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Borschtsch – Perfekt aus dem kleinen Slowcooker

Für Suppen repsektive Eintöpfe ist der Slowcooker ja prädestiniert. Und wenn jetzt nicht Suppenzeit ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist kalt, es ist feucht draußen, die Kälte zieht einem sofort in die Knochen und der Wind kneift einen in Nasenspitze und Ohren. Da tut ein Eintopf, der mich von innen auftaut richtig gut.

Und der Osten Europas hat es einfach drauf, was Suppen angeht. Ob es die geliebte sonntägliche Fleischbrühe in Ungarn ist (oder alle anderen täglichen Suppen), Bigos aus Polen oder das ukrainische Borschtsch. Alles ziemlich ikonische Suppen, die es sich definitiv mal lohnt zu kosten.

Vom Crocky-Blog lachte mich letztens der Borschtsch, russisch „борщ“ – und sieht das nicht wunderhübsch aus?! – an. Nun habe ich die Suppe schon mal von einem aus Sibirien stammenden Russen gekocht, probieren dürfen und es war echt lecker, aber irgendwie auch aufwendig in die Zubereitung: Brühe aus Rindfleisch kochen, Kohl, Rote Bete und weitere Gemüse raspeln und extra anbraten, um es dann in der Brühe zu Ende garen zu lassen. Hach, hmm, och nö. Aber Gabis Variante klang vielversprechend und simpler in der Handhabung: Gemüse unten in den Slowcooker legen, Fleisch obenauf, gewürzte Brühe angießen und für einen halben Tag vergessen. Dann sollten Fleisch und Gemüse gar sein, aber wie immer beim Slowcooker beachten, dass das Wurzelgemüse wirklich klein gewürfelt wird, nur geviertelte Kartoffeln normaler Größe brauchen eeeeeewig bis sie gar sind. Bei mir war es jetzt sogar so, dass das Fleisch nach 10,5 Stunden zart war, die Würfelchen aus vorwiegend festkochenden Kartoffeln aber noch 1,5 Stunden brauchten. Verkehrte Slowcooker-Kochphysik!

Und die Suppe wird richtig köstlich! Zartes Fleisch, würziges Gemüse und den letzten Kick gibt es wirklich, wenn die Saure Sahne mit dem frischen Dill unter gerührt wird. Großartigst! Kann es nur jedem empfehlen, der wärmende, tröstende Suppen für usselige Tage braucht!

Borschtsch

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 mittlerer Karotte
1 kleines Stück Knollensellerie
1 mittelgroße Kartoffel (vorwiegend festkochend)
2 kleine Rote Bete (roh oder vorgekocht)
1/4 Kopf Spitz- oder kleiner Weißkohl
1 Beinscheibe vom Rind (300-400 g)
1/2 Lorbeerblatt
2 Pfefferkörner
750 ml Rinderbrühe (oder Wasser)
2 TL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1 TL Essig
1/2 TL Zucker

Zum Servieren:
Saure Sahne oder Schmand
gehackter Dill

Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 11-12 Stunden auf LOW
Slowcooker: 1,5 l

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Kartoffel, Selleriestück und Möhre schälen und in kleine Würfel schneiden. In den Keramikeinsatz des Slowcookers geben Wenn rohe Rote Bete benutzt wird, diese auch schälen und in ebenso kleine Würfelchen schneiden und dazu geben. Den Kohl fein schneiden oder hobeln. Auf dem Gemüse verteilen. Die Beinscheibe darauf geben, Lorbeerblatt und Pfefferkörner mit in den Topf geben.
(2) Die Brühe (oder Wasser) mit dem Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Essig und Zucker gut verrühren und in den Slowcooker gießen. Deckel drauf und 11-12 Stunden auf LOW garen lassen bis das Gemüse durch ist. Wer vorgekochte Rote Bete nimmt, gibt sie 3 Stunden vor Kochzeitende mit in den Slowcooker geben. Wenn das Gemüse gar ist, die Beinscheibe rausnehmen, Fett und seltsames anderes Zeug abschneiden und würfeln. Zurück in die Suppe geben.
(3) Auf die Teller verteilen, einen Klecks Schmand und Dill drüber geben und servieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogAus dem Crockpot: Borschtsch

