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Blog-Event CLV – Mezze: Türkischer Weißkraut-Möhrensalat

Im „Kochtopf “ wird wieder ein Blog-Event ausgetragen. Juhuu! Dieses Mal möchte Susan von „Labsalliebe“ eine grandiose Mezze-Tafel. Nein, natürlich soll nicht jeder eine komplette Tafel mit nahöstlichen Köstlichkeiten füllen (darf es aber gerne *g*), es reicht wenn eine Kleinigkeit mitgebracht respektive gebloggt wird und wir so eine große, virtuelle Orient-Party feiern können.

In einer der letzten Biokisten hatte ich einen schönen Spitzkohl drin, aber wusste lange nicht, was ich damit anstellen soll. Nach ungarischen Krautnudeln war mir bei der Hitze nicht und Sauerkraut ansetzen zu anstrengend. Aber der Kohl wurde ja auch nicht besser im Gemüsefach. Beim Blättern im hochgeschätzten Buch „Türkei vegetarisch“ fiel mir der Weißkohl-Möhren-Salat auf. Und so ein türkischer Coleslaw passte gut als Beilage zu meinen weiteren Essensplänen für’s Wochenende. Dieser Salat besteht nicht nur aus Kohl, Möhren und Mayo, wie gefühlt die amerikanische Variante – nein! – der hier wird mit Walnusskernen und Dill verfeinert. Die Sauce bleibt dabei aber sehr einfach mit einem Hauptanteil türkischem/griechischem Joghurt und einer Winzigkeit Mayonnaise. Weil ich gerade keinen Joghurt da hatte, aber dafür einiges an Schmand, habe ich einfach den benutzt :-) Rezepte sind zum Variieren da, nicht?

Den gesamten Weißkraut-Möhren-Salat kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen! Er ist schnell gemacht, besteht aus Zutaten, die es in jedem Supermarkt gibt und er braucht keine Ruhezeit, kann also sofort genossen werden. Passt super zu Gegrilltem, Frikadellen jeglicher Couleur, herzhaften Aufläufen oder einfach so zum Abendbrot. Ein paar Tage hält er sich auch gut im Kühlschrank! Großartiger Salat!

Blog-Event CLV - Mezze (Einsendeschluss 15. August 2019)

Türkischer Coleslaw mit Walnüssen

Zutaten für 6-8 Portionen:
500 g Weiß- oder Spitzkohl
1/2 EL Salz
2 kleine Möhren
2-3 Stengel Dill
80 g Walnusskerne
150 g 10%iger Joghurt (oder Schmand)
2 EL Mayonnaise
Prise Pfeffer

(1) Den Kohl putzen, dafür die äußeren unschönen Blätter entfernen und den Strunk raus schneiden. Den Kohl fein schneiden oder hobeln. Mit dem Salz bestreuen und den Händen kräftig mehrere Minuten durchkneten, damit er mürbe und saftig wird. 10-15 Minuten stehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die Möhren schälen und grob raspeln, die Walnusskerne grob und den gewaschenen, getrockneten Dill fein hacken. Den Joghurt mit der Mayonnaise verrühren.
(3) Alles zum Kohl geben, mit etwas Pfeffer würzen und gut vermischen.

Mit ein paar Walnüssen und Dill garnieren. Kann sofort serviert werden.

Genießen!

Quelle: nach Tancgil O., Tancgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 132

Würzige Krautstangen als Partysnack

Seid ihr auf der Suche nach einem Snack für die nächste Party? Dann Glückwunsch, hier seid ihr fündig geworden! Diese gezwirbelten Stangen sind ein Klassiker unter den Snackrezepten und mit ihrer Krautfüllung wirklich typisch ungarisch. Auf diese Art gegarten Kohl ist sogar ziemlich vielfältig einsetzbar – für diese Stangen, aber auch einfach unter gekochte Nudeln gerührt als Káposztás tészta oder in Strudelteig eingerollt. Also wenn ihr mögt und nicht wisst, was ihr mit dem restlichen Kohlkopf anfangen sollt, macht ruhig die doppelte Menge. Die kriegt man schon weg ;-)

