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Veggie Stirfry mit selbstgemachter Teriyaki Sauce – Garantiert unauthentisch aber lecker

Ich habe mal meinen Foto-Ordner durchgeguckt und mit Erschrecken festgestellt, dass ich gar nicht mehr so viel bloggenswerte Rezepte auf Halde habe. Schande über mich! Nur noch welche, die ich nochmal kochen möchte (auch weil ich mit dem Rezept noch nicht so zufrieden war oder das Bild nicht so hübsch ist) oder die eindeutig nicht in diese Jahreszeit passen. Also müssen ein paar neue Gerichte fabriziert werden und nicht immer dieselben Lieblingsessen gekocht. Wozu bin ich denn sonst immer noch irgendwie Bloggerin.

Davon berichtete ich zusammen mit meinen Essensplänen für das Wochenende auch Frau Kochschlampe. Für Sonnabend war eben gewoktes Gemüse aus einem Großteil des Biokisten-Gemüses. Ich hielt es nicht für weiter bloggenswert, Frau Kochschlampe meinte „Warte mal ab.“. Und Recht hatte sie! Als Würzung bastelte ich noch eine hausgemachte Teriyaki Sauce zusammen, die so simpel ist von der Rezeptur, es ist fast peinlich. Aber im Zusammenspiel mit den ganzen Gemüsen und dem chinesischen Fünfgewürzepulver ist eine wirklich feine Sache bei rumgekommen. Ihr müsst Euch natürlich nicht sklavisch an meine Gemüsemengen halten und könnt ergänzen bzw. weglassen je nachdem was Euer Kühlschrank so hergibt. Das ist ja das herrliche am garantiert-unauthentischen-Kochen: wir können es ändern, wie es uns schmeckt. Ihr mögt keinen Pak Choi? Ersetzt ihn mit Blattspinat oder Mangold. Porree durch Frühlingszwiebeln austauschen, ein paar schickere Pilze als Champignons benutzen oder noch Knoblauch dazu? Ihr mögt das Gemüse eher knackiger? Einfach nicht so lange braten oder länger, wenn ihr es weicher bevorzugt. So ein Gericht ist perfekt, um komische Gemüsereste loszuwerden. Auch bei den Beilagen seid ihr flexibel: Reis dazu kochen, schon gekochten Reis vom Vortag vorher anbraten und alles mischen oder ein paar chinesische Nudeln unterrühren. Wer mag kann noch Tofu mitbraten oder Ei. Es ist so vielfältig! Wunderbar!

Veggie Stirfry mit Teriyaki-Sauce

Zutaten für 2 ordentliche Portionen:
2-3 Möhren
1 rote Paprikaschote
150 g Champignons
1 großer Pak Choi
1 Stange Porree
1 daumengroßes Stück Ingwer
3 EL Sesamkörner
1-2 EL Öl
2 TL Fünfgewürze-Pulver
4-5 EL Teriyaki-Sauce (siehe unten)

(1) Das ganze Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen. Dann je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Stücke längs in dünne Scheiben schneiden und diese in dünne Streifen. Die Paprika waschen, entkernen und längs ebenfalls in dünne Streifen schneiden. Diese halbieren. Von den Champignonsstielen das Ende abschneiden, putzen und danach in Scheiben schneiden. Vom Pak Choi das Ende abschneiden und in einzelne Blätter trennen. Diese waschen und trocknen. Den Stiel ca. 2 cm breit schneiden, die Blätter dritteln oder vierteln. Die Porreestange putzen und in ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Den Ingwer schälen und sehr fein würfeln.
(2) Eine große Pfanne oder Wok auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Sesamkörner ohne Öl darin unter gelegentlichem Rühren rösten bis sie braun sind und duften. Sofort in ein kleines Schüsselchen umfüllen.
(3) Das Öl in der Pfanne richtig heiß werden lassen. Möhren und Ingwer zufügen und unter Rühren ca. 3 Minuten anbraten. Paprika und Pak Choi-Stengel zufügen und 2 Minuten mitbraten. Porreescheiben und Pilze zugeben. Mit dem Fünfgewürze-Pulver bestäuben und unter Rühren weiter braten. Mit der Teriyaki-Sauce ablöschen. Die Pak Choi-Blätter unterrühren und so lange garen bis die Blätter zusammen gefallen sind und das Gemüse gar ist, aber noch Biss hat.

