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Im Ofen gebackener ganzer Blumenkohl

Meine Blumenkohlliebe ist ungebrochen! Gibt ja irgendwie Gemüse und Obst, das man sich überessen kann, in meinem Fall z.B. Erdbeeren, aber Blumenkohl könnte ich wöchentlich essen. Mich stört auch 3x ungarische Blumenkohlsuppe bei den unterschiedlichsten Verwandten in Ungarn überhaupt nicht *g*

Also, Blumenkohl geht offensichtlich immer! Und in jeder Variante! Im Winter schrieb mich Frau Kochschlampe ganz aufgeregt an, dass ich dringend den ganzen im Ofen gegarten Blumenkohl ausprobieren muss, der vorher noch mit Knoblauchbutter einreiben soll. Es dauere zwar, aber lohnte sich wohl, der Begeisterung nach zu urteilen. Auf Frau Kochschlampe höre ich gerne, also gesagt, getan! Anstatt Knoblauchbutter nahm ich Kräuterbutter, weil ich so starkes Knoblaucharoma nicht mag. Was soll ich sagen: der Hammer!

Und weil das so großartig war, habe ich es jetzt mit einem kleinen Kopf aus der Biokiste wiederholt und dabei mal aufgepasst, wie schwer der Blumenkohl war, bei welcher Temperatur und wie lange er im Ofen war. Der Kopf dieses mal war wirklich handlich und brauchte nur 45 Minuten im Ofen. Die Wintervariante mit einem mittelgroßen hat deutlich über eine Stunde gedauert. Was aber auch vollkommen okay ist, weil wir müssen ja nicht neben dem Ofen stehen und den eingepackten Blumenkohl bewachen. Während ich im Winter noch selbstgekaufte Kräuterbutter nahm, die von irgendwas anderem übrig blieb, hatte ich jetzt selbstgeklöppelte im Kühlschrank, da die Kräuter auf dem Balkon förmlich explodieren und in jeder Biokiste frische Kräuter mit bei sind. Ich habe Euch diese Kräuterbuttervariante mal mit aufgeschrieben, aber eigentlich seid Ihr in der Vielfalt nicht eingeschränkt. Ein bisschen fein geriebene Zitronenschale macht sich bestimmt auch gut oder eine Winzigkeit Senf? Probiert es aus, es schmeckt tatsächlich so viel besser als gekaufte. In meinen Varianten sind die Kräuter immer etwas gröber, weil ich einfach keine Geduld zum feinen kleinfitzeln habe, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Und sie würzte meinen niedlichen Blumenkohl sehr hervorragend! Also besorgt Euch einen nicht zu riesigen Blumenkohl, hackt schnell eine Kräuterbutter zusammen und ab in den Ofen mit dem Schatz!

Ganzer im Ofen gebackener Blumenkohl

Zutaten für 1,5 Portionen:
1 kleiner Blumenkohl (300-350 g)
3-4 EL Kräuterbutter
Salz

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein großes Stück Alufolie bereit legen.
(2) Vom Blumenkohl die äußeren Blätter entfernen. Den Strunk unten kreuzförmig einschneiden.
(2) Den Blumenkohl auf die Folie legen. Die Kräuterbutter mit den Händen gleichmäßig über dem Blumenkohl verteilen. Etwas salzen. Die Alufolie über dem Blumenkohl zusammen falten.
(3) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 45 Minuten backen lassen. Nach der Zeit die Grillfunktion im Ofen anschalten, die Folie über dem Blumenkohl öffnen und nochmal 5-15 Minuten bis zu Eurem gewünschten Bräunungsgrad backen.

Herausnehmen. Dazu passen gut Kartoffelbrei oder Pellkartoffeln und außerdem ein frischer Salat (z.B. Tomaten-, Gurken- oder Blattsalat).

Genießen!

