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Ein deutscher Klassiker – Leipziger Allerlei

Hatte ich der geneigten Leserschaft schon erzählt, dass ich am Wochenende nach Pfingsten lieben Besuch hatte? Es war ein kleines Bloggertreffen geplant mit Noémi sammelhamster, mit Frau Evi aus der Kyche, der hochgeschätzten Frau Küchenlatein und meiner liebsten Kochschlampe. Es war soo schön! Die Damen waren auf dem Wochenmarkt, während ich ein wenig Energie tankte, Frau Evi und ich versuchten den Frittier-Angsthasen Noémi und Frau Kochschlampe durch in Teig umhüllte Gemüsesticks die Angst vor heißem Öl zu nehmen und wir aßen und redeten einfach nur unglaublich viel. Und machten irgendwie kaum Bilder … Schlechte Foodblogger wir *g*

Und wie sehr ich mich freute, Frau Kochschlampe mal wieder zu sehen, wieder etwas Zeit mit ihr in echt und nicht nur per Chat zu verbringen. Zum Sonntagsessen wünschte sie sich Leipziger Allerlei nach dem „Deutschland vegetarisch“. Aber gerne doch! Zwar gehörte auch ich bis dahin zu den Leuten, die es nur als Dosenversion kannten und auch vom Rezept im Buch ein bisschen abgeschreckt war, aber zu zweit sollte sich das doch basteln lassen.

Im Endeffekt ist es auch gar nicht so kompliziert zu machen, wenn man die im Buch vorgeschlagenen Beilagenkomponenten weglässt. Wir waren mit Pellkartoffeln zufrieden und brauchten nicht dringend Klößchen und Blätterteigdreiecke. Erst bereitet man die Sauce zu und stellt sie warm (Herdplatte auf die kleinste Stufe) und dann wird das extra gegarte Gemüse drunter gehoben. Für mich das Highlight waren die Morcheln. Ich hatte noch nie Morcheln gegessen, weil sie hier in Deutschland selbst im getrockneten Zustand exorbitant teuer sind, aber Frau Kochschlampe brachte welche aus der Schweiz, die dort offensichtlich günstiger zu erwerben sind. Und die sind echt gut! Jetzt habe ich noch einige hier und mal sehen, was ich aus den kleinen Schätzen so noch zaubere :-) Aber auch die gesamte Gemüsekombination im Allerlei ist ziemlich genial! Einzig der Noilly Prat stach in der Sauce etwas raus (aber ich bin ja eh kein Alkoholmaßstab) und auch Frau Kochschlampe würde eher einen Weißwein empfehlen. Ansonsten eine große Nachkochempfehlung für den nächsten Frühling!

Leipziger Allerlei

Zutaten für 3 großzügige Portionen:
Morcheln:
12 g getrocknete Morcheln
1 EL Butter

Gemüse:
6 Stangen Spargel
1/2 kleiner Blumenkohl
2-3 feine Bundmöhren
100 g Erbsen
Salz
Prise Zucker

Für die Sauce:
3-4 EL weiche Butter
2 EL Mehl
350 ml Gemüsebrühe
150 ml Sahne
Salz, Pfeffer
2 EL Noilly Prat (lieber Weißwein)
4-6 Zweige Kerbel

(1) Als erstes die Morcheln in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und so lange einweichen lassen bis sie gebraucht werden.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Den Spargel schälen und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Blumenkohl in Röschen teilen. Die Möhren schälen und in schräge Scheiben schneiden.
(3) Dann die Sauce vorbereiten. Die Butter zerlassen und das Mehl darin anrösten. Das ganze mit dem Wein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Unter ständigem Rühren die Gemüsebrühe und Sahne dazu geben, so dass keine Klümpchen entstehen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Unter Rühren aufkochen lassen und dann warm stellen. Zwischendurch immer mal wieder rühren, während das Gemüse gart.
(4) 1/2 l Wasser mit Salz und Zucker aufkochen. Spargel in ca. 10-12 Minuten darin bissfest garen. Nach 3 Minuten alles weitere Gemüse dazu geben. Es sei denn, es wären frische Erbsen. Die erst 3 Minuten vor Schluss.
(5) Die Morcheln abgießen. In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen und die Morcheln darin bei mittlerer Hitze anbraten. Die Morcheln zusammen mit dem fertigen Gemüse unter die Sauce heben. Mit Kerbelblättchen bestreuen.