Die Krautstangen an sich, sind echt schnell gemacht, wenn die Füllung fertig ist, Fertigblätterteig sei Dank! Und wenn man die Technik raus hat, wie sie zu zwirbeln sind, wird alles gut! Dafür einfach die Enden der Stangen in beide Hände nehmen und einige Male entgegengesetzt voneinander drehen. Tadaa! Sie sind wirklich so lecker, dass zumindest ich nicht aufhören konnte, sie zu essen. Auch die Kollegin und ihr Sohn fanden sie so lecker, dass der Sohn gleich noch welche bei seiner Mutter orderte *g* Versucht es ruhig mal und berichtet mir dann gerne davon!

Gezwirbelte Krautstangen

Zutaten für ca. 12 Stück:
1/2 Kopf Weißkohl, ca. 600 g
4 TL Zucker
3 EL neutrales Öl
Salz, Pfeffer
2 Rollen Fertig-Blätterteig (ca. 270 g) aus der Kühlung
1 Ei

(1) Als erstes den Kohl vorbereiten. Dafür unschöne äußere Blätter entfernen und die Strunk rausschneiden. Es sollten ca. 500 g Kohl übrig bleiben. Dann auf der groben Seite einer Reibe reiben. Den ZUcker gleichmäßig in einen großen Topf streuen. Dann auf mittelhoher Hitze karamellisieren lassen, dabei auf keinen Fall rühren. Einfach in Ruhe warten bis der Zucker eine helle Bernsteinfarbe angenommen hat. Das Öl hinzufügen und den Kohl dazu geben. Gut verrühren. Salzen und pfeffern und etwa 20-25 Minuten auf mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren garen lassen. Abkühlen lassen.
(2) Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier belegen.
(3) Eine Packung des Blätterteigs entrollen. Die Kohlfüllung gleichmäßig darauf verteilen und mit der zweiten Blätterteigrolle bedecken. Ein bisschen andrücken und dann mit einem scharfen Messer in 2-2,5 cm breite Streifen schneiden. Die einzelnen Streifen in beide Hände nehmen und entgegengesetzt verzwirbeln. Auf das Blech setzen. Genauso mit den restlichen Stangen verfahren.
(4) Das Ei aufschlagen und jede Stange mit Ei bepinseln. Die Bleche in den Ofen schieben und ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun sind. Nach der Hälfte der Zeit die Bleche tauschen und evtl. drehen, wenn Euer Backofen ungleichmäßig bäckt.

Herausnehmen und abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: StreetkitchenKáposztás csavart

Der große Glander – Cevapcici-Burger mit Ajvar und Krautsalat

Mögt ihr Bücher? Ich liebe Bücher! Gleich in der ersten Klasse besorgte Frau Mama mir einen Bibliotheks-ausweis und seitdem war ich sehr regelmäßig dort anzutreffen. Es war auch zu praktisch, nur 10 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt und unsere Stadtteilbbliothek hatte eine riesige Auswahl. Dort lernte ich die Mumins kennen und lieben, Schokolowski, der schokoladeliebenden Bernhardiner oder verschlang die Bücher über die Abenteuer des kleinen Nicks. Seitdem hat sich mein Geschmack etwas weiter entwickelt (Aber ich lese immer noch gerne Kinderbücher *g*) und zur Bücherliebe kam die Liebe zum Essen dazu. Im Idealfall verbindet sich beides in einem Buch. So lese ich gerne Sachbücher über kulinarische Themen, wie von Michael Pollan, aber auch Fiktion in der Essen eine große Rolle spielt. (Sonst bin ich eher der Romantyp…)

Wer da besonderes Talent hat, beides zu verbinden, ist Stevan Paul, dessen bisherige Bücher (sowohl die Kochbücher- als auch Fiktion) ich nur so verschlang. Letzten Herbst erschien dann sein erster Roman „Der große Glander„, in dem es um einen jungen aufstrebenden Künstler der Eat-Art-Bewegung der Anfang 90er Jahre geht, der plötzlich verschwindet. Etliche Jahre später glaubt ein Kunstkritiker ihn in einem Restaurant erkannt zu haben und folgt seinen Spuren. Dabei wird natürlich über Essen geschrieben, über ziemlich viel sogar.