Kräuterbutter

Zutaten für ca. 280 g:
250 g weiche Butter
1 Frühlingszwiebel
1/2 Bund glatte Petersilie
1/2 Bund Schnittlauch
1/2 Bund Dill
1 Zweiglein Estragon
1/4 – 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

(1) Von der Frühlingszwiebel das Wurzelende und unschöne äußere Schichten entfernen. Sie längs halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Die Kräuter waschen, trocknen, grobe Stengel entfernen. Die Kräuter so fein hacken, wie es die eigene Geduld zulässt.
(2) Die weiche Butter in eine passend große Schüssel geben, die gehackten Kräuter und Frühlingszwiebel zufügen. Ebenso den Kreuzkümmel, dann salzen und pfeffern. Alles wirklich gründlich miteinander verrühren.

Genießen!

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Traditionell gibt es bei uns am ersten Weihnachtsfeiertag das Festessen! Schließlich ist dann erst echt Weihnachten. Ich würde gerne an diesem Tag ein paar aufwendigere Sachen ausprobieren, aber da stehen zwei Gründe gegen:

  1. Frau Mama möchte auch was von ihrer Tochter außerhalb der Küche haben.
  2. Die Essensvorlieben einiger Familienmitglieder sind heikel. So mögen manche kein Rindfleisch, dass nicht mindestens 3x gestorben ist. Manche mögen an Geflügel nur Huhn.

Damit alle glücklich werden, können wir wahlweise Schwein oder Huhn machen, leider kein schönes Roastbeef, keine knusprige Ente, kein schöner Wildbraten *seufz* Pute ist leider auch keine Option, weil sie meist zu groß ist und die Familie nicht ewig von einem Gericht essen mag.

Letztes Jahr kaufte sich Zwerg das neue „Weihnachtskochbuch“ von Jamie Oliver, so war klar, dass wir daraus etwas kochen wollten. Und da sind echt schöne Rezepte und Ideen drin. Aber viele wegen der oben erwähnten Gründe in unserer Familie nicht durchführbar (dabei würde ich so gerne mal ein Filet Wellington ausprobieren…). Aber auf das Hähnchen mit Kräuterbutter gegart konnten wir uns einigen. Die Hauptarbeit macht der Ofen, Kräuterbutter lässt sich schnell basteln. Und während das Hähnchen vor sich hin brät, kann man entspannt die Beilagen basteln. In unserem Fall ein Kartoffel-Kürbisbrei und einfachst gekochter Rosenkohl von unserem eigenen Rosenkohl aus dem Schrebergarten.

Anstatt das Hähnchen im Ganzen zu garen – wir waren ein bisschen spät dran mit den Vorbereitungen – habe ich es längs halbiert. Eigentlich ganz einfach, wenn man ein vernünftig scharfen und schweres Messer hat oder eine Geflügelschere. Geflügelscheren rocken ja mal richtig! Der Rest war echt einfach: vorbereitetes Gemüse im Bräter verteilen, Zitrone halbieren, Hähnchenhälften außen mit der Kräuterbutter bestreichen und alles ab in den Ofen. Das Hähnchen ist fertig, wenn sich das Fleisch vom Oberschenkel leicht lösen lässt und der austretende Fleischsaft klar, wenn ihr mit einem Messer reinpiekt. Ich weiß, die Kräuter sehen sehr dunkel aus, aber lasst Euch versichert sein, dass sie nicht annähernd verbrannt waren.

Und das war ein Weihnachtsessen bei dem sich nicht einer über irgendeinen Bestandteil beschwerte. Das Hähnchen war herrlich würzig, gar und saftig. Die Beilagen passten hervorragend dazu und wir waren alle angenehm gesättigt, aber nicht zum Platzen voll.

