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Kulinarisches Wochenende in Hamburg – We love Fish! Ein Kochkurs in Hensslers Küche

Am zweiten Tag unseres Hamburg-Wochenendes nahmen wir an einem Kochkurs in „Hensslers Küche“ teil, den ich dem Coladieb zum Geburtstag geschenkt hatte. Das ist eine Eventküche, betrieben von – Überraschung *g* – Steffen Henssler, die man buchen kann für Partys oder eben auch Kochkurse zu diversen Themen stattfinden.

Thema des Kurses war „We love Fish“ und es gab wirklich viel Fisch. Leider kamen wir verkehrs- und navibedingt prompt 30 Minuten zu spät, obwohl wir rechtzeitig aus dem Hotel losgefahren sind.

Wir wurden sehr nett von der Service-Dame begrüßt mit Sekt, den ich in Lavendellimo umwandeln ließ (Sorry, aber Alkohol in Getränkeform geht bei mir immer noch nicht…) und bekamen unsere Schürzen für den Kurs.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die Vorführung für die gesamte Gruppe zu sehen, wie die Lachstranche, die unter Folie gegart, vorbereitet wird. Eigentlich ganz einfach: Lachstranche auf Teller, salzen, pfeffern, Limonenabrieb rauf, etwas Pernod und ein Stück Butter. Dann fest in Frischhaltefolie verpacken und im 80°C warmen Ofen etwa 10-12 Minuten garen.

Nun bin ich ja kein Fan von warmem Lachs und war dementsprechend skeptisch. Kalter Lachs (roh, graved, geräuchert) ist total geil, aber gebraten mag ich ihn nicht wirklich. Dementsprechend gespannt, war ich auf das Ergebnis:

Und es war echt großartig! Sehr zarter, lauwarmer Lachs mit wunderbaren Aromen. Das werde ich wohl auch zu Hause mal machen!

Als zweites wurde uns gezeigt, wie man einen Fisch richtig filetiert und daraus dann, ich nenne es mal, frittiertes Sashimi macht. Dafür wurde eine ganze Dorade benutzt…

… deren Filets ich erstmal von der Mittelgräte trennte.

Der Coladieb übernahm dann das herausschneiden der letzten Gräten vom Bauchlappen und aus der Mitte. Dann wurde das Filet in dünne Streifen geschnitten und in einen Teller gelegt. Die beiden zuständigen Köche kamen dann mit brüllend heißem Olivenöl rum und träufelten eine ordentliche Menge über die Fischstreifen, wodurch dieser sozusagen schockgegart wurde. Dann wurden noch ein paar andere Saucen darüber geträufelt und zum Schluss eine Tomatensalsa verteilt.

Und was soll ich sagen, ein Träumchen! So unglaublich zarter Fisch, der wunderbar mit den Aromen des Öls, der Ponzusauce und der Tomatensalsa harmoniert. Hätte ich nie erwartet! (Merkt man, dass ich wenig Fischerfahrung habe? *g*) Und der Coladieb hat gute Arbeit geleistet, nicht die kleinste Gräte zu finden! (Sobald eine Gräte im Fisch ist, bin ich ja sofort raus aus der Fischgeschichte!)

Als dritten Gang durften wir Thunfischtatar zubereiten. Dafür ist eine Hauptzutat eine selbstgemachte Mayonnaise, die einer von uns Teilnehmern, der noch nie eine Mayo rührte, selbst machen musste. Aber ihr wisst ja durch das aufmerksame Lesen dieses kleinen Blogs wie es geht, oder (Eifreie Mayo oder die klassische Variante)? Diese Mayo wurde noch durch Sriracha (diese extrem fies scharfe Sauce, die es öfter beim asiatischen Imbiss gibt) und Togarashi (japanische, scharfe Gewürzmischung) verfeinert und zusammen mit einigen anderen Zutaten wie Gurken- und Selleriewürfelchen zu dem feingewürfelten Thunfisch gegeben.

Jeder von uns bekam sein eigenes Stückchen Thunfisch in Sashimiqualität und durfte sich dann sein eigenes Tatar schneiden:

Ich finde so Sachen kleinwürfeln ja immer sehr entspannend, fast schon meditativ. Immer der gleiche Bewegungsablauf und großartig nachdenken, muss man dabei auch nicht:

Dadurch, dass jeder seine eigene Portion zubereitete, konnte auch unterschiedlich intensiv gewürzt werden. Und so sah mein Endergebnis aus: Würziges Thunfischtatar mit pochiertem Ei.