Genießen!

Quelle: nach Paul, S., Seiser, K. (Hrg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 22

Hier noch die kleinen Berichte von Frau Kochschlampe und Frau Küchenlatein, die sich noch in der Saline Luisenhall rumtrieb.

Auf in die neue Pilzsaison – Sahnepfifferlinge mit Backkartoffel

Eigentlich ist ja immer Pilzsaison. Zu jeder Jahreszeit lassen sich die Köstlichkeiten der Natur finden. Im Winter sind die Baumpilze wie Judasohren an den einschlägigen Stellen auffindbar, wie ich in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks im Frühjahr lernte. Und die große Morchelsaison ist ja im Frühling. Leider besitze ich fast kein Wissen über wilde Pilze (ja, ich bin Botanikerin, aber ich kenne mich mit Wildpflanzen aus und Pilze sind keine Pflanzen) und bin froh, dass ich Fliegenpilze erkenne und weiß, dass sie giftig sind. Ich traue mich allerdings nicht alleine in den Wald, um Pilze zu sammeln, obwohl bestimmt ein großer Spaß ist. Vielleicht wird es ja dieses Jahr mit der besten Ärztin von allen was, die kennt sich nämlich familienbedingt sehr gut aus :-)

Trotzdem liebe ich es Pilze zu essen und besonders fein sind ja Pfifferlinge, die jetzt in den Sommermonaten Saison haben. So gab es letzte Woche im Supermarkt nebenan Pfifferlinge im Angebot. Das muss natürlich ausgenutzt werden und so machte ich mich an das Rezept für Steinpilze in Sahne ran, nur eben mit den Eierschwammerln. Ihr könnt natürlich jeden Pilz nehmen, den ihr findet oder käuflich zu erwerben kriegt, auch Champignons oder Austernpilze oder lustige Seitlingssorten. Die Sauce ist schnell gemacht, die einzig mühselige Arbeit ist das Putzen der Pfifferlinge. Das dauert ein bisschen … Es schmeckt tatsächlich vorzüglich! Die würzig-sahnigen Pilze mit der gebackenen Kartoffel, ein Gedicht! Die getrockneten Steinpilze geben noch einen extra Aroma-Kick.

Wenn die geneigte Leserschaft mal schöne Pilze findet, probiert das ruhig aus! Es lohnt sich sehr!

Sahnepfifferlinge mit Backkartoffeln

Zutaten für 2 Portionen:
2 große Kartoffeln
2 EL Öl
Salz, Pfeffer
250 g Pfifferlinge
4 g getrocknete Steinpilze
1 Schalotte (oder kleine Zwiebel)
1/2 kleine Knoblauchzehe
2 Zweige Petersilie
1 Messerspitze getrockneter Majoran
1/2 kleines Bund Schnittlauch
25 ml Weißwein
100 ml Sahne

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln waschen, mit 1/2 EL Öl einreiben, salzen und pfeffern. Einzeln in Alufolie einschlagen, dabei die mattere Seite außen benutzen. Im Ofen je nach Größe 1-1,5 Stunden backen. Wenn die Kartoffeln weich sind, geht es mit den Pilzen weiter.
(2) Die Pilze putzen und je nach Größe eventuell kleiner schneiden. Die getrockneten Steinpilze im Mixer fein häckseln. Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln. Petersilie fein hacken, Schnittlauch in feine Röllchen schneiden.
(3) Das restliche Öl in einer größeren, beschichteten Pfanne erhitzen und die Pilze mit den Zwiebelwürfeln darin 3-4 Minuten scharf braten. Knoblauch und gehäckselten Steinpilze zugeben. Salzen und pfeffern.
(4) Mit dem Weißwein ablöschen und aufkochen lassen. Sahne zufügen und so lange offen kochen lassen bis es die gewünschte Sämigkeit erreicht hat. Kräuter unterrühren. Nochmals kosten, ob Salz und Pfeffer fehlen.