Ach, und seit vorsichtig bei den Pfefferkörnern, drauf beißen kann unangenehm sein ;-)

Shabu-Shabu – Fondue auf japanisch

Seit meinem Geburtstag bin ich ja stolze Besitzerin eines Fondue-Sets, dass am Geburtstag auch gleich mit den Eltern und Freunden eingeweiht wurde. Damals aber ein familienklassisches Fett-Fondue. Nun will das Set auch benutzt werden und ich hatte schon lange Lust mal andere Sachen auszuprobieren. Und im japanischen Kochbuch „Itadakimasu“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) lief mir Shabu-Shabu über den Weg. Das ist die japanische Variante eines Brühe-Fondues bei dem dünne Fleischläppchen durch die Dashi-Brühe geschwenkt werden und wegen dieses Schwappgeräusches wird das ganze dann eben Shabu-Shabu genannt.

Ich unterbreitete den Vorschlag dem Coladieb und der besten Ärztin von allen, es wurde begeistert aufgenommen und dann fix schon ein Wochenende später umgesetzt. Leider konnte der Coladieb am betreffenden Abend nicht, aber es wurde dann zwei Tage später nachgeholt. Und um eines vorweg zu sagen: es hat uns alle drei begeistert! Das ist so köstlich und macht einfach nur Spaß! Noch dazu ist es einfach zu basteln und die Vorbereitungen dauern nicht ewig.

Die Zutaten werden in Dashi-Brühe pochiert, also die Brühe, die in die japanischen Küche als Grundlage für einen Großteil der Suppen und Sauce dient. Sie ist auch ganz einfach und schnell gemacht, benötigt auch nur zwei Zutaten, zum einen die Kombu-Alge und Bonito-Flocken:

Kombu ist eine essbare Seetangart, die in Nordostasien weit verbreitet ist. Traditionell wird er sowohl in der japanischen als auch koreanischen und chinesischen Küche verwendet. Bonitoflocken sind essentiell für die japanische Küche und bestehen aus geräuchertem, getrocknetem Thunfisch. Durch diese Art der Verarbeitung wird er so holzartig, dass von ihm dann mit einem Hobel die Flocken abgehobelt werden können. Und aus diesen beiden speziellen Zutaten, die aber im gut sortierten Asia-Laden erhältlich sein sollten, wird eine Brühe gekocht. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Brühe zu keinem Zeitpunkt richtig kocht, nur so leicht siedet.

Grundrezept Dashi-Brühe

Zutaten für ca. 1,2 l Brühe:
10 g getrocknete Kombu-Alge
1,2 l kaltes Wasser
10-15 g Bonitoflocken

(1) Die Kombu-Alge in einen Topf geben, das Wasser zufügen. Bei mittelhoher Hitze bis ganz kurz vor dem Aufkochen erhitzen. Die Alge herausnehmen. Die Hitze auf die kleinste Stufe stellen.
(2) Die Bonitoflocken dazu geben und etwa 15 Minuten auf kleinster Stufe köcheln lassen. Die Brühe durch ein Sieb abgießen.

Quelle: Kusano, K., Tang, T. (2012): Das Japan-Kochbuch. Verlag Jacoby & Stuart. Berlin. p 20

Man muss die teuren Algen und Bonitoflocken nicht sofort entsorgen, sondern kann sie ein zweites Mal verwenden. Dafür die schon benutzten Zutaten nochmals mit 1,2 l kaltem Wasser aufsetzen, knapp zum Kochen bringen und ca. 5 g neue Bonitoflocken hinzufügen. Wiederum 15 Minuten bei kleinster Hitze kochen lassen.

Und so sah der Tisch nach den Vorbereitungen aus. Es gab diverse Gemüsesorten: Spinat, Karotten, Stange Porree,  Chinakohl und Champignons, außerdem  festen Tofu. Alles sollte geputzt werden und dann in grobe Stücke geschnitten werden.