© mairisch verlag

Und dazu veranstaltet der mairisch Verlag eine #glanderblogparade. Es wurden die insgesamt 48 Gerichte des Buches aufgezählt mit kurzen Textpassagen aus dem Buch, zu denen sich Blogger dann anmelden konnten, um das Gericht zu kochen. Den Link zum Rezept samt Bild schickt der Blogger dann an den Verlag, der alles online zusammenstellt. So gibt es für den geneigten Leser des Buchs eine schöne bebilderte Zusammenfassung aller im Roman auftauchenden Gerichte, die natürlich auch gerne nachgekocht werden dürfen. Ich entschied mich für die Balkan-Küche, vertreten durch Brankos Ćevapčići-Burger, die mir als halber Ungarin natürlich sehr entgegen kommt. Im Roman sind einige Vorgaben zum Ajvar gemacht worden in Form einer fruchtigen Süße durch Rosinen, auch sollte es pikant sein, was es bei mir nicht wurde, weil das hier schreibende ungarische Halbblut kein scharfes Essen verträgt, aber ihr könnt gerne ein wenig Chili mit ins Ajvar geben. Jedenfalls entsteht daraus eine sehr angenehm würzige Sauce, die zu vielerlei, nicht nur Cevapcici passt. Für die Cevapcici orientierte ich mich an einem Rezept aus der arte Sendung „Zu Tisch in Serbien“, das wirklich sehr pur gehalten ist und ich nur um eine Winzigkeit Paprikapulver ergänzte. In der Grillpfanne wurden die Hackfleischröllchen dann auch wunderbar knusprig von außen. An den Krautsalat, die Gemüsekomponente des Burgers, gab es nur die Vorgabe des Kümmels, was sich bei mir aber fast von alleine versteht, so von wegen verbesserte Verdauung *g* Das Rezept von Plachutta stellte sich als ideal heraus: leicht säuerlich, würzig, nicht zu saucig und trotzdem saftig. Den Salat werde ich ab sofort öfter machen!

Klar, um so einen Burger mit seinen ganzen Komponent selbst zu machen, braucht es schon ein bisschen, meine Vorbereitungen haben sich über zwei Tage gezogen, wobei ihr das Ajvar und den Krautsalat schon an einem Tag vorbereiten könnt und dann am Tag des Essens nur noch die Cevapcici bratet und rohen Komponenten für den Burger vorbereitet. Also alles in allem kein Zauberwerk. Und das Ergebnis ist es sowas von wert! Würzige Sauce, knackiger Salat, knusprig-herzhafte Hackfleischröllchen dann zusammen mit dem frischen Brötchen und den mild-knackigen roten Zwiebeln. Ein Traum!

Ćevapčići-Burger

Zutaten für 2 hungrige Burgeresser:

  • 2 große Brötchen
  • hausgemachtes Ajvar
  • Krautsalat
  • Ćevapčići
  • 1/2 Rote Zwiebel in Ringen
  • ein wenig Feta zerkrümelt

Fruchtiges Ajvar

Zutaten für 500 ml:
1 kg rote Spitzpaprika
1/2 Aubergine
2 EL Rosinen
50 ml Apfelsaft
1 rote Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Neutrales Öl
Salz, Pfeffer
Essigesszenz

