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Typische Winterbeilage – Rosenkohl in Meerrettichsauce

Ich scheine in letzter Zeit meine Vitaminzufuhr etwas vernachlässigt zu haben. Jedenfalls schreit momentan jede Faser meines Körpers nach Gemüse, sei es roh oder gekocht. Ich habe sogar Blattsalat gegessen… Das passiert mir sonst nie! Aber trotzdem möchte ich in meiner Küche gerne saisonal bleiben.

Im Supermarkt neben an sprangen mir direkt Rosenkohlköpfchen in den Korb. Ich liebeliebeliebe Rosenkohl! Ich weiß, daran scheiden sich die Geister, aber Zwerg und ich mochten den schon immer! Und auch in jeder Variante: simpel gekocht mit Butter und Muskatnuss, in der Rindfleischsuppe, im Ofen geröstet, als Gratin mit Rosmarin, zusammen mit Möhren als Gemüsebeilage oder im Auflauf mit Spätzle. Ihr seht vielfältige Möglichkeiten, die auch schon hier im Blog vertreten sind. Und jetzt stelle ich Euch noch eine Version vor, die ich mir auch gut als Beilage zum Weihnachtsessen vorstellen kann.

Im russischen Supermarkt sind mir letztens frische Meerrettichwurzeln aufgefallen, die ich sofort mitnahm. Ich liebe Meerrettichschärfe! Auch wenn ich Chilischärfe nicht ertrage, so rein körperlich, funktioniert die Schärfe von Senfölen, wie sie im Meerrettich (und natürlich Senf) reichlich enthalten sind sehr gut. Und gesund sind sie noch dazu, da sie antibiotisch wirken. Und da sind noch etliche andere gute Inhaltsstoffe in diesen Wurzeln: Unmengen an Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Ihr seht, es spricht nichts dagegen sich öfter ein bisschen Schärfe aus dem Meerrettich zu gönnen! Bis Pfeffer nämlich allgemein erschwinglich war, war das eine der wenigen Quellen für Schärfe und wurde daher oft verwendet. Und das praktische ist, dass er auch verwildert in der freien Natur wächst. Also prinzipiell könnt ich auch selbst welchen jagen und erlegen gehen. Wozu bin ich Botanikerin *g* Traditionell wird Meerrettich zu Gerichten wie Räucherfisch, Sauerfleisch, Tafelspitz oder auch Roastbeef gereicht. Aber auch verschiedene Gemüsearten lassen sich hervorragend damit kombinieren, man denke nur an Rote Bete und eben Rosenkohl.

Und diese Kombination kam mir in den Sinn, als die Rosenköhlchen in meinen Einkaufskorb hüpften. Schnell recherchiert und mich für eine Meerrettichsauce entschieden, in die der vorgekochte Rosenkohl kommt. Die Sauce ist auf Mehlbasis, aber erfreulicherweise wird keine Sahne als Flüssigkeit verwand, sondern das Kochwasser des Rosenkohls und Schmand, der auch noch eine angenehme Säure bringt. Die Zubereitung ist wirklich denkbar einfach und kann sich für Weihnachten entzerren lassen – einfach den Rosenkohl schon putzen, vorkochen und im Kühlschrank parken bis ihr dann kurz vorm Essen die Sauce macht und den Kohl einfach nur darin aufwärmt. Tadaa! Eine wunderbare Beilage zu festlich Kurzgebratenem wie Steak oder Roastbeef, funktioniert aber auch tadellos zu Frikadellen oder Bratwurst. Oder einfach ganz ohne Tier und nur Kartoffelbrei dazu. So wurde aus mir am Sonntagmittag eine glückliche Anikó!

Rosenkohl in Meerrettichsauce

Zutaten für 2-4 Portionen:
500 g Rosenkohl
1 Zwiebel
1 EL Butter
1 gehäüfter TL Mehl
2 gehäufte EL Schmand
1 EL frisch geriebener Meerrettich (auch aus dem Glas möglich)
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitronensaft

(1) Den Rosenkohl putzen: Enden abschneiden, unschöne äußere Blätter entfernen. Je nach Größe die Köpfe halbieren oder ganz lassen und dann das Stielende kreuzweise einschneiden.
(2) In einem weiten Topf ca. 1,5 l Wasser aufkochen und salzen. Den Rosenkohl zugeben und in 10-12 Minuten bissfest garen. 125 ml (1/8 l) vom Kochwasser auffangen und den Rosenkohl abgießen.
(3) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Butter im Topf, in dem Rosenkohlköpfchen gekocht wurden, bei mittlerer Hitze zerlassen. Die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Das Mehl darüber streuen und gut einrühren. Schluckweise unter Rühren das Rosenkohlkochwasser zugießen und den Schmand zugeben. Alles klümpchenfrei verrühren. Deckel auflegen und 5-8 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dabei öfter umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt. Den Meerrettich unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Den vorgekochten Rosenkohl hinein geben und kurz wieder warm werden lassen.

Entweder pur zu Kartoffelbrei oder als Beilage zu Kurzgebratenem servieren.

Genießen!