Ein voller Erfolg, sag ich mal, und kann so gerne nochmal auf meinem Teller wandern :-)

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Zutaten für 4 Portionen:
1 Hähnchen ca. 1,3 kg
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie
1 kleiner Zweig Rosmarin
2 Zweiglein Thymian
Salz, Pfeffer
125 g weiche Butter
2 Möhren
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Petersilienwurzel
1 Zitrone
1 Zweig Rosmarin
3 Zweige Thymian

(1) Das Hühnchen 30-45 Minuten bevor ihr mit der Zubereitung beginnen wollt, aus dem Kühlschrank nehmen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Während das Huhn Temperatur annimmt, die Kräuterbutter basteln (geht auch schon am Tag vorher). Dafür die Knoblauchzehe häuten und fein hacken (oder pressen). Die Petersilienblätter von den Stengeln zupfen, ebenso vom Rosmarin und Thymian. Alle Kräuter fein hacken. Mit dem Knoblauch zusammen zur weichen Butter geben. Salzen und pfeffern. Alles gut miteinander verrühren.
(4 Die Möhren, Sellerie, Zwiebel und Petersilienwurzel schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Zitrone vierteln. Das Gemüse in einem Bräter gleichmäßig verteilen.
(5) Den Beutel mit den Innereien aus dem Huhn entfernen, vorsichtig waschen und gut trocknen. Das Huhn längs halbieren. Von innen und außen salzen und pfeffern. Je die Hälfte der Kräuterbutter gut auf den Hautseiten des halbierten Hähnchens mit Hilfe der Hände verstreichen. Die Hähnchen mit der Hautseite nach oben in den Bräter setzen. Die Zitronenstückchen drunter schubsen.
(6) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und etwa 75-90 Minuten braten. Die Haut sollte goldbraun sein und das Fleisch sich wirklich leicht vom Schenkel lösen. Wenn man in den Oberschenkel des Huhns piekst, sollten die heraustretenden Säfte klar sein. Das Huhn aus dem Ofen nehmen und etwas 15 Minuten ruhen lassen.

Dazu passen Röstkartoffeln oder Kartoffelbrei, ihr könnt das mitgegarte Gemüse aus der Auflaufform essen und noch Gemüse nach Gusto dazu garen wie Rosenohl, Rotkohl, Möhrengemüse oder Pilze?

Genießen!

Quelle: nach Oliver, J. (2016): Weihnachtskochbuch. Dorling Kindersley.

Opfer-Quiche für die Küchengötter – Spargel-Kräuter-Quiche

Es gibt so Tage, da wollen die Küchengötter ihre Opfer haben. Eine Spargel-Quiche sollte es werden und eigentlich musste sie noch am Donnerstagabend gebacken werden, da die Schule am Freitag durch den Rechnungswesenunterricht (Rechnungswesen rockt!) länger dauern würde. Nach solchen Tagen habe ich meist eher wenig Lust noch lange in der Küche zu stehen und auf mein Abendessen zu warten. Donnerstage gehen da, da bin ich auch nachmittags/abends noch produktiver.

Also eine Spargel-Quiche! Ist ja schließlich Saison … Ein paar Rezepte habe ich mir im Internet durchgelesen und sie meiner Vorratslage angepasst. Klassischerweise wird so eine Quiche ja mit Mürbeteig gemacht, aber weil der ja eh leicht frustrationsbehaftet ist, zumindest bei mir, und auch noch Kühlzeiten benötigt, die ich Donnerstag aber nicht hatte, griff ich auf Blätterteigplatten aus dem Tiefkühler zurück. Es ist immer praktisch so ein paar davon im Vorrat zu haben, finde ich. Während die etwas zusammen geklebten, etwas ausgerollten Teigplatten blind buken, bereite ich den Spargel und die Crememasse zu. Beim Spargel noch keine Probleme, grünen muss man ja zum Glück nicht schälen, aber beim Parmesanreiben dann das erste Opfer. Volle Lotte das Daumengelenk über die Microplane gerieben *tropftropftropf* Aufgepasst, dass nichts in die Creme tropft und Pflaster drauf. Schnell die Masse zu Ende gemacht, über die blanchierten Spargelstücken auf den vorgebackenen Teig gegossen und die Quiche in den Ofen geschoben. Dabei dann die Finger am Ofen verbrannt – das zweite Opfer. Als ich dann endlich ein wenig auf dem Sofa entspannen kann, fällt mir auf, dass ich meine Hosen total eingesaut habe. Wo kommt das denn her, bitte? Das Textilopfer für die Küchengötter.

