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Indische Kürbis-Linsen-Suppe

Ich muss noch meine ganzen herzhaften Suppenrezepte loswerden, bevor der Frühling mit milden Temperaturen gänzlich ausbricht und die Suppenlust vergeht. Wobei Suppenlust bei mir nie vergeht, als halbe Ungarin fast unmöglich ;-) Und bevor die letzten Kürbisse aus den Lagern verbraucht sind, möchte ich Euch diese wirklich wunderbare indische Linsensuppe vorstellen, die ich auf dem YouTube-Kanal von „Food with Chetna“. Chetna Makan ist Inderin, die in Großbritannien lebt und dort bekannt wurde durch ihre Teilnahme am „Great British Bake Off“. Mittlerweile hat sie drei Kochbücher geschrieben und betreibt eben ihren YouTube-Kanal, den sie mit authentischen indischen Rezepten und wunderbaren Kuchen füllt. Dort entdeckte ich die Linsensuppe mit Kichererbsen und Spinat, die sehr vielversprechend aussah. Nur bin ich nicht der weltgrößte Kichererbsen-Fan und ersetzte ihn einfach mit etwas Butternutkürbis, der noch seiner Verwendung harrte.

Die Suppe ist ziemlich schnell und einfach zubereitet – indische Küche muss nicht kompliziert und zeitaufwendig sein. Dazu ist sie noch gesund und kostengünstig, wenn ihr den Joghurt zum Schluss weglasst sogar vegan. Dabei könnt ihr das Süppchen so scharf oder mild würzen, wie es Euch beliebt. Ich werde diese Suppe in Kürze definitiv wieder kochen, weil sie wirklich richtig köstlich ist und noch ein kleiner Butternut in der Küche wartet. Und kann es Euch auch nur dringend ans Herz legen! Auf die nächste Suppe dürft Ihr Euch auch freuen, eine sehr ungarische *g*

Indische Kürbis-Linsen-Suppe mit Spinat

Zutaten für 4-6 Portionen:

400 g Butternutkürbis; vorbereitet gewogen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleines Stück Ingwer
1 EL neutrales Öl
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Chiliflocken
150 g Rote Linsen
400 g Dose gewürfelte Tomaten
700-800 ml Gemüsebrühe
80 g TK-Spinat
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Den Butternut schälen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Knoblauchzehe und Ingwer schälen und beides fein reiben. Die Linsen in einer Schüssel mit Wasser bedecken, kurz durchwirbeln (etwaige schlechte absammeln) und das Wasser abgießen. Den Spinat in ein Sieb geben und mit heißem Wasser übergießen, so dass er auftaut.

(2) Das Öl in einem größeren Topf erhitzen und den Kreuzkümmel darin anbraten bis er duftet. Die Zwiebelwürfel zugeben und bei mittelhoher Hitze mitdünsten bis sie etwas braun werden. Knoblauch, Ingwer und Chiliflocken hinein geben und etwa 1 Minuten anbraten. Kürbis, Linsen, Tomaten und Brühe in den Topf geben. Umrühren und abgedeckt aufkochen lassen. Ab dem Zeitpunkt bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Den aufgetauten Spinat zugeben und noch ca. 5 Minuten garen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Tellern verteilen und wer mag einen Klecks Joghurt obenauf geben.

Genießen!

Quelle: Chetna Makan – Delicious Lentils, Chickpea and Spinach soup

Angenehm warm im Bauch – Würzige Möhren-Linsen-Suppe

Ich finde zu einem ordentlichen Brunch-Buffet gehört auch ein nettes Süppchen, dass den Bauch von innen wärmt. Sowas tut doch immer gut, oder? In der aktuellen „deli“ fand ich im Brunch-Kapitel (Ostern scheint die Brunch-Hochzeit zu sein) eine nette Suppe, die etwas exotisch, aber nicht zu exotisch schien. Ich musste sie etwas abändern, da Frau Mama immer noch Reste der Großpackung Rote Linsen hatte und ich nicht extra gelbe Linsen anschaffen wollte, die dann wieder asbach werden. Auch war am Tag der Fertigstellung plötzlich weder saure Sahne noch Schmand im Kühlschrank, so dass es eine vegane Version blieb. Und zwar eine verdammt nette Suppe! Würzig und süß zugleich, wärmend von innen und dabei sehr einfach zu kochen. Sie lässt sich gut am Tag vorher vorbereiten, dann am großen Tag nur noch warm machen, nochmals abschmecken und fertig. Der Familie und mir schmeckte sie wunderbar! Und man kann sie bestimmt auch gut portionsweise einfrieren. Tolles Süppchen! Wird ins Standard-Repertoire aufgenommen!