Ein unglaublich leckeres Gericht! Der zarte Fisch mit den frischen Gemüsewürfelchen und der leichten Schärfe der Mayo, dazu das weiche, pochierte Ei. Es passte wunderbarst! Leider machten sich dabei schon leichte Ermüdungserscheinungen bei meinem Magen bemerkbar, so dass ich nicht alles aufessen konnte. So viel Eiweiß auf einmal ist mein Körper einfach nicht gewohnt … Der Coladieb übernahm dann meinen Rest, der ihm aber zu lasch gewürzt war. Ich bin halt eher ein Purist, wenn es um das Würzen geht, der Coladieb braucht ein wenig mehr Wumms. Er war auch so begeistert von diesem Tatar, dass er es die Woche darauf sofort nachbastelte und immer noch von der scharfen Mayonnaise schwärmt.

Das waren bisher erst die Vorspeisen, jetzt folgte der Hauptgang! Dafür wurde als wir noch nicht da waren eine ganze Lachshälfte mit vielen Kräutern und Zitrone in Zeitung gewickelt und das Ganze dann im Ofen gegart. Dazu wurde ein Kartoffelbrei gereicht, der von einer jungen Teilnehmerin zubereitet wurde:

Verfeinert wurde es mit Avocados, deren Fruchtfleisch der Coladieb hier gewissenhaft aus der Schale befreit und klein würfelte:

Dann durften die Herren, die den Fisch zubereiteten, ihn auch auspacken und waren alle ziemlich gespannt und hochkonzentriert:

So sah der Hauptgang dann in aller Schönheit aus mit dem hellgrünen Kartoffel-Avocado-Brei im Hintergrund:

Und das war meine Portion. Ich konnte einfach nicht mehr essen … Schon lecker, frisch und kräuterig der Lachs, aber für mich schon zu durch, wobei das ist mein höchsteigenes Problem *g* Für Leute, die warmen Lachs mögen und mal für viele Gäste kochen möchten, kann ich das nur empfehlen. Gut vorzubereiten und köstlich!

Als Dessert wurde von den beiden Köchen Nico und Pierre eine Monsterportion karamellisierten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster gekocht, während wir Teilnehmer so langsam ins Fresskoma fielen ;-) Ich nutzte die Zeit, um mich angenehm mit Pierre zu unterhalten.

Der Kaiserschmarrn war sehr lecker, besonders die knusprigen Ecken mit den karamellisierten Zucker *hachz*:

Aber auch das war zu viel und so verspeiste die Lieblingscousine, die mittlerweile gekommen war, um mich abzuholen (den Rest des Wochenendes verbrachte ich bei und mit ihr) den köstlichen Rest.

Nach vier Stunden war der Kochkurs beendet und ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, ich habe einige neue Sachen gelernt und auch Sachen und Zubereitungsweisen gekostet, die ich als Fischskeptiker noch nicht kannte und die mich begeisterten. Die Köche wirklich nett und kompetent, der Service unglaublich aufmerksam. Der Coladieb und ich würden das glatt nochmal machen :-)

Hensslers Küche
Neumühlen 1
22767 Hamburg

Lieblingscousine und ich spazierten noch ein wenig am Museumshafen rum, auch damit ich nach den ganzen Informationen und Menschen und Gekoche den Kopf frei bekam. Und was dümpelte dort im Wasser rum? Der Eisbrecher Stettin, den ich im August schon auf der Hanse Sail in Rostock sah, als wir rüber nach Dänemark schipperten.

Auch der Blick zu den Kränen ist ein klein bisschen beeindruckend! ;-)

Wir retten … den einfachsten und schnellsten Flammkuchen der Welt

 

Das Herbst ist lässt sich ja nun nicht verleugnen, erst war er noch angenehm warm und tatsächlich golden, die letzten Tage war er typisch ungemütlich grau und verregnet. Und jetzt ist genau die richtige Zeit für leckere Flammkuchen, Zwiebelkuchen und Konsorten, die Zwiebeln sind reif und voll im Saft (beißen auch ordentlich in den Augen), das Kraut frisch. Perfekt um sich selbst mit diesen Köstlichkeiten zu verwöhnen.

