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Erinnerungen an die beste Oma der Welt: Rustikale Möhrensuppe

Ohne jeden Zweifel, ich hatte die beste Oma der Welt! Fragt die Lieblingscousine und Zwerg und alle anderen Enkelkinder! Leider ist sie schon vor 13 Jahren gestorben und selbst heute noch, wenn Frau Mama und ich von Oma reden, kommen uns die Tränen. So sehr fehlt sie! Ich habe wunderbare Wochen in den Ferien bei ihr verbracht, selbst als ich schon im Teenageralter war. Es war einfach schön bei ihr. Sie konnte die beste Geschichte vom dicken, fetten Pfannkuchen erzählen (Kennt die noch jemand?). War immer gerecht und liebte uns Enkelkinder alle gleichermaßen, dass wir uns sogar bei der Geschichte vom dicken, fetten Pfannkuchen am Ende abwechselten und jeder ihn mal essen durfte und nicht nur die Enkel, denen die Geschichte erzählt wurde. Ich erinnere mich noch genau an die kratzige Couch auf der ich übernachtete mit dem dicken Federbett drauf. Wir durften im Winter auch erst aufstehen, wenn sie die Kachelöfen angemacht hat. Wir haben Ausflüge gemacht in den Tierpark, auf den Spielplatz, zur Lieblingstante mit Lieblingscousine und Cousin, zu anderen Verwandten. Ich habe die Ferien bei ihr geliebt. Natürlich hat sie uns auch besucht, leider nicht ganz so oft wie Zwerg und ich es uns gewünscht hätten ;-) Eigentlich war sie immer zu meinem Geburtstag da, da mit einem Besuch drei Geburtstage in Rostock abgehakt werden konnten *g* Den der Schwiegermutter ihres Sohnes, meinen und Herrn Papas einen Tag nach mir. Mitte Dezember fehlt sie uns immer noch am meisten.

Ich weiß nicht, ob Oma gerne gekocht hat, aber uns schmeckte es immer wunderbar. Sie sagte auch öfter, dass sie für unsere Familie besonders gerne kochte, weil wir so gute Esser sind. Immer noch. Und immer, wirklich immer musste sie ihre Möhrensuppe kochen, wenn sie uns besuchte. Wir alle liebten diese Suppe und ein ernsthaft großer Topf wurde innerhalb eines Tages von uns komplett verputzt. Aber seit sie nicht mehr da ist, haben wir nicht mehr wirklich die Möhrensuppe gegessen. Frau Mama versuchte es einmal, aber da ist die Suppe zu flüssig geraten, so dass sie nicht wie bei Oma schmeckte. Wir waren irgendwie enttäuscht und über 10 Jahre lang wurde kein neuer Versuch gewagt. Aber letztes Wochenende, als meine Eltern hier in der Mitte Deutschlands zu Besuch waren, probierten wir einen neuen Anlauf. Frau Mama hatte von ihrer älteren Schwester genaue Anweisungen erhalten. Eigentlich ist die Suppe ganz einfach zu kochen: Rippchen garen, Fleisch raus nehmen, Möhrenscheiben darin garen. Es kommen auch noch Kartoffeln mit rein, die allerdings separat gekocht und etwas angestampft werden, bevor sie in die Suppe wandern mit dem kleingeschnittenen Rippchenfleisch. Als Gewürz kommt Kümmel mit, den ich mittlerweile, wenn auch immer noch widerwillig, akzeptiere. Diese komischen kleinen Würmchen in der Suppe. Seltsam. Und immer, wenn ich dann früher abends den letzten Rest Suppe aus dem großen Topf bekam, tummelten sich dort besonders viele Kümmel-Würmchen *michschüttel* Aber vom Geschmack her gehört Kümmel einfach in diese Suppe! Probiert sie ruhig mal aus, sie ist wirklich großartig!