Kartoffeln halbieren und mit den Pilzen zusammen servieren.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 123

Es gehen natürlich auch andere Beilage dazu. Klassisch im Süddeutschen und Österreichischen sind ja Semmelknödel, aber auch Bratkartoffeln kann ich mir vorstellen oder schönes Kartoffelpürree.

Schnelle Champignon-Lauch-Spaghetti – Gyors sampinyon-póréhagymás spagetti

Warum auch immer, aber irgendwie finden sich in meinem Haushalt fast immer Champignons. Die sind so schön vielseitig, ob als leichte Suppe mittags oder im Rührei morgens oder für Bruschettabelag als kleiner Abendsnack! Es sind tolle Pilzchen, oder? Jetzt brauchte ich aber ein wirklich schnelles Mittagessen-Rezept mit ihnen, weil sie dann doch verbraucht werden wollten. Und mir war nach Pasta. Fix im weltweiten Zwischennetz gesucht und bei Gordon Ramsay aus seiner Serie „Ultimativ Kochen„, die mal auf Sixx lief, wurde ich fündig. Er servierte es schick drapiert auf Lasagneblätter, auf solche Kinkerlitzchen habe ich nach einem anstrengenden Tag in der Schule keinen Nerv und kochte einfach ein paar Spaghetti dazu. Und die Sauce ist wirklich köstlich und innerhalb einer halben Stunde steht das Essen auf’m Tisch. Dabei ist es nur wichtig, dass die Pilze und nachher auch der Lauch ein paar Röstaromen abkriegen, also angenehm braun (nein, nicht schwarz, braun!) gebraten werden. Ich habe es also eher auf mittelhoher bis hoher Hitze gemacht als auf kleiner. Natürlich hilft es auch, damit die Sauce so schnell fertig ist, wie sie ist *g* Leider hatte ich keinen getrockneten Estragon, aber der gibt bestimmt eine nette Note und wer möchte, kann die Pilze mit einem Schluck Noilly Prat ablöschen, das sollte auch eine angenehme Anis-Note geben. Ist mir nur dummerweise erst beim Essen eingefallen *g*

Also dann, ran mit Euch an den Herd und fix nachgebastelt.

Schnelle Champignon-Lauch-Spaghetti

Zutaten für 2 Portionen:
8-10 Champignons
1 Porreestange
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
Salz, Pfeffer
250 ml Gemüsebrühe
100 g Schmand
2 EL Petersilie, gehackt
oder
1-2 EL getrockneter Estragon

200 g Spaghetti

(1) Zuerst alles vorbereiten. Die Champignons putzen, in Scheiben schneiden. Porreestange rüsten, vierteln und in Ringe schneiden. Vom Knoblauch die Haut abziehen und fein hacken (oder durch die Presse jagen).
(2) Das Wasser für die Spaghetti aufsetzen und die Nudeln nach Packungsanweisung al dente kochen.
(3) Einen Schluck Olivenöl in einer großen heiß werden lassen. Die Champignonscheiben ca. 2 Minuten anbraten. Den Knoblauch zufügen und etwa 1 Minute mitdünsten. Poree hineingeben und 6-8 Minuten bei mittelhoher Hitze braten bis die Pilze braun sind. Salzen und pfeffern.
(4) Die Gemüsebrühe hinzufügen und in 5 Minuten etwas einreduzieren lassen. Den Schmand gut unterrühren und noch 2-3 Minuten weiterköcheln lassen bei mittlerer Hitze. Die Petersilie oder Estragon unterrühren. Nochmals abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.
(5) Jetzt sollten auch die Nudeln fertig sein. Diese mit Hilfe einer Zange direkt aus dem Kochwasser in die Sauce geben und gründlich verrühren. Sofort servieren.