Neben dem dünn aufgeschnittenen Hähnchenbrustfilet hatte der Coladieb wunderbar durchwachsenes Rinderfilet mitgebracht. Gott, war das Fleisch zart und köstlich! (Und teuer! Meine Güte, ich weiß schon, warum ich eher auf preiswertere Stücke ausweiche *g*)

Zu einem Fondue gehören ja auch Saucen und die Japaner haben sich auch zwei für ihr Shabu-Shabu ausgedacht, die meines erachtens wunderbar dazu passten.

Die erste, die bei uns drei den meisten Zuspruch fand, war die Gomadaresauce, die leicht nussig, cremig schmeckte und auf Sesam als Hauptzutat beruht. Im „Itadakimasu“ wird Tahin, also Sesampaste als Vereinfachung genommen, im „Japan-Kochbuch“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) werden ganze Sesamkörnchen erst geröstet und dann im Mörser zerstampft. Da ich die Zubereitungsmethode erst gerade eben entdeckte, nahm ich die Faule-Mädchen-Version, die aber wie gesagt auch total lecker ist und bestimmt ebenfalls zu anderen Gerichten passt.

Gomadaresauce

Zutaten für 4 Portionen:
2 Frühlingszwiebeln
4 El Sesampaste (Tahin)
2 TL Sake
2 EL Reisessig
2 TL Zucker
2 TL Sojasauce

Die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Mit den restlichen Zutaten gut verrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 50

Die zweite Sauce ist viel dünnflüssiger und tendiert eher zum Säuerlichen, was aber gut zum pochierten Fleisch passte, wie ich fand. Und in beiden meiner japanischen Kochbücher sind für vier Personen eine unglaubliche Menge an Sauce angegeben, dass ich nicht wusste, was ich mit dem Rest machen sollte. Vielleicht kann mir jemand nochmal erklären, wie das mit den Shabu-Shabu-Zutaten und der Ponzu-Sauce genau funktioniert? Ich fand sie jedenfalls ziemlich lecker und einfach zu kochen war sie allemal.

Ponzu-Sauce

Zutaten für 4 sehr großzügige Portionen:
50 ml Mirin
50 ml Sake
150 ml Sojasauce
100 ml Reisessig
2 TL Dashipulver
50 ml Zitronensaft
1/2 geriebener Rettich

Mirin und Sake zusammen in einem kleinen Topf aufkochen, den Herd ausschalten und die restlichen Zutaten unterrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 54

Hier nochmal die Zutaten, die wir für 4 Portionen Shabu-Shabu benötigt haben:

  • 1,2 l hausgemachte Dashi-Brühe
  • 500 g Rinderfilet, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 Hähnchenbrustfilets, in dünnen Scheiben
  • 1 Porreestange, in breitere Ringe
  • 3 Karotten, geschält und in dünnere Scheiben
  • 8 Champignons, halbiert oder geviertelt
  • 200 g TK-Spinat, aufgetaut (frischer ist besser!)
  • 1/2 kleinerer Chinakohl, in ca. 3 cm große Quadrate geschnitten
  • 200 g Tofu, in groben Würfeln

Die vorbereitete Fleisch wird mit Hilfe der Stäbchen in der Brühe geschwenkt (siehe erstes Bild) und die pflanzlichen Zutaten haben wir in kleinen Fondue-Metallkörbchen in der Brühe gegart. Wer die allerdings nicht hat, kann auch alles so in die Brühe geben zum Garen und dann eins nach dem anderen herausfischen. Ein großer Spaß und wunderbar mit lieben Gästen!

Aus der übrig gebliebenen Brühe und den restlichen Zutaten, die wir noch abends schnell darin garten, machte ich mir am nächsten Tag zusammen mit ein paar Mie-Nudeln eine wunderbar stärkende Suppe. Resteverwertung @ its best!