Aber immer weniger Leute machen dies nicht. Also ja, es ist Ihnen gewahr, dass diese Zeit des Jahres ist, vielleicht nur durch die Werbung, aber selbst eine dieser Köstlichkeiten zuzubereiten, kommt Ihnen nicht in den Sinn. Stattdessen wird sich mit komplett oder halbfertigen Varianten aus der Tiefkühltruhe oder dem Kühlbereich des Supermarktes begnügt. Auch in der Kuchenzutatenabteilung finden sich Pulverformen, bei denen man aber trotzdem noch die wesentlichen Zutaten wie Flüssigkeit und Zwiebeln zufügen muss. Sinnlos meiner Meinung nach. Und mit lauter Zutaten, die kein Mensch braucht, lest Euch ruhig mal die Zutatenliste dieser Fertigprodukte durch. Gruselig!

Dabei ist es so einfach köstlichen Flammkuchen zu machen und schnell noch dazu. Auch Leute, die von sich denken, kein gutes Hefekarma zu haben, brauchen hier keine Angst haben: dieser Flammkuchenteig besteht nur aus Mehl, Salz, Öl und Wasser. Er muss nicht mal ruhen, sondern kann gleich weiter verarbeitet werden. Perfekt für den Feierabend oder auch als Flammkuchen-Party in größerer Runde. Den Teig und die Beläge vorbereiten und so kann sich dann jeder aussuchen, was er möchte. Im Ofen braucht so ein dünner Flammkuchen nur noch 10 Minuten und kann dann genossen werden. Ihr seht, völlig unkompliziert das alles! Probiert es ruhig mal aus!

Flammkuchen-Grundteig

Zutaten für 2 Portionen:
100 g Weizenmehl
100 g Dinkelmehl
Salz
3 EL Rapsöl
125 ml Wasser

Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und weiter nach Bastelanleitung verarbeiten. Falls man doch nur 1 Portion machen will, lässt sich der restliche Teig in Frischhaltefolie eingewickelt, gut bis zu 1 Woche im Kühlschrank aufbewahren.

Apfel-Zwiebel-Flammkuchen

Zutaten für 1 Portion:
1/2 Portion Flammkuchen-Teig

2-4 TL Creme fraiche oder Schmand
Salz, Pfeffer
1,5 Äpfel, entkernt in dünnen Ringen
1/2 Zwiebel, in feinen Halbringen
ca. 75 g Ziegenfrischkäse oder geriebener Emmentaler
abgezupfte Blättchen einiger Zweiglein Thymian

(1) Den Ofen so heiß vorheizen wie es geht. Dabei das Blech mit vorheizen.
(2) Den gekneteten Flammkuchen-Teig auf einem Backpapier so dünn wie möglich ausrollen. Mit dem Schmand bestreichen, salzen und pfeffern. Die Apfelringe darauf verteilen, möglichst ohne Überlagerungen. Dann die Zwiebeln drüber geben und den Ziegenkäse drauf bröckeln.
(3) Vorsichtig auf das heiße Backblech setzen und etwa 10 Minuten backen, bis der Rand braun ist und der Käse etwas Farbe genommen hat. Herausnehmen, den Thymian verteilen und

genießen!

Weitere Vorschläge für Beläge:

  • Zwiebel + Speck
  • Zwiebel + Apfel + Speck (im Bild auf der rechten Hälfte)
  • Champignons + Feta
  • Lachs + Zwiebel + Dill (im Bild auf der linken Hälfte)
  • dünne Kürbisstreifen + Apfel + Rosmarin
  • … Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Auch andere aus unserer kleinen Rettungstruppe haben Flammkuchen, Quiches und Co. gerettet. Hier geht es zu ihren tollen, einfachen Rezepten (wird nachgereicht):

Schnelle, exzellente Räucherlachs-Kräuter-Lasagne

Ein Vorteil von dem blöden Kranksein ist, dass ich mal wieder länger in der Heimat verweile und somit auch Zwerg (meine kleine und jüngere Schwester) öfter sehen kann. Sie wohnt (zum Glück *g*) nicht mehr bei meinen Eltern, ist aber jeden Sonntag da und jetzt wo ich da bin, auch an ihren freien Tagen, die sie aufgrund ihres Jobs an unterschiedlichen Wochentagen hat. Dann kochen wir zusammen, gucken zusammen TV (bevorzugt Kochsendungen *g*) und leisten uns einfach gegenseitig Gesellschaft :-) Entspannte Tage für uns beide …