Rote Linsen-Möhren-Suppe

Zutaten für 6-8 Portionen:
200 g rote Linsen
1,5 l Gemüsebrühe
4 EL Olivenöl
500 g Möhren
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
20 g Ingwer
1 TL Fenchelsaat
1 Lorbeerblatt
1 TL Paprikapulver rosenscharf
1/2 TL currypulver
4-5 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer
4 Zweige Dill

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die gelben Linsen waschen und abtropfen lassen. Die Möhren putzen und würfeln. Die Knoblauchzehen und Zwiebel häuten und fein würfeln. Vom Ingwer die Schale mit einem Löffel abkratzen und dann ebenfalls fein würfeln. Die Brühe erhitzen. Den Dill fein hacken.
(2) Das Öl in einem großen Topf (nicht dringend den größten) erhitzen und die Möhren darin in 10-12 Minuten hellbraun anbraten. Knoblauch, Zwiebel und Ingwer zugeben und glasig dünsten. Linsen hinzufügen und kurz mitdünsten. Fenchelsaat, Lorbeer, Paprikapulver und Curry zufügen, kurz durchrühren und die Brühe zugießen. Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 20-25 Minuten das Gemüse weich kochen.
(3) Die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und dem Zitronensaft abschmecken.

Die Suppe in Schüsseln servieren und mit dem Dill bestreut servieren.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach „deli“ – Gelbe Linsen-Möhren-Suppe Seite 46

Jeden Tag ein Buch: The Kitchen Diaries

So, diesmal ein aktuelleres Buch. Von einem meiner Kochbuchhelden: Nigel Slater! Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf ihn aufmerksam wurde, über Jamie Oliver vielleicht? Und dann gab es eine ordentliche Preisreduktion beim britischen Amazon, so dass Kochbücher damals oft nur die Hälfte des ursprünglichen Preises kosteten. Da musste ich zuschlagen! Und für alle Kochbuchsüchtigen, die des Englischen mächtig sind: Solche Angebote gibt auch immer noch oft beim britischen Amazon. Da lohnt es sich gleich ein paar Bücher mehr zu bestellen! Und ich muss gestehen, soweit ich die Sprache verstehe, bevorzuge ich die Kochbücher im Original, weil ich schon öfter erlebt habe, dass in den Übersetzungen Fehler gemacht wurden: inakkurate Zutatenrecherche, wichtige Zubereitungsschritte weg gelassen. Sowas will ich nicht akzeptieren!

Aber zurück zu Nigel Slater. Er ist ein Koch aus England, der durch das Kochen und Backen als Kind mit seiner Stiefmutter um das Herz seines Vater konkurrieren konnte. Mittlerweile ist er Autor, Kolumnist beim Observer und Moderator seiner eigenen Kochshows auf der BBC. Ich muss gestehen, ich höre ihm nicht so gerne zu, aber dafür lese ich Mr. Slater umso lieber! Das erste Buch, dass ich von ihm käuflich erstanden habe, sind seine

Kitchen Diaries

Erster Eindruck

Der Mann ist der ultimative Foodblogger, das Buch heißt nicht umsonst „The Kitchen Diaries“. Vom 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres hat er für (fast) jeden Tag aufgeschrieben, was er gegessen hat. Ein Paperback mit angenehm griffigem Papier, etliche großformatige Bilder, viel Text. Schön!