Rustikale Möhrensuppe

Zutaten für 6 Portionen:
500 g Schweinerippchen (natur oder geräuchert)
1 große Zwiebel
Salz
einige Pfefferkörner
750 g Möhren
2 TL Kümmel
500 g Kartoffeln
1/2 Bund Petersilie

(1) Die Zwiebel häuten, aber ganz lassen. Zusammen mit den Rippchen, Salz und den Pfefferkörnern in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Aufkochen lassen, dann die Hitze auf Mittelstufe zurück schalten und ca. 1,5 Stunden köcheln bis das Fleisch gar und zart ist. Rausnehmen. Das Fleisch von den Rippchen lösen und würfeln.
(2) Zwischenzeitlich die Mohrrüben schälen und in Scheiben schneiden. Zusammen mit dem Kümmel in die Brühe der Rippchen geben und wenn nötig noch so viel Wasser zufügen bis eine suppige Konsistenz entsteht.
(3) Die Kartoffeln ebenfalls schälen und in grobe Stücke schneiden. In einem extra Topf in Salzwasser gar kochen. Abschütten und die Kartoffeln grob zerstampfen.
(4) Das Rippchenfleisch zusammen mit den angestampften Kartoffeln zu den gar gekochten Möhren geben. Nochmals durchwärmen lassen.
(5) Zum Schluss fein gehackte Petersilie über die Suppe geben und mit einer Scheibe schönes Mischbrot servieren.

Genießen!

Ungarn auf deutsche Teller holen I: Gefüllte Paprikaschote mit österreichischem Fisolensalat

 Oh! Ich habe das kleine Blog wirklich lange vernachlässigt. Asche auf mein Haupt! Andererseits, die letzte Woche in der Ostseeheimat habe ich mich nochmal richtig entspannt, dann begann die Schule und der Stress von Neuem. Außerdem hatte ich bis Mitte letzter Woche immer noch kein stationäres Internet. Ein unhaltbarer Zustand für jemand, der (fast) ständig irgendwie online ist. Sei es auch nur, damit Skype an ist und mich Freunde/Familie antexten können, auch wenn ich nichts aktiv am Rechner mache. Aber letzten Mittwoch nahm sich ein Techniker nochmal unter lautem Fluchen des Problems an und – schwupps – es funktioniert! Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen *g*

Naja, jedenfalls war es aus Gründen hier ruhig, aber ich versuche in Zukunft wieder etwas fleißiger zu posten. Mich hat das Einweck-Virus erfasst und viele Köstlichkeiten wurden eingekocht. Auch sind noch ein paar Gerichte, die ich im Urlaub für meine Eltern kochte auf Halde, die es sich jetzt im Spätsommer/Frühherbst noch mehr als lohnt zu kochen! Also seid gespannt!

Zum Ende des Urlaubs gönnte ich mir noch ein neues Kochbuch. Endlich befindet sich das „Österreich vegetarisch“ in meinem Besitz! Durch die ungarische Hälfte meiner Gene ist mir die österreichische Küche nicht so fern, erst Recht nicht die Vorliebe für Mehlspeisen. Und es sind so schöne Rezepte drin, dass auch Frau Mama gleich glänzende Augen bekam. Ihre Worte: „Hast Du schon was zu Weihnachten für mich?“ wurden nur mit einem wissenden Nicken und „Jetzt ja!“ meinerseits quittiert.

Da unser Kleingarten von einer Buschbohnenschwemme heimgesucht wurde und noch etliche in unserer Wohnung ihrer Verwendung harrten, suchte ich mir als erstes das Fisolensalatrezept zum Nachkochen aus. Ist Fisolen nicht ein niedliches Wort? Fi-so-len! Warum haben wir in Norddeutschland nicht so schöne Gemüsebezeichnungen? Der Salat ist total einfach zu machen: während die Bohnen kochen, schnell die Zwiebel und Kräuter zerkleinern, Essig, Öl drüber, würzen und die heißen Bohnen unterrühren. Ich kann es nur nicht, die Bohnen nur 3-5 Minuten kochen zu lassen, bei mir müssen Bohnen immer gar sein und dürfen nicht mehr an den Zähnen quietschen. Seitdem wurde dieser überaus köstliche Salat schon öfter gemacht. Er eignet sich nicht nur als Beilage, sondern auch als Hauptgericht, zum Beispiel zu Kartoffelbrei. Auch Frau Friesi ist schon süchtig! Im Buch sind 300 g Fisolen für 4 Personen als Beilagensalat angegeben, uns vier Bohnenversessenen haben nur mit größtem Zusammenreißen die doppelte Menge gereicht.