Mit Reis servieren. Wer mag, kann sich gerne noch ein Spiegelei dazu braten.

Genießen!

Teriyaki-Sauce

Zutaten für ca. 150 ml:
6 El Sojasauce
6 EL Mirin
6 EL Sake
3 TL Zucker

Alle Zutaten gut verrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann je nach Rezept verwenden, z.B. für Hähnchen oder Lachs oder einfach über gebratenes Gemüse und einreduzieren lassen.

Quelle: nach Just One CookbookTeriyaki Sauce

Die restliche Sauce steht im Kühlschrank und harrt ihrer Verwendung. Von den Ergebnissen werde ich dann an dieser Stelle wieder berichten.

Klassisches Spargelragout

So langsam wird ja mal Zeit wieder an neue Spargelrezepte zu denken, oder? Immerhin steht das Spargelhäuschen schon wieder vor meinem bevorzugten großen Edeka :-) Wie steht ihr zu Spargel? Mögt ihr ihn oder könnt ihn ums Verrecken nicht essen? Als Kind mochte ich ihn überhaupt nicht, irgendwie eine komische Konsistenz und den Geschmack fand ich auch etwas seltsam. Halt so ganz anders als alles mir bis dahin bekannte und geliebte Gemüse. Zuerst gewöhnte ich mich an Grünen Spargel. Und nachdem wir drauf kamen, dass man ihn auch in der Pfanne braten kann, freundete ich mich auch mit der weißen Variante an. Durch die Ofenvariante wurde ich endgültig bekehrt und liebe seitdem alle Spargelsorten!

Klar, es gibt Klassiker, die jedes Jahr gekocht werden, wie Nata Pastaciuttas Pasta mit Spargel und Tomaten oder einfach im Ofen gegart. Die Spargel-Kartoffeltarte nach Jamie Oliver oder Ottolenghis Spargelsalat könnte ich auch mal wieder machen. Kann ich alles nur empfehlen nachzukochen, weil superlecker! Aber wenigstens ein neues Rezept pro Saison sollte man doch ausprobieren, nicht? Letztes Jahr zum 1. Mai war Frau Mama für’s Wochenende zu Besuch. Und in der mittlerweile eingestellten Zeitschrift „Mutti kocht am Besten“ fanden wir ein Rezept für klassisches Spargelragout, das sich sehr gut las. Also fix alle Zutaten besorgt und los gekocht. Ja, das Rezept ist etwas aufwendiger und nicht innerhalb von 20 Minuten fertig, aber jede Minute Gemüseputzen und Kochen sind das Ergebnis wert. Cremiges, mildes Ragout mit viel Gemüse, dass genau den richtigen Garpunkt hatte. Das ist wirklich zum Reinlegen! Ein richtiges Sonntagsessen! Könnte man dieses Jahr glatt nochmal machen, vielleicht zu Ostern? Probiert es ruhig aus! Ihr werdet es nicht bereuen!

Klassisches Spargelragout

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg weißer Spargel (oder Hälfte Grüner Spargel)
4 Möhren
400 g neue Kartoffeln
Salz
Zucker
200 g Champignons
1 EL + 50 g Butter
Pfeffer
50 g Mehl
75 ml Weißwein
250 ml Milch
200 g Sahne
Saft von 1 Zitrone
200 g TK-Erbsen