Zum Glück schmeckte die Quiche ganz wunderbar, sonst hätte ich der auch was geflüstert! Eigentlich wollte ich sie gar nicht verbloggen, weil sie nur improvisiert war, aber durch den großartigen Geschmack, kann ich der geneigten Leserschaft das Rezept nicht vorenthalten. Probiert es ruhig mal aus, noch geht die Saison gute fünf Wochen!

Spargel-Kräuter-Quiche

Zutaten für 1 große Quicheform:
4 Platte TK-Blätterteig
etwas Öl für die Form

600 g grüner und/oder weißer Spargel
Salz
Zucker
1 handvoll fein geriebener Parmesan
3 Eier
100 g Sahne
200 g Schmand
Pfeffer
½ TL Paprikapulver rosenscharf
2 TL fein gehackter Dill
4 TL fein gehackte Petersilie

(1) Den Blätterteig aus dem Tiefkühler holen, nebeneinander auf ein Brett legen und ca. 15 Minuten antauen lassen. Dn Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Wasser zum Blanchieren des Spargels aufsetzen. Wenn es kocht je eine großzügige Prise Salz und Zucker hinzufügen. Den grünen Spargel waschen, untere Enden abbrechen. Dann die Köpfe abschneiden, die Stangen halbieren und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Wenn weißer Spargel benutzt wird, vom diesem ebenfalls die Enden abbrechen und dann komplett schälen. Dann wie den grünen Spargel schneiden. In das kochende Wasser geben und etwa 5 Minuten kochen lassen bei mittelhoher Hitze. In ein Sieb abgießen, kurz kalt abbrausen und gut abtropfen lassen.
(3) Die Blätterteigplatten leicht überlappend auf einen Bogen Backpapier legen (drei nebeneinander, 1 quer unten drunter). Vorsichtig mit dem Nudelholz ausrollen bis es etwas größer als die Quicheform ist. Die Quicheform leicht einölen. Mit Hilfe des Backpapiers den Teig in die Quicheform bringen. Das Backpapier drauf lassen und mit getrockneten Bohnen/Linsen beschweren. Im vorgeheizten Ofen 10 Minuten backen. Das Backpapier samt Blindbackbohnen entfernen und nochmal 5 Minuten backen. Dabei geht der Teig ein wenig auf, aber das stört nicht weiter.
(4) Auf dem vorgebackenen Boden den Spargel gleichmäßig verteilen. Die Creme drüber gießen. Für 25-30 Minuten im Ofen auf mittlerer Stufe backen. Die Oberfläche sollte gestockt und leicht gebräunt sein. Falls der Blätterteigrand zu braun wird, mit etwas Backpapier abdecken.

Die Quiche etwa 15 Minuten abkühlen und sich setzen lassen.

Genießen!

Balkon-Bewohner 2014 – Es grünt und blüht…

Nicht nur die Kartoffeln entwickeln sich prächtig, auch die anderen Balkon-Bewohner wachsen fröhlich vor sich hin. Es ist abzusehen, dass es in den Balkonkästen von Salat und Radieschen doch ein wenig eng wird. Deswegen spielte ich Herrin über Leben und Tod und entfernte einige Pflänzchen aus Bereichen, wo die Pflanzen sehr eng saßen.

Auch die Erbsen sind gekeimt und machen sich auf Richtung Licht… Zusätzlich habe ich gestern noch in einem 1m-Balkonkasten Buschbohnen gelegt, aber das Bild wäre reichlich unspektakulär, weil ja nur Erde zu sehen ist.

Die Zucchini ist auch schon größer geworden, nur haben einige Blätter so seltsame helle Flecken bekommen. Aber ich glaube, in der Mitte kommt eventuell vielleicht schon der Blütenansatz?

