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Nicht ungern in Rostock – Tourist in der eigenen Heimat

Kennt ihr Rostock? Die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns an der Ostsee? Eine alte Hansestadt mit  dem bedeutendsten Hafen des Landes zu DDR-Zeiten. Und die Stadt, in der ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Sprich Heimat. Geliebte Heimat!

Zum Glück wohnt die Mischpoke immer noch da, so dass ich regelmäßig hinfahren kann, um die angenehme Ostseeluft einzuatmen. Aber viele Leute kennen die Stadt nicht, haben nur die Klischees vom rechten Gesindel im Kopf. Ja, das gibt es tatsächlich, muss ich leider zugeben, aber die gibt es auch in anderen Ecken Deutschlands. Und Rostock hat so viel mehr zu bieten, auch historisch gesehen als diese braunen Episoden …

Lasst mich Euch zu einer kurzen Sightseeing-Tour entführen, die ich mit Frau Mama an einem Augustnachmittag machte. Unweit von Frau Mamas Arbeitsplatz findet man das Ständehaus, das im neugotischen Stil von 1889 bis 1893 errichtet wurde und heute als Oberlandesgericht dient. Etwas ausführlicher kann man auch das schmuckvolle Wappenrelief an der Hauptfassade betrachten:

Gleich daneben steht das Steintor, eines der wenigen noch verbliebenen Stadttore Rostocks:

Ein erstes Tor wurde 1279 gebaut und entwickelte sich bald zum Haupttor der Stadt, was es auch das gesamt Mittelalter über blieb. Nach einigen Querelen zwischen diversen Herzögen, wurde das Tor und einige andere Bestandteile der Stadtbefestigung durch Johann Albrecht I. geschliffen. Geschliffen? Ja, das heißt, dass die Bestandteile der Stadt des Verlierers einer militärischen Auseinandersetzung  abgerissen wurden. In seiner heutigen Form wurde das Steintor von 1574 bis 1577 im Stil der Niederländischen Renaissance errichtet.

Heute wird es zusätzlich von zwei Greifen, dem Wappentier Rostocks bewacht:

Unweit davon kann man auch einen Blick auf die Nikolaikirche erhaschen, deren Bau 1230 begann und die somit einer der ältesten noch erhaltenen Hallenkirchen im gesamten Ostseeraum ist. Sie ist keine Pfarrkirche mehr, d.h. es finden keine Gottesdienste mehr darin statt, aber sie wird noch sehr viel für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte genutzt. Und noch eine Besonderheit gibt es dabei, in dem sichtbaren Kirchturm sind Büros und Diensträume der Kirchenverwaltung untergebracht und das Dach wurde in den 70er Jahren so ausgebaut, dass in drei Etagen Wohnungen entstanden sind, die auch wirklich bewohnt sind.

Wenn man vom Steintor etwas nach Osten geht, erreicht man ein noch gut erhaltenes Stück der Stadtmauer mit dem Kuhtor. Es ist das wohl älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. Wann es genau gebaut wurde, ist nicht bekannt, aber urkundlich wurde es erstmals 1262 erwähnt. Nach dem Bau des Steintors wurde durch das Kuhtor nur noch das Vieh auf die Wiesen der Warnow (Fluss, der durch Rostock fließt) getrieben, wodurch es seinen Namen erhielt.

Vom Kuhtor und Steintor ist es nicht weit bis zum Neuen Markt. Sozusagen der Hauptplatz in Rostock, in den viele der wichtigen Einkaufsstraßen münden. Besonders hübsch finde ich diese Giebelhäuser, von denen ich das dunkelgrüne im Kunstunterricht der 4. Klasse zum 777. Stadtjubiläum von Rostock malen musste :-) Und ja, Rostock hat es mit der Zahl Sieben:

Sieben Türme der St. Marien Kirche,
sieben Straßen bei dem großen Markt,
sieben Tore, die in das Land führen,
sieben Kaufmannsbrücken bei dem Strand,
sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen,
sieben Glocken der sieben Kirchen, die zugleich schlagen und
sieben Lindenbäume im Rosengarten,
das sind die sieben Rostocker Wahrzeichen!

