Schlagwort-Archive: Pflaumen

Wir retten … Palatschinken/Pfannkuchen: Böhmische Palatschinken

Die Retter sind mal wieder unterwegs! Und um ehrlich zu sein, eigentlich könnten wir jede Woche etwas anderes aus den Supermarkt-Regalen retten, so viel Gruselzeugs ist dort zu finden.

Für das Februar-Thema suchten wir uns Pfannkuchen/Palatschinken/Palacsinta/Crepes aus. Und was es da nicht alles zu finden gibt: komplett fertig gebackene Exemplare mit unterschiedlichen Namen im Kühlregal, Pulver in Flaschen, zu dem „nur noch“ Milch gegeben werden muss, schütteln und braten oder auch andere Pulver in Tüten der bekannten Marken. Wozu das alles? Mehl, Ei, Milch! Mehr ist an Grundzutaten nicht nötig. Hier habe ich der geneigten Leserschaft erklärt, wie es geht:

Und da man das Rad ja nicht andauernd neu erfinden muss und Wiederholungen auch nicht so unglaublich cool sind im Blog (ich irgendwie auch keine Zeit hatte), überlasse ich heute das Wort einem Gastredner. Susi bloggt schon seit einigen Jahren aus Wien als Turbohausfrau in ihrem Blog „Prostmahlzeit“ und hat für Euch wunderbarste Böhmische Palatschinken zubereitet:

**********

Es freut mich sehr, dass ich zum ersten Mal bei Anikó zu Gast sein darf. Noch dazu an so einem prominenten Termin, wie es die Rettungstermine mittlerweile geworden sind. Was ich euch zeige, sind böhmische Palatschinken. Wir Österreicher waren nämlich sehr emsig, was das Fladern (=Klauen) von Rezepten im gesamten Raum der ehemaligen K&K-Zeit, die auch Böhmen umfasste. In anderen Ländern haben wir uns genau so fleißig bedient, so geschehen beim Wiener Schnitzel (aus Italien), Szegediner Krautfleisch und Gulasch (aus Ungarn) oder eben die deftigen böhmischen Mehlspeisen, die mittlerweile als österreichische Mehlspeisen gelten.

Viel falsch machen kann man bei diesen Palatschinken nicht. Was nur sehr wichtig ist, ist guter Powidl, der immer schwerer zu bekommen ist. Das ist ganz dick eingekochtes Zwetschkenmus, das ohne Zucker so lange gekocht wird, bis man es schneiden kann. Meine Oma hat das auf einem Zusatzherd gemacht, der damals in jeder Küche stand, der mit Holz beheizt wurde und auf sehr kleiner Flamme betrieben werden konnte. Da hat sie immer einige Tage lang den Powidl einreduzieren lassen. Selber habe ich das noch nie geschafft, weil ich meinen Elektroherd nicht so niedrig drehen kann, wie es nötig wäre.

Beim Backen der Palatschinken ist eine Palatschinkenpfanne sehr hilfreich. Das sind relativ große Pfannen mit einem ganz niedrigen Rand. Meine ist noch dazu beschichtet, was es einfach macht, die Palatschinken zu wenden.

Bei der ersten Palatschinke muss die Pfanne sehr gut durch und durch erhitzt werden, dann wird ein Teelöffel Butter (je nach Größe der Pfanne auch 2) in der heißen Pfanne geschwenkt, bis der ganze Boden eingefettet ist. Da rein kommt ein Schöpfer voll Teig, den man ebenfalls durch Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilt. Gewendet wird, wenn sich die Palatschinke vom Rand löst.

Für 4 – 5 Palatschinken:
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
30 g Zucker
Salz
4 TL Butter zum Backen
Staubzucker zum Bestreuen

Fülle:
4 EL Powidl (wenn es sehr fester Powidl ist, mit etwas Rum erwärmen und glatt rühren)

Sonstiges:
2 EL Sauerrahm, glatt gerührt
2 EL Mohn, frisch gequetscht

Aus den genannten Zutaten mit einem Schneebesen einen glatten Teig rühren, 20 min. quellen lassen. Backrohr auf 70 Grad vorheizen. Wie oben beschrieben die Palatschinken backen, im Rohr warm halten, bis die nächste Palatschinke fertig ist. Danach alle mit dem Powidl bestreichen und einrollen oder zusammenklappen. Mit Staubzucker anzuckern. Mit dem Mohn bestreuen, daneben den Sauerrahm auf den Teller geben, den man dann nach Lust und Laune zu den Palatschinken isst.