Geburtstagsdinner: Rinderschmorbraten mit hausgemachtem Rotkohl und Petersiliewurzel-Kartoffelbrei

In den Dezember fallen für mich nicht nur Weihnachten und Silvester, Herr Papa, der Coladieb und meine Wenigkeit können auch ihre Geburtstage im letzten Monat des Jahres feiern. Herr Papa und ich sogar an eigentlich fast demselben Tag *g* Nun bin ich nicht der Typ für große Partys. Hab momentan weder Lust noch Kraft noch monetäre Möglichkeiten da viel vorzubereiten und irgendwie verteilen sich die Freunde auch wieder mal in ganz Deutschland. Das Los des Uni-Mitarbeiters mit befristeten Arbeitsverträgen.

Trotzdem machte ich mir einen gemütlichen Tag, der mit einem typischen Anikó-Frühstück begann:

Ein Eichen, gekochter selbstgeräucherter Schinken mit Senf und Meerrettich plus einem Brötchen mit Kirschmarmelade. Das stärkt erstmal für ein paar Stunden.

Aber so ein bisschen wollte ich meinen Geburtstag schon feiern und habe die Ärztin und den Coladieb zu einem netten Abendessen eingeladen. Der Ärztin war nach klassischem Schmorbraten mit Rotkohl. Na, das kriegen wir doch hin! Gut, so einen Rinderschmorbraten hatte ich noch nicht wirklich gemacht, aber Schmoren ist ja an sich nicht so schwierig. Beim Metzger des Vertrauens habe ich ein schönes Stück Rind besorgt und aus einigen Rezepten im Internet mein eigenes zusammen gebastelt.

Das schöne an so einem Schmorbraten ist, dass er wenig Arbeit und Aufmerksamkeit erfordert und es den Gästen auch nicht allzu Krumm nimmt, wenn sie ein wenig später kommen.

Man kann in Ruhe den Tisch decken …

… und schon die Hühnerbrühe, die noch im Tiefkühler schlummerte (ein Hoch auf’s Vorratskochen), auftauen und die Einlagen (Nüdelchens, Gemüse) vorbereiten, die es als Vorspeise geben soll.

Und dann ist irgendwann auch der Braten fertig und darf bewundert werden …

Klassischer Rinderschmorbraten

Zutaten für 6-8 Portionen:
2 Möhren
2 Petersilienwurzeln
2 Zwiebeln
1,5 kg Rinderschmorbraten
Salz, Pfeffer
2+2 EL neutrales Öl
2 EL Tomatenmark
2 EL brauner Zucker
250 ml Rotwein
500 ml Brühe (Rinder-, Gemüse- oder Hühnerbrühe)
1 Lorbeerblatt

(1) Den Schmorbraten ca. 1 Stunden bevor man mit der Zubereitung beginnt aus dem Kühlschrank holen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann.
(2) Die Möhren und Petersilienwurzeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebeln häuten und ebenfalls Würfeln.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(4) In einem großen Bräter, der in den Ofen darf, 2 EL Öl erhitzen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und dann im Bräter von tatsächlich allen Seiten, auch den kurzen anbraten. Dabei ruhig etwas Geduld haben. Das Fleisch rausnehmen und auf einem Teller zwischenparken. Das Gemüse in den Bräter geben und bei mittelhoher Hitze einige Minuten anbraten. Salzen, pfeffer. Dann das Tomatenmark und den braunen Zucker hinzu fügen und mit anrösten. Mit dem Wein ablöschen und einige Minuten einkochen lassen. Das Fleisch wieder einlegen, die Brühe angießen, Lorbeerblatt dazu und zum Kochen bringen. Deckel drauf und in den Ofen stellen. 2,5 Stunden schmoren lassen.
(5) Nach der Zeit den Braten kontrollieren, ob er zart ist. Das Fleisch rausnehmen und mit Alufolie abgedeckt zur Seite stellen. Das Lorbeerblatt aus der Sauce fischen und das Gemüse in der Sauce mit dem Pürierstab fein pürieren. Falls sie etwas zu dick sein sollte, mit ein wenig Wasser (oder Wein verlängern), wenn sie zu dünnflüssig sein sollte, etwas einkochen lassen.

Den Braten in dünne Scheiben aufschneiden und zusammen mit den Beilagen servieren.