(1) Den Spargel waschen. Die Enden abbrechen und die Stangen schälen. Dafür ca. 2 cm unterhalb des Kopfes beginnen. Falls Grüner Spargel genutzt wird, muss der nicht geschält werden. Die Spargelstangen in 3-4 cm große Stücke schneiden.
(2) Die Enden der Möhren abschneiden, alle Karotten schälen und schräg in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen, waschen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Etwa 2,5 l Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und mit 2 TL Salz und 1 TL Zucker würzen. Kartoffeln ca. 20 Minuten darin garen, nach 10 Minuten den weißen Spargel zugeben, 5 Minuten vor Ende der Garzeit die Möhrenscheiben und etwaigen Grünen Spargel hinzufügen.
(3) Zwischenzeitlich die Pilze putzen und in Scheiben schneiden. Gemüse in ein großes Sieb gießen und das Kochwasser unbedingt auffangen. Davon ca. 600 ml abmessen, zur Seite stellen. 1 EL Butter in einem weiteren großen Topf erhitzen und die Pilze darin bei mittelhoher Hitze (Stufe 2 von 3) unter Rühren kräftig anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und herausnehmen.
(4) Für die Sauce in dem Pilztopf 50 g Butter bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Das komplette Mehl zugeben und unter Rühren ca. 30 Sekunden hell anschwitzen. Mit dem Schluck Wein ablöschen. Unter ständigem Rühren Milch, Sahne und das Gemüsewasser zugeben und klümpchenfrei verrühren. Dann, immer weiter rührend, alles aufkochen lassen und ca. 3 Minuten köcheln. Aufpassen, dass nichts am Topfboden ansetzt. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker gut abschmecken.
(5) Das vorbereitete Gemüse und die TK-Erbsen unterrühren und ca. 2 Minuten köcheln lassen. Nochmals mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und servieren.

Genießen!

Quelle: Zeitschrift „Mutti kocht am Besten“. 02/2018. Seite 21

Ungarische Pilzsuppe – Gombaleves

Lasst uns mal kurz über die ungarische Küche und ihre Klischees reden. Paprika! Ja, ich muss zugeben Paprikapulver ist in wirklich vielen der herzhaften Gerichte drin. Das Gewürz aus Ungarn, egal ob aus Szeged oder Kalocsa, ist nun mal unschlagbar in seiner Qualität und Geschmack. Der Ungar an sich hat dementsprechend einen ziemlich hohen Paprikaverbrauch, es kommt an das Gulasch eben nicht nur ein halber Teelöffel vom roten Gold, sondern gleich ein paar Esslöffel (je nach Fleischmenge) ran. Wenn ihr also Paprikapulver braucht, kauft bitte das gute aus Ungarn beim Gewürzhändel und nicht das seltsam orange vom Discounter nebenan. Es ist ein himmelweiter Geschmacksunterschied!

Die zweite Zutat, die exzessiv benutzt wird und zwar sowohl süß als auch herzhaft, ist Schmand. Ja, genau das Milchprodukt! Das denkt man erstmal nicht, oder? Dabei schmeckt der ungarische tejföl (gesprochen wie geschrieben) ein bisschen anders als der deutsche 20%ige Schmand. Ich kann aber nicht genau benennen was anders ist. Ungarn geben Schmand an Gemüsesuppe wie meine geliebte Blumenkohlsuppe, die leichte Säure belebt den Geschmack. Auch werden viele der außerhalb Ungarns unbekannten Gemüseragouts (fözelék) mit Schmand und etwas Mehl gebunden, wie dieses einfache Kartoffelfözelék. Und auch in ein Gulasch wird gerne Schmand gerührt, nur dass es dann nicht mehr „pörkölt“ heißt, sondern „paprikás“ (gesprochen paprikahsch). Der Klassiker unter diesen Gerichten ist wohl das Hähnchenpaprikás, das es auch in der österreichischen Küche gibt. Hab ich das schon mal verbloggt? Wollt ihr ein Rezept dafür haben? Aber nicht nur in herzhaften Gerichten wird der tejföl genutzt, auch in vielen Kuchen oder als Zutaten für Pfannkuchenfüllungen. Ihr seht, Schmand ist omnipräsent in der ungarischen Küche. Und man darf sich nur Ungar nennen, wenn stets und ständig mindestens eine Packung Schmand im Kühlschrank zu finden ist ;-)

Die dritte Zutat, die ich unweigerlich mit der ungarischen Küche, genauer ungarischen Suppen verbinde, sind Petersilienwurzeln. Sie sind Bestandteil jedes Suppengrünbundes und werden von den meisten Kindern in der Suppe als „komische weiße Möhre“ verschmäht. So auch von mir früher! Mittlerweile ist es eines meiner allerallerliebsten Gemüse und ich kriege Entzugserscheinungen, wenn ich sie nicht in eine Erbsensuppe oder ähnliches schnippeln kann. Sie haben so einen unverwechselbar süßlich-herzhaften Geschmack, der sowohl gekocht als auch gebraten wunderbar zur Geltung kommt. Wann immer ich kann, ersetze ich den deutschen Knollensellerie durch Petersilienwurzeln. Zum Glück kann man sie mittlerweile regelmäßig auf Wochenmärkten oder in osteuropäischen Supermärkten finden. Kauft ruhig mal ein paar, wenn ihr sie erspäht, es lohnt sich den Geschmack zu erkunden!

