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Der große Glander – Cevapcici-Burger mit Ajvar und Krautsalat

Mögt ihr Bücher? Ich liebe Bücher! Gleich in der ersten Klasse besorgte Frau Mama mir einen Bibliotheks-ausweis und seitdem war ich sehr regelmäßig dort anzutreffen. Es war auch zu praktisch, nur 10 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt und unsere Stadtteilbbliothek hatte eine riesige Auswahl. Dort lernte ich die Mumins kennen und lieben, Schokolowski, der schokoladeliebenden Bernhardiner oder verschlang die Bücher über die Abenteuer des kleinen Nicks. Seitdem hat sich mein Geschmack etwas weiter entwickelt (Aber ich lese immer noch gerne Kinderbücher *g*) und zur Bücherliebe kam die Liebe zum Essen dazu. Im Idealfall verbindet sich beides in einem Buch. So lese ich gerne Sachbücher über kulinarische Themen, wie von Michael Pollan, aber auch Fiktion in der Essen eine große Rolle spielt. (Sonst bin ich eher der Romantyp…)

Wer da besonderes Talent hat, beides zu verbinden, ist Stevan Paul, dessen bisherige Bücher (sowohl die Kochbücher- als auch Fiktion) ich nur so verschlang. Letzten Herbst erschien dann sein erster Roman „Der große Glander„, in dem es um einen jungen aufstrebenden Künstler der Eat-Art-Bewegung der Anfang 90er Jahre geht, der plötzlich verschwindet. Etliche Jahre später glaubt ein Kunstkritiker ihn in einem Restaurant erkannt zu haben und folgt seinen Spuren. Dabei wird natürlich über Essen geschrieben, über ziemlich viel sogar.


© mairisch verlag

Und dazu veranstaltet der mairisch Verlag eine #glanderblogparade. Es wurden die insgesamt 48 Gerichte des Buches aufgezählt mit kurzen Textpassagen aus dem Buch, zu denen sich Blogger dann anmelden konnten, um das Gericht zu kochen. Den Link zum Rezept samt Bild schickt der Blogger dann an den Verlag, der alles online zusammenstellt. So gibt es für den geneigten Leser des Buchs eine schöne bebilderte Zusammenfassung aller im Roman auftauchenden Gerichte, die natürlich auch gerne nachgekocht werden dürfen. Ich entschied mich für die Balkan-Küche, vertreten durch Brankos Ćevapčići-Burger, die mir als halber Ungarin natürlich sehr entgegen kommt. Im Roman sind einige Vorgaben zum Ajvar gemacht worden in Form einer fruchtigen Süße durch Rosinen, auch sollte es pikant sein, was es bei mir nicht wurde, weil das hier schreibende ungarische Halbblut kein scharfes Essen verträgt, aber ihr könnt gerne ein wenig Chili mit ins Ajvar geben. Jedenfalls entsteht daraus eine sehr angenehm würzige Sauce, die zu vielerlei, nicht nur Cevapcici passt. Für die Cevapcici orientierte ich mich an einem Rezept aus der arte Sendung „Zu Tisch in Serbien“, das wirklich sehr pur gehalten ist und ich nur um eine Winzigkeit Paprikapulver ergänzte. In der Grillpfanne wurden die Hackfleischröllchen dann auch wunderbar knusprig von außen. An den Krautsalat, die Gemüsekomponente des Burgers, gab es nur die Vorgabe des Kümmels, was sich bei mir aber fast von alleine versteht, so von wegen verbesserte Verdauung *g* Das Rezept von Plachutta stellte sich als ideal heraus: leicht säuerlich, würzig, nicht zu saucig und trotzdem saftig. Den Salat werde ich ab sofort öfter machen!

Klar, um so einen Burger mit seinen ganzen Komponent selbst zu machen, braucht es schon ein bisschen, meine Vorbereitungen haben sich über zwei Tage gezogen, wobei ihr das Ajvar und den Krautsalat schon an einem Tag vorbereiten könnt und dann am Tag des Essens nur noch die Cevapcici bratet und rohen Komponenten für den Burger vorbereitet. Also alles in allem kein Zauberwerk. Und das Ergebnis ist es sowas von wert! Würzige Sauce, knackiger Salat, knusprig-herzhafte Hackfleischröllchen dann zusammen mit dem frischen Brötchen und den mild-knackigen roten Zwiebeln. Ein Traum!