Fisolensalat

Zutaten für 4 Bohnensüchtige als Beilagensalat:
600 g Buschbohnen (grün, gelb, gemischt)
1-2 milde Zwiebel (z.B. rote)
2 TL gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut)
6 EL Weißweinessig
6 EL Sonnenblumenöl (oder Raps)
Salz, Pfeffer
Prise Zucker

evtl. etwas Paprikapulver zum Bestreuen

(1) Die Bohnen putzen, je nach Vorliebe und Zustand der Bohnen das spitze Ende dran lassen, und waschen. In kochendem Salzwasser 5 Minuten für knackig oder etwas länger garen bis die Bohnen beim Kosten nicht mehr an den Zähnen quietschen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Kräuter waschen, trockenen, fein hacken. Zusammen mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zucker in eine ausreichend große Schüssel geben und gut verrühren.
(3) Die fertigen Bohnen abgießen, abtropfen lassen und noch heiß unter das Dressing rühren. Mindestens 10 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss nach Geschmack mit etwas Paprikapulver bestreuen.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkircher, M. (2012): Österreich vegetarisch. Christian Brandstätter Verlang. Wien. p 71

 Bei uns gab es den Salat als Beilage zu ungarisch gefüllter Paprikaschote. Passte so wunderbar, dass ich es heute gleich wieder in dieser Kombination gemacht habe. Die Paprikaschote wurde nach diesem vor Äonen geposteten Rezept gemacht, nur, dass ich noch gehackte Petersilie ins Hack gegeben habe und die Sauce nicht andickte. So lange es noch die großartigen, aromatischen ungarischen Spitzpaprika zu kaufen gibt, macht ruhig die gefüllten Paprikaschoten. Es lohnt sich sowas von!

Palacsinta – Wie und was und überhaupt?

Palacsinta (gesprochen: Palatschinta) sind eines der ultimativen Comfort Foods für mich. Ernsthaft! Dünne, fast durchscheinende Palacsinta mit Quark bestrichen, zusammen gerollt und der Tag ist ein guter Tag, egal was vorher war! Nun mache ich auch ganz gerne welche für Gäste und wurde schon öfters gefragt, wie ich die denn so dünn hinkriege. Meine spontane Gegenfrage ist immer: „Wie kriegst Du die dicken deutschen hin?“ Die kann ich nämlich nicht machen und habe so einen deutschen Pfannkuchen, um ehrlich zu sein, auch noch nie gegessen. So lange ich mich erinnern kann, gibt es bei uns ungarische Palacsinta. Früher war das Gemeinschaftsarbeit von Frau Mama und Herrn Papa. Sie macht den Teig nach dem 60er Jahre Kochbuch „Ungarische Kochkunst“ und Herr Papa backte sie aus. Irgendwann zeigte Herr Papa mir wie das geht und ich habe die Aufgabe vollumfänglich übertragen bekommen… Mit dem Teig war ich nie so wirklich zufrieden, ich musste für meinen Geschmack zu viel nachjustieren. Ein neues wirklich gut funktionierendes Rezept fand ich im Buch „Spezialitäten aus aller Welt„. Der wirklich wichtige Bestandteil ist die geschmolzene Butter, macht den Palacsinta geschmeidig. Deswegen übrig gebliebene Palacsinta auch nie nie NIE in den Kühlschrank stellen, die werden brüchig. Einfach bei Zimmertemperatur abgedeckt stehen lassen. Wichtig bei ungarischen (und respektive österreichischen) Palacsinta ist ebenfalls das kohlensäurehaltige Mineralwasser, um den Teig lockerer zu machen, so lässt er sich wesentlich besser in der Pfanne verteilen. Und das ein weiterer Trick: Herausfinden wieviel Teig man für die eigene Pfanne braucht, damit der Boden nur dünn bedeckt ist. Für meine Pfanne und meine Kelle weiß ich es genau, kriegt man aber nur über ausprobieren hin. Die weitere Wichtigkeit: während man den Teig langsam in die Pfanne gießt, die Pfanne mit der anderen Hand beständig schwenken. Immer hin und her drehen, damit sich der Teig gleichmäßig verteilt. Dann die Pfanne auf die Herdplatte zurückstellen und so lange geduldig warten bis sich der Rand des Palacsintas vom Rand wellt und etwas braun geworden ist.

