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Strasbourg 2019: Das beeindruckende Straßburger Münster

Was ist das berühmteste Gebäude Strasbourgs? Richtig, das Liebfrauenmünster, kurz Münster. Diese römisch-katholische Kirche gehört zu den bedeutendsten Kathedralen Europas und zu einem der größten Sandsteinbauten der Welt. Das Münster, das von 1176 bis 1439 als dritte Kirche auf demselben Platz errichtet wurde, ist zunächst im romanischen dann im gotischen Stil weiter gebaut worden.

Wir besichteten es gleich an unserem ersten vollen Tag, nachdem wir schon ein Weile in der Stadt rumflanierten. Der Vorteil von Kirchen: sie haben viele Sitzgelegenheiten, von denen aus man auch die Kirche von innen genießen kann.

Das Münster ist so groß, dass man es noch von der deutschen Rheinseite, dem Schwarzwald und dem Vogesen aus sehen kann. Es ist das höchste im Mittelalter vollendete Gebäude und war lange Zeit Mittelpunkt des Strasbourger Lebens.

Ich hab ja was übrig für beeindruckend große Kirchenfenster. Und das große Rosettenfenster muss sich nicht verstecken.

Ebensowenig die ganzen, sehr detaillierten Figuren, die aus dem Vogesensandstein (wahrscheinlich) gemeißelt wurden. Sehr beeindruckend! Und der Großteil hat auch noch eine Bedeutung, so wurde damals schon Missbrauch durch die katholischen Oberen angeprangert…

Besonders angenehm fand ich es einfach nur auf einem der Stühle zu sitzen und die Atmosphäre der Kirche zu genießen.

Ich bin zwar nicht einen My gläubig, aber ich mag die Stimmung in Kirchen!

Und diese super detaillierten Buntglasfenster! Ich konnte mich gar nicht sattsehen!

Soll das die Mutter Gottes mit Jesus darstellen? Ich bin so schlecht in biblischen Sachen, kein Wunder so ohne Religionsunterricht ;-)

Auch im Innenraum wurden viele der Sandsteinfiguren aufgestellt, leider konnte ich nur bei 1 oder 2 zuordnen, wen sie darstellen sollten.

Eine Besonderheit des Straßburger Münsters ist die astronomische Uhr, die ca. 800 Jahre alt ist. Zufälligerweise haben wir uns mittags das Münster angeguckt, als auch ein halbstündiger Film zur Uhr gezeigt wurde und die Uhr einmal durchlief mit allem Zip und Zap wie dem krähenden Hahn (im Bild unten ist er links neben dem Buntglasfenster zu entdecken).

Von oben nach unten sieht man die Monduhr, ein Planetarium, eine sehr große Uhr mit Sonnen- und Mondzeiger, sowie ein Himmelsglobus, der ebenfalls vom Uhr werk betrieben wird. Diese Uhr funktioniert heute noch.

Zu früheren Zeiten war das Münster und auch die astronomische Uhr ein zentraler Treffpunkt der Bürger, da sie dort die Uhrzeit ablesen konnten, aber auch welcher kirchliche Feiertag anstand, welche Tierkreiszeichen gerade ist und sogar was die Bauern wann anbauen können, z.B. kann die Zeit der Kirschblüte angezeigt werden.

Ich habe selten etwas technisch so faszinierendes gesehen! Bei solchen Geräten werde ich ja gerne zum Nerd *g* Und beim nächsten Straßburg-Besuch kann ich hoffentlich eine Führung zum Münster mitmachen :-)

Blaue Stunde.

Eine ernstlich beeindruckende Kirche, die man sich auch gerne öfter angucken kann. Ich glaube, man entdeckt immer wieder neue Details. Langweilig ist das Münster jedenfalls nicht!

Ungarn 2016: Esztergom – Die frühere Hauptstadt Ungarns

Esztergom – die Stadt, die ich auch schon mein Leben lang kenne und liebe. Von unserem Dorf ist sie 20 km entfernt, von Budapest aus braucht man ca. 1 Stunde mit dem Auto. Der Weg ist nicht weit, aber vielbefahren und oft stauig, da viele Leute aus unserer Gegend nach Budapest zum Arbeiten pendeln.

In der netten kleinen Stadt leben ca. 30.000 Menschen. Das Zentrum wurde in den letzten Jahren renoviert, ja auch mit Hilfe von EU-Geldern. (Und wer findet die EU in Ungarn besonders doof? *seufz*) Die Architektur des Rathauses mag ich immer noch sehr:

Vor dem Rathaus ist der Széchenyi Platz auf dem im Sommer viele Feste stattfinden. Sehr schön und gemütlich!

Esztergom (auf deutsch auch Gran genannt) liegt direkt an der Donau, die die Grenze zur Slowakei bildet. Unweit der Innenstadt kann man am Seitenarm der Donau (Kisduna) wunderschön spazieren gehen. Allerdings ist das nicht ganz ungefährlich, wenn mal wieder eines der regelmäßigen Hochwässer der Donau ist, dann droht das Wasser sich hierüber den Weg in die Innenstadt zu bahnen.

Das beeindruckendste Gebäude der Stadt ist die katholische Basilika, die auf dem Burgberg an der Donau steht:

Der Schlussstein der „Kathedrale Unserer Lieben Frau und des heiligen Adalbert“, jahaa das ist der offizielle Name, wurde 1869 gesetzt, aber die erste Kirche wurde an selber Stelle schon von 1001 bis 1010 errichtet, als Esztergom unter König Stephan I. (der Nationalheilige) ungarische Hauptstadt war. Sie brannte im 12. Jahrhundert nieder und es folgten weitere Kirchen, die aber immer wieder zerstört wurden.

Zur Kuppel kann man auch hochgehen und hat wunderschönene Aussichten, z.B. Richtung Donauknie und Pilis-Gebirge, …

… zur Donau und rüber zur slowakischen Schwesterstadt Štúrovo (Párkány) …

… oder zum Innenhof der Basilika, in dem im Sommer Open Air Theater gespielt wird und zur Burg, die mit einem Museum drin wieder nach den mittelalterlichen Plänen errichtet wurde.

Etwas westlich der Basilika wurde an einem besonders hübschen Aussichtspunkt über die Donau das Denkmal für Stephan I. errichtet, der das Christentum nach Ungarn brachte.

Und jetzt noch eine persönliche Empfehlung, wenn die Außentemperaturen steigen (und das tun sie oft im ungarischen Sommer). Esztergom hat auch ein Spaßbad, aber wir gehen am liebsten in das kleine, über 100 Jahre alte „Szent István Strandbad“ gleich am Nebenarm der Donau. Viel Platz und Schatten unter Bäumen, angenehmes Wasser, günstiger Eintritt, sättigende Snacks.

Szent István Strandfürdö
Bajcsy-Zsilinszky Endre utca 14
Öffnungszeiten: von Montag bis Sonntag 6-19 Uhr
Eintritt (2017):
Kinder 800 Forint ~ 2,60 €
Erwachsene 1100 Forint ~ 3,60 €

Immerhin ist das hier ja noch ein kleiner Foodblog, also zeige ich der geneigten Leserschaft morgen, was in Ungarn so für uns gekocht wird: im Alltag, zu besonderen Anlässen, abseits des Gulaschklischees. Es gibt kulinarisch so viel mehr zu entdecken!

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