Genießen!

Quelle: Gordon Ramsay „Ultimativ Kochen“ auf sixx

*********************** Magyar ***********************

Mindenkinek kell gyors ebédek vagy vacsorák ami még munka után lehet csinálni és nem kell óráig a konyhában állni. Valamiért sampinyongombák majdnem mindig található a hűtőmben, de ezek is kel elhasználni. Kerestem egy recept amit még suli után csinálhatom és Gordon Ramsay megment engemet ezzel a spagetti ötlettel ;-) Gyorsan még suli elött haztam a hiányzott póréhagymát, tejföl mindig egy rendes fél magyar hűtőben van :-) És az étel nagyon fincsi, nem hiányzik benne a hús vagy sonka. Csak próbáljatok ki! Tényleg fél órában lehet főzni.

Gyors sampinyon-póréhagymás spagetti

Hozzávalók 2 főre:
8-10 sampinyongomba
1 póréhagyma
1 fokhagyma
olívaolaj
só, bors
250 ml zöldség alaplé
100 g tejföl
2 ek petrezselyem, apritott
vagy
1-2 ek szárított tárkony

200 g spagetti

(1) Elöször elökészitünk a zöldségek. A sampinyongombák puculunk és szeletelünk. A póréhagymát negyedelünk és az is szeletelünk. A fokhagymáról lehúzunk a héját és finomra aprítunk.
(2) Felteszünk a sós vizet a spagettihez. Főzünk a spagettit al dente.
(3) Egy nagy serpenyőben fel forralunk az olíva olajt. Magas hőségben 2 percig sütünk a gombaszeletek. Hozzáadjuk a fokhagymát és hagyunk dinsztelni 1 percet. Bele teszünk a póréhagymát és 6-8 percig hagyunk sütni az egészet közép lángon meddig-re a gombák barna lesznek. Sózunk és borsózunk.
(4) Hozzá öntünk a zöldség alaplevet és hagyunk kb. 5 percet befőzni. Alá keverünk a tejfölt és még egyszer 2-3 percig hagyunk magas közepes lángon főni. Petrezselyem (vagy tárkony) bekeverünk. Még egyszer kóstólunk, hiányzik még só vagy bors?
(5) Most kész kéne lenni a tésztának. Leszürünk és össze keverünk a szószal.

Egyből tálalunk.

Jó étvágyatok!

Schlicht und hocharomatisch – Champignoncremesuppe

Suppen gehen doch immer, oder? Eigentlich bevorzuge ich, sozialisiert durch meine Familie rustikale Versionen wie beispielsweise Omas Möhrensuppe und Kohlsuppe von der deutschen Seite oder Paloczensuppe (wer es vegetarisch will Blumenkohlsuppe) von der ungarischen Seite. Aber dann ist die Suppe bei uns das Hauptgericht. Die geneigte Leserschaft merkt, ich bin äußerst suppenaffin. In Ungarn ist eine Suppe ja fester Bestandteil der täglichen Mahlzeit (wobei sich das wahrscheinlich in meiner Generation auch gerade ändert). Erst Suppe, dann zweiter Gang. Unumstößlich. Jeden Tag. Großartigst!

Mir passiert es auch hin und wieder, dass ich mir eine kleine Vorsuppe bastele, meist dann wenn der Hauptgang süß sein soll. Weil, wenn ich mittags nur was Süßes als Hauptmahlzeit esse, ist mir den ganzen Nachmittag körperlich übel. Mit einer herzhaften Suppe vorneweg ist alles tutti! Also her mit den schnell zu machen Süppchen, die nicht viele und komplizierte Zutaten benötigen.