optional: Chiliflocken

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Die Aubergine (den Rest der gerösteten Aubergine andersweitig verwenden, zum Beispiel für göttlichen Auberginen-Kavier) an einigen Stellen mit einem spitzen Messer einpieken. Alles in einer Schicht auf das Backblech geben. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-60 Minuten rösten. Die Paprikaschoten sollten schwarze Blasen haben, die Aubergine schrumpelig und weich sein.
(3) Die Rosinen mit dem Apfelsaft ein Glas geben und zur Seite stellen.
(4) Alles vom Blech in eine Schüssel geben, mit einem Deckel oder Folie abdecken und etwa 1 Stunde abkühlen lassen. Wenn man das Gemüse anfassen kann, die Aubergine halbieren und das Fruchtfleisch der einen Hälfte in eine Schüssel kratzen. Von den halben Paprikaschoten mit den Händen die Schale abziehen (geht ganz einfach jetzt) und das Fruchtfleisch samt Saft in der Schüssel sammeln.
(5) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebelwürfel mit einem Schluck Öl in einen kalten kleinen Topf geben, etwas salzen. Die Flamme unterm Topf auf mittel stellen und die Zwiebeln in etwa 20 Minuten weich dünsten. Ab und zu umrühren. Den Knoblauch und die Rosinen ohne den Saft zugeben und einige Minuten mitdünsten lassen. Mit dem Apfelsaft ablöschen und das Paprika- und Auberginenfruchtfleisch (wer mag, jetzt auch die Chiliflocken) zugeben. Deckel auflegen und bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten dünsten lassen. Ab und an umrühren, damit nichts anbrennt.
(6) Die gesamte Masse in einen Standmixer geben und mit Hilfe eines Stabmixers fein pürieren. Zurück in den Topf geben und bis zur gewünschte Konsistenz bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Hier waren es etwa 10 Minuten. Mit Salz, Pfeffer und der Essigesszenz pikant abschmecken.

In ein heiß ausgespültes Glas geben, die Oberfläche glatt streichen und mit Öl begießen.

Passt wunderbar zu Gegrilltem, Bratwurst, Klops oder auch nur auf’s Käsebrot. Auch als Dip zu Gemüsesticks stelle ich mir Ajvar sehr nett vor.

Quelle: nach „Der große Glander“ und der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Herzegowina.

Krautsalat

Zutaten für 2-4 Portionen:
600 g Spitz- oder Weißkohl
Salz
60 ml Wasser
3 EL Apfelessig
1 TL Kümmel, ganz
6 EL neutrales Öl

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen und den Strunk entfernen. Entweder mit einem scharfen Messer in wirklich feine Streifen schneiden oder eine Küchenmaschine benutzen. Den Kohl salzen und einige Minuten kräftig kneten, bis er zusammen fällt und Saft austritt. 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Kohlstreifen zwischen beide Hände nehmen und richtig gut ausdrücken. In eine kleinere Schüssel geben. Das übrige, salzige Kohlwasser wegschütten.
(2) Das Wasser mit dem Apfelessig und dem Kümmel in einem kleinen Topf aufkochen und über den Kohl gießen. Das Öl darüber geben und alles gut verrühren. Noch eine Weile ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Plachutta, E., Plachutta, M. (2012): Der goldene Plachutta. Brandstätter Verlang. Wien. p 71

Ćevapčići – Cevapcici

Zutaten für 10 Stück:
350 g Rinderhack
1/2 TL Natron
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß

(1) Das Hackfleisch mit den Zutaten gut verkneten. Eine Portion Teig zwischen den Händen länglich formen und mit den Fingern zusammendrücken, so dass ihre Abdrücke zu sehen sind. Auf einem Teller ca. 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
(2) Eine Grillpfanne auf hoher Temperatur heiß werden lassen. Die Ćevapčići von allen Seiten einige Minuten braten bis sie gar sind.

Quelle: nach der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Serbien.

Wenn alle Komponenten fertig sind, den Burger zusammen stellen: Das Brötchen längs halbieren, die Ober- und Unterseite mit Ajvar bestreichen. Auf die Unterseite eine Portion Krautsalat legen, die frisch gebratenen Cevapcici darauf legen. Ein paar Zwiebelringe und Fetakrümel verteilen und mit der Brötchenoberseite bedecken.

Mit Wonne genießen!

