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Osterbrunch 2014 – Ein Überblick

Hattet ihr schöne Osterfeiertage? War der Osterhase fleißig?

Ich war (natürlich) wieder bei der Familie in Rostock und wir machten uns ein paar ruhige Tage. Bei Ausflügen bin ich ja momentan durch meine eingeschränkte Gehstrecke eher ein Spaßverderber, also verwöhne ich die Familie gerne zu Hause. Zum Ostersonntag plante ich ein Brunch, dessen Reste auch gleich noch für den nächsten Tag reichten. Wir verteilten die Vorbereitungen auf die Tage vorher, so dass der Stress sich Ostersonntagmorgen in Grenzen hält, Planung ist alles ;-)

Am Sonntagmorgen sah unser Brunchtisch dann so aus:

Einen Teil der Aufstriche steht darauf, selbstgemachter Kräuterbutter und Kräuterquark, der Braten und selbstgebackene Brötchen und natürlich hartgekochte Eier, die Frau Mama und ich noch den Abend vorher bezeichneten:

Auf der Arbeitsfläche stand der Rest vom Buffet mit Aufschnitt, Käse, Salaten:

Schon am Mittwoch vor Ostern buk ich in einer Nachmittagsaktion für Ostern Kifli und einen Hefezopf, die im Tiefkühler auf ihren Einsatz warteten:

Nun gibt es bei mir in den nächsten Tagen eine Oster-Nachlese mit Ideen für’s nächste Jahr (oder mal ein gemütliches Brunch mit Freunden zwischendurch) mit den Rezepten für folgende Köstlichkeiten:

  • Kifli
  • Forellencreme
  • Soleier
  • Würzige Möhren-Linsen-Suppe
  • Supersaftiger und schneller Kasslerbraten
  • Nudelsalat
  • Rhabarber-Quark-Dessert

Die meisten Sachen lassen sich gut vorbereiten, so dass am Tag des Brunches nur noch Kleinigkeiten zu erledigen sind. Was mir auch sehr entgegenkommt, weil ich früh morgens noch nicht wirklich produktiv bin bzw. mein Hirn nur Standardprozeduren zulässt ;-)

Als erstes möchte ich Euch den Hefezopf vorstellen, den Frau Mama sich wünschte. Frau Mama mag so etwas süßes Hefegebäck wirklich sehr und würde es (fast) jedem Stück Kuchen zum Nachmittagskaffee vorziehen. Das Rezept habe ich aus der aktuellen Ausgabe der „deli„, wo in anschaulichen und eindeutigen Illustrationen festgehalten ist. Wenn ich so gut zeichnen könnte, würde ich der geneigten Leserschaft auch ein paar Rezepte aufmalen ;-)

Der Hefezopf ist jedenfalls ziemlich einfach zuzubereiten und hat keinen Schnickschnack wie Rosinen oder Orangeat/Zitronat drin. Er ist wirklich saftig und schmeckt wunderbar einfach mit Butter bestrichen. Wer es süßer mag, kann gerne noch Honig und leckere selbstgemachte Erdbeermarmelade dazu essen. Wir fanden ihn wirklich gut! Und in kleinerer Form werde ich ihn bestimmt für mich auch mal backen. Toller Zopf!

Hefezopf

Für 1 großen Zopf:
250 ml Milch
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
75 g Zucker
500 g Weizenmehl (Type 550)
1 Ei
1,5 TL Salz
75 g weiche Butter

(1) Die Milch lauwarm werden lassen, entweder in der Mikrowelle oder im kleinen Topf. Die Hefe in ein Schüsselchen krümeln, mit etwas lauwarmer Milch und dem Zucker gut verrühren. Etwas stehen lassen. Das Ei in einer Tasse verquirlen. 3 EL davon im Kühlschrank kalt stellen.
(2) Das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben. Die in Würfel geschnittene Butter dazu geben, ebenso die Hefe-Zucker-Milch-Mischung und die restliche lauwarme Milch hinzufügen und 5 Minuten lang kneten.
(3) Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und den Teig 1 Stunde gehen lassen.
(4) Den Teig nochmals durchkneten und dritteln. 10 Minuten ruhen lassen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(5) Die Teigstücke zu lange Rollen formen und dann locker flechten. Den Zopf auf das Backblech legen, mit dem Geschirrtuch abgedeckt 45 Minuten gehen lassen.
(6) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze (180°C Umluft) vorheizen.
(7) Den Zopf mit dem restlichen Ei aus dem Kühlschrank bestreichen.
(8) Im Ofen 25 Minuten backen. Wenn er zu dunkel wird, die letzten 10 Minuten eventuell mit Alufolie abdecken.

Abkühlen lassen und frisch, mit Butter bestrichen,

genießen!