Letzten Donnerstag hatte Zwerg auch frei und schlug vor, ob wir nicht eine Räucherlachs-Kräuter-Lasagne. Hmm, erstens bin ich nicht der weltgrößte Lachsfan und dauert Lasagne nicht zu lange (wer Zwerg kennt, weiß dass sie gerne etwas später erscheint, auch wenn noch ein ganzes Mahl geköchelt werden muss *g*). Sie versicherte mir, dass es schnell ginge, immerhin sei das Rezept aus der „Lust auf Genuss“ vom Juli mit schnellen Rezepten. Na dann … Sie hat unterwegs alles besprgt und ab dafür! Und es ging wirklich schnell! Also für eine Lasagne ;-) Zuerst dachte wir, dass die Schnittlauch-Bechamel-Menge zu wenig sei, aber beim Essen stimmte das Saucen.Lasagnenverhältnis. Wir haben auch nur die halbe Rezeptmenge an Räucherlachs genommen, was mir sehr entgegen kam, aber wer mehr auf den Fisch steht, nimmt ruhig die von den Zeitschriftenleuten vorgeschlagene Menge. Eine kleine Vitamindosis bekommt noch durch ein paar Zucchini-Streifen, die wirklich wunderbar passen. Und wirklich so schnell, dass es auch noch gut nach der Arbeit gebastelt werden kann. Probiert es ruhig aus!

Schnelle Räucherlachs-Kräuter-Lasagne

Zutaten für 4 Portionen:
12 Lasagneblätter
2 Schalotten
1 El Butter
1 EL Mehl
300 ml Milch
1/2 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
2 mittlere Zucchini
250 g geräucherter Lachs (Original: 500 g)
50-100 g Käse (Gruyere laut Rezept, hier Maigouda)

(1) Ofen auf 200 °C (Umluft 180°C) vorheizen. Eine größere Auflaufform bereit stellen.
(2) Zuerst die Bechamelsauce ansetzen. Dafür die Schalotten pellen und in feine Würfel schneiden. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen und die Schalottenwürfelchen glasig andünsten. Das Mehl hinzugeben, gut verrühren und den Topf vom Herd nehmen. Schluckweise die Milch zugeben und immer gut rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Sobald die ganze Milch unter gearbeitet ist, die Milch bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen, dabei öfter umrühren, damit sie nicht am Boden ansetzt. Zwischendurch den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und den Schnittlauch unter die fertige Sauce rühren.
(3) Während die Sauce kocht, die Zucchini waschen und in Julienne (feine lange Streifen) schneiden. Die Lasagneblätter in kochendem, gesalzenem Wasser nach Packungsanweisung garen. Die letzten 30 Sekunden die Zucchinistreifen dazu geben und kurz blanchieren lassen. Abgießen und abtropfen lassen. Den Käse reiben.
(4) Jetzt geht es ans Schichten, hier passten je 3 Lasagneblätter pro Schicht. Zuerst ein paar Esslöffel der Sauce auf dem Boden verstreichen, die drei Lasagneblätter darauf legen, dann eine Schicht Räucherlachs, ein Drittel der Zucchinistreifen und wieder ein bißchen Sauce. So weiter schichten bis alle Zutaten verbraucht sind. Mit Lasagneplatten abschließen und zum Schluss noch etwas Sauce auf der Pasta verteilen. Den Käse drüber streuen und in den Ofen geben.
(5) 5-10 Minuten backen bis der Käse geschmolzen ist (hier etwas länger, weil wir ihn auch gerne etwas gebräunt mögen).

Mit einem frischen Salat zusammen

genießen!

Quelle: Lust auf Genuss 07/2012

Weihnachtsbrunch

Für den zweiten Weihnachtsfeiertag wünschte sich Frau Mama Fondue, allerdings mittags, weil sie ungern zweimal am Tag reichhaltig warm isst. Hmm, ich finde ja, dass Fondue eher was für abends ist, wie wäre es da, wenn wir ausgiebigst frühstücken (sprich brunchen *g*) und dann abends das Fondue. Der Vorschlag wurde nach einiger Überredungskunst auch von Herrn Papa angenommen :-)

Und so sah unser Brunchtisch aus (mit äußerst unharmonischem Geschirr *g*):

Aufschnitt, Schinken und Käse, schwarze Oliven und gefüllte Weinblätter, die restlichen Schnitzelchen vom Heiligabend, Honig und Lemon Curd gesellten sich zu einigen extra zubereiteten Speisen, die  jetzt genauer vorgestellt werden :)