Inhalt

Wie schon gesagt, hat Mr. Slater vom ersten Tag des Jahres 2004 bis zum letzten Tag auf geschrieben was er gegessen hat. Das hört sich jetzt für Nicht-Foodies reichlich langweilig an, ist es aber ganz und gar nicht. Es ist nicht nur eine lange Tabelle, nein, mal sind es kurze Text mit knappen Stichworten wie der Nachmittagssnack zubereitet wurde. Mal längere Texte über seinen Garten, was gemacht werden musste, was gepflanzt wurde, was reif ist, über bestimmte Gemüse oder den Fuchs, der durch das Viertel zieht. Mal sind es genaue Rezepte mit Zutatenliste und Zubereitungsbeschreibung. Besonders amüsant finde ich Selbsterkenntnisse, wie beispielsweise im Juni, als er TK-Erbsen kaufte und sich an der Kasse fragte, warum er mitten in der Saison nicht frische Erbsenschoten holt. Man merkt einfach, dass auch gelernte Köche und Kochbuch-Autoren nur Menschen sind und nicht immer saisonal und regional essen und auch mal Gelüste haben, denen dann sofort nachgegangen werden muss. Vom Rezeptumfang sind sowohl kurze mit wenigen Zutaten für nach-dem-Feierabend vorhanden als auch etwas aufwendigere für’s Sonntagsessen oder ganze Menüs für Feiertage wie Weihnachten. Nebenbei wird auch noch gebacken, so dass auch die versierten Bäcker unter der Leserschaft nicht zu kurz kommen. Es ist die typische britische Bandbreite an Gerichten vertreten neben dem britisch-europäischen Teil mit Lammbraten etc., scheint Mr. Slater besonderen Gefallen an indischen und orientalischen Gerichten gefunden zu haben. Aber auch italienisch inspirierte Rezepte sind häufig zu finden. Ich meine, so über 365 Tage lässt sich ’ne Menge unterschiedlichstes kochen.

Das mag sich jetzt unspektakulär anhören, aber was das Buch wirklich sehr lesenswert macht, ist Nigel Slaters Schreibstil. Ich liebe es einfach, wie er seine Worte wählt. Mit welchem Enthusiasmus er über einzelne Gemüsesorten und seinen Garten schreibt, mit welchen liebevollen Details er Kochzustände beschreibt, z.B. soll man Suppen enthusiastisch simmern lassen. Und ich finde das beschreibt diesen Zustand perfekt und man weiß sofort wie das aussehen soll. Ich könnte den Mann stundenlang, tagelang nur lesen und es wäre nicht einen µ langweilig. Dementsprechend schnell war das Buch damals auch ausgelesen ;-)

Gestaltung

Die Buchkapitel sind logischerweise nach den Monaten geordnet, auf deren Titelseite dann auch die Rezepte angegeben sind, die im jeweiligen Monat vorgestellt werden. Und die einzelnen Seiten in zwei Spalten aufgeteilt. In der linken, schmalen Spalte steht das Datum und in der breiteren rechten der Text mit den Rezepten etc. Nicht zu jeder kleinen Rezeptidee ist ein Photo gemacht worden, aber die Bilder, die im Buch verwendet wurden, sind schön. Über die gesamte Seite, meist ist darauf das Gericht in seinem Kochgeschirr als auch als Einzelportion auf Tellern zu sehen. Laut Vorwort wurden die Bilder auch tatsächlich an dem Tag gemacht als Mr. Slater das Gericht gekocht hat, sprich nicht noch einmal extra nachgekocht an einem Tag mit besseren Lichtbedingugnen. Sehr sympathisch! Die Bilder sehen glücklicherweise auch nicht aus, als hätte ein Foodstylist stundenlang mit einer Pinzette daran rumgezuppelt oder extra Grillstreifen mit einer heißen Nadel auf das Lammsteak gebrannt. Auch die Bilder von einzelnen Zutaten wie frisch geernteten Möhren, die noch vollkommen verdreckt sind oder eine Stiege mit Falläpfel sind besonders gelungen.

Das Inhaltsverzeichnis ist nach Zutaten geordnet, so dass man bei Gelüsten auch einfach mal nach der entsprechenden Zutaten gucken kann und dann das kocht, was einen am meisten anlacht.

