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Besuch im Rostocker Zoo

Im Anschluss an meine Tage in Berlin, verbrachte ich noch anderthalb Wochen in Rostock beim Schwesterchen, weil in der elterlichen Wohnung gerade Bad und Küche grundsaniert wurden und somit nicht bewohnbar waren. Und dadurch, dass Zwerg noch krankgeschrieben war, hatten wir auch Zeit ein paar Sachen zu unternehmen, wie zum Beispiel einen Besuch im Rostocker Zoo. Da war ich eeewig nicht mehr und es war ein gutes Training für unser beider gesundheitlichen Probleme ;-)

Wir suchten uns einen Dienstagnachmittag aus, dessen Wetter nicht zu große Hitze verhieß und gingen vorher noch im Brauhaus Trotzenburg essen. Es liegt praktischerweise direkt am alten Haupteingang des Zoos und wir mögen es sehr gerne, sind einigermaßen regelmäßig dort zu Gast :-)

So waren am frühen Mittag dort, saßen nett draußen und waren trotz eines Wochentages nicht die einzigen Gäste. Die Servicemitarbeiterin kam schnell und wir bestellten. Zwerg wählte Kalbsleber mit Apfel-Zwiebel-Ragout und Kartoffelpüree. Hatte ich zu früheren Besuchen auch schon und mochte es sehr gerne: zarte Leber, cremiges Püree, würzig Zwiebelragout mit einer sehr angenehmen süßen Note. Diese klassische Geschmackskombination ist nicht umsonst ein Klassiker!

Ich wollte eigentlich nur eine Kleinigkeit essen und bestellte mir ein Bauernfrühstück. In anderen Lokalen ist das von der Portion her auch eher so ein Mittelding zwischen Vorspeise und Hauptgericht, hier war es eine wirklich monströs große Bauarbeiter-Portion. Zwerg fiel vor Lachen fast vom Stuhl als sie es sah, weil sie ja weiß, wieviel ich so essen kann. Wenn es eine Seniorenportion davon gegeben hätte, sie wäre vollkommen ausreichend gewesen. Aber es war auch echt lecker! Knusprige Kartoffeln, würziger Speck und Zwiebeln im gestockten Ei mit. Obenauf eingelegte Gurken und frische rote Zwiebeln, die den nötigen Kontrast zu den erdigen Aromen gaben.Wunderbar!

Wenn die geneigte Leserschaft Lust auf gutbürgerliche Küche in guter Qualität hat, vielleicht vor oder nach einem Zoobesuch, die Trotzenburg ist zu empfehlen!

Brauhaus Trotzenburg
Tiergartenallee 6
18059 Rostock

www.brauerei-trotzenburg.de

Aber dann ging es los zu den Tieren! Wir betraten den Zoo durch den alten Haupteingang, der zu unserer Kindheit der einzige Zugang war. Als erstes kam man immer am Ententeich vorbei, der jetzt von Pelikanen bewohnt wird.

Ich wette, dieser Steinpfau steht da schon seeehr lange, allein wir haben ihn nie bemerkt. Aber ich mag so Mosaikkunst und der Pfau ist auch allgegenwärtig im Zoo, da die Tiere sich frei auf dem gesamten Gelände bewegen dürfen.

Wo früher die Menschenaffen in den Gehegen lebten (seit 2012 sind sie im neugebauten Darwineum untergebracht, dass wir aber leider nicht geschafft haben zu besuchen), haben jetzt andere Arten ihr zu Hause gefunden, wie dieses niedliche Baumkängeru, das ein bisschen verpeilt wirkte. Für das nachtaktive Tier war es wohl einfach die falsche Uhrzeit.