Eigentlich wollten wir ein Kräuteromelett braten, aber dann kam Frau Mama auf die Idee doch gefüllte Eier zu machen und ich liebe gefüllte Eier! Ein genaues Rezept haben wir dafür nicht, es wird improvisiert mit dem was da ist. Dieses mal hat Frau Mama die hartgekochten Eier halbiert und die Eigelbe mit ein bißchen Senf und Ketchup verrührt, danach mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Zum Schluss noch Schnittlauchröllchen, eine kleinstgewürfelte Gewürzgurke und ein wenig saure Sahne unter gerührt, bis die Masse eine gute streich-/füllfähige Konsistenz hatte  und die leeren Eiweißhälften damit wieder gefüllt. Dabei kann man ruhig kleine Berge bauen ;-) Hach, yummie! Erwähnte ich, dass ich gefüllte Eier liebe? ;-)

Den Abend vorher habe ich schon eine Gemüse-Quiche nach diesem Rezept zubereitet, da man sie ja auch großartig bei Zimmertemperatur essen kann. Dabei hatte ich allerdings Mühe auf die 800 g Gemüseanteil zu kommen, weil ein akuter Gemüsenotstand ausgebrochen war. So kamen in die Quiche eine Möhre, eine Zucchini, einige Champignons, ’ne halbe Porreestange, ’nen halbes Bund Frühlingszwiebeln,  1 große normale Zwiebel (sehr zwiebellastig) und eine Kartoffel. Und es war echt hart, das Gemüse zusammen zu klauben. Aber sie ist richtig gut geworden und war verdammt schmackhaft, Zwerg hat sich fast ausschließlich davon ernährt und über den Tag verteilt immer mal ein Stückchen genommen ;-)

So und um mal wieder zu Frau Poletto zu kommen, die ja unser Weihnachten bestimmt hat, hat mich aus ihrem Buch eine Tomaten-Focaccia angelacht (man beachte bitte, dass der Artikel auch eine neue Kategorie bekommen hat „Brot“! Ich glaube, dass ist mein erstes brotähnliches Werk *g*) Und das wäre doch eine schöne Ergänzung zum gebeizten Lachs (weiter unten dann). Scheint laut Rezept auch überhaupt nicht kompliziert zu sein. Gleichzeitig mit der Gemüse-Quiche hab ich auch den Teig der Focaccia angesetzt und dann einfach auf unserem verglasten Balkon über Nacht gehen lassen, damit ich am Brunchmorgen nicht soviel Stress hab. Der Teig ließ sich sehr gut verarbeiten, hat keine Zicken gemacht. Durch das Tomatenmark ergibt sich eine schöne Marmorierung im Teig.  Leider hatte Frau Mama komplett keinerlei getrocknete Kräuter mehr, so dass ich auf den Oregano verzichten musste, war jetzt nicht komplett tragisch, aber ich glaube der Geschmack hat schon gefehlt. Wenn ich das nochmal backen, was definitiv der Fall sein wird, weil es wundervoll schmeckt und ich mir zu einem Picknick oder auf einem Buffet großartig vorstellen kann, benutze ich nur die Hälfte der Zutaten ;-) Hach, war gut, mein erstes brotähnliches Etwas! *stolzguck* So würzig, tomatig und doch auch frisch :-)

Tomaten-Focaccia mit Oliven und Rosmarin

3/4 Würfel  Hefe
200 ml  Lauwarme Milch
20 g  Zucker
60 g Pinienkerne
60 g schwarze Oliven, entsteint
150 g getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
500 g Mehl
Salz
1  Ei
4  EL Tomatenmark
2  TL getrockneter Oregano
500 g Kirschtomaten mit Rispe
2 Zweige Rosmarin
grobes Meersalz

(1)
– Hefe zerbröckeln, mit Milch und Zucker verrühren, an einem warnen Ort 10 Minuten gehen lassen
– Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne goldgelb rösten, herausnehmen, grob hacken
– Oliven vierteln
– getrockneten Tomaten in ein Sieb gießen, 100 ml des Öl auffangen, Tomaten in feine Würfel schneiden

(2)
– Mehl mit Prise Salz in eine Schüssel geben
– Hefeansatz, Öl der getrockneten Tomaten und das Ei hinzufügen
– alles mit dem Knethaken zu einem glatten, glänzenden Teig verkneten
– Tomatenmark und zum Schluss die Pinienkerne, getrockneten Tomaten, Oliven und Oregan rasch
unterkneten
– Teig an einem warmen Ort zugedeckt etwa 45 Minuten gehen lassen