Ob das (ja, schweinchenrosane) Rathaus wirklich sieben Türme hat, könnt ihr gleich hier überprüfen:

Am Fuße einer Säule findet man eine Schlange, die früher mal kleiner war, aber nachdem sie öfter gestohlen wurde, größer gestaltet und fest in der Bausubstanz verankert wurde.

An der einen Seite des Gebäudes konnte noch eine alte Eingangspforte erhalten werden:

Schräg hinter dem Rathaus ist ein wunderschöner alter Backsteinbau, in dem das Stadtarchiv und Standesamt untergebracht sind.

Am Rande des Neuen Markts steht die imposante, evangelische Kirche St. Marien, über die es noch einen eigenen Artikel geben wird. Die ist echt interessant von innen!

Gleich hinter der Marienkirche sind hübsche alte Fachwerkhäuser „Am Ziegenmarkt“ zu finden:

Gleich daneben die „Alte Münze„, ein Haus, das wahrscheinlich um 1500 erbaut wurde, allerdings ist dieser Platz schon seit 1394 als Münzstätte belegt. Das nächste Mal werde ich mir auch das Renaissance-Portal und die Rokokotür genauer ansehen.

Frau Mama und ich hatten noch Zeit und so schlenderten wir die Kröpeliner Straße entlang (Rostocks Haupteinkaufsstraße), vorbei am „Brunnen der Lebensfreude“ (hat unter Rostockern einen anderen Namen *g*) …

… und dem Hauptgebäude der Universität Rostock, die 1419 gegründet wurde und somit die älteste im gesamten Ostseeraum und dem Norden des damaligen Heiligen Römischen Reiches ist. Wenn ihr mal davor steht, guckt Euch in Ruhe die Fassade mit den Statuen (Oder haben die einen anderen Namen, wenn sie an Fassaden rumhängen?). Sehr interessant!

Uns plagte ein kleines Hüngerchen und da wir erst gegen 20 Uhr zu Hause ankommen sollten, schlug Frau Mama vor im Hugendubel eine Kleinigkeit zu essen. Ich wunderte mich: „Aber das ist doch nur eine Buchhandlung?!?“ Aber weit gefehlt, dort hat sich die „Lunchbox – eat fresher“ mit eingemietet, die frisches und – ich befürchte *g* – gesundes Essen anbieten. Wir entschieden uns für Sommerrollen, die wahrlich köstlich waren:

Das war dann auch schon die kurze Sightseeing-Tour mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Rostocker Innenstadt. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken! Interessiert es Euch? Soll ich beim nächsten Besuch nochmal eine kleine Tour mit Frau Mama unternehmen?

Und wen echtes Meer interessiert, ich war im August auch in Warnemünde und habe ein paar Segelschiffe, die zur Hanse Sail kamen, angeguckt.

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VII

 Wach wurde ich tatsächlich schon vor dem Sonnenaufgang halb sechs.

Aber wieder einschlafen ging nicht mehr, erst hielt mich der weiterhin wehende Sturm wach, dann ein Gewitter, dann ein schmerzendes Bein. Danach lohnte sich Einschlafen nicht mehr, weil wir frühstücken und unseren kleinen geplanten Ausflug machen wollten.

Nur 15 Minuten entfernt gibt es von unserer Unterkunft eine kleine Meierei und Käserei, die nur sonnabends geöffnet hat und ihre Produkte verkauft. Wie es dort aussieht und was es alles genau gab, erzähle ich der geneigten Leserschaft morgen. Nur so viel vorneweg, der Käse ist so unglaublich köstlich!

Nach dem Mittagessen und einem Nickerchen setzte ich mich in den sonnigen Garten, während die Mischpoke nach ihrem Ausflug nickerte. So saß ich da und stickte vor mich hin, während im Hintergrund die Brandung rauschte, badende Kinder quiekten und Schwalben zwitscherten. Sehr entspannend!