Ćevapčići-Burger

Zutaten für 2 hungrige Burgeresser:

  • 2 große Brötchen
  • hausgemachtes Ajvar
  • Krautsalat
  • Ćevapčići
  • 1/2 Rote Zwiebel in Ringen
  • ein wenig Feta zerkrümelt

Fruchtiges Ajvar

Zutaten für 500 ml:
1 kg rote Spitzpaprika
1/2 Aubergine
2 EL Rosinen
50 ml Apfelsaft
1 rote Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Neutrales Öl
Salz, Pfeffer
Essigesszenz

optional: Chiliflocken

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Die Aubergine (den Rest der gerösteten Aubergine andersweitig verwenden, zum Beispiel für göttlichen Auberginen-Kavier) an einigen Stellen mit einem spitzen Messer einpieken. Alles in einer Schicht auf das Backblech geben. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-60 Minuten rösten. Die Paprikaschoten sollten schwarze Blasen haben, die Aubergine schrumpelig und weich sein.
(3) Die Rosinen mit dem Apfelsaft ein Glas geben und zur Seite stellen.
(4) Alles vom Blech in eine Schüssel geben, mit einem Deckel oder Folie abdecken und etwa 1 Stunde abkühlen lassen. Wenn man das Gemüse anfassen kann, die Aubergine halbieren und das Fruchtfleisch der einen Hälfte in eine Schüssel kratzen. Von den halben Paprikaschoten mit den Händen die Schale abziehen (geht ganz einfach jetzt) und das Fruchtfleisch samt Saft in der Schüssel sammeln.
(5) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebelwürfel mit einem Schluck Öl in einen kalten kleinen Topf geben, etwas salzen. Die Flamme unterm Topf auf mittel stellen und die Zwiebeln in etwa 20 Minuten weich dünsten. Ab und zu umrühren. Den Knoblauch und die Rosinen ohne den Saft zugeben und einige Minuten mitdünsten lassen. Mit dem Apfelsaft ablöschen und das Paprika- und Auberginenfruchtfleisch (wer mag, jetzt auch die Chiliflocken) zugeben. Deckel auflegen und bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten dünsten lassen. Ab und an umrühren, damit nichts anbrennt.
(6) Die gesamte Masse in einen Standmixer geben und mit Hilfe eines Stabmixers fein pürieren. Zurück in den Topf geben und bis zur gewünschte Konsistenz bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Hier waren es etwa 10 Minuten. Mit Salz, Pfeffer und der Essigesszenz pikant abschmecken.

In ein heiß ausgespültes Glas geben, die Oberfläche glatt streichen und mit Öl begießen.

Passt wunderbar zu Gegrilltem, Bratwurst, Klops oder auch nur auf’s Käsebrot. Auch als Dip zu Gemüsesticks stelle ich mir Ajvar sehr nett vor.

Quelle: nach „Der große Glander“ und der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Herzegowina.

Krautsalat

Zutaten für 2-4 Portionen:
600 g Spitz- oder Weißkohl
Salz
60 ml Wasser
3 EL Apfelessig
1 TL Kümmel, ganz
6 EL neutrales Öl

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen und den Strunk entfernen. Entweder mit einem scharfen Messer in wirklich feine Streifen schneiden oder eine Küchenmaschine benutzen. Den Kohl salzen und einige Minuten kräftig kneten, bis er zusammen fällt und Saft austritt. 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Kohlstreifen zwischen beide Hände nehmen und richtig gut ausdrücken. In eine kleinere Schüssel geben. Das übrige, salzige Kohlwasser wegschütten.
(2) Das Wasser mit dem Apfelessig und dem Kümmel in einem kleinen Topf aufkochen und über den Kohl gießen. Das Öl darüber geben und alles gut verrühren. Noch eine Weile ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Plachutta, E., Plachutta, M. (2012): Der goldene Plachutta. Brandstätter Verlang. Wien. p 71

Ćevapčići – Cevapcici

Zutaten für 10 Stück:
350 g Rinderhack
1/2 TL Natron
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß

(1) Das Hackfleisch mit den Zutaten gut verkneten. Eine Portion Teig zwischen den Händen länglich formen und mit den Fingern zusammendrücken, so dass ihre Abdrücke zu sehen sind. Auf einem Teller ca. 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
(2) Eine Grillpfanne auf hoher Temperatur heiß werden lassen. Die Ćevapčići von allen Seiten einige Minuten braten bis sie gar sind.