**********

Sehen die nicht wunderbar aus? Und mit Pflaumen und Mohn (Hallo?!? MOHN!!!) kann man bei mir überhaupt gar nichts falsch machen. Die werden defintiv nachgekocht! Danke, liebe Susi!

Und seid ihr auf den Geschmack gekommen? Hier im Blog gibt es noch jede Menge andere Pfannkuchen-Rezepte:

Und natürlich haben auch wieder viele andere mitgerettet. Schaut Euch mal bei den tollen Rezepten und Anleitungen um (Links werden ergänzt):

Giftige Blonde – Klassische Palatschinken mit hausgemachter Marillenmarmelade

Prostmahlzeit – Fleischpalatschinken

SweetPie – Gorgonzola-Pilz-Pfannkuchen

Summsis Hobbyküche – Buttermilchpfannkuchen

Obers trifft Sahne – Pancakes mit Apfel und Walnuss

Brittas Kochbuch – Herzhafte Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung

kebo homing – Crespelle farcite

auchwas: Hauchdünne Pfannkuchen

magentratzerl – Buchweizengalettes mit Sauce Mornay

Sakriköstlich – Bulgur-Pfannkuchen

brotbackliebeundmehr – Kartoffel-Pfannkuchen

multikulinarisches – Eierkuchen mit Vogelbeer-Karamell

Food for Angels and Devils – Galettes

German Abendbrot – Herzhafter Palatschinken mit Boeuf Stroganoff

Anna Antonia – Banana Pecan Pancakes

Aus meinem Kochtopf – Blini mit Räucherlachs und Crème fraîche

Was du nicht kennst… – Blutorangenpfannkuchen

Fliederbaum – Böhmische Palatschinken

Unser Meating – Grünkohl-Pancakes

Pane-Bistecca – Vietnamesische Pfannkuchen mit Thai Fuellung

LanisLeckerEcke – Herzhafte Blinis mit Schafskäsedip

Sommer für den Winter: Klassisches Pflaumenkompott

Noch findet man doch heimische Pflaumen/Zwetschgen, oder? Ich liebe ja Pflaumen und auch das klassische Pflaumenkompott. Am liebsten esse ich es zu Milchreis oder Grießbrei, aber es passt auch wunderbar zu Pancakes. Ja sicher, man kann es auch im Supermarkt kaufen, aber wenn man es selbst macht, kann man mit unterschiedlichen Gewürzen spielen. Du magst keine Nelken? Lass sie weg! Hast lieber ein wenig fruchtige Ingwerschärfe? Rein damit!  Und letztendlich auch wieder: ich weiß, was drin ist! Keine komischen Zusatzstoffe, keine künstlichen Aromen, keine Süßstoffe.

Und dieses Kompott ist, wie eigentlich alle klassischen Obstkompotte, wirklich einfach zu machen: geputzte, halbierte Pflaumen in das Glas schichten, Gewürze dazwischen, mit einem gekochten Wasser-Zucker-Sirup auffüllen, Deckel drauf und 30 Minuten einkochen. Voila! Schon ist wieder ein Stückchen Sommer in den Winter hinüber gerettet! Für die nächste Saison suche ich schon nach neuen, vielleicht etwas ausgefalleneren Varianten. Seid gespannt!

Klassisches Pflaumenkompott

Zutaten für 1,5 l:
1 kg Zwetschgen (die länglichen Pflaumen)
1 Nelke pro Glas
1 kleines Stück Zimtstange pro Glas
1 Stückchen Sternanis pro Glas
500 ml Wasser
250 g Zucker

3 Weck-Gläser à 500 ml samt Zubehör
oder 2 x 500 ml Gläser und 2 x 290 ml Weck-Gläser
großer Topf, in den alle Gläser reinpassen