Die Tomate Sophia beginnt auch schon zu blühen! Wie soll das nur alles werden, wenn es nächste Woche tatsächlich wärmer wird? Ich erwarte nichts geringeres als eine Wachstumsexplosion ;-)

Auch meine Erdbeeren blühen wie wahnsinnig! So viele Blüten hatten sie in der alten Wohnung mit dem Ostbalkon nie. Die Südausrichtung der Wohnung macht sich doch sehr positiv bemerkbar!

Auch habe ich das Gefühl, dass ich langsam zum Kräutermessie werde, letztens guckten mich dieser Oregano und Salbei mit so traurigen Blättern im Supermarkt an, dass ich sie unbedingt retten musste. Sobald ich neue Blumenerde und Übertöpfe habe, kommen sie in luxuriös große Töpfe und dürfen sich dort frei entfalten.

In jedem Garten findet sich ja auch Unkraut, warum nicht auch auf meinem Balkon ;-) In meinen Husarenknöpfchen wächst tatsächlich eine Brennnessel, aber die Botanikerin in mir, die ihre Diplomarbeit über Unkraut schrieb, lässt sie in Ruhe.

Ich bin mal gespannt wie sich das alles weiter entwickelt, wann die Bohnen keimen, wann die Erdbeeren reif werden. Es bleibt spannend!

Balkon-Bewohner 2014: Baby-Stadium

So ein schöner, großer sonniger Balkon wäre natürlich verschwendeter Platz, wenn ich nur einen Blumenerdesack und einen Eimer mit Kartoffeln drauf stehen hätte. Also muss noch mehr her. In der alten Wohnung hatte ich ja auch einen Winzbalkon, auf dessen Balustrade einige Kräuter balancierten. Aber jetzt ist da Plaaaaaaatz! Und sofort wurden Pläne zur eigenen Gemüseversorgung geschmiedet! Erbsen wären toll und Bohnen und dann auch ein paar Radieschen und Salat.

Für die beiden Kästen der letzteren hatte ich tatsächlich Drainage-Material. Also fix Unmengen an Erde in den Balkonkästen versenkt, gegossen, Furche gezogen und gesät:

Gesät wurden Radieschen (vorne) und zwei Sorten Pflücksalat im hinteren Kasten.

Und nach einer guten Woche zeigten sich die ersten Babypflanzen, die zweite Salatsorte ist noch etwas schüchtern. Und ich muss definitiv später pikieren, damit die Pflanzen mehr Platz haben und sich prächtig entwickeln können:

Also gute Biologin, genauer Botanikerin kann ich irgendwie auch ganz schlecht Pflänzchen wegschmeißen. Erst recht nicht, wenn noch ein Hauch Leben in ihnen ist. Aber nächstes Jahr müssen meine Erdbeeren dran glauben, dann werden sie kaum noch Früchte tragen. Aber dieses Jahr dürfen sie es sich noch in ihren Kästen gemütlich machen und hübsch in der Gegend rumblühen. Hoffentlich fliegen auch genug Bienchen und Hummeln rum, dass bald schöne Erdbeeren erröten:

Zu jedem guten Balkon in geeigneter Ausrichtung gehört mindestens eine Tomatenpflanze. Weil ich ja mit Umzug schwer beschäftigt war, konnte ich nicht alleine die Pflänzchen aus den Samen ziehen. Das hat dann Zwerg in ausreichender Menge für mich mit erledigt. So kamen in meine Obhut einige Nachtschattengewächse, eine kleine Tomate, eine Paprika und eine Topfaubergine (die Mini-Pflänzchen vor den größeren Töpfen). Außerdem eine kletternde Zucchini, die es sich später am Geländer neben den Erbsen gemütlich machen kann:

Momentan stehen sie nur tagsüber draußen, dürfen Licht tanken, sich an frische, kühlere Luft gewöhnen und werden abends wieder in kuscheligere Wohnzimmer geholt, aber im Laufe dieser Woche pflanze ich sie noch in größere Töpfe mit frischer Erde, damit sie sich besser entfalten können.