Quelle: KüchengötterRosenkohl in Meerrettichsauce

Superzarter Tafelspitz mit Apfel-Meerrettich-Creme

Ein richtiges Sonntagsessen! Ich wurde ja vor vier Wochen von meinen Eltern wieder nach Kassel zurück gebracht und sie blieben noch ein paar Tage. Jetzt stand zur Debatte, was es denn am ersten Sonntag in der zweiten Heimat geben sollte. Da meine Eltern immer noch vom Tafelspitz, den sie am Neusiedler See aßen, schwärmten, schlug Frau Mama das vor und hatte auch schon ein Rezept im Auge, dass sie in einem Diät-Heft der Brigitte fand. Noch in Rostock sämtliche Zutaten besorgt und mit hierher kutschiert, wie meine tausend anderen Sachen, die sich in den letzten 7 Monaten ansammelten *g*. Sonntags haben Herr Papa und ich bei einer Freundin Lampen angebracht und Frau Mama kochte dieses wirklich vorzügliche Essen. Der Tafelspitz war soo zart, er fiel beim Angucken schon fast auseinander, die Brühe hatte die genau richtige Konzentration und diese Apfel-Meerrettich-Sauce mit Schnittlauch: der Hammer! Großartigst! Passt auch zu kalt zum Abendbrot. Ernsthaft.

Ein wirklich fantastisches Sonntagsessen, dass eine oder mehrere Wiederholungen wert ist!

Tafelspitz mit Apfel-Meerrettich-Sauce

Zutaten für 8 Portionen:

Für die Suppe und den Tafelspitz:
1,5 kg Tafelspitz
Salz
3 Lorbeerblätter
7 Pimentkörner
1 Bund Suppengrün

Für die Apfel-Meerrettich-Creme:
300 g Äpfel
1/2 Zitrone
2 TL Zucker
100 g saure Sahne
30 g Tafelmeerrettich (Glas)
Pfeffer
1 Bund Schnittlauch

Zum Servieren:
300 g Kartoffeln
200 g Möhren
200 g Knollensellerie
1 Porreestange

(1) Das Suppengemüse putzen und in grobe Stücke schneiden. In einem großen Topf 3 l Wasser mit 4 TL Salz aufkochen. Rindfleisch, Lorbeer, Piment und Gemüse ins sprudelnd kochende Wasser geben, einmal aufkochen und bei mittlerer bis kleiner Hitze 1,5 Stunden  weich kochen.
(2) Währenddessen die Apfel-Meerrettich-Sauce basteln. Dafür die Äpfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden. Mit Zitronensaft, und der Zitronenschale, 1 TL Zucker und 1-2 EL Wasser in einem Topf zugedeckt aufkochen lassen und ca. 2-3 min dünsten. Mit einem  Schneebesen durchrühren und abkühlen lassen. Das Apfelmus mit der sauren Sahne und Meerrettich verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
(3) Das Gemüse zum Servieren putzen und in gröbere Stücke schneiden. Das ausgekochte Gemüse aus der Brühe nach 1,5h entfernen und das frische dazu geben. Mit etwas Salz nachwürzen. Nochmals ca. 30 Minuten zusammen mit dem Fleisch garen.
(4) Das Fleisch aus der Brühe nehmen, aufschneiden und mit reichlich Brühe begießen. Die Apfel-Meerrettich-Sauce mit Schnittlauchröllchen verrühren. Das kürzer gegarte Gemüse mit der Sauce zusammen zum Fleisch reichen.

Genießen!

Quelle: Brigitte Diät Beilage von 2012 0der 2013

Kartoffel-Möhren-Gemüse

Kartoffel-Möhren-Gemüse

Kartoffel-Möhren-Gemüse

Dieses Essen könnte glatt als ungarisches Fözelék durchgehen, ich mach es mir immer dann, wenn mir nach wärmendem Gemüse ist, das wenig Aufwand und Zutaten benötigt. Kann man so essen oder sich was Fleischiges dazu machen, mir war an dem Tag nach Bratwurst. Der Clou an diesem Rezept ist der Meerrettich, der zum Schluss mit dem Schmand eingerührt wird. Gibt genau den richtigen Gegenpol zu dem milden Geschmack der Möhren und Kartoffeln. Perfektes Essen für fies-regnerische Tage, an denen man dringend etwas Wärmendes braucht!

Kartoffel-Möhren-Gemüse mit Meerrettich (2 Portionen)

5 mittelgroße Kartoffeln
5 mittelgroße Möhren
1 Zwiebel
neutrales Öl
Salz, Pfeffer
200-250 ml Gemüsebrühe
3 EL Sahne-Meerrettich
3 EL Schmand
1/2 Bund Petersilie

(1) Kartoffeln und Möhren schälen und in ca. 1-2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel abziehen und fein würfeln.
(2) Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Die Kartoffel- und Möhrenwürfel dazu geben und kurz mitdünsten lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Gemüsebrühe dazu geben (sollte die Würfel noch nicht bedecken, aber zu sehen sein), aufkochen lassen und 15-20 min köcheln lassen oder bis das Gemüse gar ist. Die Petersilie hacken.
(3) Wenn das Gemüse gar ist, sollte noch ein bisschen Flüssigkeit vorhanden sein. Den Sahne-Meerrettich und den Schmand unterrühren. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Petersilie unterrühren.

Sofort heiß servieren!

Quelle: Inspiration aus einer Essen & Trinken – Für jeden Tag aus 2006

Geschmack: +++
Zeit: ++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: +

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