Quelle: nach der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Serbien.

Wenn alle Komponenten fertig sind, den Burger zusammen stellen: Das Brötchen längs halbieren, die Ober- und Unterseite mit Ajvar bestreichen. Auf die Unterseite eine Portion Krautsalat legen, die frisch gebratenen Cevapcici darauf legen. Ein paar Zwiebelringe und Fetakrümel verteilen und mit der Brötchenoberseite bedecken.

Mit Wonne genießen!

 

Vereinigung von zwei Seelentröstern – Hackbällchen mit Letscho

Kennt ihr das, wenn ihr ein Essen so sehr liebt, dass ihr gar nicht davon lassen könnt und immer wieder zufällig am Kühlschrank vorbei kommt und Euch etwas vom Lieblingsessen in den Mund hüpft? Ich bin da nicht sonderlich anfällig für (kenne Leute, die kaufen sich mit Absicht nur die Anzahl von Würstchen/Rote Bete/Gewürzgurken/etc., die sie brauchen, weil auch 20 Stück noch am selben Abend weg wären *g*), bei mir bleibt eine Packung Wiener Würstchen auch mal länger unangetastet im Kühlschrank. Nur bei einer Sache kann ich mich nicht zusammenreißen: Klopse, also Frikadellen/Buletten/Fleischpflanzerl/Fleischlaberl, wie auch immer ihr sie nennt. Ich könnte wahrscheinlich welche aus 2 kg Hackfleisch machen und sie wären spätestens am nächsten Tag aufgegessen *g* Ich liebe Klopse einfach!

Letztens überkam es mich und eine Packung wohlduftende Spitzpaprika aus Griechenland landeten in meinem Einkaufskorb. Diese Gelüste! So asaisonal, ich weiß! Langsam wird es Zeit, dass es wärmer wird und das ganze Sommergemüse auf den Markt kommt. Ich brauche Vitamine! Dass mein heißgeliebtes Letscho daraus wird, war nicht geplant, aber nachdem ich letztens auch Hackfleisch für Klopse mitnahm und die Paprikaschötchen wirklich gegessen werden wollten, ploppte der Gedanke mit den im Letscho gegarten Hackbällchen in meinem Hirn auf.

Die Bällchen habe ich eher sparsam, aber ungarisch gewürzt, sprich ein bisschen Knoblauch und natürlich edelsüßes Paprikapulver. (Fast) Kein ungarisches Gericht ohne Paprika *g* Die angebratenen Klöpschen garen dann im Letscho zu Ende. So geben sie noch Aroma an das Letscho ab und nehmen noch den Paprikageschmack ein wenig mit an. Ein großes Geben und Nehmen, das dem Esser, also mir, zugute kommt *g* Die Kombination funktioniert wunderbar! Würzige Klöpschen im milden Lieblingsletscho. Ein Traum! Ich hatte dazu Tárhonya gekocht, es reicht aber auch frisches Weizenbrot.

Hackbällchen mit Letscho – Lecsós husgombocok

Zutaten für 2 Portionen plus Rest-Frikadellchen:
500 g Spitzpaprika
250 g Tomaten
1 Zwiebel
Schluck Öl
1 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1 EL Zucker

Für die Hackbällchen:
400 g gemischtes Hack
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß
Semmelmehl
Schluck Öl