Fazit

Es ist eines meiner Lieblingsbücher über Kochen und Essen. Wahrscheinlich, weil ich wirklich gerne über den Alltag anderer Menschen lese (soviel spannender als meiner ist er auch nicht *g*), weil ich Mr. Slaters Stil wirklich gut finde und auch seine ganze Art das Essen anzurichten. So unprätentiös, so einfach, aber immer sehr ansprechend! Ich kann nur eine dringende Kaufempfehlung aussprechen! Ich liebe dieses Buch wirklich sehr und werde daraus wohl noch einiges kochen!

Ausprobiert

Wie schon erwähnt ist es für mich sowohl ein Lese- als auch Kochbuch. Und letztens habe ich gleich das erste Rezept des Buches, eine Kürbis-Linsen-Suppe ausprobiert. Bei ihm ist es eine Kater-Suppe für den 1. Januar, ich brauchte was wärmendes im Bauch. Ich las mir das Rezept durch, suchte alle Zutaten in der Küche zusammen (Mis-en-place rules!) und wunderte mich, welches Öl ich benutzen sollte. Ich war fest davon ausgegangen, dass zuerst die Zutaten in Öl angedünstet werden und dann mit Wasser aufgefüllt. Aber nee, Pustekuchen! Praktischerweise werden die Zutaten nur alle in einen Topf gegeben, mit Wasser aufgefüllt und gekocht. Ich hab mal wieder gemerkt, dass Rezepte gründlich durchlesen und eigene festgefahrene Wege verlassen, manchmal ganz hilfreich ist. Statt dass ich den Kürbis extra in Wasser gekocht habe (ich weiß gar nicht, wieso die Würfel nicht gleich in der Suppe mitgegart werden), habe ich gebackenen Kürbis aus dem Ofen genommen, den ich eh für noch andere Gerichte brauchte. Funktioniert auch wunderbar. Normalerweise sollte es dazu noch ein scharfes Zwiebel-Topping geben, aber weil ich schon länger stand und meine Beine schon merkte, hab ich es sein gelassen und einfach nur einen Klecks Schmand dazu gegeben, um ein wenig die fettlöslichen Vitamine zu lösen. Eine wirklich schmackhafte, pikante Suppe, die gut von innen wärmt.

Dal und Kürbis Suppe

Zutaten für 4 großzügige Portionen:
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 walnussgroßes Stück Ingwer
225 g rote Linsen
1,5 l Wasser
1 TL gemahlener Kurkuma
1 TL gemahlener Chili (hier: 1/2 TL Pul Biber)
250 g Kürbis (im Ofen gebacken oder in Wasser gekocht)
Salz, Pfeffer
1 kleines Bund Koriander, grob gehackt

2 EL Schmand

(1) Zwiebel und Knoblauch häuten. Zwiebel grob hacken, Knoblauch fein. Beides in einen mittelgroßen Topf geben. Den Ingwer schälen (am Besten mit einem Teelöffel die Schale abschaben), in feine Stifte schneiden und zum Zwiebel-Knoblauch-Gemisch geben. Die Linsen zugeben und mit dem Wasser auffüllen. Aufkochen lassen und dann die Hitze runterschalten bis es enthusiastisch simmert. Den Kurkuma und Chili unterrühren. Bedeckt ca. 20 Minuten köcheln lassen.
(2) Den Deckel von den Linsen entfernen und die Hitze hochschalten. Etwa 5 Minuten lang sehr stark kochen lassen, damit Flüssigkeit verdunstet. Die Topf vom Herd nehmen und den Kürbis unterrühren. Mit einem Stabmixer oder im Standmixer pürieren. Salzen, pfeffern.

Auf vier Schalen verteilen, den Koriander unterrühren und mit dem Schmand garnieren.

Genießen!

Quelle: Slater, Nigel (2005): The Kitchen Diaries. Fourth Estate. London. p 4
ISBN 978-0-00-724115-6

Der zweite Beitrag zu „Jeden Tag ein Buch„, initiiert und organisiert von Arthurs Tochter.

