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Süßes Sommerfrühstück – Aprikosen-Erdbeer-Vanille-Marmelade

Bevor ich krank wurde und hier in die Ostseeheimat kam, hatte ich noch tolle kleine Aprikosen beim Türken des Vertrauens gekauft, weil ich eigentlich ungarische Aprikosenmarmelade kochen wollte. Daraus wurde nicht wirklich was und weil ich ahnte, dass der Aufenthalt hier etwas länger dauern könnte, hab ich die Aprikosen mitgenommen. Nun werden Aprikosen mit der Zeit auch nicht besser und so dezimierte sich ihre Zahl. Nun, die Marmeladenidee war noch nicht ganz gestorben, auch wenn die ungarische Version Mangels körperlicher Ausdauer (auf meiner Seite) und Lust (auf Frau Mamas Seite) ausfiel. Im Kühlschrank lungerten noch einige Erdbeeren aus dem Garten herum. Warum nicht beides zusammen schmeißen und noch etwas Vanille dazu. Am nächsten Morgen gesagt, getan. Es waren noch 380 g Erdbeeren und genau die zu 1 kg fehlende Menge an Aprikosen. Perfekt! Etwas Vanille-Paste dazu (oder 1-2 Vanilleschoten auskratzen und Mark plus Schote zu den Früchten geben), den 2:1 Gelierzucker dazu geben, gut durchrühren und abgedeckt einige Stunden stehen lassen, damit es Saft zieht. Das war mein Part, Frau Mamas Teil kam abends: Gläser heiß auswaschen, das Frucht-Gelierzucker-Gemisch nach Packungsanweisung kochen und abfüllen.

Am nächsten Morgen wurde gleich das erste Glas aufgemacht: eine wirklich wunderbare Kombination und schön lecker-fruchtige Marmelade. Passt wunderbar zu frischem Weißbrot, Vanillepudding oder Scones :-)

Aprikosen-Erdbeer-Vanille-Marmelade

Zutaten für 4-5 Gläser:
380 g Erdbeeren, geputzt gewogen
620 g Aprikosen, geputzt und entsteint gewogen
1,5 TL Vanille-Extrakt oder 1,5 Vanilleschoten
500 g Gelierzucker 2:1

(1) Die Erdbeeren in mindestens vierteln und mit einer Gabel grob zermusen. Die Aprikosen entkernen und sehr klein würfeln. Es soll 1 kg geputze und geschnittene Früchte bei raus kommen. Das Vanilleextrakt zugeben und mit dem Gelierzucker 2:1 gut vermischen. Einige Stunden im Kühlschrank stehen lassen.
(2) Gläser mit Schraubdeckel entweder ganz heiß auswaschen und umgedreht auf einem sauberen Geschirrhandtuch trocknen lassen. Oder bei 120°C im Ofen trocknen lassen. Die Gläser, ein Trichter und Kelle bereit stellen.
(3) Das Marmeladengemisch in einen großen Topf (es wird spritzen und schäumen, deshalb wirklich einen großen nehmen) geben und unter Rühren aufkochen lassen. Dann rührenderweise 4 Minute sprudeln kochen lassen. Geliertest machen: Dafür die Marmelade vom Kochlöffel tropfen lassen und wenn der letzte Tropfen fest wird, wird auch die Marmelade fest.
(4) Die Marmelade so kochend heiß mit Hilfe des Trichters in die Gläser füllen. Ruhig bis fast zum Rand! Deckel aufschrauben, für 10 Minuten auf den Deckel stellen, wieder umdrehen und mit Handtüchern bedeckt langsam abkühlen lassen.

Genießen!