Auch Frau Hafensonne gab mir eine ihrer vorgezogenen Buschtomaten ab, die ich definitiv schon in ihre endgültige Behausung bald pflanzen werde, die Tomate Sophia braucht Platz:

Auf einem alten Wohnzimmertisch machen es sich auch meine Kräuter gemütlich. Der Rosmarin begleitet mich seit 3 Jahren und hat die Winter bisher ganz gut überstanden. Jetzt wo er volle Sonne abkriegt, treibt er auch wieder schön aus und sieht nicht mehr ganz so spirrig aus. Aber im Herbst muss er definitiv ordentlich zurück geschnitten werden, damit er ein schöner Busch bleibt (oder eher wird). Der Thymian hat den Winter auch ganz gut überstanden und macht fleißig neue Blättchen, mal sehen, ob er noch blühen mag dieses Jahr. Den Lavendel wollte ich unbedingt haben, weil ich die lila Blütchen so mag und habe ihn gemeinsam mit der Minze und dem Schnittlauch den Klauen des Supermarktes nebenan entrissen. Bei Supermarkt-Kräutern ist es echt wichtig, dass die Kräuter in größere Töpfe umgepflanzt, weil meist viel zu viel Pflanze in zu kleinem Topf wächst. Man sieht richtig ein paar Tage nach dem Umtopfen, wie es den Pflänzchen dann besser geht.

Und weil immer noch soviel Platz ist auf dem Balkon ist, kann ich auch einige nur hübsch anzusehende Blumen verteilen. Frau Kochschlampe brachte mich drauf, weil sie mir Balkonkästen zeigte, die über das Geländer hängen können. Wie praktisch ist das denn?!? Die Petunien sind schon in ihrem Kasten und wurden jetzt als die Eisheiligen vorbei kamen, brav über Nacht in die Wohnung geholt. Die Geranien, die Kapmargerite und die Husarenknöpfchen (das kleine gelbe Blümchen) kommen diese Woche auch in die Sommerbehausungen.

Und dann blüht und wächst es auf dem Balkon, was das Zeug hält. Im letzten langen Balkonkasten werden noch Bohnen gelegt, auch so als Experiment, ob das überhaupt klappt bei der begrenzten Menge an Erde. Abwarten. Ich halte Euch auf dem Laufenden :-)

Und weil ich dieses Jahr so viel auf dem Balkon habe, spiele ich auch beim „Balkon-Bewohner -Event“ von multikulinarisches mit. Mal gucken, was ich mit den Balkonernten so köstliches basteln werde :-)

Weihnachtsessen 2012 – Deliziöses Rosenkohl-Gratin mit Kräuterkrusten-Schweinefilet

Weihnachten gilt ja allgemein als die Zeit der Völlerei, aber irgendwie sind wir da anders gestrickt. Ja, wir versuchen etwas festlicher zu essen, aber es gibt nicht standardmäßig 4-Gänge-Menüs, für die man Dekaden in der Küche braucht ;-) Da achtet Frau Mama extrem drauf, dass ich nicht zu lange in der Küche stehe und wir noch ein wenig Zeit zusammen verbringen können. Und da ich letztes Jahr ja erst aus der Reha abgeholt werden konnte am 24., gab es am Heiligabend nur den von Zwerg gewünschten Kartoffelsalat à la Frau Mama mit fetagefüllten Köfte und Schnitzelchen. Für den zweiten Tag schlug Zwerg auch einen Fish Pie vor, jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsessen, aber durch die vermaledeite Krankheit sollte ich mehr Fisch essen.