Würzige Merguez-Ofenpommes mit Linsensalat

Was ich mit am meisten vermisst habe, während ich die letzten Monate krankheitsbedingt in der Ostseeheimat weilte: meine Kochbücher! Wenn mir nach einer bestimmten Zutat ist, einfach mal die Kochbücher durchforsten. Wenn mir nach einem bestimmten Autor ist, dessen Bücher zur Hand nehmen können. Wenn mir nach einer bestimmten Landesküche ist, schnell in den Büchern nach Infos und Inspiration suchen. Aber jetzt hab ich meine Schätze ja wieder :-)

Besonders Lust hatte ich mal wieder das „River Cottage Veg Everyday“ (gibt es jetzt auch auf deutsch und nein, es sind keine Amazon Affiliate-Links) von Hugh Fearnley-Whittingstall zu durchblättern, da es bei meiner Krankheit eher besser ist, sich viel vegetarisch zu ernähren und beim ersten Durchgucken im letzten Mai schon viele schöne Rezepte erspäht wurden, habe ich es mir jetzt nochmal genauer zu Gemüte geführt.

Und ich bin wieder sehr begeistert davon. Mr. Fearnley-Whittingstall ist ja sozusagen Chef des River Cottage und großer Verfechter von saisonalem und ethisch korrektem produziertem Essen, auch ein bekennender Fleischesser. Und dieser Fleischesser hat nun mitbekommen wie geil Gemüse eigentlich auch alleine sein kann … Und gleich ein ganzes Kochbuch dem Thema „Kochen mit Gemüse“ gewidmet. Aber bevor der Artikel hier ausartet, will ich Euch das Buch lieber in einem nächsten Beitrag gesondert vorstellen.

Hier werde ich nur noch ein paar Worte zu diesen wirklich wundervollen Ofenpommes verlieren. Es ist  das erste Mal, dass ich so Ofenpommes gemacht habe und war skeptisch, ob sie auch nur einen Hauch von Knusprigkeit entwickeln, aber ja, sie werden knusprig und würzig und zusammen ist das eine wundervolle Kombination! Großartigst! Ich glaube der Knackpunkt zur Knusprigkeit ist das kurze Vorkochen der Kartoffeln. Dann werden sie nur in reichlich Öl und der Gewürzmischung geschwenkt, in den Ofen gegeben und man hat schwupps tolle Ofenpommes. Da mir keine wirklich adäquate Fleischbeilage einfiel, nach der mir gewesen wäre, aber noch ein paar Puy-Linsen im Vorratsschrank ihrer Verwendung harrten, machte ich gleich noch den Grundlinsensalat aus dem Buch dazu, etwas verfeinert mit Roter Bete und Feta. Perfekt im Winter! Und schmeckt dazu noch wunderbar am nächsten Tag im Büro oder abends in ein frisches Stück Fladenbrot oder Pita gefüllt. Wundervoll! Es dauert auch alles nicht so wahnsinnig lange, wie es sich anhört. Für ein Sonntagsessen hält sich der Aufwand in Grenzen :-)

Für alle, die jetzt hungrig geworden sind, hier die Rezepte:

Würzige Merguez-Ofenpommes

Zutaten für 4 Portionen als Beilage:
ca. 1 kg neue Kartoffeln
5 EL Raps- oder Olivenöl

Für die Merguez-Würzmischung:
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Fenchelsamen
1 TL Korianderkörner
1 TL Kümmel (optional)
10-12 schwarze Pfefferkörner
1 TL geräucherter Paprika
1 Prise Chilipulver
1/4 TL feines Meersalz

Für den Dip:
6 gehäufte EL Joghurt
1/4 Knoblauchzehe, zermust mit einer Prise Salz
1 Prise Chilipulver