Ein Stückchen weiter stand eine Holzhütte, die Zwerg und mich vor Entzücken aufjuchzen ließen: das Hausmaushaus. Ja genau, ein ganzes Häuslein nur für Mäuse! Im Innern war ein Zimmer eingerichtet mit Esstisch, Fernseher, Kommode, Buffetschrank, Stühlen, das nur von bunten Hausmäusen bewölkert wurde. Zwischen den Möbeln waren Kletterseile gespannt, der Tisch reichhaltig gedeckt. Und überall wuselnde Mäuschen, die man wunderbar beobachten konnte:

Mausi in Teetasse …

… oder sie am Frühstücksei labend. Wir hätten stundenlang weitergucken können!

An den Ziegen (uns fragend, welche Tiere da vorher drin lebten, weil die Ziegen früher woanders waren) und dem fast fertig gestellten neuen Polarium vorbei, gingen wir in die Aquariumshalle mit grimmig guckenden Baumfröschen:

… oder mürrischen Piranhas. Ist Südamerika ein so doofer Kontinent, dass alle Arten von dort so mürrisch dreinblicken? ;-)

Dann kamen wir endlich zu den Tieren, wegen denen wir hauptsächlich schon lange mal wieder in den Zoo wollten: Zwergflusspferde!

Seit Oktober 2016 leben die beiden Zwergflusspferde Nimba und Onong im alten Elefantenrevier dort. Nachdem der letzte Elefant gestorben war, überlegte man, ob man noch weiter Elefanten halten möchte, was einen großen Umbau des alten Geheges zur Folge gehabt hätte, da das Gelände nun wirklich nicht mehr den Ansprüchen moderner Elefantenhaltung genügt oder ob man eine andere Art ansiedelt. Man entschied sich für die Zwergflusspferde, weil für deren Haltung die Größe genügte und nur geringfügige Umbauarbeiten getätigt werden mussten. An dem Dienstag lag eine faule Atmosphäre in der Luft: es war warm, die Sonne schien, früher Nachmittag – die perfekte Zeit zum Dösen im kühlenden Wasser.

In dem Bereich des Zoos sahen wir auch lebende Pfauen…

… und ließen Kindheitserinnerungen aufleben. Früher musste ich hochgehoben werden, um an dem drehenden Pilz zu fliegen, heute brauche ich knieend nicht mal die Arme ausstrecken, um an die Haltestangen zu kommen *g*

Nach einer kurzen Pause ging es weiter ins Südamerikahaus zu den Papageien, Tukanen und den müden Streifenhörnchen:

Viel aktiver waren weder die Flamingos …

… noch die Störche.

Auch die Löwen genossen den faulen Nachmittag:

Ebenso unsere nicht ganz so heimlichen Lieblinge, die Erdmännchen. Die waren sooo niedlich!

Überall faul rumliegende Erdmännchen!

Nach einer längeren Pause im Schatten kamen wir vorbei an dösenden, schick dunkelrosanen Ibissen,

beobachteten die Fütterung der Polarfüchse und …

… waren erstaunt wie dick ihr Fell ist. Das sieht man ja so in Fernsehdokus nicht.

Auch der Adler guckte eher skeptisch durch die Gegend.

Durch den neueren Teil des Zoos spazierten wir an den Wisenten und der zu Ostern durch 30 cm Neuschnee eingestürzten Vogelvoliere zu den Seehunden und Seebären. Zur letztjährigen Fußball-WM hat ein Seebär Orakel gespielt, wahrscheinlich überlegt er gerade für wen er sich bei der nächsten Befragung entscheidet ;-)

Zoo Rostock
Barnstofer Ring 1
18059 Rostock

www.zoo-rostock.de

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Essen in der „Strandhalle“

Am Abend nach dem langen Spaziergang nach Prora hatten wir noch eine Verabredung, auf die ich mich sehr freute. Ich bin kein Mensch, der viele Freunde hat. Ein paar sind allerdings doch vorhanden, nur leider weit verstreut. Aber passenderweise wohnt die beste aller Pharmazeutinnen, die ich vor vier Jahren im Krankenhaus kennenlernte, in Bergen auf Rügen. Und was lag da näher als sich zu treffen, wenn ich schon mal auf der Insel weile. Es war schwierig, aber wir fanden einen Termin und Kati konnte auch für Dienstagabend noch einen Tisch im Restaurant „Strandhalle“ ergattern.