Warum ich Euch das alles erzähle? Weil diese Pilzsuppe eben alle wichtigen Elemente der ungarischen Küche enthält und sie zu einer sehr köstlichen und sättigenden Suppe vereint. Dabei könnt Ihr sie als etwas kräftigere Vorsuppe nutzen und lasst die Nudelblobbs weg oder macht sie zur sättigenden Hauptspeise, wie ich solche Suppen meist genieße. Entgegen des weit verbreiteten Klischees, ist diese Suppe, wie viele der ungarischen Alltagssuppen, vegetarisch. Ungarn können auch wirklich lecker vegetarisch kochen, nur wollen es eben nicht für Gäste ;-) Also probiert Euch ruhig mal an dieser Suppe und genießt die typisch ungarischen Aromen :-)

Ungarische Pilzsuppe – Gombaleves

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Pilze
200 g Möhren
100 g Petersilienwurzel
1 Zwiebel
2 EL neutrales Öl
1 TL Paprikapulver
1-1,2 l Wasser
2 EL Schmand
1 gestrichener TL Stärke
1 Prise getrockneter Salbei (optional)
1 Lorbeerblatt
1/2 Bund Petersilie

Für die Nudelblobbs:
1 Ei
1 Prise Salz
4-6 EL Mehl

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Pilze putzen und in 3-4 mm dicke Stücke schneiden. Die Möhren und Petersilienwurzel schälen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze erwärmen, die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Möhren- und Petersilienwurzelscheiben zufügen und bei kleiner Hitze zugedeckt 10 Minuten dünsten. Die Pilze zum Gemüse geben und ca. 3 Minuten mitdünsten. Das gesamte Gemüse salzen, pfeffern und mit Paprikapulver bestreuen. Verrühren und sofort mit dem Wasser aufgießen. Salbei und Lorbeerblatt zufügen. Deckel auflegen und ab Zeitpunkt des Kochens auf mittelkleiner Hitze 15 Minuten köcheln lassen.
(3) Für die Nudelblobbs das Ei mit dem Salz und Mehl gut verrühren bis ein zähflüssiger Teig entsteht.
(4) Den Schmand klümpchenfrei mit der Stärke verrühren. Nach der Kochzeit 4-5 EL der Suppen-flüssigkeit zum Schmand geben und gut verrühren. Zurück zur Suppe gießen und gut rühren.
(5) Mit dem kleinesten Löffel in Eurer Besteckschublade immer ein bisschen des zähflüssigen Nudelteigs in die Suppe geben. Dabei den Löffel ruhig in die Suppe tauchen, so gehen die Nudelblobbs gut ab. Öfter mal Rühren damit die Nudeln nicht an einer Ecke zusammen klumpen. Noch 3-4 Minuten köcheln lassen.
Die Petersilie grob hacken und drüber streuen.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox Kiadó. p78

Nach der erfolgreichen Jagd – Schnelle Pilzpfanne

So langsam beginnt die Pilzzeit wieder! Und wer sich mit Pilzen auskennt und ein Auge für sie hat, der wird jetzt schon fündig, denn es ist warm und ausreichend feucht, so dass alle Pilze eigentlich wilde Partys feiern müssten auf Wiesen und in Wäldern. Nur leider ohne mich, denn so viel ich theoretisch als Botanikerin über sie und ihre Lebensweise weiß, in der Praxis bin ich ein lausiger Pilzfinder und -erkenner. Schade eigentlich, weil doch so viele von denen so köstlich sind. So muss ich mich leider mit gekauften Exemplaren begnügen.