(1) Die Pflaumen waschen, trocknen, längs halbieren und Stein entfernen. Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und so lange kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zur Seite stellen. Die Gewürze bereit legen.
(2) Jetzt die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab.
(3) Die Pflaumen eng in die Gläser schichten, zwischendurch je 1 Stück der Gewürze pro Glas geben. Zum Schluss die Gläser zur Hälfte bis zwei Drittel mit dem Zucker-Wasser-Sirup auffüllen. Die Glasdeckel und Gummiringe aus dem Wasser holen. Die Gummiringe auf den Glasdeckel ziehen, auf die Gläser setzen mit mindestens zwei gegenüber liegenden Metallklammern befestigen.
(4) In den großen Topf ein altes Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp legen. Die Gläser hineinstellen. Wenn der Inhalt der Gläser kalt ist, kaltes Wasser zugießen, wenn er lauwarm ist, lauwarmes Wasser. So viel Wasser zugießen bis die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel aufsetzen. Den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen und sobald das Wasser kocht, 30 Minuten einkochen lassen. Dabei den Herd auf Stufe 2 von 6 zurück stellen.
Im Einkochautomaten: Wasser wie oben beschrieben und dann bei 90°C 30 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit um ist, die Gläser aus dem Wasser holen und auf einem Holzbrett an einem zugfreien Ort vollständig abkühlen lassen. Die Metallklammern entfernen und durch Anheben am Deckel prüfen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war. Wenn ja, beschriften und ab damit ins Vorratsregal. Wenn ein Glas offen geblieben sein sollte, schnell verbrauchen und im Kühlschrank aufbewahren oder nochmals einkochen.

Genießen!

Und bei noch mehr Informationsbedarf zum Thema „Einkochen“ einfach hier klicken!

Spätsommer auf dem Backblech: Pflaumendatschi mit Mandelstreuseln

Ich wollte mal wieder Kuchen backen, wobei die Gelüste ja nicht allzuoft an die Tag treten bei mir (auch wenn das gerade nicht so wirkt mit den Cookies im vorhergehenden Beitrag *g*). Meistens wird der Wunsch durch die Größe des Kuchens und die Anzahl der vorhandenen Esser (nur meine Wenigkeit) zunicht gemacht. Aber als die Lieblingscousine kam, war die Gelegenheit da. So wurde ihr das Buch „Basic baking“ in die Hand gedrückt mit der Aufforderung sich etwas auszusuchen. Sie wollte was mit Obst und deshalb schlug ich den Zwetschgendatschi mit Walnussstreuseln vor, aber die Walnüsse schreckten sie ab. Ach, das ist doch das geringste Problem. Da sind wir doch flexibel und nehmen Mandeln! Und da es keine Zwetschgen gab, sondern nur Pflaumen (siehe unten, eher rund und der Stein lässt sich schwer entfernen), wurden kurzer Hand diese genommen und einfach auf Zwetschgengröße zurecht geschnitten.

So prinzipiell ist der Kuchen auch einfach gemacht, es benötigt nur etwas Zeit zum Gehen des Hefeteiges. Aber die Zeit lässt sich gut nutzen, um die Früchte zu halbieren und entsteinen. Und heraus kommt ein wirklich leckerer Kuchen, bei dem die etwas säuerlichen Pflaumen wunderbar harmonieren mit den süßen Streuseln. Lieblingscousine und ich waren begeistert! Sie hat noch einige Stücke mitgenommen für zu Hause und ich noch ein Viertelblech eingefroren. Funktioniert super, nur die Streusel sind nach dem Auftauen nicht mehr knusprig, aber das lässt sich knapp verknusern ;-) Ich kann nur empfehlen den dringend mal auszutesten!

Pflaumendatschi mit Mandelstreuseln

Zutaten für 1 Blech (ca. 20 Stück):

Für den Teig:
350 g Mehl
1 Prise Salz
50 g Zucker
ca. 180 ml Milch
30 g frische Hefe
50 g weiche Butter
1 Ei

Für den Belag:
2 kg Zwetschgen/Pflaumen
130 g kalte Butter
100 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln (oder Walnüsse)
1 TL Zimt
130 g brauner Zucker