Das Restaurant liegt direkt am östlichen Ende der Promenade und hat einen wunderbaren Blick auf die See. Das Gebäude wurde früher tatsächlich als Winterlager für Strandkörbe genutzt, der Name kommt also nicht von ungefähr.

Wir brauchten ein bisschen, um uns zu entscheiden, aber dann stand der Plan! Frau Kochschlampe entschied sich als erstes für eine Vorspeise namens „Hermelin“:

Das ist eingelegter Camembert mit Kräuterpesto, ein paar speziellen Gewürzen und Weißbrotchips. Frau Kochschlampe fand es sehr gelungen. Wieso habe ich eigentlich nicht gekostet? Jedenfalls ist das Ursprungsrezept tschechisch, aber eben mit Rügener Badejunge, einem Camembert der noch tatsächlich auf Rügen produziert wird, aber die Firma ist am Überlegen, ob sie die Produktion nach Thüringen verlegt, was den Namen aber ad absurdum führen würde … Und der Rügener Badejunge ist tatsächlich der am meisten verkaufte deutsche Camembert. Erstaunlich.

Dann kamen die Hauptgerichte. Ich hatte mir Edel-Labskaus bestellt. Dabei waren neben Medaillons aus Kalbsrücken feines Kräutermatjestatar und Kartoffel-Rote Bete-Stampf auf meinem Teller zu finden, dazu ein Spiegelei und Gewürzgürkchen. Ein großartiges Gericht, wirklich fein und köstlich!

Frau Kochschlampe hatte einen Teil vom veganen Menü: Sous-vide gegartes Wurzelgemüse mit Kräuter-Kartoffelstampf. Hat ihr auch sehr gut geschmeckt!

Ich muss nochmal kurz ein paar Worte zu vegetarischem Essen in Restaurants verlieren. Hier war es jetzt kein Problem für Frau Kochschlampe, die ja lebenslange Vegetarierin ist, etwas zu finden. Das Restaurant war so ambitioniert, dass es sogar ein komplett veganes Menü anbietet. Frau Kochschlampe hätte sich aber gerne etwas mit mehr Käse oder anderen Milchprodukten gewünscht (Ei mag sie in sichtbarer nicht wirklich…). Jammern auf hohem Niveau ;-) Aber in anderen, ich sage mal normalen Restaurants wie beispielsweise Landgasthöfen, ändert sich das Speiseangebot für Vegetarier erst langsam. Ja, natürlich gibt es immer eine vegetarische Sektion, aber seien wir ehrlich, meist besteht die aus Backkartoffel mit Sour Creme, Nudeln mit Gemüsesauce oder überbackenes Gemüse. Dabei gibt es doch so viele schöne vegetarische Gerichte. Das Thema ist momentan wirklich en vogue und nein, nicht alle Vegetarier wollen auswärts panierten Camembert mit Preiselbeeren essen.  Liebe Köche, informiert Euch doch mal, unterhaltet Euch mit Vegetariern, was die sich so kochen, lasst Euch inspirieren von den vielen guten Kochbüchern (Ottolenghi, Mälzer, die „Österreich vegetarisch“-Reihe aus mittlerweile einigen Ländern) und adaptiert die Gerichte passend für Euer Restaurant. Alle Vegetarier und auch Leute wie ich, die ich gerne vielfältige Gemüseküche esse, wären Euch aufrichtig dankbar!

Nun weiter im Menü: Die beste Pharmazeutin von allen bestellte sich Paillard vom Kalb mit Rucolasalat. Ich musste erstmal recherchieren, was das denn sein soll ;-) Dabei handelt es sich um ein besonders dünn plattiertes Stück Fleisch von Rind und Kalb, sogar noch dünner als für’s Schnitzel. Dann wird es gebraten und hier eben auf einem Salat mit Parmesanhobeln und einigen anderen Aromakomponenten serviert. Kati war sehr begeistert!