Es geht nur langsam voran und dauert. *seufz* Aber ich glaube, das Ergebnis wird es wert sein :-)

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VI

 Eigentlich hatte ich heute ja geplant endlich mal ins Wasser zu gehen. Es sollte warm werden. Und auch der Morgen empfing uns freundlich und warm, allein es stürmte. Also ernsthaft! Und der Sturm legte sich den ganzen Tag nicht…

Zwerg und Herr Papa erkundeten die Insel nach neuen Angelplätzen, Frau Mama und ich machten einen Spaziergang zum Meer …

Der Strand ist merklich schmaler geworden, die Wellen beeindruckend stark.

Und es kam immer näher …

Natürlich musste mein innerer Botaniker befriedigt werden ;-) Hundsrosen liebe ich sehr! Sie duften wirklich wunderbar!

Ich mag diese Spätsommerfarben der Getreidefelder.

Idylle.

Danach ließ ich mich ein wenig von Bebbiekatze beklettern und anknabbern. So ein Süßer!

Händchen halten ;-)

Und in der Sonne ahlen, wie die großen kann er auch schon!

Aus dem Nachmittagsnickerchen wurde ich von den großen Maschinen, die die Gerste hinterm Domizil erntete. Was für ein Krach, was für ein Dreck! Aber sehr effektiv, es dauerte nicht lange.

Während die Familie noch ausgeflogen war, fing ich schon mal an, dass Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Bolognese zum Mittag und Klopse als Belag für’s Brot :-)

Ein entspannter Tag, der stickenderweise bei einem Popcorn-Film endete *g*

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Anreise: Tag I

 Endlich ist es soweit! Wir haben Urlaub und fahren für anderthalb Wochen nach Dänemark, genauersagt auf das Südende der Insel Møn.

Aber erstmal muss man ja zum Urlaubsziel hinkommen. Und das gestaltete sich dieses Mal erstaunlich kurz. Schnell zum Fährhafen düsen und in die Schlange anstellen …

… und während wir auf die Fähre warten noch die letzten Stunden der Hanse Sail mitkriegen. Da fährt dann ein Dampfer vorbei …

… und auch ein paar andere Schiffe. Dann kam auch schon der Kronprinz, der uns von Rostock nach Gedser brachte.

Auf Geheiß des Kapitäns und der Hafensonne verfolgten wir das Ablegen vom Heck aus.

Und auch jetzt begegneten uns noch – ja doch, ich muss es zugeben – beeindruckende Schiffe. Zum Beispiel der Dampfeisbrecher „Stettin“.

Gleichzeitig noch ein paar andere größere Segelschiffe.

Natürlich komme auch Traditionssegler und Segelschulschiffe der unterschiedlichen Marinen zur Hanse Sail. Eigentlich ist jedes Jahr die „Gorch Fock“ dabei und auch die „Kruzenshtern„. Was das folgende für ein Schiff ist, weiß ich nicht, weil blöderweise nur auf einer Seite der Schiffname steht. Schlechter Service für Unwissende ;-)

Dann hieß es „Tschüß, Rostock!“.

Und wir dümpelten noch weiter auf der Fähre rum, bis wir sie nach zwei Stunden Fahrt endlich verlassen durften.

Dann ein fröhliches „Hej, Danmark!“ Schon kurz nach Gedser war ich verzaubert von der Landschaft und ihren Spätsommerfarben.

Angekommen in unserem Ferienhaus (davon beim nächsten Mal mehr, weil es ist echt knuffig), erstmal ein kurzer Spaziergang zum Strand, der tatsächlich nur 100 m entfernt ist.

Steilküste. Wie schön!

Ein Getreidefeld (ich bin nur Wildbotanikerin, weiß leider nicht welches Korn hier wächst) ist auch gleich nebenan.

Und Sonnenuntergänge können sie hier auch in spektakulär!

Sobald die Sonne verschwindet, bekommt das Meer auch eine ganz eigentümliche Farbe.

Junge, ist das schön hier!

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