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Bunte Gartenminestrone mit Grießnocken

Jetzt können im Garten noch die letzten Sommergemüse geerntet werden. Die letzten Zucchini, Spitzkohl, Rote Bete, Bohnen, Zwiebeln, Möhren und Pastinaken. Das ist nur das, was im elterlichen Schrebergarten dieses Jahr wuchs. Was ist denn bei der geneigten Leserschaft so zu finden? Und irgendwie wird ja doch alles gleichzeitig reif und man kann gar nicht so viele unterschiedliche Gerichte kochen und vor allem genießen wie man Gemüsesorten geerntet hat, oder? Was bietet sich da besser an als alles zu einer minestroneartigen Suppe zu verkochen? Da kann man alles rein tun was man will, auch gerne Bohnen aus der Dose (oder vorgekocht), Tiefkühlerbsen, halt alles was weg will und gerade Saison hat. Das ist ja gerade das wunderbare an solchen Suppe, sie sind so super saisonal und dazu gesund.

Normalerweise werden in Minestrone ja Nudeln mit gegart, aber Frau Mama fand in einer Zeitschrift ein Rezept für Grießnocken, dass sie mal austesten wollte, weil sie die Erinnerung an die Grießnockensuppe ihrer Oma (also meiner Uroma) überkam und wir aber kein passendes Rezept bisher im Familienrepertoire hatten. Aber ist doch kein Problem zu der Gemüsesuppe Grießklößchen zu basteln. Wichtig ist dabei offensichtlich die Butter im Teig und dass der Teig 60 Minuten Zeit zum Quellen hat, dann halten die Nocken auch gut. Völlig unkompliziert, nur ein bißchen Zeitplanung nötig.

Insgesamt ist die Suppe sehr schön geworden und die Nocken hätte ich schon so pur ohne irgendwas essen können. Auch der Restfamilie hat die Suppe sehr gut geschmeckt, auch wenn kein totes Tier drin war ;-) Auch aufgewärmt schmeckte sie abends und zwei Tage später noch allen wunderbar! So gut und einfach kann improvisieren sein.

Bunte Gemüsesuppe mit Grießnocken

Zutaten für 8 Portionen:

Für die Grießnocken:
90 g Butter (zimmerwarm)
100 g Grieß
2 Eier
Salz, Pfeffer
Muskatnuss gerieben
etwas Gemüsebrühepulver (Bio, ohne Hefeextrakt)

Für die Suppe:
4 Möhren
2 Kartoffeln
1/2 Spitzkohl
1 Fenchel
1 mittelgroße Zucchini
1 Maiskolben
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
Salz, Pfeffer
3 Cherrytomaten
1 handvoll Basilikumblätter

(1) Zuerst den Teig für die Grießnocken machen. Dafür die Butter mit dem Grieß und Eiern gut vermischen, wer gerne manscht per Hand, ansonsten mit einem Handrührgerät. Gut mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. 1 Stunde stehen lassen, damit der Grieß quellen kann.
(2) In der Zwischenzeit die Zutaten für die Suppe vorbereiten. Möhren und Kartoffeln schälen, die Möhren in Scheiben schneiden, die Kartoffeln in etwa so große Stücke wie die Möhren. Den Spitzkohl von den äußeren etwas unschönen Blättern befreien, nochmals halbieren, dass man zwei Viertel Spitzkohle hat und den Strunk großzügig rausschneiden. Die Viertel in feine Streifen schneiden. Den Fenchel putzen, halbieren, Strunk rausschneiden und in dünne Streifen schneiden. Von der Zucchini die Enden abschneiden und in mittelgroße Würfel schneiden. Den Maiskolben von den eventuell vorhandenen äußeren Blättern befreien. Auf das breitere Ende stellen und mit einem scharfen Messer vorsichtig und doch beherzt die Körner von oben nach unten abschneiden. Zwiebel und Knoblauch häuten, beides fein würfeln. Die Tomaten vierteln und grüne Strünke entfernen.
(3) In einem großen Topf einen großzügigen Schluck Olivenöl bei mittelhoher Hitze warm werden lassen. Die Zwiebelwürfel glasig dünsten darin, dann den Knoblauch zufügen und so lange anbraten bis er duftet. Die Möhren und Kartoffeln hineingeben, kurz mitdünsten. Dann die Spitzkohlstreifen und Fenchel, Zucchini und Mais. So lange bei höherer Hitze andünsten bis der Kohl anfängt zusammen zu fallen. Tomatenviertel zufügen. Gut salzen und pfeffern. Etwa 500 ml Wasser angießen. Jetzt noch nicht komplett mit Wasser oder Brühe bedecken, weil noch die Brühe hinzukommt, in denen die Grießklößchen gegart werden.
(4) Während das Gemüse im großen Suppentopf andünstet einen mittelgroßen Topf mit Wasser (plus Gemüsebrühpulver) oder Gemüsebrühe aufsetzen, gut 1 l sollte es schon sein. Zum Kochen bringen, dann auf niedrige Hitze runter stellen. Mit einem (oder zwei, wer ordentliche Nocken haben will) Teelöffel aus dem gequollenen Grießteig Nocken in die simmernde Brühe geben. Sie sinken erst auf den Boden. Vorsichtig mit einem Holzspatel im Topf rühren, damit nichts auf dem Boden anbrennt. Wenn sie nach oben steigen noch 10 bis 15 Minuten bei niedriger Hitze ziehen lassen. Wenn sie fertig sind, die Grießnocken aus der Brühe nehmen und zwischenparken. Die Brühe zur Suppe gießen.
(5) Wenn es noch nicht genug Flüssigkeit in der Suppe sein  sollte, noch etwas Wasser nach füllen. Deckel drauf und köcheln lassen bis das Gemüse gar ist, aber noch nicht zerkocht. Das dauert etwa 30 Minuten. Währenddessen die Basilikumblätter in feine Streifen schneiden.
(6) Die Grießnocken zur Suppe geben, nochmal warm werden lassen. Mit Basilikum bestreuen und servieren.