 

Unkompliziert perfekt winterlich: Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Die Zeit der Eintöpfe und Schmorgerichte ist schon seit ein paar Wochen über uns und was passt das besser als den kleinen Slowcooker wieder rauszuholen. Aber so wirklich weit weg war er bei mir auch in der warmen Jahreszeit nicht, weil mir die Schmormonster doch so einiges an Kraft und Zeit spart.

Jetzt im Winter ist es offensichtlich vorbei mit der herrlichen Pracht an frischem Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Tomaten, die leeren Töpfe auf dem Balkon sehen schon traurig vereinsamt aus. Aber dafür gibt es die anderen leckeren Lagergemüse wie diverse Kohl- oder Kürbissorten. Warum also nicht nutzen und leckere Schmorgerichte daraus zaubern.

Im „Slowcooker für 2“ ist ein Rezept enthalten, dass mich frappierend an den geliebten Hackschmorkohl erinnert, nur dass die Kartoffeln schon drin sind und die Würzung sich eher am Balkan orientierte mit Ajvar und Paprikapulver. Prinzipiell ist es auch schnell zusammen gestellt. Wer jetzt morgens aber nicht zu solche koordinativen Leistungen wie unfallfreies Kartoffelhobeln fähig ist, kann die Zutaten schon am Abend vorher vorbereiten, kühl zwischenlagern und am Morgen schnell in den Einsatz geben und anstellen.

Und nach der Arbeit (oder Ausflug, Gartenarbeit etc.) wird man mit einem wunderbar würzigen, sättigenden Eintopf, der herrlich von innen wärmt, belohnt.

Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 größere Portionen:
1 EL Butter
200 g Kartoffeln
200 g Weiß- oder Spitzkohl
Salz, Pfeffer
1 Prise Kümmel
1/2 bis 1 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Öl
250 g Hack
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
125 ml Wasser
50 g Ajvar

Zum Servieren:
50 g Feta

Slowcooker: 1,5 l
Stufe und Zeit: 6-6,5h auf LOW oder 3,5h auf HIGH

(1) Zuerst den Einsatz des Slowcookers mit der Butter einfetten.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen und in 2 mm dünne Scheiben hobeln. In den Keramikeinsatz schichten, leicht salzen und pfeffern. Den Kohl in ca. 3 mm dicke Streifen schneiden, mit Salz, Pfeffer und Kümmel etwas durchkneten und auf die Kartoffeln geben.
(3) Zwiebel und Knoblauch häuten. Zwiebel fein würfeln, Knoblauch durch die Presse drücken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack mit Zwiebel und Knoblauch darin krümelig braten. Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen und in den Slowcooker auf die Kohlstreifen geben.
(4) Das Wasser gut mit dem Ajvar verrühren und über den Kohltopf gießen.
(5) Deckel aufsetzen und auf HIGH ca. 3,5 Stunden garen lassen.
(6) Den Feta über das Hack krümeln und servieren.

Genießen!

Quelle: Westphal, U., Frankemölle, G. (2015): Slowcooker für 2. p 55

Strudel zum Mittag – Ungarischer Krautstrudel mit Dillquark

Mit der Giftigen Blonden, der Turbohausfrau und Petra von „Obers trifft Sahne“ trage ich mal wieder eine Challenge aus: Strudel. Strudel sind ja sowohl hier in Süddeutschland als auch in Österreich und Ungarn beliebt. Für einen richtig guten Strudel würde ich sterben! Aber Strudel geht nicht nur in klassisch süß mit Apfel oder Quark, nein auch herzhaft kann die ungarische Küche in Form eines Krautstrudels. Die Oma meiner Cousins in Ungarn hat mal welchen gebacken (zusammen mit allen anderen möglichen Varianten) und seit ich den kostete, bin ich dieser Kombination verfallen! Leicht süßlicher Kohl in knusprigen Lagen Teig, ein Traum!