(1) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Die Kartoffeln gut waschen, dann in dicke Pommes schneiden. In einen Topf mit kalten Wasser geben. Auf dem Herd zum Kochen bringen, 1 Minuten kochen, sofort abgießen und gut abtropfen lassen.
(3) Zwischenzeitlich für die Gewürzmischung den Kreuzkümmel, Fenchel, Koriander, Kümmel und schwarzen Pfeffer in einem Mörser fein zerstoßen. Mit dem Salz, Chilipulver und geräuchertem Paprikapulver mischen.
(4) Das Öl auf ein Backblech oder eine  große Ofenform geben. Für 5 Minuten in den Ofen geben, um heiß zu werden.
(5) 1 EL der Gewürzmischung beiseite geben. Den Rest der Mischung mit den Kartoffeln gut mischen. Das heiße Blech aus dem Ofen nehmen, die gewürzten Kartoffeln dazu geben und in dem Öl wenden. Im Ofen für 35-45 Minuten rösten, nach der Hälfte der Zeit einmal wenden, bis sie goldbraun und knusprig sind.
(6) Zwischenzeitlich den Joghurt mit dem zermusten Knoblauch mischen. Den übrig behaltenen Esslöffel Gewürzmischung dazu geben. Mit einer Prise Chilipulver bestreuen.
(7) Einen der Pommes kosten, ob sie noch Salz benötigen. Dann die heißen Pommes mit dem kühlen Dip servieren und

genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 225

Puy-Linsensalat mit Roter Bete und Feta

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Puy-Linsen (oder andere kleine Linsen wie Beluga-L.)
Wasser
1 Lorbeerblatt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Stengel Petersilie (optional)
2 EL Olivenöl
1 Spritzer Olivenöl
Salz, Pfeffer

1 gegarte Rote Bete-Knolle
ca. 100 g Feta
2-3 Zweige Minze

(1) Die Linsen in einen Topf geben und viel Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, nur 1 Minute kochen lassen, sofort abgießen. Die Linsen zurück in den Topf geben und soviel Wasser zugeben, dass die Linsen bedeckt sind. Das Lorbeerblatt, Knoblauchzehen und Petersilienstiele zufügen. Wieder zum Simmern bringen und auf kleiner Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen bis sie gar, aber nicht zerfallen.
(2) Die Linsen abgießen und die Kräuter und Knoblauch entfernen. Mit dem Olivenöl und Zitronensaft marinieren und mit Salz und Pfeffer würzen. Das ist sozusagen der Grundlinsensalat, der nach Belieben noch mit anderen Zutaten ergänzt werden kann.
(3) Die gegarte Rote Bete (ich backe sie meist in Alufolie eingewickelt in Schale für ca. 60 Minuten bei 180°C im Ofen, es geht aber auch die vakuumisierte Rote Bete aus dem Gemüseregal) in Spalten schneiden und zu den Linsen geben. Die Minzeblättchen fein hacken und gut unterrühren. Zum Schluss den Feta über den Salat krümeln.

Genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 237

Wärme von innen – Kürbis-Möhren-Linsen-Curry

Immer noch schlechtes Wetter, dass einem nach 5 Minuten in die Knochen kriecht, immer noch ein halber Kürbis im Kühlschrank. Zum Glück gibt es Frau Kochschlampe und Frau Kochschlampe hat in ihrem unendlichen Repertoire immer eine gute Idee für eine hungrige Anikó :-) Es ist natürlich ohne ehemals lebendes Tier, aber das kommt mir ganz gelegen. Ich versuche momentan eh meinen Fleischverbrauch auf ein Gericht in der Woche zu beschränken und auch bei den Brotmahlzeiten, sprich Frühstück und Abendbrot, mehr Alternativen zur Wurst zu entwickeln als Käseaufschnitt ;-)

Das Curry tut wirklich richtig gut bei kaltem Wetter, sei es jetzt Herbst oder Winter. Ich hatte noch Malabar- Currypulver vom Gewürzdealer des Vertrauens da, dass für mich den genau richtige Schärfe hatte. Für mich als bekennende Scharf-Mimose perfekt pikant, der Coladieb oder auch Frau Kochschlampe hätten wahrscheinlich gar nichts verspürt. Aber man kann wahrscheinlich jegliches Currypulver oder -paste der Wahl nehmen. Der Kürbis und die Möhren sorgen für einen angenehm süßen Kontrast zum Curry und die Linsen verleihen eine schöne Cremigkeit. Und wenn man dann noch ein bisschen den Kreuz- und Schwarzkümmel schmeckt, ist alles perfekt! Den Joghurt habe ich nicht unter das Curry gerührt, sondern auf dem Teller mit angerichtet, damit er nicht so krisselig wird, falls das Curry doch noch zu heiß wäre. Ein wirklich schönes Curry! Probiert es ruhig aus, falls noch ein Kürbis in den Untiefen Eures Kellers lauert!