Ihr Gatte war am Schnellsten fertig mit seiner Auswahl und bestellte „Himmel und Erde“. Kartoffelspeckpüree mit gebratener Blutwurst, Apfelkompott und gebackenen Zwiebeln. Auch da gab es große Begeisterung, ob des Geschmacks!

Ich muss gestehen, ich mag es richtig gern, wenn gute Hausmannskost aus hochwertigen, regionalen Produkten hergestellt wird und eigene Variationen des Kochs einfließen.

Wir drei Damen wünschten uns noch einen Dessert. Dies hier ist Frau Kochschlampes Wahl mit Schokolade in verschiedenen Varianten plus Kokosschaum, der ihr aber ein wenig seifig schmeckte leider. (Ich hab echt vergessen, was es genau war. Sorry!)

Kati und ich wählten die exotisch gewürzte Crème brûlée. Meine erste Crème brûlée! Und die war richtig gut, cremig und knusprig zugleich! Ich war begeistert! Vielleicht versuche ich doch mal, so etwas zu Hause nachzubasteln :-D

Ich hatte viel Spaß an dem Abend, auch wenn wir alle etwas müde waren, und fand das Essen sehr gelungen. Schöne Produkte, gute Umsetzung, richtig guter Geschmack! Das Preis-Leistungsverhältnis fand ich ebenfalls stimmig. Ich kann Euch die „Strandhalle“ sehr empfehlen, wenn ihr Euch mal in Binz seid!

Adresse:
Strandhalle Binz
Strandpromenade 5
18609 Ostseebad Binz

Telefon: 038393 – 31564
Internet: www.strandhalle-binz.de

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Im Sturm nach Prora

Der Sturm, der sich am Vortag ankündigte, brach über Nacht mit voller Wucht herein. Interessanterweise kam der Wind nicht aus Westen, wie es sonst der Fall ist, nein, das Tief näherte sich von Osten und drückte dementsprechend das Wasser Richtung Strand.

Aber kleine Hunde hatten viel Spaß in den Wellen, die am Strand ausrollten:

Das Wellenschauspiel an der Seebrücke war beeindruckend.

Blick auf die Seebrücke von der Promenade aus.

Und man musste aufpassen, nicht von unten nass zu werden, wenn eine Welle an den Brückenpfählen gebrochen wurde.

Die Strandkorbbesitzer gaben sich noch alle Mühe ihre Strandkörbe am oberen Ende des Strandes in Sicherheit zu bringen, aber einige waren offensichtlich nicht weit genug weg vom Wasser:

Nach dem Frühstück machten wir uns auf nach Westen Richtung Prora. Ja genau. Schon wieder wandern *g* Austesten, wie weit mein Körper es schafft, wo die Grenze wirklich ist.

So spazierten wir mal am Strand, mal auf der Promenade. Im schönsten Sonnenschein, bei starkem Wind und rauschenden Wellen.

Und Möwis sind ja immer sehr goldig. Ich fände es ja spannend zu wissen, warum sie am Strand so nah am Auslaufbereich der Wellen rumstanden.

Nach einigen Kilometern erreichten wir Prora, das ein Teil der Gemeinde Binz ist. Prora ist vor allem wegen des Urlaubskomplex‘ bekannt, der zwischen 1936 und 1939 gebaut wurde durch die nationalsozialistische „Kraft durch Freude“-Organisation. Er sollte es bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig ermöglichen dort zu urlauben. Allerdings wurde der Bau nicht beendet.

Erst nach dem Krieg um 1950 wurde die Anlage weiter aus- und umgebaut und dadurch zur größten Kasernenanlage der DDR. Im selben Atemzug wurde das gesamte Gebiet dort zur militärischen Sperrzone.

Ich war 1996 auf einem Schulausflug mal dort und es sah wirklich ernstlich trostlos aus damals. Aber der Strand und der Blick auf’s Wasser – der Hammer!