Frühling aufs Brot oder Holunderblüten-Gelee

Mich gibt es noch, bin nur gerade arbeitstechnisch stark eingebunden und öfters unterwegs, immer noch :-) Aber ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen/Wochen wieder etwas mehr zum Bloggen komme, es liegen noch immer einige (bis etliche *seufz*) Rezepte und der Ausflug in eine der europäischen Kulturhaupstädte auf Halde. Also harrt der Dinge ;-)

Aber erstmal ein wahrlich köstliches Gelee, dass ich letztes Jahr schon gemacht habe, aber partout nicht die Zeit gefunden habe, es zu verbloggen. Dann eben dieses Jahr, wenn die Holunderblütensaison wieder ansteht und so wie es aussieht, ist es hier in Nordhessen bald soweit! *freu* Ich kann diesen typischen Holunderblütengeschmack gar nicht genau beschreiben, fruchtig, blumig, frühlingshaft?, aber ich mag ihn in jeglicher Form: als Sirup, als Marmelade, in frittierter Form, in der Quarkspeise, was immer man mit den Blütchen zaubern kann, ich bin dabei :-)

Letztes Jahr also als erstes ein Holunderblüten-Gelee, dass eigentlich total einfach ist. Man muss bloß aufpassen, dass man zum Gelee kochen einen groooßen Topf nimmt, da es sehr leicht überkocht und eine wirklich klebrige Sauerei in der Küche hinterlässt. Ich spreche aus leidvoller eigener Erfahrung *grmpf* Allerdings war das Gelee die Sauerei wert, so köstlich, so fruchtig, so blütig :-) Herr Papa hat ein Glas wohl an wenigen Frühstücksmorgenden löffelweise verputzt *g* Also sobald der Holunder blüht, ran an den Blütenstaub und schnell das Gelee gekocht, zaubert auch im tiefsten Winter Frühlingsgefühle aufs Brot:

Holunderblütengelee

25  Holunderblütendolden
1 Liter Apfelsaft
1 kg Gelierzucker 1:1

(1) Die Holunderblüten ganz vorsichtig waschen oder ausschütteln, damit möglichst viel Blütenstaub, der das Aroma gibt, an den Blütchen bleibt. Die Blüten mit dem Apfelsaft übergießen und 24 Stunden abgedeckt stehen lassen.
(2) Die Marmeladengläser heiß ausspülen und mit einem sauberen Geschirrtuch abtrocknen oder in dem auf 120°C gestellten Herd trocknen lassen. Auch einen Einfülltrichter und Kelle bereit legen.
(3) Die aromatisierten Apfelsaft abgießen und 750 ml abmessen. In einem großen Topf mit dem Gelierzucker mischen und aufkochen lassen. Dabei aufpassen, dass das Gelee in spe nicht überkocht. Der Anweisung auf der Gelierzucker-Packung folgen und wenn das Gelee, die Gelierprobe besteht, den Topf vom Herd nehmen.
(4) Das heiße Gelee in die vorbereiteten Gläser füllen, fest zuschrauben und ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen. Wieder richtig herum stellen und mit einigen Handtüchern eingepackt, langsam auskühlen lassen.

Auf frischen Brot mit Butter genießen!

Aprikosen-Vanille-Marmelade

Ich habe mich dieses Jahr das erste Mal unter die Bevorrater gewagt und bisher *nachdenk* vier Köstlichkeiten in Gläser verpackt. Ich hoffe es kommen noch ein paar Gläser mit anderen Sachen dazu, es finden sich ja eigentlich in jeder Jahreszeit Grundzutaten zum Einmachen. Zumindest habe ich einiges an Einmachgläsern letztens gekauft und die wollen ja schließlich benutzt werden :-)

Als erstes möchte ich hier ein Aprikosenmarmelade vorstellen. Ich LIEBE, ja vergötter‘ Aprikosen: roh, im Kuchen, im Knödel, als Chutney und als Marmelade. Die Ungarn scheinen so eine Art Nationalrezept für Aprikosenmarmelade zu haben, ich habe verschiedene Marmelade, zubereitet von unterschiedlichen (auch von wildfremden) Leuten gekostet, sie schmeckte immer gleich, wie von ungarischer Tante M. bzw. Onkel Z. Ziemlich flüssig, die Früchte noch erahnbar, aber äußerst aromatisch nach vollreifen Aprikosen schmeckend. Ich war leider nie dabei, wenn die Marmelade gekocht wurde, weil ich (fast) immer nach der Aprikosensaison dorthin in den Urlaub fahren konnte.