Genießen!

Ein wunderbarer Braten, total zart und würzig mit einer schön sämigen Sauce, die ganz ohne Bindemittel auskam. Dazu gab es bei mir ganz unkompliziert und gut vorbereitbar Rotkohl nach Petra von „Chili und Ciabatta“ und Petersilienwurzel-Kartoffelbrei.

Der Rotkohl ist ein Standard geworden in meiner Küche und ich kann beileibe nicht verstehen, warum die Leute immer noch zu Gläsern greifen. Ja, ich gebe zu, er ist nicht so schnell gemacht wie einfach Glas auf und erwärmen. Man muss schon einen Tag Marinierzeit einplanen und etwa 20 Minuten reine Arbeitszeit, um den Kohl vorzubereiten. Er wird einfach nur feingehobelt (per Hand mit einem scharfen Messer oder per Küchenmaschine) und dann mit den restlichen Zutaten vermischt und im Kühlschrank bis zum nächsten Tag mariniert gelassen. Wenn man ihn dann schmurgeln will, einfach Zwiebeln andünsten, etwas Zucker darauf karamellisieren lassen, den Kohl samt Marinade dazu kippen und 45-60 Minuten schmoren lassen. Auch total unkompliziert und man muss wirklich nicht die gesamte Zeit daneben stehen und den Rotkohl mit Pompoms anfeuern ;-) Und der Geschmack ist so unvergleichlich besser! Ernsthaft! Wurde mir schon von verschiedenen, von mir mit Rotkohl bekochten Leuten versichert. Probiert es ruhig aus und macht gleich eine größere Portion, damit ich noch was einkochen oder einfrieren könnt! Es lohnt sich wirklich!

Rotkohl mit Balsamico

Zutaten für ca. 6 Portionen:
1 mittelkleiner Kopf Rotkohl
1 Apfel

Für die Marinade:
125 ml Madeira
80 ml Balsamico
1 Orange, Saft
125 ml Rotwein
1/2 TL Zimt
2 Sternanis
1 TL Koriander, gemörsert
2 Pimentkörner
3 Nelken
Salz, Pfeffer

2 EL Butterschmalz oder neutrales Öl
1 1/2 EL brauner Zucker
2 Zwiebeln
1 EL rote Marmelade

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen, vierteln, die Strünke heraus schneiden und fein hobeln (per Hand oder in der Küchenmaschine). Die Apfel waschen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Gewürze für die Marinade in einen Papierteefilter geben, die restlichen Marinade-Zutaten verrühren und mit Salz, Pfeffer zum Rotkohl geben. Gut durchrühren und über Nacht abgedeckt an einem kühlen Ort marinieren lassen.
(2) Am nächsten Tag die Zwiebeln häuten und in Streifen schneiden. Das Butterschmalz/Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebelstreifen hinzufügen und andünsten. Mit dem braunen Zucker bestreuen und etwas karamellisieren lassen. Den Rotkohl samt Marinade hinzufügen, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 45-60 Minuten schmoren lassen. Zum Schluss die Marmelade unterrühren und nochmals abschmecken, ob etwas fehlt.

Genießen!

Quelle: nach „Chili und Ciabatta“ – Rotkraut mit Balsamico

Da ich nicht so der Dessert-Held bin, bat ich die Ärztin darum und sie brachte diese kleinen Röllekes mit. Der Großteil mit Schoki-Creme gefüllt, der kleinere Teil mit Schinken und Käsecreme. Großartig!

Ich hatte einen so schönen Tag, ruhig, gemütlich, etwas in der Küche werkeln, mit netten Menschen lachend und quatschend verbracht. Wirklich leckeres Essen gegessen, dass auch den anderen beiden sehr gut schmeckte. Was will ich mehr!