Dann den Palacsinta mit Hilfe eines Pfannenwenders (oder der Geschicklichkeitsklassiker Hochwerfen und in der Luft?) drehen und von der anderen Seite noch ein wenig bräunen lassen.

Und – Tadaa! So sieht für mich der perfekte Palacsinta aus.

Nach und nach den gesamten Teig zu tollen Palacsinta ausbacken und dann nach Belieben füllen. Wir bevorzugen Marmelade, Trinkscholadenpulver oder eine Zimt-Zucker-Mischung. Dabei ist das lustigerweise 50:50 innerhalb der Familie aufgeteilt: Frau Mama und Zwerg lieben Trinkschokolade, Herr Papa und ich Zimt-Zucker. Was wir aber alle lieben sind unsere Quarkfüllungen:

Dafür einfach Quark (Fettgehalt nach Geschmack) mit Zitronensaft und Zitronenschale vermischen. Mit soviel Zucker wie für den eigenen Geschmack nötig abschmecken und zum Schluss Rosinen untermischen. Göttlich!

Aber natürlich können auch Himbeeren mit Quark vermischt werden:

Oder wie die Briten es offensichtlich gerne tun, einfach Zucker auf den Palacsinta streuen und mit frischem Zitronensaft beträufeln. Äußerst köstlich!

Palacsinta

Zutaten für 6-8 Palacsinta:
1 EL Butter
100 g Mehl
Prise Salz
1 EL Zucker
150 ml Milch
2 Eier
ca. 100 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
etwas Butterschmalz oder neutrales Öl zum Braten

(1) Die Butter schmelzen lassen.
(2) Das Mehl in eine Schüssel sieben, das Salz und den Zucker unterrühren. Mit der Milch glatt rühren. Dann nacheinander die Eier und die geschmolzene Butter unterrühren. So viel Mineralwasser unterrühren, dass ein dünnflüssiger Teig entsteht. Den Teig 20 Minuten stehen lassen und damit das Mehl quellen lassen.
(3) Nach der Quellzeit den Teig nochmals gut durchrühren, vielleicht an der Konsistenz noch etwas mit Mineralwasser justieren.
(4) Eine mittelgroße Pfanne erhitzen. Einen wirklich winzigen Schluck Öl hineingeben und durch schwenken der Pfanne verteilen. Jetzt eine Kelle mit dem Teig in die Pfanne geben und mit gleichzeitigem Schwenken der Pfanne verteilen bis der Boden dünn bedeckt ist. Wenn sich der Rand des Palacsintas vom Pfannenrand hebt, kann er mit Hilfe eines Pfannenwenders umgedreht werden. Nochmal kurz braten bis die Unterseite wieder etwas braun ist und auf einem Teller zwischenparken.

Nach Wunsch füllen: Marmelade, Zimt-Zucker, Trinkschokolade, Zucker und Zitronensaft, Quark mit Rosinen oder Himbeerquark

Quelle: Grundrezept nach Hess, R., Schinharl, C., Szwillus, M. (2004): Spezialitäten aus aller Welt. Gräfe und Unzer. München. Seite 220

Wo wir gerade bei Puffern waren …

… kommt hier der Klassiker unter den Puffern: Kartoffelpuffern! Geliebt von Kindheit an, nur leider macht man sie ja nicht so oft, weil es einem unglaublich die Bude vollduftet. Dabei ist es so einfach: wenige, billige Zutaten, sättigend, egal ob süß oder herzhaft. So gelüstete es Frau Mama letztens nach Kartoffelpuffern. Und wie jede gute Tochter, erfüllte ich ihr den Wunsch natürlich gerne. Mit elektrischer Hilfe sind die Kartoffeln auch schnell geraspelt, restliche Zutaten dazu, Teig mischen, ans Ausbacken machen :-) Hier gabs es sie klassisch mit Apfelmus und Zucker und für Herrn Papa, der es eher herzhaft mag mit Lachs und Meerrettich oder einfach nur mit etwas Salz bestreut.