Eine davon ist diese wirklich nette Champignoncremesuppe, die aus der Not entstand. Wie öfter sammelten sich wieder zu viele Gemüse in meinem Kühlschrank und dieses Mal waren es erstaunlicherweise Champignons. Weiß der Teufel, warum sie sich ausgerechnet meinen Kühlschrank für geheime Treffen ausgesucht hatten. Jedenfalls mussten sie weg. Und weil ich Lust auf Kartoffelpuffer hatte, wurde aus den Mitgliedern der Champignon-Geheimgesellschaft kurzerhand eine Suppe. Um den Pilzgeschmack noch etwas zu unterstützen, habe ich noch selbstgesammelte und getrocknete Steinpilze der besten Ärztin drunter gegeben. Und es ist richtig gut geworden! Cremig, pilzig, erdig, köstlich! Wichtig finde ich tatsächlich den Schmand, da er mit seiner leichten Säure einen angenehmen Kontrast zur Erdigkeit der Pilze bildet. Kann es mir auch als schöne Vorsuppe zu einem herbstlichen Menü vorstellen (dann aber eher für 4-5 Personen?). Probiert die Suppe ruhig mal aus! Es lohnt sich!

Champignoncremesuppe

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 handvoll getrocknete Steinpilze
ca. 100 ml kochendes Wasser
250 g Champignons
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe (hier: confiert)
1 Kartoffel
1 EL Öl
ca. 400 ml handgedrehte Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
2 EL Schmand
1 Bund Petersilie

(1) Die Steinpilze in eine Schüssel geben und mit dem kochenden Wasser begießen. Zur Seite stellen.
(2) Die Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Kartoffel schälen und ebenfalls fein würfeln.
(3) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze erwärmen. Die Zwiebelwürfel langsam andünsten bis sie glasig sind. Knoblauchwürfelchen zugeben und so lange mitdünsten bis sie duften. Die Pilze und Kartoffelwürfel dazu geben, etwas salzen und pfeffern. Kurz mit andünsten. Die eingeweichten Steinpilze aus dem Wasser holen, das Wasser durch einen Kaffeefilter oder sehr feines Sieb mit den Pilzen zusammen in den Topf gießen. Mit der Gemüsebrühe auffüllen. Zugedeckt aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind.
(4) Zwischenzeitlich die Petersilie waschen, trocken schütteln und mittelfein hacken.
(5) Wenn die Kartoffeln gar sind den Schmand zufügen und mit einem Stabmixer pürieren (Oder in einen Standmixer geben, dann aber aufpassen, dass da nix explodiert und raus spritzt!). Die Petersilie in die Suppe und etwas zur Dekoration dann in die angerichtete Suppe geben.

Genießen!

Ungarisch jüdische Pilzsuppe

Suppen gehen hier ja immer und wenn ich bei der geliebten Familie in Ungarn bin, ist Suppe sogar ein täglicher Bestandteil des Mittagstischs, die obligatorische Sonntagsbrühe,  kalte Obstsuppe an heißen Tagen oder einfache Gemüsesuppe? Großartig! Ich liebe sie alle! Im jüdischen Kochbuch von Eszter sprach mich gleich beim ersten Durchblättern damals die Pilzsuppe an. Nun hatte ich noch nie Pilze in Ungarn gegessen, was wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass ich nie zur Pilzsaison da war oder vielleicht aus einer Familie von Pilzignoranten stamme. Man weiß es nicht …

Jedenfalls hörte sich die Suppe lecker an und auch relativ schnell zuzubereiten. Man braucht keine langen Kochzeiten und hat innerhalb von 45 Minuten ein schönes wärmendes, sättigendes Süppchen im Teller. Etwas überrascht war ich bei der Würzung, es kommt natürlich Paprika mit rein, aber auch Kümmel und zum Schluss wird die Suppe mit Petersilie und rohen Zwiebelwürfelchen bestreut. Interessanterweise ist jeder Bestandteil essentiell wichtig, sonst schmeckt sie nicht so rund. Besonders die Zwiebelwürfel waren spannend! Mal was anderes! Auch schön fand ich die Csipetke darin als Sättigungsbeilage. Csipetke sind ja sowas wie die selbstgemachte Universalsuppennudel der Ungarn und total simpelst. Für eine Suppe von 4 Portionen reicht es 1 Ei mit Salz und soviel Mehl zu verkneten, dass ein fester Teig entsteht. Und von diesem Teigbrocken werden dann kleine Bröckchen abgezupft, die dann gleich in die Suppe fallen und garen. Benutzt man für Blumenkohlsuppen, Erbsensuppe oder auch fleischhaltige Suppen wie Gulaschsuppe. So kriegt wirklich jeder selbstgemachte Nudeln in die Suppe.