Buntes Weihnachtsessen – Tafelspitzsülze

So ein Weihnachtsessen darf doch ruhig mehrgängig sein, oder? Also jetzt werden das bei uns keine sieben Gänge, aber so Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise sind schon drin, auch wenn ich dann wirklich auf die Portionsgröße achten muss. So viel wie früher kann ich nicht mehr essen … Ich hatte in einer der letzten essen & trinken ein Rezept für eine Tafelspitzsülze gesehen und dachte das könnte passen. Bis auf Zwerg mögen wir alle Sülze, aber sie kriegt dann halt die Suppe mit ordentlich Nudeln und Gemüse, die ich ja auch für die Sülze brauchte. Das ist auch das wunderbare an dieser Vorspeise – sie lässt sich gut vorbereiten und gleichzeitig hat man noch die Suppe und den Großteil des Tafelspitzes, um weitere Mahlzeiten zu bestreiten.

So ein bisschen Manschetten hatte ich vor der Arbeit mit der Gelatine, die soll ja manchmal so ein bisschen zickig sein. Aber gleichzeitig dachte ich, dass wenn man sich an die Bastelanleitung hält, sollte das ja alles klappen. Hefeteige und ich sind ja auch gute Freunde :-) Eigentlich ist das Rezept auch ganz einfach, erfordert nur ein wenig Schnippelarbeit und dann eben Geduld bis die Sülze fest geworden ist. Der Suppenfond wird mit dem wirklich fein gewürfelten Gemüse aufgekocht und wirklich stark gewürzt, da die Gelatine einen Großteil der Würzung schluckt. Die restlichen Zutaten werden nur in den Schalen geschichtet und dann eben mit dem Fond, in dem die Gelatine aufgelöst wurde, übergossen. Dabei gibt es wohl einige Regeln, die man beim Kochen mit Gelatine beachten sollte:

  • Die Gelatine etwa 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen.
  • Die Gelatine darf nicht aufgekocht werden! Den Topf mit der heißen Flüssigkeit, in der die Gelatine aufgelöst werden soll, immer vom Herd nehmen!
  • Dosierung:
    Cremespeisen – 8 Blatt Gelatine (13 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit
    Feste Gelees – 12 Blatt Gelatine (20 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit
    Richtig feste Cremes – 16 Blatt Gelatine ( 27 g Gelatinepulver) auf 1 l Flüssigkeit

Aber wenn man sich daran hält, kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Und die Sülze fand ich wirklich lecker! Leider war es etwas zu viel für uns als Vorspeise, diese vier Portionen sind definitiv Hauptgerichte, zu denen Bratkartoffeln wirklich gut passen würden. Sie ist zwar ordentlich säuerlich, aber das gehört sich doch so, eine langweilig schmeckende Sülze will ja auch niemand essen. Ich kann der geneigten Leserschaft also nur empfehlen, diese Sülze mal auszuprobieren!

Tafelspitzsülze

Zutaten für 4 Portionen als Hauptgericht:
je 80 g Möhre, Knollensellerie und Lauch
1 kleine Zwiebel
700 ml Tafelspitzfond
1 Lorbeerblatt
1 Stiele Petersilie
120 ml Weißweinessig
Zucker
Salz
1 El helle Senfsaat
10 Blätter weiße Gelatine
Pfeffer
8 Kirschtomaten
6 Cornichons
2 Eier , (Kl. M; hart gekocht)
200 g gegarter Tafelspitz

(1) Möhre und Sellerie schälen und sehr fein würfeln. Den Lauch putzen, waschen und ebenfalls sehr fein würfeln. Die Zwiebel in Ringe schneiden.
(2) Den Tafelspitzfond mit dem Lorbeerblatt, Petersilienzweigen, Essig, 2 EL Zucker und 1,5 EL Salz aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Die Würzmengen hören sich vielleicht viel an, müssen aber so sein, da die Gelatine Aromen schluckt.
(3) Lorbeer und Petersilie entfernen. Senfsaat, Möhren- und Selleriewürfel in den Fond geben und 5 Minuten bissfest garen. Zwiebelringe und Lauch zugeben und kurz mitgaren.
(4) Die Gelatineblätter laut Packungsanweisung 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die Gelatine mit der Hand ausdrücken und im Fond unter Rühren auflösen. Der Fond darf nicht mehr kochen! Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
(5) Die Tomaten halbieren, Cornichons in feine Scheiben schneiden, Eier pellen und längs halbieren. Den Tafelspitz fein würfeln. Auf vier Schalen mit je ca. 250 ml verteilen. Fond und Gemüse in den Schalen verteilen. Mindestens 6 Stunden, besser über Nacht abgedeckt kalt stellen.