Und damit ich nicht jedes Mal ein Rezept im weltweiten Zwischennetz suchen zu müssen, hier das Grundrezept:

Kartoffelpuffer

Zutaten für 3 Erwachsene als Mittagessen:
1 kg Kartoffeln
1 Zwiebel
2 Eier
2 EL Mehl
Salz

Öl zum Ausbraten

(1) Die Zwiebel pellen und fein würfeln. Die Kartoffeln schälen. Dann, per Hand oder mit Maschine, grob in ein Tuch raspeln. Die Kartoffelmasse in dem Tuch fest ausdrücken.
(2) Die gewürfelten Zwiebeln mit den Eiern und dem Mehl zu den Kartoffeln geben. Salzen und gut durchrühren.
(3) In einer heißen Pfanne ordentlich Öl erhitzen (fettarm gebackene Kartoffelpuffer werden komisch). Für einen Puffer 1 EL Teig in die Pfanne glatt streichen und von beiden Seiten goldbraun braten. Gut abtropfen lassen und auf Küchenkrepp zum Entfetten zwischen parken. Warm halten.

Mit Apfelmus, Zucker, Salz, Lachs, Salami oder ganz nach Belieben servieren und

genießen!

Weihnachtsbrunch

Für den zweiten Weihnachtsfeiertag wünschte sich Frau Mama Fondue, allerdings mittags, weil sie ungern zweimal am Tag reichhaltig warm isst. Hmm, ich finde ja, dass Fondue eher was für abends ist, wie wäre es da, wenn wir ausgiebigst frühstücken (sprich brunchen *g*) und dann abends das Fondue. Der Vorschlag wurde nach einiger Überredungskunst auch von Herrn Papa angenommen :-)

Und so sah unser Brunchtisch aus (mit äußerst unharmonischem Geschirr *g*):

Aufschnitt, Schinken und Käse, schwarze Oliven und gefüllte Weinblätter, die restlichen Schnitzelchen vom Heiligabend, Honig und Lemon Curd gesellten sich zu einigen extra zubereiteten Speisen, die  jetzt genauer vorgestellt werden :)

Eigentlich wollten wir ein Kräuteromelett braten, aber dann kam Frau Mama auf die Idee doch gefüllte Eier zu machen und ich liebe gefüllte Eier! Ein genaues Rezept haben wir dafür nicht, es wird improvisiert mit dem was da ist. Dieses mal hat Frau Mama die hartgekochten Eier halbiert und die Eigelbe mit ein bißchen Senf und Ketchup verrührt, danach mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Zum Schluss noch Schnittlauchröllchen, eine kleinstgewürfelte Gewürzgurke und ein wenig saure Sahne unter gerührt, bis die Masse eine gute streich-/füllfähige Konsistenz hatte  und die leeren Eiweißhälften damit wieder gefüllt. Dabei kann man ruhig kleine Berge bauen ;-) Hach, yummie! Erwähnte ich, dass ich gefüllte Eier liebe? ;-)

Den Abend vorher habe ich schon eine Gemüse-Quiche nach diesem Rezept zubereitet, da man sie ja auch großartig bei Zimmertemperatur essen kann. Dabei hatte ich allerdings Mühe auf die 800 g Gemüseanteil zu kommen, weil ein akuter Gemüsenotstand ausgebrochen war. So kamen in die Quiche eine Möhre, eine Zucchini, einige Champignons, ’ne halbe Porreestange, ’nen halbes Bund Frühlingszwiebeln,  1 große normale Zwiebel (sehr zwiebellastig) und eine Kartoffel. Und es war echt hart, das Gemüse zusammen zu klauben. Aber sie ist richtig gut geworden und war verdammt schmackhaft, Zwerg hat sich fast ausschließlich davon ernährt und über den Tag verteilt immer mal ein Stückchen genommen ;-)