Und jetzt haben die frischen Pfifferlinge ihre Saison und sind damit auch im Supermarkt neben den üblichen Champignons und Co. zu erwerben. Und Pfifferlinge sind so unglaublich lecker! Aber leider auch ziemlich aufwendig zu putzen, wenn man jeden per Hand und Messerchen säubert. Denn es funktioniert noch keine Methode, um sie zu züchten. Was vielleicht auch nicht so verkehrt ist… Aber wie kriegt man die kleinen Pilzchen jetzt am effizientesten sauber, ohne stundenlang über jeden einzelnen Pilz gebeugt zu sitzen? Ich benutze die Mehl-Wasser-Methode, die einwandfrei funktioniert. Dafür in einer großen Schüssel 1-2 Esslöffel Mehl mit kalten Wasser verrühren und die Pilze dann portionsweise kurz, aber beherzt mit Hilfe Eurer Hände gegeneinander reiben und durch das Wasser wirbeln, damit der Dreck abgeht. Dann in ein Sieb oder auf ein Küchenhandtuch zum Abtropfen geben. Es hat nur den kleinen Nachteil, dass die Pilze ein bisschen Wasser aufsaugen, das dann beim Braten austritt und eventuell abgeschüttet werden muss.

Und wofür hab ich die Pfifferlinge benutzt? Klar hätte ich sie in eine Sahnesauce zu Pasta packen können, aber ich wollte was leichteres und auch traditionelleres. Fündig wurde ich im hochgeschätzten „Deutschland vegetarisch“ von Stevan Paul. Die Pilzpfanne sollte es also werden. Und weil noch ein paar Gramm Pilze fehlten, wurden braune Champignons dazu gekauft. Das Essen ist wirklich schnell gebrutzelt, am längsten dauert tatsächlich das Pilzeputzen. Als Pilze könnt ihr alles nehmen: Champignons, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge, Steinpilze, Maronenröhrlinge oder was ihr sonst noch im Wald findet und guten Gewissens essen könnt. Und so wahnsinnig viel mehr außer ein paar Gewürze und eine kleine Stange Porree/Lauch braucht ihr auch nicht. Also schnell ab zu Euren besten, geheimen Pilzecken oder in den nächsten Supermarkt und der Köstlichkeit steht nichts mehr im Weg.

Schnelle Pilzpfanne

Zutaten für 3 Portionen:
700-750 g Pilze (gemischt)
hier waren es 400 g Pfifferlinge und 300 g braune Champigons
1-2 EL Mehl + viel Wasser zum Waschen der Pfifferlinge
2 EL getrocknete, gemahlene Steinpilze
100 ml Wasser
1 Prise Gemüsebrühpulver
1 kleine, dünne Stange Porree/Lauch
2-3 Stengel glatte Petersilie
2 EL neutrales Öl
1/2 TL getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer
20 g Butter
2-3 EL Schmand

(1) Die Pilze putzen und in mundgerechte Stücke teilen. Wenn sie sehr dreckig sind, das Mehl mit kaltem Wasser in einer großen Schüssel vermischen und die Pilze darin kurz und enthusiastisch mit den Händen durcheinander wirbeln bis der Dreck ab ist. In einem Sieb oder auf einem Küchenhandtuch gut abtropfen lassen.
(2) Die gemahlenen Steinpilze mit dem Gemüsebrühpulver in einen Messbecher geben, mit 100 ml kochendem Wasser begießen. Gut verrühren und zur Seite stellen.
(3) Vom Lauch das Wurzelende und den unschönen oberen Teil der Blätter abschneiden. Längs halbieren und die Hälften gründlich unter fließendem Wasser waschen. In dünne Halbringe schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und grob hacken, zur Seite legen.
(4) Das Öl auf sehr hoher Hitze in einer großen, beschichteten Pfanne sehr heiß werden lassen. Die Pilze zugeben und ohne zu rühren etwa 2 Minuten braten. Dann durchrühren. Wenn viel Wasser aus den Pilze austreten sollte, es vorsichtig über einem Sieb abgießen und den Rest so lange verkochen lassen bis ihr Bratgeräusche hört und die Pilze Farbe kriegen. (Bei wenig austretendem Wasser einfach nur verkochen und Farbe annehmen lassen.) Die Pilze sollten noch ihre Form haben, aber trotzdem gar sein. Den Majoran und Porree zugeben und 2 Minuten unter Rühren und bei höherer Hitze braten. Salzen und pfeffern. Die Steinpilz-Gemüsebrühe und Butter zugeben und aufkochen lassen bis sich ein Sößchen gebildet hat.
(5) Den Schmand über der Pilzpfanne verteilen und mit der Petersilie bestreuen.