Am besten mit Bratkartoffeln zusammen

genießen!

Quelle: essen & trinken 11/13

Hamburger marokkanische Art nach Jamie Oliver

Kochsendungen *seufz* Bin ich immer noch süchtig nach … Nicht die Sendungen, wo Leute um irgendeinen Preis (sei es Geld, Auftritt in ner Sendung etc.), sondern Sendungen, wo Profis ihre Gerichte und Tipps verraten. Und ja, ich gebe es zu, ich gucke mir gerne die Jamie Oliver-Sendungen an. Letztens kam ein Sommer-Special von ihm, in dem viel über Kochen und Brutzeln in der freien Natur: mit Kindern, Picknicks, über offenem Feuer, Grillen. Zwerg und ich – ja, wir setzen unsere Tradition fort und telefonieren während der Sendungen – saßen sabbernd vorm TV … Ein Rezept ist uns im Gedächtnis geblieben, weil der Jamie das in so einer unpraktischen Position – auf dem Bauch liegend auf einer Picknickdecke mit kleinem Grill neben sich – vorführte. Nur vom Gedanken daran in dieser Position Gewürze im Mörser zu zerkleinern, lässt meinen Rücken höllisch weh tun.

Jedenfalls wollte Zwerg dann unbedingt diese Burger im marokkanischen Stil ausprobieren und was bietet sich an als an ihrem freien Tag mit mir zusammen diese zu Brutzeln. Lammfleisch war leider nicht wirklich aufzutreiben, aber gutes Rinderhack ist auch lecker. Das Besondere an den Burgern ist, dass das Fleisch sehr pur und nur von außen mit einem Rub, so ’ne Art trockener Marinade, eingerieben wird. Dann ein wenig Öl drüber träufeln und ab auf den Grill (oder in die Grillpfanne). In den Burger kommt dann auch kein Ketchup oder Mayo, sondern mit Harissa pikant abgeschmeckter Joghurt. Eine wirklich gute Kombi und der Burger an sich ist auch ernstlich köstlich! Das war so gut, dass Zwerg sich am nächsten Tag gleich wieder welche machte und auch beim nächsten Grillen wieder welche angesetzt wurden … Also, geneigte Leserschaft, eine dringende Nachgrillempfehlung!

Hamburger marokkanische Art

Zutaten für 6 Portionen:
600 g gehacktes Rind oder Lamm (gute Qualität)
Olivenöl
6 Burger-Brötchen
6 EL Naturjoghurt
1 EL Harissa-Paste
1/2 Zitrone, Saft
1 handvoll Minzblätter
2 Frühlingszwiebeln
6 Salatblätter nach Wahl

Für die trockene Marinade:
1 TL Meersalz
1 TL Pfeffer
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL gemahlener Koriander
1 TL Ras-el-hanout oder Garam masala
1-2 TL Paprikapulver (am Besten geräuchert)

(1) Erstmal alle Zutaten vorbereiten: Die Burger-Brötchen halbieren. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Salatblätter waschen und gut trocken tupfen. Die Minzblätter grob hacken. Den Joghurt mit der Harissa-Paste, dem Zitronensaft und einem Schluck Olivenöl verrühren.
(2) Dann die Zutaten für die trockene Marinade in einen Mörser geben und fein mörsern.
(3) Den Grill oder eine Grillpfanne vorheizen. Das Hackfleisch in 6 Portionen teilen und zu Burgern formen. Die trockene Marinade von außen auf den Burgern verteilen. Mit ein wenig Olivenöl beträufeln und von jeder Seite etwa 6-7 Minuten grillen, je nachdem wie durch man sie mag.
(4) Währenddessen die halbierten Burgerbrötchen im Toaster oder kurz im Ofen aufbacken.