Aber ich glaube unser aller Highlight war das Essen des 1. Feiertages. Weil unsere Familie ja schon sehr kohlaffin ist, Rotkohl aber manchmal von Zwerg verschmäht wird, hatte ich ein schönes Rosenkohl-Gratin mit Rosmarin und Walnuss nach Frau Kochschlampe angedacht. Aber was dazu? Ich wollte schon was machen, was alle mögen, nicht, dass einer schlechte Laune an Weihnachten wegen des Essens bekommt. Ente mag Zwerg nicht, Hähnchen ist mir nicht festlich genug, richtig gebratenes Rind verschmäht Herr Papa, also bleibt nur Schweinefilet. Und das kann man ja mit einer netten Kräuterkruste noch aufpeppen. Dazu Kartoffelpüree mit einem angenehmen Sellerieanteil und fertig ist das Essen. Das ganze lässt sich auch gut planen und ohne große Hektik kochen. Während der Rosenkohl im Ofen schmurgelt, kann das Filet fertig gemacht werden, dann einfach das Gratin rausnehmen, ein wenig abkühlen lassen und währenddessen, das Filet im Ofen fertig stellen. Und den Kartoffel-Sellerie-Brei kriegt man auch noch schnell zubereitet *g*

Ich war auf die Reaktion der Familie auf das Rosenkohl-Gratin gespannt, weil es den sonst bei uns nur einfach gekocht mit etwas Butter und Muskatnuss gibt. Aber man höre und staune, alle waren begeistert davon! Würzig und doch mild, den Rosenkohl noch wunderbar heraus schmeckend! Allgemeiner Beschluss war, es öfter zu kochen.Danke Frau Kochschlampe!

Zu meiner großen Überraschung ist das Schweinefilet auch wunderbar zart und saftig geworden. Auch die Kräuterkruste mit dem geschmolzenen Käse war großartigst! Also ich habe keine Angst mehr, ein Filet puptrocken zu braten ;-)

Macht es ruhig mal nach, das Rosenkohl-Gratin mit Walnüsschen und Rosmarin ist auch nur zu Kartoffelbrei wunderbar, ich kann es der geneigten Leserschaft nur allerwärmstens ans Herz legen!

Rosenkohlgratin mit Rosmarin

Für 4 Personen:
750g Rosenkohl
2 kleine Zwiebeln
6 Zweige Rosmarin
50g Walnüsse
150ml Sahne
125g Parmesan
Salz, Pfeffer

(1) Rosenkohl putzen, halbieren und 5 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Das Kochwasser aufheben, zumindest 200ml davon.
(2) Den Backofen auf 200° vorheizen.
(3) Zwiebel und Rosmarin hacken, Walnüsse in Stücke brechen. Die Drei dann in Olivenöl ca. 2-3 Minuten anbraten und mit dem Rosenkohlsud ablöschen, ein paar Minuten einkochen lassen. Sahne und 100g Käse dazu – der Käse soll schmelzen, aber nicht mehr kochen lassen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(4) Den Rosenkohl in einer feuerfesten Form mit der Sauce übergießen, restlichen Käse rauf und ca. 20-25 Minuten backen.

Zusammen mit Kartoffelpürree und (oder auch nicht) Fleisch der Wahl

genießen!

Quelle: Frau Kochschlampe – Rosenkohlgratin mit Rosmarin

Schweinefilet mit Kräuter-Käse-Kruste

für 4 Portionen:
2 Schweinefilets (600 g)
Salz
Pfeffer
2 EL Öl
60 g junger Gouda
3 EL Paniermehl
je 1 Bund Petersilie und Basilikum
2 gehäufte TL körniger Senf

(1) Schweinefilets waschen und trockentupfen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Im heißen Öl 15-20 Minuten braten, dabei öfter wenden.
(2) Backofen auf 200 Grad vorheizen. (War bei uns schon heiß vom Rosenkohl-Gratin.)
(3) Gouda raspeln. Käse, Paniermehl und Kräuter auf einen Teller geben und vermischen.
(4) Schweinefilets herausnehmen, rundherum mit Senf bestreichen. In der Kräutermischung wälzen, Mischung leicht andrücken. In eine feuerfeste Form legen. Im Backofen auf der mittleren Schiene ca. 5 Minuten überbacken.

Kurz ruhen lassen, in Scheiben schneiden, servieren und

genießen!