Und es ist ja alles nicht so schwer. Ich beschrieb ja schon mal ausführlicher, wie so ein Strudel gemacht wird und die Rezeptur für die wirklich einfache Füllung fand ich im sehr ausführlichen Kochbuch „Culinaria Ungarn„. Ungarische Küche, erst Recht die vom Lande ist ja schon sehr simpel und auch diese Füllung besteht eigentlich nur aus angebratenem Kohl, ein wenig Zucker, Salz und Pfeffer. Dabei ist das Verhältnis von Zucker und Pfeffer wichtig, damit es nicht zu süß wird, eher so herzhafte Süßlichkeit. Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist, dass das gehobelte (oder fein geschnittene) Kraut mit Salz ordentlich verknete und stehen gelassen wird, damit es Wasser zieht und die Füllung nicht zu feucht wird und beim Backen eventuell durchsuppt. Das wäre äußerst unangenehm. Also stehen lassen und das Kraut gut ausdrücken bevor es in die Pfanne zum leicht karamellisierten Zucker wandert. Der Rest ist das Übliche Strudelziehen und -rollen. Einfach. Das schafft meine geneigte Leserschaft doch mit links :-)

Ich wollte den Krautstrudel allerdings zum Mittag essen, also habe ich noch einen Kräuterquark dazu gemacht, der wunderbar passte. Ein Salat dazu oder ein nettes Süppchen vorher schaden aber auch nicht. Traut Euch ruhig, es schmeckt wunderbar!

Und jetzt ab mich Euch zu den anderen Damen dort warten ein Apfel-Walnuss-Strudel, herzhafter Spinat-Feta-Strudel und Nuss-Strudel auf Euch :-)

Ungarischer Krautstrudel mit Dillquark

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Portion Strudelteig
2-3 EL Butter
Mehl zum Bestäuben des Tuchs

Für die Füllung:
1/2 Spitzkohl
Salz
1 EL Öl
1 EL Zucker
Pfeffer

Für den Dillquark:
250 g Quark nach Wahl (hier in Magerstufe)
2 Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
2-3 TL gehackter Dill

(1) Als erstes die Füllung zubereiten, damit sie abkühlen kann. Dafür die Strunk vom halben Spitzkohl entfernen und den Kohl in feine Streifen schneiden. Mit etwas Salz gut kneten und ca. 30 Minuten stehen lassen, damit er Wasser zieht.
(2) Den Dillquark vorbereiten. Dafür die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Zusammen mit dem Quark und Dill verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Im Kühlschrank durchziehen lassen bis er gebraucht wird.
(3) Das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Zucker einstreuen. Ohne Rühren bei mittelhoher Hitze in Ruhe schmelzen und etwas karamellisieren lassen. Brav dabei stehen bleiben, nicht weglaufen, wir wollen keinen verbrannten, bitteren Zucker. Den Kohl ausdrücken und in die Pfanne geben. Das zischt etwas, nicht erschrecken. Gut durchrühren, damit der Karamell sich gut im Kohl verteilt und dann bei weiterhin mittelhoher Hitze offen in ca. 20 Minuten golden anbraten. Zum Schluss pfeffern. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(4) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Butter mit dem Gerät der Wahl schmelzen.
(5) Die Tischdecke auf den Tisch legen und leicht mit Mehl bestäuben. Den Strudel wie hier beschrieben vorsichtig mit dem Handrücken so dünn wie möglich zu einem Rechteck ausziehen. Die dicker gebliebenen Ränder mit einem Messerchen abschneiden. Den Teig dünn mit einem Teil der geschmolzenen Butter bestreichen. Den Kohl gleichmäßig auf einem Drittel der langen Seite verteilen. Die kurzen Seiten einschlagen und mit Hilfe der Tischdecke den Strudel vorsichtig aufrollen und auf das Blech bugsieren. Von außen mit der restlichen Butter bestreichen.
(6) Auf der mittleren Schiene im heißen Ofen 25-30 Minuten backen bis er goldbraun ist. Herausholen und ein bisschen abkühlen lassen. Zusammen mit dem Quark servieren.