Genießen!

Wie … koche ich frischen Mais?

Es gibt so Gemüsesorten, die ich pur und ganz einfach nur gekocht am liebsten esse. Und wenn die Mais-Saison anfängt, kann ich einfach nicht anders als mir andauernd einen oder zwei oder drei Maiskolben kaufen, um sie dann gleich zu kochen. Aber wie kriegt man den Mais jetzt lecker?

Ich halte mich an die ungarische Methode, die ich bei meiner ungarischen Oma und allen ungarischen Tanten mitbekommen habe. Dafür wird der Maiskolben, an dem idealerweise noch die Hüllblätter dran sind, nackig gemacht. Und diese kleinen Fäden, die innen am Kolben sind, gleich mit entfernen.

Die Blätter aber bitte nicht wegschmeißen, sondern die eine Hälfte auf dem Boden eines großen Topfes ausbreiten. Die Maiskolben drauf legen und mit einer großzügigen Prise Zucker bestreuen.

Die andere Hälfte der Hüllblätter oben auf legen (verhindert das Austrocknen der Maiskörner) und mit Wasser auffüllen. Auf den Herd stellen, aufkochen lassen und dann etwa 45 Minuten kochen lassen. Ja, ich weiß, das hört sich lange an, aber ich finde nur nach so langer Zeit werden sie lecker. Gegen Ende der Kochzeit mal ein Korn vom Kolben abpolken und kosten. Ich las zum Beispiel im weltweiten Zwischennetz, dass Mais im nordamerikanischen Raum nur wenige Minuten ins kochende Wasser geschmissen wird. Aber der Ungar an sich, kocht den Maiskolben lange.

Die geneigte Leserschaft sieht wie schön goldgelb die Körner geworden sind? Der Mais ist fertig! Yeah! Einfach so lange abkühlen lassen bis man ihn anfassen kann, etwas salzen und dann genießen!

Ich liebe es einfach und könnte mich tagelang von frisch gekochtem Mais ernähren! Die ungarische Verwandtschaft kocht immer Riesentöpfe voll mit Mais für die ganze Familie gekocht und dann nimmt man sich eigentlich immer einen Kolben aus dem Topf, wenn man auch nur in der Nähe der Küche ist *g*

Thanksgiving am Martinstag

Kleines Thanksgiving Menü

Kleines Thanksgiving Menü

Mir sagen Traditionen wie Erntedank oder Martinstag nichts, ich bin bis zu meinem 8. Lebensjahr im heidnischen Osten Deutschlands aufgewachsen ;-) (es gab auch getauften Menschen in der DDR, aber unsere Familie gehörte nicht dazu). Erst so langsam werden mir diese ganzen Sachen bekannt gemacht durch Freunde. Thanksgiving kenne ich auch nur aus Film und TV wie Femnerd, die im Kochtopf den „Happy Turkey Day“ ausruft.