(1) Als erstes alles vorbereiten. Die Paprika und Tomaten waschen, trocknen. Die Paprika halbieren, entkernen und in nicht zu dünne Streifen schneiden. Die Tomaten halbieren, grünen Strunk entfernen und würfeln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Den Hackbällchenteig zubereiten. Dafür die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten, Zwiebel fein würfeln, Knoblauch durchpressen. Zusammen mit dem Hackfleisch, Ei, Salz, Pfeffer und Paprikapulver verkneten. Nach und nach so viel Semmelmehl unterkneten bis der Teig hält (ca.2-4 EL). Aus dem Teig 10 Hackbällchen drehen.
(3) In einen größeren Topf das Öl und die Zwiebelwürfel für das Letscho geben, leicht salzen. Auf mittlere Hitze stellen und die Zwiebelwürfelchen so lange andünsten bis sie schön glasig sind. Durch das Salz wird ihnen Flüssigkeit entzogen, wodurch sie nicht so schnell braun werden, aber trotzdem mal ein Auge drauf werfen. Die Hitze auf mittelhoch stellen, Tomatenmark einrühren, Paprikastreifen zugeben. Kurz mitbraten bis sie duften. Die Tomaten zugeben, salzen, pfeffern und den Zucker unterrühren. Deckel drauf. Insgesamt braucht es 30-40 Minuten bis alles gar ist.
(4) Während das Letscho beginnt zu köcheln in einer Pfanne einen Schluck Öl heiß werden lassen und die Hackbällchen von allen Seiten anbraten. Ich habe 6 Hackbällchen für das Letscho vorgesehen und die vier übrigen flach gedrückt, um normale Frikadellchen zu braten. Die angebratenen Hackbällchen in das gerade zu köcheln beginnende Letscho geben und im Letscho mitkochen lassen bis die Paprika den gewünschten Gargrad haben. Keine Angst, die Tomaten geben genug Flüssigkeit ab und das Tomatenmark sorgt für schöne Sämigkeit. Kosten, ob noch Salz, Pfeffer oder Zucker fehlt.

Zusammen mit Reis, Brot, Tárhonya servieren.

Genießen!

Und da ich nicht die einzige mit einer klitzekleinen Vorliebe für Hack bin, haben ganz viele beim Event „All you need is Hack“, organisiert vom Kleinen Kuriositätenladen und Froilein Pink, mitgemacht.
Für noch mehr Idee, guckt doch einfach mal bei den Beiträgen der anderen Teilnehmer vorbei:

Partysuppe entspannt – Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Seid ihr Silvester-Partytiere oder lasst ihr es gemütlich angehen? Ich bin ja der totale Silvestermuffel und verbringe den Abend am liebsten mit meiner Familie zu Hause. Leckere Kleinigkeiten zum Essen, alberne Unterhaltungen und hoffentlich gutes TV-Programm. Wir sind da sehr genügsam :-)

Meine deutschen Großeltern allerdings! Die haben in 50er und 60ern aber offensichtlich wilde Silvesterfeiern geschmissen:

Meine Großeltern 1956:

Ha! Das Photographieren von Essen ist keine neumodische Erfindung:

Jungejungejunge! Leider kann ich die beste Oma von allen nicht mehr fragen, was es damals genau zu Essen gab, aber bestimmt waren Mitternachtssuppen schon beliebt. Ich meine, wer könnte einer schön herzhaften Suppe widerstehen, wenn er verfroren aus der Kälte kommt, nachdem alle Raketen und Böller abgeschossen sind. Und ich glaube, ein bisschen Alkohol im Körper kann den Schmacht auf so ein Gericht auch steigern ;-)

Aber wenn man schon eine Party schmeißt, ist man auch froh, wenn sich manche Sachen von selbst erledigen. Und da kommt der Slowcooker ins Spiel. Während ihr die Wohnung auf Vordermann bringt und dekoriert und andere Kleinigkeiten zubereitet, schmurgelt diese Gulaschsuppe langsam im Slowcooker vor sich hin und ihr müsst Euch nicht drum kümmern, außer maximal 20 Minuten in die Vorbereitungszeit investieren. Die nächsten 8-10 Stunden könnt ihr den Slowcooker getrost vergessen.

Und die Suppe ist wirklich lecker und schmeckt tatsächlich ungarisch. Ich habe Gabis Rezept nur durch die Zugabe der Petersilienwurzel geändert, weil die nunmal an ungarische Suppen gehört. Wenn ihr also zufällig Petersilienwurzeln seht, greift dringend zu! Sie sollten momentan auf jedem Wochenmarkt oder in osteuropäischen Supermärkten zu finden sein. Sie bringen ein angenehm Aroma in die Suppe wie sonst kein anderes Gemüse. Merkt man, dass ich so ein bisschen verliebt in die Petersilienwurzel bin? Ansonsten ist das Fleisch wunderbar zart, das Gemüse noch angenehm bissfest und nicht zerkocht. Der Sud wird schön würzig durch die lange Zeit im Slowcooker, so dass die Aromen sich richtig gut miteinander verbinden können. Ich war sehr begeistert! Wird es öfter geben!

Wer jetzt allerdings keinen Slowcooker sein eigen nennt, der kann trotzdem eine tolle Gulaschsuppe kochen. In diesem Beitrag zeige ich, wie es auch auf dem normalen Herd geht.

Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
250 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
250 g Möhren und Petersilienwurzel gemischt
2 Paprikaschoten
500 g Schweinegulasch
2,5 EL Butterschmalz oder Schmalz
1 Tl Paprikapulver rosenscharf
4 TL Paprikapulver edelsüß
2 EL Tomatenmark
750 – 900 ml Brühe (oder Wasser)
Salz, Pfeffer
1 TL Kümmel

Zum Servieren:
feingehackte Petersilie
Saure Sahne
frisches Brot

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Kartoffeln und Wurzelgemüse schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Aus den Paprikaschoten die Kerne entfernen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden.
(2) 1 EL Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Die Würfel der Kartoffeln und Wurzelgemüse bei hoher Hitze anbraten.  In den Einsatz des Slowcookers geben, Deckel drauf und auf HIGH stellen.
(3) Einen weiteren EL des Butterschmalz‘ in der Pfanne erhitzen. Das Fleisch bei hoher Hitze von allen Seite braun anbraten. In den Einsatz geben.
(4) Den Rest Butterschmalz wieder in der Pfanne erhitzen, diesmal auf mittlerer Hitze. Die Zwiebelwürfel langsam anbraten bis sie leicht braun sind. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Sorten Paprikapulver unterrühren. Ebenso den Knoblauch. Wieder auf den Herd stellen. Das Tomatenmark gut hinein rühren und so lange braten bis das Paprikapulver duftet, aber nicht verbrennt, sonst wird es bitter. Mit einem großzügigen Schluck der Brühe ablöschen und alles in den Slowcookereinsatz geben.
(5) Die Paprikaschotenstückchen hinzufügen, mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Die restliche Brühe zugießen und umrühren. Deckel drauf und 8-9 Stunden auf LOW garen oder 4-5 Stunden auf HIGH. Oder bis die Kartoffeln und Möhren/Petersilienwurzeln gar sind.

Auf den Tellern dann mit der Petersilie und Saurer Sahne garnieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogGulaschsuppe ungarisch

Unkompliziert perfekt winterlich: Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Die Zeit der Eintöpfe und Schmorgerichte ist schon seit ein paar Wochen über uns und was passt das besser als den kleinen Slowcooker wieder rauszuholen. Aber so wirklich weit weg war er bei mir auch in der warmen Jahreszeit nicht, weil mir die Schmormonster doch so einiges an Kraft und Zeit spart.

Jetzt im Winter ist es offensichtlich vorbei mit der herrlichen Pracht an frischem Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Tomaten, die leeren Töpfe auf dem Balkon sehen schon traurig vereinsamt aus. Aber dafür gibt es die anderen leckeren Lagergemüse wie diverse Kohl- oder Kürbissorten. Warum also nicht nutzen und leckere Schmorgerichte daraus zaubern.

Im „Slowcooker für 2“ ist ein Rezept enthalten, dass mich frappierend an den geliebten Hackschmorkohl erinnert, nur dass die Kartoffeln schon drin sind und die Würzung sich eher am Balkan orientierte mit Ajvar und Paprikapulver. Prinzipiell ist es auch schnell zusammen gestellt. Wer jetzt morgens aber nicht zu solche koordinativen Leistungen wie unfallfreies Kartoffelhobeln fähig ist, kann die Zutaten schon am Abend vorher vorbereiten, kühl zwischenlagern und am Morgen schnell in den Einsatz geben und anstellen.

Und nach der Arbeit (oder Ausflug, Gartenarbeit etc.) wird man mit einem wunderbar würzigen, sättigenden Eintopf, der herrlich von innen wärmt, belohnt.

Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 größere Portionen:
1 EL Butter
200 g Kartoffeln
200 g Weiß- oder Spitzkohl
Salz, Pfeffer
1 Prise Kümmel
1/2 bis 1 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Öl
250 g Hack
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
125 ml Wasser
50 g Ajvar

Zum Servieren:
50 g Feta

Slowcooker: 1,5 l
Stufe und Zeit: 6-6,5h auf LOW oder 3,5h auf HIGH

(1) Zuerst den Einsatz des Slowcookers mit der Butter einfetten.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen und in 2 mm dünne Scheiben hobeln. In den Keramikeinsatz schichten, leicht salzen und pfeffern. Den Kohl in ca. 3 mm dicke Streifen schneiden, mit Salz, Pfeffer und Kümmel etwas durchkneten und auf die Kartoffeln geben.
(3) Zwiebel und Knoblauch häuten. Zwiebel fein würfeln, Knoblauch durch die Presse drücken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack mit Zwiebel und Knoblauch darin krümelig braten. Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen und in den Slowcooker auf die Kohlstreifen geben.
(4) Das Wasser gut mit dem Ajvar verrühren und über den Kohltopf gießen.
(5) Deckel aufsetzen und auf HIGH ca. 3,5 Stunden garen lassen.
(6) Den Feta über das Hack krümeln und servieren.

Genießen!

Quelle: Westphal, U., Frankemölle, G. (2015): Slowcooker für 2. p 55

Ungarisch gefüllte Paprikaschote aus dem Slowcooker

Bald ist die Saison wieder vorbei und meine geliebten ungarischen Spitzpaprika verschwinden wieder bis zum nächsten Sommer aus den hiesigen Supermärkten *seufz* Aber bis dahin schlummert immer eine Packung in meinem Kühlschrank und es wird eine Version der Heiligen Dreifaltigkeit der Spitzpaprika gebastelt.

Irgendwie hatte ich dieses Jahr noch gar keine gefüllte Paprikaschote – dafür aber echt oft Letscho *g* – und deswegen zeige ich Euch mal die etwas veränderte Version, die ich im Slowcooker vor sich hinköcheln lasse. Die Würzung der Füllung ist etwas raffinierter und durch die Zeit im Slowcooker wird das Fleisch wunderbar zart. Ich habe das Gefühl durch das extremst langsame Garen löst sich auch nicht so schnell die Haut der Paprika, so dass das Essen angenehmer bleibt. Sowohl die Mischpoke als auch ich machen sie nur noch so :-) So, und jetzt ab zum Supermarkt mit Euch, schnappt Euch die letzten hocharomatischen Paprikaschoten und schmort Euch diesen Klassiker der ungarischen Küche!

Ungarisch gefüllte Paprikaschote aus dem Slowcooker

Zutaten für 4 großzügige Portionen:
500 g ungarische Spitzpaprika
80 g Langkornreis
600 g gemischtes Hackfleisch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Ei
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
3 TL gehackte Petersilie

Für die Sauce:
1 Zwiebel
1 EL Öl
1 Prise Zucker
700 g passierte Tomaten
Salz, Pfeffer

Slowcooker: 3,5 l
Zeit und Stufe: 3,5-4,5 Stunden HIGH oder 7 – 8 Stunden LOW

(1) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, den Strunk abschneiden und vorsichtig mit den Fingern die Kerne aus dem Innern entfernen. Es wird keiner umkommen, wenn ihr ein paar nicht erreicht und sie drin bleiben ;-)
(2) Den Reis in ein irdenes Gefäß geben, mit soviel Wasser wie Reis bedecken und in der Mikrowelle auf höchster Stufe 4 Minuten vorkochen oder normal im Topf in kochendem Salzwasser 8 Minuten. Abkühlen lassen.
(3) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Mit dem Hackfleisch, Reis, Ei, Gewürzen und Petersilie gut verkneten. Portionsweise in die Paprikaschoten stopfen und in den Slowcooker legen. Die übriggebliebene Hackmasse zu größeren Bällchen formen und ebenfalls auf die Schoten in den Einsatz legen.
(4) Für die Sauce die Zwiebel fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Mit Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Die passierten Tomaten zugießen, mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. In den Slowcooker gießen.
(5) Deckel drauf und ca. 3,5-4 Stunden bei HIGH oder 7-8 Stunden auf LOW garen.

Zusammen mit Kartoffeln und etwas Saurer Sahne servieren.

Genießen!

Auberginiges Letscho aus dem Ofen aka Ofen-Ratatouille

Ich bin so ein bisschen verrückt, was Zutaten angeht. So kaufe ich tatsächlich nur Spitzpaprika aus Ungarn und nur im Sommer und auch nur die gelben. Die haben eine angenehme Schalenstärke und sind auch wesentlich aromatischer (für mich). Auch wenn sie an Tantes Paprikaschoten aus ihrem Garten nicht rankommen, aber sie sind besser als nichts ;-) Und so kaufte ich noch ein Netz hübscher gelber Letschopaprika an meinem letzten Tag in Ungarn. Nur Letscho wollte ich damit nicht machen, weil ich es schon zweimal in Ungarn aß. Aber was dann?

Im Buch von Zsofi Mautner, in dem ich auf der Suche nach dem Rezept für die Kovi ubi (ungarische, fermentierte Sommergurken) war, fiel mir ein Rezept für Letscho aus dem Ofen mit Auberginen ins Auge. Nach etwas genauerer Begutachtung ist es doch eine Art Ratatouille, aber hey, wenn mit dem Namen experimentierunfreudige Ungarn geködert werden können, dieses französische Nationalheiliggericht auszuprobieren, ab dafür :-)

Die Zutaten waren ursprünglich für 4-6 Portionen angegeben, also hab ich nur die Hälfte gemacht, die bei mir locker für 3 Portionen ausreichte. Zuerst war ich etwas skeptisch, ob das mit der Zeit im Ofen auch hinkommt, aber wenn die Masse nicht so dick in eine Auflaufform oder Blech gegeben wird, wird es großartig! Sogar die Auberginen bekommen die richtige Konsistenz, wenn man die Würfel nicht gerade grob lässt. Für meine drei Portionen habe ich eine große Auflaufform genommen (ca. 32 x 20 cm), für die doppelte Menge würde ich tatsächlich ein Backblech empfehlen.

Die Zubereitung ist ganz unkompliziert: Gemüse schnippeln (die Tomaten habe ich nur entkernt, nicht gehäutet), dann mit den Gewürzen, Öl und Tomaten aus der Dose vermenge, in eine Auflaufform geben und für ca. 30 Minuten im Ofen vergessen. Es wird wundervoll duften! Und dann wird alles genau den richtigen Garpunkt, genug weich, aber nicht zu sehr. Für mich so gut, dass es das ab sofort öfter geben wird :-) (Und ich vielleicht noch die ein oder andere Portion einwecke!) Große Nachkochempfehlung von mir!

Einfaches Letscho-Ratatouille aus dem Ofen

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 kleine Aubergine
1 mittlere Zucchini
1 mittlere Zwiebel
2 größere Tomaten
2 gelbe Spitzpaprika
1/2 Bund glatte Petersilie
1 kleine Dose geschälte Tomaten (ca. 400 g)
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform mit Backpapier auslegen.
(2) Das Gemüse waschen und trocknen. Die Aubergine und Zucchini in mittelkleine Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Die Tomaten halbieren, grünen Strunk und Kerngehäuse entfernen, dann mittelfein würfeln. Die Spitzpaprika halbieren, Kerne herausnehmen und in längliche Streifen schneiden. Die Petersilie hacken. Alles in eine größere Schüssel geben.
(3) Das Gemüse mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel würzen. Olivenöl und der gesamte Inhalt der Tomatendose darüber geben. Die Tomaten beim verrühren grob zerteilen.
(4) Alles in die Auflaufform geben und für ca. 30 Minuten auf mittlerer Schiene im Ofen garen lassen.

Zusammen mit frischen Fladenbrot servieren.

Genießen!

Quelle: Mautner, Zs. (2014): Főzőiskola – Középfok. libri. Budapest. p 44

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Ti is szeretitek a lecsót? Én nagyon, de csak igazi zöldpaprika Magyarországból, mással nem izlik nekem. De az itt Németországon csak nyáron tudok venni, de akkor sem annyira aromás mint a kertből Nagysápon. És úgy vettem még lecsópaprikát az utolsó szabinapom. Csak mit csinálni belőle? Lecsó már volt kétszer egy hetten belül. De Mautner Zsófi második Főzőiskola könyvben találtam egy recept padlizsános lecsóra, amit nagyon jó hangzott.

És igaza volt az érzésemnek, nagyon jól sikerült és annyira finom lett! Mindenképpen ki kell próbálnátok! Kevés idö kell az elöi munkára és az fél óra a süttőben lehet pihenni :-)

Padlizsános lecsó a tepsiből

Hozzávalók 2-3 főre:
1 kis padlizsán
1 közepes cukkini
1 közepes hagyma
2 nagyobb paradicsom
2 zöldpaprika
1/2 csokor petrezselyem
1 kis doboz hámozott paradicsom (kb. 400 g)
1 tk őrölt római kömény
só, bors
3 ek olíva olaj

(1) A sütőt 200°C előre melegítünk. Egy tepsibe sütőpapírt rakjuk.
(2) A zöldségek mosunk és szárítjuk. A padlizsánt és cukkinit közepes kis kockára vágunk. A hagymát hámozzunk és vékony félkerékre vágjuk. A zöldpaprikák vékony csíkokra vágjuk. A paradicsomot felezünk, a zöld részt és a magok kivesszük és kisebb kockára vágunk. A petrezselymet apróra vágjuk. Mindent egy nagyobb tálban teszünk.
(3) A zöldségek bors, só és romai köménnyel fűszerezünk. Olíva olajt és az egész doboz hámozott paradicsom hozza adjuk. A paradicsomot egy kicsit szét válunk. Jó összekeverünk az egészet és teszünk a tepsibe. Kb. 30 percet sütünk közepes rácson a sütőben.

Kész amikor a padlizsán szép puha és minden illatos. Friss kenyérrel tálalunk!

Jó étvágyatok!

Bauerntopf aus dem kleinen Schmormonster

Es gibt ja so Gerichte, die lernt man erst kennen, wenn man sich in der Grusel-Tüten-Ecke des Supermarktes nähert. Was es nicht alles gibt … Unter anderem auch einen Bauerntopf. Sagt mir jetzt nichts, aber Hack, Kartoffeln und Paprika zusammen ist nie verkehrt. Aber irgendwie geriet es wieder in Vergessenheit bis ich das neue Buch „Slowcooker für 2“ von Gabi Frankemölle und Ulrike Westphal in den Händen hielt. Dort haben sie das Rezept für die angeblich „ach so schnelle und einfache“ Tütenvariante (zu der man ja doch noch frische Kartoffeln, Paprikaschote und Hackfleisch kaufen muss) eine Slowcooker-Version entwickelten.

Wichtig ist hierbei nur, dass ihr am Besten mehligkochende Kartoffeln nehmt, ich hatte vorwiegend festkochende und die brauchten schon länger zum Garen. Kartoffeln verhalten sich wirklich seltsam im Slowcooker. Deswegen lautet die Devise so klein (oder dünn wie möglich) schneiden und wenn möglich dorthin schichten, wo die meiste Hitze ankommt, sprich an den Boden des Schmormonsters. Dieses Rezept ist explizit für den kleinen Slowcooker, wenn ihr mehr Leute zu verköstigen habt und das im 3,5 l kochen möchtet, dann die Zutaten verdoppeln und zur Garzeit noch 1 bis 1,5 Stunden drauf rechnen.

Und ich muss sagen, dieser Eintopf ist wirklich köstlich. Sättigend, würzig, wärmend. *hach*

Bauerntopf

Zutaten für 2 Portionen als alleiniges Hauptgericht:
300 g Kartoffeln, mehligkochend
1 Stange Staudensellerie
1 Paprikaschote
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe (hier: konfiert)
1 TL Öl
250 g Hack, gemischt
Salz, Pfeffer
35 g Tomatenmark (ca. 2 gehäufte EL)
400 ml Gemüsebrühe
1 TL Paprikapulver (Schärfe nach Geschmack)
je 1/4 TL getrockneter Thymian, Majoran, Oregano
frisch gehackte Petersilie

Vorbereitungszeit: 20 Minuten
Zubereitungszeit: 5-6 Stunden LOW oder 2,5-3 auf HIGH
Slowcooker: 1,5 l

(1) Die Kartoffeln schälen und dünn hobeln. Den Staudensellerie entfädeln und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschote waschen und mittelgroß würfeln. Zwiebel und Knoblauch häuten und ebenfalls sehr fein würfeln.
(2) Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack bei mittelhoher Hitze zusammen mit den Zwiebel- und Knoblauchwürfel krümelig braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffelscheiben als erstes auf den Boden des Keramikeinsatzes geben, dann Staudensellerie und Paprikawürfel drauf. Zu oberst das Fleisch.
(4) Das Tomatenmark mit der Gemüsebrühe, Paprikapulver, Thymian, Majoran und Oregano verrühren. Über die Schichten im Slowcooker geben. Deckel drauf und auf LOW ca. 5-6 Stunden schmoren lassen.

Servieren und auf dem Teller mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p 42

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