Dazu passen Semmelknödel, einfache Salzkartoffeln oder Spätzle oder auch nur frisches Brot.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 145

Gefüllte Champignons

Was war ich nicht neidisch früher auf die Menschen, die in großen Städten alles an Zutaten bekamen, die das Herz und das auserwählte Rezept begehrten. Was saß ich nicht mit tropfendem Zahn vor „Alfredissimo“-Sendungen und fragte mich, wo ich in Rostock Sojasauce oder Artischocken herbekomme. Wir reden von den 1990er Jahren … Damals waren auch gefüllte, große Champignonköpfe sehr in, nur habe ich sie damals irgendwie nicht bekommen. Es gab nur die normal großen Pilze, die zu füllen eine unendliche Fitzelarbeit gewesen wäre. Aber heutzutage bekomme ich so große Köpfe öfter sogar im Supermarkt nebenan. Und dann werden sie mitgenommen!

Letztens füllte ich sie mit einer netten Spinat-Käse-Mischung, für die nutzte, was noch im Kühlschrank war und es erwies sich als äußerst köstlich! Um ein bisschen mehr knusper zu bekommen, hab ich noch ein paar Semmelbrösel drüber gestreut. Und weil so drei Champignonköpfe nicht wirklich sättigend sind zum Mittagessen, gab es noch BBQ- gewürzte Kartoffelspalten und einen bunten Salat dazu. Gute Kombination! Ernsthaft! So ein paar gefüllte Champignons machen sich bestimmt auch nett als Menü-Vorspeise auf einem kleinen Blattsalat. Probiert es ruhig mal aus und berichtet gerne davon :-)

Gefüllte Champignons

Zutaten für 2  Portionen:
150 g Blattspinat, TK
150 g Ziegenfrischkäse
2 konfierte Knoblauchzehen (oder 1 frische)
3 EL geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer
1 + 3 TL Semmelbrösel
6 große Champignons
Olivenöl

(1) Etwa 1,5 Stunden bevor man mit der Zubereitung beginnt, den Spinat aus dem Tiefkühler holen und auftauen lassen.
(2) Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech (oder Auflaufform, wo alle 6 Pilzköpfe hinein passen) mit Backpapier belegen.
(3) Den Spinat mit den Händen sehr gut ausdrücken, dass möglichst wenig Wasser im Spinat bleibt. Es sollte eine gute handvoll ausgedrückter Spinat sein. Grob hacken und in einer Schüssel geben. Die Knoblauchzehen grob zerdrücken (frischen häuten und pressen oder ganz fein hacken). Alle Zutaten bis auf die 3 TL Semmelbrösel gründlich miteinander verrühren.
(4) Aus den Pilzköpfen die Stiele herausbrechen und die Köpfe putzen. Die Füllung gleichmäßig in den Köpfen verteilen. Das restliche Semmelmehl obenauf streuen. Mit ein wenig Olivenöl begießen.
(5) Ein bisschen Öl auf das Backblech gießen und mit einem Champignonkopf verteilen. Die restlichen Pilze drauf geben. In die Mitte des Ofens schieben und ca. 20-30 Minuten backen je nach Größe. Wenn die Brösel obenauf goldbraun und knusprig sind herausnehmen und servieren.

Dazu passt ein frischer Salat oder Kartoffelspalten. Ich kann mir aber auch Kartoffelbrei vorstellen.

Genießen!

Typisch für den Herbst – Quiche mit Pfifferlingen

Herbst! Und zwar so richtig jetzt! Zumindest kalendarisch! Das Wetter draußen mutet noch sehr spätsommerlich an. Ein sehr später Spätsommer! Aber hey, wir nehmen, was wir kriegen können, oder? Und zum Herbst passen sowohl Pfifferlinge als auch Quiche und was läge da näher, als die beiden Sachen zu verbinden, wo es sich doch auch am nächsten Tag vorzüglich als Büromittag eignet.