Quelle: ganz leicht abgewandelt nach deli 01/2014 –  Hefezopf Seite 30/31

Codename: Osterstollen

Ich glaube, es kommt eher selten vor, dass Frau Mama einen starken Backdrang verspürt, meistens backt sie auf speziellem Wunsch von uns irgendwas. Aber in der März-Ausgabe der LandIdee lachte sie ein Rezept für Osterbrot und es sträubte sich keiner von uns, dass sie es backen wollte. Sie hielt sich genau ans Rezept, aber zwischendurch kamen wir beide wirklich ins Grübeln, weil der Teig extremst krisselig-flockig wurde bevor er gehen sollte. Haben beide schon einen Misserfolg vor Augen gesehen, aber nach dem halbstündigen Gehen, war er wohl wirklich gut verarbeitenbar, wie Frau Mama berichtete (ich schlief mich gesund währenddessen). Also nicht entmutigen lassen :-)

Es wurde ein wunderbar fluffiges Brot, dass doch etwas an Weihnachtsstollen erinnerte durch die Rosinen, Orangeat und Zitronat. Aber das störte nicht weiter, erst Recht nicht Herrn Papa, der jeden Tag Stollen essen könnte. Dick mit Butter bestrichen wirklich wunderbar zum Nachmittagskäffchen oder -kakao oder -tee, je nach persönlicher Vorliebe.

Süßes Osterbrot

Zutaten für 2 Brote:
500 g Dinkel- oder Weizenmehl
1 Würfel Hefe
2 EL Zucker
150 ml Mehl
30 g Orangeat
30 g Zitronat
3 EL Rum
140 g Rosinen
150 g Butter
1 Prise Salz
5 EL Zucker
4 Eier
1 Bio-Zitrone, Schale abgerieben
1 Vanillestange

(1) Orangeat und Zitronat etwas hacken und mit 1 EL Rum vermengen, die Rosinen ebenfalls in 2 EL Rum einlegen.
(2) Mehl in eine Schüssel geben. Hefe mit Zucker und lauwarmer Milch mischen. Masse ins Mehl geben und nur leicht vermengen. So kann die Hefe starten. 15 Minuten gehen lassen. Gut kneten.
(3)  Das eingeweichte Orangeat, Zitronat und Rosinen unterkneten.
(4) Die Vanillestange halbieren und das Mark auskratzen. Die Butter zerlassen und zusammen mit Salz, Zucker, Eiern, Zitronenabrieb und dem Vanillemark hinzugeben und durchkneten. Der Teig kann jetzt krisselig-flockig aussehen. Aber trotzdem 30 Minuten gehen lassen. Den aufgegangenen Teig teilen und nochmals gut durchkneten und zwei Laibe formen. Wiederum abgedeckt 15 Minuten gehen lassen.
(5) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(6) Die Laibe mit der Schere ein paar mal einschneiden und nochmals 10 Minuten gehen lassen.
(7) Im vorgeheizten Ofen 30-40 Minuten backen.

Einfach in Scheiben schneiden, dick mit Butter bestreichen und mit einer schönen Tasse Tee

genießen!

Quelle: LandIdee 03/12

Auch wenn der Osterstollen nicht heute gebacken wurde, wurden doch heute Nachmittag noch zwei dick gebutterte Scheiben genüsslich verspeist und darf deswegen bei der „Initiative Sonntagssüß“ mitmachen, die heute von Katrin bei Lingonsmak gesammelt werden.

Gute Übung für Strudel-Anfänger oder Ligurische Ostertorte

Zwerg, meine kleine Schwester ist wieder zurück in die Ostseeheimat gezogen vor einer Woche. Endlich! Aber so eine Wohnung ist natürlich nicht sofort fertig und so stehen noch eine Menge Kartons rum, die ausgepackt werden wollen und deren Inhalt gleichmäßig in der neuen Wohnung verteilt werden sollten ;-) Heute waren wir als Komplett-Familie mal im Einsatz und haben einige Kartons geleert und ein wenig mehr Ordnung in die Regale gebracht. Da braucht man eigentlich ein Essen, dass man gut vorbereiten kann und sich im Zweifelsfall auch bei Zimmertemperatur essen läßt, ohne groß seltsam oder alt zu schmecken. Da sich Zwerg schon länger Spinat wie ihn Frau Mama macht wünschte, war klar, dass wir was mit Spinat machen wollen am Osterwochenende (wann an welchem Tag wir was essen, ist uns schnuppe, keine religiöse Essensverpflichtungen in unserer Familie). Und da stach mir doch ein Rezept aus „Dem großen Sarah Wieder Kochbuch“ (Danke, liebste Kochschlampe für das Buch *strahl*) entgegen, ja die Seite schlug sich förmlich von alleine auf – Torta pasqualina! Was für ein Name für eine Ligurische Ostertore (jetzt alle bitte einmal laut vor Euch hersagen *g*). Sie beinhaltet alles was die Familie mag: kleingehackter Spinat mit einem Milchprodukt verfeinert und ganze Eier. Der Unterschied zum traditionellen Familie-Spinat ist das Fehlen der Kartoffeln, die durch einige Lagen Strudelteig ersetzt wurden.