Quelle: Küchengötter – Schweinefilet in Kräuterkruste

So, und jetzt wo Weihnachten abgearbeitet ist, widmen wir uns wieder dem Alltagsgeschäft

Grüne Soße garantiert nicht original

Jetzt wohne ich schon über 3 Jahre hier im nordhessischen Kassel und habe mich gleich im ersten Frühling in die hessische Spezialität „Grüne Soße“ verliebt und sie wurde bisher mit noch nicht einem Wort hier erwähnt, obwohl ich sie im Frühling und Sommer wirklich oft esse. Mittlerweile habe ich auch andere mit der Liebe angesteckt und bin nun inoffizieller Exporteur von den entsprechenden Kräuterbunden Richtung Ostsee und Berlin.

Nun ist der Klassiker ja die Frankfurter Grüne Soße, die aus sieben Kräutern besteht, gewöhnlich Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Ganz selten wird auch Dill dazu gegeben, aber das kenne ich eher aus den Bunden der Kasseler Grünen Soße. Traditionell wird sie auch fein gehackt, nur dafür werde ich in diesem Leben keine Geduld mehr aufbringen. Ich hasse Kräuterhacken immer noch zutiefst! Miese kleine Biester, diese Kräuterfitzelchen, total anhänglich und man findet sie noch Wochen später irgendwo in der Küche, furchtbar! Jedenfalls packe ich alle Zutaten in den Mixer und püriere es kurz, so dass es noch keine einheitlich grüne Masse bildet. So ein klitzeklein bißchen, darf man die Kräuter schon noch erkennen :-)

Nun komme ich aus Mecklenburg-Vorpommern und hab auch keinerlei hessische Verwandtschaft, kenne die Soße also nur aus Rezepten und Berichten hessischer Freunde, aber was soll ich sagen, scheint so als hätte jede hessische Familie ihr eigenes Rezept. Nun gut, wie das nun mal bei so Klassikern ist … Hauptsächlich halte ich mich an ein Rezept aus dem Buch „Heimwehküche„, mache es aber meist aus der Lamäng, je nachdem ob ich gerade mehr Schmand oder saure Sahne im Haus habe, Frau Kochschlampe hingegen mag sie am liebsten mit Mayonnaise statt Quark drin. Wichtig finde ich, dass die Soße mindestens eine Stunde durchzieht. Und dann einfach mit Kartoffeln (je nach Vorliebe Salz- oder Pellkartoffeln) zu gekochten Eier, gekochtem Rindfleisch, Tafelspitz, Fisch oder gekochtem Spargel essen. Traumhaft!

Grüne Soße

Zutaten für 4 Portionen:
9 Eier
2 Packungen Grüne Soße-Kräuter (200 g)
200 g Schmand (24% Fettgehalt)
400 g saure Sahne (10% Fettgehalt)
125 g Magerquark
1 TL Senf
1 TL Salz

(1) Die Eier in 8-10 Minuten hart kochen, pellen und 1 Ei klein hacken.
(2) Die Kräuter waschen, trocken schleudern und grob hacken. Zusammen mit dem Schmand in einen Mixer geben und pürieren. Nach und nach die saure Sahne, Quark, Salz und Senf zugeben. Nicht zu fein pürieren, es darf ruhig noch ein wenig von den Kräutern zu erkennen sein. Die Soße sollte eine cremige Konsistenz haben.
(3) In eine Schüssel umfüllen und etwa 1 Stunde durchziehen lassen. Vor dem Servieren nochmal abschmecken.

Zu Pellkartoffeln und den restlichen Eiern essen.

Genießen!

Sie passt auch vorzüglich zu gekochtem Rindfleisch, gegartem Spargel und Fisch.

Quelle: nach Hamm, B., Schmidt, L. (2010): Heimwehküche. Dorling Kindersley. S. 56

Und weil ich Comfort Food nicht wirklich appetitlich anrichten und photographieren kann, erst Recht nicht im Kunstlicht meines Wohnzimmerfluters, nimmt dieses wirklich wunderbare Essen an Heikes Ugly Food-Event teil :-) Aber das Rezept muss für alle künftigen Grüne Soße-Liebhaber einfach mal gepostet werden!

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