Dazu passt wunderbar noch ein schöner Salat oder eine Süppchen vorneweg.

Genießen!

Borschtsch – Perfekt aus dem kleinen Slowcooker

Für Suppen repsektive Eintöpfe ist der Slowcooker ja prädestiniert. Und wenn jetzt nicht Suppenzeit ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist kalt, es ist feucht draußen, die Kälte zieht einem sofort in die Knochen und der Wind kneift einen in Nasenspitze und Ohren. Da tut ein Eintopf, der mich von innen auftaut richtig gut.

Und der Osten Europas hat es einfach drauf, was Suppen angeht. Ob es die geliebte sonntägliche Fleischbrühe in Ungarn ist (oder alle anderen täglichen Suppen), Bigos aus Polen oder das ukrainische Borschtsch. Alles ziemlich ikonische Suppen, die es sich definitiv mal lohnt zu kosten.

Vom Crocky-Blog lachte mich letztens der Borschtsch, russisch „борщ“ – und sieht das nicht wunderhübsch aus?! – an. Nun habe ich die Suppe schon mal von einem aus Sibirien stammenden Russen gekocht, probieren dürfen und es war echt lecker, aber irgendwie auch aufwendig in die Zubereitung: Brühe aus Rindfleisch kochen, Kohl, Rote Bete und weitere Gemüse raspeln und extra anbraten, um es dann in der Brühe zu Ende garen zu lassen. Hach, hmm, och nö. Aber Gabis Variante klang vielversprechend und simpler in der Handhabung: Gemüse unten in den Slowcooker legen, Fleisch obenauf, gewürzte Brühe angießen und für einen halben Tag vergessen. Dann sollten Fleisch und Gemüse gar sein, aber wie immer beim Slowcooker beachten, dass das Wurzelgemüse wirklich klein gewürfelt wird, nur geviertelte Kartoffeln normaler Größe brauchen eeeeeewig bis sie gar sind. Bei mir war es jetzt sogar so, dass das Fleisch nach 10,5 Stunden zart war, die Würfelchen aus vorwiegend festkochenden Kartoffeln aber noch 1,5 Stunden brauchten. Verkehrte Slowcooker-Kochphysik!

Und die Suppe wird richtig köstlich! Zartes Fleisch, würziges Gemüse und den letzten Kick gibt es wirklich, wenn die Saure Sahne mit dem frischen Dill unter gerührt wird. Großartigst! Kann es nur jedem empfehlen, der wärmende, tröstende Suppen für usselige Tage braucht!

Borschtsch

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 mittlerer Karotte
1 kleines Stück Knollensellerie
1 mittelgroße Kartoffel (vorwiegend festkochend)
2 kleine Rote Bete (roh oder vorgekocht)
1/4 Kopf Spitz- oder kleiner Weißkohl
1 Beinscheibe vom Rind (300-400 g)
1/2 Lorbeerblatt
2 Pfefferkörner
750 ml Rinderbrühe (oder Wasser)
2 TL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1 TL Essig
1/2 TL Zucker

Zum Servieren:
Saure Sahne oder Schmand
gehackter Dill

Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 11-12 Stunden auf LOW
Slowcooker: 1,5 l

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Kartoffel, Selleriestück und Möhre schälen und in kleine Würfel schneiden. In den Keramikeinsatz des Slowcookers geben Wenn rohe Rote Bete benutzt wird, diese auch schälen und in ebenso kleine Würfelchen schneiden und dazu geben. Den Kohl fein schneiden oder hobeln. Auf dem Gemüse verteilen. Die Beinscheibe darauf geben, Lorbeerblatt und Pfefferkörner mit in den Topf geben.
(2) Die Brühe (oder Wasser) mit dem Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Essig und Zucker gut verrühren und in den Slowcooker gießen. Deckel drauf und 11-12 Stunden auf LOW garen lassen bis das Gemüse durch ist. Wer vorgekochte Rote Bete nimmt, gibt sie 3 Stunden vor Kochzeitende mit in den Slowcooker geben. Wenn das Gemüse gar ist, die Beinscheibe rausnehmen, Fett und seltsames anderes Zeug abschneiden und würfeln. Zurück in die Suppe geben.
(3) Auf die Teller verteilen, einen Klecks Schmand und Dill drüber geben und servieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogAus dem Crockpot: Borschtsch