Also musste ich mir wohl ein Rezept hier in Deutschland suchen (nicht, dass ich nicht auch einfach Onkel, Tante oder Cousins Gattin eine Email hätte schreiben können *g*). In diesem Buch wurde ich fündig. Gekauft hatte ich es mir schon letztes Jahr für ’nen Fünfer, weil ich eigentlich in der WG schon anfangen wollte mit Einkochen, aber wegen des akuten Platzmangels, kam es doch nicht dazu. Aber diese Jahr, endlich! Heraus kam eine wirklich wunderbare Marmelade, nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest, ein bisschen stückig, mit wunderbar vanillig-aprikosigem Aroma. Perfekt auf frischem, gebuttertem Weißbrot!

Vielleicht für’s nächste Jahr oder wenn jemand jetzt noch Aprikosenrestbestände beim türkischen Obsthändler bekommt, hier das Rezept:

Aprikosen-Vanille-Marmelade

für ca. 1,4 l braucht man:

  • 1 kg Aprikosen, gewaschen, entsteint und sehr klein gewürfelt gewogen. WICHTIG!
  • 2 unbehandelte Zitronen (1 reicht auch), etwas abgeriebene Schale und 4 EL des frisch gepressten Safts
  • 1 Vanilleschote, längs halbiert und das Mark ausgekratzt
  • 1 kg Gelierzucker 1+1

(1) 500 g der kleingeschnittenen Aprikosen pürieren, entweder im Mixer oder mit dem Pürierstab.
(2) Alles Aprikosen mit der halbierten Vanilleschote, dem Mark, der Zitronenschale, dem Zitronensaft und dem kompletten Zucker in einer großen Schüssel gut durchmischen. Mindestens 3 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, besser ist aber über Nacht (hier: über Nacht).
(3) Die Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel in heißem Wasser auswaschen und auf einem neuen, sauberen Küchentuch stellen. Man kann auch die ausgewaschenen Gläser in den 120°C heißen Herd stellen, dies sollte mindestens 10 Minuten sein, geht aber auch länger. Oder ein wenig Wasser in das Glas geben und für 5 Minuten auf höchster Stufe in die Mikrowelle stellen. In jeden Fall sollten die Gläser und Deckel richtig sauber sein, keine Reste vom Vorgängerinhalt am Glas- und Deckelrand sein. Wer hat, auch einen Trichter heiß abspülen und ebenso wie eine Kelle bereit legen.
(4) Die durchgezogenen Aprikosen in einem großen (WICHTIG!) Topf auf hoher Hitze sprudelnd aufkochen lassen (wenn der Topf zu klein ist, kocht die ganze heiße Fast-Marmelade über, man verbrennt sich die Finger und es gibt ’ne Riesensauerei in der Küche, möchte man ja wohl nicht, oder *g*). Ab dem Zeitpunkt, wo die Marmelade sprudelnd kocht (ich wiederhole mich hier gerne!) 4 Minuten auf sehr hoher Flamme kochen lassen. Gelierprobe machen, entweder auf einem kalten Teller gucken, ob die Marmelade fest wird oder den Umrührlöffel mit Marmelade dran in die Höhe halten und wenn der letzte Tropfen zähflüssig dran hängen bleibt, ist die Gelierprobe auch gelungen.
(5) Sofort in die vorbereiteten Gläser bis ca. 1cm unter den Rand abfüllen. Die Deckel fest zudrehen und für 5-10 Minuten auf de. Kopf stellen. Dann wieder zurück drehen und mit einigen Tüchern zugedeckt vollständig auskühlen lassen. Langsames abkühlen ist wohl auch gut für die Haltbarkeit und den Geschmack.

Die Marmelade sollte 12 Monate haltbar sein.

Quelle: Gerlach, Hans (2005): Einmachen. Gräfe und Unzer Verlag. München

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +++

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