Das Kochen des Gerichtes dauert schon ein bißchen, ich hab vom Abwiegen der Zutaten bis zum in-den-Ofen-Schieben 2,5 Stunden gebraucht (mit ein wenig telefonieren zwischendurch und schon grobem Aufräumen), aber lasst Euch davon nicht abschrecken! Es ist wirklich entspannend und auch der Teig verhält sich äußerst kooperativ :-) Der Teig um die Torte besteht aus insgesamt 13 sehr dünnen Lagen Teig, zwischen die der Spinat und die ganzen, ungekochten Eier kommen. Für die Familie war es ein bißchen viel Teig, ich fand es toll so (ich mag Kohlehydrate!)! Der Teig ist eigentlich ein  normaler Strudelteig, der auch etwas länger ruht und dann ganz dünn ausgerollt wird. Ich habe allerdings festgestellt, dass man ihn auch zusätzlich noch vorsichtig über den Handrücken ausziehen kann, wie eben Strudelteig für einen echten, ausgewachsenen Apfelstrudel.
Die Spinatfüllung war ein Traum: würzig, cremig, spinatig! Wirklich gut vorbereitbar ist sie außerdem, weil man sie lauwarm oder auch bei Zimmertemperatur essen kann.Wenn ich sie allerdings das nächste mal, so nur für mich oder an Nicht-Feiertagen mache, dann mit Filoteig, geht fixer!

Hier dann das Rezept für alle die sich nächste Ostern (oder auch vorher) mal dran wagen wollen oder einfach ein bißchen Strudelteig-Übung brauchen *g*:

Torta pasqualina – Ligurische Ostertorte

Zutaten für 12 Stück:

Für den Teig:
600 g Mehl
1 Prise Salz
4 EL Pflanzenöl
etwa 1/4 l warmes Wasser
Mehl zum Bestäuben

Für die Füllung:
1 kg frischer Blattspinat
3 Eier für die Füllung + 6 Eier zum auf die Füllung setzen
100 g Parmesan
400 g Ricotta (oder Quark)
frischer Majoran (hier: 3 Zweiglein)
Salz, Pfeffer
4 EL Olivenöl

(1) Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben. Das Salz, Öl und soviel warmes Wasser zugeben, dass beim Kneten ein geschmeidiger glatter Teig entsteht. Kann ein bißchen dauern. Den Teig kräftig durchkneten und in 14 gleichgroße Stücke teilen. Vorher durchrechnen ;-) Diese Stücke mit Mehl bestäuben und zugedeckt 1 Stunde rasten lassen.
(2) Den Spinat waschen und tropfend nass in einen groooßen Topf geben. So lange kochen lassen bis er zusammengefallen ist. Mit Hilfe eines Siebs gut ausdrücken und dann feinhacken. Den Parmesan reiben. Etwas Parmesan zur Seite tun.
(3) Den Spinat, die drei Eier , Ricotta, Parmesan und Majoran in einer Schüssel gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(4) Eine 26cm-Springform gut einfetten. Das Olivenöl in ein kleines Schälchen mit einem Gebäckpinsel bereit stellen. Zwei der ausgeruhte Teigstücke zusammen kneten und dünn auf einer bemehlten Oberfläche ausrollen. Den Boden und den Rand der Springform mit der Teigplatte belegen. Die Teigplatte mit etwas Öl bepinseln. Sechs andere Teigstücke einzeln in dünne, runde Platten ausrollen (kann auch gut noch zusätzlich über den Handrücken ausgezogen werden). Jede Teigplatte dünn mit Öl bepinseln bevor die nächste aufgelegt wird.
(5) Die Füllung in die Springform geben und mit einem Löffel sechs Mulden hinein drücken. Die restlichen Eier vorsichtig in die Mulden schlagen. Mit Salz und Pfeffer würzen und dem zurück gelegte Parmesan bestreuen.
(6) Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(7) Die restlichen 6 Teigstücke wie oben dünn ausrollen, in die Form legen und jeweils mit Öl bepinseln. Die letzte Teigplatte schick mit dem überhängenden Rand der ersten Teigplatte zusammen rollen. Die Oberfläche der Ostertorte mit Öl bepinseln und auf die mittlere Schiene in den vorgeheizten Ofen geben.
(8) Etwas 1 Stunde backen. Herausholen und abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: Wiener, S. (2007): Das große Sarah Wiener Kochbuch. Knaur Ratgeber Verlag. München. S. 172

Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Karfreitagsspaziergang in unserem Stadtteil an der Warnow entlang, um ein wenig abzuschalten und die Abendsonne zu genießen. Ich mag den Geruch des schon nahen Meeres und den Wind, der einen durch pustet :-)

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