Happy Turkey Day

Ein Thanksgiving-Mahl musste mal ausprobiert werden, auch wenn es eine Minivariante für Studentenbudget war, aber ich nehme teil. Schnell ein wenig recherchiert und im Buch „Spezialitäten aus aller Welt“ fündig geworden. Mich hatte schon länger eine Zuckermais-Süßkartoffel-Pfanne angelacht und auch Freundin M., die zum Mitessen verpflichtet wurde, wünschte sich einmal Süßkartoffeln zu kosten. Also der Gemüseteil des Essens stand fest. Noch eine fleischige Beilage, es stand zum Rezept eine Empfehlung zu gebratener Truthahnkeule. Hmm, noch nie wirklich einen Truthahnbraten gegessen bzw. gemacht, aber da wir zu viert sind, lohnt sich der Aufwand vielleicht.

Der Geschmack der Gemüsepfanne war großartig! Süßer, knackiger Mais gepaart mit Süßkartoffeln, die  mit schärferen Gewürzen wie Ingwer, Paprika und Tabasco abgeschmeckt wurden. Dazu dann die angenehme Süße von Ahornsirup (tolles Zeug, könnte ich mir reinlegen)! Diese Gemüsekombination wird es definitiv öfter geben. Der Truthahnbraten war okay, aber kein großes Erlebnis. Glaube, wenn ich demnächst nochmal ’nen Braten fabriziere, dann aus anderem Tier, vielleicht mal Hähnchen oder Rind.

Mais-Süßkartoffel-Pfanne (4 Portionen)

4 frische Maiskolben
600 g Süßkartoffeln (2 mittelgroße)
2 Zwiebeln
je 1 rote und grüne Paprikaschote
2 EL Butter
1/8 l Gemüsebrühe
Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Ingwerpulver
2 EL Ahornsirup
2 EL Zitronensaft
Tabasco

(1) Die Blätter und die Fäden von Maiskolben abziehen. In kochendem Wasser 5 Minuten blanchieren. Abgießen, abschrecken, in 3 cm breite Stücke schneiden.
(2) Die Süßkartoffeln schälen, Paprikaschoten waschen, putzen und alles in grobe Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten, halbieren und in breite Streifen schneiden.
(3) Butter in einem Topf erhitzen, die Süßkartoffeln darin rundherum anbraten. Paprika, Mais und Zwiebelstücke dazu geben, ebenfalls kurz mitbraten. Dann mit der Brühe ablöschen. Mit Salz,Pfeffer, Paprikapulver und Ingwer würzen. Zugedeckt ca. 15 Minuten schmoren, bis es noch bissfest ist.
(4) Die Gemüsepfanne noch mit Salz, Pfeffer, Tabasco sowie dem Ahornsirup und dem Zitronensaft abschmecken.

Geschmack: ++++
Zutaten: +++
Zeit: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Glasierter Truthahnbraten (4 Portionen)

2 Truthahnoberkeulen (á ca. 600 g)
Salz
Pfeffer
1 Bund Suppengemüse
1 Zwiebel
2 EL Ahornsirup
2 EL Zitronensaft
1 Prise Cayennepfeffer

(1) Ofen auf 220 Grad vorheizen.
(2) Fleisch waschen, trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer einreiben.
(3) Im Ofen 15 Minuten braten. Dann die Temperatur auf 180 Grad zurück schalten. 1/4 l Wasser angießen und weitere 15 Minuten garen.
(4) Währenddessen das Suppengrün putzen und in grobe Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und halbieren. Zusammen nach 30 Minuten Garzeit neben den Braten in den Ofen geben und weitere 30 Minuten backen. Dabei immer wieder mal mit dem Bratensaft beträufeln.
(5) Nachdem die Keule 1 Stunde garte, den Ahornsirup mit Zitronensaft und dem Cayennepfeffer mischen und auf den Braten pinseln. Nochmals ca. 10 Minuten garen, bis die Haut schön braun und knusprig ist.
(6) Das Fleisch herausnehmen, ca. 10 Minuten ruhen lassen und aufschneiden.

Geschmack: ++
Zeit: +++
Zutaten: +++
Schwierigkeitsgrad: ++

Quelle: Beide Rezepte aus „Spezialitäten aus aller Welt“ von R. Hess, C. Schinharl, M. Szwilus

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