So, und was ist jetzt so jüdisch daran? Ich glaube, dass besondere für Juden ist halt, dass die Pilzsuppe sowohl ohne Fleisch als auch ohne Milchprodukte auskommt und man so als zweiten Gang entweder ein nettes Fleischgericht gewählt werden kann oder eine süße Mehlspeise und trotzdem noch das ganze Mahl koscher sein kann. Aber egal, ob man jetzt jüdischen Glaubens ist oder nicht, ich kann nur jedem empfehlen diese Suppe nachzukochen! Tolles Süppchen!

Ungarisch jüdische Pilzsuppe

Zutaten für 4 Portionen als 1. Gang:
1 handvoll getrocknete Pilze
300 g frische Champignons
2 Möhren
1 Petersilienwurzel
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 EL Öl
Salz
3 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
1 TL Kümmel
2 EL Mehl
1 Bund Petersilie

Für die Csipetke:
1 Ei
1 TL Salz
ca. 6 EL Mehl

(1) Zuerst die getrockneten Pilze einweichen, dafür die Pilze in einen Kaffeebecher geben und mit kochendem Wasser übergießen bis die Tasse voll ist. Dann das Gemüse vorbereiten. Die Pilze putzen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Die Möhren und Petersilienwurzel schälen und in dünnere Scheiben schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen häuten und jeweils fein würfeln. Die Würfel einer Zwiebel zur Seite stellen. Die fertig eingeweichten Pilze durch ein Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen und auf 600 ml mit Wasser auffüllen. Große Pilzstücke in mundgerechte Stücke schneiden.
(2) Den Teig für die Csipetke kneten. Dafür das Ei mit dem Salz verrühren und dann nach und nach das Mehl (eventuell etwas mehr oder weniger) zufügen und so lange kneten bis ein fester Teig entstanden ist.
(3) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen und die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze langsam ca. 5 Minuten andünsten. Die Möhren- und Petersilienwurzelscheiben zufügen, salzen und wiederum 5 Minuten dünsten lassen. Den Topf vom Herd nehmen und das Paprikapulver einstreuen. Verrühren. Zurück auf den Herd stellen und sofort die Pilze unterrühren. So lange unter gelegentlichem Rühren andünsten bis die Pilze anfangen Wasser zu ziehen. Wenn das Wasser größtenteils verdampft ist, den Kümmel, Knoblauch und Mehl unterrühren. Das Wasser angießen und bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen.
(4) Sobald das Wasser in der Suppe ist, die Csipekte in die Suppe zupfen. Dafür den Teig in die Hand nehmen und mit zwei Finger kleine Teigbröckchen abzupfen und in die Suppe fallen lassen. Zwischendurch immer mal wieder die zupfenden Finger bemehlen, damit der Teig nicht so dran klebt. So lange kochen bis die Csipetke gar sind, das dauert nicht allzu lang.
(5) Die Petersilie waschen, trocknen und hacken. In die Suppe streuen.

Die Suppe auf den Tellern verteilen und mit der rohen Zwiebel bestreut,

genießen!