Wenn die Burger fertig sind, die Burgerbrötchen mit dem Harissa-Joghurt bestreichen, Salatblatt, Burger, Frühlingszwiebelringe und Minzblätter drauf und

genießen!

Dazu passen Kartoffelspalten aus’m Ofen, Pommes, Tomatensalat oder andere Salate oder ein nur so den Burger essen …

Quelle: nach Jamie Olivers „Moroccan-style lamb burgers“

American Hamburger à la Jamie Oliver

Wenn man krank ist, wird man ja auch öfter nörgelig. So wollte ich dringend Burger haben, Zwerg versuchte mich noch zu Fischfrikadellen zu überreden, aber ich wollte wollte wollte richtig-echte Hamburger! Also flugs die Zutaten besorgen lassen, Zwerg kaufte noch die Burger-Brötchen (um die selbst zu basteln fehlt und fehlte mir die Kraft) und ab dafür. Die Hamburger müssen noch für ’ne Stunde im Kühlschrank warten und dürfen dann zusammen mit dem Bacon in die Pfanne, was ihnen noch ein zusätzliches Raucharoma mitgibt, dass einfach grandios ist. Die weiteren Zutaten sind ja je nach Vorliebe beliebig, wir hatten Tomaten, eingelegte Gurken und Kopfsalat, dazu eher Klassiker wie Ketchup aufs Brötchen.

Und diese Hamburger sind wirklich lecker, durch den Parmesan im Teig und die angeschmurgelten roten Zwiebelchen. Toll, toll, toll! Auch wenn Zwerg am Anfang skeptisch war, fand sie sie doch richtig gut und glatt zwei ganze Burger verputzt, während ich mit Mühe und Not anderthalb schaffte, puh! Gut, wir haben aus der gesamten Masse auch vier statt sechs Burger gemacht, weil halt nur vier Burger-Brötchen da waren. Man kann gerne auch noch Pommes für nebendran machen, aber dann reicht ein Burger sicherlich aus, um komplett genudelt vom Tisch aufzustehen *g*

American Hamburger à la Jamie Oliver

Zutaten für 3-6 Personen, je nach Hunger und Beilage:

Für die Hamburger:
Olivenöl
2 rote Zwiebeln, fein gewürfelt
2 EL Semmelbrösel
500 g mageres Rinderhack
1 TL Meersalz
1 gehäufter TL frisch gemahlener Pfeffer
1 Ei, verquirlt
1 handvoll frisch geriebener Parmesan

Für die fertigen Burger:
6 Burger-Brötchen
Ketchup und/oder Mayonnaise
12 dünne Scheiben Bacon
Tomate in Scheiben geschnitten
Blattsalatblätter, gewaschen und trocken geschleudert
eingelegte Gurken nach Wahl, in Scheiben geschnitten

(1) In einer großen Pfanne einen Schluck Olivenöl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei kleiner bis mittlerer Hitze langsam 10 Minuten schmurgeln und weich und süß werden lassen. Komplett abkühlen lassen.
(2) Ein Blech oder Tablett mit Öl einstreichen.
(3) Das Fleisch zu den Zwiebeln geben und mit den Semmelbröseln, Ei, Salz, Pfeffer und Parmesan gut durchmischen. Daraus 6 Hamburger von der Größe der Burger-Brötchen formen und auf das geölte Blech legen. Mit Frischhaltefolie bedecken und für 1 Stunde in den Kühlschrank geben.
(4) Bratpfanne auf richtig gut erhitzen. Die Burger rein geben bis sie auf der Unterseite fast gar sind. Dann die Bacon-Scheiben mit dazu geben, die Burger umdrehen. Wenn der Bacon knusprig ist und die Hamburger gut aussehen, rausholen. Den Bacon auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Burger-Brötchen halbieren und die Hälften über dem Toaster o.ä. erwärmen. Mit den anderen Zutaten, dem Bacon und den Hamburgern ganz nach gusto belegen und

genießen!

Quelle: Oliver, J. (2008): Jamie’s America. Michael Joseph

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