Seit einigen Jahren haben auch Investoren das Potential dieser Lage erkannt und die Objekte sind alle (?) verkauft. Einige Bereiche wurden zu Ferienappartements umgebaut, es gibt ein Hotel, eine Jugendherberge und es wird noch weiter gebaut. In einem alten Teil ist auch ein DDR-Museum untergebracht, in dem wir uns ausruhten bzw. ich meine Beine und eine Kleinigkeit aßen.

Es ist klar, dass das alles, was sich dort momentan ändert, nicht jedem gefällt *g*

Frau Kochschlampe hühnerte nachmittags noch weiter am Strand rum, während ich mich mit lahmen Beinen Richtung Bushaltestelle schleppte und den nächsten Bus nach Binz nahm. Zurück in der Ferienwohnung fiel ich auf dem Sofa erstmal in komatösen Schlaf.

Warum das Ausruhen wirklich notwendig war, könnt ihr dann morgen hier lesen!

Nicht ungern in Rostock – Tourist in der eigenen Heimat

Kennt ihr Rostock? Die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns an der Ostsee? Eine alte Hansestadt mit  dem bedeutendsten Hafen des Landes zu DDR-Zeiten. Und die Stadt, in der ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Sprich Heimat. Geliebte Heimat!

Zum Glück wohnt die Mischpoke immer noch da, so dass ich regelmäßig hinfahren kann, um die angenehme Ostseeluft einzuatmen. Aber viele Leute kennen die Stadt nicht, haben nur die Klischees vom rechten Gesindel im Kopf. Ja, das gibt es tatsächlich, muss ich leider zugeben, aber die gibt es auch in anderen Ecken Deutschlands. Und Rostock hat so viel mehr zu bieten, auch historisch gesehen als diese braunen Episoden …

Lasst mich Euch zu einer kurzen Sightseeing-Tour entführen, die ich mit Frau Mama an einem Augustnachmittag machte. Unweit von Frau Mamas Arbeitsplatz findet man das Ständehaus, das im neugotischen Stil von 1889 bis 1893 errichtet wurde und heute als Oberlandesgericht dient. Etwas ausführlicher kann man auch das schmuckvolle Wappenrelief an der Hauptfassade betrachten:

Gleich daneben steht das Steintor, eines der wenigen noch verbliebenen Stadttore Rostocks:

Ein erstes Tor wurde 1279 gebaut und entwickelte sich bald zum Haupttor der Stadt, was es auch das gesamt Mittelalter über blieb. Nach einigen Querelen zwischen diversen Herzögen, wurde das Tor und einige andere Bestandteile der Stadtbefestigung durch Johann Albrecht I. geschliffen. Geschliffen? Ja, das heißt, dass die Bestandteile der Stadt des Verlierers einer militärischen Auseinandersetzung  abgerissen wurden. In seiner heutigen Form wurde das Steintor von 1574 bis 1577 im Stil der Niederländischen Renaissance errichtet.

Heute wird es zusätzlich von zwei Greifen, dem Wappentier Rostocks bewacht:

Unweit davon kann man auch einen Blick auf die Nikolaikirche erhaschen, deren Bau 1230 begann und die somit einer der ältesten noch erhaltenen Hallenkirchen im gesamten Ostseeraum ist. Sie ist keine Pfarrkirche mehr, d.h. es finden keine Gottesdienste mehr darin statt, aber sie wird noch sehr viel für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte genutzt. Und noch eine Besonderheit gibt es dabei, in dem sichtbaren Kirchturm sind Büros und Diensträume der Kirchenverwaltung untergebracht und das Dach wurde in den 70er Jahren so ausgebaut, dass in drei Etagen Wohnungen entstanden sind, die auch wirklich bewohnt sind.