Quelle: Bodrogi, E. (2008): Füszer és lélek. Zsidó konyha itt és most. p

Pilz-Risoniotto nach Hugh Fearnley-Whittingstall

Hach, ich mag es diesen Namen ausszusprechen: Hugh Fearnley-Whittingstall. Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen! Erinnert mich ein wenig an „Die Inhaltsangabe“ einer englischen Krimiserie von Evely Hamann damals. Großartigst! Jedenfalls wieder ein Rezept aus seinem „River Cottage Veg Everyday“ und dieses hier ist wirklich ein Alltagsgericht, aber ein gar köstliches! Es dauert vielleicht maximal 40 Minuten das hier zuzubereiten, braucht keine hochspzeziellen Zutaten, die man nur im Feinkostladen am anderen Ende der Stadt erwischt. Nein, alles im normalen Supermarkt umme Ecke fix nach Feierabend erhältlich.

Ich meine normalerweise ist es kein Zauberwerk cremige Champignonsauce mit Nüdelchens zu mischen, aber ich wäre nicht unbedingt auf die Idee gekommen, da noch einen Schuss Balsamicoessig und Weißwein rein zu geben, auf Alkoholzugaben komme ich von alleine ja eh nicht ;-) Wem die Menge an Risoni-Nudeln ein bißchen wenig vorkommt, dem sei gesagt, dass es wirklich für 2 Portionen, in dem bestimmten Fall bei uns 2 Personen reicht. Ist halt ordentlich Pilz dabei :-) Die liebste M. und ich waren begeistert davon. Wird es wirklich öfter geben, dann gerne auch mit lustigen Pilzmischungen :-)

Pilz-Risoniotto

Zutaten für 2 Portionen:
2 EL Raps- oder Olivenöl
1 Stück Butter
500 g Pilze (z.B. Champignons, Austernpilze, Kräuterseitlinge etc.)
150 g Risoni oder Orzo Pasta
2 Knoblauchzehen
1 paar Zweiglein Thymian
1 TL Balsamicoessig
ca. 75 ml trockener Weißwein (hier: Schluck Noilly Prat)
ca. 50 ml Creme fraiche (hier: Schmand)
Salz, Pfeffer
1 handvoll glatte Petersilie

(1) Die Pilze putzen und in dicke Scheiben schneiden. Den Knoblauch pellen und hacken. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen. Die Petersilie grob hacken.
(2) Einen ausreichend großen Topf mit Wasser für die Pasta aufsetzen. Damit sie kochen kann während die Sauce köchelt.
(3) 1 EL des Öls mit der Hälfte der Butter in einer großen Pfanne (bei mir Wok) bei mittelhoher Hitze erhitzen. Die Hälfte der Pilze zufügen und öfters Rühren bis die Pilze ihre Flüssigkeit entlassen haben und die verdunstet ist. Die Pilze fangen so an zu karamellisieren. In eine Schüssel geben und mit der zweiten Hälfte der Pilze genauso verfahren.
(4) Wenn die zweite Pilzhälfte fast gar ist, die Pasta in das kochende Salzwasser geben und kochen bis sie al dente sind.
(5) Die erste Hälfte der Pilze wieder in die Pfanne geben. Den Knoblauch, Thymianblättchen und Balsamico hinzugeben und 1-2 Minuten dünsten. Den Wein hinzufügen und so lange kochen bis die Flüssigkeit fast verkocht ist. Die Creme fraiche zugeben, Hitze etwas reduzieren und rühren bis die Sauce simmert. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(6) Die Pasta abgießen und unter die cremige Pilzsauce rühren. Mit der Petersilie bestreut servieren!

Genießen!