(3)
– Ofen auf 180°C vorheizen
– Teig auf der Arbeitsfläche kurz durchkneten, auf einem Bogen Backpapier zu einem großen ovalen Fladen
(ca. 40 cm lang) ausrollen
– Teig mit dem Papier auf ein Backblech ziehen
– mit den Fingern Vertiefungen in den Teig drücken
– Tomaten samt Rispen vorsichtig waschen, trocken tupfen, auf dem Teig verteilen
– Rosmarinnadeln abzupfen, auf dem eig verteilen
– Focaccia mit Meersalz bestreuen
– im Ofen auf der mittleren Schiene 30-35 Minuten backen

Zum Servieren in Stücke schneiden und hier mit gebeiztem Lachs servieren.

Quelle: Poletto, Cornelia (2009): Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger. Zaber Sandmann. Seite 16

Zu der Tomaten-Focaccia passte hervorragend der gebeizte Lachs, nicht nur farblich. Als ich das Rezept las, war klar, dass ich das machen muss! Ich wollte schon lange mal einen Fisch selbst beizen, aber bisher scheiterte es an der Anzahl der Esser, nämlich bisher nur einer, ich … Ich alleine schaffe einfach nicht so ’ne Lachsseite zu essen oder auch nur ’nen halbes Kilo. Also jetzt mit Familie und der Fisch wird ja auch nicht gleich am nächsten Tag schlecht. Diesen zusammen zu basteln ist hochgradig unkompliziert, so simpel, unglaublich! Einzig das Einwickeln in Folie gestaltet sich, wenn man alleine arbeitet doch ein büschen schwieriger, irgendwie war meine Frischhaltefolie zu schmal, egal, gab es halt ein paar Lagen mehr und gut! Noch einen Tag (uns nen bißchen länger, hat nicht geschadet) auf dem Balkon gelagert (unser ist verglast und daher nicht so kalt, auch wenn es draußen lausig kalt ist) und fertig! Die trockneren Randteile hab ich abgeschnitte, waren nicht so lecker, aber der Rest: ein Traum! Soo gut! Süß-salzig, dillig, schön nach Fenchel-Korianderkörner schmeckend. Hach, toll! Ich merke auch immer mehr, dass ich Fisch im kalt verarbeiteten Zustand lieber mag als warm … Wer sowas mag, macht es nach! Vielleicht kann ich ja irgendwo kleine Fischteile auftreiben und es auch mal für mich machen, auch gerne nach anderen Rezepten :-) Ich bin auf den Geschmack gekommen *g*

Gebeizter Lachs

Zutaten für 8 Personen:
1  Lachsseite (ca. 1 kg Lachsfilet mit Haut)
100 g grobes Meersalz
je 100 g brauner und weißer Zucker
2 unbehandelte Zitronen
2 Bund  Dill
je 2 EL Korianderkörner und Fenchelsamen

(1) Am Vortag die Lachsseite waschen und trockentupfen. Salz und die beiden Zuckersorten mischen. Die Zitronenschale fein abreiben. Den Dill fein hacken.

(2) Die Lachsseite auf einen großen Bogen Frischhaltefolie legen. Zuerst die Salz-Zucker-Mischung darauf verteilen. Dann die Zitronenschale, den Dill und die Fenchel- und Koriandersamen darüber streuen. Straff in die Folie einwickeln. In einer Schale oder Platte 24 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und dabei einmal wenden (hier: *ahem* vergessen).

(3) Die Lachsseite aus der Folie holen und die Kräuter und Gewürze mit einem Messer etwas abstreifen. Dann in dünne Scheiben schneiden.

Quelle: Poletto, Cornelia (2009): Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger. Zaber Sandmann. Seite 76

Übrigens gab es abends doch kein Fondue :-( Geplant war ein Brühe-Fondue (sonst ja immer Fett), die Brühe gekocht, das Fleisch vorbereitet, das einzige Gemüse (Rosenkohl) blanchiert und was fehlte? Der Brennspiritus *grummel* Der stand aus welchen Gründen auch immer im Garten, der so 20 Minuten mit dem Auto entfernt ist *seufz* Naja, dann wurde halt das Raclette ausgepackt und das Fleisch auf dem Grillteil gebraten … Ein andern mal eben!

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