Wenn man vom Steintor etwas nach Osten geht, erreicht man ein noch gut erhaltenes Stück der Stadtmauer mit dem Kuhtor. Es ist das wohl älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. Wann es genau gebaut wurde, ist nicht bekannt, aber urkundlich wurde es erstmals 1262 erwähnt. Nach dem Bau des Steintors wurde durch das Kuhtor nur noch das Vieh auf die Wiesen der Warnow (Fluss, der durch Rostock fließt) getrieben, wodurch es seinen Namen erhielt.

Vom Kuhtor und Steintor ist es nicht weit bis zum Neuen Markt. Sozusagen der Hauptplatz in Rostock, in den viele der wichtigen Einkaufsstraßen münden. Besonders hübsch finde ich diese Giebelhäuser, von denen ich das dunkelgrüne im Kunstunterricht der 4. Klasse zum 777. Stadtjubiläum von Rostock malen musste :-) Und ja, Rostock hat es mit der Zahl Sieben:

Sieben Türme der St. Marien Kirche,
sieben Straßen bei dem großen Markt,
sieben Tore, die in das Land führen,
sieben Kaufmannsbrücken bei dem Strand,
sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen,
sieben Glocken der sieben Kirchen, die zugleich schlagen und
sieben Lindenbäume im Rosengarten,
das sind die sieben Rostocker Wahrzeichen!

Ob das (ja, schweinchenrosane) Rathaus wirklich sieben Türme hat, könnt ihr gleich hier überprüfen:

Am Fuße einer Säule findet man eine Schlange, die früher mal kleiner war, aber nachdem sie öfter gestohlen wurde, größer gestaltet und fest in der Bausubstanz verankert wurde.

An der einen Seite des Gebäudes konnte noch eine alte Eingangspforte erhalten werden:

Schräg hinter dem Rathaus ist ein wunderschöner alter Backsteinbau, in dem das Stadtarchiv und Standesamt untergebracht sind.

Am Rande des Neuen Markts steht die imposante, evangelische Kirche St. Marien, über die es noch einen eigenen Artikel geben wird. Die ist echt interessant von innen!

Gleich hinter der Marienkirche sind hübsche alte Fachwerkhäuser „Am Ziegenmarkt“ zu finden:

Gleich daneben die „Alte Münze„, ein Haus, das wahrscheinlich um 1500 erbaut wurde, allerdings ist dieser Platz schon seit 1394 als Münzstätte belegt. Das nächste Mal werde ich mir auch das Renaissance-Portal und die Rokokotür genauer ansehen.

Frau Mama und ich hatten noch Zeit und so schlenderten wir die Kröpeliner Straße entlang (Rostocks Haupteinkaufsstraße), vorbei am „Brunnen der Lebensfreude“ (hat unter Rostockern einen anderen Namen *g*) …

… und dem Hauptgebäude der Universität Rostock, die 1419 gegründet wurde und somit die älteste im gesamten Ostseeraum und dem Norden des damaligen Heiligen Römischen Reiches ist. Wenn ihr mal davor steht, guckt Euch in Ruhe die Fassade mit den Statuen (Oder haben die einen anderen Namen, wenn sie an Fassaden rumhängen?). Sehr interessant!

Uns plagte ein kleines Hüngerchen und da wir erst gegen 20 Uhr zu Hause ankommen sollten, schlug Frau Mama vor im Hugendubel eine Kleinigkeit zu essen. Ich wunderte mich: „Aber das ist doch nur eine Buchhandlung?!?“ Aber weit gefehlt, dort hat sich die „Lunchbox – eat fresher“ mit eingemietet, die frisches und – ich befürchte *g* – gesundes Essen anbieten. Wir entschieden uns für Sommerrollen, die wahrlich köstlich waren:

Das war dann auch schon die kurze Sightseeing-Tour mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Rostocker Innenstadt. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken! Interessiert es Euch? Soll ich beim nächsten Besuch nochmal eine kleine Tour mit Frau Mama unternehmen?

Und wen echtes Meer interessiert, ich war im August auch in Warnemünde und habe ein paar Segelschiffe, die zur Hanse Sail kamen, angeguckt.

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