Ich blieb diesmal bei der klassischen Geschmackskombination in vegetarisch mit Zwiebelchen und Petersilie, die im Guss landeten. Und ich stellte mich meinem Erzfeind: dem Mürbeteig. Irgendwie wurde der nie was bei mir und war mir auch zu fisselig zum Bearbeiten. Aber auf Twitter sprach man mir Mut zu und ich traute mich an Julias Rezept von „German Abendbrot„. Und tatsächlich – gar nicht schwer! Der Teig ließ sich wunderbar ausrollen, zickte nicht einmal rum und schmeckte auch noch wunderbarst! Um die Furcht vor dem Erzfeind Mürbeteig komplett zu verlieren, muss ich ihn allerdings noch ein paar Mal machen. Und eigentlich ist so eine Quiche auch entspannt zu machen, man muss ja nicht alles hintereinander weg basteln. Vormittags können schon die Pfifferlinge geputzt und der Teig geknetet werden. Guss basteln und Pilzebraten kann während der Vorbackphase des Teigs gemacht werden. Und während die Quiche im Ofen bäckt, wird die Küche fix aufgeräumt. Ihr seht alles nur eine Frage der Organisation, so bleibt auch noch Kraft und Zeit für andere Sachen zwischendrin :-)

Und diese Quiche kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen! Sehr angenehme Pilznote, knuspriger Teig, cremig-würzige Füllung. Wunderbarst! Darf es in der Kombination gerne wieder geben!

Quiche mit Pfifferlingen

Zutaten für 1 Springform 26 cm:

Für den Mürbeteig:
200 g Mehl
100 g kalte Butter
Prise Salz
80-100 ml kaltes Wasser

mindestens 500 g Bohnen oder Linsen zum Blindbacken
30-60 Minuten zur Teigruhe

Für den Belag:
400 g Pfifferlinge
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 (deutsches) Bund Petersilie
100 g Gouda
2 EL Öl
3 Eier
150 g Schmand
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

(1) Als erstes den Mürbeteig vorbereiten. Dafür die kalte Butter mit Mehl und Salz in eine Schüssel geben, etwas vom Wasser, aber nicht alles zugießen. Alles schnell zu einem Teig verkneten, der gut zusammenhält. Wenn noch Wasser nötig nachgießen und unterkneten. In einen großen Gefrierbeutel legen (der wird später auch zum Ausrollen benutzt) und 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Währenddessen die Pilze putzen. Dafür die Pfifferlinge verlesen. In einer großen Schüssel 1,5 El Mehl mit 1,5 l Wasser gut vermischen. Die Pilze portionsweise darin waschen, aber nicht zu lange drin liegen lassen. Gut abtropfen lassen und auf einem Küchenhandtuch legen, damit überschüssige Flüssigkeit aufgesaugt werden kann.
(3) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen und dann den Rand auf dem Boden befestigen. Überstehendes Papier abschneiden.
(4) Für die Füllung Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln. Die Petersilie fein hacken. Den Gouda reiben. In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. In eine Schüssel geben, etwas abkühlen lassen und mit dem Schmand, geriebenem Käse, Eiern, Petersilie und den Gewürzen gut verrühren. Zur Seite stellen.
(5) In der Pfanne das restliche Öl erhitzen und die Pfifferlinge portionsweise bei hoher Hitze scharf anbraten. Zum Schluss salzen und pfeffern. Zur Seite stellen.
(6) Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank holen. Die lange Seite des Gefrierbeutels aufschneiden und den Mürbeteig in der Mitte platzieren. Mit einem Bogen Backpapier belegen und so groß mit Hilfe eines Nudelholzes ausrollen, dass er um einige Zentimeter größer als der Durchmesser der Springform ist. Den Teig mit Hilfe des Papiers in die Springform legen mit dem Backpapier bedeckt lassen und Bohnen drauf verteilen. Für 10 Minuten im Ofen vorbacken. Herausholen, Bohnen entfernen und nochmals für 5 Minuten backen.
(7) Die Pfifferlinge auf dem vorgebackenen Teig gleichmäßig verteilen und mit der Eiermasse begießen. In den Ofen stellen und ca. 35 – 40 Minuten backen lassen.