Backpapier fürs Blech

(1) Mehl mit Salz und Zucker in einer Schüssel verrühren. Die Milch lauwarm werden lassen, die Hefe hinein bröseln, umrühren . Die Butter in Stücke schneiden und ebenfalls in die Milch geben. So wird sie richtig schön weich.
(2) Die Milchmischung mit dem Ei zum Mehl geben und mit einem Knethaken so lange bearbeiten, bis der Teig richtig zäh wird und nicht mehr am Schüsselrand haftet. Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem zugfreien, warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.
(3) Zwischenzeitlich die Zwetschgen vorbereiten. Waschen, trocknen, halbieren und den Stein entfernen. Auch die runden Pflaumen können benutzt werden, diese einfach je nach Größe vierteln oder sechsteln bis die Stücke in etwa so groß wie Zwetschgenhälften sind.
(4) Das Backpapier auf dem Blech auslegen. Den Teig nochmal kurz durchkneten. Dann entweder mit bemehlten Fingern oder einem bemehlten Nudelholz auf dem Blech ausrollen. Nochmal das Tuch drüber legen und 15 Minuten ruhen lassen.
(5) Zwischenzeitlich die Streusel machen. Dafür die kalte Butter in kleine Stücke schneiden. Mit Mehl, Nüssen, Zimt und Zucker  mit den Fingerspitzen zerreiben und leicht zusammendrücken, so lange bis kleine Streusel entstehen.
(6) Den Ofen auf 200°C vorheizen (Umluft 180°C ohne Vorheizen). Zwetschgen dicht an dicht auf dem Teig legen und die Streusel darauf verteilen.
(7) Den Kuchen auf der mittleren Schien ca. 35 Minuten backen. Abkühlen lassen und mindestens handwarm

genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2000): Basic baking. GU. p 75

Nudel-Zwetschgen-Auflauf

Hier nun der zweite Gang zu der Blumenkohlsuppe mit Freundin G. Mir war schon noch nach Pflaumen und beim Durchblättern des „Vegetarian Basics“ lachte mich der Nudelauflauf mit Pflaumen an. Interessant! Süße Nudeln, mir nicht unbekannt aus Ungarn, allerdings mit etwas Sauce und süßen Früchtchen. Während ich also mit der Suppe beschäftigt war, hat G. den Auflauf gezaubert.

Das Ganze basiert auf der Grundlage von Milchnudeln, die dann noch mit Ricotta verfeinert werden. Es war ein sehr leckerer Auflauf, der von uns drei (Mitbewohnerin U. hatte mal frei) trotz der Suppe vorne weg fast komplett verputzt wurde. Das Verhältnis von Pasta zu Flüssigkeit war perfekt, die säuerlichen Pflaumen bildeten einen schönen Kontrast zu den süßen Nudeln. Auch die Kruste aus Semmelbröseln mit Zimt war sehr passend (klar, Zimt-Pflaumen-Kombi ist immer gut) und durch ihre leicht „crunchige“ Kruste (kennt jemand ein anderes passendes Wort für „crunchig“? Finde es hört sich unmöglich an.), bildete sie einen schönen Gegenpol zu den weichen Spaghetti und Pflaumen.

Nudelauflauf mit Zwetschgen (für 4 Personen)

½ l Milch
100 g Zucker
200 g Spaghetti
500 g Zwetschgen
150 g cremiger Ricotta
3 Eier
60 g Butter
Butter für die Form
50 g Semmelbrösel
1 TL gemahlener Zimt (hier: mindestens 2 TL, sind zimtsüchtig)

(1) Die Spaghetti in zwei Teile brechen. Die Milch mit der Hälfte vom Zucker aufkochen lassen. Die Spaghetti hineingeben und 6 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Wenn sie die Flüssigkeit fast aufgesaugt haben, mit dieser in eine Schüssel geben.
(2) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
Die Pflaumen waschen, halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Mit den Spaghetti mischen. Den Ricotta mit den Eiern und den restlichen 50 g des Zuckers verrühren und zu der Spaghetti-Pflaumen-Mischung geben.
(3) Eine Auflaufform (hier: eine kleinere Form reicht) einbuttern und die Spaghetti-Mischung hinein geben.
Die Butter in kleine Flöckchen schneiden und vorsichtig mit den Bröseln und dem Zimt mischen. Über dem Auflauf verteilen.
(4) In den vorgeheizten Ofen geben und 35 Minuten backen. Die „Bröselhaube“ (habe dieses schöne Wort mal geklaut *g*) sollte goldbraun sein.

Kann man heiß oder lauwarm essen. Von den Autoren wird noch eine Kugel Vanilleeis empfohlen, war aber auch ohne sehr lecker! Kann ich mir auch mit anderen säuerlichen Früchten vorstellen, Sauerkirschen beispielsweise?