Kürbis-Linsen-Curry

Zutaten für 3-4 Portionen:
neutrales Öl
1/2 Zwiebel, gewürfelt
1/2 Hokkaido-Kürbis, entkernt und in mundgerechten Würfeln
3 Möhren, geschält und mundgerechte Würfel (etwa in der Größe der Kürbiswürfel)
großzügiger Schluck Noilly Prat oder Weißwein
300 ml Gemüsebrühe
75 g rote Linsen
1-2 EL Curry (Malabarcurry passt ganz gut)
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitronensaft
1/2  EL Schwarzkümmel
1 Prise Cumin
1-2 EL Crème Fraîche oder Joghurt
Petersilie zur Deko (optional)

Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig andünsten. Kürbis und Möhren dazugeben, 3-4 Minuten anbraten. Das Currypulver darüber streuen und so lange oder eher kurz anrösten bis es duftet. Mit dem Noilly Prat ablöschen und etwas einkochen lassen. Brühe hinzu fügen und die Linsen einstreuen. Zum Kochen bringen und etwa 20 Minuten köcheln lassen bzw. bis die Linsen und das Gemüse gar sind. Ab und zu umrühren und prüfen, ob eventuell noch Brühe fehlt und zugegeben werden muss. Mit den restlichen Zutaten abschmecken. Den Joghurt/Crème fraiche auf dem Teller über dem Curry verteilen.

Entweder alleine als Eintopf, mit Reis oder Fladenbrot als Beilage

genießen!

Quelle: Kürbis-Linse-Curry von Frau Kochschlampe

Honiglinsen mit knusprig-cremigem Feta

Frau Mama mag keine komischen, kleinen Reste! Also kochen darf man ruhig zuviel von einem Gericht, damit noch am nächsten Tag was für’s Büro und Herrn Papa abends übrig ist, aber so seltsame kleine unverarbeitete Zutatenreste kann sie auf den Tod nicht leiden. Hat wahrscheinlich damit zu tun, dass sie keine Lust hat, für solche Reste sich auf langwierige Rezeptsuche zu begeben. Im Gegensatz zu mir *gnihihihi* Ich mag das ja, verschiedene Bücher oder das Internet zu durchforsten, von einem Rezept zum nächsten Hüpfen, überlegen, wie diese oder jene Kombination an Zutaten schmecken würde …

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Rezept für das Kilo rote Linsen, dass Frau Mama kaufte. I brauche ich nur 200 g für einen Linsenaufstrich, aber die restlichen 800 g müssen ja auch noch weg, sonst werden die hier im Haushalt wieder asbachuralt … Aber dann lachte mich das Rezept für die Honiglinsen bei den Küchengöttern an. Mit kleinen braunen Linsen, von denen noch ein passender Rest im Vorratsschrank schlummerte *g* Und es war vegetarisch, mit etwas gebratenem Feta dazu, der wunderschön knusprig und cremig gleichzeitig wird. Die Linsen sind auch wirklich einfach zu machen und schmecken wunderbar fruchtig süß-säuerlich. Das wird es öfter bei mir geben!