Quelle: Fearnley-Whittingstall, H. (2011): River Cottage Veg Everyday. Bloomsbury. p 258

Zöldbabos kulajda – Saure Kartoffel-Pilz-Suppe mit Bohnen

Das Wetter läßt doch sehr zu wünschen übrig, zumindest für Sommer-, ja in der Tat Hochsommerliebhaber wie mich! So richtig wohl fühle ich mich erst ab 25°C, viel lieber hab ich so 30-32°C, ein Traum! Deswegen bin ich auch so überhaupt nicht einverstanden mit dem Herbsteinfall, heute sagen die Wetterfrösche nur 11°C Höchsttemperatur für Kassel an, mir graut’s …

Jedenfalls tut bei so einem Wetter eine Suppe sehr gut. Aber da ich mich bisher weigere die komplett winterlichen Suppe zu kochen, kam mir die (oder der?) Kulajda, die Zsófia vom ungarischen Blog Chili & Vanilia letztens veröffentlicht hatte gerade recht. Ich hatte ja eh noch Bohnen und Pilze da vom überaus köstlichen Bohnen-Pilz-Gemüse da und auch die restlichen Zutaten der Suppe fanden sich noch im Haushalt. Einzig die getrockneten Steinpilze mussten noch gefunden werden. Meinen Vorrat hatte ich gerade vorm Urlaub wegen einer akuten Lebensmittelmottenplage feierlich der Müllhalde übergeben *hmpf* Und dann gab es im Supermarkt keine getrockneten Steinpilze, nur getrocknete Mischpilze mit einem Minimalstanteil Steinpilz. (Notiz an mich: Beim nächsten Tagesbesuch in der Studienstadt, unbedingt beim Gewürzdealer des Vertrauens Steinpilze erstehen!)

Ein Kulajda scheint eine tschechische Suppenspezialität aus den Bergen (davon gibt es dort ja auch einige *g*) zu sein. Mehr Infos als, dass es eine saure Bohnen-Pilz-Suppe ist, habe ich irgendwie nicht gefunden, mein tschechisch ist dann doch zu schlecht ;-) Aber es ist eine verdammt leckere säuerliche Suppe, die mit einem großen Schuss Milch gekocht. In Zsófias Rezept werden noch das derzeitige Lieblingsgemüse, grüne Bohnen dazu gegeben, die ja gerade voll in Saison stehen.
Die Kulajda war wirklich köstlich, sehr interessante (im sehr positiven Sinne gemeint!) Geschmackskombination mit der Milch und dem Essig. Ernstlich so großartig, dass ich es bald wieder kochen werde. Halt das perfekte Essen für verregnete Tage!

Zöldbabos kulajda
Saure Kartoffel-Pilz-Suppe mit grünen Bohnen

Zutaten für 4 Portionen:
15 g getrocknete Steinpilze
400 ml kochendes Wasser
30 g Butter
4 Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschrieben geschnitten
hier: 200 g braune Champignons, geputzt und in Scheiben geschnitten
400 ml Fleischbrühe (hier: Gemüsebrühe)
400 ml Milch
1 Lorbeerblatt
6 mittelgroße Kartoffeln, geschält und gewürfelt
250 g grüne Bohnen, geputzt und in Stücke geschnitten
Salz, Pfeffer
200 ml saure Sahne
1 EL Speisestärke
2 EL Weißweinessig, gute Qualität!
Prise Zucker
1 Bund frischen Dill, fein gehackt
4 Eier (hier: weggelassen)

(1) Die getrockneten Steinpilze mindestens 30 Minuten in dem heißen Wasser einweichen.
(2) Die Butter in einem großen Topf schmelzen lassen. Die Frühlingszwiebelringe zusammen mit den Champignonscheiben und einer Prise Salz unter dem Deckel anschmurgeln.
(3) Mit der Fleisch- oder Gemüsebrühe, der Milch und den eingeweichten Pilzen samt Einweichwasser auffüllen. Das Lorbeerblatt, die Kartoffelwürfel und die grünen Bohnen zugeben. Salzen und pfeffern. Circa 12-15 Minuten kochen lassen bis die Kartoffeln weich sind.
(4) Die Speisestärke klumpenfrei mit der sauren Sahne verrühren. Einige Esslöffel der Suppenflüssigkeit dazu geben und in die Suppe rühren. Den Essig und eine Prise Zucker in die Suppe geben zusammen mit dem Dill.
Nochmals abschmecken und

Genießen!

Quelle: Mautner Zsófia: Chili & VaniliaZöldbabos kulajda

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