Geschmack: +++
Schwierigkeitsgrad: +
Zeit: + und + für Backzeit
Zutaten: +

Quelle: Vegetarian Basics. Cornelia Schinharl, Sebastian Dickhaut. Gräfe und Unzer Verlag 2005. S. 151

Anmerkung: Das Photo ist nicht wirklich schön. aber weicher Auflauf lässt sich nicht sonderlich gut photographieren, aber der Geschmack macht das alles um Längen wieder wett!

Szilvásgombóc/Pflaumenknödel oder Wie ich lernte Oma-Arbeit zu schätzen

Aus Deutschland kennt man süße Mittagessen ja eher nicht, traditionell ist es hier ja eher eine Kartoffeln-Fleisch-Sauce-Gemüse-Kultur. In Ungarn, durch seine Zwei-Gänge-Mittagskultur ist es keine Seltenheit, dass es süße Hauptgerichte gibt. Erst ein schönes herzhaftes Süppchen, dann so 2-3 Pflaumenknödel („Knödel“ ist schon ein seltsames Wort, wenn man ausm Norden kommt). Traumhaft! Eigentlich wollte ich die Knödel schon letztes Jahr ausprobieren, aber in einer Wohnheimsküche, die insgesamt 14 Personen nutzen und die unter diesen Umständen einfach nicht so sauber sein kann, wie man es sich wünscht, hab ich es dann doch sein gelassen. Aber seit ich vor 4 Monaten mit Mitbewohner F. und Mitbewohnerin U. zusammen gezogen bin, kann ich/wir endlich auch aufwendigere Sachen kochen. So eben auch diese Szilvásgombóc.

Das letzte Mal habe ich sie vor drei Jahren bei meiner Tante E. aus Ungarn gegessen.  Zwar hatte ich noch ihre Flüche im Kopf: „Das ist Arbeit für Omas! Sowas kann man nur Kochen, wenn man Zeit hat! Dieser verdammte Teig!“ Aber ich wollte es selbst mal ausprobieren, weil der Kartoffelteig so schön vielseitig ist: Pflaumenknödel kann man machen oder Aprikosenknödel oder sogenannte „nudlis“ oder „krumplipogácsa“, Plätzchen aus dem Teig, die einfach in tiefem Fett ausgebacken werden …

Ich schweife ab, zurück zu den Szilvásgombóc. Zunächst sollte man sagen, dass sich der Aufwand schon gelohnt hat (zumindest für mich), sie haben tatsächlich so geschmeckt wie in Ungarn! Es war erheblich mehr Aufwand als gedacht, hat aber nur unwesentlich länger gedauert. Der Teig war extrem klebrig, so dass ich fast doppelt soviel Mehl verbraucht habe, als angegeben. In den Teig habe ich nur soviel Mehl reingeknetet wie im Rezept stand, aber um die Hände, das Brettchen und den Teller, auf dem die geformten Gombóc zwischenlagerten, war doch sehr viel notwendig. Normalerweise sollte ein Teig entstehen, den man ohne größere Probleme ausrollen kann. Davon war meiner um Lichtjahre entfernt, ich konnte mit viel Mühe eine Rolle aus dem Teig formen, um davon Haufen abzutrennen, die ich dann in Flache Scheiben klopfte. Aber das ging wirklich erstaunlich gut, wenn man die Hände vorher eingemehlt hat und Reste vom Kartoffelteig von den Handflächen abgekratzt hat. Auch haben die Knödel alle gehalten, keiner ist aufgegangen. Bin ein bißchen stolz! Ich werde das Rezept für den Kartoffelteig hier auch veröffentlichen, aber teste demnächst definitiv noch andere, um den perfekten Kartoffelteig zu finden. Die Herstellung der Knödel an sich wird der andere Teig ja nicht beeinträchtigen.

Dieses wird auch mein erstes Rezept für einen Blog-Event sein und zwar für diesen (leider krieg ich den Banner hier nicht in den Text. Weiß jemand Hilfe?). Denn trotz der Schweinearbeit bei der Zubereitung sind doch sehr ansehnliche und leckere Szilvásgombóc bei rumgekommen, die auch den vier Mitessern geschmeckt haben.

Hier zum Rezept

%d Bloggern gefällt das: