job, der Spaß macht und angemessen bezahlt wird, wäre toll!) als auch hier auf dem Blog. Irgendwie wird es Zeit …

Aber erstmal steht Silvester an. Seid ihr noch kurzfristig zu einer Party bei Freunden eingeladen und gebeten worden, etwas mitzubringen? Diese Pizzabrötchen sind ideal dafür. Kennengelernt habe ich sie durch eine Dame, die sehr oft in die Physiotherapiepraxis, wo ich mein Praktikum absolvierte, kam. Nicht freiwillig, sie hat auch andere Hobbys ;-) Als Dankeschön für uns alle brachte sie diese Brötchen mit, nachdem ein großer Behandlungsteil abgeschlossen war. Und Junge, waren die schnell verschwunden! Da musste man sich gleich eins sichern *g* Netterweise rückte sie das Rezept raus, das gleich von einigen abgeschrieben wurde :-)

Ich hab sie dann auch ziemlich schnell ausprobiert und war begeistert. Seitdem buk ich die Pizzabrötchen schon ein paar mal und auch die Mitumschüler konnten nicht ihre Finger davon lassen *g* Sie sind wirklich unaufwendig mit einfachen Zutaten herzustellen. Nicht einmal Hefe ist notwendig, falls da draußen der ein oder andere Hefe-Phobiker sein sollte *g* Die Basis ist ein Quark-Öl-Teig dessen Luftigkeit durch Backpulver kommt. Als Aromengeber habe ich bisher nur Schinken, geriebenen Käse und Röstzwiebeln genommen, kann es mir aber auch mit anderen Komponenten vorstellen: feingewürfelte Paprikaschote, Oliven, Salami, Sucuk, Feta, Frühlingszwiebeln. Wichtig ist nur drauf zu achten, dass die Menge an zusätzlichen Zutaten nicht die Menge im Originalrezept übersteigt, weil sonst das Verhältnis zwischen Grundteig und Zusätzen nicht mehr stimmt und sich der Teig so nicht mehr gut kneten lässt. Es ist ohnehin ein sehr fester Teig, von dem sich aber gut die Teigbällchen abteilen lassen, um daraus die fertigen Pizzabrötchen zu formen. Dabei könnt ihr sie rund formen oder unordentlich lassen, was ein bisschen mehr knusprige Oberfläche schafft. Die fertig gebackenen Brötchen lassen sich auch super einfrieren für einen Snack im Büro oder zum Picknick. Wirklich wunderbar vielseitig!

Pizzabrötchen ohne Hefe

Zutaten für 15-20 Stück:
250 g Quark
4 EL Milch
6 EL Öl
1 TL Salz
1 Prise Zucker
300 g Mehl
1/2 Packung Backpulver (8g)
200 g Schinken
200 g Käse, gewürfelt oder gerieben
100 g Röstzwiebeln

(1) Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Den Quark mit Milch und Öl gut verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Alles zusammen verkneten. Schinken, Käse und Röstzwiebeln unterkneten. Das ist eventuell etwas mühsam und der Teig ist fest.
(3) Etwa 1 EL große Stücke vom Teig abnehmen, kurz rund formen und auf das Blech setzen. Es werden etwa 15-20 Stück aus der Menge Teig.
(4) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und je nach Größe 20-30 Minuten backen.

Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und lauwarm oder bei Zimmertemperatur essen.

Genießen!

Quelle: Patientin meines Praktikumbetriebs

Dieses Jahr machen wir auch wieder ein kleines Buffet zum Silvesterabend, da dürfen natürlich nicht fehlen:

Welche Klassiker gibt es auf alle Fälle bei Eurem Buffet?

Last Minute Lebkuchen vom Blech

Whoop whoop! Ich habe es ja fast selbst nicht mehr geglaubt, aber ich habe tatsächlich noch weihnachtlich gebacken in diesem Jahr! Und sogar Lebkuchen, die richtig echt weihnachtlich duften und schmecken und dekoriert wurden! Meine Güte!

Natürlich sind es nicht die traditionellen Lebkuchen, deren Teig man schon im September ansetzt, damit er in Ruhe bis zur Adventszeit reifen kann. Im Gegenteil es sind ratzfatz gemachte Last Minute-Lebkuchen, die wirklich innerhalb von 45 Minuten komplett fertig gebacken sind. Ihr braucht nicht mal eine Küchenmaschine bemühen – eine große Schüssel, Holzlöffel und kleiner Topf reichen vollkommen aus an Utensilien. Auch die Zutaten sind nicht sonderlich schwer zu besorgen und kriegt man ab November in jedem Supermarkt, wenn sie nicht ausverkauft sind. Bei der Zubereitung lasst Euch nicht von der Konsistenz des Teiges verunsichern, er kann zwischen cremig und fast ausrollbar schwanken. Er lässt sich wirklich einfach auf einem Backblech verteilen, je nach Konsistenz entweder mit den eigenen Händen oder einem Spatel. Ihr werdet Euch schon für das richtige Werkzeug entscheiden :-)

Leider war mein Blech eine Winzigkeit zu lange im Ofen, so dass der Lebkuchen einen µ trocken ist, aber er schmeckt köstlich! Würzig, leicht schokoladig, einfach echt nach Lebkuchen :-) Und wer mag, kann sich (oder die Kinder) an der Dekoration austoben. Ich verteilte nur schwungvoll sowohl dunkle als auch Vollmilchkuvertüre und streute auf die feuchten Schokolade blau-weiße Zuckerperlen und Schneeflöckchen. Hach!

Ein wirklich guter Last Minute-Kuchen, wenn ihr bisher nicht zum großen Weihnachtsbacken gekommen seid :-)

Lebkuchen vom Blech

Zutaten für 1 großes Kuchenblech:
250 g Butter
250 g Honig
4 Eier
150 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
125 g Zucker
2 EL Kakaopulver
1 Packung Lebkuchengewürz (15-30 g)
oder
3 TL Zimt
je 1 TL gemahlener Anis, Kardamom, Nelke, Ingwer
1/2 TL geriebene Muskatnuss
750 g Mehl
1 Packung Hirschhornsalz (25 g)
2 EL Wasser

Butter zum Einfetten des Blechs

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech dünn mit Butter einfetten.
(2) In einem kleinen Topf die Butter und den Honig erhitzen. Die Mischung muss nur flüssig werden, nicht kochen.
(3) Alle trockenen Zutaten bis auf das Hirschhornsalz in eine große Schüssel geben und miteinander verrühren. Dann eine Mulde in die Mitte machen und das Butter-Honig-Gemisch sowie die Eier hinein geben. Schon grob verrühren. Das Hirschhornsalz mit dem Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren. Zu den restlichen Zutaten in die große Schüssel geben und gut verrühren bis alles Mehl untergearbeitet ist. Das kann ein bisschen anstrengend sein.
(4) Den Teig auf dem gefetteten Blech geben und gleichmäßig mit den Händen bis in die Ecken des Blechs verteilen. Auf mittlerer Stufe in den Herd geben und 15-20 Minuten backen. Die Stäbchenprobe (Schaschlikspieß in die dickste Stelle des Lebkuchens stecken und wenn er sauber wieder heraus kommt, ist er gar) machen.
(5) Aus dem Ofen nehmen und nach Lust und Laune mit Schokolade und Dekoflitterkrams verzieren.

In Vierecke geschnitten halten sich die Lebkuchen in einer Blechdose einige Wochen.

Genießen!

Quelle: verändert und angepasst nach SugarprincessLebkuchen kinderleicht gemacht

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