Ach, und seit vorsichtig bei den Pfefferkörnern, drauf beißen kann unangenehm sein ;-)

Bayrisch Kraut – Klassiker der Beilagenküche

Ich lebe nicht nur im Klein-Ankara oder Klein-Moskau Göttingens, nee offensichtlich auch Klein-Warschau. Die polnische Gemeinde hier ist nicht zu unterschätzen. Sie ist offensichtlich so kaufkräftig, dass es sich für einen Anbieter polnischer Wurstwaren und anderer Lebensmittel lohnt hier einmal wöchentlich einen Verkaufswagen vorbei zu schicken, der auch tatsächlich jeden Dienstagnachmittag von etlichen Damen und Herren erwartet wird. Ich habe es nur mitbekommen, weil ich zufällig einen Tag später aus der Arbeit gekommen bin und da einige mir bekannte Kunden sah. Und weil der Wagen gerade um die Ecke bog, habe ich die Chance ergriffen und ein paar schlesische Köstlichkeiten käuflich erworben. Und ich muss sagen, diese Würste waren wirklich sehr gut. Sogenannte Sonntagskrakauer habe ich zum Abendbrot gekocht und in Letscho mitgegart. Die oben sichtbare Bauernkrakauer nur in etwas Öl gebraten. Köstlich!

Aber nur gebratene Wurst ist auch kein richtiges Mittagessen für mich. Kartoffelbrei passt ja eh zu fast allem und an gemüsigem, war mir nach Kohl. In meinem alten Kindergarten, in dem auch zu Schulzeiten noch mittags essen ging, gab es manchmal Bayrisch Kraut, also etwas süßlicher Kohl. Das fand ich damals schon lecker und hat mich nicht mehr losgelassen. Also schnell in den weiten des Internets gesucht und bei den Küchengöttern fündig geworden. Das Rezept las sich gut. Und es war auch wirklich gut! Einfache, stressfreie Zubereitung (nicht nicht in 5 Minuten, habe ich aber auch nicht „schnell“ behauptet) und Geschmack wirklich vorzüglich! Probiert es ruhig aus, es lohnt sich!

Bayrisch Kraut

Zutaten für 4 Portionen als Beilage:
1 mittlerer Spitzkohl
(oder 1/2 Weißkohl)
1 Zwiebel
50 g durchwachsener Räucherspeck
2 EL Schmalz (Gans, Schwein, Butter)
1,5 EL Zucler
1/4 l Brühe
Salz, Pfeffer
1 TL Kümmel
2 EL Weißweinessig
1 Apfel
1 TL Speisestärke

(1) Die äußeren Blätter vom Kohl entfernen, ihn halbieren und den Strunk rausschneiden. Die Hälften in dünne Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Den Speck ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Den Apfel vierteln, entkernen und fein würfeln.
(2) In einem größeren Topf das Schmalz erhitzen, den Speck und Zwiebel darin anbraten bei mittelhoher Hitze. Den Zucker zufügen und leicht karamellisieren. Die Brühe zugießen, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und dem Essig würzen. Circa 3 Minuten köcheln lassen.
(3) Apfelstückchen und Kohlstreifen in den Topf geben und 30-40 Minuten zugedeckt bei schwacher Hitze schmoren lassen.
(4) Die Stärke in einer kleinen Tasse mit 3 TL kaltem Wasser anrühren und unter das fertige Kraut rühren. Einmal aufkochen lassen und nochmals kosten, ob noch etwas fehlt.

Zusammen mit Kartoffeln, Kartoffelbrei und z.B. Bratwurst oder Klops servieren.

Genießen!

Quelle: KüchengötterBayrisch Kraut

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