Aus dem Ofen holen, ca. 15 Minuten abkühlen lassen. Dazu passt wunderbar ein frischer Salat.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach „German Abendbrot“ – Pfifferling-Tarte mit Speck

Traditionell süddeutsch – Edle Rahmpfifferlinge

Es ist schon fast peinlich: Ich bin Biologin, genauer gesagt Botanikerin, aber bei Pilzen bin ich grottenschlecht. Sowohl im Finden als auch im Erkennen. Ich hatte nie einen Pilzkurs und weiß auch nicht, wo hier in der Gegend gute Pilzstellen sind. Aber dafür müsste ich wahrscheinlich auch wissen, wo so Pilze gerne leben und dann könnte ich die entsprechende Landschaft suchen. Aber was ich weiß, dass Pilze feucht-warmes Wetter mögen und es so ab Sommer so richtig los geht. Dann können Pfifferlinge gefunden werden und ab Spätsommer dann Steinpilze, Maronen und Konsorten. Allerdings sah ich in einer Sendung im Bayerischen Fernsehen, dass Pilze eigentlich keine spezille Saison haben, so findet man auch im Winter an Bäumen Judasohren oder im Frühjahr die begehrten Morcheln. Ihr seht, findige Pilzkenner haben prinzipiell das ganze Jahr zu tun.

Aber wie gesagt, ich gehöre nicht dazu und bin auf Supermarkt- und Wochenmarktware angewiesen. Und momentan gibt es öfter frische Pfifferlinge zu kaufen. Also nahm ich eine Packung mit, ohne genauen Plan, was ich damit anfange. Da fielen mir die Semmelknödel im Tiefkühler ein und dass der eh viel zu voll ist (nicht, dass er wesentlich leerer wird *seufz*). Also irgendwas kochen, was zu den Knödeln passt. Wie wäre es mit DEM süddeutschen, vegetarischen Klassiker: Rahmschwammerl. Ein Rest Sahne war noch im Kühlschrank und Schmand auch. Ich mag es, wenn Sauce eine leicht säuerliche Note hat. Perfekt. Da beim Putzen der Pfifferlinge doch mehr Ausschuss war als gedacht, wurden noch einige von Frau Kochschlampes mitgebrachten Morcheln und der Lieblingsärztin selbstgesammelte und -getrocknete Steinpilze mit reingebraten. Ein wahrlich edles Ragout! Sehr köstlich und dabei doch so einfach zuzubereiten! Kann es auch norddeutschen Muschelschubsern sehr empfehlen nachzukochen und die geneigte Leserschaft aus südlichen Gefilden weiß ja eh, was sie daran hat, oder?

Edle Rahmpfifferlinge

Zutaten für 2 Portionen:
10 g getrocknete Morcheln
10 g getrocknete Steinpilze
250 g geputzte Pfifferlinge
1 Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie (deutsch, nicht türkisch)
1 EL Butter
Salz, Pfeffer
100 g Sahne
100 g Schmand

(1) Die getrockneten Pilze in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Etwa 60 Minuten stehen lassen. Nach der Zeit die Pilze gut ausdrücken und große Stücke halbieren und dritteln.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und beides fein würfeln. Die Petersilie waschen, trocknen und mittelfein hacken.
(3) Die Butter in einer größeren Pfanne bei mittelhoher Hitze schmelzen lassen. Zwiebel und Knoblauch glasig andünsten. Die Pfifferlinge sowie die eingeweichten Pilze in die Pfanne geben und bei hoher Hitze (nicht die höchste Stufe) anbraten. Etwas Salzen und pfeffern. Wenn die Pilze etwas Flüssigkeit lassen die Sahne zufügen und bei mittlerer Hitze weiter garen. Dabei reduziert sich die Sahne. Nach etwa 10 Minuten den Schmand zugeben und gut unterrühren. Die Petersilie zugeben. Kosten, ob noch Salz und Pfeffer fehlt. Servieren.

Dazu passen Semmelknödel, aber auch Nudeln oder Spätzle/Knöpfle.

Genießen!

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