So und um mal wieder zu Frau Poletto zu kommen, die ja unser Weihnachten bestimmt hat, hat mich aus ihrem Buch eine Tomaten-Focaccia angelacht (man beachte bitte, dass der Artikel auch eine neue Kategorie bekommen hat „Brot“! Ich glaube, dass ist mein erstes brotähnliches Werk *g*) Und das wäre doch eine schöne Ergänzung zum gebeizten Lachs (weiter unten dann). Scheint laut Rezept auch überhaupt nicht kompliziert zu sein. Gleichzeitig mit der Gemüse-Quiche hab ich auch den Teig der Focaccia angesetzt und dann einfach auf unserem verglasten Balkon über Nacht gehen lassen, damit ich am Brunchmorgen nicht soviel Stress hab. Der Teig ließ sich sehr gut verarbeiten, hat keine Zicken gemacht. Durch das Tomatenmark ergibt sich eine schöne Marmorierung im Teig.  Leider hatte Frau Mama komplett keinerlei getrocknete Kräuter mehr, so dass ich auf den Oregano verzichten musste, war jetzt nicht komplett tragisch, aber ich glaube der Geschmack hat schon gefehlt. Wenn ich das nochmal backen, was definitiv der Fall sein wird, weil es wundervoll schmeckt und ich mir zu einem Picknick oder auf einem Buffet großartig vorstellen kann, benutze ich nur die Hälfte der Zutaten ;-) Hach, war gut, mein erstes brotähnliches Etwas! *stolzguck* So würzig, tomatig und doch auch frisch :-)

Tomaten-Focaccia mit Oliven und Rosmarin

3/4 Würfel  Hefe
200 ml  Lauwarme Milch
20 g  Zucker
60 g Pinienkerne
60 g schwarze Oliven, entsteint
150 g getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
500 g Mehl
Salz
1  Ei
4  EL Tomatenmark
2  TL getrockneter Oregano
500 g Kirschtomaten mit Rispe
2 Zweige Rosmarin
grobes Meersalz

(1)
– Hefe zerbröckeln, mit Milch und Zucker verrühren, an einem warnen Ort 10 Minuten gehen lassen
– Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne goldgelb rösten, herausnehmen, grob hacken
– Oliven vierteln
– getrockneten Tomaten in ein Sieb gießen, 100 ml des Öl auffangen, Tomaten in feine Würfel schneiden

(2)
– Mehl mit Prise Salz in eine Schüssel geben
– Hefeansatz, Öl der getrockneten Tomaten und das Ei hinzufügen
– alles mit dem Knethaken zu einem glatten, glänzenden Teig verkneten
– Tomatenmark und zum Schluss die Pinienkerne, getrockneten Tomaten, Oliven und Oregan rasch
unterkneten
– Teig an einem warmen Ort zugedeckt etwa 45 Minuten gehen lassen

(3)
– Ofen auf 180°C vorheizen
– Teig auf der Arbeitsfläche kurz durchkneten, auf einem Bogen Backpapier zu einem großen ovalen Fladen
(ca. 40 cm lang) ausrollen
– Teig mit dem Papier auf ein Backblech ziehen
– mit den Fingern Vertiefungen in den Teig drücken
– Tomaten samt Rispen vorsichtig waschen, trocken tupfen, auf dem Teig verteilen
– Rosmarinnadeln abzupfen, auf dem eig verteilen
– Focaccia mit Meersalz bestreuen
– im Ofen auf der mittleren Schiene 30-35 Minuten backen

Zum Servieren in Stücke schneiden und hier mit gebeiztem Lachs servieren.

Quelle: Poletto, Cornelia (2009): Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger. Zaber Sandmann. Seite 16

Zu der Tomaten-Focaccia passte hervorragend der gebeizte Lachs, nicht nur farblich. Als ich das Rezept las, war klar, dass ich das machen muss! Ich wollte schon lange mal einen Fisch selbst beizen, aber bisher scheiterte es an der Anzahl der Esser, nämlich bisher nur einer, ich … Ich alleine schaffe einfach nicht so ’ne Lachsseite zu essen oder auch nur ’nen halbes Kilo. Also jetzt mit Familie und der Fisch wird ja auch nicht gleich am nächsten Tag schlecht. Diesen zusammen zu basteln ist hochgradig unkompliziert, so simpel, unglaublich! Einzig das Einwickeln in Folie gestaltet sich, wenn man alleine arbeitet doch ein büschen schwieriger, irgendwie war meine Frischhaltefolie zu schmal, egal, gab es halt ein paar Lagen mehr und gut! Noch einen Tag (uns nen bißchen länger, hat nicht geschadet) auf dem Balkon gelagert (unser ist verglast und daher nicht so kalt, auch wenn es draußen lausig kalt ist) und fertig! Die trockneren Randteile hab ich abgeschnitte, waren nicht so lecker, aber der Rest: ein Traum! Soo gut! Süß-salzig, dillig, schön nach Fenchel-Korianderkörner schmeckend. Hach, toll! Ich merke auch immer mehr, dass ich Fisch im kalt verarbeiteten Zustand lieber mag als warm … Wer sowas mag, macht es nach! Vielleicht kann ich ja irgendwo kleine Fischteile auftreiben und es auch mal für mich machen, auch gerne nach anderen Rezepten :-) Ich bin auf den Geschmack gekommen *g*

Gebeizter Lachs

Zutaten für 8 Personen:
1  Lachsseite (ca. 1 kg Lachsfilet mit Haut)
100 g grobes Meersalz
je 100 g brauner und weißer Zucker
2 unbehandelte Zitronen
2 Bund  Dill
je 2 EL Korianderkörner und Fenchelsamen

(1) Am Vortag die Lachsseite waschen und trockentupfen. Salz und die beiden Zuckersorten mischen. Die Zitronenschale fein abreiben. Den Dill fein hacken.

(2) Die Lachsseite auf einen großen Bogen Frischhaltefolie legen. Zuerst die Salz-Zucker-Mischung darauf verteilen. Dann die Zitronenschale, den Dill und die Fenchel- und Koriandersamen darüber streuen. Straff in die Folie einwickeln. In einer Schale oder Platte 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und dabei einmal wenden (hier: *ahem* vergessen).

(3) Die Lachsseite aus der Folie holen und die Kräuter und Gewürze mit einem Messer etwas abstreifen. Dann in dünne Scheiben schneiden.

Quelle: Poletto, Cornelia (2009): Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger. Zaber Sandmann. Seite 76

Übrigens gab es abends doch kein Fondue :-( Geplant war ein Brühe-Fondue (sonst ja immer Fett), die Brühe gekocht, das Fleisch vorbereitet, das einzige Gemüse (Rosenkohl) blanchiert und was fehlte? Der Brennspiritus *grummel* Der stand aus welchen Gründen auch immer im Garten, der so 20 Minuten mit dem Auto entfernt ist *seufz* Naja, dann wurde halt das Raclette ausgepackt und das Fleisch auf dem Grillteil gebraten … Ein andern mal eben!

Mein typischer Geburtstagskuchen – Papageienkuchen

Papageienkuchen

Papageienkuchen

Als Geburtstagskind durfte man sich bei uns (wie in vielen anderen Familien auch) immer einen Kuchen für die Feier mit den Freunden aussuchen. Sowohl Zwerg als auch ich haben uns meistens Papageienkuchen gewünscht. Wirklich kindergeeignet. Schön bunt, unterschiedliche (z.T. sehr künstliche *g*) Geschmäcker, perfekt zum lustige Formen ausstechen! Dazu ist er auch schnell zuzubereiten: Grundteig anrühren, dreiteilen, verschiedene Geschmacksrichtungen zugeben, lustig verteilen, fertig! Perfekt für gestresste Mütter und Väter! Sowohl Zwerg als auch ich mögen den rosa Teig am liebsten, weshalb dieser bei uns  auch immer wesentlich mehr ist als die anderen beiden Teile. Auch bleibt immer ein Großteil des Teiges zum Rohverzehr in der Schüssel, gehört einfach zu diesem Kuchen dazu *g*

Im Rezeptheft meiner Mutter schwirren zwei Versionen des Kuchens rum, einmal mit und einmal ohne saure Sahne. Ich mag die saure Sahne-Version viel lieber, weil sie wesentlich saftiger bleibt. Man kann den Kuchen natürlich auch in anderen Formen, mit Mustern etc. backen. Einfach austoben!

Also, Eltern mit Kindern, die noch gerne Topfschlagen und Blinde Kuh auf ihren Geburtstagen spielen, einfach mal ausprobieren!

Papageienkuchen

300 g Mehl
4 Eier
1 Päckchen Backpulver
300 g Zucker
250 g Butter
200 g Saure Sahne (1 Becher)

2 EL Kakao
1 Päckchen Rote-Grütze-Pulver (ja, welche Frevel, ich weiß, aber:dieser künstliche Geschmack gehört dazu *g*)

(1) Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Die weiche Butter unterrühren.
(2) Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und unter Eier-Zucker-Butter-Mischung rühren. Die saure Sahne dazugeben und untermischen.
(3) Den Backofen auf 200°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und 1/3 des Teiges drauf geben. Kann man machen wie man will, wir setzen unregelmäßige Kleckse.
(4) Den Rest des Teiges halbieren. Die eine Hälfte mit dem Kakao mischen und die andere mit dem Rote-Grütze-Pulver. Ebenfalls unregelmäßig auf das Blech klecksen.
(5) Im Backofen 30-40 min. backen. Stäbchenprobe machen! Aber er sollte noch saftig sein.

Kann man noch mit Zitronenguss bestreichen oder einfachem Puderzucker bestäuben.

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zutaten: ++
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Roher Papageienkuchen

Roher Papageienkuchen

Mein absolutes Lieblingsessen …

Senfei

Senfei

ist total profan! Ich liebe Senfei! Ich brauche nix hochkompliziertes oder teures, um glücklich zu sein. Einfach Salzkartoffeln, gekochtes Ei und Senfsauce, wie sie meine Frau Mama macht. Ich bin so schnell und einfach glücklich zu stellen ;-)

Es gibt eine Geschichte, die Frau Mama sehr gerne erzählt: Immer wenn sie mich fragte, was ich denn zum Mittag haben möchte, antwortete ich als kleines Kind „Senfei!“ Also hat sie mir mal eine Woche lang jeden Tag Senfei gekocht (muss wohl während Urlaubs gewesen sein, sonst war ich ja im Kindergarten *grübel*). Sie hatte gehofft, dass ich danach genug davon hätte. Als sie nach einer Woche nochmal fragte, was ich essen möchte und als Antwort wieder „Senfei!“ kam, hatte sie aber genug und der Versuch der Senfei-Austreibung wurde als gescheitert angesehen. Auch heute wünsche ich mir immer noch Senfei, wenn es in die Ostseeheimat geht, allerdings mache ich es selbst, da Frau Mama meint, sie könne die Sauce nicht ohne Klümpchen kochen und richtig abschmecken ….

Jedenfalls wurde es gestern Abend für Mitbewohnerin M. und mich gekocht, die sich zwar etwas anderes darunter vorstellte als es war, das Essen aber doch ganz köstlich fand :-)

Senfei (2 Portionen)

1 EL Butter
1 EL Mehl
300 ml kaltes Wasser
3-5 TL mittelscharfer Senf
Zucker
Salz
Pfeffer

4 gekochte Ei
gekochte Kartoffeln

wer mag: eingelegte Rote Bete

(1) Zeitlich ist es günstig, die Sauce zuzubereiten, während die Kartoffeln und Eier kochen. Dazu die Butter in einem kleinen Topf schmelzen, das Mehl dazu geben und verrühren.
(2) Topf vom Herd nehmen und einen Schluck des Wassers dazu geben, gut rühren. Nach und nach das restliche Wasser hinein geben und immer gut rühren, damit keine Klümpchen enstehen.
(3) Wieder auf den Herd zurück stellen und den Senf mit Salz und Pfeffer dazu geben. Unter Rühren aufkochen lassen bis die Sauce dicker wird. Mit Zucker abschmecken bis ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Senfschärfe und Zuckersüße entsteht.

Sofort mit den gekochten Eiern und Kartoffeln servieren!

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zutaten: +
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Anmerkung: Extra für Zwerg so genau aufgeschrieben, damit sie es auch selbst mal kochen und nicht warten muss bis ich sie mal wieder besuche.

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