Honiglinsen mit knusprig-cremigem Feta

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
200 g Möhren
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1-2 TL scharfe Paprikapaste
2 EL Olivenöl
200 g braune Linsen (hier: Pardina-Linsen)
1/4 l Gemüsebrühe
1- 2 EL Apfelessig oder Balsamico bianco
2 TL Honig
Salz, schwarzer Pfeffer
200 g Schafskäse (Feta)
1 EL Weizenmehl
2 TL Butter

(1) Die Möhren schälen, putzen und in ca. 1/2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und durch den Wurzelstrunk in Spalten schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken.
(2) In einem Topf 1 El Olivenöl erhitzen, die Möhren und Zwiebelspalten unter Rühren andünsten. Dann den Knoblauch und die Paprikapaste dazu geben und so lange weiter dünsten bis der Knoblauch duftet.
(3) Die Linsen in einem Sieb abspülen und in den Topf geben. Die Brühe aufgießen und zugedeckt bei schwacher Hitze 35-45 Minuten weich garen, aber bitte nicht zerfallen lassen. Je nach Linsensorte kann es auch kürzer oder länger dauern.
(4) Die Linsen mit dem Essig, dem Honig, Salz und Pfeffer abschmecken.
(5) Den Käse halbieren. Das Mehl in einen Teller geben und den Käse darin wenden.Das restliche Olivenöl und die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Käsescheiben darin bei starker Hitze von jeder Seite etwa 1 Minute braten.

Die Linsen auf den Tellern verteilen, mit einer Käsescheibe belegen, servieren und

genießen!

Quelle: Küchengötter – Honiglinsen

Und noch ein Klassiker – Linsensuppe

Ich hangel mich hier von Klassiker zu Klassiker, aber irgendwie ist mir zur Zeit danach. Und erst Recht jetzt wo das usselige Herbstwetter da ist, verträgt doch jeder ’ne herzhafte Suppe gut (nein, das Wort „Eintopf“ gibt es in meinem aktiven Wortschatz nicht *g*). Früher mochte ich Linsen ja so ü-ber-haupt nicht! So gar nicht gar nicht! Furchtbares Zeug! Dann gewöhnte ich mich langsam an rote Linsen, an Puy-Linsen in Salatform, an braune Linsen in ungarischen Neujahrsessen und jetzt sind wir endlich bei der klassischen Linsensuppe angelangt. Frau Mama machte bisher nur die Dosen auf, weil es ihr zu aufwendig erschien eine Suppe zu kochen. Gut, die ist nicht innerhalb von 15 Minuten fertig, aber die Vorbereitung dauert nicht ewig und dann köchelt sie still und leise ’ne Stunde vor sich hin und man muss sich nicht großartig drum kümmern. Nach der Zeit ist eine wundervolle Suppe fertig mit genau der richtigen Konsistenz, garen, aber nicht zerkochten Linsen, schön herzhaft! Ich behaupte mal perfekt!

Klassische Linsensuppe

Zutaten für 4 Personen:
100 g Räucherspeck
1 EL Sonnenblumenöl
2 Zwiebeln
2 Möhren
1 Stück Knollensellerie
1 Stange Lauch/Porree
250 g braune Linsen (hier: Pardina-Linsen)
250 g festkochende Kartoffeln
1 l Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
Rotweinessig

optional: 4 Wiener Würstchen

(1) Den Räucherspeck klein würfeln. Die Zwiebel schälen, fein würfeln. Die Möhren und Knollensellerie schälen und würfeln. Die Kartoffeln ebenfalls. Den Porree von den Enden befreien und in feine Ringe schneiden und unter fließendem Wasser den versteckten Restsand ausspülen.
(2) Das Öl in einem großen (muss nicht der größte im Haushalt sein) Topf erhitzen und die Räucherspeckwürfel anbraten. Die Zwiebeln hinzufügen und mitbraten bis sie glasig sind. Den Porree, Möhren und Sellerie dazu geben und ebenfalls kurz mit anschwitzen. Die Linsen, Kartoffelwürfel und Gemüsebrühe zufügen. Gut durchrühren. Deckel drauf!
(3) Nach dem Aufkochen auf mittlere-kleine Flamme stellen und etwa 1 Stunde köcheln lassen. Zwischendurch mal durchrühren und gucken wann die Linsen gar sind. Geht bei manchen Sorten schneller als bei anderen.
(4) Zum Schluss noch die Würstchen warm werden lassen in der Suppe, wenn man mag. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf dem Teller schmeckt am Besten jeder selbst mit Essig ab und dann

genießen!

Quelle: Dusy, T. (201): Winterküche. Gräfe und Unzer. S. 57

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